DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon ex-maja64 » 30. September 2012, 18:43

Volker Zottmann hat geschrieben: Und DER und DER, mit dem ich dort war, weiß mehr, als alle hier im Forum zu diesem traurigen Thema.


Ich tippe mal auf den Herrn Rechtsanwalt. [grins]
ex-maja64
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Volker Zottmann » 30. September 2012, 19:09

Bergmensch, irrst nur in einem Punkt: Dort wo der Reif um den Baum liegt, stand das Trafohaus. Genau dort. Dort sind die Fundamente und der "Reif" entpuppte sich nun als breite Metall-Erdung, die vom Fundament zum Baum wegführt. Deine und unsere Messungen sind dadurch im Toleranz-Bereich von 8 Metern angesiedelt. Das "Nest" der Schützen ist ein bis 4 m tiefer natürlicher Graben. Wir haben auch ein junges Monogramm vom Mai diesen Jahres in der Baumrinde gefunden ....

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Bergmensch » 30. September 2012, 20:06

Danke Volker für Eure Bemühungen die wohl wieder erfolgreich waren.
Nur so können wir Vergangenheit aufarbeiten, und ihr habt einen bedeutenden Beitrag dazu geleistet.
Ich weiß es zu würdigen und danke nochmals.
Diese Ewige Erbsenzählerei von Leuten die immer noch nicht war haben wollen wie es dort gelaufen ist, ist doch nur das übliche Ablenkungsmanöver um ja nicht eingestehen zu müssen das sie letztendlich auf der verkehrten Seite ihre vermeintliche Pflicht erfüllt zu haben.
Ich verstehe überhaupt nicht das immer noch Leute nach heutigen Erkenntnissen ihre hochgelobten Grenztruppen und das Unrechtssystem DDR in Schutz nehmen und noch glorifizieren. So wird das mit der Aufarbeitung überhaupt nichts.
Und ein paar Meter unterschied in der Geländebeschreibung sind ja nun nich das gelbe vom Ei gegenüber den Ereignissen.
Übrigens habe ich mich an dem Flacheisen nicht vergriffen.
Gruß Reiner
Bergmensch
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon ex-maja64 » 30. September 2012, 21:17

Also ich halte mich, was dieses Thema betrifft, mehr an das Geschriebene des hier angemeldeten Users @oetten. Er war damals in diesem Fall Zeitzeuge und seine Beiträge zu diesem Thema sind für mich authentischer wie die einer neckischen Schleudertruppe aus dem Harz. [laugh]
ex-maja64
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Bergmensch » 30. September 2012, 21:35

Einfach noch mal lesen Mario. [peinlich]

oetten hat geschrieben:Hallo zusammen,

Ich möchte keinen in Schutz nehmen, aber das war die Spitze von vielen davor liegenden Umständen.
Möchte nur mal die letzten acht Tage vor dem Vorfall beleuchten.
Ganz normaler Grenzdienst 8-9 Stunden . Keine Nacht ohne Grenzalarm, das heißt bei jedem Ausrücken hingen mindestens 3-4 Stunden dran und manche der letzten Tage auch zwei mal.
Das heißt ganz wenig Schlaf. Auf der Kompanie immer Angst vorm KC und seinen Spielchen. Denn es war ein Schwein im Grenzdienst.
Da hatte man so eine gewisse Wut auf gebaut.
Dann kam die besagte Lage. Du liegst im Bett und schläfst wie ein Toter, plötzlich kommt einer ins Zimmer und brüllt Grenzalarm!!! Aufstehen, Schlafanzug an lassen und Drillig darüber Stümpfe, Koppel mit Magazin Tasche und Tragegestell und ab im Dauerlauf zur Waffenkammer. Kniffte mit zwei Magazinen schnappen und Treppe runter, auf den Hof und auf den LO. Klappe hoch und ab ging es. Während der Fahrt Posten zusammen stellen. Wer, wo runter muss.
Dann heißt es für Dich absitzen! Magazin rein Lfk legen und ab in die Deckung, warten.
Es ist kalt der Nebel kricht in die Klamotten man Friert. Nach ungefähr 20min. kommt die Nachricht durchs GMN „Spur“!! der Herzschlag erhöht sich um Einiges. Du denkst nur nicht bei mir. Dann ein Knacken! Der Kopf geht wie eine Rundum Leuchte die Ohren hören alles Doppel so laut. Plötzlich siehst du Umrisse von einer Person. Du rufst Sie an, Halt stehen bleiben Grenzposten!! Die Person läuft weiter ob wohl sie dich gehört hat. Noch ein mal der Ruf „ Halt Grenzposten bei Flucht oder Widerstand wird von der Schusswaffe gebrauch gemacht“ Die Person läuft weiter und du setzt einen Warnschuss keine Reaktion. Dein Puls schlägt dir bis zum Hals deine Hände zittern. Dir gehen Millionen Gedanken in kurzer Zeit durch den Kopf.
Ja Leute so ist das!! Und die Dunkelheit kommt noch dazu.


oetten
Bergmensch
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon ex-maja64 » 30. September 2012, 21:38

Genau das meinte ich, mein lieber Ganzunten. [wink]
ex-maja64
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon vs1400 » 30. September 2012, 23:33

ohohhh die harten grenzer zeiten.
ich möchten die erfahrungen von oetten definitiv nicht anzweifeln und nehme daher nur zu den punkten stellung, die ich so, zu meiner zeit, nicht erlebt habe.

