Post- und Telefonüberwachung

Alles zum Thema Geheimdienste und Sicherheit in der DDR und in der BRD

Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon Volker Zottmann » 12. Juni 2012, 21:18

Thomas 1948, in dem Staat war nichts unmöglich, außer einen Toyota zu bekommen.

Volker [freu]
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Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon augenzeuge » 1. November 2012, 17:32

Der Freiburger Historiker Josef Foschepoth durfte als erster geheime Akten der Bundesregierung zur Post- und Telefonüberwachung einsehen, die bislang unter Verschluss gehalten wurden. Hart am Rande des Verfassungsbruchs, so der Autor, wurde auch in der BRD überwacht.

Zumeist handelte es sich um Propagandabroschüren und Zeitungen staatlicher Stellen, aber auch 6000 bis 8000 private Briefe wurden pro Monat einfach vernichtet.

"Seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurden jährlich Millionen von Postsendungen kontrolliert, geöffnet, beschlagnahmt, vernichtet oder zurück in den Postverkehr gegeben. Ebenso wurden Millionen von Telefongesprächen abgehört, Fernschreiben und Telegramme abgeschrieben und von den Besatzungsmächten und späteren Alliierten, aber auch von den Westdeutschen selbst zu nachrichtendienstlichen beziehungsweise strafrechtlichen Zwecken ausgewertet und genutzt."
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/andruck/1907235/

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„Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war“.
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"Überwachtes Deutschland"

Beitragvon augenzeuge » 20. November 2012, 17:53

Dass Bürger bespitzelt wurden und weder Post noch Telekommunikation vor dem staatlichen Zugriff sicher waren, kennt man aus der DDR. Dass aber auch in der Bundesrepublik ähnliche Zustände herrschten, ist neu. Der Freiburger Historiker Josef Foschepoth behauptet genau das in seinem neuen Buch "Überwachtes Deutschland".

Josef Foschepoth: Überwachtes Deutschland. Post- und Telefonüberwachung in der alten Bundesrepublik. Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2012. 378 S., 34,99 €.

http://www.3sat.de/page/?source=/kultur ... index.html

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Post- und Telefonüberwachung

Beitragvon Neun » 27. Januar 2013, 20:14

Quelle: " ND vom 20.12.2012, R"

"Das hochverräterische »ND«

Von Arno Klönne

Von 1949 bis Beginn der 1970er Jahre wurden mehr als 100 Millionen Postsendungen geöffnet, ausgewertet, zum großen Teil verbrannt oder geschreddert, von Amts wegen, um der staatlichen »Sicherheit« willen. Unzählige Telefonleitungen wurden zu demselben Zweck abgehört. Ein riesiger Aufwand von Arbeit in öffentlichen Diensten, aber abgeschirmt vor der Öffentlichkeit, geleistet von verpflichteten Schnüfflern und Lauschern - das alles im krassen Widerspruch zur geltenden Verfassung, in der das Post- und Fernmeldegeheimnis zum »unverletzlichen« Recht der Bürgerinnen und Bürger erklärt worden war.

Das weiß man doch alles längst, mag der Leser jetzt einwenden. Die Geschichte der DDR ist ja intensiv aufgearbeitet. Doch nicht über ostdeutsche-, sondern westdeutsche Verhältnisse berichtet das Buch des Historikers Josef Foschepoth. Erstmals sind darin Berge von Akten analysiert und ausgewertet, die in den Archiven von Ministerien der alten Bundesrepublik als »Verschlußsachen« lagerten. Zufällig sei er vor etlichen Jahren auf eine solche Akte gestoßen und »seitdem aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen«, merkt der Autor an. Höchst erstaunt werden auch die meisten Leser sein, denn das Bild von einer westdeutschen Republik, in der damals alles schön freiheitlich und gesetzeskonform zugegangen sei, bekommt durch die Lektüre des Buches mehr als nur Kratzer; es erweist sich als täuschend.

Foschepoth schildert in administrativen Details, von wem und wie die flächendeckende Überwachung des Post- und Telefonverkehrs in Westdeutschland, soweit er politisch interessant erschien, nach der Staatsgründung praktiziert wurde; im Blick war dabei in erster Linie die Kommunikation zwischen Ost- und Westdeutschen. Es ging dabei um taktische und strategische Ziele im Kalten Krieg. »Feindliche Elemente« sollten identifiziert, potenzielle »V«-Leute ausfindig gemacht werden, »Ostpropaganda« galt es zu vernichten, für Westpropaganda Ansatzpunkte zu ermitteln. Über die Frontlinie gab es keinen Zweifel. »Asien steht an der Elbe«, hatte Konrad Adenauer diese definiert. Als Feind war der Kommunismus im Visier, präziser: Jede politische Gesinnung oder Aktivität, die unter Kommunismusverdacht gestellt werden konnte.

