Unrecht nie gesühnt

Aufarbeitung und Schlußfolgerungen

Unrecht nie gesühnt

Beitragvon Interessierter » 6. September 2018, 10:19

Historiker zieht Bilanz: Vielen DDR-Funktionären geht es heute besser als ihren Opfern

25 Jahre nachdem die Justiz Anklage gegen Erich Honecker erhob, ist die juristische Aufarbeitung des DDR-Unrechts noch immer für viele SED-Opfer ein großer Skandal. Wie viele Täter wurden verurteilt, wer kam davon?


Sehr geringe Verurteilungszahlen


Schon die Art, wie Honecker einer Bestrafung entging, zeigt, dass der häufig nach der Wiedervereinigung erhobene Vorwurf einer angeblichen „Siegerjustiz“ mit der Realität nichts zu tun hatte. Das trifft auch aus zwei Gründen nicht zu:

Erstens wurde mit der Aufarbeitung des Unrechts bereits nach dem Sturz Honeckers im Dezember 1989 von der Generalstaatsanwaltschaft der DDR selbst begonnen.

Zweitens zeigen die sehr geringen Zahlen der Verurteilungen, wie absurd der Vorwurf war. Dass er für gewöhnlich von ehemaligen Stasi-Mitarbeitern und Funktionären erhoben wurde, die sich fälschlicherweise als Stimme der Ostdeutschen ausgaben, sei nur am Rande erwähnt.

Nur 40 Täter mussten ins Gefängnis

Der zweite Grund für die Absurdität des „Siegerjustiz“-Vorwurfs sind die Zahlen der Verurteilten. Insgesamt wurde gegen etwa 100.000 Beschuldigte in rund 75.000 Verfahren ermittelt. Es wurden aber nur gegen 1737 Personen in 1021 Verfahren tatsächlich Anklage erhoben. Gut die Hälfte dieser Verfahren endete nach Angaben des Forschungsprojektes „Strafjustiz und DDR-Unrecht“ mit einer Verurteilung, von denen wiederum ein sehr großer Teil mit einer Bewährungs- oder Geldstrafe endete.

Nur in 40 Fällen mussten die Verurteilten ins Gefängnis – viele davon hatten der Staatsführung oder der SED-Spitze angehört.
„Es war damals der politische common sense, Milde gegen die ehemaligen Täter walten zu lassen“, kritisiert Knabe. Am Willen der Staatsanwaltschaften habe das nicht gelegen. Die Verjährungsfristen sind in der Bundesrepublik sehr kurz angesetzt, zugleich waren die Verfolgungsbehörden personell schlecht ausgestattet, was die Ermittlungsdauer oft sehr in die Länge gezogen habe. „Das alles wirkte wie eine kalte Amnestie durch die Hintertür“, sagt Knabe.

Die Rolle von Stasi-Chef Mielke blieb ungesühnt

Eine der schlimmsten Vertreter des SED-Unrechtsstaates, wurde nie wegen seiner Untaten gegen DDR-Bürger verurteilt: Stasi-Chef Erich Mielke. Denn auch er spürte die Milde der rechtstaatlichen Justiz und wurde wegen angeblicher Verhandlungsunfähigkeit in diesem Punkt nicht mehr verfolgt.

Die Geschichte hatte aber für Mielke eine besondere Ironie parat – er wurde wegen eines Mordes an zwei Berliner Polizisten im Jahr 1931 verurteilt und musste mehrere Jahre im Gefängnis verbringen. Pech für Mielke: Mord verjährt nach deutschem Recht nicht – auch, wenn die Tat Jahrzehnte zurückliegt.

https://www.focus.de/wissen/mensch/gesc ... 35753.html
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Re: Unrecht nie gesühnt

Beitragvon Nostalgiker » 6. September 2018, 10:25

Es war natürlich sehr perfide von E. Honecker gewesen einfach so Krebs zu bekommen damit einer Verurteilung zu "entgehen" wie sich der Stasi-Experte Hubertus Knabe empört.
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Re: Unrecht nie gesühnt

