Bericht des MfS über ausreisewilliges medizinisches Personal

Wie waren die politischen Systeme der beiden deutschen Staaten zur Zeit des Kalten Krieges? Wo waren die Unterschiede? Gab es Gemeinsamkeiten?
Wie wurde die Politik auf beiden Seiten vermittelt?

Bericht des MfS über ausreisewilliges medizinisches Personal

Beitragvon Transitfahrer » 18. Januar 2019, 14:06

Info Nr. 572a/76 (o.D.)

[ohne Datum]
Information Nr. 572a/76 über Erkenntnisse zur Situation im Bereich Medizin der DDR – Staatliches Gesundheitswesen, Hoch- und Fachschulwesen, Pharmazie und Medizintechnik [Kurzfassung]

Quelle: BStU, MfS, ZAIG 2543, Bl. 1–11.
Serie: Informationen.
Verteiler: Information nicht extern verteilt – ZAIG-Vorschlag: Honecker – Mittig, Ablage (im Dokumentenkopf der Information).
Datum: BStU-Datierung: August 1976 – BStU-Einsortierung: 12.8.1976.
Anlage: Übersicht über Fluchten von Medizinern und daraus resultierende Probleme.
Verweis: Information 572b/76 [Langfassung].



Nach dem MfS vorliegenden Erkenntnissen stellt im Vorgehen gegnerischer Kräfte, besonders der BRD und Westberlins, gegen die DDR der Bereich Medizin mit dem staatlichen Gesundheitswesen, dem medizinischen Sektor des Hoch- und Fachschulwesens, der pharmazeutischen Industrie sowie der Medizintechnik einen Schwerpunkt dar. Das zeigt sich in zielgerichteten
– Aktivitäten zur feindlichen und negativen Beeinflussung im Bereich Medizin tätiger Personen durch die Forcierung der ideologischen Diversion und der Herstellung sowie des Ausbaus von Kontakten mit feindlich-negativer Zielstellung,

– Abwerbungen und Ausschleusungen medizinischer Hoch- und Fachschulkader und vor allem in der medizinischen Versorgung der Bevölkerung tätiger Ärzte,

– Bestrebungen zur Erlangung geheim zu haltender Informationen auf medizinischem, medizinisch-technischem und pharmazeutischem Gebiet.

Als Initiatoren und Organisatoren derartiger subversiver Handlungen gegen den Bereich Medizin der DDR wurden
– Zentren und Institutionen der ideologischen Diversion,

– imperialistische Geheimdienste,

– kriminelle Menschenhändlerbanden,

– Mitarbeiter von Konzernen der Pharmazie/Medizintechnik und medizinischen Fachverlagen,

– Mitglieder medizinisch-wissenschaftlicher Gesellschaften und berufsständischer Einrichtungen (z. B. des »Verbandes der Ärzte Deutschlands – Hartmannbund«) und vor allem auch

– feindlich eingestellte Einzelpersonen aus dem Bereich Medizin der BRD und Westberlins, darunter besonders solche, die die DDR ungesetzlich verlassen haben,

erkannt und nachgewiesen.
In zunehmendem Maße sind die genannten Institutionen, Organisationen und Personengruppen um ein koordiniertes Vorgehen bemüht und konnten durch ihre umfangreichen, in der Regel personengebundenen Aktivitäten Personen im Bereich Medizin der DDR im Sinne ihrer Ziele beeinflussen.
Aus vorgenannten Gründen wurden durch das MfS im Zusammenhang mit der Bekämpfung des ungesetzlichen Verlassens der DDR und des staatsfeindlichen Menschenhandels sowie bei der Lösung anderer Sicherungsaufgaben im Bereich Medizin der DDR gewonnene Erkenntnisse in einer ausführlichen Information zusammengefasst. Die Information kann bei Bedarf angefordert werden. In der Information wird die Vielfalt der Ursachen, Motive, tatauslösenden und -begünstigenden Umstände und Bedingungen für das ungesetzliche Verlassen der DDR durch Mediziner dargestellt.
Ungeachtet dieser Vielfalt lassen sich diese im Wesentlichen auf folgenden Kern reduzieren:
Ca. 20 Prozent der wegen ungesetzlichen Grenzübertritts strafrechtlich zur Verantwortung gezogenen Mediziner handelten auf der Basis einer feindlichen bzw. negativen Einstellung zur sozialistischen Staats- und Gesellschaftsordnung der DDR oder zu bestimmten Seiten derselben, wobei diese politische Einstellung sich zum Teil im Verlaufe eines längeren Zeitraumes entwickelte oder verfestigte.
Bei einem größeren Teil straffällig gewordener Mediziner war ein kaum ausgeprägter bzw. ein ungefestigter politischer Standpunkt festzustellen. Ihre Haltung war teilweise durch völliges Desinteresse am politischen Geschehen, Unverständnis für sich aus gesellschaftlichen Erfordernissen notwendig ergebende Maßnahmen sowie Überbewertung und ungerechtfertigte Verallgemeinerung bestimmter negativer Einzelerscheinungen gekennzeichnet. Sie vertraten auch eine solche Auffassung, dass es für einen Arzt zur Erfüllung seiner humanistischen Pflicht unerheblich sei, unter welchen gesellschaftlichen Verhältnissen er arbeite.
Der überwiegende Teil dieser Mediziner verneinte nachdrücklich das Erfordernis gesellschaftlicher Aktivität des Arztes, wobei diese ideologische Einstellung wesentlich für die Herausbildung des Tatentschlusses zum ungesetzlichen Verlassen der DDR war.
Konkreter Ausdruck dessen waren solche Auffassungen, dass
– ein Arzt auch ohne marxistisches Wissen ein hochqualifizierter Fachmann sein könne,

