„Brauchen echte Fachkräfte“

„Brauchen echte Fachkräfte“

Beitragvon Zicke » 2. Januar 2019, 19:19

CDU-Wirtschaftsrat kritisiert hohe Zahl von Zuwanderern in Hartz IV

Der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, kritisiert, dass seit 2015 rund eine Million Zuwanderer neu in Hartz IV gefallen seien. Damit widerspricht er Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer deutlich.

Der CDU-Wirtschaftsrat sieht nach wie vor erhebliche Defizite bei der Integration der seit 2015 nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge. Generalsekretär Wolfgang Steiger sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Aussage „Wir schaffen das“ von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) aus dem Herbst 2015 sei „leider pauschal bis heute nicht erfüllt. Ich warne davor, wieder in die damalige Blauäugigkeit zu verfallen.“

Er fügte hinzu: „Zur ganzen Wahrheit gehört, dass seit 2015 rund eine Million Zuwanderer neu in Hartz IV gefallen sind.“ Erfreulicherweise habe die Bedürftigkeit bei den Einheimischen deutlich abgenommen.
Dieser Zusammenhang werde in den Debatten regelmäßig unterschlagen. „Gerade unser gutes Sozialsystem zieht ja offensichtlich Flüchtlinge aus der ganzen Welt an.“


https://www.welt.de/politik/deutschland ... tz-IV.html
z

Doch wenn ich all jene, die mir nicht in den Kram passen, deren Ansichten vielleicht irgendwie rechts sind, weiterhin Nazis nenne, dann ist das nicht nur faktisch falsch. Ich schmälere damit letztendlich auch das Andenken an die Opfer des NS-Regimes.

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Re: „Brauchen echte Fachkräfte“

Beitragvon pentium » 6. Januar 2019, 16:36

CDU-Wirtschaftsrat kritisiert Zuwanderung in Hartz IV - WELT


Der Steuerzahler musste, wenn die Zahlen im welt.online Artikel stimmen, im Jahr 2018 für 1 Million Flüchtlinge/Schutzsuchende/Migranten/Einwanderer alleine an Hartz4 Kosten ca. 5 Milliarden Euro aufbringen. Man könnte annehmen, dass dem Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer anscheinend andere Zahlen vorlagen, als er behauptete, dass "von den rund eine Million Menschen, die seit 2015 nach Deutschland gekommen sind, um die 400.000 einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz haben. Die große Mehrheit davon sei sozialversicherungspflichtig."

Dass der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, jetzt Klartext redet, ehrt ihn ja - aber warum erst jetzt? Dass die meisten Wirtschaftsflüchtlinge keine Fachkräfte sind, wußte er doch schon 2015. Jetzt, wo das Kind in den Brunnen gefallen ist und der UN Migrationspakt Deutschland noch sehr viel mehr "Fachkräft" bescheren wird, meldet er sich zu Wort. Opportunist?
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Re: „Brauchen echte Fachkräfte“

Beitragvon Dr. 213 » 6. Januar 2019, 17:55

Natürch ist unter anderem auch durch die vielen neuen Gäste Arbeit entstanden.
Die vielen Mitarbeiter in der Verwaltung, Ärzte, Kita- Betreuer und so weiter.

Verkäufer von Bettzeugs, Matratzen und so weiter haben sich dumm und dämlich beim Thema Flüchtlinge verdient.

Nur macht es leider unter dem Strich unseren Staat wahrscheinlich nicht reicher.

Das ist nämlich so, wie wenn der Bäcker am Vorabend den Leuten Geld in die Briefkästen steckt,
um dann am nächsten Morgen darauf, stolz die neuen Rekorde beim Brötchenverkauf zu verkünden.

Der Fachkräftemangel, eigentlich wird er ja seit 40 Jahren ständig kolportiert, ist eigentlich keiner.
Es fehlt nur an solchen geeigneten Arbeitskräften, die Unterbezahlung und befristeten Verträge klaglos aktzeptieren.
Ich würde wahrscheinlich auch nicht jeden Tag 100km pendeln wollen, wenn die Vergütung nur einige hundert Euro über H4 liegt.

Ich kann mir mir wirklich nicht vorstellen, daß es zum Beispiel zu wenig Lokführer gibt.
Wahrscheinlich ist eher, daß die Bezahlung nicht angemessen hoch genug ist.

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Re: „Brauchen echte Fachkräfte“

Beitragvon augenzeuge » 6. Januar 2019, 18:54

Dr. 213 hat geschrieben:Der Fachkräftemangel, eigentlich wird er ja seit 40 Jahren ständig kolportiert, ist eigentlich keiner.
Herzlichst
Dr. 213


Das seh ich etwas anders. Wo sind denn die deutschen Ärzte in den Krankenhäusern hin?
Warum fehlen so viel Ärzte auf dem Land?

Es gibt definitiv zu wenig Fachkräfte für die Handwerkerfirmen. Auch du wirst bald länger warten müssen, wenn du Handwerker brauchst, wetten dass?

