E. Mielke

Weltgeschichte, Geschichte Deutschlands und allgemeine geschichtliche Themen, sowie archäologische Beiträge u.s.w...

E. Mielke

Beitragvon Beethoven » 29. Oktober 2018, 07:18

In einem anderen Forum ist ein Link veröffentlicht worden über ein Interview mit dem Chef des MfS, Erich Mielke.
Es ist natürlich schon ziemlich lange her, als er dort befragt wurde.
Man kann zu ihm stehen wie man will aber ich hätte nicht gedacht, dass es nach seinem Sturz so klare Gedanken äußern kann.
Er weicht nicht einen Millimeter von seiner Einstellung ab, was ihm, in meinen Augen, zur Ehre gereicht.

Ziemlich zum Schluss stellt er sich vor seine Mitarbeiter. Er hätte nach Moskau gekonnt, will aber seinen ehemaligen Mitarbeitern nicht
wie der Kapitän der Concordia vorkommen.

Aber lest selber.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13681238.html

Ich fand es recht interessant.

Freundlichst
Demokratie ist die Notwendigkeit, sich gelegentlich den Ansichten anderer Leute zu beugen.
Sie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.

Winston Churchill

Quo quisque stultior eo magis insolescit, gelle Herr F.?

Achte mehr auf Deinen Charakter, als auf Deinen Ruf.
Dein Charakter ist das, was Du wirklich bist, doch Dein Ruf ist nur das, was andere von dir halten.
Benutzeravatar
Beethoven
 
Beiträge: 2524
Bilder: 0
Registriert: 6. August 2014, 08:27

Re: E. Mielke

Beitragvon augenzeuge » 29. Oktober 2018, 08:32

Mielke hat bis zuletzt nicht den Kern des Scheiterns wirklich verstanden, weil das System selbst für ihn unantastbar war.

Ich weiß beim besten Willen nicht, was du da als klar bezeichnest...

Was für eine dumme Frage für den Chef eines Geheimdienstes?
Erich, entschuldige, daß ich so lästere, vielleicht ist das ja nicht richtig, aber sag mir doch mal, wie machen det denn die Österreicher, die sind doch noch viel kleiner als wir und deren Wirtschaft funktioniert trotzdem gut. Warum sind wir nicht in der Lage, das auch so zu machen?


Hätte die Partei mir den Auftrag gegeben, dann gäbe es die DDR vielleicht noch heute. Darauf können Sie sich verlassen.

Er hatte auch 1992 nicht begriffen, warum die DDR gescheitert ist. Die DDR hätte es auch mit ihm nie geben können. Was das geworden wäre, wissen sicher alle.

Kein Widerspruch? Reisefreiheit ja, aber zunehmende Besuche aus dem Westen mehr unterbinden? [flash]
Probleme bereitete uns die Öffnung nach Westen, für die Honecker eintrat. Mir war klar, daß die ständige Zunahme von Besuchen aus der BRD - von Politikern ebenso wie von Privaten - zersetzend wirken mußte.

Aber warum es zersetzend wirkte, war ihm nicht klar. Dir Ursache erkannte er nicht.
Es gab im MfS Ansätze, das Problem der fehlenden Reisefreiheit zu lösen. Wir hatten einen Entwurf für ein Reisegesetz entwickelt.... Die vorbereitenden Überlegungen hierzu liefen von seiten des MfS schon seit Mitte der achtziger Jahre.


Ich bin nie der Meinung gewesen, daß sich oppositionelle Bewegungen durch Repression bewältigen lassen.
[laugh]


AZ
Freiheit ist ein Gut, das durch Gebrauch wächst und durch Nichtgebrauch dahinschwindet. Keiner darf für sich den Besitz der Wahrheit beanspruchen, sonst wäre er unfähig zu Kompromiß und überhaupt zu Zusammenleben.
R. v. Weizsäcker
Benutzeravatar
augenzeuge
Flucht und Ausreise
Flucht und Ausreise
 
Beiträge: 46887
Bilder: 0
Registriert: 22. April 2010, 07:29
Wohnort: Nordrhein-Westfalen

Re: E. Mielke

Beitragvon Beethoven » 29. Oktober 2018, 09:08

Nun, ich denke wir sind uns einig, dass E. Mielke eine stark polarisierende Persönlichkeit war.

