Kontaktaufnahmen NVA-Angehöriger mit West Zollgrenzdienst

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Kontaktaufnahmen NVA-Angehöriger mit West Zollgrenzdienst

Beitragvon Transitfahrer » 23. Januar 2019, 12:36

Info Nr. 1038/65 vom 22.11.1965

22. November 1965
Einzelinformation Nr. 1038/65 über Kontaktaufnahmen von NVA-Angehörigen der Grenzkompanien Pötenitz und Utecht, Grenzregiment Schönberg, mit Angehörigen des westzonalen Zollgrenzdienstes und Zivilpersonen

Quelle: BStU, MfS, ZAIG 1153, Bl. 14–19 (4. Expl.).
Serie: Informationen.
Verteiler: Honecker, Hoffmann – MfS: HA I/AIG, Ablage.



Die vom MfS geführten Untersuchungen gegen die an Kontaktaufnahmen mit Angehörigen des westzonalen Zollgrenzdienstes und Zivilpersonen beteiligten NVA-Angehörigen der Grenzkompanien Pötenitz und Utecht, GR Schönberg, die unabhängig voneinander erfolgten, führten zu folgendem Ergebnis:
In der Grenzkompanie Pötenitz waren an den Kontaktaufnahmen mit Angehörigen des westdeutschen Zolls und Zivilpersonen in der Zeit vom 10.7. bis 18.8.1965 insgesamt 17 Angehörige des 1. Zuges beteiligt. Die Initiative zu diesen Kontaktaufnahmen ging vorwiegend von den NVA-Angehörigen aus. Zum Zweck der Verbindungsaufnahmen durchbrachen die NVA-Angehörigen die Grenzsicherungsanlagen und begaben sich auf westdeutsches Territorium bzw. hielten sich feindwärts der Sicherungsanlagen unmittelbar an der Grenze auf.
Bei diesen Kontaktaufnahmen kam es auf westzonalem Gebiet wiederholt zu größeren Zusammenrottungen, an denen außer den NVA-Grenzposten und Westzöllnern auch bis zu 40 westdeutsche Zivilpersonen beteiligt waren, die sich in einem in der Nähe befindlichen Camping-Dorf aufhielten.
Initiatoren waren vor allem die Postenführer [Name 1] und [Name 2], die im Wechsel mit weiteren 15 NVA-Angehörigen insgesamt je neun Kontaktaufnahmen durchführten. Dabei nahmen sie von den westdeutschen Personen Genussmittel (Zigaretten, Bier, Schokolade) und Schundliteratur entgegen.
Außerdem händigte [Name 1] einem Westzöllner 200 MDN aus, um sich von diesem Bekleidungsgegenstände an seine Heimatanschrift senden zu lassen.
Das gesamte Verhalten der Westzöllner bei den Verbindungsaufnahmen zeigte, dass sie die Kontakte mit den NVA-Angehörigen offensichtlich auf Weisung unterhielten. Zum Beispiel beobachteten sie während des Aufenthaltes der NVA-Grenzposten auf westdeutschem Territorium das Grenzgebiet der DDR, um die Posten vor eventuellen Kontrollstreifen zu warnen. Sie untersagten westdeutschen Zivilpersonen aus »Sicherheitsgründen« das Fotografieren der NVA-Angehörigen und forderten unsere Posten mit dieser Begründung vor allem zu nächtlichen Begegnungen auf. Bei den Gesprächen wurden neben persönlichen Belangen auch militärische Geheimnisse preisgegeben. Die militärischen Angaben bezogen sich im Wesentlichen auf die Ausrüstung und auf personelle Fragen der Kompanie, auf das Grenzsicherungssystem, die Bedeutung von Lichtsignalen, Besetzungszeiten der Hochstände, Aufgaben der Kontrollstreifen, Urlaubs- und Ausgangsregelungen usw.