Beitragvon zonenhasser » 7. September 2018, 10:24

Honecker hat wenigstens noch miterleben müssen wie sein Lebenswerk - seine Partei, sein Staat zusammenfiel. Und dass er und die ehemalige Volksbildungsministerin ausgerechnet bei einem barmherzigen Pfarrer Asyl bekamen, dessen Kinder kein Abitur machen durften, ist skurril.
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Re: Unrecht nie gesühnt

Beitragvon Beethoven » 7. September 2018, 11:02

Ja, man kann natürlich darüber denken wie man will.
Ich komme nicht umhin zu bemerken, dass die DDR ein souveräner Staat war. Entsprechend den Gesetzen dieses Staates, kann man meiner Meinung nach nur das juristisch verfolgen, was gegen geltendes Menschenrecht verstoßen hat. Und da war halt nicht mehr zu holen.

Nach dem Zusammenbruch von Nazideutschland, wurden auch "nur" die juristisch belangt, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben.
Die vielen deutschen Angehörigen der Wehrmacht, die in fremden Land standen und dort getötet haben, ob nun im Rahmen von Gefechten dieses Raubkrieges oder auch nicht in bewaffneter Konfrontation mit den Soldaten der überfallenen Länder, standen ja auch nicht vor Gericht. Sonst wäre vermutlich die Hälfte unserer Väter und Großväter verurteilt worden.
Und diese Männer haben Menschen getötet.
Die Masse der Herrschaften, die Hubertus Knabe verurteilt sehen will, haben nicht mal die Hand gegen einen anderen Menschen erhoben, geschweige denn gemordet oder getötet.
Die vielen kleinen Nazis, die das Land am Laufen hielten, wurden auch nicht bestraft. Selbst die Angehörigen der GeStPo und SS saßen nur sehr selten vor dem Kadi.

Was also soll diese Doppelzüngigkeit?

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Re: Unrecht nie gesühnt

Beitragvon Ari@D187 » 7. September 2018, 12:14

Interessierter hat geschrieben:[
Eine der schlimmsten Vertreter des SED-Unrechtsstaates, wurde nie wegen seiner Untaten gegen DDR-Bürger verurteilt: Stasi-Chef Erich Mielke. Denn auch er spürte die Milde der rechtstaatlichen Justiz und wurde wegen angeblicher Verhandlungsunfähigkeit in diesem Punkt nicht mehr verfolgt.
[...]

Im greisen Alter von 85 Jahren ist es eher wahrscheinlich als angeblich, dass eine Person verhandlungsunfähig ist. Zudem saß er zu dem Zeitpunkt ohnehin in Haft.

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Re: Unrecht nie gesühnt

Beitragvon Volker Zottmann » 7. September 2018, 13:12

Beethoven hat geschrieben:Ja, man kann natürlich darüber denken wie man will.
Ich komme nicht umhin zu bemerken, dass die DDR ein souveräner Staat war.
Freundlichst

Da beginnt schon Dein Irrtum!
Es ist doch inzwischen hinlänglich bekannt, dass die DDR nicht eine einzige Minute souverän war.

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Re: Unrecht nie gesühnt

Beitragvon zonenhasser » 7. September 2018, 13:12

Beethoven hat geschrieben:Die Masse der Herrschaften, die Hubertus Knabe verurteilt sehen will, haben nicht mal die Hand gegen einen anderen Menschen erhoben, geschweige denn gemordet oder getötet.
Die vielen kleinen Nazis, die das Land am Laufen hielten, wurden auch nicht bestraft. Selbst die Angehörigen der GeStPo und SS saßen nur sehr selten vor dem Kadi.

Was also soll diese Doppelzüngigkeit?


Man muss nicht die Fehler der Geschichte wiederholen.
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Re: Unrecht nie gesühnt

Beitragvon karnak » 7. September 2018, 13:30

Das ist doch nun wirklich eine richtig blöde Begründung um zum Ausdruck zu bringen , dass einem EIGENTLICH die erste Diktatur lieber war als die Zweite, in der Ersten hat man zwar ein paar Juden vergast, einen hirnlosen Krieg vom Zaun gebrochen, aber zum Glück nicht die Grundsatzfrage gestellt in deren Beantwortung die eigentliche Misere steckt.
Diese Penetranz werfe ich nicht Dir persönlich vor, dafür sind wir beide viel zu bedeutungslos in der Zeitgeschichte, es muss nur immer wieder gesagt werden damit es nicht in Vergessenheit gerät wie wohl angedacht.
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Re: Unrecht nie gesühnt