Ich habe ihn als Menschen nie kennen gelernt und was man heute über ihn erfährt und weiß, ist schon erschütternd. Das ist alles unbestritten.
Jedoch, er beging keinen Selbstmord wie so manch Anderer in der Weltgeschichte oder entzog sich durch Flucht der Aufarbeitung seines Handelns.

Das ist nun nicht lobenswert aber es beweist mir zumindestens, dass er zu seinem ehemaligen Leben steht, was ja so manch User in diesem Forum hier, meiner Meinung nach, nicht tut. [hallo] [mundzu]

Freundlichst
Demokratie ist die Notwendigkeit, sich gelegentlich den Ansichten anderer Leute zu beugen.
Sie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.

Winston Churchill

Quo quisque stultior eo magis insolescit, gelle Herr F.?

Achte mehr auf Deinen Charakter, als auf Deinen Ruf.
Dein Charakter ist das, was Du wirklich bist, doch Dein Ruf ist nur das, was andere von dir halten.
Benutzeravatar
Beethoven
 
Beiträge: 2524
Bilder: 0
Registriert: 6. August 2014, 08:27

Re: E. Mielke

Beitragvon zonenhasser » 29. Oktober 2018, 09:53

Beethoven hat geschrieben:Aber lest selber.
Das werde ich ganz gewiß nicht tun!
Die “Rote Fahne” schrieb noch “wir werden siegen”, da hatte ich mein Geld schon in der Schweiz.
Bert Brecht
Benutzeravatar
zonenhasser
 
Beiträge: 932
Registriert: 19. Juli 2012, 23:25
Wohnort: Sachsen

Re: E. Mielke

Beitragvon HPA » 29. Oktober 2018, 10:13

Wie er zu seinem Leben stand ,konnte man live beobachten ,als er in Moabit vor Gericht stand!

Da mutierte der, der sich im Interview bei klarem Verstand zeigte, zum senilen Tattergreis!

Was für ne verlogene alte Ratte!
Bild

“How do you tell a Communist? Well, it’s someone who reads Marx and Lenin. And how do you tell an anti-Communist? It’s someone who understands Marx and Lenin."
Ronald Reagan, *1911-02-06


Wenn du lange genug am Fluss sitzt, siehst du irgendwann die Leiche deines Feindes vorbeischwimmen. (Sun Tzu)
Benutzeravatar
HPA
 
Beiträge: 8496
Bilder: 0
Registriert: 3. Januar 2012, 08:45

Re: E. Mielke

Beitragvon Volker Zottmann » 29. Oktober 2018, 11:07

Beethoven hat geschrieben:Nun, ich denke wir sind uns einig, dass E. Mielke eine stark polarisierende Persönlichkeit war.

Ich habe ihn als Menschen nie kennen gelernt und was man heute über ihn erfährt und weiß, ist schon erschütternd. Das ist alles unbestritten.
Jedoch, er beging keinen Selbstmord wie so manch Anderer in der Weltgeschichte oder entzog sich durch Flucht der Aufarbeitung seines Handelns.

Das ist nun nicht lobenswert aber es beweist mir zumindestens, dass er zu seinem ehemaligen Leben steht, was ja so manch User in diesem Forum hier, meiner Meinung nach, nicht tut.
[hallo] [mundzu]

Freundlichst



Warum machst Du nicht gleich einen Fanclub "Mielke der Held" auf?
Ich denke mal, dass gerade hier im Forum jeder zu seinem Leben steht. Sicher blenden einige ein paar Jahre in ihrer persönlichen "Berichterstattung" aus... Manche verschönern sich diese Jahre auch durch verklärende Sicht und sind genau deshalb auch auf Mielkes Wellenlänge.
Eben nichts begriffen!


