Vertuschungen in der DDR

Wie waren die politischen Systeme der beiden deutschen Staaten zur Zeit des Kalten Krieges? Wo waren die Unterschiede? Gab es Gemeinsamkeiten?
Wie wurde die Politik auf beiden Seiten vermittelt?

Vertuschungen in der DDR

Beitragvon Interessierter » 3. April 2018, 09:19

In einem anderen Thread hatte ich geschrieben, dass Vertuschungen in der SED - Diktatur an der Tagesordnung waren. Da man daraufhin behauptete, das wäre dummes Zeug, erlaube ich mir hier einmal Beispiele von durchaus üblichen Vertuschungen einzustellen.

„Die Stasi hat alles vertuscht“

Herr Leide, wie konnte es sein, dass NS-Kriegsverbrecher auch in der DDR so lange unbehelligt blieben?

Die Staatssicherheit war seit Mitte der 1950er Jahre die ausschließliche Untersuchungsbehörde in der DDR für NS-Verbrechen. Bei der Stasi lagerten elf Kilometer Akten aus dem Dritten Reich, aber kein Staatsanwalt, kein Wissenschaftler, niemand sonst wusste, dass es diese Unterlagen gibt.

Ermittelt wurde aber nicht...

Die Stasi hat die Akten für die antifaschistische Kampagne gegenüber der Bundesrepublik, aber auch für die Kaderüberprüfung und die Anwerbung von Inoffiziellen Mitarbeitern genutzt.

Jetzt ermitteln die Behörden, Schlüsselfigur ist ein Brandenburger. Warum?

Bei einer Routineüberprüfung hat die Stasi festgestellt, dass es eine Akte über den SS-Obersturmführer Heinz Barth gibt. Das war 1976. Barth war Zugführer und im Juli 1944 am Massaker in Oradour-sur-Glane beteiligt. Das war ein Zufallsfund, die Akten lagen seit 1954 im Archiv der Stasi. Das war der Fall, wenn Wehrpflichtige an die Grenze versetzt wurden, dann wurden Verwandte auf ihre NS-Vergangenheit überprüft. Mit dem Fund stellte die Stasi fest, dass Barth 1953 in Frankreich in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden war. Um sich als antifaschistischer Musterstaat darzustellen, kam der Entschluss, Barth 1983 vor Gericht zu stellen. Im Zuge der Ermittlungen wurden zwei Untergebene von Barth herausgefischt, die am Massaker beteiligt waren und das auch ausgesagt haben. Darunter dieser Mann aus Brandenburg.

Warum geschah ihm aber nichts?


Barth wurde vor Gericht gestellt, weil die DDR Frankreich erklären musste, warum dieser Mann 40 Jahre unbehelligt blieb. Offiziell hieß es, er habe sich versteckt, das stimmte natürlich nicht. Da wäre es ein Unding gewesen, auch die anderen vor Gericht zu stellen, das hätte einen Aufschrei gegeben. Deshalb wurden sie komplett aus dem Prozess rausgehalten, weder in der Anklage noch als Zeugen tauchen sie im Urteil auf. Ihre Namen und Aussagen wurden aus dem Verfahren getilgt. Man hat sich nur Barth vorgeknöpft und einen „Schauprozess“ veranstaltet. Die beiden anderen wurden vertuscht.

http://www.pnn.de/brandenburg-berlin/602761/
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon karnak » 3. April 2018, 09:42

Ich habe nur die Dimension " an der Tagesordnung ". Das solche Institutionen Vertuschen ist ansonsten vom Arbeitsgegenstand schon zwangsläufig.
" Denn sie hassen am Andersdenkenden nicht nur die andere Meinung, zu der er sich bekennt,sondern auch die Vermessenheit, selbst urteilen zu wollen. Was sie ja doch selbst nie unternehmen und im Stillen sich dessen bewusst sind."
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon Interessierter » 3. April 2018, 09:52

Ja und gerade das Anzweifeln der Dimension werde ich dir widerlegen. Warte es einfach ab. Das ist ja nun erst ein Beispiel. [wink]
Unabhängig davon ist es nicht zwangsläufig, dass man Eltern den Tod ihres Kindes oder die Todesart verschweigt oder vertuscht. Die erbärmliche Vielfältigkeit der Vertuschung ist dir anscheinend auch heute noch nicht einmal bewusst.
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon karnak » 3. April 2018, 10:08

