Die Spionageabwehr der DDR

Hier können Bücher vorgestellt und besprochen werden, die in den Bereich politische Systeme gehören.

Die Spionageabwehr der DDR

Beitragvon andr.k » 1. Juni 2018, 20:19

Die Spionageabwehr der DDR

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Diese Woche ist ein neues Buch über die "Spionageabwehr der DDR" im Buchhandel erschienen. Das Buch umfasst über 1000 und ist in 8 Kapitel aufgeteilt.

Einleitung
Das zweitälteste Gewerbe der Welt - die Spionage

Kapitel 1
Begriffe und rechtliche Grundlagen der Tätigkeit der Spionageabwehr

Kapitel 2
Verantwortungs- und Aufgabenbereiche der Linie II des MfS

Kapitel 3
Strukturen der Linie II - Bezeichnungen und Verantwortlichkeiten

Kapitel 4
Die nachrichtendienstlichen Hauptgegner der DDR-Spionageabwehr

Kapitel 5
Die Arbeitsweise westlicher Geheimdienste gegen die DDR

Kapitel 6
Mittel und Methoden der Abwehrarbeit des MfS gegen westliche Geheimdienste

Kapitel 7
Spionage und deren Abwehr in der Hochzeit des Kalten Krieges

Kapitel 8
Bearbeitung des MfS durch westliche Nachrichtendienste und innere Sicherheit des MfS


Der Kalte Krieg war geprägt von geheimdienstlichen Auseinandersetzungen zwischen West und Ost. Dabei spielte die Spionageabwehr des Ministeriums für Staatssicherheit eine wesentliche Rolle, die in der bisherigen historischen Aufarbeitung kaum Erwähnung fand und dadurch unterrepräsentiert ist.

Der vorliegende Band zur Thematik schließt einen Großteil dieser Lücke und berichtet umfassend und detailliert darüber, mit welchen Schwerpunkten, Mitteln und Methoden die westlichen Geheimdienste gegen die DDR agierten und wie die zuständigen Diensteinheiten des Mielke-Ministeriums darauf reagierten.

Der Autor, Experte für die Geschichte von Nachrichtendiensten, hat die umfangreichen Aktenbestände der Linie II des MfS gesichtet, akribisch ausgewertet und hochrangige Zeitzeugen zurate gezogen. Insbesondere die Auskünfte und Erinnerungen des langjährigen Leiters der HA II, Dr. Günther Kratsch, bilden eine wertvolle Ergänzung zu den hinterlassenen Primärquellen.

Henry Nitschke gewährt einen tiefen Einblick in die Struktur und Funktionsweisen der Spionageabwehrabteilung des MfS, präsentiert geheimdienstliche Operationen, erzählt von Doppelagenten und wie die westlichen Hauptgegner bezwungen werden konnten. Er legt mit diesem Band ein voluminöses Standardwerk vor, das nicht nur überaus informativ, sondern auch spannungsreich wie ein Politthriller ist.


ISBN 978-3-95841-092-3
Man lebt ruhiger, wenn man nicht alles sagt, was man weiß, nicht alles glaubt, was man hört und über den Rest einfach nur lächelt.

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Re: Die Spionageabwehr der DDR

Beitragvon augenzeuge » 1. Juni 2018, 21:04

Wer ist der Autor?
AZ
Freiheit ist ein Gut, das durch Gebrauch wächst und durch Nichtgebrauch dahinschwindet. Keiner darf für sich den Besitz der Wahrheit beanspruchen, sonst wäre er unfähig zu Kompromiß und überhaupt zu Zusammenleben.
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Re: Die Spionageabwehr der DDR

Beitragvon andr.k » 1. Juni 2018, 21:27

Henry Nitschke, Jahrgang 1961, ist Diplomkriminalist. Der unter Pseudonym publizierende Experte für die Geschichte von Nachrichtendiensten berät heute u. a. Firmen in Fragen der Sicherheit und des Geheimnisschutzes. Er ist Verfasser mehrerer Sachbücher und Artikel.
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Re: Die Spionageabwehr der DDR

Beitragvon Merkur » 16. Juni 2018, 11:42

Ein lesenswertes Buch, dass detailliert über die Spionage westlicher GHD und die Abwehr der DDR Auskunft gibt. Dazu diverses Zahlenmaterial und Beispiele aus der Praxis.
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
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Re: Die Spionageabwehr der DDR

