Leben im Überwachungsstaat der DDR

Aufarbeitung und Schlußfolgerungen

Leben im Überwachungsstaat der DDR

Beitragvon Interessierter » 29. Juni 2018, 10:26

Regisseurin und Buchautorin Freya Klier berichtet

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Freya Klier berichtete den angehenden Abiturienten aus ihrem bewegten Leben.
© Prochnow


Obertshausen - Einige ihrer Eltern drückten noch die Schulbank, als es mit der DDR zu Ende ging: Schüler des aktuellen Abitur-Jahrgangs an der Georg-Kerschensteiner-Schule lauschten gestern der Regisseurin und Buchautorin Freya Klier. Von Michael Prochnow

Sie schilderte Repressalien, die nicht nur Künstler wie sie und ihren Mann Stephan Krawczyk trafen. Sie lebte im Kinderheim, weil ihr Vater inhaftiert war, unternahm nach dem Abi einen Fluchtversuch, saß im Knast, wurde bespitzelt, verfolgt, bedrängt und bedroht. Freya Klier hat praktisch alle Facetten des Stasi-Staats kennenlernen müssen, weil sie sich immer wieder gegen das Unrecht zur Wehr setzte – bis zur Wende an der Seite des Liedermachers und Schriftstellers Stefan Krawczyk. 1975 musste die DDR auf Druck der Vereinten Nationen Ausreiseanträge erlauben. Wer einen stellte, verlor Arbeit, Studien- oder Ausbildungsplatz und landete nicht selten hinter Gitter, berichtete der Gast. Wer Glück hatte, wurde von der Bundesrepublik freigekauft. Steffen Klier, der Bruder der Autorin, protestierte vor dem Staatssicherheitsgelände in Dresden und wurde in eine geschlossene Anstalt gesteckt.

Zwischen 30 Betten und bei Totenstille stierten die Inhaftierten Männer vor sich hin, zugedröhnt mit schweren Psycho-Pharmaka. Der Vater lernte den Stationsarzt kennen – strafversetzt wegen politischer Witze. Er mochte Steffen, doch der wurde nie rausgelassen. Der Vater schrieb sieben Mal an Politbüro und Honecker persönlich, bekam nie eine Antwort. 1979 nahm sich der Sohn mit 30 das Leben.

Mehr erfährt man hier:
https://www.op-online.de/region/obertsh ... 58976.html
Auch aus Steinen die einem in den Weg
gelegt werden,
kann man was schönes bauen
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