Die Alt-Bundesrepublik war, näher hingesehen, lange Jahre hindurch kein souveräner Staat, sie stand unter der Kontrolle der westlichen Besatzungsmächte; demgemäß lag die Regie für Post- und Telefonüberwachung bei den in Westdeutschland operierenden Nachrichtendiensten Frankreichs, Großbritanniens und vor allem der USA. Diese zogen die deutsche Postverwaltung zur Hilfe heran. Nach Abschluss der Pariser Verträge 1955 und der Eingliederung Westdeutschlands in die NATO herrschte »beschränkte Souveränität«. Vorbehaltsrechte der westlichen Alliierten sicherten unter anderem auch deren Zugriff auf postalische und telefonische Kommunikation. Die überwachende Tagesarbeit hatten nun im alliierten Auftrag zum großen Teil der westdeutsche Verfassungsschutz und der Bundesnachrichtendienst zu organisieren. Die Bundesregierung hatte diesbezüglich geheime Vereinbarungen mit den Westmächten getroffen - »ein schwerer Verfassungsbruch«, schreibt Foschepoth. Denn im Grundgesetz war das Post- und Fernmeldegeheimnis als nicht aufhebbares Grundrecht verbürgt, eine einzelgesetzliche Ausnahmeregelung bestand nicht, sie wurde erst 1968 im Zusammenhang mit den Notstandsgesetzen eingeführt.

Die massenhafte klandestine Post- und Telefonüberwachung stieß mitunter auf Bedenken bei ausführenden deutschen Postbediensteten und auch bei Justizdienern: Dürfe der Staat sie für ungesetzliche Tätigkeiten in Anspruch nehmen? Da gab es juristischen Trost - mittels der »Rechtsgüterabwägung«. Die Treuepflicht des Beamten verlange, dass dieser das staatliche Interesse an »Sicherheit« höher schätze als ein Grundrecht in der Verfassung.

Wodurch sahen die politischen Machtgruppen in der Ära Adenauer den westdeutschen Staat »gefährdet«? Mit einem Einmarsch von »Osttruppen« oder einem Putsch der westdeutschen Kommunisten rechneten sie rationalerweise nicht. Foschepoth legt dar, dass die Überwachung in den 1950er Jahren die Funktion hatte, die teildeutsche politische Weichenstellung gen Westen abzusichern, also Opposition gegen die Wiederbewaffnung und gegen die Einbindung in die NATO in Misskredit zu bringen und gesellschaftlich auszugrenzen. Schon vor dem Verbot der KPD im Jahre 1956 gab es in großer Zahl Ermittlungsverfahren und Prozesse gegen Westdeutsche, die »östlicher« oder neutralistischer Neigungen bezichtigt wurden. Im Amtsdeutsch wurde die Lektüre von politischen Publikationen aus der DDR, z. B. der Zeitung »Neues Deutschland«, als »seelische Vorbereitung« auf späteren »Hochverrat« zum strafrechtlichen Indiz gemacht. Seit den 1960er Jahren wurde dann in der Folge aufgedeckter »Prominenzfälle« (Foschepoth bringt die Affäre um den Atomwissenschaftler Klaus Traube in Erinnerung) das Guck- und Horchsystem westdeutscher Art zumindest ansatzweise zum Gegenstand innenpolitischer Auseinandersetzung; dass dieses Thema heute keine Bedeutung mehr habe, wäre allerdings eine allzu optimistische Einschätzung.

Die Geschichte politischer Repression im vom NS-Staat befreiten Deutschland nach 1945, das wird aus diesem Buch deutlich, ist realitätsgerecht nur mit dem Blick auf die gesamtdeutsche Situation jener Jahre zu schreiben. Die verfeindeten deutschen Teilstaaten, noch dazu unter Kontrolle der jeweiligen externen Führungsmächte, bewiesen ihre Verwandtschaft in manchen Merthoden, innere »Sicherheit« zu erzwingen. Auch die alte Bundesrepublik wies Eigenschaften auf, die alles andere als rechtsstaatliche waren.