Gruß Volker

PS: Nichts begriffen, war für mich schon klar, als Du Dich hast stolz mit verurteilten Totschlägern ablichten lassen. (Streletz und Krenz)
http://baupionier.zottmann.org/
http://Mein-DDR-Leben.de/

Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
(Volker Zottmann)
Benutzeravatar
Volker Zottmann
 
Beiträge: 15409
Registriert: 21. Mai 2012, 09:10

Re: E. Mielke

Beitragvon Beethoven » 29. Oktober 2018, 11:38

Hm Volker, wie kommst Du darauf, dass ich ein Fan von Mielke bin?

Jeder Mensch hat seine Eigenheiten im Charakter. Da schließe ich mich nicht aus und Dich ausdrücklich mit ein. [grins]
Du bist ja auch flott über ein Stöckchen gesprungen [flash]

Ich bin kein Fan vom Herrn Mielke, eher im Gegenteil. Er hat durch seine dogmatischen Ansichten, Leid über Menschen gebracht, die dieses Leid ganz sicher nicht verdient haben.
Aber er steht (stand) zu seiner Denke und seinen Taten. Und damit hat er in meinen Augen einigen anderen Zeitgenossen, etwas voraus. Deshalb ist er mir aber nicht sympathischer aber ich erkenne dies an.

Er ist und war kein "Schwindler" so wie er es verstand, ob zu Zeiten wo es ihm gut ging als auch zu Zeiten, wo man ihm, berechtigter Weise, an den Kragen ging. Das kannst Du von Dir, so sehe ich das (Meinungsfreiheit!), nicht behaupten.

Freundlichst
Demokratie ist die Notwendigkeit, sich gelegentlich den Ansichten anderer Leute zu beugen.
Sie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.

Winston Churchill

Quo quisque stultior eo magis insolescit, gelle Herr F.?

Achte mehr auf Deinen Charakter, als auf Deinen Ruf.
Dein Charakter ist das, was Du wirklich bist, doch Dein Ruf ist nur das, was andere von dir halten.
Benutzeravatar
Beethoven
 
Beiträge: 2524
Bilder: 0
Registriert: 6. August 2014, 08:27

Re: E. Mielke

Beitragvon steffen52 » 29. Oktober 2018, 11:48

Beethoven hat geschrieben:Nun, ich denke wir sind uns einig, dass E. Mielke eine stark polarisierende Persönlichkeit war.


Jedoch, er beging keinen Selbstmord wie so manch Anderer in der Weltgeschichte oder entzog sich durch Flucht der Aufarbeitung seines Handelns.



Freundlichst

Für Dich vielleicht! Für mich ein Verbrecher der bis zu seinem Tod nicht begriffen hat warum und weshalb diese DDR untergegangen ist und das er mit seinen Machtapparat
mit dafür gesorgt hat das die DDR-Bevölkerung auf die Straße gegangen ist um sich von diesem Joch zu befreien! [denken]
Zum Selbstmord ist er viel zu feige gewesen, lieber hat er seinen Mitarbeitern des MfS befohlen andersdenkende Bürger aus den Weg zu räumen! [wut]
Das Du für diese Person noch eine Lanze brichst ist ein Zeichen dafür das Du dieser Damaligen immer noch nachtrauerst. [frown]
Gruß steffen52
Benutzeravatar
steffen52
 
Beiträge: 4919
Bilder: 0
Registriert: 19. Februar 2015, 21:03

Re: E. Mielke

Beitragvon Volker Zottmann » 29. Oktober 2018, 11:49

Dein Stöckchen kannst Du vergessen. Ich habe Dir generell geantwortet. Ich war auch immer mit dem Verlauf meines Lebens zufrieden. Im Gegensatz zu einem Mielke haben sich die meisten Menschen aber weitergebildet, weiterentwickelt.
Mielke aber war schon im spanischen Bürgerkrieg Leuteanscheißer und Denunziant und stoisch und borniert in seinen Ansichten. (Glühender Tschekist nannte man so einen...) Er war darin verhaftet, braucht nicht bewundert werden.

Mielke war ein hochgefährlicher Verbrecher, den sein "Klassenstandpunkt" rücksichtslos trieb.
Zum Foto hast Du Dich nicht geäußert, aber sicher hättest Du Dich auch mit Mielke gern abgelichtet gesehen. So wie Du heute noch zu dem Mann hochschaust?

