Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Besondere Vorkommnisse in der Zeit des kalten Krieges

Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Beitragvon Interessierter » 6. April 2018, 12:43


Ein finsteres Kapitel vergessener Geschichte


Am 17. Januar 1977 kam es in Reudnitz, einem Stadtteil im Leipziger Osten, in den frühen Abendstunden zu Unruhen. Teile der Bevölkerung bekundeten damals spontan ihren Unmut über die herrschenden Verhältnisse.

Bei der Auflösung der kleinen Demonstration durch die Sicherheitskräfte der Volkspolizei soll es dabei mehrere Verletzte gegeben haben sowie möglicherweise zwei Todesfälle.


Eine Geschichte der Vertuschung

Die als „Reudnitzer Unruhen“ bezeichneten Vorfälle waren über Jahre hinweg völlig vergessen. Hauptverantwortlich dafür ist die Informationspolitik der damaligen Regierung der DDR. Das Interesse der Mächtigen bestand darin, die Spuren des Geschehens so zu verwischen, dass es für die damalige Bevölkerung und die Nachwelt nicht mehr möglich ist, die Vorfälle zu rekonstruieren bzw. zu beweisen. Akten wurden vernichtet, Spuren am Ort des Geschehens beseitigt, potenzielle Zeugen bedroht sowie materielle Zugeständnisse an die damalige Bevölkerung der Stadtteils gemacht.


Gründe für dieses Vorgehen dürften in der damals schon angeschlagenen Situation des Arbeiter- und Bauernstaates gelegen haben sowie dem angespannten Verhältnis der beiden deutschen Staaten zueinander. Ob es durch das Bekanntwerden der Vorfälle einen „Flächenbrand“ in der Bevölkerung gegeben hätte oder nicht – dies ist aus heutiger Sicht nicht mehr eindeutig zu klären. Sicher aber ist, dass das Bekanntwerden den Graben zwischen Ost und West noch weiter vertieft hätte.

Das Schweigen der Reudnitzer Bevölkerung muss im Spiegel der Zeit angemessen betrachtet werden. Eine einfache Verurteilung ist in Hinblick auf die damaligen Verhältnisse jedenfalls unbotmäßig. Die repressive Stimmung in den folgenden Jahren sowie die stille Erinnerung an die Opfer der grausamen Gewalt dürften das Ihrige zum Vergessen beigetragen haben.

Nicht erklärt werden kann dagegen das Anhalten des Schweigens über die Zeit der Wende hinaus.

Der längere Beitrag mit div. Fotos hier:
http://dasuntergehendeschiff.blogspot.d ... ruhen.html
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Re: Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Beitragvon Grenzwolf62 » 6. April 2018, 19:48

Interessant, findet man irgendwo Zeitzeugenberichte was dort tatsächlich vorgefallen ist?
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Re: Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Beitragvon pentium » 6. April 2018, 19:55

Grenzwolf62 hat geschrieben:Interessant, findet man irgendwo Zeitzeugenberichte was dort tatsächlich vorgefallen ist?


Ob der Rainer-Maria Edelknabe was weiß? Der soll ja dort in der Nähe gewohnt haben, aber der Edelknabe wurde hier im Forum schon lange nicht mehr gesehen und ist lieber beim Italiener.

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Re: Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Beitragvon Zicke » 7. April 2018, 08:43

Grenzwolf62 hat geschrieben:Interessant, findet man irgendwo Zeitzeugenberichte was dort tatsächlich vorgefallen ist?


Mein Cousin, mein Hausarzt und 2 Sportfreunde von mir haben dort gewohnt (Lipsius- Ecke Martinstraße bzw Holsteinstraße), die wissen von Nix. Ich selber wohne und wohnte ca 3 Km davon weg, hab auch nichts gehört.
Eines aber finde ich seltsam, da wird vom gesprengten Stadtarchiv gesprochen, das befand sich von 1924 bis 1994 im Stadthaus am Burgplatz, welches heute noch steht und zog um in die Torgauer Straße.
Demnächst zieht es in die ehemalige Messehalle12 der alten Messe. Am erwähnten Tröndlinring stand nie ein Stadtarchiv.
Aber vieleicht kennt der Herr Voigtländer vom Heimatmuseum Grimma näheres.
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Re: Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Beitragvon Zicke » 7. April 2018, 09:12

was mir auch noch einfällt, ist das Schreberheim, Holsteinstr. 46, da war ab und an Jugendtanz, da ging zum Schluss auch oft die "Post" ab und die Polizei hatte es ja nicht weit, Witzgallstraße war ja praktisch um die Ecke.
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Re: Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Beitragvon Grenzwolf62 » 7. April 2018, 09:21