Zu einer konzentrierten Kontaktaufnahme kam es am 6.8.1965, als in den Nachtstunden drei Postenpaare aus angrenzenden Postengebieten gemeinsam westdeutsches Gebiet betraten und in einem Bungalow mit zwei Zöllnern und Zivilpersonen über einen Zeitraum von ca. zwei Stunden alkoholische Getränke zu sich nahmen.
Während der gesamten Zeit ließen sie lediglich einen Posten im genannten Grenzbereich zurück.
Bei der Mehrzahl der Kontaktaufnahmen wurden die Posten von Westzöllnern und Zivilpersonen aufgefordert, fahnenflüchtig zu werden und in Westdeutschland zu bleiben. Diese Aufforderungen wurden jedoch von allen Posten abgewiesen.
Neben der politisch-ideologischen Situation in dieser Einheit wurden diese Handlungen vor allem durch die mangelhafte Kontrolle der Vorgesetzten, das schematische System der Postenkontrolle und die seit Langem unveränderten Kontrollzeiten begünstigt.
Dadurch war es den Posten möglich, ungehindert die genannten Kontakte aufzunehmen, während des Dienstes im Grenzgebiet zu fotografieren, zu baden bzw. zu schlafen und während der Nachteinsätze mehrere Stunden bei einer HWG-Person zu verbringen.
Die Vernachlässigung der Kontrollen durch die Vorgesetzten zeigte sich auch darin, dass die bei Kontaktaufnahmen erhaltenen westdeutschen Erzeugnisse z. T. wochenlang unbemerkt in den Spinden in der Kompanieunterkunft aufbewahrt werden konnten.
Durch die mangelhafte Kontrolle und Nachweisführung in der Kompanie war es den festgenommenen [Name 1] und [Name 2] möglich, aus dem Munitionsbestand insgesamt 45 Signalpatronen, fünf Karabinerpatronen und zwei Signalgeräte zu entwenden, die bei den Hausdurchsuchungen in den Wohnorten von [Name 1] und [Name 2] sichergestellt werden konnten.
In der Grenzkompanie Utecht waren seit Ende Juni 1965 insgesamt 25 Unteroffiziere und Soldaten während des Grenzdienstes an Kontaktaufnahmen zu westzonalen Zöllnern und Zivilpersonen beteiligt. Bei diesen Kontaktaufnahmen wurden ebenfalls die Grenzsicherungsanlagen überwunden, westdeutsches Territorium betreten, Gespräche mit westdeutschen Zöllnern und Zivilpersonen geführt und Genussmittel und Bekleidungsstücke entgegengenommen.
Während der Unterhaltungen verrieten vor allem die NVA-Angehörigen [Name 3], [Name 4], [Name 5] und [Name 6] auf Befragen der westdeutschen Zöllner Einzelheiten über die Versorgung, Unterbringung und kulturelle Betreuung der Grenzposten, den politisch-moralischen Zustand des Personalbestandes sowie weitere militärische Geheimnisse, die die Kompanie und das Grenzsicherungssystem betrafen.
Offensichtlich auf der Grundlage dieser an die Zöllner übermittelten Angaben über die Grenzkompanie Utecht wurde der in der Hetzschrift »Volksarmee« Nr. 2/65 erschienene verleumderische Artikel »Oberst Richter antwortet nicht« abgefasst.1 Von dieser Hetzschrift wurden am 27.8.1965, einen Tag nach der Herauslösung der Kompanie Utecht aus den Grenzdienst, erstmals eine Vielzahl von Exemplaren in den Bereichen aller Kompanien des GR Schönbergs – mit Ausnahme der Kompanie Utecht – aufgefunden, die mittels Ballon eingeschleust worden waren.

