Wie frei war die Jugend in der DDR?

Wie waren die politischen Systeme der beiden deutschen Staaten zur Zeit des Kalten Krieges? Wo waren die Unterschiede? Gab es Gemeinsamkeiten?
Wie wurde die Politik auf beiden Seiten vermittelt?

Re: Wie frei war die Jugend in der DDR?

Beitragvon Grenzwolf62 » 11. August 2018, 19:14

Unsere AWG wo wir 85 die zentrale Anlage errichteten hieß "Wismut" [wink]
Da war alles da.
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Re: Wie frei war die Jugend in der DDR?

Beitragvon zonenhasser » 11. August 2018, 19:17

@pentium, in Leipzig genügte eine kleine Antenne, ich aber wollte eine 14-Element-Antenne annoncieren - verdächtig, verdächtig! Der Sender Helpterberg übertrug auf Kanal 3 im Band I, also mussten auch die Antennen mit den langen Stäben zum Empfang des Kanals 4, Ochsenkopf, hergestellt werden. Ob es die in dessen Empfangsgebiet in der DDR gab, weiß ich nicht. Im UHF-Band IV sendete das 2. Programm des DDR-Fernsehens. Dafür wurden natürlich auch Antennen produziert. Im Band V sendete das DDR-Fernsehen nicht. Da gab es keine industriell gefertigten Antennen. Ob der selbstgebastelte "Russentod" wirklich die durch die Sowjetarmee hervorgerufenen Störungen beseitigen konnte? Die Qualität des vom VEB Kabelwerk Vacha hergestellten Koaxialkabels war am Ende der DDR allerdings extrem schlecht.
Zuletzt geändert von zonenhasser am 11. August 2018, 19:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wie frei war die Jugend in der DDR?

Beitragvon pentium » 11. August 2018, 19:19

Volker Zottmann hat geschrieben: Seltsam ist da nichts!
Die meisten Platten-und Großblockbau-Blöcke hatten die Verkabelung bereits unter Putz per Antennensteckdose in jeder Wohnung. Einspeisung war allgemein bei mehreren Blöcken von einer einzigen Antenne per Erdverkabelung. Folglich waren die Verteilerkästen im Keller oder Treppenhaus ganz unten. Wenn eine Hausgemeinschaft sich nun eine eigene "Gemeinschaftsantenne" zusätzlich aufstellte, musste sehrwohl oft ein Kabel vom Dach bis zum vorhandenen Verteiler gezogen werden. Da hat Sparta schon recht.

Gruß Volker


Seltsam ist daran, das ja später auch keine neuen Kabel gezogen werden mussten, da wurden die Westprogramme einfach über das vorhandene Kabelnetz eingespeist...bis dann in den Wendewirren die Kabelfernsehveranstalter auf der Matte standen...
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Re: Wie frei war die Jugend in der DDR?

Beitragvon Grenzwolf62 » 11. August 2018, 19:23

Da Wismut waren wir Altneubau aus den 50ern mit vorher einer Antenne pro Haus auf dem Dach, der Löwenthal saß da immer in reichlich Schnee im Studio. [wink]
Der Vorstand entschloss sich dann zur zentralen Versorgung mit alles neu macht der Mai und der Gerhard war schneefrei.
Wenn ich mich recht erinnere war da auch schon ein Parabolspiegel für Tutti Frutti und so im Spiel.
Oder kam das erst später?
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Re: Wie frei war die Jugend in der DDR?

Beitragvon karnak » 11. August 2018, 19:35

In den 80 Igern und überhaupt in der DDR wurde nur Terrestrisch empfangen, mit entsprechender Verstärkerleistung, da brauchte es keine Parabolantenne, dass hätte auch bestimmt der Stasi nicht gefallen. [flash] Hätte man schon wieder Missbrauch gewittert. [flash]
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Re: Wie frei war die Jugend in der DDR?

Beitragvon Volker Zottmann » 11. August 2018, 19:37

pentium hat geschrieben:
Volker Zottmann hat geschrieben: Seltsam ist da nichts!
Die meisten Platten-und Großblockbau-Blöcke hatten die Verkabelung bereits unter Putz per Antennensteckdose in jeder Wohnung. Einspeisung war allgemein bei mehreren Blöcken von einer einzigen Antenne per Erdverkabelung. Folglich waren die Verteilerkästen im Keller oder Treppenhaus ganz unten. Wenn eine Hausgemeinschaft sich nun eine eigene "Gemeinschaftsantenne" zusätzlich aufstellte, musste sehrwohl oft ein Kabel vom Dach bis zum vorhandenen Verteiler gezogen werden. Da hat Sparta schon recht.

Gruß Volker


Seltsam ist daran, das ja später auch keine neuen Kabel gezogen werden mussten, da wurden die Westprogramme einfach über das vorhandene Kabelnetz eingespeist...bis dann in den Wendewirren die Kabelfernsehveranstalter auf der Matte standen...


Logisch doch pentium. Natürlich. Wenn beispielsweise einem ganzen Neubaugebiet, welches schon erdverkabelt war, der Westempfang eingespeist wurde, brauchte niemand mehr aufs Dach oder Leitungen ziehen. Wenn der Westen aber nicht offiziell eingespeist wurde, konnten das durchaus einzelne Häuser oder Hauseingänge selbst regeln. Bei Steildächern hingen die Westantennen oft von außen unsichtbar unter den Ziegeln. So damals hier, Nicht nur ARD und ZDF, nein separate Antennen für die 3. Programme in Eigenbau immer Richtung Hessen. (Bei uns)

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Re: Wie frei war die Jugend in der DDR?