" ... Aufstehen, Schlafanzug an lassen und Drillig darüber Stümpfe, Koppel mit Magazin Tasche und Tragegestell und ab ... "
derartiges verhalten hab ich in 2,5 jahren als gruppenführer nur einmal erlebt und das bei mir selbst. es war mein erster grenzzug alarm und so hatte man es uns auf der knolle gelernt. als ich dann als erster in der waffenkammer stand und bestimmt 5 minuten auf den rest des zuges wartete, fragte ich mich innerlich was das für ein sauhaufen sei. draußen lag ich mit nem gefreiten in der absperrung und dieser sah meinen schlafanzug rausblinzeln, zählte mich dafür gleich an und erklärte mir wie lang und kalt es werden kann im harz. danach war ich immer so angezogen und ausgerüstet um blocken zu können.
die gefreiten/postenführer gaben auf "ihre" knollen auch in dieser hinsicht acht und ne knolle hab ich nie mit nachtzeug drunter gesehen, was natürlich nichts sagen muss.

" ... Dann ein Knacken! Der Kopf geht wie eine Rundum Leuchte die Ohren hören alles Doppel so laut. Plötzlich siehst du Umrisse von einer Person. Du rufst Sie an, Halt stehen bleiben Grenzposten!! Die Person läuft weiter ob wohl sie dich gehört hat. Noch ein mal der Ruf „ Halt Grenzposten bei Flucht oder Widerstand wird von der Schusswaffe gebrauch gemacht“ Die Person läuft weiter und du setzt einen Warnschuss keine Reaktion. Dein Puls schlägt dir bis zum Hals deine Hände zittern. ... "

hat das oetten wirklich so erlebt?

gruß vs
vs1400
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon SCORN » 1. Oktober 2012, 09:46

Bergmensch hat geschrieben:....... um ja nicht eingestehen zu müssen das sie letztendlich auf der verkehrten Seite ihre vermeintliche Pflicht erfüllt zu haben.
So wird das mit der Aufarbeitung überhaupt nichts.



ist das "eingestehn" auf der "verkehrten seite" gestanden zu haben das was du hier unter Aufarbeitung verstehst? na dann wird es wohl nichts damit! [flash]

SCORN, der nicht bei den Grenztuppen war!
SCORN
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Volker Zottmann » 1. Oktober 2012, 11:01

Seit gestern weiß ich soviel mehr zu diesem tragischen Grenzgeschehen.
Und glaubt mir, es ist dadurch für mich als Unbeteiligten, aber Anteil Nehmenden, keineswegs leichter. Nach all dem vermittelten Hintergrundwissen, was ich hier nie einstellen werde, ist diese Erschießung für meine Frau und mich noch unerträglicher.

Da kann ein Edelknabe oder ein ex-maja64 ruhig dumme Sprüche ablassen, die zeigen mir nur diesbezüglich Eure geistige Unreife.

Bergmensch hat Oettens Beitrag noch mal vorgeholt.
Das ist gut. Der passt auch haargenau in die damalige Situation.
Wir haben uns gestern angesehen, wo damals alles die Grenzer lauerten. Sicher auch frierend. Sicher herrschte da auch bei manchem die Angst, dass die unbekannten Flüchtlinge nur ja nicht bei ihnen durchbrechen werden. Sicher!
Nur sah ich aufgrund der Topographie, der räumlichen Enge, dass so viele Warnungen rein zeitlich niemals an die beiden Jungen gegangen sein können.
Ja es gab den Warnschuss. Einer warf sich sofort hin und hat überlebt. Der zweite aber hatte sicher in panischer Angst falsch reagiert und wurde zersiebt.

Schuld sehe ich nicht nur bei den Schützen. Kenne auch deren Angst nicht, die hatten sicher auch um ihr eigenes Leben Angst.
Hauptschuldige saßen in Berlin und in den Grenz-und Regimentsstäben.
Bei diesem ausgebauten Grenzabschnitt war es lächerlich einfach, die Jungen oder wen auch immer, wenn sie wieder ostwärts liefen, lebend und völlig unverletzt einzufangen.
Trotz aller Juristerrei, ich sehe es weiterhin als in Berlin beschlossenen Mord an.

Der Abschnitt Sorge - Benneckenstein in Richtung Hohegeiß ist einer der blutigsten deutschen Grenzabschnitte. Hier kamen bei 4 Fluchtversuchen von 8 Personen 4 ums Leben.
Erst Helmut Kleinert aus Quedlinburg, der mit seiner Frau floh. Sie kam ins Zuchthaus, er bekam einen Gedenkstein in Hohegeiß.
Dann wurde der 15-jährige Heiko Runge aus Halle Neustadt erschossen. Sein Schulfreund, gleichaltrig, kam für 1 Jahr ins Zuchthaus.
Etwas weiter nördlich zerfetzten 3 SM-70 Wolfgang Vogler aus Parchim.
Und als letztendlich drei 17-jährige Leipziger flohen, starb ebenfalls einer durch die Selbsschussanlagen.
Soviel Leid an etwa 3 Kilometern Grenze.