– vom Arzt eine unpolitische Haltung eingenommen werden müsse, da er verpflichtet sei, kranke Menschen unabhängig von deren politischen Positionen zu behandeln,

– die für die gesellschaftliche Arbeit verbrauchte Zeit nutzbringender zur Erfüllung fachlicher Aufgaben und zur persönlichen Weiterqualifizierung verwendet werden könne.

In diesem Zusammenhang wird auch die egoistische, vorrangig auf die Befriedigung materieller Interessen orientierte Einstellung eines großen Teils dieser Personen deutlich. Bei vielen straffällig gewordenen Medizinern spielte die Erwartung einer günstigeren beruflichen und persönlichen Perspektive nach einem ungesetzlichen Verlassen der DDR als Motiv eine dominierende Rolle. Das Niveau des Gesundheitswesens kapitalistischer Staaten wurde – meist in Unkenntnis der konkreten Sachlage – überbewertet und die Auffassung von der »Krisenunabhängigkeit« des ärztlichen Berufes vertreten und propagiert. Durch Kenntnis der relativ hohen Arztgehälter und Vermutungen über »Starthilfen« und sonstige »Förderung« von DDR-Ärzten, insbesondere durch die Behörden der BRD und Westberlins, waren diese Ärzte fest davon überzeugt, nach dem ungesetzlichen Verlassen der DDR ohne nennenswerte Schwierigkeiten Fuß fassen zu können. Eine bedeutende Rolle im Motivationsgefüge spielten auch Vorstellungen über uneingeschränkte Reisemöglichkeiten, höheren Lebensstandard und mehr »persönliche Freiheit«.
Das sozialistische Gesundheitswesen der DDR wurde nur von einem kleinen Teil der wegen versuchten ungesetzlichen Verlassens der DDR angefallenen Ärzte grundsätzlich negiert. Die Mehrzahl erkannte bestimmte Vorzüge und auch die seit dem VIII. Parteitag der SED1 erzielten positiven Veränderungen in diesem Gesellschaftsbereich an, überbewertete jedoch bestimmte Unzulänglichkeiten bezüglich
– der materiell-technischen Sicherstellung,

– der äußeren Arbeitsbedingungen,

– der materiell-finanziellen Lebensbedingungen,

– der Überbelastung des ärztlichen Personals,

– der Ausbildung, Qualifizierung und Weiterentwicklung und

– der Organisation, der Lenkung und Leitung des Gesundheitswesens.

Als weitere – im Zusammenhang mit dem Vorgenannten – motivbildende und tatentschlussfördernde Faktoren traten darüber hinaus eine Reihe persönlicher Probleme und Umstände in Erscheinung wie
– Befürchtungen hinsichtlich einer ungehinderten Entwicklung der eigenen Kinder aufgrund deren sozialer Herkunft,

– Wohnraumprobleme,

– Verärgerung über Nichteinhaltung von gegebenen Zusicherungen bezüglich der Tätigkeit und Weiterqualifizierung nach Abschluss des Studiums,

– Probleme der Partnerwahl und

– intensive Beeinflussung durch Verwandte und Bekannte in der BRD und Westberlin.

Ende Teil 1
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Re: Bericht des MfS über ausreisewilliges medizinisches Personal