AZ
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Re: „Brauchen echte Fachkräfte“

Beitragvon Zicke » 6. Januar 2019, 19:46

Das seh ich etwas anders. Wo sind denn die deutschen Ärzte in den Krankenhäusern hin?
Warum fehlen so viel Ärzte auf dem Land?

AZ

schon mal was vom Numerus clausus gehört,
und wenn du deutsche Ärzte suchst, schau mal nach Skandinavien, die zahlen wohl doch besser bei besseren Arbeitsbedingungen.
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Re: „Brauchen echte Fachkräfte“

Beitragvon augenzeuge » 6. Januar 2019, 19:50

Ja, schon davon gehört. Willst du dahin, wo es jetzt nicht mehr hell wird?
Und das bestätigt ja den Fachkräftemangel....hier.

AZ
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Re: „Brauchen echte Fachkräfte“

Beitragvon steffen52 » 6. Januar 2019, 20:02

augenzeuge hat geschrieben:
Dr. 213 hat geschrieben:Der Fachkräftemangel, eigentlich wird er ja seit 40 Jahren ständig kolportiert, ist eigentlich keiner.
Herzlichst
Dr. 213


Das seh ich etwas anders. Wo sind denn die deutschen Ärzte in den Krankenhäusern hin?
Warum fehlen so viel Ärzte auf dem Land?

Es gibt definitiv zu wenig Fachkräfte für die Handwerkerfirmen. Auch du wirst bald länger warten müssen, wenn du Handwerker brauchst, wetten dass?

AZ

Da gebe ich dir ja recht, Jörg(AZ)! Aber wie sollen wir diesen Fachkräftemangel in den Griff bekommen? Mit zugereisten Muslime, welche z.B. in der Pflege die sich nicht mal einer Frau nähern.
Im Handwerk eine völlig andere Ansicht von Technik und Arbeit haben. Ärzte aus diesen Ländern kannst Du an Deine 10 Finger abzählen. Aus den Ländern des Ostblocks, da klappt das
auf jeden Fall! Wo kommen die Ärzte her die ich kenne in den Krankenhäusern oder mit eigener Praxis? Aus Polen , Tschechien, Ungarn, Ukraine, Russland u.s.w.!
Möchte ja nun nicht alle Muslime als dumm oder so hinstellen, aber sie haben vieles, gerade im Handwerk, nicht so gelernt oder kennen es anders von ihrer Heimat!!
Klar wirst Du, wie eigentlich mir immer, wieder sprechen. Aber kenne Handwerksfirmen persönlich welche solche (Fach)-Kräfte eingestellt haben, die sich Mühe geben das möchte
ich ihnen nicht absprechen, aber das reicht nicht und der Chef muss die Arbeit immer von einen Gesellen noch mal überprüfen lassen. Rechnet sich für den Chef mit der Zeit nicht mehr!
Geschweige die (Fach)-Kraft allein los zu schicken, das geht überhaupt nicht. Also nun sage ja nicht man hat es nicht versucht, Jörg(AZ)!!!!
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Re: „Brauchen echte Fachkräfte“

Beitragvon pentium » 6. Januar 2019, 21:57

Gibt es einen Ärztemangel?

Für einen generellen Ärztemangel gibt es keine Belege, für eine mehrfache Fehlverteilung hingegen schon.
https://www.forschung-und-lehre.de/zeit ... ngel-1092/

In den 1980er Jahren warnten führende Ärztevertreter eindringlich vor einer "Ärzteschwemme", aktuell warnen die gleichen Institutionen vor einem eklatanten "Ärztemangel" und fordern mehr Medizinstudienplätze: eine Fehleinschätzung – damals wie heute.

Die Fakten: In Deutschland gibt es (2017) genau 385.149 berufstätige Ärztinnen und Ärzte. So viele wie niemals zuvor. 1990, nach der Wiedervereinigung, waren es erst 237.750. Allein in den letzten zehn Jahren ist die Zahl berufstätiger Ärzte netto um 65.450 gestiegen. Tendenz: weiter steigend. Mit 4,1 Ärzten je 1.000 Einwohner liegt Deutschland international in der Spitzengruppe (Platz 5 von 29 OECD-Ländern). Schwarzmalern zum Trotz steigt bereits seit 2005 der Anteil junger Ärzte unter 35 Jahre (von 15,4 Prozent auf 18,9 Prozent).

Warum entsteht dennoch der Eindruck eines Ärztemangels? Die Gründe sind in Kliniken und Praxen ähnlich: Besonders problematisch – und häufig verkannt – ist etwa die in Deutschland sehr geringe Anzahl von nur 0,9 Ärzten je 1.000 Belegungstagen im Krankenhaus. In Dänemark zum Beispiel, wo insgesamt weniger Ärzte tätig sind (nur 3,7 pro 1.000 Einwohner), gibt es 3,7 mal so viele Ärzte am Klinikbett (3,3 je 1.000 Belegungstage). Obwohl Deutschland also insgesamt mehr Ärzte je Einwohner hat, sind es je Klinikpatient deutlich weniger.

....
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Re: „Brauchen echte Fachkräfte“

Beitragvon Ari@D187 » 6. Januar 2019, 22:29

Dr. 213 hat geschrieben:[...]
Ich kann mir mir wirklich nicht vorstellen, daß es zum Beispiel zu wenig Lokführer gibt.
Wahrscheinlich ist eher, daß die Bezahlung nicht angemessen hoch genug ist.
[...]