Da sollte es unser aller Pflicht sein, daran immer wieder zu erinnern. Immer wieder!
Wir haben gestern viele Wanderer auf dem "grünen Band" laufen sehen.
Meine Hoffnung ist es, dass auf diesem kurzen Grenzabschnitt nicht nur der "Kleinertgedenkstein" steht, sondern irgendwann mal 3 weitere, um die ganze Tragweite des verbrecherischen Grenzregimes deutlich zu machen und ein für allemal eine Wiederholung solchen Geschehens zu verhindern...

Es wäre schön, wenn Ihr immer noch nörgelnden "Grenzfanatiker" an dieser Stelle auch mal innehalten würdet.

Zum Schluss stelle ich ein Bild von uns ein.
Rafimo bleibt jedenfalls weiter am Ball.

Gruß Volker
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Volker Zottmann
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Rüganer » 1. Oktober 2012, 12:43

Ich weiß nicht, warum nun der Bericht von @oetten angezweifelt wird. @vs1400, du warst viel später am Kanten, in den Jahren verändert sich so viel, auch im Scharfmachen der Grundwehrdienstler, in deren Kenntnisstand, in deren Wissen.
Es haben die, die 1963 gedient haben, eine ganz andere Grenze erlebt, als die, die 1970 oder wiederum die, die 1979 wie du, ganz zum Schluss dabei waren. Und du warst eben nicht nur Grundwehrdienstleistender.
@oettens Bericht halte ich für sehr authentisch, er schildert 100 prozentig die Ängste derjenigen, die da draußen lagen und die von denjenigen, die dieses Grenzregime befohlen hatten, die diese Jungs scharf machten, wie der KC es wohl getan hat, die von solchen Offizieren, die bei Anruf Magazinwechsel forderten, m i s s b r a u c h t wurden.
Ich schreibe bewusst missbraucht, weil man unsere ( und da schließe ich ex-maja 64 und otten mit ein) Unerfahrenheit im Leben, weil man unser Unwissen in Zusammenhängen der Politik, weil man unsere Absicht, den Job, den wir nun mal hatten auch gut zu machen, weil man dies alles ausgenutzt hat um uns zu etwas zu bringen, was wir als Menschen nämlich alle sonst nicht gemacht hätten, - den Finger krumm zu machen. Hinzu kommt, dass heute wohl die Erkenntnis gilt, wir hätten nur schießen dürfen, in keinem Falle jedoch müssen.
Aus heutiger Sicht ist dies alles nicht mehr zu verstehen, ebenso wie ich nicht verstehen kann, dass da Leute in den sicheren Tod rennen, obwohl es doch bekannt war, dass es Minen und Selbstschussanlagen gab.
Glaub mir, vs1400, ich könnte von Berlin, von der Mauer ebenso eindrucksvoll und authentisch, wie @oetten berichten, gerade deswegen kann ich alles, was er schrieb, nachvollziehen.
Ich sage dir und allen anderen, kein GWDler wollte da an der Grenze einen erschießen. Keiner ist da hingegangen mit dem Vorsatz, in dem Jahr kille erst mal jemanden – mal sehen, wie dies so ist. Es wurde ihnen allen so viel Feuer unter dem Ars.. gemacht, sie wurden alle so aufgehetzt, so mit den Nerven ruiniert, dass es reine Reflexe wurden. Jedenfalls bei denen, die mit diesem Schei.. nicht fertig wurden und eine gewisse Abgeklärtheit an den Tag legten konnten. Auch da muss man sagen, es sind nicht alle Menschen gleich und alle halten solch einen Druck nicht aus. Und ob dieser Mensch erkennt, dass der Flüchtende in die Richtung nach Hause rennt, in dem Stress bezweifle ich es, da nimmt man nur zur Kenntnis, der bleibt nicht stehen. Bitter für beide....
Grundwehrdienstleistende haben diese Grenze nicht gemacht, sie sollten dort nur ihren Dienst tun und wollten ebenfalls gesund und ohne Vorkommnis wieder nach Hause. Natürlich gab und gibt es immer diese Helden, die damals mit 20 schon die Faust in der Tasche trugen, Befehle grundsätzlich verweigerten oder so auslegten, dass unter Anwendung von Internationalem Recht, der UN Charta und anderen, allgemein in der DDR bekannten Dokumenten und Rechtsauffassungen nichts passieren konnte, was ihnen heute auf die Füße zu fallen droht. Vor denen verneige ich mich tief in Ehrfurcht.
Der Rüganer
Rüganer
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Volker Zottmann » 1. Oktober 2012, 16:04

Hallo Uwe,
Mit Deiner Sichtweise scheinst Du meiner Meinung nach nicht ganz recht zu haben.
Wer Akteneinsicht hat, sieht nun auch mal die schon zuvor bekannten Schützennamen. Um die beiden ebenso Bedauernswerten geht es aber längs nicht mehr.
Dass sie irgendwann irgendwo in einer Dokumentation auftauchen, auch geschwärzt, wird ihnen doch klar sein. Das ist die Last, die sie ein Leben lang schleppen müssen.
Wo für mich persönlich die Täter zu suchen sind , schrieb ich schon. Die beiden Soldaten sind das letzte Glied der Kette gewesen.
Hier geht es aber um Mahnmale gegen das Vergessen, Verdrängen und des Leugnens.