Beitragvon Transitfahrer » 18. Januar 2019, 14:07

Und weiter mit Teil 2

Nach dem MfS vorliegenden Hinweisen erfolgt in vielen Ärztekollektiven eine nur formale politisch-ideologische Arbeit, werden keine Auseinandersetzungen mit Erscheinungsformen und Argumenten der ideologischen Diversion des Gegners geführt und erfolgt oftmals keine Reaktion auf die bekannt gewordenen Absichten zum ungesetzlichen Verlassen der DDR bzw. auf die erfolgte Straftat selbst. Ein Teil der straffällig gewordenen Ärzte vertrat nicht zufällig die Ansicht, dass die Mitglieder des Arbeitskollektivs ihre ungesetzliche Handlung nicht verurteilen, sondern für die persönlichen Beweggründe »Verständnis« aufbringen würden.
Im Zusammenhang mit dem beabsichtigten ungesetzlichen Verlassen der DDR haben sich fast alle straffällig gewordenen Angehörigen der medizinischen Intelligenz konkret mit den Aktivitäten der kriminellen Menschenhändlerbanden auseinandergesetzt.2 Aufgrund ihrer feindlichen und negativen ideologischen Haltung deklarierten sie diese Banden als »wahre Fluchthelfer«, die »in humanitärem Sinne« wirken und bezeichneten die Entlarvung der verbrecherischen Praktiken dieser Banden durch die DDR als »bloße Propaganda«.
Ein Teil der Mediziner akzeptierte die kriminellen Menschenhändlerbanden zumindest als »notwendiges Übel« und als »Mittel zum Zweck«.
Wesentlichen Einfluss auf die Herausbildung der für den Entschluss zum ungesetzlichen Verlassen der DDR maßgeblichen Einstellungen hatten umfangreiche Kontakte, die straffällig gewordene Angehörige der medizinischen Intelligenz nach nichtsozialistischen Staaten, besonders in die BRD und Westberlin, unterhielten. Die motivbildenden und für das ungesetzliche Verlassen der DDR entschlussfördernden Wirkungen dieser Kontakte bestanden vor allem in
– der Infiltration negativen ideologischen Gedankengutes,

– der Verherrlichung der Lebensverhältnisse, der Arbeitsmöglichkeiten, der gesellschaftlichen Stellung, der Entwicklungsbedingungen der Ärzte unter kapitalistischen Verhältnissen, verbunden mit einer entsprechenden Propagierung kleinbürgerlicher und idealistischer Ideale,

– der Schürung von Zweifeln und Ablehnung der sozialistischen Staats- und Gesellschaftsordnung der DDR sowie

– Versprechungen bezüglich der Übernahme oder zeitweiligen Vorfinanzierung der Schleusungskosten und anderer Probleme der materiellen Sicherstellung in der BRD und Westberlin.

Eine besondere Rolle spielen im Rahmen der Kontakte die Rückverbindungen3 von Personen, die die DDR ungesetzlich verließen oder mit staatlicher Genehmigung nach nichtsozialistischen Staaten und Westberlin übersiedelten.
Gleichfalls wurde nachgewiesen, dass Fachliteratur aus nichtsozialistischen Staaten, die der medizinischen Intelligenz der DDR zur Weiterbildung und wissenschaftlichen Vergleichsarbeit zur Verfügung steht, konkrete Wirkungen auf Motivation und Entschlussfassung für das ungesetzliche Verlassen der DDR hatte.
Bei allen durch die Untersuchungsorgane des MfS in Bearbeitung genommenen Angehörigen der medizinischen Intelligenz wurde entsprechend dem Beschluss des Politbüros des ZK der SED über die strafrechtliche Verfolgung und Wiedereingliederung der wegen versuchten ungesetzlichen Verlassens der DDR angefallenen Mediziner geprüft, ob die Möglichkeit einer Haftentlassung, Verurteilung auf Bewährung oder Strafaussetzung auf Bewährung besteht und demzufolge bei 40 Personen Wiedereingliederungsmaßnahmen durchgeführt.4
Die persönliche und berufliche Entwicklung der Wiedereingegliederten hat die Richtigkeit der ihnen gegenüber getroffenen Entscheidungen bestätigt. Gute Ergebnisse wurden besonders in den Fällen erreicht, wo eine aktive Mitwirkung und Mitarbeit der Parteileitung und des staatlichen Leiters der entsprechenden medizinischen Einrichtung bei der Realisierung der Wiedereingliederung vorhanden war, wo gleichzeitig politisch offensiv und konsequent gegen das ungesetzliche Verlassen der DDR aufgetreten wurde und wo den Vorstellungen des Einzugliedernden entsprochen werden konnte.
Im Rahmen der Lösung von Sicherungsaufgaben im Bereich Medizin der DDR wurden dem MfS eine Reihe anderer hemmender Faktoren bekannt, deren Beseitigung bzw. Zurückdrängung noch stärker in den Mittelpunkt der politisch-ideologischen Arbeit und der staatlichen Leitungstätigkeit gerückt werden sollte. In der Information wird auf diese Probleme ausführlicher eingegangen. Das betrifft besonders solche Fragen wie
– labiles Auftreten und Verhalten staatlicher Leiter medizinischer Einrichtungen,

– Mängel in der Auswahl, Zulassung zum Studium und in der Ausbildung von Ärzten und mittleren medizinischen Personalen,

– den Einfluss klerikaler Kräfte beider Konfessionen in medizinischen Einrichtungen,