Beitragvon Grenzwolf62 » 11. August 2018, 19:40

Ihr habt doch bei Beginn Glasnost im Mutterland zumindest geahnt das ihr eigentlich abgekackt habt und daher mal vorsichtshalber beim Fernsehen mal keinen Terz mehr gemacht [wink]
Oh, Volker war schnell, meinte karnak.
Zuletzt geändert von Grenzwolf62 am 11. August 2018, 19:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wie frei war die Jugend in der DDR?

Beitragvon karnak » 11. August 2018, 19:42

Aber Du willst doch jetzt nicht erzählen, dass man in DDR Mietskasernen das Westprogramm in privater Initiative einspeisen konnte und dann nur ein paar FDJ ler zum demonstrieren kamen die man wegjagen konnte.
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Re: Wie frei war die Jugend in der DDR?

Beitragvon pentium » 11. August 2018, 19:53

Geschichte der GAG

Die Entstehung der Großantennengemeinschaft hat tiefe Wurzeln im System der ehemaligen DDR. Mit zu den Grundrechten der Menschen gehört das Recht auf Informationsfreiheit. Gerade dieses Recht wurde in den osteuropäischen Ländern durch die totalitären Regime nach dem 2. Weltkrieg den Menschen abgesprochen. Die Einfuhr ausländischer Presseerzeugnisse unterlag der Zensur bzw. war grundsätzlich verboten. Der Empfang westlicher Rundfunksender war somit bereits Anfang der 50ger Jahre neben persönlichen Kontakten die einzige Möglichkeit der freien Information.

Doch bereits am 21.9.1953 übergab der damalige Sowjetbotschafter dem Ministerpräsidenten Grotewohl und dem SED-Chef Ulbricht ein vertrauliches Schreiben, wonach der Empfang von Rundfunksendern aus Westdeutschland und Westberlin durch die Installation von Störsendern und die Entwicklung und den preisgünstigen (gestützten) Verkauf von Rundfunkgeräten mit fester Sendereinstellung (auf DDR-Sender) unterbunden werden sollte. Die Maßlosigkeit dieser gestellten Forderung entspricht für sich und scheiterte in dieser Formwohl auch an der begrenzten technischen und wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der DDR und den zahlreichen Ideen von informationshungrigen Ingenieuren und Tüftlern. Der kalte Krieg weitete sich auf den Äther aus. Slogan wie "Wer RIAS hört, den Frieden stört" wurden sogar quer über die Rundfunkabrechnung gedruckt. Das schließlich flächendeckend über die gesamte DDR ausgebreitete Störsendernetz war bis 1978 in Betrieb.

Nach Einführung des Fernsehens in West- und Ostdeutschland in den Jahren 1953 bzw. 1955 war der Wunsch groß, auch die Sender der ARD zu empfangen. Durch glückliche Umstände wurde auch in Ostdeutschland im Gegensatz zu den anderen Ostblockländern das westeuropäische Frequenzspektrum angewendet, so dass nur eine entsprechende Empfangsanlage mit einer hohen Antenne erforderlich war. Unvergessen sind noch die von der SED angeordneten Aktionen, wo FDJ-Mitglieder Antennen zum Empfang von Westsendern von den Dächern rissen. Auch vor unserer Heimatstadt machten die mit notwendiger Engstirnigkeit ausgestatteten Antennenstürmer nicht halt. Findige Tüftler ersannen doch ständig Mittel und Wege, um ein "go west" per Äther ohne Karl Eduards Hilfe zu bewerkstelligen.

Neue Maßstäbe an die technische Ausstattung und den Standort der Antennen setzte der Empfang der "bunten Bilder", wenn man sie insbesondere in PAL-Norm sehen wollte. Mittlerweile waren auch die Antennenstürmer von einst neugieriger geworden und beteiligten sich hier und da am einst verpönten Westempfang. Man schrieb bereits das Jahr 1972. An Neubaublöcken, insbesondere auf Balkonen und an Fenstern entstanden Antennenwälder. Auf Dächern wurden überdimensional hohe Antennenmasten errichtet, deren Statik meist nur durch den Kollegen "Reiner Zufall" berechnet worden war.

Die Geburtsstunde für Gemeinschaftsantennen- bzw. Kabelfernsehanlagen, in die auch "internationale Programme", wie man mittlerweile ARD und ZDF nannte, eingespeist wurden, lag nach dem VIII. Parteitag der SED, wo die großen Vordenker erkannten, dass in Umsetzung der Politik der Hauptaufgabe das materielle und kulturelle Lebensniveau der Bevölkerung zu erhöhen ist. "In zunehmenden Maße gilt es auch, die Forderungen der Bürger nach Verbesserung der Empfangsbedingungen auf dem Gebiet des Rundfunk- und Fernsehempfanges zu verbessern." Die Initiativen sollten dabei auf den Bau von Gemeinschaftsantennenanlagen gerichtet werden. Als juristische Instrumentarien galten:

- der Aufbau und das Betreiben der Anlage durch Bildung einer Bürgergemeinschaft auf der Grundlage des §§ 266 ff ZGB.

oder

-Aufbau und Betreiben der Anlage auf der Grundlage des Beschlusses des Rates des Bezirkes Nr. 0307 vom 25. 08. 1978 unter Verantwortung der örtlichen Räte.

Die erste Gemeinschaftsantennenanlage in Burgstädt baute Reiner Schneider auf seinem Wohnhaus in der Rochlitzer Straße im Jahre 1972 und versorgte ca. 40 Wohnungen. Im Zeitraum von 1980 bis 1984 bildeten und entwickelten sich im Stadtgebiet von Burgstädt fünf große Antennengemeinschaften als Bürgerinitiativen, die nahezu 1500 Haushalte in den durch den Berg abgeschatteten und damit beim Empfang von "Westsendern" benachteiligten Gebiet der Stadt. Diese Gemeinschaften standen durchaus im Wettbewerb bezüglich Teilnahmekosten, Qualität der Bilder, Programmangebot und Geschwindigkeit der Verkabelung.