Woher ziehst Du eigentlich den Schluss, dass R. in keiner Beziehung zu der Tat, den Tätern, oder den Opfern steht?

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon augenzeuge » 1. Oktober 2012, 16:18

Rüganer hat geschrieben:...die diese Jungs scharf machten, wie der KC es wohl getan hat, die von solchen Offizieren, ...m i s s b r a u c h t wurden.

Ich schreibe bewusst missbraucht, weil man unsere ( und da schließe ich ex-maja 64 und otten mit ein) Unerfahrenheit im Leben... ausgenutzt hat...

Es wurde ihnen allen so viel Feuer unter dem Ars.. gemacht, sie wurden alle so aufgehetzt, so mit den Nerven ruiniert, dass es reine Reflexe wurden.

Der Rüganer


Deutliche, ehrliche Worte, denen ich uneingeschränkt glaube. Hier wird deutlich, wer zur Verantwortung gezogen werden sollte und müsste....kann man sie verbale Verbrecher nennen, wenn sie sich so verhalten haben? [mad]
Eins muss ich bemängeln. Ich habe ex-maja nie sagen hören, dass er sich damals mißbraucht gefühlt hat....

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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Volker Zottmann » 1. Oktober 2012, 16:43

@Uwe, ich habe rafimo kennengelernt und mir ein Bild gemacht. Ich kann Dir versichern, dass Deine Bedenken in die falsche Richtung gehen.
Mit seiner Genehmigung darf ich ihn hier zitieren:

...es ist unter anderem auch und gerade eine diskussionswürdige frage, ob man bei 1 jahr und 1 jahr und 2 monaten von einer "angemessenen" bestrafung der grenzsoldaten sprechen kann. die staatsanwaltschaft hatte die tatsache der rückkehr der jungen und damit die aufgabe des fluchtvorhabens als erheblich und das ganze vorgehen der grenzer damals als "exessfall" eingestuft und mehr als 3 jahre freiheitsstrafe gefordert. Man wird wohl eine Diskusion in diesem Fall genauso gestatten müssen wie die sich seit langem in der öffentlichen debatte befindliche frage, ob das begangene ddr-unrecht insgesamt richtig aufbereitet und abgeurteilt wurde nach der wende.

im übrigen handelt sich es sich hier um zeitgeschichte in deren kontext die täter eine wesentliche rolle spielen; insoweit werden sie erdulden müssen, dass diese dinge in der öffentlichen wahrnehmung verbleiben, nicht zu letzt auch dadurch, das in gedenkstätten, an gedenkorten, in dem medien u.s.w. auf die geschehnisse aufmerksam gemacht wird. bei letzteren aktionen geht es dann aber erkennbar kaum um eine darstellung der täter als "die bösen" im allgemeinen sondern um die aufklärung bezüglich der tatsachen, deren einordnung u.s.w., um letztendlich das innere dieser ehemaligen diktatur in allen einzelheiten darzustellen mit der weiteren maßgabe der warnung und dem apell des sich nicht widerholens an folgende generationen.


Gruß Volker
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Volker Zottmann » 1. Oktober 2012, 16:59

Und noch eins, lieber ABV, möchte ich klarstellen! Es ist nicht wahr, dass Rafimo hier zuerst Namen nannte. Das tat die Wernigeröder Zeitung:

Die Namen aller Beteiligten sind bereits auf der ersten Seite dieses Threads hier im Forum veröffentlich worden:

Am 30. Mai 2010 hat ein User mit dem nick "ganzunten" einen Artikel aus der Wernigröder Zeitung zum download hier eingestellt. In diesem Artikel werden alle Beteiligten an der Sache und auch die beiden Schützen mit vollem Vor- und Nachnamen benannt.