Josef Foschepoth: Überwachtes Deutschland. Post- und Telefonüberwachung in der alten Bundesrepublik. Vandenhoeck&Ruprecht, Göttingen 2012. 378 S., geb., 34,99 €."

P.S. Ist schon richtig hier...
Neun
 

Re: Post- und Telefonüberwachung

Beitragvon andr.k » 27. Januar 2013, 21:12

Neun hat geschrieben:Quelle: " ND vom 20.12.2012, R"

"Das hochverräterische »ND«

Von Arno Klönne

Von 1949 bis Beginn der 1970er Jahre wurden mehr als 100 Millionen Postsendungen geöffnet, ausgewertet, zum großen Teil verbrannt oder geschreddert, von Amts wegen, um der staatlichen »Sicherheit« willen. Unzählige Telefonleitungen wurden zu demselben Zweck abgehört. Ein riesiger Aufwand von Arbeit in öffentlichen Diensten, aber abgeschirmt vor der Öffentlichkeit, geleistet von verpflichteten Schnüfflern und Lauschern - das alles im krassen Widerspruch zur geltenden Verfassung, in der das Post- und Fernmeldegeheimnis zum »unverletzlichen« Recht der Bürgerinnen und Bürger erklärt worden war.

Das weiß man doch alles längst, mag der Leser jetzt einwenden. Die Geschichte der DDR ist ja intensiv aufgearbeitet. Doch nicht über ostdeutsche-, sondern westdeutsche Verhältnisse berichtet das Buch des Historikers Josef Foschepoth. Erstmals sind darin Berge von Akten analysiert und ausgewertet, die in den Archiven von Ministerien der alten Bundesrepublik als »Verschlußsachen« lagerten. Zufällig sei er vor etlichen Jahren auf eine solche Akte gestoßen und »seitdem aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen«, merkt der Autor an. Höchst erstaunt werden auch die meisten Leser sein, denn das Bild von einer westdeutschen Republik, in der damals alles schön freiheitlich und gesetzeskonform zugegangen sei, bekommt durch die Lektüre des Buches mehr als nur Kratzer; es erweist sich als täuschend.

Foschepoth schildert in administrativen Details, von wem und wie die flächendeckende Überwachung des Post- und Telefonverkehrs in Westdeutschland, soweit er politisch interessant erschien, nach der Staatsgründung praktiziert wurde; im Blick war dabei in erster Linie die Kommunikation zwischen Ost- und Westdeutschen. Es ging dabei um taktische und strategische Ziele im Kalten Krieg. »Feindliche Elemente« sollten identifiziert, potenzielle »V«-Leute ausfindig gemacht werden, »Ostpropaganda« galt es zu vernichten, für Westpropaganda Ansatzpunkte zu ermitteln. Über die Frontlinie gab es keinen Zweifel. »Asien steht an der Elbe«, hatte Konrad Adenauer diese definiert. Als Feind war der Kommunismus im Visier, präziser: Jede politische Gesinnung oder Aktivität, die unter Kommunismusverdacht gestellt werden konnte.

Die Alt-Bundesrepublik war, näher hingesehen, lange Jahre hindurch kein souveräner Staat, sie stand unter der Kontrolle der westlichen Besatzungsmächte; demgemäß lag die Regie für Post- und Telefonüberwachung bei den in Westdeutschland operierenden Nachrichtendiensten Frankreichs, Großbritanniens und vor allem der USA. Diese zogen die deutsche Postverwaltung zur Hilfe heran. Nach Abschluss der Pariser Verträge 1955 und der Eingliederung Westdeutschlands in die NATO herrschte »beschränkte Souveränität«. Vorbehaltsrechte der westlichen Alliierten sicherten unter anderem auch deren Zugriff auf postalische und telefonische Kommunikation. Die überwachende Tagesarbeit hatten nun im alliierten Auftrag zum großen Teil der westdeutsche Verfassungsschutz und der Bundesnachrichtendienst zu organisieren. Die Bundesregierung hatte diesbezüglich geheime Vereinbarungen mit den Westmächten getroffen - »ein schwerer Verfassungsbruch«, schreibt Foschepoth. Denn im Grundgesetz war das Post- und Fernmeldegeheimnis als nicht aufhebbares Grundrecht verbürgt, eine einzelgesetzliche Ausnahmeregelung bestand nicht, sie wurde erst 1968 im Zusammenhang mit den Notstandsgesetzen eingeführt.

