Damals im Westen

Re: Damals im Westen

Beitragvon HPA » 16. Oktober 2018, 13:09

Du soilltest mich schon im Gesamtzusammenhang zitieren bevor Du Dir eine Antwort zusammenphantasierst. [grins]

Denn der BND ist nicht NICHT zusammengeklappt wie ein nasser Pappkarton.
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Re: Damals im Westen

Beitragvon karnak » 16. Oktober 2018, 14:04

Im Nachhinein betrachtet war diese offensichtlich völlig überzogene Postüberwachung, wie die angestrebte und so ziemlich durchgesetzte hermetische Schließung der Grenze und zwar fast ausschließlich für die eigenen Leute, die Beschränkung der Pressefreiheit, dass Verfolgen Andersdenkender bis in die eigene Partei hinein Ausdruck einer Ohnmacht die einfach in einem Widerstand enden musste der nicht mehr beherrschbar war. Man hatte keine wirkliche Medizin, dass in die Welt gesetzte Kind mit eigener Kraft leben zu lassen, man hat versucht ihm Leben einzuhauchen, es hat nicht funktioniert, war einfach zu viel Frühgeburt. Mit welchen Argumenten wöllte man denn das alles nun wirklich entkräften ohne sich lächerlich zu machen? Man kann gerne auseinanderklamüsern warum ein MfS als ausführendes Staatsorgan, und das bleibt ein Punkt, dieses und jenes angekurbelt hat um ihre " Pflicht zu tun" den Staat zu sichern, was hätte es als solches auch anderes tun sollen? Das ändert aber nichts an der Gesamtanalyse und dem Endresultat.
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Re: Damals im Westen

Beitragvon Grenzwolf62 » 16. Oktober 2018, 14:20

Ich frage mich auch heute noch was passiert wäre wenn man die Leute ohne viel Brimborium z.B. zu ihren Verwandten in die BRD hätte fahren lassen, klar wären einige nicht wieder zurück gekommen, aber die Mehrheit wäre wohl einfach wieder ganz normal nach hause gefahren.
Man hätte so viel anders machen können, wenn es die Sowjets erlaubt hätten und dann hätten viele auch wirklich gedacht das die DDR kein so schlechtes Land zum Leben ist, aber leider, man setzte auf Abschottung und Gängelei und dann waren es halt nur 40 Jahre bis es vorbei war.
Was man auch hätte mit dem Geld machen können was diese Monstergrenze und die Stasi gekostet hat, irgendwie ist das wirklich grandios schief gelaufen was die Tattergreise im Politbüro als der Weisheit letzten Schuss angesehen haben.
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Re: Damals im Westen

Beitragvon augenzeuge » 16. Oktober 2018, 14:35

Das ist ein Irrglaube, Grenzwolf62.

Die Bedingungen in der DDR waren nun mal so, dass die gesicherte Grenze dem Überleben diente.
Ohne Mauer wäre man sicher untergegangen.

Krenz und Schabowski waren selbst nach Mauerfall 89 anfangs überzeugt, dass die meisten zurück kommen. Aber da irrten sie wie du heute.

Nein, einer offenen DDR fehlte einfach das überzeugte Volk.
1949 war das noch weitgehend da, aber die diktatorische Politik hat es schnell zerstört.
AZ
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Re: Damals im Westen

Beitragvon Grenzwolf62 » 16. Oktober 2018, 14:48

augenzeuge hat geschrieben:Das ist ein Irrglaube, Grenzwolf62.

Die Bedingungen in der DDR waren nun mal so, dass die gesicherte Grenze dem Überleben diente.
Ohne Mauer wäre man sicher untergegangen.

Krenz und Schabowski waren selbst nach Mauerfall 89 anfangs überzeugt, dass die meisten zurück kommen. Aber da irrten sie wie du heute.