Gruß Volker
http://baupionier.zottmann.org/
http://Mein-DDR-Leben.de/

Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
(Volker Zottmann)
Benutzeravatar
Volker Zottmann
 
Beiträge: 15409
Registriert: 21. Mai 2012, 09:10

Re: E. Mielke

Beitragvon zoll » 29. Oktober 2018, 12:25

Beethoven, zu meinem größten Bedauern hast du dir diesen Nicknamen gewählt. Er war der berühmteste Bürger der Stadt Bonn. Mit seinem Namen verbunden sind herausragende Kunstwerke der Musikgeschichte.
Was man von deinen Ergüssen im Forum nicht sagen kann. Allein, dass du dich auf die Seite des Herrn Mielke schlägst, weil er sich vor seine Mitarbeiter gestellt hat. Lachhaft. Jeder ist für seine Taten verantwortlich. Zuerst immer der/die Täter und danach der/die Verantwortliche/n.
Mielke war ein Mörder, der aus niedrigsten Motiven einen Polizisten erschossen hat. Er ist gleich zu stellen mit allen anderen Mördern die wegen ihrer politischen Richtung Körperverletzungen und Morde begangen haben.
zoll
zoll
 
Beiträge: 513
Registriert: 14. März 2016, 14:55

Re: E. Mielke

Beitragvon Beethoven » 29. Oktober 2018, 12:26

steffen52 hat geschrieben:Das Du für diese Person noch eine Lanze brichst ist ein Zeichen dafür das Du dieser Damaligen immer noch nachtrauerst. [frown]
Gruß steffen52


Ich breche keine Lanze für E. Mielke. Er ist auch für mich ein Mensch, dem ich hätte nicht begegnen mögen. Gleiches gild übrigens für Adolfnazi oder Joseph.
Und trotzdem hatte er in seinem Leben eine Linie, die er bis zu seinem Tode, durchgezogen hat. Eben anders als z.B. ein Herr Schabowski. Gestern noch der große Kommunist und plötzlich - ein Lichtchen ging ihm auf - alles falsch. Das wäre, wenn es nicht so ernst wäre, einfach nur lachhaft. Entweder hat er als vermeindlicher "Kommunist" gelogen oder eben nach der Wende.

@ VZ - ich habe vor längerer Zeit mal in Deine "Lebensgeschichte" hinein gelesen, die Du ja für Deine Enkel geschrieben hast, wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe.
Hast Du Deinen Enkeln auch mitgeteilt, dass Du einst Mitglied in der SED warst, über die Du ja ansonsten her ziehst?

Freundlichst
Demokratie ist die Notwendigkeit, sich gelegentlich den Ansichten anderer Leute zu beugen.
Sie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen.

Winston Churchill

Quo quisque stultior eo magis insolescit, gelle Herr F.?

Achte mehr auf Deinen Charakter, als auf Deinen Ruf.
Dein Charakter ist das, was Du wirklich bist, doch Dein Ruf ist nur das, was andere von dir halten.
Benutzeravatar
Beethoven
 
Beiträge: 2524
Bilder: 0
Registriert: 6. August 2014, 08:27

Re: E. Mielke

Beitragvon zonenhasser » 29. Oktober 2018, 14:12

zoll hat geschrieben:Mielke war ein Mörder, der aus niedrigsten Motiven einen Polizisten erschossen hat.

Erich Mielke wurde 1993 durch das Landgericht Berlin wegen Mordes an den beiden Polizeibeamten zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. Ende 1995 wurde er im Alter von 88 Jahren auf Bewährung entlassen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Morde_auf ... BClowplatz
Die “Rote Fahne” schrieb noch “wir werden siegen”, da hatte ich mein Geld schon in der Schweiz.
Bert Brecht
Benutzeravatar
zonenhasser
 
Beiträge: 932
Registriert: 19. Juli 2012, 23:25
Wohnort: Sachsen

Re: E. Mielke

Beitragvon dein1945 » 29. Oktober 2018, 14:33

[quote="Beethoven"]

Ziemlich zum Schluss stellt er sich vor seine Mitarbeiter. Er hätte nach Moskau gekonnt, will aber seinen ehemaligen Mitarbeitern nicht
wie der Kapitän der Concordia vorkommen.

