Die Stadtpläne der DDR - Zeugnisse vom Leben im Sozialismus

Aufarbeitung und Schlußfolgerungen

Die Stadtpläne der DDR - Zeugnisse vom Leben im Sozialismus

Beitragvon augenzeuge » 27. Dezember 2018, 10:31

Bild
https://www.amazon.de/Auf-Strasse-Fortschritts-Stadtpläne-Sozialismus/dp/3938753056

Beim Lesen erfährt man viel über das einstige Leben in der DDR, hier seien nur einige Schlagwörter genannt wie: "FDGB-Urlaub und kollektive Erholung", "Honeckers Traum von Olympia" und die "Geisterbahnen von Berlin-Mitte".
Alle Themenbereiche werden mit kleinen Geschichten und Fakten kurz umrissen und mit Ausschnitten aus DDR-Stadtplänen illustriert. Sie zeigen somit die Wechselwirkung zwischen sozialistischer Realität und der kartographischen Umsetzung.
Einerseits wurden alle sozialistischen Erfolge wie Telefonzellen, Tankstellen und Ausflugsgaststätten dokumentiert, andererseits sollte sich keiner von Gefängnissen, Hafenanlagen und Grenzen ein zu genaues Bild machen.
Fast alle Pläne zeigen, in welch breitem Umfang die DDR-Regierung, die alle Kartenentwürfe kontrollierte, versuchte die Bürger zu bevormunden, zu lenken, zu täuschen und von der Realität fernzuhalten.


Glückwunsch an die Verfasser!
Die Idee, Geschichte eines Landes anhand seiner Stadtpläne und deren Inhalten zu beschreiben kann nur als genial bezeichnet werden. Liebevoll aufbereitet und kompetent zusammen gestellt lädt das Werk zum Blättern und Staunen ein. Fast ins Vergessene geratene Stadtplantitelbilder fallen einem wieder ein, dann die Namen von Straßen und Orten.
Sehr interessant auch die Ausführungen über "Verzerrungen" und "Weglassen"- ein ungeheuerlicher Vorgang aus heutiger Sicht. Ebenso ungeheuerlich sind die verschwundenen Altstädte wie z.B in Gotha die mit diesem Buch auch eine Art Denkmal erhalten haben.

Ein empfehlenswertes Buch für geschichtlich und kartographisch Interessierte und erst recht für jedem DDR-Bürger, von dessen Stadt es mal einen Stadtplan gegeben hat.
Ein Dank an die Autoren!

AZ
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Re: Die Stadtpläne der DDR - Zeugnisse vom Leben im Sozialismus

Beitragvon Volker Zottmann » 27. Dezember 2018, 10:43

Für interessierte Bürger taugten DDR-Karten so gut wie gar nicht. Es sei denn, man wollte mal innerhalb des Landes an einen offenen Urlaubsort. Sich jedoch mal Straßenverläufe anzusehen, wohin die vor DDR-Zeiten weiterführten, verlieren sich spätestens in den breiten Sperrgebieten.
Es waren mehr als 20 % der gesamten DDR nicht korrekt karthografiert.
Hört sich gewaltig an, ist aber eher noch mehr. Bevor sich jemand ereifert, sollte er mal DDR-karten vorkramen und die ungenauen Stellen , wie Grenzgebiete, absichtlich vergessene "Urlaubsregionen" und Industrieanlagen und Gefängniskomplexe und militärische Sperrgebiete und Truppenübungsplätze und Kasernern der Roten Armee aufaddieren.
Wir konnten fast nirgens wo hin, ohne solche Territorien zuumfahren, auszulassen.

Gruß Volker
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Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
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Re: Die Stadtpläne der DDR - Zeugnisse vom Leben im Sozialismus

Beitragvon Nostalgiker » 27. Dezember 2018, 11:06

Das Thema Stadtpläne/Landkarten wurde hier bereits lang und breit durchgekaut.

Den Herrn Bloch, seines Zeichen als Stadtplaner unterwegs, traue ich nur eine populistische Betrachtungsweise zu.
außerdem sehr ärmlich augenzeuge hier Meinungen Amazon Schreibern in deinen Beitrag zu kopieren und nicht zu kennzeichnen.
Wieder ein Buch welches du nicht gelesen hast, nie lesen wirst aber dein Stolz und Vorurteil bezüglich DDR bestätigt; wat war das doch nur für ein Schurkenstaat und ich mittendrin ......

Das besser Buch wäre dies gewesen Augenzeuge:
https://www.amazon.de/Geheimhaltung-Sta ... rtographie
Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich gerne hätten.