Ende Teil 1
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Re: Kontaktaufnahmen NVA-Angehöriger mit West Zollgrenzdienst

Beitragvon Transitfahrer » 23. Januar 2019, 12:37

Und hier Teil 2

Bei diesen Kontaktgesprächen wurde ebenfalls wiederholt versucht, die NVA-Angehörigen zur Fahnenflucht zu verleiten.
Am 2.9.1965 versuchten vier Reporter der westdeutschen Illustrierten »Stern« Kontakt zu neu eingesetzten Posten der Kompanie Utecht aufzunehmen.
Wie dem MfS bekannt wurde, hatten sie den Auftrag, eine Gruppenfahnenflucht zu organisieren und darüber in der erwähnten Illustrierten eine Bildreportage zu veröffentlichen. Durch die Posten wurde jedoch auf die Kontaktversuche nicht eingegangen.
Als begünstigende Bedingungen wirkten auch in der Kompanie Utecht die ungenügenden Kontrollen durch die Vorgesetzten. Den Posten war bekannt, dass tagsüber in der Regel keine Postenkontrolle erfolgte, während diese sich zur Nachtzeit in einem gleichbleibenden System wiederholte. Die festgenommenen [Name 3] und [Name 4] erhielten ohne entsprechende Sicherung vom Kompaniechef den Schlüssel für die Tür an der Gasse des Minenfeldes, um den teilweise feindwärts der Sicherungsanlagen befindlichen Kontrollstreifen zu überprüfen. Dadurch konnten sie ungehindert die Sicherungsanlagen passieren.
Wie die Untersuchungen weiter ergaben, wurde diese Situation in beiden Kompanien besonders durch Vernachlässigung der politisch-ideologischen Erziehungsarbeit und der kulturellen Betreuung der NVA-Angehörigen begünstigt. Die Mängel in der politisch-ideologischen Erziehungsarbeit führten vor allem dazu, dass
– die Gefährlichkeit des westdeutschen Imperialismus im Allgemeinen und der westdeutschen Grenzsicherungsorgane im Besonderen unterschätzt wurde,

– über die Ziele und möglichen Folgen der Kontaktaufnahmen durch westdeutsche Bürger keine ausreichende politische Klarheit bestand,

– selbst durch Offiziere und Unteroffiziere beider Kompanien die notwendige politische Wachsamkeit stark vernachlässigt wurde und die bestehenden Weisungen hinsichtlich der Kontrollpflicht unterschätzt und nicht mit der erforderlichen Gründlichkeit wahrgenommen wurden.

Der Politunterricht entsprach ebenfalls nicht den erhöhten Anforderungen, die an die Grenzsoldaten gestellt werden. Die Charakterisierung der westdeutschen Grenzorgane erfolgte schematisch und z. T. phrasenhaft, ohne auf die Vielfältigkeit und Raffiniertheit der Zersetzungsbestrebungen gegen die Grenztruppen der DDR einzugehen und die notwendigen Erfahrungen zum Erkennen und richtigen Reagieren zu vermitteln. Das führte dazu, dass die NVA-Angehörigen bei Kontakten mit Angehörigen der westdeutschen Grenzorgane oder Zivilpersonen Zweifel an der Richtigkeit der im Politunterricht gegebenen Einschätzung bekamen, diese Personen nicht als ihre Feinde einschätzten und die hinter den äußeren Erscheinungsformen stehenden gefährlichen Ziele und Absichten nicht richtig erkannten.
Weiter wurde in der Untersuchung festgestellt, dass die Offiziere z. T. keinen engen Kontakt zu den Soldaten hatten und dadurch auch nur ungenügend individuell erzieherisch und überzeugend Einfluss auf die Grenzsoldaten nehmen konnten. Sie verkehrten vorwiegend auf der Basis der Befehlsgebung mit ihren Unterstellten.
Die gesellschaftliche Arbeit – z. B. die FDJ-Arbeit – war ebenfalls mangelhaft und wenig ansprechend. Die ungenügende kulturelle Betreuung führte dazu, dass die Soldaten sich in ihrer Freizeit in nahegelegenen Gaststätten dem Alkoholgenuss hingaben und teilweise unter Alkoholeinfluss ihren Grenzdienst antraten.
Die Möglichkeiten des moralischen Anreizes zur guten Dienstdurchführung (richtige Anerkennung, Auszeichnung usw.) wurden nicht genügend genutzt.
Alle an den Kontaktaufnahmen beteiligten NVA-Angehörigen wurden durch das MfS dem Militärstaatsanwalt zur Anklageerhebung übergeben. Es ist beabsichtigt, die Hauptverhandlung vor erweiterter Öffentlichkeit durchzuführen und diese Verhandlungen in geeigneter Form auszuwerten.