Die massenhafte klandestine Post- und Telefonüberwachung stieß mitunter auf Bedenken bei ausführenden deutschen Postbediensteten und auch bei Justizdienern: Dürfe der Staat sie für ungesetzliche Tätigkeiten in Anspruch nehmen? Da gab es juristischen Trost - mittels der »Rechtsgüterabwägung«. Die Treuepflicht des Beamten verlange, dass dieser das staatliche Interesse an »Sicherheit« höher schätze als ein Grundrecht in der Verfassung.

Wodurch sahen die politischen Machtgruppen in der Ära Adenauer den westdeutschen Staat »gefährdet«? Mit einem Einmarsch von »Osttruppen« oder einem Putsch der westdeutschen Kommunisten rechneten sie rationalerweise nicht. Foschepoth legt dar, dass die Überwachung in den 1950er Jahren die Funktion hatte, die teildeutsche politische Weichenstellung gen Westen abzusichern, also Opposition gegen die Wiederbewaffnung und gegen die Einbindung in die NATO in Misskredit zu bringen und gesellschaftlich auszugrenzen. Schon vor dem Verbot der KPD im Jahre 1956 gab es in großer Zahl Ermittlungsverfahren und Prozesse gegen Westdeutsche, die »östlicher« oder neutralistischer Neigungen bezichtigt wurden. Im Amtsdeutsch wurde die Lektüre von politischen Publikationen aus der DDR, z. B. der Zeitung »Neues Deutschland«, als »seelische Vorbereitung« auf späteren »Hochverrat« zum strafrechtlichen Indiz gemacht. Seit den 1960er Jahren wurde dann in der Folge aufgedeckter »Prominenzfälle« (Foschepoth bringt die Affäre um den Atomwissenschaftler Klaus Traube in Erinnerung) das Guck- und Horchsystem westdeutscher Art zumindest ansatzweise zum Gegenstand innenpolitischer Auseinandersetzung; dass dieses Thema heute keine Bedeutung mehr habe, wäre allerdings eine allzu optimistische Einschätzung.

Die Geschichte politischer Repression im vom NS-Staat befreiten Deutschland nach 1945, das wird aus diesem Buch deutlich, ist realitätsgerecht nur mit dem Blick auf die gesamtdeutsche Situation jener Jahre zu schreiben. Die verfeindeten deutschen Teilstaaten, noch dazu unter Kontrolle der jeweiligen externen Führungsmächte, bewiesen ihre Verwandtschaft in manchen Merthoden, innere »Sicherheit« zu erzwingen. Auch die alte Bundesrepublik wies Eigenschaften auf, die alles andere als rechtsstaatliche waren.

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P.S. Ist schon richtig hier...



Herr Neun von Gutenberg, dieser Beitrag ist doch nicht etwa aus dem AF 1:1 kopiert? Ich hoffe du bekommst keine Schwierigkeiten mit dem italienischen Betreiber… und am Ende wirst du noch gesperrt…

Hier ein kleiner Auszug aus seinen Forum Regeln


11.) Es ist nicht erlaubt Beiträge von Autoren und Mitgliedern in diesem Forum zu kopieren um diese in anderen Foren zu verwenden. Dazu bedarf es die Genehmigung des Forenbetreiber oder dessen Stellvertreter. Eine Verletzung dieser Regel führt zum Ausschluss aus diesem Forum. Alle Beiträge in diesem Forum unterliegen dem Urheberrecht des Autors. Es ist ebenso nicht erlaubt, Beiträge aus den Geschlossenen Bereichen ohne Einwilligung des Autors in Öffentliche Bereiche zu posten. Ein Verstoß gegen diese Regel hat eine Sperrung zu folge.

(p.s. Habe die kleinen Rechtschreibfehler zum besseren Verstehen korrigiert.)

AK
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Re: Post- und Telefonüberwachung

Beitragvon andr.k » 27. Januar 2013, 21:49

Fällt das Abhören mittels Wanzen etc. und lesen von persönlichen Briefen der Verwahrhäftlinge in einer UHA wie NBG, SN oder HRO auch unter diese Post- und Telefonüberwachung?


AK
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Re: Post- und Telefonüberwachung

Beitragvon tom-jericho » 27. Januar 2013, 21:53

P.S. Warum sollte es auch nicht hierher gehören, sagt doch schon der Name dieses Forums.

Giebt halt G-10-Gesetz.

Ach waren das noch Zeiten, da Bundespostminister Schwarz-Schilling die neuesten Briefmarken herausgab.
Das es heute unter Regie des Bundesinnenministers geschieht, spricht allein schon für sich.