Beitragvon zonenhasser » 7. September 2018, 13:40

karnak hat geschrieben:Das ist doch nun wirklich eine richtig blöde Begründung um zum Ausdruck zu bringen , dass einem EIGENTLICH die erste Diktatur lieber war als die Zweite, in der Ersten hat man zwar ein paar Juden vergast, einen hirnlosen Krieg vom Zaun gebrochen, aber zum Glück nicht die Grundsatzfrage gestellt in deren Beantwortung die eigentliche Misere steckt.
Diese Penetranz werfe ich nicht Dir persönlich vor, dafür sind wir beide viel zu bedeutungslos in der Zeitgeschichte, es muss nur immer wieder gesagt werden damit es nicht in Vergessenheit gerät wie wohl angedacht.


Hast Du mich gemeint? Wie kommst Du auf solchen Vorwurf? Unverschämte Unterstellung! Wo habe ich NS-Diktatur mit SED-Diktatur gleichgesetzt oder gar die Nazidiktatur vorgezogen? Ich habe gesagt, man sollte aus der Geschichte lernen. Ich rege mich hier zu sehr auf und verabschiede mich.
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Re: Unrecht nie gesühnt

Beitragvon karnak » 7. September 2018, 14:10

karnak hat geschrieben:Diese Penetranz werfe ich nicht Dir persönlich vor, dafür sind wir beide viel zu bedeutungslos in der Zeitgeschichte, es muss nur immer wieder gesagt werden damit es nicht in Vergessenheit gerät wie wohl angedacht.

Damit ist doch Deine "Empörung" eigentlich vom Tisch.
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Re: Unrecht nie gesühnt

Beitragvon Interessierter » 7. September 2018, 14:39

Beethoven » 7. Sep 2018, 12:02
Ja, man kann natürlich darüber denken wie man will.
Ich komme nicht umhin zu bemerken, dass die DDR ein souveräner Staat war. Entsprechend den Gesetzen dieses Staates, kann man meiner Meinung nach nur das juristisch verfolgen, was gegen geltendes Menschenrecht verstoßen hat. Und da war halt nicht mehr zu holen.


Vielleicht solltest du dich erst einmal informieren, was denn alles Menschenrechte sind, bevor du hier so einen Stuss verbreitest.
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Re: Unrecht nie gesühnt

Beitragvon Nostalgiker » 7. September 2018, 18:00

Und du Interessierter solltest dich mal darüber informieren was einen souveränen Staat ausmacht.
Dein Einwurf mit den Menschenrechten ist deplatziert. Auch in dieser Thematik fehlt es dir an inhaltlichen Kenntnissen.

Zum Glück antwortest du nicht, denn mit dir möchte ich keine Diskussion führen. Dazu fehlt es dir einfach an den grundlegenden Voraussetzungen.
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Re: Unrecht nie gesühnt

Beitragvon AkkuGK1 » 7. September 2018, 18:23

jetzt muss nur noch jemand behaupten, dass die DDR ein souveräner Staat war! [laugh]
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Re: Unrecht nie gesühnt

Beitragvon Nostalgiker » 7. September 2018, 18:39

Mach ich doch gerne AkkuGK1 [freu]

Da hast du jetzt wieder was das dich erregt .....
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Re: Unrecht nie gesühnt

Beitragvon Volker Zottmann » 7. September 2018, 21:32

Nostalgiker hat geschrieben:Und du Interessierter solltest dich mal darüber informieren was einen souveränen Staat ausmacht.
Dein Einwurf mit den Menschenrechten ist deplatziert. Auch in dieser Thematik fehlt es dir an inhaltlichen Kenntnissen.

Zum Glück antwortest du nicht, denn mit dir möchte ich keine Diskussion führen. Dazu fehlt es dir einfach an den grundlegenden Voraussetzungen.

Intelligenz sieht anders aus [laugh] Oder was sind 30 Jahre Irrweg? Stehen Dir Belehrungen zu?
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Re: Unrecht nie gesühnt

Beitragvon Interessierter » 8. September 2018, 07:34

Nostalgiker » 7. September 2018, 18:00
Und du Interessierter solltest dich mal darüber informieren was einen souveränen Staat ausmacht.
Dein Einwurf mit den Menschenrechten ist deplatziert. Auch in dieser Thematik fehlt es dir an inhaltlichen Kenntnissen.

