Aktion Rose 2

Wie entwickelte sich die Wirtschaft der DDR, wie die der Bundesrepublik während der Teilung Deutschlands. Welche Anzeichen gab es für die Entwicklung? Was waren die Ursachen?
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Aktion Rose 2

Beitragvon Interessierter » 24. Februar 2019, 10:50

Aktion Rose - Als die DDR die Ostsee-Villen stahl

Fleiß und Sparsamkeit waren ihre Verbrechen: Weil sie Obst und Kartoffeln als Vorrat für Gäste lagerte, wurde Hotelbesitzerin Edith Heinrich vor sechzig Jahren bei der Aktion Rose verhaftet und enteignet. Der Staats-Sturm zerstörte ihr Ostsee-Paradies.

Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Maurer Wilhelm Never das imposante weiße Gebäude Stück für Stück aufgebaut. Seine Enkelin Christine Heinze (63): „Damit wollte er die Zukunft seiner Tochter sichern.“ Die zerstörte die DDR im Februar 1953 mit der „Aktion Rose“, der Enteignung und Verstaatlichung von Hotels und Pensionen an der Ostsee.

Volks- statt Privateigentum war Staatsziel, über 400 Objekte, Bargeld und Wertsachen wurden beschlagnahmt. Historiker Falco Werkentin (68): „Die Aktion Rose war Teil der systematischen Strategie, Unternehmer in Überschuldung zu treiben.“

Mit dem Vorwurf nicht genehmigter Vorratshaltung wurde Edith Heinrich beim Urlaub im Harz festgenommen. Ein Jahr Gefängnis in engen überbelegten Zellen, wenig und schlechtes Essen, große Kälte im Winter folgte. Ihre Freundin Ilse Friedrich (93): „Weil sie so furchtbar litt, versuchte sie, sich umzubringen.“

1955 wurde Edith Heinrich als gebrochener Mensch mit einer lebenslangen Lungenkrankheit freigelassen. Aus dem Kinderheim kam Tochter Christine, damals erst drei Jahre alt. „Ich sprach lange nicht, so hatte mich die Trennung traumatisiert.“

Vorbestraft fand Edith Heinrich schwer Arbeit. Jahre später Rückkehr ins Hotel, das jetzt ausschließlich an den FDGB vermieten durfte. Ihre Tochter: „Was der FDGB für die Unterbringung der Gäste zahlte, war so gering, dass kein Geld für Reparaturen blieb.“

1972 Zwangsverkauf an den FDGB. „35.000 Mark, die über Jahre in Raten ausgezahlt wurden.“ Die Zukunftshoffnungen der Familie auf sichere Versorgung und Wohlstand waren endgültig zerbrochen.

Heute lebt Christine Heinze in einer kleinen Wohnung im Friedrichshainer Hinterhof. Das macht die Schauspielerin nicht so traurig, wie das Leiden ihrer Mutter bis zum Tod 2005. „Sie lebte in einer Wohnung im Hotel. Zu DDR-Zeiten musste sie mitansehen, wie es durch schlechte Pflege immer mehr zerfiel. Und nach der Wende, wie ein Fremder damit sein Glück schaffte.“

https://www.berliner-kurier.de/news/pan ... l--4957618

Das ist einfach erschütternd und geht mir total unter die Haut.
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Re: Aktion Rose 2

Beitragvon pentium » 24. Februar 2019, 11:13

Aktion Rose

Beitragvon Dieter1945 » 27. Dezember 2010, 22:19
"Aktion Rose": Enteignungswelle an der Ostsee

...
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Re: Aktion Rose 2

Beitragvon Nostalgiker » 24. Februar 2019, 11:17

Doppelt erschüttert, für DoppelHerz ......

Das Schicksal der missbrauchten Odenwaldschüler geht offenbar an der Haut vorbei .......
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin
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Re: Aktion Rose 2

Beitragvon Edelknabe » 24. Februar 2019, 11:29

Den schieb ich mal noch hinterher. Und bei Fassbinder muss junger Interessierter auch nie im Kino gesessen haben.

