1988 Die Tote nahe der Grenze bei Schierke

1988 Die Tote nahe der Grenze bei Schierke

Beitragvon Interessierter » 9. März 2018, 16:50

Noch Ende des Jahres 2013 fragte man sich:

Wer ermordete die Pastorin Waltraud Peper?


Vor 25 Jahren wurde die Pfarrerin Waltraud Peper in einem Waldstück bei Schierke im Harz tot aufgefunden. Lange war sie vermisst worden, nun war klar: Sie wurde nahe der innerdeutschen Grenze ermordet. Warum sie sterben musste, konnte bis heute nicht aufgeklärt werden.

Der Posaunenchor der Kirchengemeinde St. Sylvestri spielt im Gedenken an Pastorin Waltraud Peper. Rund 30 Menschen haben sich am Grab versammelt. Pfarrer Klaus Schäfer erinnert an die Ermordete:

"Wir sind heute an das Grab unserer Schwester, der Probsteikatechetin und Pastorin Waltraud Peper gekommen. Ihr gewaltsamer und bis heute unaufgeklärter Tod im Grenzgebiet von Schierke vor 25 Jahren beschäftigt uns zwar nicht jeden Tag, doch von Zeit zu Zeit erinnern wir uns dankbar an sie und erschrocken über ihr Lebensende."

Für die Gemeinde war es damals ein Schock, als Anfang September 1988 das Verbrechen an der Pastorin bekannt wurde …

"… und dass dieses noch nicht aufgeklärt ist, dass Fragen auch heute noch offen sind, gibt Raum für Vermutungen, für Spekulationen, für Gerüchte. Umso wichtiger scheint mir zu sein, dass die Kirche nicht Ruhe geben darf anzumahnen, dass eine Aufklärung noch möglich ist."

Ende August 1988 kam die allein lebende Waltraud Peper nicht aus ihrem Urlaub zurück. Peter Lehmann, damals Rektor des Katechetischen Seminars in Wernigerode, erinnert sich:

"Ich hatte mit ihr verabredet, ich wollte ihr beim Umzug helfen und stand dann vor der Haustür, und es war nichts, und keiner wusste, was los ist. Sie ist nicht da."

Zum letzten Mal gesehen wurde die Pastorin am 17. August 1988. Harald Meier, 2013 Leiter des Fachkommissariats 2 der Polizei in Magdeburg, arbeitete damals monatelang in der Sonderkommission Peper.

"Das wurde ja lange Zeit geheim gehalten, da wurden keine Informationen in der Zeitung veröffentlicht, dass sie vermisst wurde, was die Suche ja wesentlich hätte beschleunigen können."

Erst am 4. September 1988 entdecken Schülerinnen in einem Waldstück bei Schierke eine Frauenleiche: die 60-jährige Waltraud Peper.


Hier geht es weiter:
http://www.deutschlandfunkkultur.de/wer ... _id=261564

Evtl. hat ja jemand neuere Erkenntnisse?
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Re: 1988 Die Tote nahe der Grenze bei Schierke

Beitragvon karnak » 10. März 2018, 06:50

Was soll eigentlich ein inoffizieller Oberst der Staatssicherheit sein und warum erwähnt man den IM innerhalb der Kirche im Zusammenhang mit einen vermeintlichen Mordfall? Das ist doch der übliche Zinnober um etwas was man sich einfach mal so zusammenspinnt in Richtung einer Möglichkeit die ausschließlich auf den eigenen Vorurteilen fußt, nichts weiter als die übliche Müllerzählerei.
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Re: 1988 Die Tote nahe der Grenze bei Schierke

Beitragvon Merkur » 10. März 2018, 08:43

Da stimme ich Dir zu Karnak. Ich habe mich mit dem Fall auch beschäftigt und es gibt keinen Hinweis darauf, dass das MfS mit dem Tod der Frau zu tun gehabt hätte.
Der ominöse "inoffizielle Oberst" war ein OibE mit Dienstgrad Hauptmann. Aber auch der hatte zu dem Fall keinen Bezug.
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Re: 1988 Die Tote nahe der Grenze bei Schierke

Beitragvon karnak » 10. März 2018, 10:37

Und gibt es denn nun irgendeine Aktenlage zu dem Todesfall, oder nur dieses übliche Stasi Gewurbel?
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Re: 1988 Die Tote nahe der Grenze bei Schierke

Beitragvon Merkur » 10. März 2018, 10:41

karnak hat geschrieben:Und gibt es denn nun irgendeine Aktenlage zu dem Todesfall, oder nur dieses übliche Stasi Gewurbel?