Sonderbar, Nachrichten über solche Unruhen hätten sich doch auch damals per Mundpropaganda in windeseile verbreitet.
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Re: Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Beitragvon Edelknabe » 8. April 2018, 11:19

Nimm eine verostete Blechdose, dazu ne zerbrochene Schraube mit Mutter, nen Plastelöffel, einen plattgetretenen Schraubverschluss, ein Schieferplättchen und bissel mehr von irgendeiner Dreckecke im Leipziger Osten und fertig sind die "Reudnitzer Unruhen". Köstlich ne dieser herrliche, wahrscheinlich voll an den Haaren herbeigezogene Quatsch.

Werde aber besser nochmal meinen Schwager fragen, denn der wohnte damals in der Lipsiusstrasse." Vielleicht hatte auch Mutter Krause aus dem Hinterhof wegen ihrem ständig besoffenen Sohn schon zum dritten Mal in genau der Kalenderwoche die Volkspolizei geholt. Und dann hatte der Müller, das war Mutter Krauses Nachbar den Löffel gefunden den die alte Krause vor Wut aus dem Fenster geschmissen hatte, weil der Sohn doch die Kartoffelsuppe statt zu löffeln mit der Schöpfkelle versucht hatte zu essen?"

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Re: Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Beitragvon augenzeuge » 8. April 2018, 21:08

Wir haben hier Fachleute die hierzu vielleicht sogar sagen können, was die VP oder das MfS hier getan hat.
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Re: Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Beitragvon pentium » 8. April 2018, 21:17

augenzeuge hat geschrieben:Wir haben hier Fachleute die hierzu vielleicht sogar sagen können, was die VP oder das MfS hier getan hat.
AZ


Welche Fachleute? Mal davon abgesehen, niemand weiß genaues nichts. Selbst alte ruednitzer haben von diesen Unruhen nie etwas gehört.
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Re: Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Beitragvon augenzeuge » 9. April 2018, 14:43

pentium hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Wir haben hier Fachleute die hierzu vielleicht sogar sagen können, was die VP oder das MfS hier getan hat.
AZ


Welche Fachleute? Mal davon abgesehen, niemand weiß genaues nichts. Selbst alte ruednitzer haben von diesen Unruhen nie etwas gehört.


Wer hier über Tschernobyl Unterlagen einstellen kann, findet doch sicher auch hierüber etwas.
Ich denke nicht, dass dieser Vorfall erfunden ist. Welchen Sinn sollten die Details da machen?

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Re: Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Beitragvon Zicke » 9. April 2018, 15:43

augenzeuge hat geschrieben:Ich denke nicht, dass dieser Vorfall erfunden ist. Welchen Sinn sollten die Details da machen?


welche Details ? erstmal schon die falsche Aussage zur Sprengung des Archivs, dann der Mitarbeiter im Stadtarchiv, welchen keiner kennt und die J.D. vom Heimatmuseum Grimma.

kannst ja mal in Grimma anfragen Tel. 0 34 37 / 91 11 32
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Re: Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Beitragvon augenzeuge » 9. April 2018, 15:47

Es gab in diesem Zeitraum nicht nur in Leipzig Proteste....für mich passt die Sache von Reudnitz exakt mit Riesa zusammen.

Der Bürgerprotest von Riesa -- ein Novum in der DDR.....In der sächsischen Industriestadt Riesa an der Elbe hatte sich um den Arzt Dr. Karl-Heinz Nitschke die erste "Bürgerrechtsbewegung" in der DDR gebildet.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40749206.html

Ebenso passt es hierzu:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40831645.html

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Re: Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Beitragvon Zicke » 9. April 2018, 15:53

jetzt machst du aber den "Storch"
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Re: Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Beitragvon augenzeuge » 9. April 2018, 15:55

Zicke hat geschrieben:jetzt machst du aber den "Storch"


Prima. Na renne ich also offene Türen bei dir ein? [grin]

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Re: Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Beitragvon augenzeuge » 9. April 2018, 16:02

Da war einiges los, wie man lesen kann.

