Stimmt das eigentlich? 7 Mythen über die DDR

Stimmt das eigentlich? 7 Mythen über die DDR

Beitragvon Interessierter » 13. April 2018, 10:15

Vor fast 30 Jahren fiel die Mauer. Seitdem ranken sich allerlei Mythen und Vorurteile um den deutschen sozialistischen Staat. Doch wer sich genauer mit der DDR und dem Alltag der Menschen in jenen Jahren beschäftigt, wird bald feststellen, dass nicht alles stimmt, was man sich über die Deutsche Demokratische Republik erzählt. Stimmt’s oder stimmt’s nicht? Wir bringen Licht ins Dunkeln und räumen auf mit den hartnäckigsten Mythen über die DDR.

1. Mythos: In der DDR gab es keine Arbeitslosen.


Damals rühmten sich Regierungsvertreter der DDR gern mit der Vollbeschäftigung in ihrem Staat. Der Abbau der Arbeitslosigkeit nach dem Zweiten Weltkrieg war ein wichtiges politisches Ziel. Zudem wurde Arbeitslosigkeit als ein Problem des Kapitalismus dargestellt. Im Sozialismus der DDR hingegen sollte jeder Person das Recht auf Arbeit gewährt werden – Vollbeschäftigung wurde zu einem wesentlichen Merkmal der zentralen Planwirtschaft. Und tatsächlich: Offene Arbeitslosigkeit war ein seltenes Randphänomen und galt unter Umständen sogar als Straftat. Dennoch gab es Arbeitslose. So führten beispielsweise Materialengpässe, marode Produktionsstätte und defekte Maschinen häufig zu Ausfallzeiten in Betrieben. Oft waren auch mehr Personen in einem Unternehmen angestellt als benötigt wurden, sodass nicht jederzeit alle beschäftigt werden konnten. DDR-Forscher und Historiker gehen daher von einer verdeckten Arbeitslosigkeit von rund 15 Prozent aus.

2. Mythos: In der DDR bekam jedes Kind einen Kitaplatz.


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Bildquelle: Flügelwesen – photocase

Die Kinderbetreuung in Krippen, Horten und sogenannten Kinderkombinationen war in der DDR lückenlos geregelt. Es war üblich, dass Mütter schon nach einigen Wochen der Niederkunft wieder arbeiten gingen. Ihr Baby konnten sie ganztags in einer Krippe unterbringen, in denen sie häufig bis ins Schulalter von pädagogischen Fachkräften betreut wurden, wenn die Eltern arbeiten gingen. Angesichts der geringen Anzahl an Kitaplätzen heutzutage klingt das Kinderbetreuungskonzept der DDR überraschend fortschrittlich. Doch gab es auch nur wenige Alternativen: Erst 1976 konnte eine Mutter in der DDR sich dafür entscheiden, zu Hause zu bleiben, um selbst für das Kind zu Sorgen. Die Erziehung in den staatlichen Kinderkrippen folgte zudem den Leitlinien des Sozialismus, die auch eine Militarisierung der Kinder einschloss.

3. Mythos: In der DDR gab es keine Telefone.


Dass Bürger der DDR lange auf ein Auto warten mussten, ist hinlänglich bekannt. Doch auch Telefone ließen auf sich warten: Bis zu 25 Jahre nach Bestellung konnte es dauern, bis es ausgeliefert wurde. Besonders große Chancen auf einen Telefonanschluss hatten Menschen, die in der Stadt wohnten, beispielsweise in Ostberlin. Aber auch bestimmte Personengruppen wurden bevorzugt, wie Pfarrer, Ärzte und Parteifunktionäre. Verbreitet waren außerdem öffentlich zugängliche Telefone in Postämtern, Rathäusern und sogar in Privatwohnungen. 1989 besaßen nur elf Prozent der DDR-Bürger ein eigenes Telefon und 1,6 Millionen Menschen hatten eine Bestellung aufgegeben.

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