Es waren dies die Gemeinschaften:
AG 11 (Gunter Landgraf)
AG Rochlitzer Str. (Reiner Schneider)
AG Peniger Str. (Bernd Heß)
AG Burgstädt Mitte ( Helmut Zschocke)
AG Brausebachweg, Burkersdorf, Heiersdorf (Falk Rätzer)

Erweiterungsarbeiten der AG Brausebachweg in Richtung Siedlerweg, Neubauten an der Mohsdorfer Straße, Damaschkestraße waren im Gange.

Die Ausstattung der Kopfstationen der einzelnen Anlagen entsprach schon damals nicht dem Stand der Technik. Aus diesen Gründen waren die Vorsitzenden der Gemeinschaften übereingekommen, eine einmalige Gesamtlösung für die Stadt Burgstädt zu schaffen, die alle Anforderungen an eine Kabelkommunikation erfüllt. Dieser Wunsch wurde begünstigt, da der alleinige und einzige Hersteller der aktiven und passiven Bauelemente für Großgemeinschaftsantennenanlagen der DDR, der VEB Elektronische Geräte Burgstädt, eine Firma der Stadt war und die Firma EGB die Anlage mit für Zwecke der Entwicklung nutzen wollte.

Die Idee der weiteren Verkabelung der Stadt unter den genannten Prämissen löste Begeisterung bei vielen Burgstädtern aus, die dem Konzept vertrauten und durch fleißige Eigenleistung nach Feierabend mithalfen, dass mehr als 1000 km Kabel im Erdreich und in Häusern verlegt wurden. Meist hing an jedem Stück Material eine eigene Geschichte der Beschaffung. Viele Episoden ereigneten sich beim Bau des Kabelnetzes. Dieser erfolgte finanziell eigenständig in den einzelnen Verkabelungsgebieten und hatte einen Wertumfang von mehr als 7 000 000 Mark der DDR. Im folgenden sollen die wichtigsten Ereignisse und Schritte der Entwicklung unserer GAG kurz dargestellt werden, ohne das auf die Verkabelung in den Ortsteilen näher eingegangen wird.

Burgstädt hatte und hat auch eine "Antennengemeinschaft". Bitte die Geschichte des Vereins lesen und genießen. Sehr, sehr geil, vor allem die Zeit bis zur Wende. Köstliche Szenen haben sich da abgespielt.
https://gag-burgstaedt.de/history.htm

Kostprobe:

03. 05. 1986
Kauf von 2 Stück Parabolspiegeln mit 5 m Durchmesser von einer Antennengemeinschaft in Wünschendorf zum Bau einer Back-Fire-Antenne zum ungestörten ZDF Empfang, Transport der Spiegel mit Polizeieskorte von Wünschendorf nach Burgstädt, Sperrung der Autobahn Frankenberg bis Karl-Marx-Stadt-Nord zur ungehinderten Durchfahrt des überbreiten LKW.

bedenkt bitte, es war tiefste, tiefste DDR. Und die Volkspolizei eskortiert...

...
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Re: Wie frei war die Jugend in der DDR?

Beitragvon pentium » 11. August 2018, 20:12

zonenhasser hat geschrieben: Ob der selbstgebastelte "Russentod" wirklich die durch die Sowjetarmee hervorgerufenen Störungen beseitigen konnte?


Zum russischen Militärsprechfunk im Kanal E-4:
Der Bereich der ehemaligen Kanäle 2-4 war schon immer in einer Vielzahl von Ländern
neben dem "Rundfunkdienst" auch dem "festen und beweglichen Funkdienst" zugewiesen.
Konkret hat das Militär diesen Bereich (mit)benutzt, auch in der BRD.
Die in der DDR stationierten russischen Streitkräfte haben dort halt ihren "Betriebsfunk"
abgewickelt. Eine Absicht dürfte nicht dahinter gesteckt haben, wie z.B. vom Spiegel
gemutmaßt wurde.
Auch in Münsingen auf der Schwäbischen Alb wurde der Kasernenfunk auf Frequenzen
im Kanal E-2 abgewickelt. Eigentlich in der Schutzzone für den Sender Grünten, zumindest
für Funkamateure. Bekannt wurde das durch eine Meldung in der lokalen Zeitung,
dass die Funküberwachung illegale drahtlose Telefone aufgespürt hatte, die den
Kasernenfunk störten. Diese Telefone (nach US-Standard) sendeten auf Frequenzen im
Bereich 46 MHz bzw. 49 MHz.

Russentod
Wie funktionierten diese Dinge eigentlich?

Ganz einfach: Ein Parallelschwingkreis wird induktiv in die Antennenleitung eingekoppelt. Primärseitig ist es eine Schleife, die in der Antennenleitung eingefügt ist, Sekundär ist der Schwingkreis, bestehend aus Spule und Plattenkondensator. Sobald über die verstellbare Platte die Resonanz erreicht ist, sinkt die Belastung des Primärspule auf der Resonanzfrequenz ab, die Spule wird hochohmig. Alles andere ober und unterhalb der Resonanzfrequenz wird weiterhin durchgelassen, für diese Frequenzen wirkt das Ganze wie ein sekundärseitig kurzgeschlossener Transformator, der in Serie eingefügt ist.

Nicht jedes derartiges Teil in einer Antennenanlage ist ein Russentod.
Die Tschechenfalle war technisch ähnlich, allerdings für Band 3..

Ich muss mich bremsen und bin völlig OT....
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Re: Wie frei war die Jugend in der DDR?

Beitragvon Grenzwolf62 » 11. August 2018, 20:14

Danke, also doch Spiegel, wusste ich es doch.
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Re: Wie frei war die Jugend in der DDR?

Beitragvon pentium » 11. August 2018, 20:23

Grenzwolf62 hat geschrieben:Danke, also doch Spiegel, wusste ich es doch.
Die Schd... weiß nix [wink]


Aber für eine Backfire-Antenne....
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Re: Wie frei war die Jugend in der DDR?

