Details zum angeblichen Mord am regierungskritischen Journalisten Khashoggi

Diskussionen über die Schlagzeilen in den Medien

Details zum angeblichen Mord am regierungskritischen Journalisten Khashoggi

Beitragvon augenzeuge » 10. Oktober 2018, 18:44

Der Journalist hat Saudi-Arabien im vergangenen Jahr verlassen, weil er fürchtete, für seine Berichterstattung eingesperrt zu werden. Er floh ins Exil in die USA. In das Konsulat in Istanbul wagte er sich Vertrauten zufolge nur, um die Papiere zu bekommen, die er braucht, um seine türkische Lebensgefährtin heiraten zu können.

Bevor Khashoggi verschwand, fingen US-Geheimdienste Absprachen saudischer Beamter ab. Das berichtet die "Post" mit Verweis auf eine anonyme Quelle aus Geheimdienstkreisen. Die Saudis wollten Khashoggi zurück nach Saudi-Arabien locken und dort Hand an ihn legen, zitiert die "Post" die Quelle. Es sei nicht klar, ob sie ihn festnehmen, verhören oder umbringen wollten. Unklar sei auch, ob die US-Behörden Khashoggi angesichts ihrer Erkenntnisse gewarnt haben.

Die "Post" zitiert damit die erste nicht-türkische Insiderquelle in diesem Fall. Das ist wichtig, denn Ankara und Riad liegen seit geraumer Zeit im diplomatischen Clinch. Die gegenseitigen Vorwürfe sind daher mit besonderer Vorsicht zu genießen. Der Bericht der "Post" erhöht überdies den Druck auf Kronprinz bin Salman erheblich. Der ist in einem "Bloomberg"-Interview in der vergangenen Woche der Frage ausgewichen, ob Khashoggi in Saudi-Arabien strafrechlich verfolgt wird.

Wie in Pulp Fiction
Zusätzliche Details kommen von einer Reihe weiterer Medien. Die "New York Times" berichtet unter Verweis auf türkische Beamte, dass es einen Mordauftrag für Khasshoggi von den höchsten Ebenen des saudischen königlichen Gerichts gegeben habe. Mit Verweis auf türkische Quellen berichtet die "Times" auch, der Leichnam Khashoggis sei mit Knochensägen zerschnitten worden, um ihn unbemerkt aus dem Konsulat zu schmuggeln. "Es ist wie in Pulp Fiction", zitiert das Blatt den Beamten, der auf den mit Splatter-Szenen gespickten Filmklassiker des Regisseurs Quentin Tarantino anspielt.
Zu diesem Horrorszenario passen die Berichte von "Hurriyet". Der türkischen Zeitung zufolge kaufte ein Teil der Männer, die extra für den mutmaßlichen Mord an Khashoggi eingeflogen worden sein sollen, in Istanbul Koffer. Angeblich hatten die Männer die neuen Gepäckstücke bei ihrem Abflug dann nicht mehr dabei.

Die türkische Zeitung "Sabah" hat zuerst Fotos der Mitglieder des "Killerkommandos" samt Namen, Alter sowie Ein- und Ausreiseuhrzeit veröffentlicht. Das Blatt berichtet auch ausführlich über den Aufenthalt der 15 Männer, darunter angeblich auch ein Forensiker, in der Türkei. Laut "Sabah" kamen sie in zwei Gulfstream IV Privatjets in Istanbul an. Einige der Männer checkten in Hotels in der Nähe des Konsulats ein. Sie blieben demnach aber nicht über Nacht, sondern stiegen noch am Tag ihrer Ankunft wieder in das Flugzeug, in dem sie gekommen sind. Die Maschine flog erst nach Dubai, dann nach Riad. Ein zweites Flugzeug kam später an jenem Tag in Istanbul an. Die sechs Passagiere daraus machten sich direkt auf den Weg zum Konsulat und flogen im gleichen Jet wieder ab. Das Flugzeug nahm die Route über Kairo nach Riad.