Mann oh Mann, hier bringst Du deine eigene Version !

Hier der Text aus dem Spiegel:

SPIEGEL: Die Sowjets haben Ihnen nach der Wende geraten, nach Moskau zu gehen. Weshalb haben Sie das eigentlich nicht getan?

MIELKE: Ja, ich hätte die Möglichkeit gehabt, und zwar bessere Möglichkeiten als Honecker. Ich hätte nicht in die chilenische Botschaft ausweichen müssen. Aber ich habe mir die Frage gestellt: Wie sieht es mit meinen Mitarbeitern aus? Ich haue ab, rette meine Haut, und sie müssen hierbleiben und müssen ihre Haut zu Markte tragen. Da habe ich mich entschieden zu bleiben.

Mielke verstorben 2000, Costa Concordia gesunken 2012 !

Gruß aus Berlin
Man(n) muß wissen wenn Schluß ist !
Benutzeravatar
dein1945
 
Beiträge: 908
Bilder: 0
Registriert: 27. April 2010, 16:11
Wohnort: Berlin

Re: E. Mielke

Beitragvon Volker Zottmann » 29. Oktober 2018, 16:01

Beethoven hat geschrieben:
@ VZ - ich habe vor längerer Zeit mal in Deine "Lebensgeschichte" hinein gelesen, die Du ja für Deine Enkel geschrieben hast, wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe.
Hast Du Deinen Enkeln auch mitgeteilt, dass Du einst Mitglied in der SED warst, über die Du ja ansonsten her ziehst?

Freundlichst

Du kannst wirklich blöde Fragen stellen.
Ich denke Du hast es gelesen? Da steht auch wie es dazu kam, warum, was meine wirklichen Beweggründe waren. Ohne diese eigene Offenheit würde ich nie später bei meinen Enkelinnen bestehen können. Wenn die irgendwann das lesen und Teile wären ausgespart, wäre es für die Kinder unbrauchbar. Es soll ja gerade eine einzige Facette der DDR spiegeln, nämlich die meiner gegründeten Familie.

Und noch was: Hätte ich es nicht geschrieben, könnte sich von Euch heute keiner drüber auslassen. Im Übrigen behauptet ja ein Berliner immer, dass ich nur Märchen geschrieben habe.
Komisch, dass dann gerade der Parteieintritt geglaubt wird. [flash]

Gruß Volker
http://baupionier.zottmann.org/
http://Mein-DDR-Leben.de/

Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
(Volker Zottmann)
Benutzeravatar
Volker Zottmann
 
Beiträge: 15409
Registriert: 21. Mai 2012, 09:10

Re: E. Mielke

Beitragvon Nostalgiker » 29. Oktober 2018, 17:08

Es geht nicht darum ob es wahr oder nicht wahr ist sondern es geht in den meisten fällen darum wie und in welchem Ton du Situationen beschreibst und das diese Situationen allgemeingültig seien.
Der gesamte Ton in diesen "wahrhaftigen" Erinnerungen und nicht nur da sondern auch hier ist hauptsächliche eins; abfällig!
Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich gerne hätten.

Eindeutigkeit der Absicht wurde bei ihm zur Zweideutigkeit des Handelns
Benutzeravatar
Nostalgiker
 
Beiträge: 8009
Registriert: 28. August 2012, 12:36

Re: E. Mielke

Beitragvon Nostalgiker » 29. Oktober 2018, 17:20

Was mich etwas stutzig macht ist dieser Eifer mit der hier über Mielke hergezogen wird was das für ein Schuft, Verbrecher, Mörder war und ist. Im Prinzip sei jede Zeile in einem Druckerzeugnis, jedes Wort in einem Medium, sobald es um Sachlichkeit bemüht ist, zu schade.