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Re: Die Stadtpläne der DDR - Zeugnisse vom Leben im Sozialismus

Beitragvon augenzeuge » 27. Dezember 2018, 13:32

Nostalgiker hat geschrieben:Den Herrn Bloch, seines Zeichen als Stadtplaner unterwegs, traue ich nur eine populistische Betrachtungsweise zu.


Ärmlich bist du. Du urteilst allein aus Ahnungslosigkeit und Unterstellung. Lies das Buch. Das man allein aus Fakten ein Urteil erhalten kann, ignorierst du.
Dann würdest du verstehen, warum ich die gleiche Meinung habe, wie ein amazon Mitglied.

Hol dir das Buch. Ist schon wichtig für dein Weltbild. So oder so. [grins]

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Re: Die Stadtpläne der DDR - Zeugnisse vom Leben im Sozialismus

Beitragvon Nostalgiker » 27. Dezember 2018, 15:14

Gibst du jetzt die Foren-Domina Augenzeuge? Oder was veranlasst dich solchen Ton mir gegenüber anzuschlagen?

In dem Ton sollte ich dir mal antworten wenn du wieder mal schreibst das ein Buch nicht liest weil es im Rotbuch-Verlag erschienen sei ......
Iss schon echt schrill hier im Forum ......
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Re: Die Stadtpläne der DDR - Zeugnisse vom Leben im Sozialismus

Beitragvon pentium » 27. Dezember 2018, 15:24

Es gibt Themen, die sind wie Ebbe und Flut, die kommen immer wieder....!
Immer zu zweit sie sind. Keiner mehr, keiner weniger. Ein Meister und ein Schüler.
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Re: Die Stadtpläne der DDR - Zeugnisse vom Leben im Sozialismus

Beitragvon Beethoven » 27. Dezember 2018, 16:21

pentium hat geschrieben:Es gibt Themen, die sind wie Ebbe und Flut, die kommen immer wieder....!


Jo, hatten wir schon ausreichend.

Wobei, eines ist neu. Es wird bemängelt, dass man Gefängnisse nicht eingezeichnet hat na und Hafenanlagen auch nicht.

Das ist natürlich eine riesige Schweinerei [laugh]

Gefängnisse kenne ich allerdings von keiner Karte, nicht einmal von einer Generalstabskarte aus der DDR und die waren ja bekannter Weise sehr genau.

Ich habe Generalstabskarten von Potsdam in 1 : 10.000, wohl so ziemlich der größte Maßstab den es gab. Wurde selbst im bewaffneten Kampf kaum genutzt, selbst beim Kampf im urbanen Gebiet nicht.
Wenn mir mal einer schreiben könnte, wo ein das Gefängnis in Potsdam war, könnte ich das entsprechende Kartenblatt mal raussuchen und hier einstellen.
Und Hafenanlagen wurden schon dargestellt, nur hat man da die Hafenbecken und nicht die darin liegenden Schiffe eingezeichnet [grins] .

Rechts unten ist noch so eine Karte zur Verkehrsübersicht. selbst da ist der Übersseehafen eingezeichnet und beschriftet.

Ich muss mich für die Qualität des Scan entschuldigen. Die Karte ist schon hornalt und fällt so nach und nach auseinander und ist mit Tesafilm von mir geklebt worden.

Siehe unten. Quelle: Stadtplan Rostock, VEB Touristverlag Nr- 5950042
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Re: Die Stadtpläne der DDR - Zeugnisse vom Leben im Sozialismus

Beitragvon Beethoven » 27. Dezember 2018, 16:22

Überseehafen in der verkehrsübersicht
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Re: Die Stadtpläne der DDR - Zeugnisse vom Leben im Sozialismus

Beitragvon karnak » 27. Dezember 2018, 16:31

Beethoven hat geschrieben:
pentium hat geschrieben:Es gibt Themen, die sind wie Ebbe und Flut, die kommen immer wieder....!


Jo, hatten wir schon ausreichend.

Wobei, eines ist neu. Es wird bemängelt, dass man Gefängnisse nicht eingezeichnet hat na und Hafenanlagen auch nicht.

Das ist natürlich eine riesige Schweinerei [laugh]

Gefängnisse kenne ich allerdings von keiner Karte, nicht einmal von einer Generalstabskarte aus der DDR und die waren ja bekannter Weise sehr genau.

Ich habe Generalstabskarten von Potsdam in 1 : 10.000, wohl so ziemlich der größte Maßstab den es gab. Wurde selbst im bewaffneten Kampf kaum genutzt, selbst beim Kampf im urbanen Gebiet nicht.
Wenn mir mal einer schreiben könnte, wo ein das Gefängnis in Potsdam war, könnte ich das entsprechende Kartenblatt mal raussuchen und hier einstellen.
Und Hafenanlagen wurden schon dargestellt, nur hat man da die Hafenbecken und nicht die darin liegenden Schiffe eingezeichnet [grins] .