Was geschah in der Residenz des Botschafters?
Brisanter als Ankunft, Abflug und der Checkin bei den Hotels ist vielleicht, was in der Zwischenzeit passierte. "Sabah" zufolge verließen eineinhalb Stunden, nachdem Khashoggi das Konsulat betreten hatte, sechs Fahrzeuge mit Beamten das Konsulatsgelände. Zwei weitere Fahrzeuge, darunter ein schwarzer Mercedes Vito mit getönten Scheiben, fuhren vom Konsulatsgebäude zur Residenz des Konsuls, das nur ein paar Minuten entfernt liegt. Bilder, die von Überwachungskameras zu stammen scheinen, führt "Sabah" als Beleg auf. Dem Blatt zufolge befand sich Khashoggi - oder das was von ihm übrig geblieben ist - in dem schwarzen Van. Der blieb, wie auch das andere Fahrzeug, vier Stunden vor der Residenz des Botschafters.
https://www.n-tv.de/politik/Der-Druck-a ... 64449.html

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Re: Details zum angeblichen Mord am regierungskritischen Journalisten Khashoggi

Beitragvon zonenhasser » 10. Oktober 2018, 19:04

Das Blatt berichtet auch ausführlich über den Aufenthalt der 15 Männer, darunter angeblich auch ein Forensiker, in der Türkei. Laut "Sabah" kamen sie in zwei Gulfstream IV Privatjets in Istanbul an.
Die Russen brauchen für sowas nur 2 Touristen.
Die “Rote Fahne” schrieb noch “wir werden siegen”, da hatte ich mein Geld schon in der Schweiz.
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Re: Details zum angeblichen Mord am regierungskritischen Journalisten Khashoggi

Beitragvon augenzeuge » 10. Oktober 2018, 21:32

zonenhasser hat geschrieben:
Das Blatt berichtet auch ausführlich über den Aufenthalt der 15 Männer, darunter angeblich auch ein Forensiker, in der Türkei. Laut "Sabah" kamen sie in zwei Gulfstream IV Privatjets in Istanbul an.
Die Russen brauchen für sowas nur 2 Touristen.


Na hoffentlich arbeiten die nicht demnächst zusammen.... [angst]

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Re: Details zum angeblichen Mord am regierungskritischen Journalisten Khashoggi

Beitragvon Grenzwolf62 » 10. Oktober 2018, 22:06

Also wenn ich ganz ehrlich bin, dann interessiert es mich eher marginal was die Saudis so in ihrer Türkischen Botschaft mit einem Landsmann veranstalten.
Die Araber sind halt in manchen Dingen etwas speziell.
Köpfen die Saudis nicht sogar noch öffentlich mit dem Schwert?
Gut, ich habe mal gehört die wären irgendwie unsere, oder jedenfalls Angelas, Freunde, manchmal kann man sich Freunde halt nicht aussuchen.
Ich möchte solche finsteren Mittelalter-Typen als Freund nicht geschenkt haben, aber wenn Mutti meint die bringen uns irgendwie weiter, sei es drum.
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Re: Details zum angeblichen Mord am regierungskritischen Journalisten Khashoggi

Beitragvon HPA » 11. Oktober 2018, 07:55

Ich möchte solche finsteren Mittelalter-Typen als Freund nicht geschenkt haben


Genau. Und da spielt es keine Rolle ob man da zerhackt, vergiftet oder hinterrücks erschießt.
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Re: Details zum angeblichen Mord am regierungskritischen Journalisten Khashoggi

Beitragvon Spartacus » 11. Oktober 2018, 17:36

Khashoggi?

Da dämmerte doch irgendwas in meinem Hirn. [grins]

https://de.wikipedia.org/wiki/Adnan_Kashoggi

Hat das eine mit dem anderen was zu tun?

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Re: Details zum angeblichen Mord am regierungskritischen Journalisten Khashoggi

Beitragvon augenzeuge » 12. Oktober 2018, 06:56

Die Türkei soll Videos des Mordes im Konsulat besitzen

 im Fall des verschwundenen Journalisten Jamal Khashoggi erhärtet sich der Verdacht gegen die saudische Staatsführung. Laut "Washington Post" existieren Ton- und Videoaufnahmen, die belegen sollen, dass Khashoggi vor eineinhalb Wochen im saudischen Konsulat in Istanbul ermordet wurde. Das Blatt, für das Khashoggi in der Vergangenheit selbst schrieb, beruft sich dabei auf Informationen türkischer und amerikanischer Offizieller.

Demnach belegen die Bänder, dass Khashoggi erst verhört, dann gefoltert und schließlich getötet wurde. Mehreren Offiziellen zufolge sei die Leiche des Journalisten anschließend zerstückelt worden. Zuvor hatte schon die "New York Times" unter Berufung auf türkische Sicherheitskreise berichtet, dass ein Team saudischer Agenten Khashoggi in dem Konsulat getötet, seinen Körper danach mit einer Knochensäge zerstückelt und die Reste mutmaßlich in Koffern aus dem Konsulat geschafft habe.



