Post- und Telefonüberwachung

Alles zum Thema Geheimdienste und Sicherheit in der DDR und in der BRD

Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon Alfred » 5. Juni 2012, 07:41

AZ,

such Dir dies doch selbst raus, ich bin doch nicht der Suchdienst.
Alfred
 

Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon Volker Zottmann » 5. Juni 2012, 08:49

Als ich seiner Zeit im Westfernsehen einen Bericht über die Hannover-Messe sah und dort der erste “Omron-Taschenrechner” präsentiert wurde, war ich platt. Ein DDR-Ingenieur hatte Jahre zuvor die Leuchtdiode erfunden, unser kleines Land aber erkannte deren Potential nicht, wusste nichts damit anzufangen. Und so wurde der erste Leuchtdioden-bestückte Rechner später vom Westen präsentiert.

Als ich dann auch noch den Preis dieses Wunderwerks erfuhr, nämlich nur um die 60.- DM, war ich gänzlich platt.

“Tante Ruth” aus Wolfenbüttel, eine “Abgehauene”, eine geflüchtete Küchenhilfe aus Friedrichsbrunn und ehemalige Kollegin von Oma Wolf, wollte diese gerade erstmalig hier in Harzgerode besuchen. Da lag es nahe, dass diese Ruth uns solchen Rechner mit über die Grenze brachte. Wir baten sie darum und erstatteten ihr die 60.- DM für unsere Bestellung, mussten ihr aber versprechen, diesen Rechner erst nach ihrer glücklichen Wiederausreise zu verwenden. So geschah es denn auch!

Sie hatte eine Heidenangst vor der Staatssicherheit, meinte auch, die ganze Besuchszeit über beschattet zu werden. Sie war erst kurz vor dem Mauerbau geflüchtet und hatte nun 14 Jahre später, trotz Amnestie immer noch Angst vor Sanktionen.

Ich war der Allererste, der im WBK mit einem Rechner aufwarten konnte. Ich wurde bei meiner ersten Präsentation förmlich umringt. Der Star war jedoch der Rechner! Der “Omron” beherrschte nur die 4 Grundrechenarten, sonst nichts. Dennoch brauchte ich mir nie wieder die Finger an der volkseigenen Rechenkurbel verbiegen. Und Wartezeiten auf die Maschine hatte ich auch nie mehr zu beachten. Es hat übrigens noch mindestens 10 weitere Jahre gedauert, bis jeder Meister Dank Planwirtschaft im Wohnungsbaukombinat mit einem volkseigenen Taschenrechner bestückt war.

Den einzuführen war absolut illegal.
Volker Zottmann
 

Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon Alfred » 5. Juni 2012, 09:03

Hier mal was zu den DDR - Produkten:

http://www.robotrontechnik.de/index.htm ... echner.htm

Herr Zottmann,

ab ca. Mitte der 70 iger Jahre war man schon großzügiger bei der Einfuhr von rechnern in die DDR.
Alfred
 

Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon karnak » 5. Juni 2012, 09:21

Also wie ich das kenne,es wurde schon so einiges aus der DDR rausgeschmuggelt und auch versucht.Und es gab auch mit Sicherheit auch Wessis die sich damit eine goldene Nase verdient haben,wenn sie oft genug NICHT dabei erwischt wurden.
Aber es ging dabei bestimmt nicht um irgendwelche Rinderfilets und Aale und solchen Kram.Davon hatten die im Westen selbst im Überfluss.Es ging um solche Sachen wie altes Blechspielzeug,Möbel,Zinnfiguren,Gemälde,wertvolle alte Bücher und und und.
Nun waren die DDR-Bürger die solches anzubieten hatten auch nicht völlig beschränkt.Die wollten dafür natürlich keine DDR-Mark, die man im Westen entsprechend umgetauscht hatte.Die wollten natürlich DM,wenn überhaupt, hätten sie die in der DDR ohne Probleme 1 zu 10 umtauschen können.Aber die haben die DM-Kohle mit Sicherheit behalten und effektiver eingesetzt.
Das heist also, umgetauschte DDR-Mark zum zahlen von Schmuggelgut dürfte die ganz große Ausnahme gewesen sein.
Ansonsten, Einer der in die DDR einreiste und dann versuchte etwas herauszuschmuggeln,der musste schon mit dem Klammerbeutel gepudert worden sein.Bei den entsprechenden Zollkontrollen war das fast immer zum scheitern verurteilt.
Das heist solche Aktivitäten fanden fast immer auf den Transitstrecken durch Transitreisende statt.Man verlies illegal die Transitstrecke oder man traf sich auf der Transitstrecke und versuchte so" Geschäfte"abzuwickeln.Nun gab es aber dort die Zollfahndung und besonders die Abteilung VIII/4 des Mfs.Vieles ist dadurch in die Hose gegangen.Aber ich denke mal,da unsere Kapazitäten auch begrenzt waren,es hat auch einiges geklappt.
Fazit von mir,der Mindestumtausch oder Zwangsumtausch ,die Insassen der Schützengräben nennen diesen Geldumtausch ja unterschiedlich,hat bei der illegalen Ausfuhr von irgendetwas aus der DDR kaum oder eher eigentlich keine Rolle gespielt.
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Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon SkinnyTrucky » 5. Juni 2012, 09:22