Der Spiegel schrieb Ende 1978:

18.12.1978
DDR: Leere Regale vor Weihnachten
Die Sicherheitsorgane der DDR rechnen offenbar mit Unruhen unter der Bevölkerung. Westliche Besucher registrierten, daß auf dem Ost-Berliner Weihnachtsmarkt auffallend viel Polizei zu sehen ist.
Die Furcht der SED-Regenten, daß es nach den Zusammenstößen zwischen der Polizei und Bürgern in Wittenberge und Erfurt im Mai dieses Jahres wieder zu offenen Auseinandersetzungen kommen könnte, scheint nicht unberechtigt. Denn vor dem Hintergrund der eben in Ost-Berlin zu Ende gegangenen Tagung des Zentralkomitees der SED zeigt sich in der DDR-Bevölkerung erhebliche Nervosität.
Obwohl dort die Schwierigkeiten der DDR-Wirtschaft nun sehr verschleiert eingestanden wurden, sehen die Ostdeutschen sich in ihren Sorgen über die wirtschaftliche Entwicklung der DDR bestätigt.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40605950.html

AZ

P.S
Nach den Krawallen auf dem Ost-Berliner Alexanderplatz im Oktober vergangenen Jahres (SPIEGEL 47/1977) und vier Wochen nach den Maifeiertags-Tumulten in der Elbe-Stadt Wittenberge ist es in der DDR erneut in heftigen Zusammenstößen zwischen Jugendlichen und der Polizei gekommen.
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Re: Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Beitragvon Grenzwolf62 » 9. April 2018, 16:40

Na gut, richtige Unruhen sind aber was anderes.
Ende der 70er wurde vor dem Tanzsaal Bürgergarten in Stollberg im Erzgebirge von einer größeren Gruppe ein VP-Shiguli aufs Dach gelegt während 2 Genossen der VP noch drin saßen.
War rum wie ein Lauffeuer die "Revolte", aber eigentlich war nur etwas viel Alkohol im Spiel
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Re: Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Beitragvon augenzeuge » 9. April 2018, 16:48

Grenzwolf62 hat geschrieben:Na gut, richtige Unruhen sind aber was anderes.


Ja sicher. Aber etwas anderes ist ja auch nicht beschrieben worden.
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Re: Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Beitragvon pentium » 9. April 2018, 17:13

augenzeuge hat geschrieben:
Grenzwolf62 hat geschrieben:Na gut, richtige Unruhen sind aber was anderes.


Ja sicher. Aber etwas anderes ist ja auch nicht beschrieben worden.
AZ


Was ist den so im Falle Reudnitz beschrieben wurden? Im übrigen das Heimatmuseum in Grimma heißt Kreismuseum....

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Re: Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Beitragvon Grenzwolf62 » 9. April 2018, 18:27

Konkret beschrieben wurde außer "Unruhe" in allen Fällen eigentlich gar nichts.
Die Vorfälle auf dem Alexanderplatz kann man allerdings nachgoogeln, speziell zu Reudnitz wissen wir auch nach paar Tagen Thema definitiv nullkommanix.
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Re: Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Beitragvon Grenzwolf62 » 9. April 2018, 18:33

Im Kulturhaus "Hans Marschwitza" in Oelsnitz/Erzgebirge entwandt gegen 23 Uhr im Restaurant so 1979 ein Gast einem Volkspolizisten seine Makarov und feuerte in die Decke.
Kann man nicht googeln, aber ich saß am Nachbartisch [wink]
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Re: Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Beitragvon augenzeuge » 9. April 2018, 18:52

Beschrieben wurde einiges im ersten Beitrag, Tote, Verletzte...
Warum sollte das nicht passiert sein?
AZ
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Re: Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Beitragvon Grenzwolf62 » 9. April 2018, 18:56

1980 gab es anläßlich eines Gastspieles der Engerling-Blues-Band aus Berlin eine etwas heftigere Unruhe im Rathaussaal ebenfalls in Oelsnitz im Erzgebirge.
Nachdem der Einlass von den zahlreich angereisten Fans negiert wurde, befanden sich ca. 800 Menschen im Saal und irgendwie lief die Sache etwas aus dem Ruder und es erfolgte ein Saalsturm durch die BePo Karl-Marx-Stadt durch die hohen Saalfenster.
Ich zog es vor mich dem Kampfgetümmel unter einem Tisch zu entziehen, neugierig guckte ich doch mal unten raus und spuckte von einem Stiefeltritt 4 Schneidezähne.
War auch legendär diese Revolte in der Provinz.
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Re: Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Beitragvon Grenzwolf62 » 9. April 2018, 18:56

augenzeuge hat geschrieben:Beschrieben wurde einiges im ersten Beitrag, Tote, Verletzte...
Warum sollte das nicht passiert sein?
AZ