Beitragvon augenzeuge » 16. Juni 2018, 14:16

Wer verbirgt sich hinter Nitschke?
Was hat der Mann in der DDR gemacht?
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Re: Die Spionageabwehr der DDR

Beitragvon Merkur » 16. Juni 2018, 19:21

Keine Ahnung AZ aber er beschreibt detailliert und anhand vieler Beispiele die Tätigkeit der GHD gegen die DDR und die daraufhin erfolgten Abwehrmaßnahmen. Interessante Kapitel gibt es auch zu Funkabwehr und zur Fahndung nach geheimdienstlichen Postsendungen.
Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.
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Re: Die Spionageabwehr der DDR

Beitragvon augenzeuge » 16. Juni 2018, 21:08

Richtig, Merkur, das kann eigentlich nur einer, der außergewöhnliche Einblicke bekommen hat. Zur Wende war er dazu etwas zu jung.
AZ
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Re: Die Spionageabwehr der DDR

Beitragvon karnak » 17. Juni 2018, 06:10

augenzeuge hat geschrieben:Richtig, Merkur, das kann eigentlich nur einer, der außergewöhnliche Einblicke bekommen hat.
AZ

Ich verstehe von diesen Dingen fast nichts wirklich, aber nur schon mal vorab und für den Fall, dass die Sache wieder dort hingeleitet werden soll [hallo] , NUR weil einer "außergewöhnliche Einblicke bekommen hat" heißt das noch lange nicht, dass, wenn er sich tiefgründig und so intensiv an die Aufarbeitung dieser Dinge gemacht hat zu vermuten ist von dem was er dann in einem Buch schreibt ist NUR auf Grund eben dieser Tatsache der "außergewöhnlichen Einblicke " nicht sonderlich viel zu halten . Im Gegensatz zu anderen, wo ich nun wieder, wenn es um entsprechend meine Themen geht und ich genau weiß, dass geflunkert wird, um es mal noch freundlich auszudrücken, empört jeglicher Zweifel zurückgewiesen wird und zwar mit dem mehr als albernen Ansatz, warum sollte der denn flunkern, der hatte KEINE "außergewöhnlichen Einblicke " , der hat sich wegen irgendwas mit dem damaligen System angelegt,dass reicht völlig aus, völlig egal wegen was, ob er sich für Menschenrechte eingesetzt, eine Scheune abgebrannt, Karnickel geklaut oder seine rein individuelle Lebenssituation verbessern wollte. NUR auf Grund seines, wie immer gearteten Konfliktes mit dem System hat er sich ein lebenslanges Recht auf Wahrhaftigkeit erworben.
Wie gesagt, nur vorsichtshalber, dieses Gebaren ging mir irgendwann maßlos auf den Zeiger, war der Grund warum ich mich irgendwann mit erheblicher Verspätung in solche Diskussionen reingehängt habe obwohl ich EIGENTLICH mit dem System lange abgeschlossen hatte und alles was damit im Zusammenhang stand mir längst am A... vorbei ging.
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Re: Die Spionageabwehr der DDR

Beitragvon HPA » 18. Juni 2018, 00:22

augenzeuge hat geschrieben:Richtig, Merkur, das kann eigentlich nur einer, der außergewöhnliche Einblicke bekommen hat. Zur Wende war er dazu etwas zu jung.
AZ


[wink] [flash]

Aber sach mal, @merkur, wer hat das Buch eigentlich kofinanziert, gesponsert, insbesondere den Druck? Die BSTU doch wohl nicht,odär? Around 2 Cent pro Seite scheint mir gewaltig unter den realen Layout ,Setz , Druckkosten etc pp zu liegen.

Noch dazu die Auflage nicht all zu hoch sein dürfte
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Re: Die Spionageabwehr der DDR

Beitragvon HPA » 18. Juni 2018, 06:43

BTW: Passt ins Thema: kürzlich saßen zwei Typen bei mir am Eßtisch bei BBQ und german beer ;eingebürgerte Amerikaner, beide dienten u.a.früher auf der Field Station 1 ; einer ist seit der Wende bei der DFS. Haben mal ein wenig Carneys Selbstbeweihreicherungswerk (O-Ton) Korrektur gelesen.

Die beiden haben köstlich abgelacht.

Beide kannten Carney persönlich.