Nein, einer offenen DDR fehlte einfach das überzeugte Volk.
1949 war das noch weitgehend da, aber die diktatorische Politik hat es schnell zerstört.
AZ


Also nach dem Mauerfall waren ich und viele die ich kannte auch mal den Westen angucken, abends waren wir dann wieder daheim.
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Re: Damals im Westen

Beitragvon karnak » 16. Oktober 2018, 14:51

Grenzwolf62 hat geschrieben:Ich frage mich auch heute noch was passiert wäre wenn man die Leute ohne viel Brimborium z.B. zu ihren Verwandten in die BRD hätte fahren lassen, klar wären einige nicht wieder zurück gekommen, aber die Mehrheit wäre wohl einfach wieder ganz normal nach hause gefahren.
Man hätte so viel anders machen können, wenn es die Sowjets erlaubt hätten und dann hätten viele auch wirklich gedacht das die DDR kein so schlechtes Land zum Leben ist, aber leider, man setzte auf Abschottung und Gängelei und dann waren es halt nur 40 Jahre bis es vorbei war.
Was man auch hätte mit dem Geld machen können was diese Monstergrenze und die Stasi gekostet hat, irgendwie ist das wirklich grandios schief gelaufen was die Tattergreise im Politbüro als der Weisheit letzten Schuss angesehen haben.

Vergiss es einfach, selbst wenn man alles richtig gemacht hätte, und damit meine ich nicht nur dass bisschen DDR sondern das Ganze soz. Lager, dann hätte von der anderen Seite das Reagan -System gegriffen, kein Dollar oder DM wäre zu schade gewesen damit es bei den Anderen nicht funktioniert. Das wäre dann die andere Seite der Medaille gewesen, es gab keine Lösung, es konnte nicht funktionieren,und es durfte aus Sicht der westlichen Seite auch nicht funktionieren, bei Strafe ihres eigenen Untergangs, dass konnten sie nicht zulassen. Das Ganze " Brimborium" , ob man nun in den Westen fahren konnte, letztlich wäre es nebensächlich gewesen. Es bleibt der Knackpunkt, die Zeit dafür war einfach noch nicht gekommen, gegen eine prosperierende Welt des Kapitalismus war nicht zu gewinnen. Im Notfall hatte er alle ökonomischen Möglichkeiten uns den Garaus zu machen. Den Notfall und das Geld konnte er in großen Teilen sparen, wir haben es in unserer Not zur Genüge selbst gegen die Wand gefahren. [flash]
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Re: Damals im Westen

Beitragvon augenzeuge » 16. Oktober 2018, 15:02

Also nach dem Mauerfall waren ich und viele die ich kannte auch mal den Westen angucken, abends waren wir dann wieder daheim.

Ich denke, du weißt wie ich und jeder andere auch, warum es zu überstürzten DM Einführung kam. Nicht weil die Leute da blieben....


kein Dollar oder DM wäre zu schade gewesen damit es bei den Anderen nicht funktioniert.

Eine Chance hätte das soz. Lager nur dann gehabt, wenn es wirkluch von Dollar und DM unabhängig gewesen wäre....
Aber in Wahrheit hing man am Tropf der kapitalistischen Währung. Das konnte nix werden.

AZ
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Re: Damals im Westen

Beitragvon Ari@D187 » 16. Oktober 2018, 15:07

HPA hat geschrieben:Manche können es eben immer noch nicht verwinden, dass ihr heißgeliebtes Überwachungs und Repressionsorgan zusammengeklappt ist wie ein feuchter Pappkarton . Mitsamt des Staates für den dieser stand.[...]

Bis heute wird dieser Anschein vermittelt. Tatsächlich zieht die Schtaasie bis heute die Strippen im Hintergrund.
Wie sonst lassen sich 13 Jahre Merkel, Schulz, Nahles und der Niedergang der Volksparteien erklären? [flash]

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Re: Damals im Westen

Beitragvon Grenzwolf62 » 16. Oktober 2018, 15:09

augenzeuge hat geschrieben:
Also nach dem Mauerfall waren ich und viele die ich kannte auch mal den Westen angucken, abends waren wir dann wieder daheim.

Ich denke, du weißt wie ich und jeder andere auch, warum es zu überstürzten DM Einführung kam. Nicht weil die Leute da blieben....


kein Dollar oder DM wäre zu schade gewesen damit es bei den Anderen nicht funktioniert.

