Chronik der Wende

Alle Themen die eine Bezug zur Wende und Grenzöffnung haben. Persönliche Erlebnisse, Gedanken aus dieser Zeit, Dokumente und ähnliches.

Chronik der Wende

Beitragvon augenzeuge » 3. September 2018, 18:46

8.10.1989 - Entwicklungen in der DDR, 15min spannendes Video



AZ
Freiheit ist ein Gut, das durch Gebrauch wächst und durch Nichtgebrauch dahinschwindet. Keiner darf für sich den Besitz der Wahrheit beanspruchen, sonst wäre er unfähig zu Kompromiß und überhaupt zu Zusammenleben.
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Re: Chronik der Wende

Beitragvon augenzeuge » 23. September 2018, 16:54

Montagsdemo Anfang Dezember 89 in Leipzig.

Es geht um die Deutsche Einheit.



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Re: Chronik der Wende

Beitragvon Nostalgiker » 23. September 2018, 18:09

Wie oft wird "die Wende" denn noch gewendet?
Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere mich gerne hätten.

Eindeutigkeit der Absicht wurde bei ihm zur Zweideutigkeit des Handelns

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Re: Chronik der Wende

Beitragvon pentium » 23. September 2018, 18:13

Nostalgiker hat geschrieben:Wie oft wird "die Wende" denn noch gewendet?


Schrieb ich schon, wie im Fernsehen, eine Wiederholung jagt die nächste....
*Dos Rauschen in Wald hot mir'sch ageta, deß ich mei Haamit net loßen ka!* *Zieht aah dorch onnern Arzgebirg der Grenzgrobn wie ene Kett, der Grenzgrobn taalt de Länder ei, ober onnere Herzen net!* *Waar sei Volk verläßt, daar is net wert, deß'r rümlaaft of daaner Erd!*
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Re: Chronik der Wende

Beitragvon augenzeuge » 23. September 2018, 18:28

Nostalgiker hat geschrieben:Wie oft wird "die Wende" denn noch gewendet?


Man muss leider gewisse Dinge wiederholen, die zu leicht vergessen werden. Hab ich so gelernt. [grins]

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Re: Chronik der Wende

Beitragvon SkinnyTrucky » 23. September 2018, 18:50

pentium hat geschrieben:
Nostalgiker hat geschrieben:Wie oft wird "die Wende" denn noch gewendet?


Schrieb ich schon, wie im Fernsehen, eine Wiederholung jagt die nächste....


Ist aber auch eine gängige Praxis gegen das Vergessen....vor allem, da wir hier alle nicht mehr soooo frisch sind.... [wink] [flash]


groetjes

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Wenn es heute noch Menschen gibt, die die DDR verklären wollen, kann das nur damit zusammenhängen, dass träumen schöner ist als denken.... (Burkhart Veigel) Bild
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Re: Chronik der Wende

Beitragvon Nostalgiker » 23. September 2018, 19:16

augenzeuge hat geschrieben:
Nostalgiker hat geschrieben:Wie oft wird "die Wende" denn noch gewendet?


Man muss leider gewisse Dinge wiederholen, die zu leicht vergessen werden. Hab ich so gelernt. [grins]

AZ

....
und da besonders die ideologisch aufbereiteten Bruchstücke welche hervorragend ins eigene Weltbild passen.
Komplexität der Ereignisse und Entwicklungen, alle Facetten und unterschiedlichste Meinungen? Fehlanzeige! Nein Danke, das soll genau nicht vermittelt werden.
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Re: Chronik der Wende

Beitragvon wandersmann » 23. September 2018, 20:05

Nostalgiker hat geschrieben:Wie oft wird "die Wende" denn noch gewendet?