Rainer-Maria....denn "Aller guten Dinge sind Drei".
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Re: Aktion Rose 2

Beitragvon Dr. 213 » 24. Februar 2019, 12:29

Ideologisch begründeter und zutiefst boshafter Enteignungs- und Verstaatlichungswahn.
Genau wie in der Diktatur davor auch. Hier aber unter Regie und im Auftrag der SED.
Die Hotelbesitzer haben dabei noch Glück gehabt.
Zu der Zeit haben die menschenliebenden Genossen ihre Opfer mitunter zum Abknallen nach Moskau exportiert.

Dazu und auch zu den Vertrollungsbemühungen durch die Nachlassverwalter dieser schlimmen Diktatur
ein ganz besonders Herzliches

Pfui Deibel !
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Re: Aktion Rose 2

Beitragvon Nostalgiker » 24. Februar 2019, 12:42

Welchem ideologischen Wahn huldigst du Dottore? Dem der Boshaftigkeit?
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
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Re: Aktion Rose 2

Beitragvon Dr. 213 » 24. Februar 2019, 12:51

Hab ich Dich getroffen ?
Schön ! Auch Du warst gemeint.

Herzlichst
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Re: Aktion Rose 2

Beitragvon Nostalgiker » 24. Februar 2019, 12:55

Ich muß dich enttäuschen, das Geschwätz eines ideologischen Eiferers trifft mich nicht, noch berührt es mich. Ich bin höchstens belustigt und amüsiert über das peinliche Geschwalle ....
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Re: Aktion Rose 2

Beitragvon Interessierter » 24. Februar 2019, 13:31

Nostalgiker » 24. Feb 2019, 12:55
Ich muß dich enttäuschen, das Geschwätz eines ideologischen Eiferers trifft mich nicht, noch berührt es mich. Ich bin höchstens belustigt und amüsiert über das peinliche Geschwalle ....


Wie so oft wieder einmal einer deiner " verstandentfernten Reflexe ".... [laugh]
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Re: Aktion Rose 2

Beitragvon Nostalgiker » 24. Februar 2019, 13:39

Seit wann weißt ausgerechnet du was Verstand ist?
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
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Re: Aktion Rose 2

Beitragvon Interessierter » 24. Februar 2019, 14:10

pentium » 24. Feb 2019, 11:13
Aktion Rose

Beitragvon Dieter1945 » 27. Dezember 2010, 22:19
"Aktion Rose": Enteignungswelle an der Ostsee


Bevor ich den Beitrag über das Schicksal der Frau Heinrich einstellte, befand sich der von dir erwähnte Thread im Archiv und war gesperrt. Weder in diesem Thread wurde das Schicksal der Frau erwähnt, noch war die Namensuche in der Forensuche erfolgreich.

Da ich jetzt festelle, dass du den Thread aus dem Archiv entfernt und entsperrt hast, frage ich höflich an; " Was macht es für einen Sinn, diesen Thread dort und auch andere " gesperrt " einzulagern, so dass man keine weiteren, themenbezogenen Beiträge dort ergänzend einstellen kann?
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Re: Aktion Rose 2

Beitragvon pentium » 24. Februar 2019, 14:19

Interessierter hat geschrieben:
pentium » 24. Feb 2019, 11:13
Aktion Rose

Beitragvon Dieter1945 » 27. Dezember 2010, 22:19
"Aktion Rose": Enteignungswelle an der Ostsee


Bevor ich den Beitrag über das Schicksal der Frau Heinrich einstellte, befand sich der von dir erwähnte Thread im Archiv und war gesperrt. Weder in diesem Thread wurde das Schicksal der Frau erwähnt, noch war die Namensuche in der Forensuche erfolgreich.