Eine Chance hätte das soz. Lager nur dann gehabt, wenn es wirkluch von Dollar und DM unabhängig gewesen wäre....
Aber in Wahrheit hing man am Tropf der kapitalistischen Währung. Das konnte nix werden.

AZ


Die Währungsunion war wohl hauptsächlich als Vorbereitung des unausweichlichen Anschlusses gedacht.
Der Spruch "Kommt die D-Mark nicht zu uns gehen wir zu ihr" hat da wohl weniger damit zu tun.
Viele haben auch mit D-Mark im Westen gearbeitet und im Osten gewohnt.
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Re: Damals im Westen

Beitragvon karnak » 16. Oktober 2018, 15:22

augenzeuge hat geschrieben:Eine Chance hätte das soz. Lager nur dann gehabt, wenn es wirkluch von Dollar und DM unabhängig gewesen wäre....
Aber in Wahrheit hing man am Tropf der kapitalistischen Währung. Das konnte nix werden.

AZ

Und das ist unmöglich, niemand ist so stark das er gegen den Strom einer existierenden Welt und eines Weltmarktes auf Dauer existieren kann, noch viel weniger wenn es tiefgreifende weltanschauliche Differenzen gibt, man die andere Seite als Klassenfeind sieht und die Anderen einen selbst als Reich des Bösen.
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Re: Damals im Westen

Beitragvon augenzeuge » 16. Oktober 2018, 15:29

Wie es geht, siehst du doch an China.
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Re: Damals im Westen

Beitragvon Grenzwolf62 » 16. Oktober 2018, 15:35

China als ein sozialistisches oder gar kommunistisches Land einzustufen ist aber recht verwegen.
Das einzige Kommunistische an China ist das K im Parteiname.
Ansonsten halt Kapitalismus in Reinstform und irgendeine Diktatur, weil man wohl anders so ein Riesenvolk nicht bändigen kann.
Zuletzt geändert von Grenzwolf62 am 16. Oktober 2018, 15:38, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Damals im Westen

Beitragvon karnak » 16. Oktober 2018, 15:38

China hat sich vom Staatssozialismus in den Staatskapitalismus gerettet, damit haben sie sich aus der Schusslinie der Systemkämpfer begeben, die Gefahr China will an den Grundsäulen des vorherrschenden ökonomischen Weltsystem sägen ist nicht mehr gegeben, damit sind sie mit ihrer ökonomischen Dominanz viel ungefährlicher als sie es mit einem Veränderungswillen der Welt wären.
Zu erwähnen wäre noch, dass ein Staatskapitalismus einem Privatkapitalismus weit überlegen sein dürfte, ich denke der Westen ahnt das zumindest schon. Und DIESMAL ist er in der Rolle kein Kraut zu finden was dem gewachsen ist. [flash]
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Re: Damals im Westen

Beitragvon augenzeuge » 16. Oktober 2018, 15:48

Grenzwolf62 hat geschrieben:China als ein sozialistisches oder gar kommunistisches Land einzustufen ist aber recht verwegen.
Das einzige Kommunistische an China ist das K im Parteiname.
Ansonsten halt Kapitalismus in Reinstform und irgendeine Diktatur, weil man wohl anders so ein Riesenvolk nicht bändigen kann.


Offiziell ist es sozialistisch.
Über dreieinhalb Stunden erwähnt Xi Jinping das Wort „Sozialismus“ 148 Mal.
[flash]

Ansonsten hast du recht, früh-kapitalistische Züge sind unverkennbar. Jeder AN in Westeuropa ist besser abgesichert als in China. Nur offiziell ist das anders.

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Re: Damals im Westen

Beitragvon Grenzwolf62 » 16. Oktober 2018, 16:01

Frühkapitalistische Züge siehst du in China?
Ich sehe da einen Top-Kapitalistisch aufgestellten hegemonistisch agierenden Globalplayer vom allerfeinsten.
Die Chinesen haben erkannt das es einfacher ist den Rest der Welt einfach zu kaufen als irgendwelche revolutionären Aktionen zu exportieren.
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Re: Damals im Westen