Bis du sie auch begreifst . Und vielleicht mal in dich gehst . Und nicht jeden der eine andere Meinung hat, mit Schaum vor dem Mund zu S..... machst .
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Re: Chronik der Wende

Beitragvon Nostalgiker » 23. September 2018, 20:10

Ein bisschen Anmaßend wandersmann, es scheint mir als ob du den Part von Volker Zottmann übernehmen möchtest, was dreiste und freche Unterstellungen betrifft.
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Re: Chronik der Wende

Beitragvon augenzeuge » 23. September 2018, 20:52

 da besonders die ideologisch aufbereiteten Bruchstücke welche hervorragend ins eigene Weltbild passen.


Das verwechselst du jetzt mit Schnitzlers 2% Flüchtlinge und 98 % politischen followern. Naja, von der Realität war Karl Eduard schon immer weit entfernt.

Hier wurde live gefilmt. Das ist nichts verfälscht. Aber das weißt du genau.
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Re: Chronik der Wende

Beitragvon pentium » 23. September 2018, 20:58

augenzeuge hat geschrieben:
 da besonders die ideologisch aufbereiteten Bruchstücke welche hervorragend ins eigene Weltbild passen.


Das verwechselst du jetzt mit Schnitzlers 2% Flüchtlinge und 98 % politischen followern. Naja, von der Realität war Karl Eduard schon immer weit entfernt.

Hier wurde live gefilmt. Das ist nichts verfälscht. Aber das weißt du genau.
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Man muss dabei gewesen sein...7.Oktober 1989 vor dem Rathaus in Plauen...
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Re: Chronik der Wende

Beitragvon augenzeuge » 23. September 2018, 21:40

pentium hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:
 da besonders die ideologisch aufbereiteten Bruchstücke welche hervorragend ins eigene Weltbild passen.


Das verwechselst du jetzt mit Schnitzlers 2% Flüchtlinge und 98 % politischen followern. Naja, von der Realität war Karl Eduard schon immer weit entfernt.

Hier wurde live gefilmt. Das ist nichts verfälscht. Aber das weißt du genau.
AZ


Man muss dabei gewesen sein...7.Oktober 1989 vor dem Rathaus in Plauen...


Um die deutsche Einheit gings aber da noch nicht wie im Video in Leipzig. [blush]

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Re: Chronik der Wende

Beitragvon wandersmann » 24. September 2018, 18:58

Nostalgiker hat geschrieben:Ein bisschen Anmaßend wandersmann, es scheint mir als ob du den Part von Volker Zottmann übernehmen möchtest, was dreiste und freche Unterstellungen betrifft.

Da muß ich dir leider wieder sprechen . Jeder Beitrag von dir hier im Forum ,da hast du Schaum vor dem Mund . Ich habe bis jetzt hier noch keinen User hier im Forum gelesen ,der begeistert ist von deinen hoch geistigen Beiträgen .
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Re: Chronik der Wende

Beitragvon Nostalgiker » 24. September 2018, 21:16

Für deine Empfindungen kann ich nichts.

Du mußt nicht wieder sprechen, ich nehme mal an du wolltest widersprechen.
Wenn er schon mal gebraucht wird ist der Rechtschreibexperte unsichtbar.

Dann hast du nicht alle gelesen wandersmann.
Aber das ist bei deinen Beiträgen kein Wunder das du nur das liest was dir gefällt und alles andere übersiehst.
Da freut es mich besonders das du mir deine Aufmerksamkeit schenkst.
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Re: Chronik der Wende

Beitragvon Interessierter » 25. September 2018, 07:03

Nostalgiker » 24. September 2018, 21:16
Für deine Empfindungen kann ich nichts.

Du mußt nicht wieder sprechen, ich nehme mal an du wolltest widersprechen.
Wenn er schon mal gebraucht wird ist der Rechtschreibexperte unsichtbar.

Dann hast du nicht alle gelesen wandersmann.
Aber das ist bei deinen Beiträgen kein Wunder dass du nur das liest was dir gefällt und alles andere übersiehst.
Da freut es mich besonders dass du mir deine Aufmerksamkeit schenkst.