Wo bleibt hier der empörte Aufschrei das Hauptsächlich bei zwei "Info"Sendern im Fernsehen Stunde um Stunde mit dem Leben und Wirken eines gewissen Adolf Hitlers gefüllt wird, ebenso das stundenlange Abfeiern deutscher Kriegstechnik, welche die bester der Welt gewesen sein soll, auf diesen Kanälen.

Aber sich scheinheilig über Chemnitz und Sachsen aufregen, dabei heimlich mitfiebern ob denn der Wüstenfüchs in der aktuellen Wiederholung des Afrika-Feldzuges nicht wieder den gleichen Fehler macht oder der Gröfaz den Russlandfeldzug endlich mal eher beginnt und nicht erst am 22.Juni; nur zwei Wochen eher und er hätte Moskau genommen....., das muß doch auch er inzwischen gemerkt haben.
Und ansonsten Stolz auf den Leitspruch sein; am deutschen Volke soll die Welt genesen.
Scheinheiligkeit wohin ich blicke.
Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich gerne hätten.

Eindeutigkeit der Absicht wurde bei ihm zur Zweideutigkeit des Handelns
Benutzeravatar
Nostalgiker
 
Beiträge: 8009
Registriert: 28. August 2012, 12:36

Re: E. Mielke

Beitragvon augenzeuge » 29. Oktober 2018, 17:28

Eifer? Weit gefehlt! Entschuldige, wenn man so nett ist und auf eine Frage antwortet. Aber dir steht es doch frei, sachlich und wohlwollend positiv über Mielke zu schreiben. So einfach ist das bestimmt nicht, grad für dich nicht. [grins]
Wenn du das kannst, ich bin ganz Ohr. Und Beethoven freut sich bestimmt auch. [grin]

AZ
Freiheit ist ein Gut, das durch Gebrauch wächst und durch Nichtgebrauch dahinschwindet. Keiner darf für sich den Besitz der Wahrheit beanspruchen, sonst wäre er unfähig zu Kompromiß und überhaupt zu Zusammenleben.
R. v. Weizsäcker
Benutzeravatar
augenzeuge
Flucht und Ausreise
Flucht und Ausreise
 
Beiträge: 46887
Bilder: 0
Registriert: 22. April 2010, 07:29
Wohnort: Nordrhein-Westfalen

Re: E. Mielke

Beitragvon Volker Zottmann » 29. Oktober 2018, 17:34

Nostalgiker hat geschrieben:Es geht nicht darum ob es wahr oder nicht wahr ist sondern es geht in den meisten fällen darum wie und in welchem Ton du Situationen beschreibst und das diese Situationen allgemeingültig seien.
Der gesamte Ton in diesen "wahrhaftigen" Erinnerungen und nicht nur da sondern auch hier ist hauptsächliche eins; abfällig!


Kannst Du gern so empfinden.
An keiner Stelle sind meine Schriften aber abfälliger als Deine Kommentare. Und damit kann ich sicher leben. Ist fast wie ein Ritterschlag, wenn sich Gestrige beschweren.
DDR-Nostalgiker (allgemein gemeint) und wackere uneinsichtige SED-Genossen erregen sich natürlich. Wäre auch schlimm, wenn nicht.
In weiten Teilen wird mir sogar das sonnige, das auf die Schippe nehmen und die Kurzweil beim Lesen bescheinigt. Es sollte alles genannt, aber dennoch unterhaltend sein. Was ich erreichen wollte, ist mir 100% gelungen.

Es wird aber immer die eigene Lesart und das Herangehen bestimmen, wie das der Leser empfindet.
Ebenso bei meinem "Baupionier". Hauptsächlich schreiben ehemalige Kameraden, aber auch sogar wenige alte Vorgesetzte. Nicht einmal wurde ein Bericht in Abrede gestellt. Bisher bei den persönlichen Zuschriften NUR positives Statement.