Beitragvon karnak » 16. Oktober 2018, 16:06

[grin] Das mit dem " früh-kapitalistischen Zügen " hat ein bisschen was von dem " Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf" DIESMAL werden uns die Anderen noch arg zu schaffen machen und elendig in die Enge treiben. Denn spätestens wenn wir die " bessere Absicherung" unserer Leute zurückschrauben wollen weil wir nicht mehr mithalten können mit dem Staatskapitalismus werden unsere Leute wenig Verständnis dafür haben und DIESMAL rücken dann wir immer näher an die Wand, die Gefahr einer " friedlichen Revolution" köchelt dann hoch. Ich befürchte fast so wie damals gibt es auch heute keine wirkliche Lösung dafür.
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Re: Damals im Westen

Beitragvon zonenhasser » 16. Oktober 2018, 16:42

karnak hat geschrieben:weil wir nicht mehr mithalten können mit dem Staatskapitalismus

Das ist gar nicht ausgemacht. Auch in China steigen die Löhne.
karnak hat geschrieben:werden unsere Leute wenig Verständnis dafür haben und DIESMAL rücken dann wir immer näher an die Wand, die Gefahr einer " friedlichen Revolution" köchelt dann hoch. Ich befürchte fast so wie damals gibt es auch heute keine wirkliche Lösung dafür.

Erstmal sind die Chinesen dran, sich politische Freiheiten zu erkämpfen. Bislang konnte man sie mit Konsum ruhigstellen. Aber das wird nicht ewig gehen. Junge Leute wollen internationale Standards nicht nur bei ihren Handys, sondern auch bei ihren Rechten.
Die “Rote Fahne” schrieb noch “wir werden siegen”, da hatte ich mein Geld schon in der Schweiz.
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Re: Damals im Westen

Beitragvon augenzeuge » 16. Oktober 2018, 16:45

Grenzwolf62 hat geschrieben:Frühkapitalistische Züge siehst du in China?
Ich sehe da einen Top-Kapitalistisch aufgestellten hegemonistisch agierenden Globalplayer vom allerfeinsten.
Die Chinesen haben erkannt das es einfacher ist den Rest der Welt einfach zu kaufen als irgendwelche revolutionären Aktionen zu exportieren.


Beides ist richtig. Bei früh-kapitalistisch beziehe ich mich auf die Art der Ausbeutung und Absicherung der Arbeiter. Die ist dort in etwa so, wie bei uns vor 150 Jahren.
Wer vom Gerüst fällt hat Pech.

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Re: Damals im Westen

Beitragvon karnak » 16. Oktober 2018, 16:55

Kennst doch meine Meinung, politische Freiheiten an sich mögen ein paar Intellektuelle wirklich interessieren, dem " Malocher" sind die fast wurst wenn die Fleischtöpfe gefüllt sind. Wer die füllt, ob Diktator oder Demokrat, und auf wessen Knochen, dass ist völlig nebensächlich, deswegen gibt es keinen wirklichen Widerstand. In Leipzig wären ein paar Lengsfelder um den Ring marschiert, tausende hätten sie nicht hinter sich gebracht wegen politischer Rechte. Mag bitter sein, aber so ist es nun mal, der Mensch rechnet sich aus er hat so seine 80 Jahre auf dem Planeten und in denen möchte er eine gute Zeit haben, wie will man es ihm verdenken.
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Re: Damals im Westen

Beitragvon zonenhasser » 16. Oktober 2018, 17:14

karnak hat geschrieben: In Leipzig wären ein paar Lengsfelder um den Ring marschiert, tausende hätten sie nicht hinter sich gebracht wegen politischer Rechte.

Ich bin mitgelaufen: so war es zu Beginn nicht. Da standen eindeutig politische Forderungen an erster Stelle wie Reise,- Presse,- Meinungs- und Wahlfreiheit. Die waren auch schnell erfüllt. Dann erst merkten die Leute, dass Bärbel Bohley und Christa Wolf Utopisten waren und der Ruf "Wir sind das Volk" wandelte sich in "Wir sind ein Volk!".
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Re: Damals im Westen

Beitragvon zonenhasser » 16. Oktober 2018, 17:18

karnak hat geschrieben:Vergiss es einfach, selbst wenn man alles richtig gemacht hätte, und damit meine ich nicht nur dass bisschen DDR sondern das Ganze soz. Lager, dann hätte von der anderen Seite das Reagan -System gegriffen, kein Dollar oder DM wäre zu schade gewesen damit es bei den Anderen nicht funktioniert.