Du solltest erst einmal den Thread ordentlich nachlesen, bevor Du hier wieder auf nicht mehr existierende User mit ungerechtfertigen Argumenten eindrischst.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Volker Zottmann » 1. Oktober 2012, 17:38

ABV hat geschrieben:Diskussionen und / oder Meinungsbildungen stehen jedem frei. Auch über das von Gerichten verhängte Strafmaß. Am Urteil und an dessen Konsequenzen ändert es ohnehin nichts mehr. Ich kann in dem besagten Fall aber beim besten Fall keinen Exess erkennen. Eher eine Fehlentscheidung eines in jeder Hinsicht mit der ihm gestellten Aufgabe völlig überforderten jungen Menschen. Mit weitreichenden, tragischen Folgen. Die Hauptschuld, nicht nur in moralischer Hinsicht, trifft den Scharfmacher von Kompaniechef. Er hatte Macht über die ihn anvertrauten Soldaten ausgeübt. Dem Einfluss eines solchen Typen kann man sich, vor allem als junger unreifer Mensch, nur sehr schwer entziehen. Daraus eine strafrechtliche Schuld zu sehen und diese auch noch angemessen zu sühnen, ist eine Aufgabe um die ich den Richter nicht beneide. Es war ja nun mal kein " normales" Verbrechen! Aber wie bei anderen Straftaten auch, müssen die Gesamtumstände voll und ganz berücksichtigt werden. Das schließt aber auch ein, dass man sich mit der Materie eingehend beschäftigen muss. Das hat der Rechtsanwalt eben nicht getan. Plumpe Pauschalverurteilungen und phantasievolle Vorstellungen, die mit dem tatsächlichen Geschehen nichts gemein haben, helfen da nicht weiter.
Tut mir leid. Aber ich bleibe bei meiner Meinung von der privaten Proflilierungsshow eines Einzelnen. Aber auch das steht ja jedem frei. Interessant wäre in diesem Zusammenhang zu wissen, was die Angehörigen des getöteten Jungen davon halten?

Gruß Uwe



Du darfst die Frage Exessfall ja oder nein natürlich gerne für Dich beantworten. Die Staatsanwaltschaft hat das jedenfalls damals beim Prozeß ganz anders gesehen, nämlich so wie rafimo:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9220372.html

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Zicke » 1. Oktober 2012, 17:44

das Interesse an diesem Fall scheint dieses Jahr ja wirklich groß zu sein, denn der SWR2 hat schon für den 28.11.2012 eine Hörsendung dazu in der Vorschau.
genau auch von dem Journalisten aus der Wernigeroder Zeitung.
http://www.thomas-gaevert.de/index.php/ ... tionen/155
Zicke
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Volker Zottmann » 1. Oktober 2012, 17:46

ABV hat geschrieben:Im Übrigen dresche ich hier auf niemanden ein. Ich habe nur meine ganz persönliche Meinung gesagt. Die werde ich mir auch in Zukunft nicht verbieten lassen!

Gruß Uwe


Meine Wortwahl war wohl nicht die beste, aber ich bezog mich auf Deine fälschliche Ausage, rafimo hätte die Klarnamen preis gegeben.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Edelknabe » 1. Oktober 2012, 18:07

Guter treffender Text Rüganer über die damaligen sehr unterschiedlichen Zeiten am Kanten aus der Sicht der GWDleistenden.

Rainer-Maria schon 63 Seiten, der Junge kommt wohl einfach nicht zur Ruhe.
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Volker Zottmann » 1. Oktober 2012, 18:22

Edelknabe hat geschrieben:Guter treffender Text Rüganer über die damaligen sehr unterschiedlichen Zeiten am Kanten aus der Sicht der GWDleistenden.

Rainer-Maria schon 63 Seiten, der Junge kommt wohl einfach nicht zur Ruhe.


Rainer, hast Du wenigstens mal alles seit gestern in Ruhe gelesen?
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Volker Zottmann » 1. Oktober 2012, 18:44

Nochmal was zum Exess:

Das schreibt Rafimo:
"ein exess war es deswegen, weil die beiden jungs umgedreht und in den wald "freudwärts" zurück gelaufen sind. damit haben sie -erkennbar- den versuch des begehens eines "verbrechens" nämlich der republikflucht, aufgegeben. mann kennt so etwas auch in userem Strafrecht und das nennt sich "Rücktritt". d.h. der täter hat sein tatvorhaben aufgegeben.....und daß dann trotz dieses nach außen erkennbaren rucktritts noch hinter denen her geballert wurde mit 51 schuß, diese tatsache hat die staatsanwaltschaft als einen sogenannten "exessfall" eingestuft, und das kann man mit guten argumenten auch so beurteilen. das hat nichts mit dem mordmerkmal des tötens aus "mordlust" oder dergleichen zu tun. wenn das tatsächlich der fall gewesen wäre, dann wären die grenzer wegen mordes angeklagt worden."
Volker Zottmann
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Wosch » 1. Oktober 2012, 18:57

ABV hat geschrieben:Ich verteidige die Tat ja auch nicht. Schon gar nicht, die anschließenden Verschleierungsmaßnahmen und den Umgang mit den Angehörigen des toten Jungen. Das war ein Verbrechen! Der DDR ging es nur darum, " außenpolitischen Schaden" abzuwenden. Dem musste sich alles andere unterordnen. Der Gemütszustand der beteiligten Grenzsoldaten, die ja wie auch der Spiegel feststellte nicht viel älter als das Opfer selbst waren, interessierte ebenfalls niemanden. Jedenfalls solange sie brav den Mund hielten. Das es sich bei ihnen um keine eiskalten Exesstäter handeln kann, zeigt allein schon ihre Reaktionen nach der Tat. Exesstäter sind für mich Menschen, die beim Töten Befriedigung empfinden. Denen das Töten sogar noch Spaß bereitet. So etwas hat es ja in der deutschen Geschichte in großer Zahl gegeben. Möglicherweise auch in diesen oder jenen Fällen an der innerdeutschen Grenze. Aber diese beiden Grenzsoldaten gehören definitiv nicht dazu. Darum sehe ich absolut keinen Grund, dass noch heute ihre vollständigen Familiennamen öffentlich genannt werden dürfen. Wir leben in einem Land, in dem selbst Kindermörder Persönlichkeitsschutz genießen. Warum aber müssen frühere Grenzsoldaten derart stigmatisiert werden?