Gruß Volker
http://baupionier.zottmann.org/
http://Mein-DDR-Leben.de/

Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
(Volker Zottmann)
Benutzeravatar
Volker Zottmann
 
Beiträge: 15409
Registriert: 21. Mai 2012, 09:10

Re: E. Mielke

Beitragvon Volker Zottmann » 29. Oktober 2018, 17:58

Nostalgiker hat geschrieben:Was mich etwas stutzig macht ist dieser Eifer mit der hier über Mielke hergezogen wird was das für ein Schuft, Verbrecher, Mörder war und ist. Im Prinzip sei jede Zeile in einem Druckerzeugnis, jedes Wort in einem Medium, sobald es um Sachlichkeit bemüht ist, zu schade.

Wo bleibt hier der empörte Aufschrei das Hauptsächlich bei zwei "Info"Sendern im Fernsehen Stunde um Stunde mit dem Leben und Wirken eines gewissen Adolf Hitlers gefüllt wird, ebenso das stundenlange Abfeiern deutscher Kriegstechnik, welche die bester der Welt gewesen sein soll, auf diesen Kanälen.


Über Mielke zieht doch hier keiner mehr her.
Hier erregen sich alle bisherigen Schreiber lediglich über @Beethoven und seine Sicht auf Mörder Mielke.
Da hilft auch nicht Dein Ablenkungsmanöver mit Hitler. Was hat Hitler im Mielke-Thread verloren?
Dich hindert niemand, einen separaten Thread ohne jede Scheinheiligkeit zu eröffnen.

Gruß Volker
http://baupionier.zottmann.org/
http://Mein-DDR-Leben.de/

Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
(Volker Zottmann)
Benutzeravatar
Volker Zottmann
 
Beiträge: 15409
Registriert: 21. Mai 2012, 09:10

Re: E. Mielke

Beitragvon AkkuGK1 » 29. Oktober 2018, 18:12

Das kann ich dir sagen Volker, der Adolf war genauso standhaft wie Erich.
König von Deutschland, das kann ich mir richtig vorstellen, die Gefängnisse wären voll mit Gesperrten - ich bin raus.
AkkuGK1
 
Beiträge: 3517
Registriert: 19. Februar 2015, 18:47

Re: E. Mielke

Beitragvon Volker Zottmann » 29. Oktober 2018, 18:15

AkkuGK1 hat geschrieben:Das kann ich dir sagen Volker, der Adolf war genauso standhaft wie Erich.

Feige war Hitler. Nur Erich war mutig, hat sich nicht selbst gerichtet. [flash] (Lesart @Beethoven)


Gruß Volker
http://baupionier.zottmann.org/
http://Mein-DDR-Leben.de/

Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
(Volker Zottmann)
Benutzeravatar
Volker Zottmann
 
Beiträge: 15409
Registriert: 21. Mai 2012, 09:10

Re: E. Mielke

Beitragvon Grenzwolf62 » 29. Oktober 2018, 18:39

Was ich damals nach der Wende nicht verstanden habe war das Mielke in seiner Neubauwohnung dahinscheiden durfte und nicht in Moabit.
Wenn man sieht wie man heute eifrig 98jährige liegend zum Haftantritt rollt, nun ja, da hat der noch Glück gehabt das der Klassenfeind so lieb zu ihm war.
Sex und Golf können Spaß machen auch wenn man davon nicht viel Ahnung hat.
Benutzeravatar
Grenzwolf62
 
Beiträge: 3184
Registriert: 15. Februar 2015, 23:05
Wohnort: Chemnitz

Re: E. Mielke

Beitragvon zonenhasser » 29. Oktober 2018, 23:53

Grenzwolf62 hat geschrieben:Was ich damals nach der Wende nicht verstanden habe war das Mielke in seiner Neubauwohnung dahinscheiden durfte und nicht in Moabit.