Da ich jetzt festelle, dass du den Thread aus dem Archiv entfernt und entsperrt hast, frage ich höflich an; " Was macht es für einen Sinn, diesen Thread dort und auch andere " gesperrt " einzulagern, so dass man keine weiteren, themenbezogenen Beiträge dort ergänzend einstellen kann?


Eine PN hätte gereicht oder auch ein Hinweis diesen Thread doch zu entsperren und wieder zu aktivieren. Die alten Themen sind im Archiv wegen der besseren Übersicht. Weil es eben Jahre lang keine neuen Beiträge gibt...und manche Themen einfach nicht mehr aktuell sind.

....
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
Anton Günther

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Re: Aktion Rose 2

Beitragvon Interessierter » 24. Februar 2019, 15:42

Die Übersicht ist nicht schlechter wenn sie im Archiv entsperrt zu finden sind. Vielleicht könnte man das Archiv ja einmal dahingehend " " überarbeiten " ?
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Re: Aktion Rose 2

Beitragvon Interessierter » 11. April 2020, 09:40

Enteignungswelle an der DDR-Ostseeküste - Heimweh der besonderen Art

60 Jahre „Aktion Rose“ – Wut und Trauer sind in Mecklenburg-Vorpommern noch immer nicht verflogen.

Auch sechzig Jahre nach der „Aktion Rose“ ( 2013 ) ist die Erinnerung bei Ilse Fridrich nicht verblasst. „Am 10. Februar 53 begann die Aktion. Morgens um acht Uhr kamen drei Männer, ohne Durchsuchungsbeschluss“, erzählt die Frau aus Kühlungsborn, die in diesen Tagen 93 Jahre alt wird. Ihrer Mutter, die ein Kinderheim betrieb, wurde vorgeworfen, Kohlen und Zucker abgezweigt zu haben. „Das war eine einzige Lüge“, regt sich die rüstige Seniorin noch heute auf. Wegen Wirtschaftsverbrechen wurde die Mutter enteignet und Tage später zu 17 Monaten Zuchthaus verurteilt.

Die „Aktion Rose“ war eine brutale Enteignungswelle vor allem im Hotel- und Gastgewerbe entlang der DDR-Ostseeküste. Mit meist frei erfundenen Anklagen und Beschuldigungen wurden Besitzer von Hotels und Pensionen im Frühjahr 1953 angeklagt, ihr Besitz wurde beschlagnahmt. Historikern zufolge wurden mehr als 621 Immobilien enteignet; sie waren zuvor wochenlang ausgespäht worden. Die meisten Häuser wurden in Ferienheime des früheren DDR-Gewerkschaftsdienstes FDGB umgewandelt, der sich immer darüber geärgert hatte, dass Hotelbesitzer ihnen Verträge verweigerten, weil es lukrativer war, Privatgäste einzuquartieren.

Hunderte Personen wurden von Sondergerichten zu teils absurden Strafen verurteilt. Die Enteignungen gelten als eine der größten staatlich gelenkten Unrechtsaktionen in der europäischen Nachkriegsgeschichte. Viele Menschen flohen aus der DDR und hinterließen ihr gesamtes Hab und Gut, das der Staat dann an sich riss. Die meisten der Verhafteten wurden nach kurzer Gefängniszeit auf Bewährung entlassen – ihr Eigentum erhielten sie nie zurück. Das Trauma der 33-jährigen Ilse Fridrich war nicht zu Ende. Sie war Besitzerin einer kleinen Tischlerei im Ostseebad Kühlungsborn.

Wenige Tage nachdem ihre Mutter verhaftet worden war, kamen erneut drei Vertreter der Staatsmacht – dieses Mal war sie dran. Nun wollte die DDR auch das Gelände der Tischlerei. Nach langer Suche fanden die Männer zwei Quittungen – über einen in West-Berlin gekauften Mantel, für den sie 684 DDR-Mark gezahlt hatte, und ein paar Stiefel für 27 DM. „Ein Schrei der Freude war die Reaktion.“ Ihr Schicksal war besiegelt.

Hier geht es weiter:
https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/ ... 53736.html
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