Gruß Uwe [hallo]



Das von mir in Deinem Beitrag rot Hervorgebene erinnert mich mal wieder an die immer gerne wiederholten Floskeln von den besser behandelten "Kinderschändern" im Vergleich zu den ehemaligen Mitarbeitern der Staatssicherheit. Ich finde Deine Art der Diskussion im Hinblick auf den Umgang mit der von Dir aus dem Forum "geschassten" Person @Rafimo beschämend. Was die von Dir so vehement verurteilte Nennung von bestimmten Familiennamen anbelangt ist doch im Grunde genommen total überflüssig, denn wer will kann sich die Namen der Beteiligten eh aus dem Internet herauslesen, die öffentliche Namensnennung des Erschossenen und des mit dem Leben Davongekommenen hast Du scheinbar auch nicht beanstandet. Und da sage ich auch zu Recht, denn diese Namen soll und darf man nicht vergessen, sie müssen mit den anderen Namen aller Opfer dieser Grenze unvergessen bleiben, zur Warnung dafür was unter kommunistischer Herrschaft an der Tagesordnung war.
Schönen Gruß aus Kassel. [hallo]
Wosch
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon ex-maja64 » 1. Oktober 2012, 19:01

Volker, bist du neuerdings rafimos Sprachrohr oder sein Pressesprecher??

Was soll das!! Arbeitest du darauf hin das er hier wieder zugelassen wird??

Mal was zum, angeblich von rafimo, hier geschriebenen letzten Post von dir.
Könnt ihr "Grenzexperten" euch überhaupt vorstellen, wieviele "Zurückweichungen" (so hies das damals im GT-Deutsch) es bei Fluchtversuchen gab, als die Flüchtlinge auf Grenzer trafen.
In den meisten Fällen, wurde die Flucht dann an anderer Stelle nochmal versucht.

Man sollte doch ein Mindestmaß an Kenntniss von Dem haben, worüber man schreibt.
ex-maja64
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Rüganer » 1. Oktober 2012, 19:05

ABV hat geschrieben:Ich verteidige die Tat ja auch nicht. Schon gar nicht, die anschließenden Verschleierungsmaßnahmen und den Umgang mit den Angehörigen des toten Jungen. Das war ein Verbrechen! Der DDR ging es nur darum, " außenpolitischen Schaden" abzuwenden. Dem musste sich alles andere unterordnen. Der Gemütszustand der beteiligten Grenzsoldaten, die ja wie auch der Spiegel feststellte nicht viel älter als das Opfer selbst waren, interessierte ebenfalls niemanden. Jedenfalls solange sie brav den Mund hielten. Das es sich bei ihnen um keine eiskalten Exesstäter handeln kann, zeigt allein schon ihre Reaktionen nach der Tat. Exesstäter sind für mich Menschen, die beim Töten Befriedigung empfinden. Denen das Töten sogar noch Spaß bereitet. So etwas hat es ja in der deutschen Geschichte in großer Zahl gegeben. Möglicherweise auch in diesen oder jenen Fällen an der innerdeutschen Grenze. Aber diese beiden Grenzsoldaten gehören definitiv nicht dazu. Darum sehe ich absolut keinen Grund, dass noch heute ihre vollständigen Familiennamen öffentlich genannt werden dürfen. Wir leben in einem Land, in dem selbst Kindermörder Persönlichkeitsschutz genießen. Warum aber müssen frühere Grenzsoldaten derart stigmatisiert werden?

Gruß Uwe [hallo]