Beitragvon Grenzwolf62 » 11. August 2018, 20:45

Wir hatten Spiegel drauf, für was, keine Ahnung, aber da waren sie und um mehr ging es nicht.
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Re: Wie frei war die Jugend in der DDR?

Beitragvon Volker Zottmann » 11. August 2018, 22:02

Nach 1971 irgendwann, baute ich auf dem 5-Familienhaus in QLB, wo ich wohnte die erste Antenne für das 2. Programm, in der DDR gekauft, auf dem Dach auf. Kostete etwas über 100 Mark. Gleiches machten unsere 4 Nachbarn.Es standen dann 10 Antennen auf dem kleinen Dach. 1973 zog ich nach Harzgerode. Einfamilienhaus. 1. und 2.-Programmantenne waren kein Problem, bei unserem guten Empfang (Brocken) war auch der Westen schon immer bestens zu empfangen. Das 3. aber war anders ausgerichtet, nach Hessen. Damit ging es Anfang der 1980er Jahre los. Damals noch heimlich. Antennen und Konverter bauten Nachbarn, Kollegen meiner Frau in der PGH Rundfunk Gernrode, aber schwarz! Meine Frau war da noch Funkmechaniker in Gernrode, ehe sie zur Stadt als Wirtschaftskaufmann wechselte.
Selbst uns nahmen die Kollegen noch reichlich Geld ab, für ihre Arbeit mit geklautem Material. Aber die Antennen funktionierten selbst unter dem Dach. Ganz offen geduldet wurde der Antennenbau hier erst ab Mitte 1980er Jahre.

In Thale und Stecklenberg wurden durch die Bevölkerung riesige Antennenalagen in Gemeinschaft auf den Bergen errichtet. Anfang 1980 war das etwa. Von Anfang an auch mit allen Westantennen. Da war der Antennesturm der FDJ, der in Halle-Neustadt noch Mitte der 1960 stattfand, endgültig beendet.

Gruß Volker
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Re: Wie frei war die Jugend in der DDR?

Beitragvon Volker Zottmann » 11. August 2018, 22:05

Wikipedia:
Tutti Frutti (it.: „alle Früchte“) war die deutsche Version der italienischen Erotik-Spielshow Colpo Grosso (it. etwa: „der große Coup“). Sie wurde vom 21. Januar 1990 bis zum 21. Februar 1993 auf einem Sendeplatz am späten Sonntagabend auf dem Privatsender RTL plus ausgestrahlt. Insgesamt wurden drei Staffeln mit 150 Folgen produziert. Tutti Frutti gilt als erste erotische TV-Show im deutschen Fernsehen.

Die Sendung wurde also wie karnak meinte, schon von uns mit Satelliten-Antenne (Spiegel) empfangen. Allerdings gab es da keine DDR mehr.
Bisschen Recht hat er eben auch... [laugh]

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Re: Wie frei war die Jugend in der DDR?

Beitragvon karnak » 12. August 2018, 04:43

Also ich kann mich nicht erinnern behauptet zu haben ein leidenschaftlicher Seher von solchem Mist gewesen zu sein und ich habe über diese "sozialistischen Antennengemeinschaften " neben ARD , ZDF, dass dritte Programm vom SFB/NDR und die Privatsender Sat 1, Pro 7 und RTL ,da noch ohne Plus, gesehen, ob auch dort der Balder mit seinem Müll schon vor der Wende lief weiß ich nicht mehr so genau. In jedem Fall liefen diese Sender bis zur Zeit des Satellitenempfangs auch terrestrisch, dass weiß ich nun wieder genau, sonst hätte ich sie ja nicht in meinem Schrebergarten auf meinem Junost sehen können. [hallo]
Und es soll mir doch keiner erzählen in der DDR gab es flächendeckende Kapazitäten Parabolantennen anzuschaffen, in den Neubaugebieten wurde auf irgendeinem Hochaus eine große Antenne aufgebaut, sicher mit einem entsprechenden Verstärker dahinter und von da aus alle Wohnungen versorgt, selbst in die Stasi Wohnungen wurde das Programm eingespeist, niemand hat sich die Mühe gemacht dort irgendwelche Sperren zu installieren. Das Sehen oder Nichtsehen war dann nur dem Mieter überlassen. Auf dem flachen Land wurden auf irgendeinen erhöhten Punkt diese Antenne installiert mit einem kleinem Gebäude in dem sich wohl die Verstärkereinrichtung befand. Damit verschwanden so langsam die eher ineffizienten Ochsenköpfe und das deutsch -deutsche Fernsehprogramm war so ziemlich flächendeckend.
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Re: Wie frei war die Jugend in der DDR?

Beitragvon karnak » 12. August 2018, 05:09

Volker Zottmann hat geschrieben:. Ganz offen geduldet wurde der Antennenbau hier erst ab Mitte 1980er Jahre.

In Thale und Stecklenberg wurden durch die Bevölkerung riesige Antennenalagen in Gemeinschaft auf den Bergen errichtet. Anfang 1980 war das etwa. Von Anfang an auch mit allen Westantennen. Da war der Antennesturm der FDJ, der in Halle-Neustadt noch Mitte der 1960 stattfand, endgültig beendet.


