Volker Zottmann hat geschrieben: Und DER und DER, mit dem ich dort war, weiß mehr, als alle hier im Forum zu diesem traurigen Thema.
Ich tippe mal auf den Herrn Rechtsanwalt.
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Volker Zottmann hat geschrieben: Und DER und DER, mit dem ich dort war, weiß mehr, als alle hier im Forum zu diesem traurigen Thema.
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oetten hat geschrieben:Hallo zusammen,
Ich möchte keinen in Schutz nehmen, aber das war die Spitze von vielen davor liegenden Umständen.
Möchte nur mal die letzten acht Tage vor dem Vorfall beleuchten.
Ganz normaler Grenzdienst 8-9 Stunden . Keine Nacht ohne Grenzalarm, das heißt bei jedem Ausrücken hingen mindestens 3-4 Stunden dran und manche der letzten Tage auch zwei mal.
Das heißt ganz wenig Schlaf. Auf der Kompanie immer Angst vorm KC und seinen Spielchen. Denn es war ein Schwein im Grenzdienst.
Da hatte man so eine gewisse Wut auf gebaut.
Dann kam die besagte Lage. Du liegst im Bett und schläfst wie ein Toter, plötzlich kommt einer ins Zimmer und brüllt Grenzalarm!!! Aufstehen, Schlafanzug an lassen und Drillig darüber Stümpfe, Koppel mit Magazin Tasche und Tragegestell und ab im Dauerlauf zur Waffenkammer. Kniffte mit zwei Magazinen schnappen und Treppe runter, auf den Hof und auf den LO. Klappe hoch und ab ging es. Während der Fahrt Posten zusammen stellen. Wer, wo runter muss.
Dann heißt es für Dich absitzen! Magazin rein Lfk legen und ab in die Deckung, warten.
Es ist kalt der Nebel kricht in die Klamotten man Friert. Nach ungefähr 20min. kommt die Nachricht durchs GMN „Spur“!! der Herzschlag erhöht sich um Einiges. Du denkst nur nicht bei mir. Dann ein Knacken! Der Kopf geht wie eine Rundum Leuchte die Ohren hören alles Doppel so laut. Plötzlich siehst du Umrisse von einer Person. Du rufst Sie an, Halt stehen bleiben Grenzposten!! Die Person läuft weiter ob wohl sie dich gehört hat. Noch ein mal der Ruf „ Halt Grenzposten bei Flucht oder Widerstand wird von der Schusswaffe gebrauch gemacht“ Die Person läuft weiter und du setzt einen Warnschuss keine Reaktion. Dein Puls schlägt dir bis zum Hals deine Hände zittern. Dir gehen Millionen Gedanken in kurzer Zeit durch den Kopf.
Ja Leute so ist das!! Und die Dunkelheit kommt noch dazu.
oetten
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Bergmensch hat geschrieben:....... um ja nicht eingestehen zu müssen das sie letztendlich auf der verkehrten Seite ihre vermeintliche Pflicht erfüllt zu haben.
So wird das mit der Aufarbeitung überhaupt nichts.
Rüganer hat geschrieben:...die diese Jungs scharf machten, wie der KC es wohl getan hat, die von solchen Offizieren, ...m i s s b r a u c h t wurden.
Ich schreibe bewusst missbraucht, weil man unsere ( und da schließe ich ex-maja 64 und otten mit ein) Unerfahrenheit im Leben... ausgenutzt hat...
Es wurde ihnen allen so viel Feuer unter dem Ars.. gemacht, sie wurden alle so aufgehetzt, so mit den Nerven ruiniert, dass es reine Reflexe wurden.
Der Rüganer

ABV hat geschrieben:Diskussionen und / oder Meinungsbildungen stehen jedem frei. Auch über das von Gerichten verhängte Strafmaß. Am Urteil und an dessen Konsequenzen ändert es ohnehin nichts mehr. Ich kann in dem besagten Fall aber beim besten Fall keinen Exess erkennen. Eher eine Fehlentscheidung eines in jeder Hinsicht mit der ihm gestellten Aufgabe völlig überforderten jungen Menschen. Mit weitreichenden, tragischen Folgen. Die Hauptschuld, nicht nur in moralischer Hinsicht, trifft den Scharfmacher von Kompaniechef. Er hatte Macht über die ihn anvertrauten Soldaten ausgeübt. Dem Einfluss eines solchen Typen kann man sich, vor allem als junger unreifer Mensch, nur sehr schwer entziehen. Daraus eine strafrechtliche Schuld zu sehen und diese auch noch angemessen zu sühnen, ist eine Aufgabe um die ich den Richter nicht beneide. Es war ja nun mal kein " normales" Verbrechen! Aber wie bei anderen Straftaten auch, müssen die Gesamtumstände voll und ganz berücksichtigt werden. Das schließt aber auch ein, dass man sich mit der Materie eingehend beschäftigen muss. Das hat der Rechtsanwalt eben nicht getan. Plumpe Pauschalverurteilungen und phantasievolle Vorstellungen, die mit dem tatsächlichen Geschehen nichts gemein haben, helfen da nicht weiter.
Tut mir leid. Aber ich bleibe bei meiner Meinung von der privaten Proflilierungsshow eines Einzelnen. Aber auch das steht ja jedem frei. Interessant wäre in diesem Zusammenhang zu wissen, was die Angehörigen des getöteten Jungen davon halten?
Gruß Uwe
ABV hat geschrieben:Im Übrigen dresche ich hier auf niemanden ein. Ich habe nur meine ganz persönliche Meinung gesagt. Die werde ich mir auch in Zukunft nicht verbieten lassen!
Gruß Uwe

