Bützows Frauen-Zuchthaus am Schloss

Wie waren die politischen Systeme der beiden deutschen Staaten zur Zeit des Kalten Krieges? Wo waren die Unterschiede? Gab es Gemeinsamkeiten?
Wie wurde die Politik auf beiden Seiten vermittelt?

Bützows Frauen-Zuchthaus am Schloss

Beitragvon Interessierter » 15. Mai 2018, 11:09

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Meta Kluge wurde als 29jährige verhaftet. Sie saß 7 Jahre weil sie Zeugin Jehovas war.

Sie hatte Nazi-Regime und Krieg überstanden und wurde 1950 erneut wegen der Ausübung ihres Glaubens verhaftet. Sechs Jahre saß Meta Kluge im Bützower Zuchthaus. Über 100 Frauen wurden dort in den 50er- und 60er-Jahren inhaftiert, weil sie Zeugen Jehovas waren, acht von ihnen starben. An ihre Schicksale wollen die Autoren Falk Bersch und Hans Hesse erinnern. Vor drei Jahren gaben sie ein Buch zum Thema heraus. "Wie ein dumpfer Traum, der die Seele schreckt" lautet der Titel. Kommende Woche veranstalten Bersch und Hesse eine Lesereise zum Buch. Eine von drei Stationen ist Bützow. Im Mittelpunkt stehen dabei die Erinnerungen von Meta Kluge an ihre Haftzeit in Bützow.

Im Frauenzuchthaus auf dem Schlossplatz erlebte die bei ihrer Verhaftung 29-Jährige den DDR-Strafvollzug in seiner schlimmsten Form. Sie beschreibt mittelalterliche Haftbedingungen.

Meta Kluge brachte nach sieben Jahren Zuchthaus ihre Erinnerungen auf Papier. Sie verfasste während der Haftzeit bereits Liedtexte und Gedichte, "die sie und andere Insassen auswendig lernten, denn schreiben durften sie nicht", erzählt Falk Bersch. Diese lose Blattsammlung diente ihm und Co-Autor Hans Hesse als Vorlage für das Buch.

Hesse ist Historiker, der Einzelhändler Falk Bersch aus Gägelow bei Wismar selbst Zeuge Jehovas. Er befasst sich seit Jahren mit der Geschichte seiner Glaubensbrüder im Norden. Bei ihren Recherchen stießen die beiden Männer auf das Manuskript von Meta Kluge. Deren Enkeltochter bewahrt die Erinnerungen auf. "Sie kommt wahrscheinlich nächste Woche mit zur Lesung nach Bützow", erzählt Falk Bersch.

Meta Kluge hinterließ drei kleine Kinder, die im Krieg bereits den Vater verloren hatten, als sie 1950 verhaftet wurde. Als sie sieben Jahre später entlassen wurde, war ihre Familie zerbrochen. Meta Kluge floh in die Bundesrepublik, sie starb 2000 im Alter von 79 Jahren. Beide Autoren lernten sie nicht mehr kennen, bewahren aber ihre Geschichte auf. Beispielhaft für die 109 weiteren Zeuginnen Jehovas, die in den 50er- und 60er-Jahren im Bützower Zuchthaus saßen. Acht von ihnen starben während der Haftzeit. "Darunter auch die Bützowerin Hedwig Laß", erzählt Falk Bersch. 176 Männer, die Zeugen Jehovas waren, saßen in den frühen DDR-Jahren auf Dreibergen ein, sieben von ihnen starben aufgrund der schlechten Haftbedingungen. Falk Bersch hat weitere Schicksale rechcherchiert. So kamen zwischen 1964 und 1982 22 weitere Zeugen Jehovas ins Bützower Gefängnis, weil sie den Wehrdienst verweigerten.

https://www.svz.de/lokales/buetzows-fra ... 53311.html
Auch aus Steinen die einem in den Weg
gelegt werden,
kann man was schönes bauen
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