– Mängel in der Bereitstellung medizinischer Fachzeitschriften und verstärkte Versuche, westliche Literatur zu erhalten,

– Kontaktaktivitäten zwischen Personen sowie Institutionen nichtsozialistischer Staaten und Westberlins zu Beschäftigten des Bereiches Medizin sowie

– einige Erkenntnisse im Zusammenhang mit der Durchsetzung des Gemeinsamen Beschlusses des Politbüros des ZK der SED, des Ministerrates der DDR und des Bundesvorstandes des FDGB vom 25. September 1973.5

In der Information werden weiterhin dem MfS vorliegende Erkenntnisse zu einigen wesentlichen Aspekten der tatsächlichen Lage im Gesundheitswesen der BRD sowie Erkenntnisse über die von Ärzten und anderem medizinischen Personal nach dem ungesetzlichen Verlassen der DDR in nichtsozialistischen Staaten und Westberlin »tatsächlich vorgefundene Situation«, ihre »Entwicklungsmöglichkeiten« und ihre derzeitige Lage dargestellt.
Es ist vorgesehen, die ausführliche Information den Genossen Hager, Hering und Mecklinger zu übergeben.
Anlage zur Information Nr. 572a/76 [Kurzfassung]
Übersicht über ungesetzliches Verlassen der DDR durch Beschäftigte des Bereiches Medizin einschließlich Medizinstudenten und damit zusammenhängende Probleme
Im Zeitraum vom 1. Januar 1974 bis 31. Juli 1976 haben nach vorliegenden Angaben insgesamt 404 Beschäftigte des Bereiches Medizin einschließlich Medizinstudenten, davon 1974 – 179 Personen, 1975 – 171 Personen und 1976 bis 31. Juli – 54 Personen die DDR ungesetzlich verlassen. Darunter befinden sich 241 Ärzte, zwölf Studenten und 96 mittlere medizinische Personale.
Territoriale Schwerpunkte sind die Hauptstadt Berlin 108 Personen (49 Ärzte) und die Bezirke Halle 51 (35), Leipzig 40 (25), Erfurt 37 (20), Karl-Marx-Stadt 27 (19) und Rostock 25 (15).
Im gleichen Zeitraum wurde das versuchte, vorbereitete bzw. beabsichtigte ungesetzliche Verlassen der DDR von insgesamt 267 Personen, davon 1974 – 123 Personen, 1975 – 87 Personen und 1976 bis 31. Juli – 57 Personen vorbeugend verhindert (darunter 123 Ärzte, 15 Studenten und 54 mittlere medizinische Personale).
Territoriale Schwerpunkte bilden die Hauptstadt Berlin (13 Ärzte) und die Bezirke Halle (23), Dresden (13), Leipzig (12), Erfurt (12) und Karl-Marx-Stadt (11).
Gegen insgesamt 91 Angehörige der medizinischen Intelligenz wurden Ermittlungsverfahren mit Haft eingeleitet. Außerdem wurden auf der Grundlage des Beschlusses des Politbüros des ZK der SED insgesamt 41 Angehörige der medizinischen Intelligenz nach Abschluss der Untersuchungen in den Arbeitsprozess wiedereingegliedert.
Anträge auf Übersiedlung in nichtsozialistische Staaten und nach Westberlin haben im genannten Zeitraum insgesamt 1 177 Beschäftigte im Bereich Medizin einschließlich Medizinstudenten, darunter 198 Ärzte, 28 Studenten und 585 mittlere medizinische Personale gestellt.
Hervorzuheben sind die Bezirke Leipzig (30 Ärzte), Dresden (24), Magdeburg (19), Halle (19), Erfurt (18) und Potsdam (17).
Seit dem 1. Januar 1974 wurde – nach vorliegenden Angaben – insgesamt 418 Personen, darunter 77 Ärzte, sechs Medizinstudenten und 207 mittlere medizinische Personale der Übersiedlungsantrag genehmigt. (Darunter befinden sich auch Personen, die bereits vor dem 1. Januar 1974 Antrag auf Übersiedlung gestellt haben.)

1 Der VIII. Parteitag der SED fand vom 15. bis 19.6.1971 in Ostberlin statt. Erich Honecker löste Walter Ulbricht als Parteichef ab und ließ ein ehrgeiziges Wirtschafts- und Sozialprogramm beschließen, das mehr Rücksicht auf die subjektiven Interessen der Bevölkerung nahm und bei vielen die Hoffnung auf eine spürbare Verbesserung ihrer Lebensbedingungen weckte.

2 Gemeint sind Fluchthilfeorganisationen.

3 MfS-Bezeichnung für die Kontakte von in der Bundesrepublik/Westberlin lebenden früheren DDR-Bürgern zu Personen in der DDR.