Ich könnte Dir auch Fälle von Vertuschung bringen, brauchst bloß die NSU Kiste in seinen Zusammenhängen hernehmen, wie man dort mit den Hinterbliebenen umgegangen ist und was man denen alles angehangen hat.Und die Öffentlichkeit hat dort sehr lange möglichst wenig erfahren bis es eben nicht mehr ging. Das eine Diktatur, noch dazu in einer Zeit in der man mit Öffentlichkeitsmachung überall noch völlig anders umgegangen ist will ich gar nicht bestreiten.
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon Interessierter » 3. April 2018, 10:39

Kristian, mehr fällt dir zu den Vertuschungen in der DDR nicht ein? Lediglich wieder die " Alte Leier " Herr Lehrer: Der hat das aber auch gemacht? Es steht dir doch frei einen Thread über Vertuschungen in der BRD zu eröffnen, in dem du dann beispielweise mit Sicherheit kein Vertuschen von an unserer Grenze getöteten eigenen Bürgern oder deren Todesursache finden wirst.

Schon nach nur einem Beispiel von mir fängst du an hier herumzueiern? Wo es dir doch ( nach eigener Aussage ) nur um die Dimension ging?
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon Interessierter » 3. April 2018, 10:58

Wo du gerade dabei bist in deine " DDR - Rechtfertigungskiste " zu greifen, hier ein weiteres Beispiel der üblichen Vertuschungen in allen Lebensbereichen:

DDR-Medizin: Desaster vertuscht


Wie selbst tödliche Pannen im Medizinbetrieb der einstigen DDR konsequent vertuscht wurden, schildern jetzt zwei Ärzte von der Klinik für Innere Medizin in Erfurt in einem Leserbrief an die Deutsche Medizinische Wochenschrift: Infolge eines Fabrikationsfehlers bei der Herstellung des Blutwäsche-Salzkonzentrats waren 1981 in Thüringen 14 von 26 Dialyse-Patienten an einer schweren Bleivergiftung erkrankt. Zwei von ihnen starben; ein dritter, von qualvollen Dauerkoliken entnervt, erhängte sich.


Weder die Gerichtsmediziner noch die Staatsanwaltschaft waren bereit, die an dem Desaster schuldige Firma "VEB Laborchemie Apolda" zur Rechenschaft zu ziehen; das Unternehmen wurde wegen seiner "ungünstigen, objektiv bedingten" Produktionsschwierigkeiten exkulpiert. Erst als sie 1983 abermals schwermetallhaltiges Konzentrat lieferten, wurden die verseuchten Chargen aus dem Verkehr gezogen. Den beiden Erfurter Ärzten, die auf Kongressen in London und Cottbus über die Vorfälle berichten wollten, wurde die Veröffentlichung "vor internationalen Gästen" untersagt. Wenig später forderte das DDR-Hochschulministerium die Medizinische Akademie in Erfurt auf, ein Disziplinarverfahren gegen einen der beiden Mediziner einzuleiten - mit dem geplanten Vortrag habe der Arzt das Ansehen der DDR schädigen wollen. Das Verfahren unterblieb, weil der Erfurter Rektor standhaft blieb.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13487958.html
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon AkkuGK1 » 3. April 2018, 11:15

karnak hat geschrieben:Ich könnte Dir auch Fälle von Vertuschung bringen, brauchst bloß die NSU Kiste in seinen Zusammenhängen hernehmen, wie man dort mit den Hinterbliebenen umgegangen ist und was man denen alles angehangen hat.Und die Öffentlichkeit hat dort sehr lange möglichst wenig erfahren bis es eben nicht mehr ging. Das eine Diktatur, noch dazu in einer Zeit in der man mit Öffentlichkeitsmachung überall noch völlig anders umgegangen ist will ich gar nicht bestreiten.


nun die NSU Kiste ist aber aufgeflogen, wie auch viele andere Vertuschungsversuche in der Bundesrepublik. Aber in so einem Umfang wie in den sozialistischen Staaten wurde nirgends so vertuscht. Das Risiko das etwas herauskam, gab es ja erst mit der Wende. Allein dieses Abstreiten, da kommt mir die Galle hoch.

Sag einfach: ja, das war so und es war falsch.

Das im Westen vertuscht wird - wurde, ist genauso falsch.
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon karnak » 3. April 2018, 14:27

karnak hat geschrieben:Das eine Diktatur, noch dazu in einer Zeit in der man mit Öffentlichkeitsmachung überall noch völlig anders umgegangen ist will ich gar nicht bestreiten.