Erzähle doch nicht solches Zeug, mein Leben lang strotzten die Dächer der Häuser Land auf Land ab von "Ochsenköpfen", niemand hat sich da wirklich noch drum geschert, wenn es vielleicht dem Staat auch ein Dorn im Auge war ist er nie wirklich flächendeckend und massiv dagegen vorgegangen. Der Nostalgiker hat da völlig recht, in geringen Maßen und in einer kurzen Phase haben ein paar Eiferer ein paar willige FDJ ler losgeschickt und die haben vor den Häusern" runter mit dem Ochsenkopf" gebrüllt, vom runterreißen kann gar keine Rede sein. Dieser " Antennensturm" war zu keiner Zeit ein flächendeckende Aktion die umfassend umgesetzt worden ist. Dass solches Gebaren im Westen so dargestellt wurde ist eine andere Geschichte und dass es im Harz ganz anders war sowieso. Mit dem Einführen der 2. Programme in West und Ost wurden dann von RFT irgendwann Konverter produziert mit denen man mit älteren Geräten das 2. Programm empfangen konnte. Da die mit einer Skala ausgestattet waren konnte man die Frequenzen vom 2. Programm DDR und ZDF problemlos einstellen. Für neuere Geräte waren diese Konverter dann schon nicht mehr erforderlich. Das Selbe trifft auf das aufkommende Farbfernsehen zu, irgendwann in den 80 igern wurden die Fernseher von RFT mit beiden Farbsystemen produziert.
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Re: Wie frei war die Jugend in der DDR?

Beitragvon karnak » 12. August 2018, 05:32

pentium hat geschrieben:Geschichte der GAG

Die Entstehung der Großantennengemeinschaft hat tiefe Wurzeln im System der ehemaligen DDR. Mit zu den Grundrechten der Menschen gehört das Recht auf Informationsfreiheit. Gerade dieses Recht wurde in den osteuropäischen Ländern durch die totalitären Regime nach dem 2. Weltkrieg den Menschen abgesprochen. Die Einfuhr ausländischer Presseerzeugnisse unterlag der Zensur bzw. war grundsätzlich verboten. Der Empfang westlicher Rundfunksender war somit bereits Anfang der 50ger Jahre neben persönlichen Kontakten die einzige Möglichkeit der freien Information.

Doch bereits am 21.9.1953 übergab der damalige Sowjetbotschafter dem Ministerpräsidenten Grotewohl und dem SED-Chef Ulbricht ein vertrauliches Schreiben, wonach der Empfang von Rundfunksendern aus Westdeutschland und Westberlin durch die Installation von Störsendern und die Entwicklung und den preisgünstigen (gestützten) Verkauf von Rundfunkgeräten mit fester Sendereinstellung (auf DDR-Sender) unterbunden werden sollte. Die Maßlosigkeit dieser gestellten Forderung entspricht für sich und scheiterte in dieser Formwohl auch an der begrenzten technischen und wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der DDR und den zahlreichen Ideen von informationshungrigen Ingenieuren und Tüftlern. Der kalte Krieg weitete sich auf den Äther aus. Slogan wie "Wer RIAS hört, den Frieden stört" wurden sogar quer über die Rundfunkabrechnung gedruckt. Das schließlich flächendeckend über die gesamte DDR ausgebreitete Störsendernetz war bis 1978 in Betrieb.

Nach Einführung des Fernsehens in West- und Ostdeutschland in den Jahren 1953 bzw. 1955 war der Wunsch groß, auch die Sender der ARD zu empfangen. Durch glückliche Umstände wurde auch in Ostdeutschland im Gegensatz zu den anderen Ostblockländern das westeuropäische Frequenzspektrum angewendet, so dass nur eine entsprechende Empfangsanlage mit einer hohen Antenne erforderlich war. Unvergessen sind noch die von der SED angeordneten Aktionen, wo FDJ-Mitglieder Antennen zum Empfang von Westsendern von den Dächern rissen. Auch vor unserer Heimatstadt machten die mit notwendiger Engstirnigkeit ausgestatteten Antennenstürmer nicht halt. Findige Tüftler ersannen doch ständig Mittel und Wege, um ein "go west" per Äther ohne Karl Eduards Hilfe zu bewerkstelligen.

Neue Maßstäbe an die technische Ausstattung und den Standort der Antennen setzte der Empfang der "bunten Bilder", wenn man sie insbesondere in PAL-Norm sehen wollte. Mittlerweile waren auch die Antennenstürmer von einst neugieriger geworden und beteiligten sich hier und da am einst verpönten Westempfang. Man schrieb bereits das Jahr 1972. An Neubaublöcken, insbesondere auf Balkonen und an Fenstern entstanden Antennenwälder. Auf Dächern wurden überdimensional hohe Antennenmasten errichtet, deren Statik meist nur durch den Kollegen "Reiner Zufall" berechnet worden war.

Die Geburtsstunde für Gemeinschaftsantennen- bzw. Kabelfernsehanlagen, in die auch "internationale Programme", wie man mittlerweile ARD und ZDF nannte, eingespeist wurden, lag nach dem VIII. Parteitag der SED, wo die großen Vordenker erkannten, dass in Umsetzung der Politik der Hauptaufgabe das materielle und kulturelle Lebensniveau der Bevölkerung zu erhöhen ist. "In zunehmenden Maße gilt es auch, die Forderungen der Bürger nach Verbesserung der Empfangsbedingungen auf dem Gebiet des Rundfunk- und Fernsehempfanges zu verbessern." Die Initiativen sollten dabei auf den Bau von Gemeinschaftsantennenanlagen gerichtet werden. Als juristische Instrumentarien galten:

- der Aufbau und das Betreiben der Anlage durch Bildung einer Bürgergemeinschaft auf der Grundlage des §§ 266 ff ZGB.

oder

-Aufbau und Betreiben der Anlage auf der Grundlage des Beschlusses des Rates des Bezirkes Nr. 0307 vom 25. 08. 1978 unter Verantwortung der örtlichen Räte.

