Die Halal-Suppe des Dieter Wonka

Die Halal-Suppe des Dieter Wonka

Beitragvon Zicke » 19. April 2018, 12:57

Die Halal-Suppe des Dieter Wonka
Es ist sehr schade, dass die Leipziger Volkszeitung manche Weisheit ihres wichtigsten Mannes in Berlin nicht breit in die Netzgemeinde streut, sondern den Lesern der gedruckten Ausgabe vorbehält, und die wird ja kaum außerhalb des regionalen Verbreitungsgebiets gelesen. Dieter Wonka, so heißt der Mann, der völlig zu Recht u.a. von den Kollegen von Phoenix gern vor die Kamera geholt wird, wenn es gilt, ein gerade stattfindendes politisches Ereignis im Berliner Politikbetrieb richtig einzuordnen, weiß, wie er selbst größte Widersprüche zu einem klaren Bild formen kann.

Bekanntlich ist es die vornehmste Aufgabe von Journalisten, ihrem Publikum beim Sortieren all dieser vielen Informationen aus der unübersichtlichen Welt zu helfen. Was soll man denn zum Beispiel davon halten, wenn die Bundeskanzlerin sagt, „der Islam“ gehöre zu Deutschland und der Bundesinnenminister gleichzeitig das Gegenteil behauptet? Sicher, die Stimme der Kanzlerin ist gewichtiger, aber der Bundesinnenminister ist ja auch nicht irgendwer.
Da ist es doch eine journalistische Glanzleistung, sich an die Fersen des sachsen-anhaltinischen Ministerpräsidenten Haseloff (CDU) zu heften, um mit ihm eine konsensfähige Islamformel zu finden:

„Zur Beruhigung der Gemüter - man diskutierte gerade die Frage, ob der Islam und/oder Seehofer zu Deutschlands größten Problemen gehören - ließ die CDU-Führung am Montag zur Mittagsverköstigung der Partei-Führungsgremien Hühnersuppe servieren. Sie schmeckte wie immer, hieß es hinterher. Klar, keiner sieht den geschlachteten Hühnern im Teller an, dass sie wie Hunderttausende Artgenossen ihren letzten Lebensschnaufer beim Großproduzenten Wiesenhof im Schlachtbetrieb bei Möckern, Sachsen-Anhalt, gemacht haben. Dort hat Ministerpräsident Rainer Haseloff gerade bei einem Betriebsbesuch erfahren, wie sehr der Islam längst Teil deutscher Wirklichkeit ist. Aus Rücksicht auf den wichtigen Export in muslimische Länder wird das Wiesenhof-Federvieh seit Jahren in Schlachtmaschinen getötet, die nach Mekka ausgerichtet sind - den Startknopf drückt ein muslimischer Mitarbeiter, der dabei den Namen Allahs nennen muss.“

Haben sich nicht gerade die Kirchen von Arbeitsrichtern wieder einmal sagen lassen müssen, dass sie außerhalb religiöser Tätigkeiten bei der Einstellung nicht nach Kirchenzugehörigkeit oder christlichem Glauben fragen dürfen? Um allerdings Allahs Regeln zu folgen, darf ein Schlachtbetrieb darauf achten, dass sein Hühnchen-Schlachter Muslim ist? Prüft der Vorarbeiter oder Meister, ob der Mann an der Schlachtmaschine auch wirklich das Gebet spricht oder wird dazu ein extra Imam engagiert?
Nein, solche kleinkrämerischen Fragen waren für den Ministerpräsidenten, den Berichterstatter oder für beide kein Thema. Viel wichtiger war die Information, dass immerhin für spezielle ostdeutsche Kunden auch noch einige Hähnchen ohne Anrufung Allahs ins Jenseits wechseln:

„Ausgenommen seien nur die aus der DDR-Zeit bekannten „Goldbroiler“. Die werden klassisch und nicht rituell geköpft.
Haseloff, der über Anekdoten abseits des Berliner Politikalltags sein frisch erworbenes Wissen dem CDU- Vorstand beim gemeinschaftlichen Genuss der Hühnersuppe mitteilte, blickte in erstaunte Gesichter.
Dieter Wonka vermerkt, dass keiner die Suppe, für die im Namen Allahs geschlachtet wurde, abgelehnt hat und konnte daraus eine weise Schlussfolgerung ableiten:
„Der Islam und halal geschlachtete Hühner gehören einfach zu Deutschland. Und das ist auch gut so.“
Ein Satz, der wie weiland jener ähnlich klingende von Klaus Wowereit hätte Karriere machen können. Aber leider wollten ihn die Kollegen der Leipziger Volkszeitung der Welt nicht angemessen prominent mitteilen. Aber vielleicht nimmt ja Herr Haseloff die Anregung auf. Da würden die Wähler in Sachsen-Anhalt doch nicht widerstehen können, oder?
www.achgut.com/artikel/die_halal-Suppe_des_dieter_wonka
z

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