[grin]
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Re: Die Spionageabwehr der DDR

Beitragvon andr.k » 20. Juni 2018, 20:47

Nun geht es in diesem Buch weder um die Biografie des Autors oder Druckkosten, sondern um Mittel und Methoden gegen Angriffe westlicher Geheimdienste. Für mich ist es bis jetzt ein sehr umfassendes Buch über die DDR-Spionageabwehr, dass die Systematik der Abwehrmaßnahmen detailliert aufzeigt. Vielleicht könnten die Spekulanten mal Ihre neugierigen Nasen in dieses Buch stecken, um über diese Thematik zu diskutieren?
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Re: Die Spionageabwehr der DDR

Beitragvon Grenzwolf62 » 20. Juni 2018, 21:06

Ist ja alles schön und gut mit den Büchern und für Fans sicherlich auch ein Quell der Erbauung.
Ich für mich resümiere aber immer, was hat es genützt unsere ganzen Bockstürze?
Definitiv gar nüscht.
Sex und Golf können Spaß machen auch wenn man davon nicht viel Ahnung hat.
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Re: Die Spionageabwehr der DDR

Beitragvon HPA » 21. Juni 2018, 06:47

Eben

[grins]

aber zu den Folgen für die Betroffenen hab ich auch noch was beizutragen, welches ein Schlaglicht auf die Natur der größten Täteräh der Welt und seines Schnüffelorgans wirft:

http://archiv.jura.uni-saarland.de/Ents ... e/DDR.html

Und nicht vergessen, der Spionagebegriff konnte sehr weit ausgelegt werden.
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Re: Die Spionageabwehr der DDR

Beitragvon Dr. 213 » 21. Juni 2018, 12:05

Grenzwolf62 hat geschrieben:Ist ja alles schön und gut mit den Büchern und für Fans sicherlich auch ein Quell der Erbauung.
Ich für mich resümiere aber immer, was hat es genützt unsere ganzen Bockstürze?
Definitiv gar nüscht.


Man kann solche Bücher aber zur Unterhaltung lesen. Eine gewisse Faszination hat das Thema ja durchaus.
Und wenn man sich dem Hauptgeschäft der Stasi bewußt ist, dann geht davon ja auch keine Gefahr aus.

Die Haupttätigkeit war ja die Repression und Spitzeltätigkeit gegen die eigenen Bürger.
Verbiegen von beruflichen Karrieren, das Einsperren von Feinden der DDR, die einfach keine Lust
mehr hatten, eingehegt wie Nutzvieh Sklavenarbeit für die SED- Diktatur zu leisten, das war deren Arbeitsalltag.

Herzlichst
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Re: Die Spionageabwehr der DDR

Beitragvon HPA » 21. Juni 2018, 12:27

Da ich mir sehr sicher bin ,welchem Quell diese Publikation entspringt (inkusive seiner stillen Beteiliger) und welche Botschaft man transportieren möchte, verkneife ich mir, auch nur einen cent für dieses "Werk" auszugeben.

Manches muss man auch einfach mal boykottieren.

[grin]

Die Stasi war nun mal kein "ganz normaler Geheimdienst" wie gewisse Protagonisten und Buchautoren es gern weismachen möchten sondern in seiner Gesamtheit ein Überwachungs und Unterdrückunsginstrument einer Diktatur.
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Re: Die Spionageabwehr der DDR

Beitragvon Beethoven » 21. Juni 2018, 14:24

HPA hat geschrieben:Da ich mir sehr sicher bin ,welchem Quell diese Publikation entspringt (inkusive seiner stillen Beteiliger) und welche Botschaft man transportieren möchte, verkneife ich mir, auch nur einen cent für dieses "Werk" auszugeben.

Manches muss man auch einfach mal boykottieren.


Na, da wird Herr Nitschke aber dicke Tränen vergießen. [grins]
Hoffentlich stürzt Du ihn nicht in den persönlichen Ruin. [wink]

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Demokratie ist die Notwendigkeit, sich gelegentlich den Ansichten anderer Leute zu beugen.
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Re: Die Spionageabwehr der DDR

Beitragvon HPA » 21. Juni 2018, 15:45

Tut mir aufricht leid für den Hernn "Nitschke" und seine Freunde und Gönner.

[grins]
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Re: Die Spionageabwehr der DDR

Beitragvon Huf » 21. Juni 2018, 19:12

Dieses Thema erscheint auf den ersten Blick schon sehr interessant, allerdings unterstelle ich dem Autor des Buches und dem hiesigen Themen-Eröffner ein ganz anders Motiv, als "Aufklärung"... Es geht immer wieder um die böse Stasi, und deren Rechtfertigung ihrer Untaten im Nachhinein!