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Re: Details zum angeblichen Mord am regierungskritischen Journalisten Khashoggi

Beitragvon augenzeuge » 13. Oktober 2018, 09:09

"Das Schicksal Khashoggis ist ein Test für die gesamte Welt im Hinblick auf Meinungs- und Pressefreiheit. Einen Bürger nur wegen seiner kritischen Haltung zu bestrafen, verstößt gegen sämtliche humanistische Werte."

Nicht US-Präsident Donald Trump schreibt das auf Twitter. Und auch nicht Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sondern Ahmet Davutoglu, der frühere türkische Premier.

Nun ist mindestens verstörend, solche Worte von einem Politiker zu lesen, der bis 2016 einer Regierung angehörte, die mehr Journalisten ins Gefängnis gebracht hat als jede andere. Auf Twitter empören sich Nutzer zu Recht über die Doppelmoral der türkischen Führung, die im Fall Khashoggi plötzlich ihre Leidenschaft für Meinungsfreiheit entdeckt.

Und trotzdem hat Davutoglu recht: Sollte der Westen den mutmaßlichen Mord an Khashoggi durch das Regime in Riad unbeantwortet lassen, verspielt er einmal mehr seine Glaubwürdigkeit in der Region.


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Re: Details zum angeblichen Mord am regierungskritischen Journalisten Khashoggi

Beitragvon augenzeuge » 13. Oktober 2018, 17:55

Die türkische Zeitung "Sabah" berichtet über eine angebliche Tonaufzeichnung, die angeblich weitere konkrete Indizien für dieses Szenario liefern soll.

Demnach soll Kashoggis Apple-Uhr die Vorgänge in dem Konsulat aufgezeichnet haben - möglicherweise auch seine Ermordung. "Sabah" gilt als regierungsnah, bisher hat das Blatt immer wieder interne Informationen aus Sicherheitskreisen zur Causa Khashoggi publik gemacht.

Die Zeitung berichtete am Samstag, dass der Journalist noch vor Betreten des Gebäudes eine Aufnahmefunktion an seiner Apple Watch eingeschaltet habe. Sein Handy, das er seiner vor dem Konsulat wartenden Verlobten gegeben habe, sei mit der Uhr an seinem Handgelenk synchronisiert gewesen. So seien die Geräusche während seiner Exekution gespeichert worden.

Der türkische Geheimdienst MIT und die Polizei hätten die Daten, die in den iCloud-Speicher übertragen wurden, dann ausgewertet, berichtete "Sabah" weiter. iCloud ist ein Dienst von Apple, mit dem Daten gespeichert und mehreren Geräten synchronisiert werden können.


Klingt plausibel. Da kommt Saudi Arabien nur mit dem Rücktritt von Verantwortlichen wieder raus.... [denken]

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Re: Details zum angeblichen Mord am regierungskritischen Journalisten Khashoggi

Beitragvon Ari@D187 » 13. Oktober 2018, 19:51

Spartacus hat geschrieben:Khashoggi?

Da dämmerte doch irgendwas in meinem Hirn. [grins]

https://de.wikipedia.org/wiki/Adnan_Kashoggi

Hat das eine mit dem anderen was zu tun?

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Re: Details zum angeblichen Mord am regierungskritischen Journalisten Khashoggi

Beitragvon Spartacus » 14. Oktober 2018, 14:18

Ari@D187 hat geschrieben:
Spartacus hat geschrieben:Khashoggi?

Da dämmerte doch irgendwas in meinem Hirn. [grins]

https://de.wikipedia.org/wiki/Adnan_Kashoggi

Hat das eine mit dem anderen was zu tun?

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Und dann war doch da was mit Prinzessin Diana in Paris...

Ari


Richtig Ari. [grins]

Jetzt können wir schon mal anfangen, an einer Verschwörungstheorie zu basteln.

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Re: Details zum angeblichen Mord am regierungskritischen Journalisten Khashoggi

Beitragvon augenzeuge » 14. Oktober 2018, 14:23

Ihr müsst nicht basteln, gebt lieber einen Kommentar zum Vorgang selbst. Gab es das jemals, ein Mord in einem Konsulat? Wie doof ist das eigentlich?