Man sollte nicht mit Steinen werfen, wenn man selber im Glashaus sitzt, von den Satzzeichen einmal abgesehen. Daher habe ich mir erlaubt, dein das jeweils mit einem weiteren S zu ergänzen. [grins]
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Re: Chronik der Wende

Beitragvon Nostalgiker » 25. September 2018, 07:54

Das ist aber ganz lieb von dir Augenzeuge
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Re: Chronik der Wende

Beitragvon augenzeuge » 25. September 2018, 12:00

Was?
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Re: Chronik der Wende

Beitragvon Interessierter » 25. September 2018, 12:38

Da hatte er wohl noch zu viel Schlaf in den Augen. Oder war es der Schock über sein Eigentor? [grins]
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Re: Chronik der Wende

Beitragvon Volker Zottmann » 25. September 2018, 15:51

wandersmann hat geschrieben:
Nostalgiker hat geschrieben:Ein bisschen Anmaßend wandersmann, es scheint mir als ob du den Part von Volker Zottmann übernehmen möchtest, was dreiste und freche Unterstellungen betrifft.

Da muß ich dir leider wieder sprechen . Jeder Beitrag von dir hier im Forum ,da hast du Schaum vor dem Mund . Ich habe bis jetzt hier noch keinen User hier im Forum gelesen ,der begeistert ist von deinen hoch geistigen Beiträgen .



Ich bin Dir, Nostalgiker, jetzt richtig dankbar, dass selbst wenn ich im Urlaub bin und nichts schreibe, von Dir in Erinnerng gerufen werde.
Jeder blamiert sich selbst, so gut er kann. "Dreist und frech" sind eigentlich doch die Dich schmückenden Attribute! Geh doch mal zu Eurem Bingoabend, dort kämst Du wohlmöglich auf gescheitere Gedanken, als sich an Abwesenden zu reiben.

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Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
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Re: Chronik der Wende

Beitragvon wandersmann » 25. September 2018, 17:54

Nostalgiker hat geschrieben:Für deine Empfindungen kann ich nichts.

Du mußt nicht wieder sprechen, ich nehme mal an du wolltest widersprechen.
Wenn er schon mal gebraucht wird ist der Rechtschreibexperte unsichtbar.

Dann hast du nicht alle gelesen wandersmann.
Aber das ist bei deinen Beiträgen kein Wunder das du nur das liest was dir gefällt und alles andere übersiehst.
Da freut es mich besonders das du mir deine Aufmerksamkeit schenkst.
WeMit den
Da hast du Recht mit den Rechtschreibfehler . Aber wenn du sonst keine Probleme hast ,dann geht es dir gut . Ich wünsche dir noch einen schönen Abend .
Mit sozialistischem Gruß
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Re: Chronik der Wende

Beitragvon augenzeuge » 15. Oktober 2019, 06:56

Heute vor 30 Jahren

Die Ahnungslosigkeit der Politik [flash]

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Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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Re: Chronik der Wende

Beitragvon augenzeuge » 17. Oktober 2019, 18:20

Heute vor 30 Jahren

Wie Honecker gestürzt wurde

"Er war einer von vielen Menschen auf der Welt, die den kommunistischen Idealen angehangen haben und die nicht erkannt haben, dass ihre tatsächliche Praxis sich immer weiter von ihren Idealen entfernte." Helmut Schmidts Urteil über Erich Honecker ist hart. Der ehemalige Bundeskanzler kannte den langjährigen SED-Generalsekretär von einigen Treffen. Im Dezember 1981 war der SPD-Politiker sogar für drei Tage zu Besuch in der DDR. Einmal gab er preis, dass er 1987 Honecker den Rücktritt empfohlen habe, bevor er von seinen Leuten gestürzt würde.


Nach der Demo am 9.10.19 war es klar, Honecker musste weg. Artig holte man sich die Zustimmung in Moskau....