[mad]
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Re: Post- und Telefonüberwachung

Beitragvon andr.k » 27. Januar 2013, 22:08

tom-jericho hat geschrieben:P.S. Warum sollte es auch nicht hierher gehören, sagt doch schon der Name dieses Forums.

Giebt halt G-10-Gesetz.

Ach waren das noch Zeiten, da Bundespostminister Schwarz-Schilling die neuesten Briefmarken herausgab.
Das es heute unter Regie des Bundesinnenministers geschieht, spricht allein schon für sich.

[mad]



Tom, davon habe ich nix geschrieben. [wink]

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Re: Post- und Telefonüberwachung

Beitragvon augenzeuge » 27. Januar 2013, 22:14

Neun hat geschrieben:Quelle: " ND vom 20.12.2012, R"

"Das hochverräterische »ND«

Von Arno Klönne


Hey, Neun, was du kannst, kann ich auch.....

Zitat:
"Nun, der Absatz, bei dem es um die eingeschränkte Souveränität der "alten" Bundesrepublik geht, entwertet den kompletten Artikel etwas. Traf dies doch auf beide Staaten zu mit dem Unterschied, das die Bundesrepublik eine Hauptstadt hatte. Ari"

Darüber hinaus möchte ich dich freundlichst auf den Umstand hinweisen, dass ich dieses Thema bereits vor 2 Monaten hier gestartet hatte.

Ich habe es zusammengeführt....siehe oben.
[grins]
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Re: Post- und Telefonüberwachung

Beitragvon Neun » 27. Januar 2013, 23:19

andr 88-1 hat geschrieben:Fällt das Abhören mittels Wanzen etc. und lesen von persönlichen Briefen der Verwahrhäftlinge in einer UHA wie NBG, SN oder HRO auch unter diese Post- und Telefonüberwachung?


AK


1. Ist es keine 1:1 Kopie
2. Wirst Du kaum einschätzen welche Zustimmungen des Forenbetreiber oder dessen Stellvertreter dazu bestehen
3. Heute wird die Post in einer JVA also nicht mehr kontrolliert?

Danke fürs zusammenlegen AZ.
Neun
 

Re: Post- und Telefonüberwachung

Beitragvon Edelknabe » 28. Januar 2013, 10:26

Das muss auch alles ans Licht von wegen gute BRD, böse DDR. So langsam wirds ja mit der Aufarbeitung, ein Licht am Ende des Tunnels ist somit sichtbar. Die Archive West klemmen noch bißchen, da sind wohl die Scharniere lange nicht geölt worden und mit vereinten Kräften werden wir die Sachen aus den Säckchen holen, oder eben aus den verstaubten Regalen.

Rainer-Maria immer offen, immer Klartext, auch mal sensibel, wieder in Schreiblaune hier für unser Forum, das Wir-Gefühl somit stärkend.Da sage noch Einer, der Rainer sei egoistisch veranlagt.
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Re: Post- und Telefonüberwachung

Beitragvon augenzeuge » 28. Januar 2013, 19:54

Wenn ich aus meinen Erlebnissen die Telefonüberwachung West beurteilen sollte, kann ich nur sagen, die müssen so clever und so schnell gewesen sein....dass man es nie bemerkt hat. [flash]

Dagegen hielt ich die Beweise in den Händen, als ich meine BSTU-Akte durchblätterte.....Briefe, die nie den Empfänger erreichten- in beiden Richtungen, geöffnet und Wörter markiert, dazu Bemerkungen. Weitere Briefe wurden nicht vermisst....

Und ich bekam den Beweis, dass die Überwachung schon lange begann, bevor ich überhaupt auffällig wurde...

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Re: Post- und Telefonüberwachung

Beitragvon tom-jericho » 28. Januar 2013, 22:21

andr 88-1 hat geschrieben:
tom-jericho hat geschrieben:P.S. Warum sollte es auch nicht hierher gehören, sagt doch schon der Name dieses Forums.

Giebt halt G-10-Gesetz.

Ach waren das noch Zeiten, da Bundespostminister Schwarz-Schilling die neuesten Briefmarken herausgab.
Das es heute unter Regie des Bundesinnenministers geschieht, spricht allein schon für sich.

[mad]



Tom, davon habe ich nix geschrieben. [wink]

AK


Nunja, wenn du hier schon die privaten Kfz-Kennzeichen (A, B und C) der 3 Nordbezirke erwähntest, möchte ich dich hiermit darauf hinweisen, dasz zur 5. Armee der Küstenfront auch noch Kfz-Kennzeichen anderer Bezirke gehörten. [angst]
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Re: Post- und Telefonüberwachung

Beitragvon andr.k » 28. Januar 2013, 23:03

Neun hat geschrieben:
andr 88-1 hat geschrieben:Fällt das Abhören mittels Wanzen etc. und lesen von persönlichen Briefen der Verwahrhäftlinge in einer UHA wie NBG, SN oder HRO auch unter diese Post- und Telefonüberwachung?


AK


1. Ist es keine 1:1 Kopie
2. Wirst Du kaum einschätzen welche Zustimmungen des Forenbetreiber oder dessen Stellvertreter dazu bestehen
3. Heute wird die Post in einer JVA also nicht mehr kontrolliert?

Danke fürs zusammenlegen AZ.




Neun/Feliks, ich hatte die Hoffnung dass Du dich zum Thema insoweit äußerst, wie ein Vernehmer mit Informationen aus Post/Brief und erzielten Abhörgesprächen eines VH/Beschuldigten einen Plan für weitere Vorgehensweisen erarbeitet.

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Re: Post- und Telefonüberwachung

Beitragvon andr.k » 28. Januar 2013, 23:06

tom-jericho hat geschrieben:
andr 88-1 hat geschrieben:
tom-jericho hat geschrieben:P.S. Warum sollte es auch nicht hierher gehören, sagt doch schon der Name dieses Forums.

Giebt halt G-10-Gesetz.

Ach waren das noch Zeiten, da Bundespostminister Schwarz-Schilling die neuesten Briefmarken herausgab.
Das es heute unter Regie des Bundesinnenministers geschieht, spricht allein schon für sich.

[mad]



Tom, davon habe ich nix geschrieben. [wink]

AK


Nunja, wenn du hier schon die privaten Kfz-Kennzeichen (A, B und C) der 3 Nordbezirke erwähntest, möchte ich dich hiermit darauf hinweisen, dasz zur 5. Armee der Küstenfront auch noch Kfz-Kennzeichen anderer Bezirke gehörten. [angst]




Tom, ist es für Dich wichtig, die 5. Armee der Küstenfront (MB5) in einem extra Thread zu eröffnen? Wenn ja, mach es bitte. [wink]


AK
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Re: Post- und Telefonüberwachung

Beitragvon Neun » 29. Januar 2013, 22:06

Ihnen war ja bewusst dass die Briefe, die sie am Wochenende schreiben durften, am Montagmorgen bei mir auf dem Schreibtisch lagen. Die haben sie ja oft genug beanstandet zurückerhalten und durften nochmal neu ran.

Thema ist aber das hier... http://www.3sat.de/mediathek/index.php? ... &obj=33573
Zuletzt geändert von Neun am 29. Januar 2013, 22:16, insgesamt 1-mal geändert.
Neun
 

Re: Post- und Telefonüberwachung

Beitragvon augenzeuge » 29. Januar 2013, 22:08

Link defekt?
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Re: Post- und Telefonüberwachung

Beitragvon Neun » 29. Januar 2013, 22:09

Also bei mir geht ein Film von 3sat (7min) los

Edit:/ Jetzt besser?
Zuletzt geändert von Neun am 29. Januar 2013, 22:16, insgesamt 1-mal geändert.
Neun
 

Re: Post- und Telefonüberwachung

Beitragvon augenzeuge » 29. Januar 2013, 22:13

Dann frage ich mal bei wem noch? Ok, jetzt läuft es..... [wink]
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Re: Post- und Telefonüberwachung

Beitragvon augenzeuge » 29. Januar 2013, 22:22

Ist echt lustig, jetzt gibts auch noch einen Mielke -West, der DDR-Briefe öffnete..... [grins]
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Re: Post- und Telefonüberwachung

Beitragvon augenzeuge » 29. Januar 2013, 22:30

Hier der vollständige Film, oben fehlen 1,5min. Ex-BW-Soldat Mielke: " Die Postkontrolle ist völlig i.O, der Staat muss doch wissen, was seine Bürger denken." [blush]
http://www.youtube.com/watch?v=tcKgU5svHo4

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Re: Post- und Telefonüberwachung

Beitragvon SkinnyTrucky » 30. Januar 2013, 07:53

Jaja, die Mielkes dieser Welt.... [muede]

....jetzt müssen wir nur noch rauskriegen, wo die ganzen Verfassungsschutz-U-Haftanstalten waren/sind und die Akten dieser Behörde offenlegen und auswerten....lasst uns mal Akteneinsicht beantragen....