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Re: Details zum angeblichen Mord am regierungskritischen Journalisten Khashoggi

Beitragvon Spartacus » 14. Oktober 2018, 14:40

augenzeuge hat geschrieben:Ihr müsst nicht basteln, gebt lieber einen Kommentar zum Vorgang selbst. Gab es das jemals, ein Mord in einem Konsulat? Wie doof ist das eigentlich?

AZ


Die Saudis sind die neuen Herrenmenschen, also jedenfalls benehmen sie sich so. Sie missachten sämtlich Spielregeln, die sich die Moderne Welt auferlegt hat.
Menschenrechte, Frauenrechte, Arbeitsrecht, Strafrecht? Interessiert doch die Saudis nicht und nun wunderst du dich ernsthaft?

Die halten sich für unantastbar. [mundzu]

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Re: Details zum angeblichen Mord am regierungskritischen Journalisten Khashoggi

Beitragvon augenzeuge » 14. Oktober 2018, 14:50

Sparta, das ist mir schon klar. Saudis verschwinden weltweit öfter. Aber doch nicht im Konsulat. Man muss doch wissen, dass man dort abgehört wird. War ja schon vor 35 Jahren in Ostberlin so. [grins] Ich habe damals als Ahnungsloser einen abhörsicheren Raum erstmals gesehen.
Heute ist es kaum anders in Berlin, nur besser dank moderner Technik.

Dann machen die sich selbst die Hände schmutzig?
Heute wird Trump mit dem saud. König telefonieren.
Wenn die den Mord auf Band haben, hat er keine Chance.
Das wird nicht ohne Konsequenzen bleiben. Wäre nicht der erste Prinz, der abdanken muss.

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Re: Details zum angeblichen Mord am regierungskritischen Journalisten Khashoggi

Beitragvon augenzeuge » 14. Oktober 2018, 15:36

im Fall des mutmaßlich ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi geht Saudi-Arabien auf offene Konfrontation mit den USA. Jede Handlung gegen das Land werde "mit einer größeren Handlung" beantwortet, zitiert die staatliche saudische Nachrichtenagentur Spa offizielle Quellen, die nicht näher genannt werden. Das Königreich weise jeden Versuch zurück, ihm schaden zu wollen, sei es durch Drohungen, dem Erlassen von Wirtschaftssanktionen, politischem Druck oder der Wiederholung falscher Anschuldigungen.


Na, da wird man die Quellen bald zeigen müssen.
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Re: Details zum angeblichen Mord am regierungskritischen Journalisten Khashoggi

Beitragvon augenzeuge » 16. Oktober 2018, 18:39

Genau das blieb unausweichlich....nach der Begehung des Konsulats durch türkische Kriminalisten.

Einen Mord, Zerstückelung der Leiche.....kann man heute nicht mehr verheimlichen, die Methoden der K sind zu gut.

CNN BERICHTET ÜBER FALL KHASHOGGI
Saudi-Arabien will Journalisten-Mord gestehen!



Demnach werde ein Report vorbereitet, in dem stehen soll, Khashoggi sei bei einem schiefgelaufenen Verhör ums Leben gekommen.
Der ursprüngliche Plan sei gewesen, den Kolumnisten der „Washington Post“ zu entführen, aber nicht zu töten.

Infos folgen....

Passt:
https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... eichs.html
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Re: Details zum angeblichen Mord am regierungskritischen Journalisten Khashoggi

Beitragvon zonenhasser » 16. Oktober 2018, 23:14

augenzeuge hat geschrieben: Gab es das jemals, ein Mord in einem Konsulat? Wie doof ist das eigentlich?
Ja, bei"Inspector Columbo". Der Mord geschieht bezeichnenderweise in einer fiktiven orientalischen Botschaft in L. A. durch einen Botschaftssekretär an einem Landsmann...
Bild
http://www.columbo-forum.de/index.php?s ... ndex&id=33

Wie hinterhältig:
Zu dieser Zeit, am frühen Morgen des 2. Oktober, schläft Jamal Khashoggi noch. Kurz zuvor hat er eine vermeintlich gute Nachricht vom Konsulat bekommen: Seine Scheidungspapiere lägen bereit. Um 13 Uhr soll er sie abholen kommen, dann stehe seiner Heirat mit der türkischen Doktorandin Hatice Cengiz am nächsten Tag nichts mehr im Wege...
https://www.bild.de/politik/ausland/pol ... .bild.html
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Re: Details zum angeblichen Mord am regierungskritischen Journalisten Khashoggi

Beitragvon augenzeuge » 17. Oktober 2018, 07:36

Es ist ein Thriller, fast zu grausig, um wahr zu sein.