In den folgenden Tagen sondiert Krenz, wie man Honecker zum Rücktritt bewegen kann. Er sichert sich die Unterstützung der Führung von Nationaler Volksarmee und Staatssicherheit. Zudem arrangiert er ein Treffen zwischen KPdSU-Generalsekretär Michail Gorbatschow und Politbüromitglied Harry Tisch, der dem Kremlchef am Rande eines Besuchs in Moskau am 12. Oktober über die geplante Absetzung Honeckers informiert.....In Moskau ist man sich im Klaren, dass die DDR nur ohne Honecker gerettet werden kann.
Den gebürtigen Saarländer ereilt damit das gleiche Schicksal wie Walter Ulbricht, der 1971 Honecker Platz machen musste.

Honecker ahnt nichts....
Die Entscheidung darüber fällt am 17. Oktober 1989. Fast alle Politbüromitglieder sind bei der Sitzung zugegen. Nur Verteidigungsminister Heinz Keßler - ein enger Freund Honeckers seit Jugendjahren - fehlt, weil er sich im mittelamerikanischen Nicaragua befindet. Honecker kommt etwas verspätet zur Sitzung, laut Krenz ist er "locker drauf". Der Generalsekretär will die normale Tagesordnung abarbeiten. Doch dann meldet sich der Ministerratsvorsitzende Willi Stoph. Dieser verlangt, Honeckers Absetzung auf die Tagesordnung zu setzen und darüber zu diskutieren. Gleichzeitig schlägt Stoph vor, Krenz zum neuen SED-Generalsekretär zu wählen. Wie Krenz später erklärt, reagiert Honecker gefasst auf Stophs Äußerungen. Günter Schabowski spricht dagegen von einer gewissen Fassungslosigkeit.

Freunde belasten sich gegenseitig
Stärker belastet Honecker der Auftritt von Günter Mittag - einem seiner engsten Gefolgsleute in der SED-Spitze, laut Krenz sind beide "wie Pech und Schwefel verbunden". Der für die Wirtschaftsmisere verantwortliche Funktionär sagt, dass die Entscheidung zu Honeckers Absetzung schon lange fällig sei. Das sorgt für Unmut bei den Anwesenden. Schabowski spricht von einer "widerlichen Situation". So wird auch die Absetzung von Mittag beschlossen. Zudem muss der für Agitation verantwortliche Joachim Herrmann seinen Hut nehmen.

Honecker zu Mielke: "Reiß deine Klappe nicht soweit auf"
Auch Stasi-Chef Erich Mielke ergreift auf der Sitzung das Wort. Er macht Honecker persönlich für alle Missstände in der DDR verantwortlich. Zum ersten Mal reagiert Honecker wütend und sagt, Mielke solle seine "Klappe nicht so weit aufreißen". Doch dieser gerät in Rage und droht mit kompromittierendem Insiderwissen. Es würden sich noch alle wundern, wenn er mal richtig auspacken sollte. Letztlich jedoch akzeptiert Honecker, ganz Parteisoldat, den Beschluss. Er stimmt sogar selbst für seine Ablösung. Allerdings geht er mit der Bemerkung, dass mit seinem Sturz kein Problem der SED-Führung gelöst wäre. Er wird Recht behalten.


Die Funktionäre setzen ein Schreiben auf, in dem Honecker angibt, dass es sein Gesundheitszustand nicht mehr zulasse, an der Spitze von Partei und Staat zu stehen. In seiner letzten Rede vor den Politbürokraten warnt er noch davor, den Sozialismus zur Disposition zu stellen.


Am Abend wendet sich der neue Generalsekretär über das Fernsehen an die DDR-Bevölkerung. Er hält noch einmal die Rede, die er vor dem Zentralkomitee gehalten hat. Die Menschen spricht er mit "Genossinnen und Genossen" an. Krenz' Start in sein neues Amt misslingt.

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