Wenn man kein Eiferer ist und die Gesamtheit von dem liest was ich geschrieben habe braucht einem auch nicht die Galle hochkommen weil ich in keinster Weise etwas bestritten oder gut geheißen habe.
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon Interessierter » 3. April 2018, 14:43

Ich habe Verständnis wenn manchen Usern dabei die Galle hochkommt; denn wie immer, wenn du eine Sache nicht gänzlich bestreitest, dann kommt sinngemäß, genau wie jetzt hier, deine Aussage, dass es doch soo schlimm gar nicht gewesen sei, in dem du die Dimension bestreitest.
Ich sehe das zwischenzeitlich mit großer Gelassenheit, weil ich inzwischen weiß, dass es einfach nur " Behauptungen aus dem Hut heraus " sind.
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon karnak » 3. April 2018, 15:19

AkkuGK1 hat geschrieben:
Das im Westen vertuscht wird - wurde, ist genauso falsch.

In jedem Fall und logisch weiß man das IMMER erst danach ganz genau [flash] . Es ist der Sinn von Vertuschungen, dass sie nicht rauskommen sollen oder wenigstens so wenig als möglich, es wird IMMER nur das zugegeben was nicht mehr abzustreiten ist. Gebe es nicht die unabhängigen Medien, die Wirtschafts und Staatenlenker von heute wären nicht einen Deut besser als die Diktatoren von damals . Es gibt genügend Versuche der Selben die das belegen.
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 3. April 2018, 15:27

Die gesamte Dimension des Vertuschten wird uns nie begreiflich sein und werden.
Worüber wir uns allenthalben aufregen sind die "paar" tausend Fälle die bekannt wurden.
Wichtiger wäre doch, mal eine etwaige Dunkelziffer zu ermitteln, was eben alles nie öffentlich wurde oder noch wird. Schon dem Umstand geschuldet, dass viele Fälle gleich verharmlost wurden. Desweiteren sind tausende Betroffene, die möglicherweise nicht mal Kenntnis von Verdrehungen und Vertuschungen hatten, bereits verstorben.

Alles an Vertuschen geschah aber im vollen Bewusstsein des Unrechts was begangen wurde. Das bewiesen uns die wochenlang rauchenden Brennöfen unmittelbar vor und während der friedlichen Abwicklung der DDR.

Gruß Volker
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 3. April 2018, 16:12

Volker Zottmann hat geschrieben:Alles an Vertuschen geschah aber im vollen Bewusstsein des Unrechts was begangen wurde. Das bewiesen uns die wochenlang rauchenden Brennöfen unmittelbar vor und während der friedlichen Abwicklung der DDR.

Gruß Volker


Seit die DDR bestand, bestand die Angst die "Errungenschaften" zu verlieren. Jede Angriffsfläche musste daher vermieden werden. Man glaubte selbst nicht an die vermittelte Überlegenheit des Systems. Am Ende hatte man nur noch Angst....vor den Folgen der begangenen, zugelassenen bzw. geförderten, jahrzehntelangen Unterdrückung des angeblich neuen Volkes.

Es gab nur noch die Angst der Herrschenden vor Verantwortung. Dabei gingen sie doch jahrelang stolz voran, redeten sich selbst ein, dass ihr kühler Geist das Herz für das Wohl des Volkes glühen lässt, ihre Hände dabei stets sauber blieben. [grins] (Etwaige Vergleiche mit tschekistischer Argumentation sind rein zufällig....)

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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon Grenzwolf62 » 3. April 2018, 16:35

Ich hab versucht mich da mal reinzudenken,
wie das wohl so war wenn man sein Herzblut schnipseln muss weil der angeblich verfaulte nun doch die Oberhand gewinnt und wenigstens noch so eine armselige Genugtuung bleibt das man
paar Blätter zersägt hat.
Bestimmt nicht so prickelnd die letzten Arbeitshandlungen.
Aber halt wie fast alles vorher in der Allerschönsten passt auch die Endtätigkeit dazu.
Den Braunblödmännern vorher sind ja ihre akribischen Bücher teilweise ans Bein gefahren, die hatten nicht mehr genug Zeit die verschwinden zu lassen.
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon Merkur » 3. April 2018, 19:12

Interessierter hat geschrieben:Bei einer Routineüberprüfung hat die Stasi festgestellt, dass es eine Akte über den SS-Obersturmführer Heinz Barth gibt. Das war 1976.