Es gibt keinen vernünftigen Zweifel mehr daran: Der regimekritische saudische Journalist Jamal Khashoggi (60) ist tatsächlich von einem Killerkommando ermordet und zerstückelt worden! Im Istanbuler Konsulat seines Heimatlandes, am Tag vor seiner Hochzeit.


....Am 2. Oktober, kurz nach 3 Uhr früh, landen auf dem Atatürk-Flughafen in Istanbul zwei saudische Regierungsjets. An Bord: 15 saudische Beamte, darunter Agenten. Aber auch der Leiter der Forensik des Innenministeriums in der Hauptstadt Riad, ein ausgewiesener Experte für das Zerteilen eines menschlichen Körpers. Alle reisen mit Diplomatenpässen.

....Überwachungskameras zeichnen ihre Ankunft auf. Die bärtigen Männer im Freizeitlook mieten sich für den Rest der Nacht in zwei Hotels in der Nähe des saudischen Konsulats ein. Zu dieser Zeit, am frühen Morgen des 2. Oktober, schläft Jamal Khashoggi noch. Kurz zuvor hat er eine vermeintlich gute Nachricht vom Konsulat bekommen: Seine Scheidungspapiere lägen bereit. Um 13 Uhr soll er sie abholen kommen, dann stehe seiner Heirat mit der türkischen Doktorandin Hatice Cengiz am nächsten Tag nichts mehr im Wege...

Gegen Mittag fährt Khashoggi, der seit 2017 im US-Exil lebt und u.a. für die „Washington Post“ schreibt, mit seiner Verlobten zum Konsulat.

Um 13.14 Uhr betritt Khashoggi das Konsulat – eine Sicherheitskamera macht die letzten Bilder, die ihn lebend zeigen. Auf der Rückseite des Gebäudes stehen bereits schwarze Vans mit verspiegelten Scheiben bereit.

....Was nun geschieht, ist laut türkischen Quellen durch Tonaufnahmen belegt: Khashoggi wird zunächst verhört, dann gefoltert, ermordet und mit einer mitgebrachten Knochensäge zerlegt.


https://www.bild.de/politik/ausland/pol ... .bild.html

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Re: Details zum angeblichen Mord am regierungskritischen Journalisten Khashoggi

Beitragvon HPA » 17. Oktober 2018, 09:31

Eigentlich kann es darauf nur eine harte Antwort geben, Nur wird man sich, wie im Fall Russland, höchstens mit ein paar Sanktiönchen begnügen.

Wenn überhaupt

Das stabile Genie im Weißen Haus hat sich ja schon entsprechend geäußert.
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Re: Details zum angeblichen Mord am regierungskritischen Journalisten Khashoggi