1 Unter diesem Titel erschien in der »Volksarmee. Informationsblatt für die Nationale Volksarmee. Hg. v. ›Sozialwerk NVA‹« (Nr. 2/1965, S. 2) – einer der NVA-Armeezeitung »Volksarmee« in Kopf und Layout ähnelnden Flugschrift des Referats Psychologische Kampfführung (PSK) der Bundeswehr – ein als Leserbrief drapierter Beitrag, der auf Informationen der DDR-Grenzer der Einheit Utecht über ihre Lebensbedingungen beruhte. Unter dem Namen Oberst Richter veröffentlichte das NVA-Magazin »Armeerundschau« regelmäßig Antworten auf Leserbriefe von Soldaten.
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Re: Kontaktaufnahmen NVA-Angehöriger mit West Zollgrenzdienst

Beitragvon Beethoven » 23. Januar 2019, 14:12

Na, da kannste mal sehen, wie notwendig eine ordentliche, spannende Ausbildung in der politischen Schulung ist. [grins]
Die Burschen haben anscheinend nicht um die Gefährlichkeit Ihres Tuns gewusst. [wink]

Fraternisierung - das geht ja gar nicht.
Den daran beteiligten Männern aber auch den Vorgesetzten, wurde bestimmt das Schwänzchen geringelt.

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Re: Kontaktaufnahmen NVA-Angehöriger mit West Zollgrenzdienst

Beitragvon Nov65 » 23. Januar 2019, 14:58

Die Grenzer nahmen den Fall der Mauer vorweg. Hellseherische Fähigkeiten... die Jungs. Kennt jemand das Urteil ?
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Re: Kontaktaufnahmen NVA-Angehöriger mit West Zollgrenzdienst

Beitragvon AkkuGK1 » 23. Januar 2019, 15:04

@Beethoven - Erstaunlich, bei der Enge zwischen den Soldaten und Offizieren bleibt das gar nicht aus. 8 Stunden zu Zweit und das über Monate? Die wussten mehr über einander als ihre Ehefrauen. 1965 war eben eine andere Zeit


1980 rum gab es ja da in Pötenitz eine gesammelte Fahnenflucht von Fähnrichen samt Familien.
König von Deutschland, das kann ich mir richtig vorstellen, die Gefängnisse wären voll mit Gesperrten - ich bin raus.
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Re: Kontaktaufnahmen NVA-Angehöriger mit West Zollgrenzdienst

Beitragvon Beethoven » 24. Januar 2019, 07:56

Da ich nie am Kanten war, lieber Akku, kann ich zur "Nähe" der Angehörigen einer Grenzkompanie nichts sinnvolles äußern.

Aber bei den Größenordnungen, die in diesem Fall geschildert wurden, glaube ich auch, dass diese Handlungen wohl allgemein in der Kompanie
bekannt waren. Und dass da kein Vorgesetzter eingeschritten ist, lässt fehlende "revolutionäre Wachsamkeit" [grins] vermuten. Geiles Wort, wa?

Na ja, 1965 tickten die Uhren nach anders.

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Re: Kontaktaufnahmen NVA-Angehöriger mit West Zollgrenzdienst

Beitragvon Harsberg » 24. Januar 2019, 09:08

Na ja, 1965 tickten die Uhren nach anders.


Bei uns, 58/59 war das noch ganz anders. Da wurde noch gegrüßt, außer wenn bei der 10m Kontrolle ein Offizier dabei war, haben wir uns nicht getraut. Als Posten lief man ja immer vorneweg und da wäre ein Nicken oder Handbewegung nicht angebracht gewesen.
Ansonsten wurde natürlich zurück gegrüßt. Auch in den Postenbereichen war es nicht anders.
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Re: Kontaktaufnahmen NVA-Angehöriger mit West Zollgrenzdienst