Rechts unten ist noch so eine Karte zur Verkehrsübersicht. selbst da ist der Übersseehafen eingezeichnet und beschriftet.

Ich muss mich für die Qualität des Scan entschuldigen. Die Karte ist schon hornalt und fällt so nach und nach auseinander und ist mit Tesafilm von mir geklebt worden.

Siehe unten. Quelle: Stadtplan Rostock, VEB Touristverlag Nr- 5950042

Potsdam Zentrum, Lindenstrasse/ Ecke Gutenbergstrasse, hießen schon zu DDR Zeiten so.
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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Re: Die Stadtpläne der DDR - Zeugnisse vom Leben im Sozialismus

Beitragvon Beethoven » 27. Dezember 2018, 17:05

Quelle: Topographischer Stadtplan Potsdam, DDR 1988 (das bedeutet, die Karte entspricht etwa dem Stand von 1983)
M 1:10.000, das ist eine so genannte "Generalstabskarte".

Grundsätzlich hatten diese Karten die Geheimhaltungsstufe "VVS" (vertrauliche Verschlußsache) wurden also in der VS-Stelle gelagert und man musste bei Übernahme solcher Karten, diese in seinem persönlichen VS-Nachweis eintragen und wenn man das Kasernenobjekt mit solch einer Karte verließ, bewaffnet sein. Da reichte allerdings die Pistole mit 16 Schuss.

Wo nun genau das Gefängnis war kann ich nicht erkennen. War also nicht extra vermerkt, wie ich bereits vermutet habe. Was sollte das also dann auf einer normalen Straßenkarte für Touristen?

Freundlichst
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Re: Die Stadtpläne der DDR - Zeugnisse vom Leben im Sozialismus

Beitragvon karnak » 27. Dezember 2018, 17:25

Das Viereck links von 31, 9 bei der Gutenberg Strasse, da liegt der Stasiknast.
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Re: Die Stadtpläne der DDR - Zeugnisse vom Leben im Sozialismus

Beitragvon Dr. 213 » 27. Dezember 2018, 21:58

Na so ein Überseehafen zu verstecken ist auch ziemlich unsinnig.
Selbst ich wußte damals, wo die Poliklinik des Überseehafens war, und ich war kein Beschäftigter dort.
Auf den Seekarten ist der ganze Hafen bis zum Stadthafen hinein sogar mit Tonnen eingezeichnet, da ist Geheimhaltung überflüssig.

Es ging bei solchen "Weglassungen" ja auch mehr um Gebiete, wo man Unbefugte fernhalten wollte.
Darum sollten alle irgendwie brauchbaren Informationen vermieden werden.
Wer dann doch dort unterwegs war, dem sollte die Orientierung erschwert werden.

Und dann muß man es dem VEB Landkartendruck oder wie auch immer er sich nannte ja auch nachsehen.
Der konnte nicht mal so einfach eine Brigade Landvermesser in das Grenzgebiet oder gar eine GÜST schicken.
"Genosse Chefredakteur, wir müssen da mal was Nachmessen, ist für die nächste Ausgabe des Wanderatlas Brocken"
Ja das wäre lustig gewesen, wenn da so ein Trupp ahnungslos mit Leitern und langen Holzstangen im Sperrgebiet aufgetaucht wäre.

Es war in der DDR völlig normal mit diesem Sicherheitstick und ich würde mich mehr wundern, wenn es nicht so gewesen wäre.
In sofern, ist blöd gewesen für angehende Spione und Flüchtlinge. Aber so war das eben damals in diesem komischen Land.

Ha, da ist noch was.
Das Titelbild von dem Buch im Eröffnungsbeitrag zeigt übrigens einen Teil von meinem Fluchtweg.
Dort wo der breite weiße Gehweg zu sehen ist, bin ich in 1985 auf der Flucht entlang marschiert.
So breit der Geweg auch erscheint, dort waren immer viel weniger Leute unterwegs als auf der Seite, links der Straßenbahn.
Dort gab es nämlich ein Fischgeschäft, Obst- und Gemüseladen und ein Delikat- Feinkostladen.
Beethoven wird's bestimmt erkannt haben. Es ist die "Lange Straße" in Rostock.

Herzlichst
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Re: Die Stadtpläne der DDR - Zeugnisse vom Leben im Sozialismus

Beitragvon andr.k » 27. Dezember 2018, 22:09

Kleine Info

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Mehr dazu in Kürze...
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Re: Die Stadtpläne der DDR - Zeugnisse vom Leben im Sozialismus

Beitragvon Sperrbrecher » 28. Dezember 2018, 00:41

Beethoven hat geschrieben:Grundsätzlich hatten diese Karten die Geheimhaltungsstufe "VVS" (vertrauliche Verschlußsache) wurden also in der VS-Stelle gelagert und man musste bei Übernahme solcher Karten, diese in seinem persönlichen VS-Nachweis eintragen und wenn man das Kasernenobjekt mit solch einer Karte verließ, bewaffnet sein. Da reichte allerdings die Pistole mit 16 Schuss.

