Die erste Montagsdemo von Holger Dambeck

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Die erste Montagsdemo von Holger Dambeck

Beitragvon Interessierter » 5. Februar 2018, 12:08

Sitzblockade wie im Westen

Auf die ersten Montagsdemos in Leipzig trauten sich nur wenige Menschen. Auch SPIEGEL-ONLINE-Redakteur Holger Dambeck, damals 20-jähriger Student, hatte große Angst vor der Polizei. Doch am 2. Oktober 1989 reihte er sich ein.

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Massenproteste:Auf dem heutigen Augustusplatz nahe der Nicolaikirche war an dem Abend des 2. Oktober 1989 kaum ein Durchkommen. Nach dem Friedensgebet in der Kirche demonstrierten mehr als 10.000 Menschen über den Ring um die Leipziger Innenstadt. Eine Woche später sollten es über 70.000 sein.

Von der Wohnung meiner Eltern im Nordosten Leipzigs bis zur Nikolaikirche braucht man auf dem Fahrrad kaum mehr als eine Viertelstunde. An diesem Montag vor 25 Jahren aber, dem 2. Oktober 1989, war es eine ganz besondere Fahrt. Ich hatte große Angst vor dem, was passieren könnte. Vielleicht lauerten ja schon hinter der nächsten Ecke ein paar übereifrige Stasi-Leute, die mich einkassieren würden?

Aber ich wollte unbedingt mit eigenen Augen sehen, was da geschah. Von den montäglichen Friedensgebeten in der Nikolaikirche hatte ich aus dem Westfernsehen gehört - und dass es im Anschluss immer eine Demonstration von Oppositionellen gibt. Ich hatte bis dahin keinerlei Kontakte zur Opposition in der DDR gehabt - und kannte weder Christoph Wonneberger noch Christian Führer, jene Pfarrer, welche die Montagsgebete initiiert hatten.

Als ich mich der Nikolaikirche näherte, war mir schnell klar, dass hier gerade etwas Unglaubliches passierte. Bis zu den Eingängen der Kirche vorzudringen, war illusorisch. Überall standen dichtgedrängt Menschen. Also wartete ich auf dem Augustusplatz, der damals noch Karl-Marx-Platz hieß, auf das Ende des Montagsgebets und den Beginn der Demo.

Der Zeitzeugenbericht geht hier weiter:
http://www.spiegel.de/einestages/ddr-er ... 94305.html
Auch aus Steinen die einem in den Weg
gelegt werden,
kann man was schönes bauen
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