Beitragvon ratata » 24. Januar 2019, 17:02

Wenn ich K6 laufen musste hatten wir so manches mal Begleitung vom BGS , es waren auch nur Soldaten ,die so alt waren wie wir .
Manchmal , es richtete sich danach, mit wem man draußen war , da reichte schon ein kleines Handhochheben aus . Mit dem Zoll war es anders , das saß ein älterer Zöllner in seiner Bude an der Speetzebrücke in Lockstedt . Wenn ich die erste Zeit abends zum S-Geräte Aufbau draußen am Kanten war , dann Zielte er mit seiner Pistole auf uns . Er kannte schon unsere Reaktionen , einer zog am Seil des geladenen S-Gerätes und dazu wurde die Kaschi mit den langen Gurten , wie eine Pistole in den Anschlag gezogen . Husch war er in seine Bude verschwunden .
Einige von den Soldaten , hatten sich auch Zigaretten untereinander über den Zaun geschmissen , aber das war nur an den Fluss Durchlässen möglich , wo der K6 war und dann noch das Minenfeld , das war zu weit auseinander . Auf der Bude wurden die Zigaretten dann aufgeraucht .
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Re: Kontaktaufnahmen NVA-Angehöriger mit West Zollgrenzdienst

Beitragvon Edelknabe » 24. Januar 2019, 19:03

Interessant wäre ja, wie eigentlich um 1965 die Sperranlagen am Kanten vorn ausgesehen haben? War die Minensperre(eingezäunt) eigentlich ähnlich dem ZaunI (ca drei Meter Höhe) später die letzte Sperre?

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Re: Kontaktaufnahmen NVA-Angehöriger mit West Zollgrenzdienst

Beitragvon Spartacus » 24. Januar 2019, 19:10

Edelknabe hat geschrieben:Interessant wäre ja, wie eigentlich um 1965 die Sperranlagen am Kanten vorn ausgesehen haben? War die Minensperre(eingezäunt) eigentlich ähnlich dem ZaunI (ca drei Meter Höhe) später die letzte Sperre?

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Re: Kontaktaufnahmen NVA-Angehöriger mit West Zollgrenzdienst

Beitragvon Edelknabe » 24. Januar 2019, 19:22

Willst du Sparta jetzt ähnlich unserem Akku irgendwie in Wortspielerei verfallen? Das hieß wohl damals Sperranlagen...so denke ich doch nicht ganz verkehrt. Und der Grenzverletzer im späteren MfS deutsch Sperrbrecher(hatte doch unser User Turtle aus seiner STASI-Akte?)

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Re: Kontaktaufnahmen NVA-Angehöriger mit West Zollgrenzdienst

Beitragvon SkinnyTrucky » 28. Januar 2019, 07:51

Rainer Maria, wie bist du denn mit der Anwesenheit des Klassenfeindes umgegangen wenn du so völlig klassenbewusst am vorderen Sperrelement dran rum geschraubt hast.... [ich auch]


groetjes

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Re: Kontaktaufnahmen NVA-Angehöriger mit West Zollgrenzdienst

Beitragvon Volker Zottmann » 28. Januar 2019, 13:01

Edelknabe hat geschrieben:Interessant wäre ja, wie eigentlich um 1965 die Sperranlagen am Kanten vorn ausgesehen haben? War die Minensperre(eingezäunt) eigentlich ähnlich dem ZaunI (ca drei Meter Höhe) später die letzte Sperre?

Rainer-Maria

Keineswegs! Um die Zeit waren solche Zäune oft keine 2 m hoch. Aller 4 m etwa ein Pfosten und dazwischen 4 bis 5 Reihen Stacheldraht. Zusätzlich gekreuzt 2 Drähte diagonal. Schilderhinweise auf vorhandene Minen standen auch dabei oder hingen dran. Damals noch recht "primitiv".
Nach Lesart der Oberen reichte aber die Absicherung. Wer da auf Minen trat, war ja stets selber schuld.
Um 1965 schafften es ja auch noch recht viele Flüchtlinge. Da wurde nur nicht drüber geredet. Es sei denn, es waren Mitlehrlinge, die später wieder zurück kamen.