Zum Glück antwortest du nicht, denn mit dir möchte ich keine Diskussion führen. Dazu fehlt es dir einfach an den grundlegenden Voraussetzungen.


Was ich sollte oder nicht sollte, entscheide ich immer noch ganz allein. Mag ja sein, dass es im betreuten Wohnen anders ist [grins]
Da bedarf es auch keiner Ratschläge eines Users, der sich unter einem Zweitnick verlogen eingeschlichen hat.

Übrigens, dass in souveränen Staaten ebenfalls Menschenrechtsverletzungen begangen wurden und werden, blenden Kantinenesser in Ministerien entsprechender Regime natürlich aus.

Wenigstens hast du richtig erkannt, dass ich dir nicht antworte... [bravo] Wenn aber dein Beitrag den Tag so heiter und lustig beginnen läßt, dann antworte ich dir ausnahmsweise doch gerne einmal.

[hallo]
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Re: Unrecht nie gesühnt

Beitragvon Nostalgiker » 8. September 2018, 07:49

Wie immer rotzfrech und beleidigend.
Ja wenn ihm die Argumente abhanden kommen dann wird der Interessierte persönlich und lügt dazu auch noch dreist.


Übrigens bist du mir immer noch den Beweis zwecks "Martin" schuldig .........
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Re: Unrecht nie gesühnt

Beitragvon Beethoven » 8. September 2018, 08:55

Na gut. Was bedeutet denn "staatliche Souveränität"?

Für mich bedeutet es die absolute Unabhängigkeit von anderen Staaten. Der Staat, die Regierung, das Volk, kann nach außen und nach innen, alle Gesetze, alle Handlungen, selbständig, ohne von außen beeinflusst zu werden entscheiden und auch dem entsprechend handeln.
So gesehen, wäre die damalige DDR, die gerade in Fragen der Verteidigung und auch der Wirtschaft, stark von der damaligen UdSSR abhängig war, eher nicht souverän.
Aber wenn meine Überlegung stimmt, dann ist auch die ehemalige und heutige Bundesrepublik kein souveräner Staat.

In den Zeiten der politischen- und militärischen Blöcke war die BRD und ist es auch heute noch, abhängig von den Vereinigten Staaten. Militärisch sowieso und wirtschaftlich in vielen Bereichen.

Da gibt es wohl kaum noch einen modernen Staat auf dieser Erde, der nur nach eigenem Gusto entscheiden kann ohne Rücksicht auf andere Staaten zu nehmen. Das ist, und das gebe ich gerne zu, bei dem einem Staat weniger und beim Anderen mehr. Russland als auch die USA und vermutlich noch China, haben da wohl gegenwärtig die höchste Stufe einer staatlichen Souveränität. Aber gibt es so etwas überhaupt? Stufen einer Souveränität?
Eine völlige Souveränität eines Staates würde dann, meiner Meinung nach bedeuten, dass der jeweilige Staat, völlig autark leben und überleben kann. Können das Staaten heute noch? Konnten sie es damals?
Ich denke nicht.


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Re: Unrecht nie gesühnt

Beitragvon Nostalgiker » 8. September 2018, 09:15

Beethoven wenn ich deinen Überlegungen aus dem ersten Abschnitt deiner Antwort folge dann wäre kein Land auf dieser Welt je Souverän gewesen.
Alle Staaten und die diversen Reiche der Vergangenheit gingen in der bisherigen Geschichte zumindest Zweckbündnisse ein um ihr politisches und wirtschaftliches Überleben zu sichern. Um es ganz kurz zu fassen.

So wie die DDR an die SU im Rahmen des Warschauer Paktes und des RGW gebunden war. so war auch die BRD an die Gunst der USA und der anderen westlichen Siegermächte des WK II gebunden.
Ich glaube kaum das die BRD, gerade in ihrer Anfangsphase, sich gegen politische und ideologische Vorgaben der Siegermacht USA hätte sperren können. Wenn dann wäre es sehr schnell mit der Marshall Plan Hilfe und dem Wirtschaftswunder vorbei gewesen.