Man will uns heute, nach fast 30 Jahren einreden, das MfS hätte so gehandelt, wie heute jeder Geheimdienst.

Auf den ersten Blick Uneingeweihter mag das ja zutreffen, aber...


Wer von uns Zeitzeugen, damals "Zugeführten" soll denn vergessen haben, mit welchen Mitteln der Knechtung und Zersetzung gegen das eigene Volk flächendeckend gehandelt worden ist, eben abweichend von den Tätigkeitsmerkmalen "normaler" Geheimdienste?

Wie schon oft geschrieben, diese V-Bande hat mit inhumanen und verachtenswerten Methoden gehandelt nur im Interesse des Machterhaltes der SED, nie und zu keiner Zeit im Interesse der Menschen in der DDR! Das MfS und dessen Knechte waren die Vollstrecker der 2. Diktatur in D im 20.Jahrhundert, und zumindest moralisch gilt diesen Typen die Verachtung!


Da helfen keine rechtfertigenden Bücher im Nachhinein!

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Re: Die Spionageabwehr der DDR

Beitragvon andr.k » 21. Juni 2018, 21:14

Huf hat geschrieben:Man will uns heute, nach fast 30 Jahren einreden, das MfS hätte so gehandelt, wie heute jeder Geheimdienst.

Falsch! Lesen hilft lösen! [hallo]
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Re: Die Spionageabwehr der DDR

Beitragvon Beethoven » 22. Juni 2018, 06:48

Huf hat geschrieben:
Wer von uns Zeitzeugen, damals "Zugeführten" soll denn vergessen haben, mit welchen Mitteln der Knechtung und Zersetzung gegen das eigene Volk flächendeckend gehandelt worden ist, eben abweichend von den Tätigkeitsmerkmalen "normaler" Geheimdienste?

Wie schon oft geschrieben, diese V-Bande hat mit inhumanen und verachtenswerten Methoden gehandelt nur im Interesse des Machterhaltes der SED, nie und zu keiner Zeit im Interesse der Menschen in der DDR! Das MfS und dessen Knechte waren die Vollstrecker der 2. Diktatur in D im 20.Jahrhundert, und zumindest moralisch gilt diesen Typen die Verachtung!


Da helfen keine rechtfertigenden Bücher im Nachhinein!

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Hää ?

Nenn doch bitte mal einen Geheimdienst dieser Welt, wo der "Zugeführte" mit Kaffee und Kuchen bwirtet wurde.
Und nenn mir bitte einen Geheimdienst dieser Welt, der nur mit humanen Mitteln die Interessen der Klasse, für die er tätig ist nicht schützt.

Das die DDR eine Diktatur war wissen wir.

Was wirklich völlig irrig war, dass wissen wir heute auch alle, war die fest geschrieben, führende Rolle einer Partei und die sich daraus ergebenden, heute für mich unverständlichen, teilweise sau doofen Ergebnisse.

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Re: Die Spionageabwehr der DDR

Beitragvon HPA » 22. Juni 2018, 06:55

die Interessen der Klasse, für die er tätig ist nicht schützt.


Marxistenquark

Wo führt der BND Leute zu um sie zu verhören,wo der Verfassungsschutz?

Beide haben keinerlei derartige Befugnisse!
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Re: Die Spionageabwehr der DDR

Beitragvon Beethoven » 22. Juni 2018, 09:03

Ach HPA. Du schreibst schon wieder mal so, wie Du es verstehen möchtest.

Ich denke, dass dem BND als auch dem Verfassungsschutz sehr wohl Personen zugeführt wurden und werden.
Ob die nun durch die Kriminalpolizei, die Bundespolizei oder sonst wen, zugeführt werden - dazu schrieb ich ja wohl nichts.
Aber ich denke, wenn man eine Person verhören will, dann muss man diese Person erstmal zuführen.
Natürlich kann man eine Person auch im Bierkeller des Adlon verhören. Dürfte wohl aber die Ausnahme sein.

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Re: Die Spionageabwehr der DDR

Beitragvon karnak » 22. Juni 2018, 09:22

Huf hat geschrieben:
Man will uns heute, nach fast 30 Jahren einreden, das MfS hätte so gehandelt, wie heute jeder Geheimdienst.