In der DDR war ja so viele geheim.
In der alten Bundesrepublik konnte man jedenfalls Lagepläne, Generalstabskarten/Messtischblätter in allen möglichen Varianten und Maßstäben ohne Berechtigungsnachweis käuflich erwerben. Da hat keiner gefragt wozu man die braucht.

Zwei meiner Brüder sind Architekten, da lagen die Dinger von jeden Bauvorhaben haufenweise im Büro herum. Deshalb war ich auch sehr überrascht, als ich beim Besuch eines Bekannten in der DDR, der als Bauleiter arbeitete, in seinem Arbeitszimmer einen solchen Plan in die Hand nahm und er mich darauf hinwies, dass es sich hier um ein Geheimdokument handeln würde. Es ging um den Bau eines Kindergartens.

In der DDR unterlagen demnach auch Kataster- und Lagepläne den Geheimhaltungsvorschriften, obwohl die bei jeden Bauvorhaben für Architekten, Bauleiter und Bauunternehmer unerlässlich sind. Heute kann man sie bei jeder Stadtverwaltung ohne Angabe von Gründen erwerben.

Nach der Wende war ich dann in diesen Stadtverwaltungsbüro in Dresden um im Auftrag meines Bruders einige Lagepläne für ein Bauvorhaben zu holen und habe mich bei dieser Gelegenheit mit den dortigen Mitarbeiter über die Verfahrensweise zu DDR Zeiten unterhalten.

Er bestätigte mir diese Geheimhaltungsvorschriften und erklärte mir, dass zu DDR-Zeiten jeder der diesen Plan in die Hand bekam, auf der Rückseite unterschriftlich bestätigen musste warum und weshalb und wie lange er dieses Stück Papier genutzt hatte. Nach Abschluss der Baumaßnahme musste es dann zurückgegeben bzw. unter entsprechender Aufsicht vernichtet werden. Er war ebenfalls erleichtert, dass er nun seine Arbeit ohne dieses ganze Geheimhaltungs-Brimborium machen konnte.

Wo nun genau das Gefängnis war kann ich nicht erkennen. War also nicht extra vermerkt, wie ich bereits vermutet habe. Was sollte das also dann auf einer normalen Straßenkarte für Touristen?

In bundesdeutschen Stadtplänen sind auch die Gefängnisse entsprechend eingezeichnet und benannt. Es sind ja nicht nur Touristen, die sich einen Stadtplan kaufen. Jeder der sich über eine Stadt informieren will, kauft sich einen. Möglicherweise will auch mal ein Stadtunkundiger einen Angehörigen im Gefängnis besuchen. Für den ist es schon interessant zu wissen wo er hin muss. Heute ist das durch das Internet natürlich weitgehend entbehrlich, aber ich habe mir früher immer einen Stadtplan gekauft, wenn ich in eine Stadt kam die ich noch nicht kannte.

Wie wir aber nun alle wissen, hat diese ganze Geheimniskrämerei für die DDR nichts gebracht. Es war lediglich ein Hemmnis für effektives Arbeiten. Sie ist trotzdem zugrunde gegangen, vielleicht war auch gerade das ein Grund dafür,
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Re: Die Stadtpläne der DDR - Zeugnisse vom Leben im Sozialismus

Beitragvon Beethoven » 28. Dezember 2018, 08:21

Sperrbrecher hat geschrieben:In der DDR unterlagen demnach auch Kataster- und Lagepläne den Geheimhaltungsvorschriften, obwohl die bei jeden Bauvorhaben für Architekten, Bauleiter und Bauunternehmer unerlässlich sind. Heute kann man sie bei jeder Stadtverwaltung ohne Angabe von Gründen erwerben.


Das kann ich so nicht bestätigen.

In meinem jetzigen Job habe ich auch vielfach mit Häusern und Grundstücken zu tun, die bereits zu DDR-Zeiten gebaut worden sind bzw. im Eigentum meiner Kunden waren. Viele von diesen Eigentümern, können mir gut vermessene Lagepläne ihrer Immobilien zu Verfügung stellen, die ich allerdings meistens nicht benötige. Flurkaren ziehe ich mir aus den Viewerquellen, die man heute im Internet jedes Bundeslandes findet. Aber Flurkarten sind sowieso nicht so genau. Reichen aber für Finanzierungen bei Banken allemal.


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