Die erste Gemeinschaftsantennenanlage in Burgstädt baute Reiner Schneider auf seinem Wohnhaus in der Rochlitzer Straße im Jahre 1972 und versorgte ca. 40 Wohnungen. Im Zeitraum von 1980 bis 1984 bildeten und entwickelten sich im Stadtgebiet von Burgstädt fünf große Antennengemeinschaften als Bürgerinitiativen, die nahezu 1500 Haushalte in den durch den Berg abgeschatteten und damit beim Empfang von "Westsendern" benachteiligten Gebiet der Stadt. Diese Gemeinschaften standen durchaus im Wettbewerb bezüglich Teilnahmekosten, Qualität der Bilder, Programmangebot und Geschwindigkeit der Verkabelung.

Es waren dies die Gemeinschaften:
AG 11 (Gunter Landgraf)
AG Rochlitzer Str. (Reiner Schneider)
AG Peniger Str. (Bernd Heß)
AG Burgstädt Mitte ( Helmut Zschocke)
AG Brausebachweg, Burkersdorf, Heiersdorf (Falk Rätzer)

Erweiterungsarbeiten der AG Brausebachweg in Richtung Siedlerweg, Neubauten an der Mohsdorfer Straße, Damaschkestraße waren im Gange.

Die Ausstattung der Kopfstationen der einzelnen Anlagen entsprach schon damals nicht dem Stand der Technik. Aus diesen Gründen waren die Vorsitzenden der Gemeinschaften übereingekommen, eine einmalige Gesamtlösung für die Stadt Burgstädt zu schaffen, die alle Anforderungen an eine Kabelkommunikation erfüllt. Dieser Wunsch wurde begünstigt, da der alleinige und einzige Hersteller der aktiven und passiven Bauelemente für Großgemeinschaftsantennenanlagen der DDR, der VEB Elektronische Geräte Burgstädt, eine Firma der Stadt war und die Firma EGB die Anlage mit für Zwecke der Entwicklung nutzen wollte.

Die Idee der weiteren Verkabelung der Stadt unter den genannten Prämissen löste Begeisterung bei vielen Burgstädtern aus, die dem Konzept vertrauten und durch fleißige Eigenleistung nach Feierabend mithalfen, dass mehr als 1000 km Kabel im Erdreich und in Häusern verlegt wurden. Meist hing an jedem Stück Material eine eigene Geschichte der Beschaffung. Viele Episoden ereigneten sich beim Bau des Kabelnetzes. Dieser erfolgte finanziell eigenständig in den einzelnen Verkabelungsgebieten und hatte einen Wertumfang von mehr als 7 000 000 Mark der DDR. Im folgenden sollen die wichtigsten Ereignisse und Schritte der Entwicklung unserer GAG kurz dargestellt werden, ohne das auf die Verkabelung in den Ortsteilen näher eingegangen wird.

Burgstädt hatte und hat auch eine "Antennengemeinschaft". Bitte die Geschichte des Vereins lesen und genießen. Sehr, sehr geil, vor allem die Zeit bis zur Wende. Köstliche Szenen haben sich da abgespielt.
https://gag-burgstaedt.de/history.htm

Kostprobe:

03. 05. 1986
Kauf von 2 Stück Parabolspiegeln mit 5 m Durchmesser von einer Antennengemeinschaft in Wünschendorf zum Bau einer Back-Fire-Antenne zum ungestörten ZDF Empfang, Transport der Spiegel mit Polizeieskorte von Wünschendorf nach Burgstädt, Sperrung der Autobahn Frankenberg bis Karl-Marx-Stadt-Nord zur ungehinderten Durchfahrt des überbreiten LKW.

bedenkt bitte, es war tiefste, tiefste DDR. Und die Volkspolizei eskortiert...

...

1986 waren die" sozialistischen Antennengemeinschaften" längst landesweit etabliert, wie gesagt, ich habe die Kabelgräben dafür mit meinem Vater schon 1979 gebuddelt und zwar in Limbach-Oberfrohna, also keiner Sonderzone für besonders privilegierte. Wenn man in Burgstädt, ganz in der Nähe übrigens, eine Parabolantenne zur Verbesserung der Qualität, denn auch die terrestrische Technik hatte so seine Macken, installiert hat mag das ja sein, dann aber, und ganz offensichtlich über staatlichem Weg und mit staatlicher Zustimmung und nicht im Rahmen einer widerständlicheren Bewegung, in "tiefster DDR".
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Re: Wie frei war die Jugend in der DDR?

Beitragvon karnak » 12. August 2018, 06:08

Spartacus hat geschrieben:
Damit behaupte ich nicht das es Regional solche Übergriffe gegeben hat, wie geschrieben gab es sie in der ersten Hälfte der 60ger Jahre, danach überhaupt nicht mehr


Da da muss ich doch gleich mal "regional" dagegen halten. 1974 bekamen wir unsere Neubauwohnung In Neuplanitz, einem Ortsteil von Zwickau. Neuplanitz, weil eben ein völlig
neues Plattenviertel entstand.

1975 wurde dann vom "Hauskollektiv" eine Gemeinschaftsantenne in Eigenleistung auf dem Dach installiert und alle Kabel mühsam in die einzelnen Wohnungen verlegt. Während dieser
Aktion erschienen tatsächlich so ein paar Typen im FDJ - Hemd auf dem Dach und wollten das Aufstellen der Antenne verhindern.

Mein Vater, ein paar Hausbewohner und ich haben sie dann vom Dach gejagt.

Gut erinnern kann ich mich auch an die Aufregung um die ganze Sache im Haus, denn alle waren scharf auf das Westfernsehen und als es dann auch gut funktionierte, die große
Freude im ganzen Hauseingang. Und den kurz darauf entstehenden Antennenwald auf den Dächern, da jeder Hauseingang die Antenne selber organisieren musste. Also

Übrigens hatten alle im Hauseingang Zugang zum Westfernsehen, alle bis auf einen, denn der war bei der VP und somit außen vor. Zahlte nix, bekam auch nix. [flash]

Sparta

[grin] Du musst doch zugeben, dass es in der DDR erhebliche Probleme gegeben hätte wenn man "illegal " an Anlagen eines staatlichen Mietshauses rumgebastelt hätte, die" Kampfreserve der Partei" die die"staatliche Ordnung wieder herstellen wollte" vom Dach gejagt und einen Staatsnahen im Haus geschnitten hätte. Oder ging es dort schon so rechtsstaatlich zu, wäre ja mal eine ganz neue Erfahrung aus " tiefster DDR". Also da hätte ich jetzt hier schon schwere Empörung von einigen DDR Experten erwartet. [flash]
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Re: Wie frei war die Jugend in der DDR?