Genau. Zunächst aber sei an dieser Stelle erwähnt, dass bei der IX/11 insgesamt 31 SS-Führer mit Namen Barth erfasst waren, ohne dass diesen konkrete Verbrechen zugeordnet werden konnten. Bei einer Sicherheitsüberprüfung im Rahmen der Aktion "Grün" zu Barths Sohn wurden bei der IX/11 entsprechende Unterlagen aufgefunden, aus denen hervorging, dass Barth als Offizier der Schutzpolizei dem Reserve-Polizei-Bataillon Kolin angehört hatte. Im Verlauf weiterer Recherchen wurde dem MfS bekannt, dass ein Vorgesetzter von Barth namens Hänel zwei Erschießungsaktionen geleitet hatte. Bis 1981 verdichteten sich nach umfangreichen Ermittlungen, u.a. bei den Sicherheitsorganen der CSSR, die Verdachtshinweise, dass Barth an Erschießungen beteiligt war. Weiter wurde ermittelt, dass Barth 1943 zur Waffen-SS kommandiert wurde und dass ein SS-Führer Barth, ohne konkrete Personenangaben, am im Juni 1944 durchgeführten Massaker an der Bevölkerung von Oradour sur Glane in Frankreich beteiligt war. Aus einer von Serge Klarsfeld der DDR übergebenen Liste ging hervor, dass ein SS-Offizier Barth, ohne weitere Personenangaben, von einem Gericht in Bordeaux 1953 aufgrund von Ermordungs- und Vergeltungsmaßnahmen in Abwesenheit verurteilt worden war. Bis zur Festnahme von Barth erfolgte von Seiten der französischen Justiz keine Information über die Suche und Verurteilung von Heinz Barth. Ausgangspunkt für einen vagen Verdacht gegen Barth war lediglich eine im Dokumentationszentrum des MdI aufgefundene Karteikarte des SS-Panzerregiments "Der Führer", die auf Namen und Geburtsdatum von Heinz Barth ausgestellt war.
Das wollte ich der Objektivität halber ergänzen.
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon Merkur » 3. April 2018, 19:16

Volker Zottmann hat geschrieben:Die gesamte Dimension des Vertuschten wird uns nie begreiflich sein und werden.
Gruß Volker


Wusstest Du eigentlich, dass in der DDR der NSDAP-Kreisleiter von Quedlinburg zu einer Haftstrafe verurteilt wurde oder ist das vertuscht worden? Er war daran beteiligt, als im April 1945 ein fahnenflüchtiger Zahnarzt der Wehrmacht im Wald bei Mägdesprung erschossen wurde.
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 3. April 2018, 20:31

Merkur hat geschrieben:
Volker Zottmann hat geschrieben:Die gesamte Dimension des Vertuschten wird uns nie begreiflich sein und werden.
Gruß Volker


Wusstest Du eigentlich, dass in der DDR der NSDAP-Kreisleiter von Quedlinburg zu einer Haftstrafe verurteilt wurde oder ist das vertuscht worden? Er war daran beteiligt, als im April 1945 ein fahnenflüchtiger Zahnarzt der Wehrmacht im Wald bei Mägdesprung erschossen wurde.

Was geht mich der NSDAP-Kreisleiter Ay an?
Jetzt willst Du wohl wenn schon nicht vertuschen, so zumindest verwischen?
Dir ist doch klar , dass es mir um Stasiverschleierungen vieler Maßnahmen gegen die eigene Bevölkerung ging und um nichts Anderes!

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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon Beethoven » 4. April 2018, 06:16

Ich weiß aus erster Hand, dass das Militärarchiv der NVA auch ständig Dokumente aus der NS-Zeit gesichtet hat.
Und wenn da ein Mann irgendwelche Sondervergütungen erhielt, wurde nachgeforscht, wofür es solche Sondervergütungen gab, ob in jener Zeit als dieser Mann Sondervergütungen erhalten hat, Verbrechen begangen wurden, um nur ein Beispiel zu benennen. Diese Untersuchungen wurden dann an die entsprechenden Stellen weiter geleitet.
Solche und ähnliche Untersuchungen wurden im Militärarchiv bis zum Schluss dessen Existenz betrieben und so auch mancher Verbrecher überführt.

freundlichst
Demokratie ist die Notwendigkeit, sich gelegentlich den Ansichten anderer Leute zu beugen.
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon Interessierter » 4. April 2018, 07:05


Vertuschter Skandal um Impfstoff in der DDR


Ein verunreinigter Impfstoff sorgte in der DDR der siebziger Jahre für einen großen Medizinskandal: Jungen Müttern, die Rhesus-negativ waren, wurde direkt nach der Geburt eine sog. Anti D-Prophylaxe verabreicht. Doch das Blut, aus dem der Impfstoff hergestellt worden war, war mit Hepatitis C verseucht. In der Folge erkrankten rund 7000 Frauen schwer. Lange Zeit versuchten die verantwortlichen diesen Skandal zu vertuschen.