4 Vgl. den Beschluss des Politbüros »Strafrechtliche Verfolgung und Wiedereingliederung der wegen versuchten illegalen Verlassens der DDR [festgenommenen] Angehörigen der medizinischen Intelligenz und des mittleren medizinischen Personals«: Protokoll Nr. 45/73, Arbeitsprotokoll und Anlagen zur Sitzung des Politbüros des ZK der SED am 23.10.1973; SAPMO-BA Berlin, DY 30/J IV 2/2/1473, DY 30/J IV 2/2A/1723–1724 u. DY 30/4790.

5 Der Beschluss bezog sich auf die Verbesserung der medizinischen Betreuung der Bevölkerung und der Arbeits- und Lebensbedingungen der Mitarbeiter im Gesundheits- und Sozialwesen. Vgl. Neues Deutschland v. 27.9.1973, S. 3. Beschlossen worden war u. a. der Neubau von Krankenhäusern, die Einrichtung mehrerer tausend zusätzlicher Arbeitsplätze im medizinischen Bereich sowie die Verbesserung der Einkommen der im Gesundheitswesen Beschäftigten.
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Re: Bericht des MfS über ausreisewilliges medizinisches Personal

Beitragvon Transitfahrer » 18. Januar 2019, 14:33

Und hier mal ein paar Gründe warum sie weg wollten:

3. Einige Erkenntnisse im Zusammenhang mit der Durchsetzung des »Gemeinsamen Beschlusses des Politbüros des ZK der SED, des Ministerrates der DDR und des Bundesvorstandes des FDGB« vom 25. September 1973
Der »Gemeinsame Beschluss des Politbüros des ZK der SED, des Ministerrates der DDR und des Bundesvorstandes des FDGB« vom 25. September 1973 über weitere Maßnahmen zur Durchsetzung des sozialpolitischen Programms des VIII. Parteitages der SED zur weiteren Verbesserung der medizinischen Betreuung der Bevölkerung und der Arbeits- und Lebensbedingungen der Mitarbeiter des Gesundheits- und Sozialwesens fand allgemein breite Zustimmung sowohl in Kreisen der im Bereich Medizin Beschäftigten als auch unter der Bevölkerung der DDR.7
Der Beschluss hat sich als eine wirksame Maßnahme zur Erhöhung der Qualität der medizinischen Betreuung der Bevölkerung und zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen des medizinischen Personals erwiesen.
Neben den überwiegend positiven Ergebnissen sind jedoch noch Erscheinungen vorhanden, die auf eine nicht konsequente Verwirklichung der im »Gemeinsamen Beschluss« festgelegten Maßnahmen zurückzuführen sind und sich hemmend auf die Gesamtentwicklung im medizinischen Bereich auswirken.
Es gibt unter den im medizinischen Bereich Beschäftigten solche Auffassungen, dass dieser Beschluss
– seit Langem erforderlich war, jedoch nur ein Beginn weiterer tiefgreifender Maßnahmen und Verbesserungen auf dem Gebiet des Gesundheitswesens sein könne,
– nur auf dem Papier stehe, echte Verbesserungen es nach wie vor nicht gebe,
– für Ärzte wenig nutzbringend sei, da er keine erwartete finanzielle Verbesserung bewirke,
– nicht dem besonderen sozialen Status der Ärzte Rechnung trage und ihre Rechte nicht nachdrücklich fixiert werden,
– bestimmte Voraussetzungen schaffe, um die Arbeitskräfteabwanderung vor allem des mittleren medizinischen Personals abzubauen, jedoch auch in dieser Hinsicht nicht echt wirksam wurde,
– den Versuch der Partei- und Staatsführung darstelle, die zunehmende Tendenz des ungesetzlichen Verlassens der DDR durch medizinisches Personal einzudämmen.

Folgende wesentliche Probleme sind bei der Durchsetzung des »Gemeinsamen Beschlusses« als bedeutsam einzuschätzen, die, wie bereits dargelegt, sowohl bei der Motivbildung und Entschlussfassung zum ungesetzlichen Verlassen der DDR durch Beschäftigte des Bereiches Medizin eine bestimmte Rolle spielten als auch das Verhalten und Handeln weiterer Teile dieser Personengruppe wesentlich beeinflussen.
Auf dem Gebiet der Bau- und Rekonstruktionstätigkeit
Bei der Realisierung mehrerer im Perspektivplanzeitraum 1976 bis 1980 fest verankerter Projekte sind z. T. schon jetzt erhebliche Rückstände festzustellen, sodass die termingemäße Fertigstellung infrage gestellt sein dürfte. Beispiele dafür sind u. a.:
– Bezirkskrankenhaus Cottbus
Unzureichende Projektierungsleistungen und fehlende Projektierungskapazität bilden die entscheidenden Ursachen für die eingetretenen Terminverzüge.