Habe einen Vereinskollegen, welcher auf Lokführer umgeschult hatte. Nach 4 Monaten im Dienst warf er das Handtuch. Die Arbeitsbedingungen waren verheerend. Seine Freizeit konnte er quasi nicht mehr in gewohnter Weise planen, da er nie wußte, was z.B. in einer Woche auf dem Dienstplan steht. Wie ich ihn verstanden habe, lag es weniger an der Bezahlung.

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Re: „Brauchen echte Fachkräfte“

Beitragvon Bahndamm 68 » 6. Januar 2019, 23:51

Ich bin der Meinung, dass wir keine Fachkräfte brauchen. Gewiss, ist Stagnation in der Wirtschaft ein Rückgang.
Wir dürfen uns alle selbst fragen, müssen wir immer mehr und immer mehr in unserem Haushalt haben. Können wir unsere Bedürfnisse nicht ein wenig zurückstellen.
Früher hatten wir einen Fernseher, da musstest du aufstehen, um den Kanaldrehknopf mit einer Hand zu bedienen. Heute nach der Werbung muss es ein 4 K-Fernseher und dann, wenn möglich einen für die Eltern und einer in Minimum für die Kinder sein. Dazu noch ein oder mehr Recorder.

Brauchen die Menschen soviel Werbung. Schaut Euch die Bild-Zeitung im Internet an und schaltet dabei den Werbe-Blocker aus. Verrückt wird man. Das zum Beispiel Werbung sein muss, ist mir schon klar, aber in diesem Umfang? Hinzu kommen noch die Papierwurf-Sendungen wöchentlich an Werbung. Sicher ist auch, dass diese Art von Werbung auch Arbeitskräfte bündelt.

Die Parteien reden davon, dass wir in Bildung investieren müssen. Verdammt noch einmal, warum wird das so schleppend vorgenommen, wenn auf der anderen Seite das Geld vorhanden ist.

Der ehemalige und bereits verstorbene Wirtschaftsminister Ludwig Erhardt sprach einmal von einer gesunden Zahl von 3 Prozent an Arbeitslosen. Zurzeit liegen wir knapp über 2 Prozent. Das sind nach meiner Meinung 2 Prozent zu viel. Dafür haben wir über 4 Millionen Hartz-IV-Empfänger. Hier sollte, hier müsste investiert werden. Von Hartz-IV-Empfänger profitiert in erster Linie die Arbeitgeberseite. Der Hartz-IV-Empfänger immer nur im geringen Umfang.

Ich bin für sofortige Abschaffung von Personalleasing-Firmen. Ein Mensch muss sich mit seiner Arbeit identifizieren und somit auch für, nicht die, sondern für seine Firma sich einfühlen. Dies ist aber im Zeitarbeitsverhältnis schlecht möglich. Nur recht selten wird solch eine Person fest angestellt. Wird er benötigt, muss er arbeiten. Ist seine Leistung nicht mehr gefragt, ist er weg vom Fenster, sein soziales Umfeld interessiert die andere Seite nicht.

Olaf Scholz sprach kürzlich, dass die fette Jahre langsam zu Ende gehen. Also sollten wir auch unsere Produkte mit dem Qualitätsmerkmal, „Made in Germany“, wieder in Deutschland produzieren. Dies schafft und festigt den deutschen Arbeitsmarkt.
Wie bereits in einigen vorherigen Beiträgen geschrieben, haben wir einen Ärztemangel. Liegt dies nun an uns selbst oder liegt es daran, dass dieser Berufszweig im Ausland besser bezahlt wird?
Eine richtige Erklärung habe ich nicht.
Anderes Beispiel, eine grüne Gurke bei Lidl kostet 0,39 €, in diesem Preis sind 7 Prozent MwSt. enthalten. Lidl verkauft sie also für 0,364€ netto. Einen Verkaufserlös setze ich mit 10 % an, dann kostet die Gurke im Einkauf 0,331€. Jetzt muss aber die Gurke von Holland, Spanien, Portugal oder Marokko nach Deutschland in ein Zentrallager und weiter in die Filialen transportiert werden, es versteht sich mit Verpackung. Einen gewissen Ausschuss (vergammelte Ware) muss auch kalkuliert werden.
Verdammt noch einmal, was bleibt für den Erzeuger da noch übrig. Das kann eigentlich nur Beschäftigungstherapie sein. Können wir nicht auch Gewächshäuser oder –zelte anlegen und dies selbst produzieren? Ob sie jedoch in unserem Land in einem Gewächshaus geschmacklich besser ist, bezweifle ich jedoch.
Nun ist aber bei den Gewächshäusern das Problem, dass diese wiederum nicht unter einer Stromtrasse, sie wird ja noch geplant, gebaut werden kann. Die Windräder vertreiben die sommerlichen Temperaturen. Wie kann also bei uns, eine Ökokultur betrieben werden – haben die Grünen eine Lösung?
Kohle-Kraftwerke – Nein danke, Atomkraftwerke – Nein danke, Strom-Trassen – Nein danke, zu Haus Ofenheizung – Nein danke. Wo aber sind die Lösungswege der Klimaleute?
Wir müssen uns besinnen, Fachkräfte nach unserem Standard auszubilden und erhalten. Wir müssen unabhängiger werden.