https://www1.wdr.de/mediathek/video/sen ... r-100.html
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon Beethoven » 4. April 2018, 10:46

Interessierter hat geschrieben:
Vertuschter Skandal um Impfstoff in der DDR


Ein verunreinigter Impfstoff sorgte in der DDR der siebziger Jahre für einen großen Medizinskandal: Jungen Müttern, die Rhesus-negativ waren, wurde direkt nach der Geburt eine sog. Anti D-Prophylaxe verabreicht. Doch das Blut, aus dem der Impfstoff hergestellt worden war, war mit Hepatitis C verseucht. In der Folge erkrankten rund 7000 Frauen schwer. Lange Zeit versuchten die verantwortlichen diesen Skandal zu vertuschen.


https://www1.wdr.de/mediathek/video/sen ... r-100.html


Ja, sowas ist echt Sch... .

Aber hättest Du, lieber sich "Interessierter" Nennender, nun auch noch eigene Gedanken und Überlegungen, wie zum Beispiel den Contergan-Skandal eingebracht und ein bisschen eigene Gedanken einformuliert hättest Du
... na ja, das ist von Dir wohl eher nicht zu erwarten. Du solltest Deinen Nicknamen in "Kopierer oder Einsetzer" ändern. Das würde dann wenigstens der Wahrheit entsprechen. Denn "Interessierter" ist ja nun auf ganzer Linie ein falscher Name, obschon, ich schreibe ja auch keine Sinfonien. [grins]
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon Interessierter » 4. April 2018, 11:14

Selbst dir dürfte nicht entgangen sein, dass es hier um die DDR geht. Es ist irgendwie traurig, wenn auffallend oft ehemaligen Angehörigen der bewaffneten Organe in ihrer argumentativen Hilflosigkeit nichts anderes einfällt, als sinngemäß wie ein Grundschüler zu schreiben: " Herr Lehrer, der hat das aber auch gemacht "..... [flash]

Meine Aussage, dass in allen Lebensbereichen diese SED - Diktatur für Vertuschungen verantwortlich war, wird auch durch diesen Beitrag wieder bestätigt.
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 4. April 2018, 12:16

Wilfried, wenn Du zu DDR-Zeiten solche Texte veröffentlicht hättest, wäre die Vertuschungsmaschinerie sofort angelaufen uns so lange auf Hochtouren geblieben, bis man selbst für Dich als den Verfasser eine passende Lügenlegende gestrickt und Dich sicher verwahrt hätte.
Aus Dir wäre ein Krimineller oder Asozialer mit entsprechender Legende gemacht worden und weg warst Du vom Fenster, im wahrsten Wortsinn. Milchglasscheiben oder Glasbausteine wären die einzige Lichtquelle gewesen.
So ähnlich ging es meinem Kollegen, der doch tatsächlich in der DDR ein Haus bauen wollte. Nachdem ihm ein zweites Mal ein Bauplatz zugewiesen wurde, den er erst samt Abriss in Eigenleistung herrichten musste, wurde ihm dann versagt, an beräumter Stelle zu bauen. So kam es, dass er sich etwas Luft machte und durch staatliche Willkür in den für ihn einzigen Ausweg "Ausreise" getrieben wurde.
Er war dann seines Kraftfahrerberufs beraaubt und im Kräfte zehrenden Wartestand. Zwischenzeitlich wurde dermaßen manipuliert, dass der Uwe dann ein Asozialer der nicht arbeiten wollte, wurde und für einen Freikauf eingesperrt wurde.
Der Mann hatte sich absolut nichts zu schulden kommen lassen, passte aber einigen Pappnasen nicht. So wurden die wahren Gründe zu vertuschen versucht. Bezeichnend, dass ein ganzer Betrieb (Belegschaft) abduckte und nur beobachtete. Partei hat damals niemand ergriffen, man wusste ja, dass man sich dann die Zelle teilte.
Geschehen ist dies in Neudorf, einem heutigen Ortsteil von Harzgerode. Falls ein misstrauischer @Merkur nachforschen möchte, kann er den Namen per PN erfahren. Das Ding ginge aber nach hinten los, weil es dort auch nach Aktenlage nichts zu beschönigen gibt.


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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon Interessierter » 5. April 2018, 10:59

Vertuschen und verharmlosen - Wie die DDR mit Tschernobyl umging

Während das Unglück von Tschernobyl in den westdeutschen Medien schnell zur Top-Meldung wird, setzen die Nachrichten der DDR auf Beruhigung. Gesundheitsgefahren werden heruntergespielt.