Edelknabe hat geschrieben:Guter treffender Text Rüganer über die damaligen sehr unterschiedlichen Zeiten am Kanten aus der Sicht der GWDleistenden.
Rainer-Maria schon 63 Seiten, der Junge kommt wohl einfach nicht zur Ruhe.
ABV hat geschrieben:Ich verteidige die Tat ja auch nicht. Schon gar nicht, die anschließenden Verschleierungsmaßnahmen und den Umgang mit den Angehörigen des toten Jungen. Das war ein Verbrechen! Der DDR ging es nur darum, " außenpolitischen Schaden" abzuwenden. Dem musste sich alles andere unterordnen. Der Gemütszustand der beteiligten Grenzsoldaten, die ja wie auch der Spiegel feststellte nicht viel älter als das Opfer selbst waren, interessierte ebenfalls niemanden. Jedenfalls solange sie brav den Mund hielten. Das es sich bei ihnen um keine eiskalten Exesstäter handeln kann, zeigt allein schon ihre Reaktionen nach der Tat. Exesstäter sind für mich Menschen, die beim Töten Befriedigung empfinden. Denen das Töten sogar noch Spaß bereitet. So etwas hat es ja in der deutschen Geschichte in großer Zahl gegeben. Möglicherweise auch in diesen oder jenen Fällen an der innerdeutschen Grenze. Aber diese beiden Grenzsoldaten gehören definitiv nicht dazu. Darum sehe ich absolut keinen Grund, dass noch heute ihre vollständigen Familiennamen öffentlich genannt werden dürfen. Wir leben in einem Land, in dem selbst Kindermörder Persönlichkeitsschutz genießen. Warum aber müssen frühere Grenzsoldaten derart stigmatisiert werden?
Gruß Uwe
![Hallo [hallo]](./images/smilies/hallo.gif)
ABV hat geschrieben:Ich verteidige die Tat ja auch nicht. Schon gar nicht, die anschließenden Verschleierungsmaßnahmen und den Umgang mit den Angehörigen des toten Jungen. Das war ein Verbrechen! Der DDR ging es nur darum, " außenpolitischen Schaden" abzuwenden. Dem musste sich alles andere unterordnen. Der Gemütszustand der beteiligten Grenzsoldaten, die ja wie auch der Spiegel feststellte nicht viel älter als das Opfer selbst waren, interessierte ebenfalls niemanden. Jedenfalls solange sie brav den Mund hielten. Das es sich bei ihnen um keine eiskalten Exesstäter handeln kann, zeigt allein schon ihre Reaktionen nach der Tat. Exesstäter sind für mich Menschen, die beim Töten Befriedigung empfinden. Denen das Töten sogar noch Spaß bereitet. So etwas hat es ja in der deutschen Geschichte in großer Zahl gegeben. Möglicherweise auch in diesen oder jenen Fällen an der innerdeutschen Grenze. Aber diese beiden Grenzsoldaten gehören definitiv nicht dazu. Darum sehe ich absolut keinen Grund, dass noch heute ihre vollständigen Familiennamen öffentlich genannt werden dürfen. Wir leben in einem Land, in dem selbst Kindermörder Persönlichkeitsschutz genießen. Warum aber müssen frühere Grenzsoldaten derart stigmatisiert werden?
Gruß Uwe

ex-maja64 hat geschrieben:Könnt ihr "Grenzexperten" euch überhaupt vorstellen, wieviele "Zurückweichungen" (so hies das damals im GT-Deutsch) es bei Fluchtversuchen gab, als die Flüchtlinge auf Grenzer trafen.
In den meisten Fällen, wurde die Flucht dann an anderer Stelle nochmal versucht.


Bergmensch hat geschrieben:Fest steht für mich hier eins.
Einige ehemalige Grenzer, Stasis und DDR-Systemtreue in diesen Forum zeigen sich bis heute nicht bereit zu erkennen das sie in einem Unrechtssystem treu und ergeben gedient haben. Sie bestreiten und Leugnen alles was sie im zusammenhang mit diesen Unrechtssystem vielleicht zum nachteiligen eigenen Ansehen gereicht. Anderen wie z.B. V.Z. welche ihre Fehler bemerkt und eingestanden haben, dazu offen und ehrlich berichten, werfen sie Wendehalsigkeit vor.
Diese Leute sind heute noch ungemein Gefährlich. Bei sich wieder bietender Gelegenheit würden sie wieder treu zum System stehen.
Mir kommt es hier vor als machen diese Leute nur mal eine Pause um dann härter und kräftiger denn je zuzuschlagen.
Hauptsache si können sich im neuen System erstmal kräftig für neue Aufgaben stärken. Wie Schläfer eben.
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