Ein staatliche Souveränität erlangten beide deutschen Statten erst nach den 2+4 Verhandlungen welche einen verklausulierten Friedensvertrag darstellten, dem offiziellen Verzicht der alten BRD auf die Ostgebiete des deutschen Reiches in den Grenzen von 1937 und der Anerkennung der Oder/Neiße Grenze als offizielle und rechtmäßige Ost Grenze eines zukünftigen deutschen Staates.
Erst danach war der Weg frei das ein Gesamtdeutschland als souveräner Staat fungieren konnte.

Das die "Wieder"vereinigung als solche keine war sondern das durch den "Beitritt" der neuen Länder (die es zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch nicht gab) das Staatsgebiet der alten Bundesrepublik nur nach Osten ausgedehnt wurde und damit die Chance für einen gesamtdeutschen, demokratischen Neuanfang gründlich verspielt wurde steht auf einem anderen Blatt.
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Re: Unrecht nie gesühnt

Beitragvon AkkuGK1 » 8. September 2018, 09:20

souveräner Staat - vom Volk legitimiert durch freie Wahlen. Also Bundesrepublik auf jeden Fall. DDR auf keinen.
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Re: Unrecht nie gesühnt

Beitragvon Beethoven » 8. September 2018, 09:26

AkkuGK1 hat geschrieben:souveräner Staat - vom Volk legitimiert durch freie Wahlen. Also Bundesrepublik auf jeden Fall. DDR auf keinen.



Das unterschreibe ich nicht. Immer eingedenk der Tatsache, dass ein Staat sich seine eigenen Gesetze gibt. Ob nun demokratisch oder diktatorisch. Es sind die Gesetze, die sich die Bevölkerung unterwirft oder nicht. Tut sie es nicht kommt es zum Bürgerkrieg. Hatten wir den in der DDR? Ich kann mich nicht daran erinnern. [wink]

Oh Gott es klingelt. Ich muss mal kurz aufhören.
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Re: Unrecht nie gesühnt

Beitragvon zonenhasser » 8. September 2018, 09:30

karnak hat geschrieben:Damit ist doch Deine "Empörung" eigentlich vom Tisch.
Ist sie nicht! Zum Abschluß ein paar Virtuelle in Deine süßsaure Stasifresse!
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Re: Unrecht nie gesühnt

Beitragvon pentium » 8. September 2018, 09:31

AkkuGK1 hat geschrieben:souveräner Staat - vom Volk legitimiert durch freie Wahlen. Also Bundesrepublik auf jeden Fall. DDR auf keinen.


"L'état c'est moi" Schon mal gehört? Der Staat bin ich... ist ein französischer Ausspruch, der Ludwig XIV...zugeschrieben wird. Ist Ludwig gewählt wurden, vom Volk, wohl kaum. Aber dennoch war Frankreich ein souveräner Staat...freie Wahlen können also kaum eine Eigenschaft für einen souveränen Staat sein...

...
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(Yoda)

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Re: Unrecht nie gesühnt

Beitragvon Nostalgiker » 8. September 2018, 09:40

AkkuGK1 hat geschrieben:souveräner Staat - vom Volk legitimiert durch freie Wahlen. Also Bundesrepublik auf jeden Fall. DDR auf keinen.


Ach ne!
Hast du nicht vollmundig getönt das du mich auf die Ignorierliste gesetzt hast um meine texte nicht mehr lesen zu müssen?
Wie kannst du dann auf einen nicht gelesenen Text antworten?

Hast du Schelm etwa geschwindelt?

Übrigens wurde die BRD nicht gewählt sondern von den westlichen Besatzungsmächten installiert.

Und von "freier" Wahl zu sprechen bei massiver ideologischer Propaganda im Wahlkampf ist doch ein Witz
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Re: Unrecht nie gesühnt

Beitragvon Volker Zottmann » 8. September 2018, 09:52

Beethoven hat geschrieben:
AkkuGK1 hat geschrieben:souveräner Staat - vom Volk legitimiert durch freie Wahlen. Also Bundesrepublik auf jeden Fall. DDR auf keinen.