Volker Zottmann hat geschrieben:Den einzuführen war absolut illegal.


Warum war es eigendlich illegal einen Taschenrechner einzuführen.... [denken]

groetjes uit Ancona

Mara
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Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon Volker Zottmann » 5. Juni 2012, 09:33

Weil dadurch klar wurde, wie weit die DDR zurückblieb in der Technik.
Ohne Wende hätten wir immer noch kein neues Telefonnetz. Glaubst Du, wir hätten dann im Osten Computer im Privatsektor?
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Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon dein1945 » 5. Juni 2012, 09:55

Alfred hat geschrieben:AZ,

such Dir dies doch selbst raus, ich bin doch nicht der Suchdienst.


Na Alfred wieder mal den kleinen Schelm rausgelassen, wie immer nett deine Antworten zu lesen, aber nun mal zur Sache. Bin ja selten mit Alfred einer Meinung, nun muß ich ihm doch in einigen Punkten mal Recht geben. Wie so oft wird hier so einiges durcheinander gebracht.

Es liegt wie immer am Alter der hier vertretenen Meinungen. Vergleicht mal die Zeit vor dem Mauerbau mit der danach, bis 61 blühten in Westberlin die Wechselstuben, die gab es in der Nähe der Sektorengrenze zu hauf, auch im Stadtinneren von WB waren sie noch reichlich vorhanden, meist in der Nähe von Einkaufszentren, allein am Neuköllner Herrmannplatz drei an der Zahl. Es wurde fleißig getauscht, Ostberliner tauschten ihre Ostmark um sich Lebensmittel und Bekleidung die in der DDR Mangelware waren zu kaufen. Die Westberliner tauschten um zum Teil, in der Ostberliner Gastronomie billig zu essen, da waren nur die teuren Lokale in. Denke da an die Bar im 13.Stock im Haus Berlin, oder andere bekannte Lokale. Desgleichen wurde schon mal das eine oder andere Brot oder Stück Butter in der HO gekauft, nicht immer wurde nach einem Ausweis gefragt. An Rinderfilet kann ich mich nicht erinnern, auch wurden bestimmt keine Eierbecher aus Plaste (rafimo) gekauft.

Aber bei Ferngläsern oder Fotooptik sah es schon anders aus. Als Jugendlicher hatte ich einen Fotoapperat, Marke ist mir nicht mehr geläufig, nur der kostete in Ostberlin 99 Mark, in WB 49 DM, also je nach Wechselkurs mal 1:4 oft aber auch 1:5, der Kurs wechselte täglich, wurde immer in den RIAS Nachrichten gebracht. Also bekam ich den Apperat schon für 20-25 DM, ersparnis rund 50%, diesen Wechselkurs nutzten alle ob Ost oder West.

Ber höher wertigen Artikel war es auch kein Problem, man fand immer einen Ostberliner der mit seinem Ausweis einkaufte, ob das nun im PA eingetragen wurde kann ich nicht bestätigen, aber es wurde so gehandhabt, die Filme, damals noch überwiegend schwarz/weiß wurden gleich mitgekauft, entwickelt wurde in einer kleinen Drogerie am Königstor, der Inhaber war ein guter Bekannter meiner Großeltern.