Am Montag, den 28. April 1986, sind die Nachrichten des DDR-Fernsehens voller Preisträger. Wie immer werden kurz vor den Mai-Feiertagen die Orden verteilt und die Helden der Arbeit belohnt. Die Aktuelle Kamera vergisst keinen. Wer jetzt immer noch Nachrichten sieht, der hört Chefsprecher Hans-Dieter Lange gegen Ende folgende Meldung verlesen.

"Wie Tass meldet, hat sich am 26.04.1986 im sowjetischen Kernkraftwerk Tschernobyl eine Havarie ereignet. Einer der Kernreaktoren wurde dabei beschädigt. Es wurden Maßnahmen zur Beseitigung der Folgen der Havarie eingeleitet."

Während das Unglück in den westdeutschen Medien schnell zur Top-Meldung wird und beim Kauf von Salat und Gemüse auf möglichst unbelastete Herkunft geachtet werden soll, setzen die Nachrichtensendungen der DDR am folgenden Dienstag auf Beruhigung.

"Nach der Tass-Meldung über eine Havarie im Kernkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine wurden keine Werte der Radioaktivität gemessen, die eine Gesundheitsgefährdung hervorrufen können."

Das ist gelogen, denn dem Strahlenschutzamt liegen alarmierende Messergebnisse vor. Auch lässt das Amt heimlich die Sicherheit der beiden sowjetischen Meiler in der DDR untersuchen. Offiziell soll das gar nicht nötig sein.

"... Auf entsprechende Fragen von Pressevertretern sagte der Sprecher wörtlich, 'wir haben ganz andere Reaktoren'."

"Das war schon sehr dreist und frech für DDR-Verhältnisse. An sich war es immer so, alles was beim großen Bruderstaat war, war mindestens zehn mal besser und zehn mal sicherer. Da war klar, an der Sache stinkt es enorm."

http://www.deutschlandfunkkultur.de/ver ... _id=146227
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon AkkuGK1 » 5. April 2018, 12:24

das mit Tschernobyl vertuschen/verharmlosen geht doch noch bis in die heutige Zeit. In einem Forum wurde doch mir gesagt, das der Spreewald wohl besonders verstrahlt wurde, nach dem ich beschrieb, wie der Atomwarner in der UvD Butze Nachts anfing zu piepen und nach 2 maliger "Desensibilisierung" die Geräte auszuschalten waren und abzugeben seien. WAS TRAVEMÜNDE MIT DEM SPREEWALD ZU TUN HAT, ERSCHLIESST SICH MIR BIS HEUTE NICHT! Aber schon klar, zersetzen, ins lächerliche ziehen, nichts Neues Genossen.

Ja Wölfchen da läuft der Akku wirklich heiß!
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon karnak » 5. April 2018, 12:58

AkkuGK1 hat geschrieben:. In einem Forum wurde doch mir gesagt, das der Spreewald wohl besonders verstrahlt wurde, nach dem ich beschrieb, wie der Atomwarner in der UvD Butze Nachts anfing zu piepen und nach 2 maliger "Desensibilisierung" die Geräte auszuschalten waren und abzugeben seien.

[flash] Das ist nicht Dein Ernst? Bei was für einer Waffengattung warst Du denn, dass Ihr über solche Spitzentechnologie verfügtet und wie wichtig wart Ihr, dass die Notwendigkeit bestand Euch so frühzeitig zu warnen, bei so relativ geringen Werten bei der Entfernung zur Ukraine? Da ich ein paar Jahre in dem Geschäft ABC war, wir für NVA - Verhältnise in der Hinsicht " elitär " ausgerüstet war, würde mich interessieren was ihr da für eine Technologie in der "UVD Butze" zu stehen hattet.
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon karnak » 5. April 2018, 13:09

Interessierter hat geschrieben:
Während das Unglück in den westdeutschen Medien schnell zur Top-Meldung wird und beim Kauf von Salat und Gemüse auf möglichst unbelastete Herkunft geachtet werden soll, setzen die Nachrichtensendungen der DDR am folgenden Dienstag auf Beruhigung.


Bei all der Dämlichkeit, dass der Super Gau überhaupt passiert ist, dass war IMMER dummes Zeug, SICHER ein gefundenes Fressen für die kalten Krieger, vertrauend auf die Weichei Dummdödel Wessis, zumindest wenn man von der Materie auch nur etwas versteht. Wenn man nicht jeden Tag ein Kilo Pilze gegessen hat, die noch am problematischsten sind bestand für Westeuropa NIE eine wirkliche Gesundheitsgefährdung. Das konnte man auch wissen wenn man wollte und die entsprechenden Stellen wussten das auch, aber man hat der Bildung bei BILD vertraut.
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon pentium » 5. April 2018, 13:54

Woran liegt es eigentlich, das wir hier immer wieder die selben Themen diskutieren, für Tschernobyl gibt es doch sicher ein, wenn nicht sogar mehrere Themen hier im Forum.

Aber wer es halt braucht...

Deutsche Demokratische Republik

Im Gegensatz zur Informationspolitik in der Bundesrepublik wurde in der DDR durch die SED-Führung versucht aus Rücksicht auf den sowjetischen Bruderstaat die Bevölkerung durch unterbliebene und falsche Meldungen zu beruhigen. Erst am vierten Tag nach dem Unfall wurde eine kurze Pressemitteilung der sowjetischen Nachrichtenagentur TASS veröffentlicht, in der über eine Havarie berichtet wurde, bei der in Tschernobyl eine Kernreaktor beschädigt wurde. Danach sei den „Betroffenen (..) Hilfe erwiesen“ worden und es wurden Maßnahmen zur Beseitigung der Schäden ergriffen. Über die freigesetzte Radioaktivität wurde nicht berichtet und entsprechende Messwerte wurden erst veröffentlicht, als diese nach mehreren Tagen nicht mehr die anfänglich bedrohende Höhe erreichten. Als einige Tage nach dem Unglück in westlichen Medien von tausenden Toten berichtet wurde kam es zu Dementis durch die DDR-Führung, welche diese Nachrichten als „plumpe antisowjetische Hetze“ bezeichnete.[65]

In den Wochen nach dem Unglück gab es in der DDR plötzlich ein reichhaltiges Angebot an Gemüse, jenes, das den Ostblocklieferanten vom Westen nicht abgekauft wurde.[66] Da viele Bürger aufgrund der über westliche Radio- und Fernsehprogramme empfangenen Warnungen diese Angebote nicht einkauften wurde dieses Obst kostenlos in Kindergärten und Schulen verteilt. Erich Honecker wurde zitiert, dass er Müttern empfahl frischen Salat vor dem Essen zu waschen. Die interne Warnung durch das Amt für Atomsicherheit, dass durch frisches Futter die Milch kontaminiert würde und somit eine Futterumstellung ratsam sei wurde nicht veröffentlicht, da es an konserviertem Futter aus dem Vorjahr fehlte. Insbesondere im Gebiet von Sachsen-Anhalt lag aufgrund von Regenfällen die Radioaktivität in der so erzeugten Milch 700 % über dem Grenzwert für Säuglingsmilch, worüber die Bevölkerung nicht informiert wurde. Der Leiter des Amts kommentierte das Unglück mit den Worten: „Jeder Schuster kloppt sich mal auf den Daumen.“[65


Quelle: Wiki

Ach so, hier noch ein kleiner Schnipsel:
Große Mengen an radioaktiver Materie wurden durch die Explosionen und den anschließenden Brand des Graphits in die Umwelt freigesetzt, wobei die hohen Temperaturen des Graphitbrandes für eine Freisetzung in große Höhen sorgten. Insbesondere die leicht flüchtigen Isotope 131I und 137Cs bildeten gefährliche Aerosole, die in einer radioaktiven Wolke teilweise hunderte oder gar tausende Kilometer weit getragen wurden, bevor sie der Regen aus der Atmosphäre wusch. Radioaktive Stoffe mit höherem Siedepunkt wurden hingegen vor allem in Form von Staubpartikeln freigesetzt, die sich in der Nähe des Reaktors niederschlugen.


Quelle:Wiki

Zur Verschweigerei. Die ersten Meldungen aus der "Tagesschau" machten in Marienberg schnell die Runde. Böse imperialistische Propaganda...
Kann mich noch entsinnen, dass wir versuchten, mit dem RWA 72 aufzuklären. War aber nichts. Also redeten wir uns die Welt schön und freuten uns über ein plötzliches Angebot an reichlich Gemüse.
Im Sommer und Herbst gingen die Pilzsucherzahlen in den Wäldern spürbar zurück. Das war den Berichten aus dem bayerischem Wald geschuldet. Aber schon im nächsten Jahr hatte das keinen mehr gejuckt.

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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon karnak » 5. April 2018, 14:02

pentium hat geschrieben:Woran liegt es eigentlich, das wir hier immer wieder die selben Themen diskutieren, für Tschernobyl gibt es doch sicher ein, wenn nicht sogar mehrere Themen hier im Forum.



...