Beitragvon zonenhasser » 17. Oktober 2018, 09:34

Es dauerte sieben Minuten, bis Jamal Khashoggi starb, eine türkische Quelle, die eine Audioaufnahme der letzten Momente des saudischen Journalisten gehört hat, die Middle East Eye erzählt hat. Khashoggi wurde aus dem Büro des Generalkonsuls im saudischen Konsulat in Istanbul und auf den Tisch seines Arbeitszimmers nebenan geschleppt, sagte die türkische Quelle.
Horrorhafte Schreie wurden dann von einem Zeugen unten gehört, sagte die Quelle.
"Der Konsul selbst wurde aus dem Raum gebracht. Es gab keinen Versuch, ihn zu verhören. Sie waren gekommen, um ihn zu töten", sagte die Quelle MEE.
Das Schreien hörte auf, als Khashoggi - der zuletzt am 2. Oktober beim Eintreten in das saudische Konsulat gesehen wurde - eine bisher unbekannte Substanz injiziert wurde.
Salah Muhammad al-Tubaigy, der als Chef der forensischen Beweise in der saudischen Abteilung für allgemeine Sicherheit identifiziert wurde, war einer der 15-köpfigen Trupps, die am selben Tag mit einem Privatjet in Ankara ankamen.
Tubaigy begann, Khashoggis Körper auf einem Tisch im Arbeitszimmer zu schneiden, während er noch am Leben war, sagte die türkische Quelle.
Das Töten dauerte sieben Minuten, sagte die Quelle.
Als er begann, den Körper zu zerstückeln, legte Tubaigy Kopfhörer an und hörte Musik. Er riet anderen Mitgliedern des Squads, dasselbe zu tun.
"Wenn ich diesen Job mache, höre ich Musik. Du solltest das auch tun ", wurde Tuaigy aufgezeichnet, sagte die Quelle MEE.
Eine dreiminütige Version des Tonbands wurde der türkischen Zeitung Sabah übergeben, die jedoch noch nicht veröffentlicht wurde.
Eine türkische Quelle sagte der New York Times, dass Tubaigy mit einer Knochensäge ausgestattet sei. Er ist als Präsident der Saudi Fellowship of Forensic Pathology und Mitglied der Saudi Association for Forensic Pathology aufgeführt.
Im Jahr 2014 befragte die in London ansässige saudische Zeitung Asharaq al-Awsat Tubaigy über eine mobile Klinik, in der Gerichtsmediziner innerhalb von sieben Minuten Autopsien durchführen können, um die Todesursache der Hajj-Pilger festzustellen.
Die Zeitung berichtete, dass die mobile Klinik teilweise von Tubaigy entworfen wurde und in "Sicherheitsfällen verwendet werden könnte, die eine Pathologenintervention erfordern, um eine Autopsie durchzuführen oder eine Leiche am Ort eines Verbrechens zu untersuchen".

https://www.middleeasteye.net/news/excl ... -829291552 Übersetzung: Google

"Ich mag das nicht", sagt Trump

Diesen Eindruck verstärkt ein Interview mit Trump, das die Nachrichtenagentur AP am späten Nachmittag veröffentlichte: "Schon wieder dieses 'schuldig bis zum Beweis der Unschuld'. Ich mag das nicht", erklärt Trump dort. "Wir haben das gerade mit Richter Kavanaugh durchgemacht und er war völlig unschuldig meiner Meinung nach. Wir müssen also herausfinden, was passiert ist." Brett Kavanaugh war von Trump für den Supreme Court nominiert worden und trotz Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens als Jugendlicher und Student vom Senat bestätigt worden.

https://www.sueddeutsche.de/politik/mut ... -1.4173511

Trump hat geschrieben:I think we have to find out what happened first. You know, here we go again with, you know, you’re guilty until proven innocent. I don’t like that. We just went through that with Justice Kavanaugh.
https://www.apnews.com/a28cc17d27524050b37f4d91e087955e
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Re: Details zum angeblichen Mord am regierungskritischen Journalisten Khashoggi

Beitragvon augenzeuge » 17. Oktober 2018, 15:46

Ekelhafte Schilderung... [angst]

Eigentlich jetzt schon ein riesiges Desaster für die Saudis. Pompeo meinte, der alte König bekommt die Dinge kaum noch mit. Bleibt die Frage, was der junge Scheich davon gewusst hat, gewusst haben muss oder kann.

Ich begreife immer noch nicht, wie man so dusslig sein konnte, einen Mord im Konsulat zu planen....15 Leute reisen im Privatjet an.....und am Ende die Funktion der Apple Uhr nicht erkannte.
Das alles hätte vermutlich kaum einer für möglich gehalten....

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Re: Details zum angeblichen Mord am regierungskritischen Journalisten Khashoggi

Beitragvon zonenhasser » 17. Oktober 2018, 16:11

augenzeuge hat geschrieben:und am Ende die Funktion der Apple Uhr nicht erkannte.

Dass die Uhr Audiodateien zum Handy, das die Verlobte vor dem Konsulat hatte, gesendet hat, liest man nicht mehr. Vielmehr werden Abhörprotokolle des türkischen Geheimdiensts durchgestochen - wenn ich das richtig verstanden habe. Jedenfalls waren die Saudis so naiv zu glauben, dass ihr Konsulat von den Türken nicht abgehört wird.

Offensichtlich hat die saudische Führung um den Thronfolger Muhammad Bin Salman die Weiterungen der mutmaßlichen Tötung (Ermordung?) des saudischen Dissidenten unterschätzt. So wie sie die technischen Fähigkeiten der türkischen Sicherheitsbehörden zum Abhören und zum Ausspähen unterschätzt hat.
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... 41644.html
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