Weihnachtsmarkt am Marx-Engels-Platz, Karussel fahren, oder die große Rutsche, noch eine Bockwurst und ich war mit vorher getauschten 5 DM der "King", dort fuhr in einem Jahr auch eine Kindereisenbahn mit einer Dampflok davor, machte riesen Spaß, die Runde für 0,20 Mark, also was kost die Welt, gleich fünf Runden gedreht, der Schaffner staunte, na du musst ja viel Taschengeld haben. Die Erwachsenen tranken auch mal ein Bier mehr, hat ja nur Pfennige gekostet, so nun mal schnell Schluß sonst denkt der Alfred noch ich bin am Untergang der DDR Schuld, aber so lief das damals ab und nicht anders.

Kinder denkt immer daran es gab eine Zeit vor und eine Zeit mit Mauer !

Gruß aus Berlin
dein1945
 

Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon dein1945 » 5. Juni 2012, 10:18

Na da muss ich noch einen Nachschieben, extra für "karnak", aber wie schon ebend geschrieben die Zeit vor dem Mauerbau, am Königstor, Greifswalderstr. gab es einen Spielzeugladen für Modelleisenbahnen, Inhaber war ein gewisser Kurt Rautenberg, da kaufte mein Opa immer für mich PIKO Eisenbahnen, eine Lok so zwischen 25 und 50 Mark, Ostgeld bekam er von Muttern, vorher am Herrmannplatz getauscht, ich hatte einen großen Fuhrpark, alles lief auch mit meiner Fleischmann Eisenbahn zusammen. Nur hatten die Loks aus der DDR Kunststoffzahnräder, aber in der Sonnenallee gab es einen Laden dort konnte ich für Westpfennige Umrüstsätze aus Messing kaufen, hatte dann eine Superlok für 7 bis 12 DM, lief wie geschmiert, alle meine Schulfreunde staunten über meine große Anlage.

Hätte schon damals der Berliner S-Bahn Konkurenz machen können ! Denn auch einen kpl. Zug mit 4 Waggon bekam ich schon für kleines Geld.

Aber noch ein geflügelter Witz aus der Zeit vor dem Mauerbau:

Ein Mann fährt mit dem Fahrad über die Sektorengrenze, einen großen Rucksack auf dem Rücken, der Vopo hält ihn an, Na was haben wir denn im Rucksack, na Sand meint der Mann, den schütten sie mal aus, richtig es kommt nur Sand raus, der Vopo stochert noch mit seinem Gummiknüppel darin rum, aber es ist wirklich nur Sand. Das geht so einige Tage, immer wieder die selbe Leier, am fünften Tag der Vopo ist schon richtig wütend, nun sagen sie endlich was machen sie mit dem vielen Sand. Na mit dem Sand überhaupt nichts, aber jeden Tag ein Fahrrad geschmugelt !

Vom Schmugler aus Berlin
dein1945
 

Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon Alfred » 5. Juni 2012, 10:19

Karank,

wer war denn in den 80 igern so blöd und tauscht 1 : 10 ?

Da brauchts mn nur in die "Tute" gehen, da war für um die 1 : 5 immer was zu machen.

Du musst bei Lebensmittel mal rechnen. Wenn ich 1 : 5 DM in Mark der DDR tauschte lohnten sich auch Lebensmittel krätig. Darfst Du mir gern abnehmen.....
Alfred
 

Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon SkinnyTrucky » 5. Juni 2012, 10:21

Volker Zottmann hat geschrieben:Ohne Wende hätten wir immer noch kein neues Telefonnetz. Glaubst Du, wir hätten dann im Osten Computer im Privatsektor?


Nachrichten verbreiteten sich in der DDR auch ohne Telefon in Windeseile....und naja, auch nich so tragisch Volker, es gibt heute noch Völker, die haben keinen Computer....es soll sogar im Amazonas noch einige geben, die haben keine My-Face- oder Spaceboek-Seite.... [wink]

groetjes

Mara
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Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon SkinnyTrucky » 5. Juni 2012, 10:31

Alfred hat geschrieben:Karank,

wer war denn in den 80 igern so blöd und tauscht 1 : 10 ?

Da brauchts mn nur in die "Tute" gehen, da war für um die 1 : 5 immer was zu machen.

Du musst bei Lebensmittel mal rechnen. Wenn ich 1 : 5 DM in Mark der DDR tauschte lohnten sich auch Lebensmittel krätig. Darfst Du mir gern abnehmen.....