PS ich möchte zu verstehen geben, dass ich weder Links, noch Rechts, noch Grün für mein Gedankengut empfinde.
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Re: „Brauchen echte Fachkräfte“

Beitragvon augenzeuge » 7. Januar 2019, 08:28

Bahndamm 68 hat geschrieben:Ich bin der Meinung, dass wir keine Fachkräfte brauchen.


Hast du irgendwelche Kontakte zu Unternehmen? Weißt du was die sagen? Was die fordern?

In meiner Region suchen 80-90% der Unternehmen Fachkräfte, müssen Aufträge stornieren, weil sie keine Leute haben.

Alles falsch?
http://www.spiegel.de/thema/fachkraeftemangel/

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Re: „Brauchen echte Fachkräfte“

Beitragvon pentium » 7. Januar 2019, 09:40

augenzeuge hat geschrieben:
Bahndamm 68 hat geschrieben:Ich bin der Meinung, dass wir keine Fachkräfte brauchen.


Hast du irgendwelche Kontakte zu Unternehmen? Weißt du was die sagen? Was die fordern?

In meiner Region suchen 80-90% der Unternehmen Fachkräfte, müssen Aufträge stornieren, weil sie keine Leute haben.

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Re: „Brauchen echte Fachkräfte“

Beitragvon pentium » 7. Januar 2019, 09:45

Fachkräftemangel? Ökonomen zweifeln an der Millionen-Lücke

Das Problem sei weniger, dass es nicht genug Arbeitskräfte gebe – sondern dass Unternehmen nicht bereit seien, angemessene Löhne zu zahlen, sagt Eric Seils, Verfasser des jüngsten WSI-Reports zur Situation des Arbeitsmarkts. „Die Klagen vieler Unternehmer über ein angebliches Geschäftsrisiko Fachkräftemangel dienen nur dem Ziel, den Anstieg der Arbeitskosten im deutschen Niedriglohnsektor zu dämpfen“, so Seils.


https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... uecke.html
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Re: „Brauchen echte Fachkräfte“

Beitragvon ratata » 7. Januar 2019, 10:06

Numerus clausus, der hat es in sich .schon seid 4 Jahren versucht meine Enkelin einen Studienplatz zu bekommen. Nach Abitur , 1 Jahre im KKH als Praktikantin gearbeitet . Für nichts ……. [sick]
Immer wieder mal zu Aufnahme Gesprächen zu Unis gefahren . Absage ,hier Absage dort . Dann ein Ausbildung zur MTR angenommen . Während der Prüfungen kam dann die Zusage von einer Uni . Nach 3 1/2 Jahren . Sie war so schlau hat aber ihre Lehre beendet . Die Zulassung zum Studium reicht aber nicht ,was fehlt noch , ja wo kannst du wohnen . Es gibt keine bzw. ganz schlecht Übernachtungsmöglichkeiten . Die Universitäten sind voll mit Studenten . Wo bleiben sie denn nach Abschluss.????
DER Enkel meiner Schwester , Abitur , möchte zur BW und Arzt studieren . Jetzt gerade 18 geworden . Nach den Abiturprüfungen im letzten Jahr , Aufnahme Prüfungen für BW in Köln , Abschlussprüfungen zur Aufnahme in Berlin . Alles Bestanden ,war letztes Jahr im Juli .
Dann kommt der Hammer, er bekommt bescheid von der BW .. da er schon in der 10 klasse Biologie abgesagt hatte ,kann er bei der BW kein Arztstudium aufnehmen . Also Absage . Seine Eltern haben sich dumm und dämlich telefoniert .
Was macht solch ein junger Mensch , der war fertig mit der BW. Dann im Herbst bekommt er wieder Bescheid von der BW , er kann doch ein Studium bei der BW anfangen . Wir brauchen Fachkräfte . Ein Soldat weniger …….. [bravo] [bravo] mfg ratata

Neben bei , ich hatte meinen Industriemeister , habe in 2 Firmen bis zur Rente gearbeitet , mir hatte mal jemand gesagt : So lange du mehr kannst als dein Chef , hast du in jeder Firma schlechte Karten . mfg ratata
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Re: „Brauchen echte Fachkräfte“

Beitragvon Dr. 213 » 7. Januar 2019, 10:19

pentium hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:
Bahndamm 68 hat geschrieben:Ich bin der Meinung, dass wir keine Fachkräfte brauchen.


Hast du irgendwelche Kontakte zu Unternehmen? Weißt du was die sagen? Was die fordern?

In meiner Region suchen 80-90% der Unternehmen Fachkräfte, müssen Aufträge stornieren, weil sie keine Leute haben.

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...


Das sind nicht die typischen Arbeitnehmer wonach etwa Handwerksbetriebe suchen.
Bei solchen Freistellungen sind es auch nicht die Leistungsträger die es zuerst trifft.
Es sind auch Ältere und Mitarbeiter die man sowieso gerne los werden will.

Die erhalten in der Regel dann großzügige Abfindungen und sind darum ersteinmal nicht gezwungen,
sich z.B. bei einer kleinen Handwerkerfirma zu verdingen.
Rein vom Typ ist so ein ehemaliger Bandarbeiter dafür auch nicht gut geeignet.
Da muß man nämlich auf so Annehmlichkeiten wie 5 Wahlessen und Dusche als nur 2 Beispiele verzichten.
Pünktlich Feierabend ist manchmal auch nicht, und es kann sein, daß es auch mal sehr viel später wird.
Und einen Betriebsrat gibt es oft auch nicht, wo man sich ausheulen kann wenn die Heizung 2 Grad zu wenig hat.

Und dann hat man plötzlich Kundenkontakt, da gibt es mitunter ganz schöne Ar....geigen, oder der Chef ist Koleriker.

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Re: „Brauchen echte Fachkräfte“

Beitragvon Sperrbrecher » 7. Januar 2019, 11:25

pentium hat geschrieben:Volkswagen baut in Deutschland 7000 Stellen ab...BMW, Daimler-Benz, Audi werden folgen.......

Dieser Trend wird sich fortsetzen. Gerade bei modernen Technologien im Automobilbau hat Deutschland doch schon längst den Anschluss verloren, da haben inzwischen andere Länder die Nase vorn.
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Re: „Brauchen echte Fachkräfte“

Beitragvon zoll » 7. Januar 2019, 12:44

Was die Firmen suchen sind Fachkräfte mit langer Berufserfahrung und Verständnis für eine Unterbezahlung. Die werden aber nicht bei einheimischen Fachkräften gefunden, also wurde der Ruf der Wirtschaft von den zuständigen Minister wahrgenommen und nun geistert er durch die Medienlandschaft.
Ein Ingenieur, 33 Jahre, Verfahrenstechnik, Note 1,9, an der Uni promoviert, keinen Mangel im Lebenslauf, hat 107 Bewerbungen geschrieben, hat 15 Gespräche absolviert, meistens bei Zeitarbeitsfirmen, hat professionellen Rat gesucht.
HAT KEINE STELLE GEFUNDEN.
Und jetzt kommts. Er fand dann doch einen AG der ihn einstellen wollte. Knall auf Fall wollte ihn eine Firma einstellen. Für ein Jahresgehalt von 40.000 €. Rufbereitschaft rund um die Uhr.
Das Jahresgehalt eines Jungingenieur beträgt lt. stepstone 47.500 €.
Die ganze Geschichte nachlesbar in ZEIT 17. Dezember 2018, Titel: Fachkräftemangel? Schön wärs!

Noch etwas zu den Preisen im Groß- und Einzelhandel. Der Bauer, der mir gegenüber wohnt, erntet u. a. auch Schnittlauch, Petersilie und anderes Grünzeug, bündelt die handelsgerecht in kleine Bündchen und bringt dann seinen ganzen Erntesegen, von polnischen und rumänischen Arbeitern geerntet, zur Versteigerung und erzielt für jedes Bündchen einen Preis von 10 Cent. Wie wahrscheinlich jeder weiß kostet so ein Bündchen im Einzelhandel 99 Cent.
Die Schlussfolgerung überlasse ich jedem Einzelnen.

Zurück zu den Fachkräftemangel. Wir haben keinen Mangel an Fachkräften jeglicher Fachrichtung. Wir haben ein Problem mit der Bezahlung.
Das will die Wirtschaft aber nicht hören und betet täglich das Lied vom fehlenden Fachpersonal. Weiter so, die Politik hat es schon vernommen, das Potential an "Fachkräften" ist durch die Asylanten und Flüchtlinge schon vorhanden. Nun fehlt nur noch die entsprechende "Fachkräfteverordnung für den handwerklichen und industriellen Arbeitsbereich" ( FHIA) und damit werden aus o. g. Gruppen FACHKRÄFTE.
So einfach geht Politik. Jetzt weiß ich auch warum es in Berlin keine Sperrstunde für Gaststätten gibt. Die Herrschaften brauchen Räume für Tagungen!
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Re: „Brauchen echte Fachkräfte“

Beitragvon augenzeuge » 7. Januar 2019, 12:47

Es geht um Fachleute, nicht die, welche es werden wollen.

Natürlich ist es regional unterschiedlich. Hier ist es ein Fakt, dass man als qualifizierter Facharbeiter sehr gute Karten hat.
3 bis 4 % Arbeitslosigkeit beweisen es. Um Leute, die ne CNC Maschine bedienen können, prügelt man sich fast. [grins]
Das Handwerker fehlen, wird bald jeder spüren, der es heute bestreitet.

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Re: „Brauchen echte Fachkräfte“

Beitragvon Volker Zottmann » 7. Januar 2019, 13:15

Fachkräfte fehlen hier überall. Inzwischen bezahlt man neuen zureisenden Fachkräften den Umzug samt der ersten 2 Monatsmieten. Hier zahlt der Ort extra 2000.-€ Baukindergeld als Geschenk. Trotzdem kaum Nachfrage, weil die Kräfte nicht mehr verfügbar sind.
Gutgehende Handwerksbetriebe schließen, weil Nachwuchs fehlt. Meinen Laden schloss ich aus gesundheitlichen Gründen. Ich hatte einen Kundenstamm von weit über 600. Mein Einzugsbereich ist von Hörmann/Fenster /Tore/Türen auch geschützt gewesen. Da grätscht also kein anderer Hörmannhändler rein. Trotzdem, nicht mal meinen Firmenbau wollte jemand haben. Jahre später habe ich an einen Mieter unter Wert verkauft.
@Zolls Ansichten beißen sich mit dem Harzer Osten.

Gruß Volker
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Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
(Volker Zottmann)
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Re: „Brauchen echte Fachkräfte“

Beitragvon HPA » 7. Januar 2019, 14:34

augenzeuge hat geschrieben:Es geht um Fachleute, nicht die, welche es werden wollen.

Natürlich ist es regional unterschiedlich. Hier ist es ein Fakt, dass man als qualifizierter Facharbeiter sehr gute Karten hat.
3 bis 4 % Arbeitslosigkeit beweisen es. Um Leute, die ne CNC Maschine bedienen können, prügelt man sich fast. [grins]
Das Handwerker fehlen, wird bald jeder spüren, der es heute bestreitet.

AZ


Ist in meiner Branche nicht anders. Nur etwas anders gelagert. Für ein Projekt suchten wir händeringend einen zertifizierten Flugzeugschweißer . Nicht zu bekommen. Keine Chance. Die Firmen klauen sich solche Leute gegenseitig und wachen eifersüchtig darüber dass die nicht noch nebenher woanders werkeln. . Da werden teilweise Ablösen wie beim Fußball bezahlt (wenn auch nicht in dieser Höhe)

Und so werde ich mir diesen Lehrgang im Frühjahr selber antun. Vorkenntnisse (WIG/autogen ) sind ja gottseidank vorhanden
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"Wer seinen Kinderglauben sich bewahrt, in einer reinen, unbefleckten Brust - und gegen das Gelächter einer Welt zu leben wagt, - wie er als Kind geträumt - bis auf den letzten Tag: das ist ein Mann!"(Henning v. Tresckow)

Wenn du lange genug am Fluss sitzt, siehst du irgendwann die Leiche deines Feindes vorbeischwimmen. (Sun Tzu)
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Re: „Brauchen echte Fachkräfte“

Beitragvon Spartacus » 7. Januar 2019, 18:31

HPA hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Es geht um Fachleute, nicht die, welche es werden wollen.

Natürlich ist es regional unterschiedlich. Hier ist es ein Fakt, dass man als qualifizierter Facharbeiter sehr gute Karten hat.
3 bis 4 % Arbeitslosigkeit beweisen es. Um Leute, die ne CNC Maschine bedienen können, prügelt man sich fast. [grins]
Das Handwerker fehlen, wird bald jeder spüren, der es heute bestreitet.

AZ


Ist in meiner Branche nicht anders. Nur etwas anders gelagert. Für ein Projekt suchten wir händeringend einen zertifizierten Flugzeugschweißer . Nicht zu bekommen. Keine Chance. Die Firmen klauen sich solche Leute gegenseitig und wachen eifersüchtig darüber dass die nicht noch nebenher woanders werkeln. . Da werden teilweise Ablösen wie beim Fußball bezahlt (wenn auch nicht in dieser Höhe)

Und so werde ich mir diesen Lehrgang im Frühjahr selber antun. Vorkenntnisse (WIG/autogen ) sind ja gottseidank vorhanden


Bei mir auch so, da kannst du auch nicht jeden dahergelaufenen Hivi einstellen. Mangel gibt es aber nicht, denn wir bilden schließlich unseren Nachwuchs selber aus.

Es geht ja wohl auch mehr ums Handwerk und die Gastronomie. Wobei, es werden ja auch schon wieder die ersten Rufe nach einem Meisterbrief laut, da wohl viel
zu viele Stümper unterwegs sind.

Sparta
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denn es gibt ja noch zum Glück, als Beruf die Politik.
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Re: „Brauchen echte Fachkräfte“

Beitragvon Bahndamm 68 » 7. Januar 2019, 19:44

pentium hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:
Bahndamm 68 hat geschrieben:Ich bin der Meinung, dass wir keine Fachkräfte brauchen.

Hast du irgendwelche Kontakte zu Unternehmen? Weißt du was die sagen? Was die fordern?
In meiner Region suchen 80-90% der Unternehmen Fachkräfte, müssen Aufträge stornieren, weil sie keine Leute haben.
Alles falsch?
http://www.spiegel.de/thema/fachkraeftemangel/
AZ

Volkswagen baut in Deutschland 7000 Stellen ab...BMW, Daimler-Benz, Audi werden folgen....
...

Kontakte zu Unternehmen habe ich nicht. Was die Unternehmen denken, sagen und fordern ist mir wohl bekannt.
Immer mehr, mehr und mehr Umsatz machen und das ist auch gut für ein Unternehmen.

Das Problem „Fachkräftemangel“ kann leicht entschärft werden, wenn man den Stundenlohn oder das Monatsgehalt in eine Annonce mit einschreibt. Das ist ein ganz heißes Eisen der Arbeitgeber. Da möchte aber keiner so richtig an den Markt, weil dies offensichtlich den Hartz IV-Gedanken untergräbt.

Wer gut zahlt, bekommt auch gutes Personal. So einfach ist es. Das hatten wir wir für eine kurze Zeit schon einmal

Was mir in der ganzen Diskussion fehlt, ist die persönliche Einschränkung auf immer mehr Konsum. Nicht ein Satz ist hier zu lesen.

Ein Ausnahme-Unternehmer ist für mich der Chef von Trigema Wolfgang Grupp. Ein Mensch mit Bodenhaltung für sich, sein Unternehmen und seines Personals. Er ist und bleibt Deutscher und wird auch weiterhin in Deutschland produzieren. Nachahmer Fehlanzeige in dieser Größenordnung.

Ein Stück aus dem eigenen Leben vom heutigen Tag. Ich war vor Weihnachten im Krankenhaus und muss jetzt zur Nachuntersuchung. Es versteht sich von selbst, dass viele Fachärzte vom 2. – 4.Januar auch Freizeit sich gegönnt haben.
Heute wollte ich nun, als Neu-Patient einen Termin zur Nachuntersuchung in einem Gesundheitszentrum. Am Vormittag Telefon ständig besetzt, war genervt. Am Nachmittag bin ich dann vorstellig geworden, Fehlanzeige, zurzeit keine Neuaufnahme wegen Überbelastung möglich. Ich muss und werde weitersuchen müssen.

Habe aber heute einen anderen Termin für einen Facharzt als Neu-Patient erhalten und zwar am 2.April 2019. Noch Fragen?
Wer die Vergangenheit nicht kennt,
kann die Gegenwart nicht begreifen
und die Zukunft nicht gestalten.
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Re: „Brauchen echte Fachkräfte“

Beitragvon HPA » 7. Januar 2019, 22:14

Spartacus hat geschrieben:
HPA hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Es geht um Fachleute, nicht die, welche es werden wollen.

Natürlich ist es regional unterschiedlich. Hier ist es ein Fakt, dass man als qualifizierter Facharbeiter sehr gute Karten hat.
3 bis 4 % Arbeitslosigkeit beweisen es. Um Leute, die ne CNC Maschine bedienen können, prügelt man sich fast. [grins]
Das Handwerker fehlen, wird bald jeder spüren, der es heute bestreitet.

AZ


Ist in meiner Branche nicht anders. Nur etwas anders gelagert. Für ein Projekt suchten wir händeringend einen zertifizierten Flugzeugschweißer . Nicht zu bekommen. Keine Chance. Die Firmen klauen sich solche Leute gegenseitig und wachen eifersüchtig darüber dass die nicht noch nebenher woanders werkeln. . Da werden teilweise Ablösen wie beim Fußball bezahlt (wenn auch nicht in dieser Höhe)

Und so werde ich mir diesen Lehrgang im Frühjahr selber antun. Vorkenntnisse (WIG/autogen ) sind ja gottseidank vorhanden


Bei mir auch so, da kannst du auch nicht jeden dahergelaufenen Hivi einstellen. Mangel gibt es aber nicht, denn wir bilden schließlich unseren Nachwuchs selber aus.

Es geht ja wohl auch mehr ums Handwerk und die Gastronomie. Wobei, es werden ja auch schon wieder die ersten Rufe nach einem Meisterbrief laut, da wohl viel
zu viele Stümper unterwegs sind.

Sparta


Es war frustrierend. Denjenigen ,welchen wir sonst nehmen, steuert auf die Rente zu und ist derzeit dabei, für einen anderen deutschen Flugzeugbauer den Pfusch abzuarbeiten welcher ein Unterauftragnehmer im östlichen EU Ausland verzapft hat. War halt billiger. Nun zahlen sie zweimal.
Da ich noch ein paar Jährchen habe und durchaus Bedarf besteht, tu ich mir nun den Lehrgang selber an.
Bild

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Re: „Brauchen echte Fachkräfte“

Beitragvon zoll » 8. Januar 2019, 13:41

Ein Problem, warum es nicht ausreichend Fachkräfte gibt ist hier noch gar nicht angesprochen worden.
Das Schulsystem. Wie kann es denn angehen, dass ein/e Schüler/in nach dem Hauptschulbesuch ungenügende Kenntnisse in rechnen, schreiben und lesen hat.
Über diese fehlenden Fähigkeiten klagen doch die Handwerksmeister und Ausbildungsbetriebe in der Wirtschaft.
Da sollte der Hebel angesetzt werden.

Als ich die Volksschule nach 8 Jahren verließ, mehr Zeit war nicht vorgesehen, Deutschland musste aufgebaut werden, musste ich im Lehrbetrieb erst eine Aufnahmeprüfung ablegen. Nach der Einstellung wurden alle Lehrlinge an einem Tag im Betrieb weiter gebildet, zusätzlich zum wöchentlichen Berufsschultag.
Der Lehrherr hat sich die Ausbildung einiges kosten lassen. Nicht weil wir Lehrlinge so schlecht in den Schulfächern waren, sondern weil er Wert auf die Ausbildung legte.
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Re: „Brauchen echte Fachkräfte“

Beitragvon zoll » 8. Januar 2019, 13:51

Volker Zottmann hat geschrieben:Fachkräfte fehlen hier überall. Inzwischen bezahlt man neuen zureisenden Fachkräften den Umzug samt der ersten 2 Monatsmieten. Hier zahlt der Ort extra 2000.-€ Baukindergeld als Geschenk. Trotzdem kaum Nachfrage, weil die Kräfte nicht mehr verfügbar sind.
Gutgehende Handwerksbetriebe schließen, weil Nachwuchs fehlt. Meinen Laden schloss ich aus gesundheitlichen Gründen. Ich hatte einen Kundenstamm von weit über 600. Mein Einzugsbereich ist von Hörmann/Fenster /Tore/Türen auch geschützt gewesen. Da grätscht also kein anderer Hörmannhändler rein. Trotzdem, nicht mal meinen Firmenbau wollte jemand haben. Jahre später habe ich an einen Mieter unter Wert verkauft.
@Zolls Ansichten beißen sich mit dem Harzer Osten.

Gruß Volker

Harzer Osten! Wo soll sich denn dort eine Firma ansiedeln? Vor lauter Bäumen sieht man dort keinen Menschen. [freu] [super] [flash]
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Re: „Brauchen echte Fachkräfte“

Beitragvon augenzeuge » 8. Januar 2019, 13:51

Heute wieder... es fehlen uns... Technische Zeichner, CNC Fräser, Elektroingenieure..... sagt ein mittelständisches Unternehmen im Bergischen Land.

Manche meinen ja, es liegt nur an der Bezahlung, sagte ich.

Ja, ja, die sitzen zu Hause und warten auf das richtige Angebot... [laugh]

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Re: „Brauchen echte Fachkräfte“

Beitragvon Volker Zottmann » 8. Januar 2019, 13:56

Wenn über ein halbes Schuljahr komplett die betreffenden Fachlehrer wegen Krankheit, Tod oder Wegzug ausfallen und keinerlei Ersatz beschafft werden kann, brauchen wir uns nicht wundern. (So geschehen im Harz) Laut Statistik kann inzwischen ein Achtel der Gesamtbevölkerung schon nicht mehr lesen, geschweige denn was schreiben.

Heute braucht keiner mehr fragen , wieso so schnell in der Vergangenheit Hochkulturen verschwanden. Man muss sich nur Deutschlan und seinen Verfall anschauen.

Gruß Volker
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Re: „Brauchen echte Fachkräfte“

Beitragvon Volker Zottmann » 8. Januar 2019, 14:11

zoll hat geschrieben:
Gruß Volker

Harzer Osten! Wo soll sich denn dort eine Firma ansiedeln? Vor lauter Bäumen sieht man dort keinen Menschen. [freu] [super]
zoll[/quote]

Sturm Friederike ist genau ein Jahr her!
Inzwischen sind hier im Unterharz (der östlichste Teil) mehr als die Hälfte allen Baumbestandes gefallen.
Platz ist also inzwischen genug!
Warst bis eben mangelhaft unterrichtet, Zoll.... [flash]

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Re: „Brauchen echte Fachkräfte“

Beitragvon Zicke » 8. Januar 2019, 16:45

Neuordnung des Zugverkehrs gefährdet
Flüchtlinge sollen Lokführer werden

Stuttgart - Das baden-württembergische Verkehrsministerium versucht mit einem Modellprojekt die Personalengpässe im Schienenverkehr zu bekämpfen. Zusammen mit der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Agentur für Arbeit initiiert sie eine spezielle Ausbildung von Flüchtlingen zu Lokomotivführern, die vor allem im Regionalverkehr eingesetzt werden sollen.

„Wir sind zwar formal nicht für die Ausbildung zuständig, wir handeln aber aus Verantwortung für einen gut funktionierenden Nahverkehr“, begründet dies Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne). Zugleich würden Asylbewerber und Flüchtlinge integriert. „Wir tun auch etwas Gutes für die Menschen und die Gesellschaft“, meint Hermann

https://www.stuttgarter-nachrichten.de/ ... 76e05.html
z

Doch wenn ich all jene, die mir nicht in den Kram passen, deren Ansichten vielleicht irgendwie rechts sind, weiterhin Nazis nenne, dann ist das nicht nur faktisch falsch. Ich schmälere damit letztendlich auch das Andenken an die Opfer des NS-Regimes.

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Re: „Brauchen echte Fachkräfte“

Beitragvon augenzeuge » 8. Januar 2019, 16:52

Zicke hat geschrieben:Neuordnung des Zugverkehrs gefährdet
Flüchtlinge sollen Lokführer werden



Wie jetzt? Gefährdet, weil sie es werden oder wenn sie es nicht werden? [denken]

Da wird wohl bald keiner mehr in Sachsen mit der Bahn fahren...... [flash]

AZ
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