Gruß Volker
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Re: Kontaktaufnahmen NVA-Angehöriger mit West Zollgrenzdienst

Beitragvon zoll » 28. Januar 2019, 13:22

ratata hat geschrieben:Wenn ich K6 laufen musste hatten wir so manches mal Begleitung vom BGS , es waren auch nur Soldaten ,die so alt waren wie wir .
Manchmal , es richtete sich danach, mit wem man draußen war , da reichte schon ein kleines Handhochheben aus . Mit dem Zoll war es anders , das saß ein älterer Zöllner in seiner Bude an der Speetzebrücke in Lockstedt . Wenn ich die erste Zeit abends zum S-Geräte Aufbau draußen am Kanten war , dann Zielte er mit seiner Pistole auf uns . Er kannte schon unsere Reaktionen , einer zog am Seil des geladenen S-Gerätes und dazu wurde die Kaschi mit den langen Gurten , wie eine Pistole in den Anschlag gezogen . Husch war er in seine Bude verschwunden .
Einige von den Soldaten , hatten sich auch Zigaretten untereinander über den Zaun geschmissen , aber das war nur an den Fluss Durchlässen möglich , wo der K6 war und dann noch das Minenfeld , das war zu weit auseinander . Auf der Bude wurden die Zigaretten dann aufgeraucht .
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Deine Kameraden haben auch oft genug auf mich gezielt. Einmal sogar geschossen, allerdings weit daneben. Jetzt kommt wahrscheinlich von der gesamten NVA-Fraktion Protest.
Achso, wie oft ich das Zeichen für "Arschgeige" gesehen habe, ich habe keine Kerben in meinen Stammbaum gemacht.
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Re: Kontaktaufnahmen NVA-Angehöriger mit West Zollgrenzdienst

Beitragvon Beethoven » 30. Januar 2019, 09:26

Aus den Reihen der NVA werter Zoll, wird da gar nichts kommen.
Ich weiß nur, dass es den Soldaten der GT der DDR eigentlich untersagt war, über die Grenze zu schießen.

Ob und wie oft das vorgekommen ist, wissen sicherlich nur die Männer, die unmittelbar am Kanten standen.

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Re: Kontaktaufnahmen NVA-Angehöriger mit West Zollgrenzdienst

Beitragvon ratata » 30. Januar 2019, 09:43

Jeder Knall an der Grenze , jedes Auslösen von Signalgeräten , jedes Hundegebell von den Trassenhunden ,jedes Fahrzeug ,jede Personenbewegung ,wurde dem Führungspunkt gemeldet .(1969-1970 )

Einfach war es nicht ,so in der Gegend rum zu Ballern .
ES gab Posten mit Uffz . die so machen Mist an der Grenze veranstalteten . Wenn da jemand geschossen hat , dann haben die bei uns damals ,gleich ihre Waffe draußen gereinigt .
. Bei mir in der Waffenkammer wäre das aufgefallen . da musste ich jeden Morgen lt. Befehl Spieß ,die Sauberkeit der Bewaffnung der Züge überprüfen . mfg ratata
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Re: Kontaktaufnahmen NVA-Angehöriger mit West Zollgrenzdienst

Beitragvon zoll » 30. Januar 2019, 11:42

Für Beethoven vom werten zoll: Das Schießverbot in Richtung Westen war mir auch bekannt, so blöd waren die Beamten des Zolls auch wieder nicht. Dass es aber trotzdem stattgefunden hat bezweifeln deine ehem. Kameraden aber auch nicht.
Apropo deine Anrede "Werter Zoll". Das inspiriert mich dich demnächst als "Tauber Komponist" zu betiteln.
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Re: Kontaktaufnahmen NVA-Angehöriger mit West Zollgrenzdienst

Beitragvon zoll » 30. Januar 2019, 11:45

ratata hat geschrieben:Jeder Knall an der Grenze , jedes Auslösen von Signalgeräten , jedes Hundegebell von den Trassenhunden ,jedes Fahrzeug ,jede Personenbewegung ,wurde dem Führungspunkt gemeldet .(1969-1970 )