Alfred, kannst du mir plausibel erklären warum im Neuen Deutschland immer der Tauschkurs 1:1 angeben wurde....ich kann mich jedenfalls dran erinnern, das das so war....da war immer eine Kurstabelle abgedruckt, darum....

groetjes uit Ancona

Mara
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Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon Volker Zottmann » 5. Juni 2012, 10:39

Alfred, danke, aber die Technik ist mir all vertraut.
1974/75 konnte aber noch kein Privatmann einen Rechner kaufen.
Ich habe meinen Omron etwa 1974 bekommen. Noch niemand hatte zuvor so ein Teil gesehen. Unsere Baustelle grenzte genau an den VEB Pyrotechnik, der von uniformiertem Wachschutz abgeriegelt war. Auch Wachschützer haben den Rechner gesehen. Aber keiner hat mir je etwas deshalb getan. Im Gegenteil, zu den Abrechnungszeiten wurde ich, sowie meine Arbeit erledigt war, angebettelt und ich habe dann den Rechner meinen Meisterkollegen überlassen.
Will nur sagen, die DDR war bei der eigenen Rechnereinführung sehr zögerlich, war dem maroden Staatshaushalt wohl anzulasten.
In dieser Zeit war es eben "wichtiger" für 1400km Grenze neues Streckmetall im Westen zu kaufen. Und Geld konnte auch bei uns nur einmal ausgegeben werden.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon Alfred » 5. Juni 2012, 10:39

Volker Zottmann hat geschrieben:Weil dadurch klar wurde, wie weit die DDR zurückblieb in der Technik.
Ohne Wende hätten wir immer noch kein neues Telefonnetz. Glaubst Du, wir hätten dann im Osten Computer im Privatsektor?



Hallo,

es gab auch in der DDR Computer im privaten Bereich.
Alfred
 

Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon Alfred » 5. Juni 2012, 10:42

Volker Zottmann hat geschrieben:Alfred, danke, aber die Technik ist mir all vertraut.
1974/75 konnte aber noch kein Privatmann einen Rechner kaufen.
Ich habe meinen Omron etwa 1974 bekommen. Noch niemand hatte zuvor so ein Teil gesehen. Unsere Baustelle grenzte genau an den VEB Pyrotechnik, der von uniformiertem Wachschutz abgeriegelt war. Auch Wachschützer haben den Rechner gesehen. Aber keiner hat mir je etwas deshalb getan. Im Gegenteil, zu den Abrechnungszeiten wurde ich, sowie meine Arbeit erledigt war, angebettelt und ich habe dann den Rechner meinen Meisterkollegen überlassen.
Will nur sagen, die DDR war bei der eigenen Rechnereinführung sehr zögerlich, war dem maroden Staatshaushalt wohl anzulasten.
In dieser Zeit war es eben "wichtiger" für 1400km Grenze neues Streckmetall im Westen zu kaufen. Und Geld konnte auch bei uns nur einmal ausgegeben werden.

Gruß Volker


Hallo,

die Ausgaben für die Staatsgrenze waren doch im Gesamthaushalt nicht ausschlaggebend.

Die DDR wollte ja auch entsprechende Technik kaufen, aber es gab da eine COCOM - Liste , schon mal gehört ?
Alfred
 

Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon Volker Zottmann » 5. Juni 2012, 10:46

Ja das stimmt Alfred, habe ich in meinem Lebenslauf auch geschrieben. Mein Sohn hatte vor der Wende einen Atari aus dem Intershop.
Wir hatten Glück, weil wir verwandtschaftliche Spender hatten.
Der Normalbürger konnte aber für die ersten PCs kaum 25000.-Ostmark berappen. Ein simpler Walkman kostete ja schon um die 1000.
Volker Zottmann
 

Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon Volker Zottmann » 5. Juni 2012, 10:51

Was Alfred, war eigentlich GROSSZÜGIG, dass die DDR ab Mitte der 70er erlaubte Taschenrechner einzuführen?
Du hast heute noch diesen seltsamen Sprachgebrauch im Vokabular. Das hat doch mit Großzügigkeit nichts zutun, dass es zuvor verboten war!
Volker Zottmann
 

Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon SkinnyTrucky » 5. Juni 2012, 10:52

SkinnyTrucky hat geschrieben:
Alfred hat geschrieben:Karank,

wer war denn in den 80 igern so blöd und tauscht 1 : 10 ?

