Vom Alltag der Ausspähung in der DDR

Vom Alltag der Ausspähung in der DDR

Beitragvon Interessierter » 6. März 2018, 12:00

Wie die SED den DDR-Alltag steuerte

Die meisten DDR-Bürger waren nur in Karteien, Datenbänken und Mini-Dossiers gespeichert. Die Informationen wurden nicht überwiegend von IMs beschafft. Die Datenflut aber war enorm: Gegen Ende der DDR existierten zu fast jedem zweiten DDR-Bürger solche Dossiers.

Die Dossiers wurden in drei Rechercheschritten angelegt. Zunächst wurde in Stasi-Karteien und -Datenbanken recherchiert, ob schon Erkenntnisse vorlagen. In den 80er Jahren kam die zentrale Personendatenbank (ZPDB) dazu. Mit ihr konnten Personenprofile erstellt werden.

Die Erfassung auf den Karteikarten war keineswegs nur harmlos. Über einen Hamburger Seemann, der in der DDR von Bord ging, wurde festgehalten, was er mit wem im Hafen besprach und wen er in der DDR traf. Zu den Routineabfragen in der Kartei gehörten auch die Ergebnisse der Stasi-Postkontrolle.

Nach der Karteirecherche forderte das MfS Daten aus der Zentralen Personen Datenbank (ZPB) des Ministeriums des Innern (MdI) ab. Darin enthalten war auch die Zentrale Einwohnermeldedatenbank der DDR, in die wiederum das Strafregister, die Wehrüberwachung, die Datenbank zu Reiseanträgen und die Rentendatenbank integriert war. Über den Arbeiter einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) hieß es etwa, ihm sei der Führerschein wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss entzogen worden, und die Erlaubnis für Reisen ins sozialistische Ausland sei nicht mehr gültig. Datenschutz war in der DDR ein Fremdwort.

Nach Datenbankrecherche und Postkontrolle drang der MfS-Offizier ins Wohnumfeld vor. Halbprofessionelle Ermittler, IMs, die Geld dafür bekamen, schöpften Leute im Wohngebiet ab, sogenannte Auskunftspersonen. In Rostock findet sich eine Kartei mit solchen Auskunftspersonen. „Rentner, aktiv, sehr gesprächig, lange Wohndauer, gute Kenntnis im Wohngebiet, aufgeschlossen, höflich …“, heißt es da etwa. Die Kartei umfasst nahezu ein Fünftel der Bevölkerung.

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https://www.tagesspiegel.de/politik/der ... 30546.html
Auch aus Steinen die einem in den Weg
gelegt werden,
kann man was schönes bauen
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