Also ich stelle immer nur fest , wenn einer so ein Buch verfasst behauptet man er hat das nur geschrieben um zu verklären, dass das MfS in Größenordnungen als politische Polizei agiert hat, unbestritten war das so und es wurden diverse Bücher dazu geschrieben. In diesem Fall hat nun einer ein Buch zum Thema Spionageabwehr geschrieben und auch damit hat sich das MfS unbestritten befasst und das war ebenfalls unbestritten legitim. Nun kann man sich einfach nicht des Eindrucks erwehren mit solch unsinnigen, überhaupt nicht zu belegenden Behauptungen warum EIGENTLICH dieses Buch geschrieben worden sein soll will man dieses nun mal legitime Agieren einfach etwas aus dem Bewußtsein drängen und das soll dann die echte und vor allem vollinhaltliche Geschichtsbewertung sein. So wird wohl eher ein Schuh draus
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Re: Die Spionageabwehr der DDR

Beitragvon HPA » 22. Juni 2018, 09:22

Ich denke, dass dem BND als auch dem Verfassungsschutz sehr wohl Personen zugeführt wurden und werden.


Du schreibst einmal mehr Unsinn. Was Du denkst und was in der Realität statfindet sind einmal mehr zwei verschiedene Dinge.

Sowohl der BND als auch der VS hat keinerlei Befugniss, welche über das Jedermanssrecht hinausgehen, Personen festzunehmen und zu verhören! Sie dürfen Verhören durch eine Polizeibehörde beiwohnen, mehr aber auch nicht!

Du darfst aber gern Beweise auf den Tisch legen wo das so war!
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Re: Die Spionageabwehr der DDR

Beitragvon karnak » 22. Juni 2018, 09:27

Na gut nun, dann erteilt es eben Aufträge an eine andere dafür zuständige Behörde für den letzten Akt entsprechender Ermittlungen , irgendwie musste man ja den " Kundschaftern für den Frieden" habhaft werden.
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Re: Die Spionageabwehr der DDR

Beitragvon HPA » 22. Juni 2018, 09:29

Richtig. Dafür ist die Polizei zuständig. Hier der polizeiliche Staatsschutz.

Und nur die dürfen festnehmen und vernehmen.
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Re: Die Spionageabwehr der DDR

Beitragvon karnak » 22. Juni 2018, 09:45

Was dann im Ergebnis völlig Wurst ist, und eine Kopie vom Vernehmungsprotokoll werden sie doch bekommen. [flash] Ansonsten habe ich bis jetzt immer nur erfahren, dass VS und oder BND Polizei oder Staatsanwaltschaft dumm und unwissend hat dastehenlassen, mehr als einmal wahrscheinlich gewaltigen Dreck am Stecken hatte und den auf Grund diverser Gründe und Rechtfertigungen hinsichtlich ihrer angeblich besonderen Rolle im Gefüge der Staatsorgane hemmungslos unter dem Teppich halten konnte
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Re: Die Spionageabwehr der DDR

Beitragvon HPA » 22. Juni 2018, 09:52

Diese Trennung zwischen Polizei und Geheimdiensten gibt es nicht umsonst.

Man hat in D so gewisse Erfahrungen mit Stasi und Gestapo.

Und der Vorteil ist, wenn es nicht rund läuft und diese Dienst Mist bauen, erfährt man es irgendwann und wird Bestandteil der öffentlichen Debatte.

Was bei den von mir oben erwähnten Dienste erst stattfand als diese im Lokus der Geschichte verschwanden.

Das ist der kleine aber feine Unterschied was diese Gesellschaftsordnung ausmacht.

Nur erschließt sich das nicht jedem.
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Re: Die Spionageabwehr der DDR

Beitragvon karnak » 22. Juni 2018, 10:03

HPA hat geschrieben:Diese Trennung zwischen Polizei und Geheimdiensten gibt es nicht umsonst.


Unbestritten ist dieser Wille vorhanden nur ist es eben in der Praxis nur sehr schwer zu vermeiden, dass solche Institutionen ein gewisses Eigenleben entwickeln und kaum umfassend unter Kontrolle zu halten sind wenn sie das selbst nicht wollen.
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Re: Die Spionageabwehr der DDR

Beitragvon HPA » 22. Juni 2018, 10:11

Das ist definitiv so. Nur kann ich mich nicht erinnern, dass bspw die Stasi irgendwie in der DDR mal Bestandteil der öffentlichen Debatte war.

So im Fall Teske oder so. Um mal ein prominentes Beispiel heraus zu greifen.
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