Natürlich gibt es Akten. Die enthaltenen allerdings nichts von dem, was sich dort eingeredet wird. Harald Meier hat es korrekt dargestellt.
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Re: 1988 Die Tote nahe der Grenze bei Schierke

Beitragvon karnak » 10. März 2018, 10:49

Aha, und und das Benennen von ein paar Eckdaten zu dem Fall würde die Verkaufszahlen eines Harald Meier schmälern? [flash]
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Re: 1988 Die Tote nahe der Grenze bei Schierke

Beitragvon Interessierter » 10. März 2018, 10:53

Merkur » 10. März 2018, 08:43
Da stimme ich Dir zu Karnak. Ich habe mich mit dem Fall auch beschäftigt und es gibt keinen Hinweis darauf, dass das MfS mit dem Tod der Frau zu tun gehabt hätte.


Der Ansicht war man auch schon 2013 ( wie im Link geäußert ):
Doch dass die Stasi beim Mord an Pastorin Peper beteiligt war, glaubt der Magdeburger Harald Meier nicht:

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Stasi so ein hohes Risiko gerade im Grenzgebiet eingegangen wäre. Da hätten sich andere Möglichkeiten ergeben, vielleicht sogar im Ausland. Ich halte das für relativ unwahrscheinlich, dass die Stasi ihre Finger im Spiel hatte."


Warum meint man sich eigentlich hier verteidigen zu müssen?

Mir stellt sich beim Lesen des nachstehenden Zitats nur die Frage: " Warum geschah das überhaupt und warum so zügig?

Für Misstrauen hat damals auch gesorgt, dass die Leiche der Pastorin direkt nach der Obduktion verbrannt wurde.
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Re: 1988 Die Tote nahe der Grenze bei Schierke

Beitragvon Merkur » 10. März 2018, 12:20

Interessierter hat geschrieben:Mir stellt sich beim Lesen des nachstehenden Zitats nur die Frage: " Warum geschah das überhaupt und warum so zügig?
Für Misstrauen hat damals auch gesorgt, dass die Leiche der Pastorin direkt nach der Obduktion verbrannt wurde.


Was spricht nach Erhebung der Befunde sowie Ausschöpfung der gerichtsmedizinischen Maßnahmen einschließlich Asservierung relevanter Proben und Beweismittel dagegen?
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Re: 1988 Die Tote nahe der Grenze bei Schierke

Beitragvon karnak » 10. März 2018, 12:52

Interessierter hat geschrieben:
Warum meint man sich eigentlich hier verteidigen zu müssen?

[/quote]
Also ich verteidige hier gar nichts, ich empfinde mich allerdings auch nicht in der Rolle eines Ankläger, zu beiden wäre ich gar nicht in der Lage, mir fehlt die Zeit mich mit den Dingen so tiefgründig zu beschäftigen um das leisten zu können. Ich wende mich lediglich gegen eine Form von Rumlaberei, leicht erkennbar ohne irgendeine Sachkenntnis, Hauptsache man bringt die 5 Buchstaben Stasi unter, dass ist sowas von blöde, dafür aber unverkennbar mit einem entsprechenden ideologischen Hintergrund. Dass Du nun immer wieder solches Zeug einstellst und das andere darauf reagieren, dass kannst Du den ANDEREN nicht vorwerfen. [flash]
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Re: 1988 Die Tote nahe der Grenze bei Schierke

Beitragvon Merkur » 10. März 2018, 13:23

karnak hat geschrieben:Aha, und und das Benennen von ein paar Eckdaten zu dem Fall würde die Verkaufszahlen eines Harald Meier schmälern? [flash]


Die Eckdaten sind doch klar. Von zwei Kindern wird am 04.09.1988 gegen 14.30 Uhr eine weibliche Leiche bei Schierke gefunden. Die SK der BV Magdeburg sowie die Magdeburger MUK nehmen die Untersuchungen/Ermittlungen auf, können den Täter bis zum Ende der DDR nicht ermitteln.
Auch die Ermittlungen nach der Wende führen nicht zum Täter.
Der vom Interessierten eingestellte Bericht hat zwei entscheidende Mängel. Zum einen ist er mit haltlosen, ideologisch motivierten Spekulationen gespickt, die jeglicher Grundlage entbehren. Zum anderen lässt er eine wirklich heiße Spur völlig unberücksichtigt. 1988 kam aus dem Strafvollzug ein entlassener Häftling nach Wernigerode. Er hatte in den 60er Jahren im Bezirk Erfurt einen Jungen sexuell missbraucht, ermordet und im Wald unter Holzscheiten versteckt. Dieser Ex-Häftling war viel als Wanderer und Radfahrer im Harz unterwegs und hätte die Möglichkeit gehabt, die Pastorin zu treffen. In der Nähe des Leichenfundortes wurde auch ein zerbrochenes Brillenglas gefunden, was seiner Stärke entsprach. Die Tat an der Pastorin war ihm allerdings nicht nachzuweisen und er fiel damals zunächst auch durch das Ermittlungsraster. Später wurde er erneut inhaftiert, weil er die Tochter seiner Lebensgefährtin missbraucht hatte.
Ein ominöser inoffizieller Oberst ist scheinbar wichtiger als solche Fakten. Aber ich will dem Interessierten, der lediglich als Einsteller fungiert, da keinen Vorwurf machen. Hoffentlich wirft mir Nov.65 nun nicht wieder vor, etwas abschwächen zu wollen.
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Re: 1988 Die Tote nahe der Grenze bei Schierke

Beitragvon Interessierter » 10. März 2018, 14:30

Merkur » 10. März 2018, 12:20

Interessierter hat geschrieben:
Mir stellt sich beim Lesen des nachstehenden Zitats nur die Frage: " Warum geschah das überhaupt und warum so zügig?

Für Misstrauen hat damals auch gesorgt, dass die Leiche der Pastorin direkt nach der Obduktion verbrannt wurde.



Was spricht nach Erhebung der Befunde sowie Ausschöpfung der gerichtsmedizinischen Maßnahmen einschließlich Asservierung relevanter Proben und Beweismittel dagegen?


Deine Gegenfrage beantwortet leider die von mir gestellte Frage nicht. Ich erinnere einmal daran, dass erschossene Flüchtlinge und andere Tote, sehr oft und schnell ohne Rücksprache mit den Angehörigen verbrannt wurden. Wie sich in manchen Fällen herausstellte, um die wahre Todesursache zu vertuschen.

Daher ist das in dem Artikel erwähnte Mißtrauen sicherlich angebracht.
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Re: 1988 Die Tote nahe der Grenze bei Schierke

Beitragvon Interessierter » 10. März 2018, 14:55

karnak » 10. März 2018, 12:52

Interessierter hat geschrieben:

Warum meint man sich eigentlich hier verteidigen zu müssen?


Also ich verteidige hier gar nichts, ich empfinde mich allerdings auch nicht in der Rolle eines Ankläger, zu beiden wäre ich gar nicht in der Lage, mir fehlt die Zeit mich mit den Dingen so tiefgründig zu beschäftigen um das leisten zu können. Ich wende mich lediglich gegen eine Form von Rumlaberei, leicht erkennbar ohne irgendeine Sachkenntnis, Hauptsache man bringt die 5 Buchstaben Stasi unter, dass ist sowas von blöde, dafür aber unverkennbar mit einem entsprechenden ideologischen Hintergrund. Dass Du nun immer wieder solches Zeug einstellst und das andere darauf reagieren, dass kannst Du den ANDEREN nicht vorwerfen. [/quote]

Blau: Also Kristian, wir vertreten ja hier alle unsere subjektive Meinung. Da du hier von dir selbst schreibst, dass du aus Zeitgründen nur keine oder wenig themenbezogenen Sachkenntnisse besitzt, empfinde ich es einfach paradox dem Verfasser dieses verlinkten Artikels genau das vorzuwerfen.

Grün: Schon deine Formulierung ich würde immer wieder " Solches Zeug " einstellen, offenbart doch mehr als deutlich deine grundsätzliche Voreingenommenheit und dein Missfallen. Übrigens habe ich in den Weiten des Internets nach etwas ganz anderem gesucht und fand dabei diesen ungeklärten Mord ebenso wie den Artikel über die beiden erschossenen Brüder vor einer Kaserne.

Irgendwie verstehe ich deine verquere negative Denkweise nicht. Warum sollte ich mich denn wundern, wenn User darauf reagieren oder ihnen das gar vorwerfen sollen. Das Gegenteil ist der Fall. Daraus entstehen oftmals interessante Diskussionen, die meiner Meinung nach, auch nicht unbedingt mit Übereinstimmung enden müssen.

Nehme bitte einfach zur Kenntnis, dass es mir nicht einmal im Traum einfallen würde, einem User Vorwürfe zu machen, nur weil er auf den Beitrag reagiert.
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Re: 1988 Die Tote nahe der Grenze bei Schierke

Beitragvon karnak » 10. März 2018, 15:10

[flash] Mein Missfallen hast Du in jedem Fall, aber nur weil Du in dem rausgekramten Zeugs die absolute Wahrheit vermutest, gleichzeitig sollte ich Dir dankbar sein, dass Du Dich mit dem Rauskramen befasst, so ist das halt manchmal. [wink]
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Re: 1988 Die Tote nahe der Grenze bei Schierke

Beitragvon Interessierter » 10. März 2018, 15:23

Zitat Merkur:
Zum einen ist er mit haltlosen, ideologisch motivierten Spekulationen gespickt, die jeglicher Grundlage entbehren

Ein ominöser inoffizieller Oberst ist scheinbar wichtiger als solche Fakten.


Wenn der Schreiber dieses Artikels seinen Lesern aufgrund seiner Erkenntnisse die verschiedenen Richtungen mitteilt, in denen sich eventuell Verdachtsmomente ergeben könnten und in seinem Artikel auch schreibt, dass die Stasi davon wohl auszuschließen sei; dann weiß ich nicht, was denn die zahlreichen, haltlosen ideologischen Spekulationen - wie du meinst - gewesen sein sollen?

Wenn man in alle Richtungen ermittelt, ist es wohl wichtig und erforderlich darin auch das MfS einzubeziehen. Losgelöst von diesem Fall stellt sich mir die nachstehende Frage:

Hatte denn die VP überhaupt die Möglichkeit gegen das MfS zu ermitteln? Mir erscheint das ziemlich unwahrscheinlich oder gibt es Fälle wo die VP Angehörige des MfS überführt haben, die in Ausübung ihrer Tätigkeit Verbrechen an DDR - Bürgern begingen?

Sollte ich mit meiner Annahme richtig liegen, dann ist es ja eigentlich nicht mehr als ein schlechter Witz zu schreiben, dass das MfS nicht verdächtigt wurde.
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Re: 1988 Die Tote nahe der Grenze bei Schierke

Beitragvon Merkur » 10. März 2018, 17:39

Interessierter hat geschrieben:Deine Gegenfrage beantwortet leider die von mir gestellte Frage nicht.


Für einen normal strukturieren und objektiv denken Menschen habe ich mit meiner Gegenfrage die eigentliche Frage unmissverständlich beantwortet. Sprich nach Ende der gerichtsmedzinischen Untersuchungen und Asservierung notwendiger Proben wurde die Leiche freigegeben und entsprechend bestattet.
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Re: 1988 Die Tote nahe der Grenze bei Schierke

Beitragvon Interessierter » 11. März 2018, 10:43

Merkur » 10. März 2018, 17:39

Interessierter hat geschrieben:
Deine Gegenfrage beantwortet leider die von mir gestellte Frage nicht.

Für einen normal strukturieren und objektiv denken Menschen habe ich mit meiner Gegenfrage die eigentliche Frage unmissverständlich beantwortet. Sprich nach Ende der gerichtsmedzinischen Untersuchungen und Asservierung notwendiger Proben wurde die Leiche freigegeben und entsprechend bestattet.


Ich stelle fest, du weichst den aufgeworfenen Fragen bezüglich der Schuldfrage des MfS und nicht stattgefundenen Ermittlungen bzw. der Vertuschung des Ergebnisses solcher Ermittlungen aus. Das gleiche gilt für die Problematik, der vom MfS angeordneten Einäscherungen, oftmals zwecks Vertuschung.

Das ist sehr schade, denn Borniertheit kann selbstverständlich den Willen oder das Wissen zur Beantwortung, anscheinend unangenehmer Fragen, nicht ersetzen.

So ist deine pauschale Aussage, dass nach dem Ende der Untersuchungen die Leichen freigegeben wurden, schlichtweg falsch. Denn dann hätten bestattungspflichtige Angehörige/Personen in jedem Fall das Recht auf freie Wahl des Bestatters, um Fragen der Trauerfeier und Beisetzung zu regeln.

Das hatte dieser Personenkreis aber leider in der DDR oftmals nicht. Zum Beispiel bei den an der Grenze getöteten Bürgern nicht. Dazu findet man Interessantes in den " Arbeitsrechtlinien des MfS zum Umgang mit den Todesopfern an der Grenze in Berlin ". Darin heißt es:

Das Aufsuchen der Angehörigen hat erst nach gründlicher Auswertung des Ermittlungsberichtes zu erfolgen. Zweckmäßig ist dieses Gespräch in den Diensträumen der VP durchzuführen und sich als Vertreter des Generalstaatsanwaltes auszugeben.
Den Angehörigen wird mitgeteilt, dass aus hygienischen Gründen auf Anordnung der Staatsanwaltschaft eine Feuerbestattung bereits staatgefunden hat und die dafür erforderlichen Kosten aus dem Staatshaushalt beglichen werden.


http://docplayer.org/71370888-Arbeitsri ... erger.html

Was von deiner hier kürzlich gemachten Behauptung, dass du nichts schönreden würdest, sondern nur nüchtern Fakten einstellen würdest zu halten ist, entlarvt sich nun selbst als..... [denken]
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Re: 1988 Die Tote nahe der Grenze bei Schierke

Beitragvon Merkur » 11. März 2018, 10:55

Interessierter hat geschrieben:So ist deine pauschale Aussage, dass nach dem Ende der Untersuchungen die Leichen freigegeben wurden, schlichtweg falsch.


Die Freigabe der Leiche erfolgte bei Vorliegen oder Verdacht eines nichtnatürlichen Todes und bei unbekannten Toten durch die Staatsanwaltschaft zur Erdbestattung, zur Feuerbestattung oder zur Übernahme und Bestattung Verstorbener durch wissenschaftliche Institute, wenn keine Verwandten vorhanden waren, bei unbekannten Toten, auf Wunsch der Verstorbenen und wenn die zur Bestattung verpflichteten Personen von der Bestattung abgesehen haben bzw. dieser Pflicht nicht innerhalb einer angemessenen Zeit nachgekommen sind.
Und nun kannst Du mir ja sicher erklären, warum im Fall P., und nur um diesen geht es hier, genau so gehandelt wurde. Dein eingestellter Link hat das Thema verfehlt.
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Re: 1988 Die Tote nahe der Grenze bei Schierke

Beitragvon Volker Zottmann » 11. März 2018, 11:30

Es wird immer die Frage bleiben, ob nicht Willkür der Behörden Ermittlungen bewusst behinderte. Das muss sich nun mal die "Untergegangene" gefallen lassen.

Nur mal dazu ein Beispiel, was uns, meine Frau und mich, direkt betraf:
Wir haben volle 10 Jahre die Witwe des vermeintlichen Harzgeröder Märtyrers August Wolf betreut. Bis es aufgrund ihres Gesundheitszustandes uns unmöglich wurde. Das haben wir der VVN und der SED rechtzeitig mitgeteilt. Wenige Monate später starb die "Sprichoma" meiner Frau. Wir waren die einzigen Angehörigen.
Uns wurde auf SED-Anordnung die Ausrichtung der Beisetzung verboten. Sozusagen als "Rache", weil wir weitere unsunmögliche Betreuung ablehnten. Wir waren deshalb lediglich als Zaungäste auf dem Friedhof geduldet.
SED und Stasi hatten in der DDR immer Allgewalt, der sich Jeder und Alles unterzuordnen hatte.

Im Fall der Toten bei Schierke kann aber muss nicht die Stasi involviert gewesen sein. Im Sperrgebiet, darf jedoch immer davon ausgegangen werden, dass keineswegs nur normale Kripo ermittelte. Wer anders sagt, verharmlost die damaligen Umstände.


Gruß Volker
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Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
(Volker Zottmann)
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Re: 1988 Die Tote nahe der Grenze bei Schierke

Beitragvon Merkur » 11. März 2018, 11:34

Volker Zottmann hat geschrieben:Im Sperrgebiet, darf jedoch immer davon ausgegangen werden, dass keineswegs nur normale Kripo ermittelte. Wer anders sagt, verharmlost die damaligen Umstände.
Gruß Volker


Dazu habe ich weiter oben eine unmissverständliche Aussage getroffen.
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Re: 1988 Die Tote nahe der Grenze bei Schierke

Beitragvon Interessierter » 11. März 2018, 11:48

Deine Gegenfrage beantwortet leider die von mir gestellte Frage nicht. Ich erinnere einmal daran, dass erschossene Flüchtlinge und andere Tote, sehr oft und schnell ohne Rücksprache mit den Angehörigen verbrannt wurden. Wie sich in manchen Fällen herausstellte, um die wahre Todesursache zu vertuschen.

Daher ist das in dem Artikel erwähnte Mißtrauen sicherlich angebracht.


Erwiesen ist, dass das MfS amtsanmaßend sich als Angehörige der Generalstaatsanwaltschaft ausgaben, was ja wohl auch strafrechtlich relevant ist. Zusätzlich belogen sie die Hinterbliebenen vorsätzlich, indem sie vorgaben, dass aus hygienischen Gründen die Einäscherung bereits stattgefunden hätte. Sie nahmen den Hinterbliebenen die Möglichkeit, von ihrem Angehörigen gebührend Abschied zu nehmen. Das ist mehr als nur schäbig und auch gesetzeswidrig. PFUI DEIBEL

Einzig und allein, um die wahren und genauen Todesumstände zu vertuschen. Wenn du uns hier weismachen willst, dass es nur bei getöteten Flüchtlingen so war, dann ist das ebenfalls falsch.

Die Arbeitsrichtlinien des MfS über den Umgang mit Toten, die an der Grenze getötet wurden, zeigen mehr als deutlich den unmenschlichen Umgang selbst mit Toten durch das MfS an. Da versuchst du vergeblich weiszumachen, dass es nur bei getöteten Flüchtlingen so war.

Wenn schlußendlich in den Akten kein Hinweis auf Verantwortung am Tode durch das MfS zu finden war, so war das doch auch gar nicht anders zu erwarten. Deswegen sind Hinweise darauf nicht mehr als ein schlechter Witz, über den man aber nicht lachen kann.
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Re: 1988 Die Tote nahe der Grenze bei Schierke

Beitragvon Merkur » 11. März 2018, 13:22

Interessierter hat geschrieben:Die Arbeitsrichtlinien des MfS über den Umgang mit Toten, die an der Grenze getötet wurden, zeigen mehr als deutlich den unmenschlichen Umgang selbst mit Toten durch das MfS an.


Um die geht es hier aber nicht, es sei denn, Du hast Informationen darüber, dass Waltraud P. durch Handlungen der GT getötet worden ist. Bleib doch einfach mal beim Thema und lege schlüssig und sachverhaltsbezogen dar, warum nach Abschluss der Obduktion und Freigabe der Leiche durch die Staatsanwaltschaft die Kremierung eine "Vertuschungsaktion" gewesen sein soll.
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Re: 1988 Die Tote nahe der Grenze bei Schierke

Beitragvon AkkuGK1 » 11. März 2018, 13:52

Was zählt denn schon ein Menschenleben? Unsere Spezies ist sowieso dem Untergang geweiht.
wo ein Genosse ist, da ist die Partei, wo zwei sind, eine Kneipe, wo 10 sind - ein Intershop

Grenzkompanien waren mit RWA72 ausgestattet und Zählrohre erkennen Gammastrahlung, auch die von Tschernobyl, Genosse K.
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Re: 1988 Die Tote nahe der Grenze bei Schierke

Beitragvon Interessierter » 11. März 2018, 14:55

Warum windest du dich eigentlich wie ein Aal auf seiner " Spielwiese "und kannst nicht belegen, dass die Angehörigen informiert wurden und die Beerdigungsform der getöteten Frau durch sie nicht gewünscht wurde?.
Gerade als Pastorin würden Angehörige oder Gemeindemitglieder niemals darauf verzichten wollen,zu entscheiden in welcher Form der Leichnam bestattet wird.

Wenn es damals in der DDR hieß, dass die Leiche freigegeben wurde, so hieß das sehr oft aus Gründen der Vertuschung veranlasste dann das MfS die umgehende Einäscherung und stellte die Hinterbliebenen vor vollendete Tatsachen.
Und das nicht nur bei getöteten Flüchtlingen.

Wie zu lesen ist, stieß auch damals schon diese Vorgehensweise auf große Verwunderung und berechtigtes Misstrauen. Nach heutigen umfangreichen Erkenntnissen über Arbeitsweise und Richtlinien des unmenschlichen, menschenrechtsverletzenden Umganges bestimmter Abteilungen des MfS mit ihren Bürgern und selbst mit ihren Toten, hat sich zu dem Misstrauen noch das Entsetzen über diese Truppe hinzugesellt.

Wo beschreibst du denn eigentlich einmal nüchtern die Fakten, beispielsweise dieser Arbeitsrichtlinien des MfS, die schonungslos aufzeigen wie gefühllos, unmenschlich und verlogen die Stasi Leichen einfach gesetzwidrig, verlogen aus hygienischen Gründen verbrennen ließ und das nur aus Vertuschungsgründen?
Da das nur ein Negativbeispiel von vielen ist, hättest du genügend Möglichkeiten, anstatt gerne mal wieder lobend zu erwähnen, wenn die Stasi einen Mord aufgeklärt hatte.

Da das bei dir Fehlanzeige ist, nenne ich das Verklärung. Sobald mir ähnlich Erkenntnisse vorliegen werde ich selbstverständlich wieder darüber berichten.
Wenn man versucht über diesen menschenverachten Geheimdienst positiv zu berichten, kommt es mir immer vor, als würde man über die Nazis positiv berichten, weil sie Autobahnen gebaut und KdF - Urlaubsreisen veranstaltet hätten. Wobei ich natürlich beide Diktaturen nicht gleichstelle.

Ich denke die Leser können sich aus den dargestellten, bekannten Fakten eine Meinung bilden und erachte daher eine weitere Diskussion wenig sinnvoll.
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Re: 1988 Die Tote nahe der Grenze bei Schierke

Beitragvon andr.k » 11. März 2018, 15:29

Interessierter hat geschrieben:... und kannst nicht belegen, dass die Angehörigen informiert wurden und die Beerdigungsform der getöteten Frau durch sie nicht gewünscht wurde?.
Gerade als Pastorin würden Angehörige oder Gemeindemitglieder niemals darauf verzichten wollen,zu entscheiden in welcher Form der Leichnam bestattet wird.

Wenn es damals in der DDR hieß, dass die Leiche freigegeben wurde, so hieß das sehr oft aus Gründen der Vertuschung veranlasste dann das MfS die umgehende Einäscherung und stellte die Hinterbliebenen vor vollendete Tatsachen.


Im Artikel steh leider nix von Angehörigen. Fakt ist damals wie heute, dass bei fehlenden Angehörigen der Staat die Bestattungskosten trägt. Und Erdbestattungen sind nun mal aus kostentechnischen und hygienischen Gründen nicht vorgesehen.
Man lebt ruhiger, wenn man nicht alles sagt, was man weiß, nicht alles glaubt, was man hört und über den Rest einfach nur lächelt.

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Re: 1988 Die Tote nahe der Grenze bei Schierke

Beitragvon Merkur » 11. März 2018, 16:08

Interessierter hat geschrieben:Ich denke die Leser können sich aus den dargestellten, bekannten Fakten eine Meinung bilden und erachte daher eine weitere Diskussion wenig sinnvoll.


Welche Fakten hast Du denn bitte zum konkreten Fall dargestellt? Ich werde den Fall wenn es an der Zeit ist, konkret darstellen und dann kannst Du nachlesen, dass Du Dich hier größtenteils im Bereich von Spekulationen bewegt hast.
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Re: 1988 Die Tote nahe der Grenze bei Schierke

Beitragvon augenzeuge » 22. März 2018, 14:27

Merkur hat geschrieben:
Interessierter hat geschrieben:Ich denke die Leser können sich aus den dargestellten, bekannten Fakten eine Meinung bilden und erachte daher eine weitere Diskussion wenig sinnvoll.


Welche Fakten hast Du denn bitte zum konkreten Fall dargestellt? Ich werde den Fall wenn es an der Zeit ist, konkret darstellen und dann kannst Du nachlesen, dass Du Dich hier größtenteils im Bereich von Spekulationen bewegt hast.


Wann kann ich mir das in den Kalender eintragen? [grins]
AZ
Freiheit ist ein Gut, das durch Gebrauch wächst und durch Nichtgebrauch dahinschwindet. Keiner darf für sich den Besitz der Wahrheit beanspruchen, sonst wäre er unfähig zu Kompromiß und überhaupt zu Zusammenleben.
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