Nach bundesdeutschem Recht muss ein Mörder mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft werden. Warum bekam Mielke für einen Doppelmord nur 6 Jahre? Es wurde wohl nach dem zum Tatzeitpunkt 1931 geltenden Recht geurteilt. Für einen 85-Jährigen sind natürlich 6 Jahre fast lebenslang. Mielke war zum Tatzeitpunkt 23 Jahre alt. Es hätte nicht viel gefehlt, dass ein 85-Jähriger vor dem Jugendrichter gestanden hätte. Herbert Wehner war übrigens Tatzeuge. Der war bereits 1990 verstorben und stand dem Gericht nicht als Zeuge zur Verfügung. Das Gericht war auf Prozessakten aus dem September 1933 angewiesen, da nur noch ein Tatzeuge existierte, der Mielke jeoch nicht identifizierte. Siehe Artikel "Gedankenprodukte der Gestapo" in der ZEIT vom 27. März 1992.
Die “Rote Fahne” schrieb noch “wir werden siegen”, da hatte ich mein Geld schon in der Schweiz.
Bert Brecht
Benutzeravatar
zonenhasser
 
Beiträge: 932
Registriert: 19. Juli 2012, 23:25
Wohnort: Sachsen

Re: E. Mielke

Beitragvon Interessierter » 29. Januar 2019, 13:47

Enkel erinnert sich - Als Erich Mielke meinen Großvater erschoss

Bild

An die Zeiten der kommunistischen Gewaltherrschaft hat Manfred Ziche (80) viele üble Erinnerungen. Zwei geliebte Menschen verlor er unter der Ideologie des Kommunismus. Eine Ideologie, die sich immer als die friedlichere und menschlichere präsentierte.

Er steht vor dem Kino Babylon, am Rosa Luxemburg Platz. Manfred Ziche hat sich herausgeputzt. Feiner Anzug, gute Krawatte. Er wirkt unruhig. „In diesen Teil der Stadt komme ich nicht gern“, erzählt er. Es ist der Ort, an dem der SED–Verbrecher und Ex–Stasi-Chef Erich Mielke am 9. August 1931 seinen Großvater, den Hauptkommissar Paul Anlauf, hinterrücks erschoss.

Die Gegend hat sich im Lauf der Zeit gewandelt. Anfang der 30er-Jahre war das Viertel um den Bülowplatz (heutiger Rosa-Luxemburg-Platz) eines der übelsten in ganz Berlin. Seit Monaten tobten Auseinandersetzungen mit Kommunisten und der Polizei. 1931 befehligte Erich Mielke, der spätere Chef des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) den Parteiselbstschutz der kommunistischen Partei (KPD). Eine paramilitärisch organisierte und bewaffnete Gruppe, die auch vor Mord nicht zurückschreckte. So auch am 9. August 1931 in der Weydinger Straße, Ecke Bülowplatz.

Die Polizeioffiziere Paul Anlauf und Franz Lenk sind gerade auf Patrouille. Plötzlich krachen Schüsse! Beide Polizisten sacken tödlich getroffen zusammen. Die Pistole, aus der der Schuss kommt, ist eine Offizierspistole in den Händen von Erich Mielke. Er und sein Helfer fliehen und lassen die beiden Polizisten blutüberströmt zurück.

Mutter und Tante Ziches wohnten unweit vom Bülowplatz entfernt und bekamen mit eigenen Augen mit, wie ihr Vater, Paul Anlauf, in Ausübung seiner Pflicht von fanatischen Radikalen niedergemeuchelt wurde. Beide Komplizen des Attentates Max Matern und Erich Ziemer wurden bereits 1933 verurteilt; Matern zum Tode und Ziemer zu 15 Jahren Zuchthaus. Mielke schaffte es 1932 in die Sowjetunion.

Weiter geht es auf den Seiten 2 und drei:
https://www.berliner-kurier.de/berlin/k ... ss-4114802
Auch aus Steinen die einem in den Weg
gelegt werden,
kann man was schönes bauen
Benutzeravatar
Interessierter
 
Beiträge: 17617
Registriert: 27. Februar 2011, 13:40

Re: E. Mielke

Beitragvon AkkuGK1 » 29. Januar 2019, 16:23

warum wurde Mielke eigentlich nicht von der DDR Justiz wegen Mordes belangt - war doch ein Rechtsstaat.... [blush]
König von Deutschland, das kann ich mir richtig vorstellen, die Gefängnisse wären voll mit Gesperrten - ich bin raus.
AkkuGK1
 
Beiträge: 3517
Registriert: 19. Februar 2015, 18:47


Zurück zu Geschichtliche Themen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste