DDR-Museum Schildfeld : Mit Waschmaschine eingeweckt

DDR-Museum Schildfeld : Mit Waschmaschine eingeweckt

Beitragvon Interessierter » 27. März 2018, 10:40

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Elke Meyer mit einer Autogrammkarte von " Meister Nadelöhr " alias Schauspieler Eckhart Friedrichson

Ein Besuch im kleinen DDR-Museum Schildfeld weckt Erinnerungen an das Alltagsleben vor der Wende.

Ich fand es hier sehr interessant und es war schön anzusehen, wie die Menschen früher gelebt haben“, steht in etwas ungelenker Schrift auf den vorderen Seiten im Besucherbuch des Museums. Nein, es handelt sich nicht um eine Ausstellung archäologischer Funde. Die Exponate stammen aus einer Epoche, die erst 27 Jahre zurückliegt. Das Museum trägt den Namen „Das kleine DDR-Museum Schildfeld“. Schildfeld liegt in der idyllischen Landschaft bei Vellahn und gehört zum Amt Zarrentin.

Elke Meyer, natürlich aufgewachsen in der DDR, räumte nach der Wende ihre Schränke auf und fand viele Dinge zu schade zum Wegwerfen. Etliche Erinnerungen hingen daran. Auch Plakate aus dem Dorfkonsum hatte sie aufgehoben. „1995 wurde unser Konsum im Ort abgerissen. Dort habe ich einige Werbematerialen gerettet. Darunter das Material des Backwarenherstellers Kathi „Die sieben Regeln der Verkaufskultur“ und ein bemerkenswertes Hinweisschild, dass die „Schalen von Südfrüchten nicht zum Verzehr geeignet“ seien.

Die Plakate brachte sie nach einem entsprechenden Zeitungsaufruf in das Museum Lenzen. Einige Zeit später fuhr die Schildfelderin mit ihrem Nachbarn nach Lenzen, um „ihre“ Ausstellungsstücke im Museum anzusehen. „Wir fanden alle unsere Exponate in der Ausstellung“. Auf der Rückfahrt bremste der Nachbar plötzlich scharf. Aufgeregt sagte er: „Schau mal Elke, dort liegt eine alte Konsumwaage im Sperrmüll!“. Tatsächlich lugte aus einem Haufen alten Hausrates eine Waage hervor. Elke Meyer durchzuckte der Gedanke: „Das kann man doch nicht wegwerfen!“ Der Nachbar wendete das Auto und lud die Waage ein. „Das war die Geburt unseres Museums in Schildfeld.“

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Hier geht der Bericht weiter:
https://www.svz.de/regionales/mecklenbu ... 97616.html

Schöne Erinnerungen, wie ich finde.
Auch aus Steinen die einem in den Weg
gelegt werden,
kann man was schönes bauen
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Re: DDR-Museum Schildfeld : Mit Waschmaschine eingeweckt

Beitragvon Volker Zottmann » 27. März 2018, 19:04

Mit der Waschmaschine aus Schwarzenberg, der kleinen eckigen mit Beladung von oben, wurde regelmäßig eingekocht. Das war sicher überall geläufig. Nur das Aluwellrad war zuvor herauszunehmen.
Mit der Holzbottichwaschmaschine, aus unserem VEB dämpften die Bauern Kartoffeln und Essensreste für die private Schweinezucht.

Gruß Volker
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Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
(Volker Zottmann)
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