Da brauchts mn nur in die "Tute" gehen, da war für um die 1 : 5 immer was zu machen.

Du musst bei Lebensmittel mal rechnen. Wenn ich 1 : 5 DM in Mark der DDR tauschte lohnten sich auch Lebensmittel krätig. Darfst Du mir gern abnehmen.....


Alfred, kannst du mir plausibel erklären warum im Neuen Deutschland immer der Tauschkurs 1:1 angeben wurde....ich kann mich jedenfalls dran erinnern, das das so war....da war immer eine Kurstabelle abgedruckt, darum....

groetjes uit Ancona

Mara


Vielleicht ging die Frage unter....

....und es kommen noch einige hinzu....warum war der Zwangsumtausch 1:1 zu entrichten....und warum hiess das Mindestumtausch wo doch keiner freiwillig mehr als die 25,-DM am Tag bereit war zu tauschen....

....warum machte die DDR so krumme Geschäfte, billigte es den Bürgern nicht zu ebenso geldtechnisch Geschäfte zu machen....????

Tja, Fragen über Fragen....aber die hat man nunmal, wenn man keine Ahnung hat....

....aber doch gut, wenn wir hier Menschen haben, die sicher die passenden Antworten haben....

Dank im Voraus

Mara
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Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon Alfred » 5. Juni 2012, 11:00

Volker Zottmann hat geschrieben:Ja das stimmt Alfred, habe ich in meinem Lebenslauf auch geschrieben. Mein Sohn hatte vor der Wende einen Atari aus dem Intershop.
Wir hatten Glück, weil wir verwandtschaftliche Spender hatten.
Der Normalbürger konnte aber für die ersten PCs kaum 25000.-Ostmark berappen. Ein simpler Walkman kostete ja schon um die 1000.



Hallo,

wo hast Du denn den Preis von 25.000 Mark her ?

Ich kann mich an Preise von rund 4.000 Mark erinnern, später gingen die dann runter.

Siehe auch hier : http://de.wikipedia.org/wiki/Kleincomputer_KC_85/2-4
Zuletzt geändert von Alfred am 5. Juni 2012, 11:20, insgesamt 1-mal geändert.
Alfred
 

Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon Icke46 » 5. Juni 2012, 11:11

Einen interessanten Übrblick über die PC-Produktion der DDR findet man unter

http://www.robotron-net.de/pc_s.html

Leider ist da auch nicht viel von den Preisen zu lesen. Da ich hier (in den alten Ländern) seit 26 Jahren im EDV-Bereich bin, kann ich sagen, dass 1986 hier ein IBM-PC mit 640 kb Arbeitsspeicher, zwei DIskettenlaufwerken und Monochrom-Bildschirm auf gut 10.000 DM kam. Also könnte ich mir schon vorstellen, dass die Preise in der DDR seinerzeit ebenso hoch oder eher höher gewesen sind.

Gruss

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Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon rafimo » 5. Juni 2012, 11:19

also 25.000,-, das muss dann aber schon ein größeres teil gewesen sein.
im westen gab es etwa ab anfang der 70er jahre taschenrechner. ein ganz einfacher mit den 4 grundrechenarten und festkomma kostete so 300 bis 500 dm, je nach hersteller. die vorläufer der pc´s , sogenannte "homecomputer" gab es ab anfang der 80er jahre, ein commodore 64 kostete als grundgerät um die 1.200 dm, die floppy dazu etwa 1.000,-, die datasette 250,-dm. ich selbst habe 1988 meinen ersten pc gebraucht erworben, einen commodore pc20III für den ich damals 800,-dm (gebraucht!!!) hingeblättert habe. ab ende der 80er überschlugen sich dann die pc´s in der entwicklung -immer schneller und immer preiswerter-....
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Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon dein1945 » 5. Juni 2012, 11:22

icke46 hat geschrieben:Einen interessanten Übrblick über die PC-Produktion der DDR findet man unter

http://www.robotron-net.de/pc_s.html

Leider ist da auch nicht viel von den Preisen zu lesen. Da ich hier (in den alten Ländern) seit 26 Jahren im EDV-Bereich bin, kann ich sagen, dass 1986 hier ein IBM-PC mit 640 kb Arbeitsspeicher, zwei DIskettenlaufwerken und Monochrom-Bildschirm auf gut 10.000 DM kam. Also könnte ich mir schon vorstellen, dass die Preise in der DDR seinerzeit ebenso hoch oder eher höher gewesen sind.

Gruss

icke


Hallo icke,
alles klar, nur den Preis vom Drucker noch vergessen, damals so um die 2.000 DM, da dürfte der Preis in DDR auch ein vielfaches gewesen sein,

Gruß aus Berlin
dein1945
 

Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon Wosch » 5. Juni 2012, 12:29

Wosch hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:
Alfred hat geschrieben:Wosch,

dann hast Du dich auf die GÜST an der ganzen Staatsgrenze verteilt und gezählt, tolle Leistung.


Du weißt doch sicherlich auch etwas über den Postraub, wäre auch ne tolle Leistung mal etwas zum eigentlichen Thema zu sagen.
AZ



Ja @Alfred, ich hatte mich hierzu schon hinlänglich geäußert, unter Anderem auch schon im AF in dem Du damals auch schon mitgelesen- und geschrieben hattest. Mir wurde ja selbst aus einem Paket etwas "gestohlen", bei der Ankunft meines von mir zu Weihnachten nach Parchim versendeten Paketes war ich schneller als die Post und schon als Besucher anwesend, konnte somit mein eigenes Paket mit in Empfang nehmen und feststellen daß eine Stange "Zigaretten" und eine Großpackung "Chewing Gum" sowie das Inhaltsverzeichnis fehlten. Von der daraufhin von uns eingeschalteten Ost-Kripo wurde mit dem Hinweis daß der Diebstahl schon bei der BRD-Post stattgefunden haben müßte, ein Verfahren "mündlich" abgelehnt. Aus "eigenem Erleben" kann ich groß nichts weiter zu dem Thema beitragen.
Übrigens @Alfred, ich hatte nicht mit den etwas vom Thread-Thema abweichenden Beiträgen angefangen, an denen Du Dich ja nun auch reichlich beteiligt hattest!! [wink] Zu Deinem "sachlichen" Einwand mit der "Postkontrolle" möchte ich abschliessend nur noch erwähnen, daß "Postkontrolle" und "Postraub" aber in sehr großwer Nachbarschaft anzusiedeln waren, oder was meinst Du dazu?
Schönen Gruß aus Kassel. [hallo]



Hallo @Alfred, auf Deine 2 Fragen hatte ich Dir ja geantwortet, allerdings bin ich über das Ausbleiben einer zumindestens "klitzekleinen" Bestätigung dafür daß Du es gelesen hast, bei Deiner sonstigen ausgesprochener Schreibfreudigkeit, etwas entäuscht. Vielleicht hattest Du meine Antwort ja auch nur übersehen, deswegen habe ich sie für Dich mit diesen Zeilen noch einmal "heruntergeholt".
Also les Dich ein und laß von Dir hören. [wink]
Schönen Gruß aus Kassel. [hallo]
Wosch
 

Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon karnak » 5. Juni 2012, 13:11

Alfred!
Ich habe keine Ahnung was die"Tute"war.Und sicher war es in Berlin,Hauptstadt der DDR und Umgebung leichter DM zu tauschen.
Aber je mehr man in die Provinz kam wurde das schon immer schwieriger.Und wenn dann einer so richtig geil auf eine ganz spezielle Lewis war,dann hat er auch entsprechend getauscht und das wurde auch getan,zur genüge.Übrigens war das auch garnicht so schwierig,ein paar Überstunden und ein bisschen Schwarzarbeit und man hatte die Kohle.
Zum anderen gab es in der DDR Leute,übrigens dank einer idiotischen Politik unserer Partei,Alfred,die hatten soviel DDR-Kohle,daß sie sie in Säcken auf dem Dachboden lagern konnten.Nämlich die Zunft der Handwerker die durch den staatlicherseits organisierten Mangel dieser Personengruppe einen vorzüglichen marktwirtschaftlichen Vorteil ausspielen konnten.Und die richtig cleveren unter Denen die konnten locker 1 zu 10 tauschen,ohne das ihnen das wirklich weh tat.
Was die Schmuggelei angeht, bleibe ich dabei,die Wessis hatten kein ernsthaftes Interesse an unseren Lebensmitteln,von Ausnahmen abgesehen und das war nur kleckerkram.Das richtige Interesse bestand an den Dingen die ich genannt habe.Und hier gab es auch viel professionelles"böses Tun".
Übrigens war die DDR da auch besonders sauer,weil sie diese Dinge natürlich lieber selber im Westen versilbern wollte,AUCH um uns unsere Banane zu verschaffen,sag ich einfach mal zur Ehrenrettung.
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Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon Volker Zottmann » 5. Juni 2012, 13:37