Weil 40 Jahre DDR und 40 Jahre BRD nur 40 Jahre Stoff für Diskussionen bereithalten. Für mich sind die 40 Jahre EIGENTLICH LANGE im Nirwana, aber da es immer noch Leute gibt die Müll erzählen muss ich halt kontern bis man aufgibt. [grin] Wenn das geklärt ist müsste man einen neuen Namen für das Forum finden oder den Laden zumachen. [hallo] Kacke erzählen werde ICH bis dahin jedenfalls NICHT durchgehen lassen.
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon AkkuGK1 » 5. April 2018, 14:20

@Karnak falls ich irgendwann hier im Forum etwas positives geschrieben habe oder Dich in Schutz genommen habe, vergiss es. Du bist genau das was ich oben beschrieben habe. Du bist auch nur ein Vertuscher, Verharmloser und Zersetzer. Einmal Stasi, immer Stasi.

Das DU in deiner Plastekabine keinen RWA72 montiert hattest, das ist mir klar, weil ihr ja nicht für den Ernstfall wichtig wart. Wir hatten gleich MEHRERE davon: UvD Raum, auf jedem Zug LO, im KC Fahrzeug. Weil wir wohl als wichtiger eingeschätzt wurden. So, und jetzt geh wieder mit deinen Kameraden Passkontrolle spielen. Deine Reputation ist eben in den Keller gefallen.

Und beschäftige dich mal näher mit dem GAU - ein Supergau war es noch nicht einmal, es wäre beinahe wirklich zur Katastrophe gekommen und dann würden wir hier nicht uns über die Ausstattung des Militärs mit RWA72 auslassen. Du glaubst immer noch an die DDR, nur mit dem Wissen, da ist es nicht all zu weit.

http://www.atemschutzddr.de/0d5ea9a3ef0 ... index.html
Zuletzt geändert von AkkuGK1 am 5. April 2018, 14:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon pentium » 5. April 2018, 14:23

Ein weiteres Glanzstück in jenen Tagen, war den Prolog und die ersten drei Etappen der nur wenige Tage später, am 6. Mai 1986 beginnenden Internationalen Friedensfahrt, im Raum Kiew zu fahren. Während bis auf Frankreich und Finnland alle anderen westlichen Länder absagten, durften die Ostmannschaften den "Strahlenden Sieger" fast unter sich aus machen....

Zur Beruhigung der Bevölkerung mussten DDR-Spitzensportler an der Internationale Friedensfahrt 1986 teilnehmen, deren Startort das nur 100 km vom Unglücksreaktor entfernte Kiew war. Der Gesamtsieger des Rennens Olaf Ludwig sagte dazu später, dass er sich dem Start hätte verweigern können, was aber zum unweigerlichen Ende seiner sportlichen Karriere geführt hätte. Journalisten waren angewiesen, nicht vom „strahlenden Sieger“ zu schreiben und den Startverzicht von fast der Hälfte der gemeldeten Mannschaften zu relativieren.[67]


Quelle:Wiki

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Re: Vertuschungen in der DDR

Beitragvon karnak » 5. April 2018, 14:43

AkkuGK1 hat geschrieben:@Karnak falls ich irgendwann hier im Forum etwas positives geschrieben habe oder Dich in Schutz genommen habe, vergiss es. Du bist genau das was ich oben beschrieben habe. Du bist auch nur ein Vertuscher, Verharmloser und Zersetzer. Einmal Stasi, immer Stasi.

Das DU in deiner Plastekabine keinen RWA72 montiert hattest, das ist mir klar, weil ihr ja nicht für den Ernstfall wichtig wart. Wir hatten gleich MEHRERE davon: UvD Raum, auf jedem Zug LO, im KC Fahrzeug. Weil wir wohl als wichtiger eingeschätzt wurden. So, und jetzt geh wieder mit deinen Kameraden Passkontrolle spielen. Deine Reputation ist eben in den Keller gefallen.

Und beschäftige dich mal näher mit dem GAU - ein Supergau war es noch nicht einmal, es wäre beinahe wirklich zur Katastrophe gekommen und dann würden wir hier nicht uns über die Ausstattung des Militärs mit RWA72 auslassen. Du glaubst immer noch an die DDR, nur mit dem Wissen, da ist es nicht all zu weit.

http://www.atemschutzddr.de/0d5ea9a3ef0 ... index.html

[flash] Also mit dem RWA 72 waren die Werte die von Tschernobyl bis zu uns gedrungen sind nicht zu messen, wenn Du das Gerät schon kennst weist Du das auch. Und mit "Stasi immer Stasi" , mit der "Hilflosigkeit" kann ich schon lange leben, damit bekommst Du mich nicht klein. [hallo]
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