Beitragvon augenzeuge » 12. August 2018, 07:24

Ich kann mich erinnern, dass sich die AWG 1981 bei den Mietern entschuldigt hatte, weil die neue Antenne das ZDF nicht erfassen konnte.
AZ
Freiheit ist ein Gut, das durch Gebrauch wächst und durch Nichtgebrauch dahinschwindet. Keiner darf für sich den Besitz der Wahrheit beanspruchen, sonst wäre er unfähig zu Kompromiß und überhaupt zu Zusammenleben.
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Re: Wie frei war die Jugend in der DDR?

Beitragvon karnak » 12. August 2018, 07:30

[flash] Das war natürlich schon wieder ander herum drastisch.
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Re: Wie frei war die Jugend in der DDR?

Beitragvon Volker Zottmann » 12. August 2018, 08:19

karnak hat geschrieben:Erzähle doch nicht solches Zeug, mein Leben lang strotzten die Dächer der Häuser Land auf Land ab von "Ochsenköpfen", niemand hat sich da wirklich noch drum geschert, wenn es vielleicht dem Staat auch ein Dorn im Auge war ist er nie wirklich flächendeckend und massiv dagegen vorgegangen. Der Nostalgiker hat da völlig recht, in geringen Maßen und in einer kurzen Phase haben ein paar Eiferer ein paar willige FDJ ler losgeschickt und die haben vor den Häusern" runter mit dem Ochsenkopf" gebrüllt, vom runterreißen kann gar keine Rede sein. Dieser " Antennensturm" war zu keiner Zeit ein flächendeckende Aktion die umfassend umgesetzt worden ist. Dass solches Gebaren im Westen so dargestellt wurde ist eine andere Geschichte und dass es im Harz ganz anders war sowieso. Mit dem Einführen der 2. Programme in West und Ost wurden dann von RFT irgendwann Konverter produziert mit denen man mit älteren Geräten das 2. Programm empfangen konnte. Da die mit einer Skala ausgestattet waren konnte man die Frequenzen vom 2. Programm DDR und ZDF problemlos einstellen. Für neuere Geräte waren diese Konverter dann schon nicht mehr erforderlich. Das Selbe trifft auf das aufkommende Farbfernsehen zu, irgendwann in den 80 igern wurden die Fernseher von RFT mit beiden Farbsystemen produziert.


Was bist Du nur so aufgeregt? Wer hat denn "flächendeckend" geschrieben?
Erzähl Du nicht solches Zeugs! Und Halle-Neustadt war nicht flächendeckend. Dort aber standen nur neue Wohnblöcke mit flachen Dächern und Gemeinschafftsantennen seit der Gründung. Dort sind illegale privat errichtete Antennen sehr wohl herunter gerissen worden. Das ist kein Blödsinn. Blödsinn ist dagegen, mit bald 50 Jahren Verspätung das immer noch zu bestreiten. Von woanders schrieb ich nichts, da ich persönlich nur die Vorkommnisse In Halle kenne.
Und "Dein" Tutti Frutti haben gesunde Männer wegen der schnuckelichen Mädel wohl alle gern geschaut.
Bei mir in der Gegend waren auch alle Dächer mit Antennen voll, wie von Dir beschrieben. Ja, es wurde ab den 70er zähneknirschend geduldet. Dagegen gewettert wurde erst ab Mitte der 80er Jahre nicht mehr.
Es wurde ja auch versucht das Westfernsehen weiter zu boykottieren. Nur aus politischen Gründen bekam die DDR SECAM verpasst. Erinnere Dich mal an DDR-Farbfernseher bis um 1985. Die hatten kein PAL-Dekoder drinnen. Die kamen erst ab dieser Zeit dann auf. Das Stück zum Nachrüsten für stolze 613.- Ostmark. Meine Frau hat 2 ergattert. Eins für Omas Fernseher und eins für unseren neuen Chromat. Du bringst gewaltig die Zahlen durcheinander, was mir aber voll erklärlich ist. An der GÜST stehen brachte Eintönigkeit, ohne jede Abwechslung. Der normale Ossi aber hatte einen abwechslungsreichern Alltag, kann so Ereignise in seiner Erinnerung besser festmachen.

Gruß Volker
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Re: Wie frei war die Jugend in der DDR?

Beitragvon karnak » 12. August 2018, 08:43

Dann schreibe nicht, dass"der Antennensturm damit beendet war" wenn das Herunterreißen in Halle - Neustadt der wahrscheinlich einzige konkrete Fall war in dem sowas überhaupt stattfand . Dass ist nämlich Methode Bild -Zeitung die nervt und zum Widerstand aufruft bei dieser speziellen Art von Berichten zur Geschichte und nicht das Bedürfnis Geschichte zu verklären und zu verharmlosen, was so gerne behauptet und unterstellt wird um die eigenen Spinnereien und Gehässigkeiten mehr in Richtung Wahrheit und Sachlichkeit zu verschieben. Und soweit ich das weiß wurden Fernseher mit PAL System ab 77 produziert, ob man ab da schon einen abbekam ist natürlich eine andere Frage.
Und Du wirst schon was von meiner Eintönigkeit bei meinem Rumstehen wissen [flash] , mir ist es völlig unklar wie Du Dir auch nur im Enferntesten einbilden kannst, dass Du , nur weil Du ein paar Mal mit Deinen blauen Reisepass über diese Grenze gehoppelt bist von dem etwas verstehst was ich dort zu tun hatte, das Wenigste hatte etwas mit Grenzüberschreitungsverhinderung zu tun und so hatte ich mein Leben lang wenig Zeit zum rumstehen, was sich aber nun bald ändern wird, habe da einen erheblichen Nachholebedarf. [hallo]
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Re: Wie frei war die Jugend in der DDR?