– Medizinische Akademie Magdeburg
Es wird eingeschätzt, dass trotz der bis 1980 zum Einsatz kommenden Mittel in Höhe von 50 Mio. Mark wichtige bauliche Probleme und Ausstattungsfragen nicht gelöst werden können. Der bauliche Verfall verläuft schneller als die eingeleiteten Werterhaltungsmaßnahmen.

Festgelegte Bau- und Rekonstruktionsmaßnahmen wurden gestrichen bzw. durch fehlerhafte Leitungsentscheidungen und ungenügende materielle Sicherstellung unwirksam.
– Für das Bezirkskrankenhaus Görlitz (Bezirk Dresden) war für 1974 der Bau einer neuen Heizungsanlage geplant worden, da die bisherige eine solch niedrige Zimmertemperatur schafft, dass bei frisch operierten Patienten Komplikationsgefahren bestehen. Wegen fehlender Baukapazität wurde dieses Vorhaben wieder fallengelassen.

– Beim Bauvorhaben Dialysezentrum des Bezirkskrankenhauses Gera erfolgte keine Absicherung der Ausbildung dazu benötigter Fachkräfte; bei der Planung wurde die notwendige Schaffung von Lagerkapazitäten und Anlagen zur Abfallbeseitigung »vergessen«.

– Obwohl das Verhältnis Zahnarzt – Patient im Bereich der Stadt Potsdam weitaus ungünstiger als im Republikmaßstab ist (1 : 3 700 gegenüber 1 : 2 300), wurde entgegen früherer Festlegungen statt einer neuen Zahnklinik am dafür vorgesehenen Ort ein Verwaltungsgebäude des FDGB gebaut. In das Gebäude des FGDB, das sich in einem schlechten Zustand befindet und für die zahnärztliche Versorgung als ungeeignet einzuschätzen ist, wird die künftige Zahnklinik einziehen.

Auf dem Gebiet der Verbesserung der Arbeitsbedingungen in medizinischen Einrichtungen
Trotz bereits wirksam gewordener positiver Veränderungen sind in vielen medizinischen Einrichtungen z. T. noch unzumutbare Arbeitsbedingungen vorherrschend. Beispiele dafür sind u. a.:
– Zu geringe Zahl und z. T. in baulich schlechtem Zustand befindliche Behandlungsräume.
So werden im Kreiskrankenhaus Bad Freienwalde die gynäkologische, die Hautarztsprechstunde und die Schwangerenberatung in einem Raum durchgeführt. Im Krankenhaus Lübben sickern Fäkalienreste durch undichte Wände von Behandlungsräumen. An der Universitätsklinik Jena brachen in einzelnen Einrichtungen Fußböden ein.

– Zum Teil unzumutbare sanitäre Bedingungen an medizinischen Einrichtungen.
Im OP-Trakt des Bezirkskrankenhauses St. Georg Leipzig steht 50 Ärzten und Schwestern eine gemeinsame Toilette zur Verfügung.
Es wurde mehrfach berichtet, dass wegen unzureichenden Wäschereikapazitäten in schmutziger Kleidung gearbeitet werden musste. Am Bezirkskrankenhaus Dresden wird z. T. in verschmutzter Notwäsche operiert.

– In zahlreichen medizinischen Einrichtungen wird wegen fehlender Reinigungskräfte die Sauberhaltung der Behandlungsräume von Krankenschwestern durchgeführt, die dadurch von den eigentlichen Aufgaben zur Patientenbetreuung freigestellt werden müssen.
Am Bezirkskrankenhaus Görlitz werden Fachschulstudenten des 1. und 2. Studienjahres in solchem Maße zu Säuberungsarbeiten herangezogen, dass dafür ca. 50 % der Ausbildungszeit verloren geht.

Auf dem Gebiet der Verbesserung der Lebensbedingungen des medizinischen Personals
Einen besonderen Schwerpunkt bilden hierbei Wohnungsprobleme. Vielfach wird eingeschätzt, dass durch fehlenden Wohnraum neu geschaffene Arztstellen nicht besetzt werden können und bereits abgeschlossene Arbeitsverträge wieder gelöst werden müssen. Dieser Zustand wird noch begünstigt durch ungenügende Einbeziehung von Wohnbauten in die Planung zur Erweiterung medizinischer Einrichtungen.
– Im Bezirk Potsdam wurde die für 1975 geplante Übergabe von Wohnungseinheiten an Mitarbeiter medizinischer Einrichtungen auf das Jahr 1976 übertragen und dafür das für 1976 festgelegte Kontingent ersatzlos gestrichen. Durch den Rat der Stadt Erfurt erfolgte eine Kürzung des Kontingents für 1975 um 50 Prozent.