Uwe, weil es so einfach ist. Die Namen der Schützen sind in den Unterlagen, man hat doch welche, die man verantwortlich machen kann. Und siehe nun die Exzessdiskussion. Ja, wenn ich auf einem Hochsitz als Jäger sitze, eiskalt, das Stück Wild kommt und erkennt mich und flüchtet und ich knall es seelenruhig ab und das nächste und übernächste Stück auch, ja dies sehe ich auch als Exzess. Aber der vor Furcht und Aufregung schlotternde Grenzsoldat, dem man wer weiß was erzählt hat, der meinetwegen auch schon frierend und fluchend da liegt und nun knackt es und er hat fast die Hose schon selber voll, dem gestehe ich durchaus auch zu, dass der die Nerven verliert, und nicht weiß, wo Freund und Feind sitzen. Und der schießt in die Luft und dieser Albtraum geht weiter. Wer so abgeklärt ist, dann festzustellen, oh, die Person läuft in das Hinterland, da wird sie der ABV schon kriegen, wie gesagt, vor solch abgeklärten jungen Männern ziehe ich meinen Hut. Und weil es solche Hauptleute gab, die irgendwann sagten, das Schwein blutet aus, oder bei Anruf Magazinwechsel, weil es diese Tote gegeben hat, findet man wieder nur einen, die armen Schweine, die den Finger krumm gemacht haben. Sie sind die Dummen, genauso wie die Landser in Stalingrad die Dummen waren, während Paulus im dicken Pelz in Gefangenschaft ging, wurden den armen Teufeln noch die Strohschuhe weggenommen und als Pferdefutter verwendet. Dies hat doch alles Tradition, den letzten beißen die Hunde und ganz Kluge haben es doch schon immer gewusst.
der Rüganer
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Edelknabe » 1. Oktober 2012, 19:08

Jetzt habe ich alles von Seite 61 bis heute Abend gelesen und sage...Mensch Volker, das war eine Extremsituation wie Rüganer schon richtig schreibt, bereits geschrieben hatte. Da meinte damals dein Hirn als junger Grenzer bestimmt nicht ruhig und sehr wohl überlegt:" Na jetzt geht ja alles in Ordnung denn die Jungs rennen sowieso ins Hinterland, werden also hinten in der Sperrkette unserer Leute aufgefangen und somit aus dem Verkehr gezogen".
Und dann vielleicht der Postenführer zu seinem Posten noch "Erwin, hol schonmal die Budel raus, auf unser kleines Glück das wir nicht schießen mussten, also jetzt einen Braunen...und Prost Zwipi...Prost Heimgänger".

Aber mal ohne Sarkasmus oder Ironie, was soll denn nun der Rafimo mit der ganzen Sache zu tun haben? Ist er verwandt mit nem Opfer, was soll überhaupt die ganze Geheimniskrämerei was da nun noch gefunden wurde? Vielleicht lesen wir in absehbarer Zeit über eine Neuauflage der ganzen Sache, dann könnte man ja eure immense Buddelei dort vor Ort wenigstens noch nachvollziehen.

Rainer-Maria aber ich denke Mal im schönen Deutschland greift da die Verjährung, also wirds wohl nix werden mit nem neuen Prozess aus wichtigem Grund oder neuer Indizien.
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon SkinnyTrucky » 1. Oktober 2012, 19:12

ex-maja64 hat geschrieben:Könnt ihr "Grenzexperten" euch überhaupt vorstellen, wieviele "Zurückweichungen" (so hies das damals im GT-Deutsch) es bei Fluchtversuchen gab, als die Flüchtlinge auf Grenzer trafen.
In den meisten Fällen, wurde die Flucht dann an anderer Stelle nochmal versucht.


Wieviele *Zurückweisungen* gab es denn, wonach wieder ein Fluchtversuch an anderer Stelle stattfand....???? Mussten die Fluchtverdächtigen denn nich festgenommen werden....???? Ich kann mir das nur schwer vorstellen, das man se in der Regel bis in's Gebiet für Normalsterbliche *zurückgewiesen* hatte, so das se es anderorts auf's Neue versuchen konnten....

....ich hab wohl gehört, das genau das mehr und mehr im Laufe des Sommers 1989 an der ungarischen/österreichischen Grenze zur Praxis wurde aber an der innerdeutschen Grenze kann ich mir das nicht vorstellen....

....aber naja, ich hab ja auch nur grenznah gewohnt ausserhalb des Sperrgebietes....über den Dienstablauf an der Grenze selber will ich mich hier ja informieren....wär also schön, wenn das mal erläutert wird von den wirklichen Experten....

Danke

Mara
Wenn es heute noch Menschen gibt, die die DDR verklären wollen, kann das nur damit zusammenhängen, dass träumen schöner ist als denken.... (Burkhart Veigel) Bild
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Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon ex-maja64 » 1. Oktober 2012, 19:16

@Mara, verstehend Lesen ist eine Hohe Kunst. [grins]

Ich schrieb- Zurückweichung und du Zurückweisung!!!
ex-maja64
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Bergmensch » 1. Oktober 2012, 19:42

Fest steht für mich hier eins.
Einige ehemalige Grenzer, Stasis und DDR-Systemtreue in diesen Forum zeigen sich bis heute nicht bereit zu erkennen das sie in einem Unrechtssystem treu und ergeben gedient haben. Sie bestreiten und Leugnen alles was sie im zusammenhang mit diesen Unrechtssystem vielleicht zum nachteiligen eigenen Ansehen gereicht. Anderen wie z.B. V.Z. welche ihre Fehler bemerkt und eingestanden haben, dazu offen und ehrlich berichten, werfen sie Wendehalsigkeit vor.
Diese Leute sind heute noch ungemein Gefährlich. Bei sich wieder bietender Gelegenheit würden sie wieder treu zum System stehen.
Mir kommt es hier vor als machen diese Leute nur mal eine Pause um dann härter und kräftiger denn je zuzuschlagen.
Hauptsache si können sich im neuen System erstmal kräftig für neue Aufgaben stärken. Wie Schläfer eben.
Bergmensch
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon SCORN » 1. Oktober 2012, 20:09