Einfach war es nicht ,so in der Gegend rum zu Ballern .
ES gab Posten mit Uffz . die so machen Mist an der Grenze veranstalteten . Wenn da jemand geschossen hat , dann haben die bei uns damals ,gleich ihre Waffe draußen gereinigt .
. Bei mir in der Waffenkammer wäre das aufgefallen . da musste ich jeden Morgen lt. Befehl Spieß ,die Sauberkeit der Bewaffnung der Züge überprüfen . mfg ratata

Da kann ich nur sagen "Bravo, das ist deutsche Gründlichkeit".
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Re: Kontaktaufnahmen NVA-Angehöriger mit West Zollgrenzdienst

Beitragvon Nov65 » 30. Januar 2019, 12:34

Beethoven hat geschrieben:Aus den Reihen der NVA werter Zoll, wird da gar nichts kommen.
Ich weiß nur, dass es den Soldaten der GT der DDR eigentlich untersagt war, über die Grenze zu schießen.

Ob und wie oft das vorgekommen ist, wissen sicherlich nur die Männer, die unmittelbar am Kanten standen.

Freundlichst

An der Berliner Mauer wurde meines Wissens nur durch Fahrlässigkeit gen Westen geschossen. Ausgenommen sind natürlich Schüsse von Grenzern bei Grenzdurchbrüchen. Das ist aber ein andereres schlimmes Thema.
Ich habe solche nichtgewollten Schüssen selbst erlebt: 2 Hinterlandstreifen machten im Grenzgebiet Pause. Maschinen waren aufgebockt, die Fahrer waren Soldaten, die Sozius Uffz. Die Fahrer trugen die MP immer vorn übergeschnallt. Bei einem Paar spielte der Uffz an der AK47 des Fahrers und schon knallte es gen Westen.Ein Fensterkreuz wurde durchschlagen, die Gardine und die Tapete zerstört. Das gab viel Ärger.Vom Westen her und im Regiment nachfolgend.
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Re: Kontaktaufnahmen NVA-Angehöriger mit West Zollgrenzdienst

Beitragvon Beethoven » 31. Januar 2019, 11:57

Das "werter" lieber Zoll, war nicht abwertend gemeint.
Aber Dir ist es natürlich unbenommen, mich als "tauben Beethoven" zu bezeichnen. [grins]

Ja, ich denke auch, dass die Schüsse über die Grenze nicht das Übliche waren. Überhaupt zu schießen war vermutlich immer mit Schreibkram verbunden, es sei denn, man hatte "Schwarzmumpeln" am Mann.
Ein blickiger Spieß hatte da immer einen kleinen Vorrat, falls mal so ein Teil, aus welchem Grund auch immer, verloren ging. Als ich KC war, wollte ich davon allerdings nichts wissen. Hauptsache am Ende war die Schießkladde "glatt." Ich weiß aber, dass viele Jäger eine Patrone irgendwo eingenäht hatten.

Übrigens selbst mit einer Platzpatrone und dem Reinigungsstab der Kaschi, konnte man ein Reh oder einen Hasen erlegen. Und schmecken tut der oder das dann auch noch. [shocked] [mundzu]

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Re: Kontaktaufnahmen NVA-Angehöriger mit West Zollgrenzdienst

Beitragvon zoll » 31. Januar 2019, 14:06

Der "taube Beethoven" war auch nicht abwertend gemeint. Im Gegenteil, wie dir bekannt ist hat der Herr Beethoven trotz seiner Taubheit Musik geschrieben, die Jahrhunderte überdauern wird.
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Re: Kontaktaufnahmen NVA-Angehöriger mit West Zollgrenzdienst

Beitragvon SkinnyTrucky » 31. Januar 2019, 16:43

Ich kann mich an Pratronenzählen überhaupt nicht erinnern....und Platzpatronen wurden in die Taschen geschüttet zum Kriegspielen....keiner hat kontrolliert ob auch alles verschossen wurde....ich weiß das noch, weil man sich darüber zu Recht gewundert hat.... viele steckten sich ein Patronen ein als Erinnerung....


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