Beitragvon pentium » 12. August 2018, 09:08

augenzeuge hat geschrieben:Ich kann mich erinnern, dass sich die AWG 1981 bei den Mietern entschuldigt hatte, weil die neue Antenne das ZDF nicht erfassen konnte.
AZ


Muss du mir mal technisch erklären, dieses nicht erfassen...? Lass die Zeit, ich bin erst mal auf dem Golfplatz...
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Re: Wie frei war die Jugend in der DDR?

Beitragvon Grenzwolf62 » 12. August 2018, 10:36

Schon vor dem Fall des Mäuerchens, hab ich RTL und Sat1 aus der Dose in den Fernseher bekommen.
Wie ging das technisch, eventuell doch über die ominösen Spiegel?
Zuletzt geändert von Grenzwolf62 am 12. August 2018, 10:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wie frei war die Jugend in der DDR?

Beitragvon Volker Zottmann » 12. August 2018, 10:39

Grenzwolf62 hat geschrieben:Schon vor dem Fall des Mäuerchens, hab ich RTL und Sat1 aus der Dose in den Fernseher bekommen.
Wie ging das technisch?

Ich auch! Na sowas?
Die Leitungen waren schlicht unter Putz verlegt, wie es sich heute gehört.

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Re: Wie frei war die Jugend in der DDR?

Beitragvon Grenzwolf62 » 12. August 2018, 10:41

Volker Zottmann hat geschrieben:
Grenzwolf62 hat geschrieben:Schon vor dem Fall des Mäuerchens, hab ich RTL und Sat1 aus der Dose in den Fernseher bekommen.
Wie ging das technisch?

Ich auch! Na sowas?
Die Leitungen waren schlicht unter Putz verlegt, wie es sich heute gehört.

Gruß Volker

Ich meinte wie kamen die Programme in die Unterputzleitungen?
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Re: Wie frei war die Jugend in der DDR?

Beitragvon AkkuGK1 » 12. August 2018, 10:57

SAT1 und RTL strahlten ihr Programm ende der 80er auch über terrestrische Sendeeinrichtungen. Wer um Berlin wohnte, hatte ja gar keinen Stress, da kamen die Funkwellen aus der gleichen Richtung und keiner konnte unterscheiden Ost oder West. Den Antennenkabeln waren nur die Frequenzen wichtig, ob Ost oder West, völlig schnurz. Wer kennt noch den Konverter oder das Empfangskästchen für 2tes und Drittes Programm?

Die Ochsenkopf Aktion war ja auch dem entsprechend einfach, weil man A) schon an der 2ten Antenne (da gab es noch kein DDR2) sah, aha da schaut jemand ZDF und natürlich B) war diese in Richtung OCHSENKOPF gedreht...

Wir hatten DDR1/2, ARD, ZDF, SFB/N3 geteilt, ab 88 SAT1 und Anfang 89 RTL - letzteres allerdings sehr verrauscht.

wenn in den 80ern Dallas lief, oder Colt Sievers, waren die Straßen leer...
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Re: Wie frei war die Jugend in der DDR?

Beitragvon Grenzwolf62 » 12. August 2018, 11:02

AkkuGK1 hat geschrieben:SAT1 und RTL strahlten ihr Programm ende der 80er auch über terrestrische Sendeeinrichtungen. Wer um Berlin wohnte, hatte ja gar keinen Stress, da kamen die Funkwellen aus der gleichen Richtung und keiner konnte unterscheiden Ost oder West. Den Antennenkabeln waren nur die Frequenzen wichtig, ob Ost oder West, völlig schnurz. Wer kennt noch den Konverter oder das Empfangskästchen für 2tes und Drittes Programm?

Die Ochsenkopf Aktion war ja auch dem entsprechend einfach, weil man A) schon an der 2ten Antenne (da gab es noch kein DDR2) sah, aha da schaut jemand ZDF und natürlich B) war diese in Richtung OCHSENKOPF gedreht...

Wir hatten DDR1/2, ARD, ZDF, SFB/N3 geteilt, ab 88 SAT1 und Anfang 89 RTL - letzteres allerdings sehr verrauscht.

wenn in den 80ern Dallas lief, oder Colt Sievers, waren die Straßen leer...


Terrestrisch aber wohl nur sehr begrenzt laut Google, ich glaube unsere Antennenanlage empfing das schon in der DDR glasklar über Satellit.
Wie geschrieben Wismut, scheinbar alles vorhanden an feinster Technik.
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Re: Wie frei war die Jugend in der DDR?

Beitragvon AkkuGK1 » 12. August 2018, 11:56

durchaus möglich. Gerade ab 85 schien sehr viel möglich zu sein. Allein was an Computertechnik "importiert" (u.a. von Omis) wurde, unvorstellbar. Vielleicht sogar über Genex käuflich erwerbbar.

Heute passend beim Frühstück mit den Gästen, fingen die von allein mit dem Thema Ost-West-Musik/ Fernsehen an, da bekam auch einer als 10jähriger Ärger in der Schule (da war wohl ein Offizierswohnblock in der Nähe und deren Kinder in der selben Schule) wegen Westfernsehen... Wie war das mit dem V-US-Flagge Symbol?

Also so frei waren wir eben nicht. Nicht so unfrei wie in unseren östlichen Bruderstaaten (mal von Polen/Ungarn abgesehen).
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