Weil einfach niemand davon was gehört hat?
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Re: Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Beitragvon pentium » 9. April 2018, 19:03

augenzeuge hat geschrieben:Beschrieben wurde einiges im ersten Beitrag, Tote, Verletzte...
Warum sollte das nicht passiert sein?
AZ


Bei der Auflösung der kleinen Demonstration durch die Sicherheitskräfte der Volkspolizei soll es dabei mehrere Verletzte gegeben haben sowie möglicherweise zwei Todesfälle.


Soll es...möglicherweise....

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Re: Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Beitragvon steffen52 » 9. April 2018, 19:43

Grenzwolf62 hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Beschrieben wurde einiges im ersten Beitrag, Tote, Verletzte...
Warum sollte das nicht passiert sein?
AZ


Weil einfach niemand davon was gehört hat?

Aber Andreas, hast Du vergessen wer es eingestellt hat!!! Der hat immer recht, so sieht es ein User immer!!!! [laugh]
Gruß steffen52
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Re: Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Beitragvon augenzeuge » 9. April 2018, 20:58

steffen52 hat geschrieben:
Grenzwolf62 hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Beschrieben wurde einiges im ersten Beitrag, Tote, Verletzte...
Warum sollte das nicht passiert sein?
AZ


Weil einfach niemand davon was gehört hat?

Aber Andreas, hast Du vergessen wer es eingestellt hat!!! Der hat immer recht, so sieht es ein User immer!!!! [laugh]
Gruß steffen52

Wenn man nichts zu sagen hat, nur User angreifen kann, sollte man am besten nichts sagen.
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Re: Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Beitragvon Volker Zottmann » 9. April 2018, 21:12

Wenn es protokolliert ist, wird es auch was gegeben haben.
Wenn "niemand" der Anwohner was bemerkte oder sich erinnern kann, so zeigt das gerade, wie gut die Vertuschung funktionierte.

Ich erinnere nur mal an die Legenden, die um den erschossenen Schüler Heiko Runge aus Halle-Neustadt gestrickt wurden. Auch, dass Mitschüler nicht zur Beerdigung durften....
Wer von denen sich um das Geschehen weiter nicht kümmerte, wird heute auch keinerlei Wissen um diesen Grenzmord haben. Dann hat die Verschleierung der Stasi-Sippschaft auch funktioniert. Heute interessieren all diese Unrechtstaten kaum noch ehemalige DDR-Leute. Viele haben ihre heutigen Alltagssorgen und haben akribisch die DDR-Vergangenheit ausgeblendet.

Genauso KANN es in Reudnitz gewesen sein. Kann, denn dabei waren wir alle nicht. Und wo nichts Greifbares mehr zu fassen ist, verblasst jegliche Erinnerung.

Ich begreife hier im Forum nicht, dass User, die dem DDR-Irrsinn ebenso skeptisch gegenüberstanden, diese Möglichkeit nun nicht einräumen. Da wird lieber auf den @Interessierten, weil er den Artikel einstellte, abfällig "eingedroschen". Merkt Ihr nicht, dass die Dauergestrigen sich gerade ins Fäustchen lachen?

Hier hat die Verschleierung erlebbar Früchte getragen. Denkt mal drüber nach!

Gruß Volker
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Re: Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Beitragvon Zicke » 10. April 2018, 08:50

Volker Zottmann hat geschrieben:Wenn es protokolliert ist, wird es auch was gegeben haben.


könnte ich das Protokoll mal sehen ?
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Re: Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Beitragvon Volker Zottmann » 10. April 2018, 08:54

Zicke hat geschrieben:
Volker Zottmann hat geschrieben:Wenn es protokolliert ist, wird es auch was gegeben haben.


könnte ich das Protokoll mal sehen ?

Geile Dich mal nicht an vielleicht falscher Wortwahl auf, setze Dich am Besten mit dem Urheber des Artikels in Verbindung. [laugh]
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Re: Eine Geschichte der Vertuschung - Die Reudnitzer Unruhen

Beitragvon Zicke » 10. April 2018, 09:03

die einzigen Reudnitzer Unruhen hat der Uhrmacher im Täubchenweg gehabt.
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