– In der Medizinischen Akademie Magdeburg liegen zurzeit 491 Wohnungsanträge vor, darunter von 40 Ärzten bzw. Professoren, die als Klinik- und Institutsdirektoren tätig sind. 60 Krankenschwestern wohnen in Klinikräumen.

Wegen Mangels an Wohnraum ist in einigen territorialen Bereichen der DDR eine z. T. übermäßig starke Abwanderung von Fachärzten und Krankenschwestern zu verzeichnen. Die Kündigung von Fachärzten wirkt sich besonders negativ auf die Qualität der medizinischen Betreuung aus. Beispiele für die starke Fluktuation sind (1975):
– Bezirk Frankfurt/O.: 128 Ärzte (überwiegend Fachärzte), Zuzug: 71,
– Stadtkreis Halle: 64 Krankenschwestern wanderten in andere Kreise des Bezirkes Halle ab, da ihnen dort sofort Wohnraum zugesichert wurde.
– Kreis Oschatz: sechs Ärzte verließen das Kreisgebiet (seit 1973 kein Wohnungsbau durchgeführt).
– Der einzigen im Kreis Apolda tätigen Frauenärztin wurde der seit Jahren versprochene Wohnraum nicht zugewiesen, was 1975 deren Kündigung und Abwanderung zur Folge hatte.

Ende Teil 1
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Re: Bericht des MfS über ausreisewilliges medizinisches Personal

Beitragvon Transitfahrer » 18. Januar 2019, 14:33

Und hier Teil 2

Neben Problemen des Wohnraumes spielen des Weiteren folgende Fragen eine Rolle:
– In zahlreichen medizinischen Einrichtungen wird noch immer in ungenügender Weise für die Bereitstellung von Kinderkrippenplätzen für Schwestern im Dreischichtsystem Sorge getragen. Das führt z. B. dazu, dass zu Einschichtbetrieb übergegangen werden muss. Im Kreiskrankenhaus Naumburg kündigten aus diesen Gründen zehn Krankenschwestern.

– Ebenfalls als unzureichend wird in vielen Krankenhäusern die Pausen- und Nachtschichtversorgung, die Bereitstellung von Ferienplätzen sowie die Schaffung von Einkaufsmöglichkeiten für das Personal eingeschätzt.

– In zahlreichen medizinischen Einrichtungen wirkt sich die hohe Zahl von Fehlstellen äußerst negativ auf die Arbeits- und Lebensbedingungen der dort Beschäftigten aus, z. B.
– Universitätsklinik Greifswald: Fehlstellen für 35 Fachkader,
– Kreisgebiet Stralsund: Fehlstellen für 100 Ärzte (Spitze im Bezirk Rostock),
– Bezirkskrankenhaus Mühlhausen: 25 Planstellen im Pflegebereich und 50 Planstellen im technischen Bereich sind unbesetzt.

In vielen medizinischen Einrichtungen werden Ärzte mehrmals wöchentlich zu Nachtbereitschaften eingesetzt. Da sowohl vorher als auch danach die normale Dienstzeit absolviert wird und im Durchschnitt nur etwa ein Viertel der Nachtbereitschaft zur Ruhe genutzt werden kann, sind diese Ärzte zusätzlichen Belastungen ausgesetzt. Durchschnittliche Arbeitszeiten von zehn bis zwölf Stunden stellen in vielen medizinischen Einrichtungen keine Seltenheit dar.
Gehaltsfragen im medizinischen Bereich
Auf der Grundlage des »Gemeinsamen Beschlusses« wurden vielfältige positive Veränderungen der Gehaltsstruktur vorgenommen.
Durch bürokratisches Herangehen, durch Hinauszögern notwendiger Neueinstufungen, durch uneinheitliches Vorgehen in verschiedenen Kreisen sowie durch andere objektiv vorhandene Bedingungen wurden u. a. folgende Probleme sichtbar:
– Unter Angehörigen der medizinischen Intelligenz der Universität Rostock traten wegen des Wegfalls der zusätzlichen Vergütung (200 M) bei Durchführung der Promotion B (Doktor der Wissenschaften) ab 1969 verstärkte Diskussionen auf, da Universitätskadern, die vor 1969 diesen Qualifizierungsgrad erreicht hatten, die zusätzliche Vergütung weitergezahlt wird. (Auf der Grundlage der Hochschulvergütungsordnung vom 6. November 1968 werden nach diesem Zeitpunkt erfolgte Promotionen B nicht mehr vergütet, sondern differenziert in der gehaltlichen Einstufung des Doktoranden berücksichtigt.)

– Im Gegensatz zur Tätigkeit im Bereich Hochschulwesen wird jedoch im Gesundheitswesen diese zusätzliche Vergütung auch dann gezahlt, wenn dieses Promotionsverfahren nach 1969 erfolgt. Im Rahmenkollektivvertrag des Bereiches Gesundheitswesen sind derartige Festlegungen ausdrücklich enthalten.
Ebenfalls negativ bewertet wird, dass es für Angehörige des Hochschulwesens die im Bereich Gesundheitswesen existierende Möglichkeit, zusätzliche Bezüge durch Z-Stellen-Tätigkeit zu erhalten, nicht gibt.