Der Westen hatte lange nicht begriffen, dass ihm der Osten nur militärisch gefährlich werden konnte, nie jedoch ökonomisch.
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Re: Damals im Westen

Beitragvon Merkur » 17. Oktober 2018, 07:54

augenzeuge hat geschrieben:
 Sind 1,6 Millionen kontrollierte Briefsendungen in einem Jahr für mich kein „Einzelfall“.

Einigen wir uns auf Stichproben. [hallo]
AZ


Was für ein konkretes Lagebild eher unlogisch wäre.
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
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Re: Damals im Westen

Beitragvon augenzeuge » 17. Oktober 2018, 08:12

Merkur hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:
 Sind 1,6 Millionen kontrollierte Briefsendungen in einem Jahr für mich kein „Einzelfall“.

Einigen wir uns auf Stichproben. [hallo]
AZ


Was für ein konkretes Lagebild eher unlogisch wäre.


Es konnte gar nicht um ein konkretes Lagebild gehen. Wieviel Prozent Kontrolle hätte man da deiner Meinung nach haben müssen? Ganz sicher deutlich mehr als 1%, oder?
Das wiederum hatte allerdings Abtlg. M, zum Vergleich. Denen entging nicht ein einziges Paket Richtung West....
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Re: Damals im Westen

Beitragvon Nostalgiker » 17. Oktober 2018, 08:42

augenzeuge hat geschrieben: ..... Denen entging nicht ein einziges Paket Richtung West....
AZ


Mit dieser Behauptung hängst du dich sehr weit aus dem Fenster.
Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich gerne hätten.

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Re: Damals im Westen

Beitragvon augenzeuge » 17. Oktober 2018, 08:51

Nostalgiker hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben: ..... Denen entging nicht ein einziges Paket Richtung West....
AZ


Mit dieser Behauptung hängst du dich sehr weit aus dem Fenster.

Absolut nicht. Es musste durch die Kontrolle. Frag mal, wie der Ablauf war.

Und bei allen Paketen, die aus dem Westen kamen, war dies sogar dokumentiert.
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Re: Damals im Westen

Beitragvon Nostalgiker » 17. Oktober 2018, 09:01

Ach wirklich?

Hast du jemals auf einem Postgüterbahnhof gearbeitet wo die Waggons mit Paketen beladen wurden, bzw. entladen?
Das waren also alles Stasi-Leute welche dort gearbeitet haben?
Denn genau dieses willst du mir verkaufen .......
Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich gerne hätten.

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Re: Damals im Westen

Beitragvon augenzeuge » 17. Oktober 2018, 09:04

Nein, das wollte ich dir nicht verkaufen. Aber das weißt du. [grins]

Mach nicht immer mehr draus, als man geschrieben hat. Die Tatsachen sind eindeutig. Vielleicht kann dir Merkur erzählen, wie der Weg eines Paketes war.
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Re: Damals im Westen

Beitragvon Nostalgiker » 17. Oktober 2018, 09:11

Dann benenn doch die Tatsachen wenn du sie meinst zu wissen.
Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich gerne hätten.

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Re: Damals im Westen

Beitragvon Volker Zottmann » 17. Oktober 2018, 09:15

Wer heute noch behauptet, dass nicht JEDES Westpaket den Zoll der DDR durchlief, der verherrlicht eine Diktatur, die stets aus den Paketen das entnahm, was gefiel oder diese Sendungen ganz verschwinden ließ.

Gruß Volker
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http://Mein-DDR-Leben.de/

Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
(Volker Zottmann)
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Re: Damals im Westen

Beitragvon augenzeuge » 17. Oktober 2018, 09:16

Nostalgiker hat geschrieben:Dann benenn doch die Tatsachen wenn du sie meinst zu wissen.


Es gibt eine Veröffentlichung über die Postkontrollämter von Herrn Hermann-Josef Müller (2007, 2.Auflage, Zollkontrolle der STASI - Handbuch und Katalog).

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