Das unterschreibe ich nicht. Immer eingedenk der Tatsache, dass ein Staat sich seine eigenen Gesetze gibt. Ob nun demokratisch oder diktatorisch. Es sind die Gesetze, die sich die Bevölkerung unterwirft oder nicht. Tut sie es nicht kommt es zum Bürgerkrieg. Hatten wir den in der DDR? Ich kann mich nicht daran erinnern. [wink]

Oh Gott es klingelt. Ich muss mal kurz aufhören.


1989 war der Bürgerkrieg ganz nahe. Zu danken haben wir Gorbatschow, der nicht eingriff. Und die feigen Hunde innerhalb der NVA/Stasi, die gern geschossen haben, wurden zum Glück im Zaum gehalten. Es ist ja aus der Mauerfallnacht überliefert, wer noch zuschlagen wollte.
Du brauchst also die olle DDR nicht zu verteidigen, zum Glück blieb die Konfrontation mit Waffen aus.
ist aber kein Verdienst der Militärs. e nur mal zurück an Leipzig.

Gruß Volker
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Re: Unrecht nie gesühnt

Beitragvon AkkuGK1 » 8. September 2018, 11:02

also hier mit Königreiche zu kommen, die durch eine Revolution des Volkes abgeschafft wurden - tolles Beispiel! Danke Pentium.

nun die DDR hätte es ohne die SU niemals gegeben. Wären die Panzer 53 nicht gerollt, wäre da der Spuk schon vorbei gewesen... kaum war die schützende Hand weg gezogen, hasta la Vista Alemania Oriental.
Ich bin zu schön, als das man auf mich wütend sein könnte!*

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Re: Unrecht nie gesühnt

Beitragvon SkinnyTrucky » 8. September 2018, 11:33

zonenhasser hat geschrieben:
karnak hat geschrieben:Damit ist doch Deine "Empörung" eigentlich vom Tisch.


Ist sie nicht! Zum Abschluß ein paar Virtuelle in Deine süßsaure Stasifresse!


[flash]

Um mal beim Threadthema zurück zu kommen....wie hätte man eigentlich solche Chargen wie zB unseren süßsauren Ex-Paradiswächter bestrafen sollen....im Grunde war er Mitglied einer kriminellen Vereinigung aber seine schlimmste Tat war wahrscheinlich nur das böse Schauen auf den Klassenfeind....und das wahrscheinlich auch nur wegen den stinkenden Abgasen.... [denken]

Im Grunde muss man ihn eher belobigen denn er scheint einer der wenigen zu sein, die sich schon mehr als ein Vierteljahrhundert mit der eigenen Vergangenheit auseinandersetzt und das sehr selbstkritisch....


groetjes

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Re: Unrecht nie gesühnt

Beitragvon Merkur » 8. September 2018, 11:52

SkinnyTrucky hat geschrieben:im Grunde war er Mitglied einer kriminellen Vereinigung
Mara


Im Grunde ist das völliger Blödsinn. [wink]
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
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Re: Unrecht nie gesühnt

Beitragvon SkinnyTrucky » 8. September 2018, 12:40

Merkur hat geschrieben:
SkinnyTrucky hat geschrieben:im Grunde war er Mitglied einer kriminellen Vereinigung
Mara


Im Grunde ist das völliger Blödsinn. [wink]


Nein Merkur, das ist meine ganz persönliche Meinung und wenn die Behauptung auch nicht öffentlich so festgestellt ist, so bleibe ich es aber so sehen.... meinetwegen kannst du das gerne als Blödsinn sehen....das ist mir aber völlig egal.... jeder darf es sehen wie er will....nur nehme bitte zur Kenntnis, das ich deine Ansichten niemals als Blödsinn betitelt würde....rein schon aus Respekt vor deiner Person....



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Re: Unrecht nie gesühnt

Beitragvon karnak » 8. September 2018, 13:01

zonenhasser hat geschrieben:
karnak hat geschrieben:Damit ist doch Deine "Empörung" eigentlich vom Tisch.
Ist sie nicht! Zum Abschluß ein paar Virtuelle in Deine süßsaure Stasifresse!

[flash] Irgendwie gehörst Du für mich auch zu den ein bisschen" Wahnsinnigen " die an solchen Stellen auf den morschen Knochen der Stasi ihre privaten Probleme abarbeiten wollen, wie auch immer die geartet sind.
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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