– Im Bezirkskrankenhaus Karl-Marx-Stadt erhielten einzelne Krankenschwestern durch Wegfall von Leistungszuschlägen nur Gehaltserhöhungen von 5,00 Mark.
Von den Angehörigen des mittleren medizinischen Personals wird die Vergütung der Bereitschaftsstunden in Höhe von 0,35 Mark bis 0,55 Mark als ungenügend eingeschätzt.

– Im Bezirk Rostock wurden negative Diskussionen dadurch hervorgerufen, dass für Angestellte der Verwaltung eine Gehaltserhöhung von 120 Mark, dagegen für das mittlere medizinische Personal nur eine Erhöhung von 70 Mark durchgeführt wurde.

– Mittlere medizinische Personale erhalten teilweise auch weiterhin eine geringere Vergütung als Reinigungskräfte. (In der Medizinischen Akademie Magdeburg erhält eine Reinigungskraft 480 Mark, eine medizinisch-technische Assistentin 460 Mark.)

– Bei der Entlohnung von Hochschulkadern nach Qualifikation und Dienstjahren wird das Leistungsprinzip nicht berücksichtigt.

– Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen sind Angehörige der medizinischen Intelligenz z. T. benachteiligt. (Ein Oberarzt in der Chirurgie des Bezirkskrankenhauses Karl-Marx-Stadt erhält das gleiche Gehalt wie ein Klempner einer PGH. Ein Fachschulingenieur im ökonomischen Aufbaustab des Bezirkskrankenhauses Karl-Marx-Stadt wird mit 1 800 Mark, ein Diplomingenieur im medizinischen Aufbaustab jedoch nur mit 700 bis 1 100 Mark Monatseinkommen eingestuft.)
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Re: Bericht des MfS über ausreisewilliges medizinisches Personal

Beitragvon Interessierter » 18. Januar 2019, 15:57

Der überwiegende Teil dieser Mediziner verneinte nachdrücklich das Erfordernis gesellschaftlicher Aktivität des Arztes, wobei diese ideologische Einstellung wesentlich für die Herausbildung des Tatentschlusses zum ungesetzlichen Verlassen der DDR war.
Konkreter Ausdruck dessen waren solche Auffassungen, dass

– ein Arzt auch ohne marxistisches Wissen ein hochqualifizierter Fachmann sein könne,

– vom Arzt eine unpolitische Haltung eingenommen werden müsse, da er verpflichtet sei, kranke Menschen unabhängig von deren politischen Positionen zu behandeln,


Das gefiel den SED - Genossen nun aber überhaupt nicht.... [grins]
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Re: Bericht des MfS über ausreisewilliges medizinisches Personal

Beitragvon Nostalgiker » 18. Januar 2019, 17:31

Im Jahr 1977 erschien der DEFA Spielfilm "Die Flucht" mit einer überraschend offenen Behandlung des oben genannten Tabuthema der DDR.
Ungewöhnlich ist an diesem Film nicht nur, dass die Grenzanlagen in Thüringen zu sehen sind, sondern auch, dass in einer Szene gezeigt wird, wie ein Stasi-Mitarbeiter einen Arzt wegen des gescheiterten Fluchtversuchs eines Arztkollegen befragt.
Ist die erste Hälfte des Film ungewöhnlich realistisch gleitet der zweite Teil leider in eine Kriminalstory ab an deren Ende der Hauptheld zu Tode kommt.

Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich gerne hätten.

Eindeutigkeit der Absicht wurde bei ihm zur Zweideutigkeit des Handelns
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Re: Bericht des MfS über ausreisewilliges medizinisches Personal

Beitragvon Spartacus » 18. Januar 2019, 18:05

Hier gibt es den Film für 9,99 Euro. [hallo]

https://www.spondo.de/film/defa-tv-archiv-osten.html

Sparta
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denn es gibt ja noch zum Glück, als Beruf die Politik.

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Re: Bericht des MfS über ausreisewilliges medizinisches Personal

Beitragvon augenzeuge » 18. Januar 2019, 19:29

Nostalgiker hat geschrieben:Im Jahr 1977 erschien der DEFA Spielfilm "Die Flucht" mit einer überraschend offenen Behandlung des oben genannten Tabuthema der DDR.
Ungewöhnlich ist an diesem Film nicht nur.....



...es war auch ungewöhnlich, dass Müller-Stahl noch während der Fertigstellung kalt gestellt wurde, Grund: Die Kritik an der Ausweisung Biermanns
Logische Konsequenz: 1980 reiste er auch aus.

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