....und ja, sacht ma, habt ihr auch das Gefühl, das es hier im Forum immer so knackt.... [denken]

Irgendwie versteh ich jetzt, das der Dieter fragt, wo all die netten Leute aus dem Forum abgeblieben sind....se werden doch wohl nich.... [shocked]

Mara.... [angst]
Wenn es heute noch Menschen gibt, die die DDR verklären wollen, kann das nur damit zusammenhängen, dass träumen schöner ist als denken.... (Burkhart Veigel) Bild
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Re: Post- und Telefonüberwachung

Beitragvon Sirius » 30. Januar 2013, 08:26

SkinnyTrucky hat geschrieben:Jaja, die Mielkes dieser Welt.... [muede]

....jetzt müssen wir nur noch rauskriegen, wo die ganzen Verfassungsschutz-U-Haftanstalten waren/sind und die Akten dieser Behörde offenlegen und auswerten....lasst uns mal Akteneinsicht beantragen....

....und ja, sacht ma, habt ihr auch das Gefühl, das es hier im Forum immer so knackt.... [denken]

Irgendwie versteh ich jetzt, das der Dieter fragt, wo all die netten Leute aus dem Forum abgeblieben sind....se werden doch wohl nich.... [shocked]

Mara.... [angst]


Dein Hinweis auf die U-Haftanstalten zeigt doch die Unterschiede, und da gibt es noch weitere Unterschiede - eine Gleichsetzung ist da schwer möglich. Das dieser Soldat, der Erich Mielke nacheifert, den gleichen Nachnamen hat, ist eben Zufall.
Zuletzt geändert von Sirius am 30. Januar 2013, 08:37, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Post- und Telefonüberwachung

Beitragvon augenzeuge » 30. Januar 2013, 08:36

Sirius hat geschrieben: Das dieser West-Mielke seinem berühmten Namensbruder aus dem Osten nacheifert, ist eben Zufall.


Zufall? Ich habe mir sagen lassen, die Kundschafter des Friedens- West überprüfen das noch..... [blush]

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Re: Post- und Telefonüberwachung

Beitragvon Interessierter » 17. September 2014, 15:51

Neue Studie untersucht erstmals Abhörprotokolle der Stasi

Solange es Telefone gibt werden diese auch abgehört. Die DDR-Geheimpolizei nutzte diese Möglichkeit, um an Informationen zu gelangen, die sonst verborgen geblieben wären. Eine neue Studie des Historikers Ilko-Sascha Kowalczuk und seines Kollegen Arno Polzin untersucht erstmals die Protokolle der Stasi über abgehörte Telefonate von Oppositionellen in der DDR.


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Ein Mitarbeiter der Hauptabteilung III des MfS tippt ein aufgezeichnetes Gespräch ab. Quelle: BStU, MfS, HA III, Fo, Nr. 313, Bild 80 (Ausschnitt)

Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) zapfte die Kommunikation von DDR-Bürgern nicht nur unter Verletzung von Menschenrechten, sondern auch unter Missachtung von geltendem DDR-Recht an. Die Geheimpolizei nutzte die gewonnenen Informationen, um Erkenntnisse über Aktivitäten zu erlangen, zwischenmenschliche Beziehungen einzuschätzen und seltener zur Durchführung von Ermittlungsverfahren. Noch wichtiger waren für Stasi zwar die Daten, die Inoffizielle Mitarbeiter (IM) lieferten, beides ergänzte sich jedoch.

Für das Abhören von Telefonaten unterhielt das MfS eine eigene Abteilung, die im Auftrag anderer Diensteinheiten gezielt Telefongespräche belauschte. Im Jahr 1989 konnten gleichzeitig rund 4.000 Telefonanschlüssen in der DDR abgehört werden. Das ermöglichte zwar keine flächendeckende Kontrolle, wohl aber eine zielgerichtete und umfassende Überwachung einzelner Personen. Deren Telefonate wurden belauscht, aufgezeichnet und in zusammenfassenden oder wortgetreuen Protokollen festgehalten.