Bergmensch hat geschrieben:Fest steht für mich hier eins.
Einige ehemalige Grenzer, Stasis und DDR-Systemtreue in diesen Forum zeigen sich bis heute nicht bereit zu erkennen das sie in einem Unrechtssystem treu und ergeben gedient haben. Sie bestreiten und Leugnen alles was sie im zusammenhang mit diesen Unrechtssystem vielleicht zum nachteiligen eigenen Ansehen gereicht. Anderen wie z.B. V.Z. welche ihre Fehler bemerkt und eingestanden haben, dazu offen und ehrlich berichten, werfen sie Wendehalsigkeit vor.
Diese Leute sind heute noch ungemein Gefährlich. Bei sich wieder bietender Gelegenheit würden sie wieder treu zum System stehen.
Mir kommt es hier vor als machen diese Leute nur mal eine Pause um dann härter und kräftiger denn je zuzuschlagen.
Hauptsache si können sich im neuen System erstmal kräftig für neue Aufgaben stärken. Wie Schläfer eben.


nun kommen wir der sache langsam näher! was sollte denn mit den "schläfern", den ungemein gefährlichen " Grenzer, Stasis und DDR-Systemtreue" in diesem forum und in diesem land geschehen?

merkst du eigentlich was du für einen totalen schwachsinn von dir gibst?

um es gleich vorweg zu nehmen, diese aussage werde ich nicht zurückziehen oder ändern!

freundlichts
SCORN
SCORN
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon Volker Zottmann » 1. Oktober 2012, 20:42

Am 1. Okt.12:01 stellte ich einen langen erklärenden Text hier ein, mit Bild und mit meinem appellierenden Schlusssatz:
Es wäre schön, wenn Ihr immer noch nörgelnden "Grenzfanatiker" an dieser Stelle auch mal innehalten würdet"

Warum kann ein Teil von Euch nicht ohne Unterstellungen leben? Was hat der Tread auf Außenstehende für eine Wirkung?
Uns geht es um Aufarbeitung der Grenzgeschichte in diesem Grenzabschnitt.
Nicht, wie Edelknabe meint, einen neuen Prozess anzustreben. Nicht um die verurteilten Soldaten erneut kurzzeitig an den Pranger zu stellen.
Es geht um ein Gedenken an die Opfer der Grenzanlage um Hohegeiß. Es wurde akribisch der Weg nachvollzogen, den sie gingen. Warum wohl?
Im Prinzip nur, damit später nicht wieder Nörgler sagen können, es war nicht dort, sondern ein Meter dreißig weiter nebenan.
Wer wie Ex-maja uns als Harzer Schleudertruppe verunglimpft, ist an ehrlichen Ergebnissen nicht interessiert. Dem geht es hier um Klamauk. Wer wie Edelknabe mir Löcher in Bäumen zuschiebt, hat nicht wirklich gründlich gelesen und sondert dann unter vermeintlichem Humor Käse ab.
Da habe ich kein Verständnis für.
All die seit gestern hervorgebrachten Verunglimpfungen in jede Richtung sind völlig überflüssig, weil man die schon einige Seiten zuvor findet. Also solltet Ihr langsam die geistlosen Störfeuer einstellen. Der kalte Krieg ist doch vorbei.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: DDR-Grenzer tötet 15jährigen mit Rückenschuß

Beitragvon ex-maja64 » 1. Oktober 2012, 21:12

@ Volker, ich wäre damals auch liebend gerne zu hause geblieben, wäre meinen Beruf als Zimmermann nachgegangen und hätte gutes Geld dabei verdient.
Aber man stellte mich an diese Grenze, einer Grenze zwischen zwei Systemen.
Wer stellte mich an diese Grenze? Es waren jene Genossen der Einheitspartei die mich dort hinstellten, unter denen auch du und unser Bergmensch/Ganzunten waren.
Von solchen Leuten heutzutage als "Grenzfanatiker" oder "Schläfer" hingestellt zu werden (diese Jacke ziehe ich mir mal jetzt an, ich bin so frei), ist schon ein Treppenwitz der Geschichte.
Ich habe meine ganz eigenen Erlebnisse mit Menschen (ehem. DDR-Bürgern) zur Zeit der Wende und auch danach gemacht, die wollten mir früher den Sozialismus erklären und später die Marktwirtschaft.
Ich versuche hier nur auf Themen zu schreiben, bei denen ich mich etwas auskenne. Bei Stasithemen wirst du von mir nicht viel lesen, obwohl ich auch familiär da meine Erfahrungen machen durfte.

Ich hatte gestern nicht umsonst auf den Beitrag von @ oetten hingewiesen, in ihm wird die Situation aus der Sicht der Grenzer zur damaligen Zeit geschildert.

Scheint aber rafimo und dich in eurem Eifer nicht zu interessieren.
ex-maja64
 

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