Mehr erfährt man hier:
http://www.bstu.bund.de/DE/Bundesbeauft ... 9.2_cid344

und in dieser Studie:

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Leider zu einem Preis von fast 70€

" Der Interessierte "
Interessierter
 

Re: Post- und Telefonüberwachung

Beitragvon Merkur » 17. September 2014, 17:03

Interessierter hat geschrieben: Leider zu einem Preis von fast 70€

" Der Interessierte "


Das sollte Dir die Aufarbeitung doch Wert sein.
Selbstverständlich muss jeder seine individuelle Sicht bzw. Meinung haben und schreiben. Quelle: Augenzeuge.
Merkur
 
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Re: Post- und Telefonüberwachung

Beitragvon Dille » 17. September 2014, 20:17

Ich habe diesen Beitrag gestern abend im MDR auch gesehen -- und die Zahl 4000 klingt in der Tat auf sagen wir mal 10 Mio Erwachsene (oder 1 Mio. Fernsprechanschlüsse ?) nicht so "schlimm". Zumal da ja auch relativiert wurde, daß man sich "selbst" überwacht hat und auch "Kundschafter" auf "Ehrlichkeit" mitgeschnitten hat, und dann blieb noch ein Anteil von vielleicht 1/3 Überwachungen mißliebiger DDR- Kritiker.

Aus meiner Praxis in Fernmeldeämtern weiß ich aber, daß z.B. in einem Fernmeldeamt in Asien auf jeder Telexleitung vom/ ins Ausland eine Maschine aufgeschaltet war, die rund um die Uhr jede Verbindung mitschrieb, in diesem Raum also mehrere hundert Fernschreibmaschinen (abwechselnd) ratterten, das Papier aus diesen Maschinen nur so herausquoll und 2 Hanseln vom xxx- Geheimdienst immer nur herumwetzten, um das Papier aufzuwickeln. Ich habe damals (1986) schon mit innerlicher Genugtuung dieses Treiben beobachtet -- wer will das wohl alles noch auswerten ?? Aber das war vielleicht gar nicht der Punkt -- hatte man irgendjemanden im Visier, dann konnte man gezielt suchen und das "Beweismittel" aus dem Papier- Wust hervorziehen.

Und jetzt wieder zurück zu diesem Thema hier : 4000 "Leitungen" heißt doch nicht notwendigerweise "Teilnehmerleitungen", denn man muß im Fernmeldewesen unterscheiden zwischen "subscriber" (Teilnehmer) und "trunk" (Fernleitung). Man wird einen Hr. Havemann sicherlich direkt an seinem Teilnehmeranschluß überwacht haben -- aber wieviele Fernleitungen gab es z.B. zwischen der DDR und der Bundesrepublik ?? Das mögen einige hundert gewesen sein, die ganz zentral an 3 oder 4 Knoten die Grenze überquerten -- da konnte man permanent auf jeder dieser Leitungen jedes Gespräch mitschneiden.
Das weitere Vorgehen war dann eine reine Kapazitätsfrage -- hörte man nur kurz rein und spulte weiter, oder erfaßte man Rufnummern und Datum/ Uhrzeit, jedenfalls sagt die Zahl "4000" nicht viel über die Zahl der überwachten/ erfaßten Verbindungen aus.
Im Telexbereich haben "trunks" einen Verkehrswert von 0,8 Erlang, d.h. vereinfacht gesagt sind sie zu 80 % der Zeit (in der Hauptverkehrsstunde) mit Verbindungen belegt, rechnet man pro Verbindung 5 Minuten Verbindungsdauer, kommt man pro trunk auf 230 Verbindungen/ Tag (wenn man die Hauptverkehrsstunde als Basis nimmt, was so nicht ganz stimmt).

Ich will damit nur zeigen, daß bei laufender Aufzeichung auf einer Fernverbindungsleitung schon mal 100 Teilnehmer/ Gespräche betroffen sein können.

Gruß, Dille
Dille
 

Re: Post- und Telefonüberwachung

Beitragvon tom-jericho » 18. September 2014, 06:54

Merkur hat geschrieben:
Interessierter hat geschrieben: Leider zu einem Preis von fast 70€

" Der Interessierte "


Das sollte Dir die Aufarbeitung doch Wert sein.


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tom-jericho
 

Re: Post- und Telefonüberwachung

Beitragvon tom-jericho » 18. September 2014, 07:00

DIE 4000 wird mich zeitlebens begleiten.

Auch wenn sie aus dem 2. Jahrtausend stammt, also 1000 Jahre her.
tom-jericho
 

Re: Post- und Telefonüberwachung

Beitragvon tom-jericho » 19. September 2014, 05:37

Musz gerade an HAPE denken:

FASSSE DICH KURZ - HURZ!

[laugh]
tom-jericho
 

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