Alfred, ich rede von etwa 1985. Und von den ersten PCs von Robotron. Die kosteten soviel, nämlich um die 25000 Omark, inclusiver der Nebengerätschaften.
http://www.robotrontechnik.de/index.htm ... pc1715.htm Zitat daraus: Der Preis des Rechners lag 1986 bei 19.047 Mark, 1988 war er dann auf 15.616 Mark gesunken (ohne Perepherie)
Ich meine nicht den KC85/1 .
Der kostete echt nur etwas über 4300.-Omark. Die waren aber vor 1988 nicht zu bekommen, denn die waren weitestgehend der Volksbildung vorenthalten.


Und karnak schreibt von echten Auswüchsen. Die mag es in Berlin oder einigen Großstädten gegeben haben. Wir Handwerker aus dem Baubereich im Bezirk Halle, mit 1 bis 3 Gesellen hatten zum Leben genug. Nur reich konnte keiner werden. Sicher habe ich in etwa gegen Ende der DDR so 1600.-Omark netto gehabt. Das war der doppelte Monatslohn eines Arbeiters. Dafür sorgten schon die reichlichen Finanzkontrollen. Bei jedem Jahresabschluss wurden mir ohne weitere Erklärungen VOR jeder Berechnung 2000.-Omark abgezogen Richtung Finanzamt. Trotz Beschwerden aller betroffenen Handwerker ist das nie geklärt worden. (es gab irgendeinen Beschluss im Bezirk Halle)

Gruß Volker
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Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon Alfred » 5. Juni 2012, 13:59

Herr Zottmann,

jetzt schießen mir aber bald die Tränen in die Augen.

Ich kannte einige Handwerker und denen ging es sehr gut. Die waren ALLE mehr in der Richtung von Karank seiner Kategorie abgesiedelt. Die wären nicht mal für das Gehalt eines Generals aufgestanden.

Auch habe ich keine Augenkrankheit, so dass ich sehr wohl einschätzen kann, dass einige schon einen Heimcomputer nutzten.
Alfred
 

Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon Volker Zottmann » 5. Juni 2012, 14:06

[mundzu]
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Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon augenzeuge » 5. Juni 2012, 16:00

karnak hat geschrieben:Was die Schmuggelei angeht, bleibe ich dabei,die Wessis hatten kein ernsthaftes Interesse an unseren Lebensmitteln,von Ausnahmen abgesehen und das war nur kleckerkram.


Das sehe ich auch so. Alfred, der Lebensmittelschmuggel Richtung West war doch ein Witz. Mir hat man nicht mal bei der Rückreise eine Wurst gelassen, die musste abgegeben werden!

Das Problem der DDR mit den Lebensmittel war eher , dass sie vom eigenen Volk u.a. als Tiernahrung mißbraucht wurden. Hier gingen Tonnen drauf. Aber kapiert hat das Honecker + Co. bis 1989 nicht, obwohl er darauf hingewiesen wurde.

Achso, Karank gibts nicht, nur Karnak! [flash]
AZ
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Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon Buscho » 6. Juni 2012, 00:52

Moin ,
hatte es schon an anderer Stelle geschrieben , aber wo ? Evtl.AF ? Keinen Schimmer .

Also , meine Familie von Fadders Seite stammt aus Sonneberg und Umgebung . Viele blieben in Son .

Denen wurden regelmässig Pakete geschickt und ich kann mich erinnern , daß immer ein Packzettel beigefügt werden musste , mit immer dem gleichen Anfangssatz .

Wer kann sich an den Standartsatz erinnern und wurde der Zettel in das Paket gelegt oder aufgeklebt ??

Buscho
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Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon Icke46 » 6. Juni 2012, 05:44

Buscho hat geschrieben:Wer kann sich an den Standartsatz erinnern und wurde der Zettel in das Paket gelegt oder aufgeklebt ??

Buscho


Das war einfach [wink] :

"Geschenksendung - keine Handelsware"

damit musste das Paket von aussen beschriftet werden. Im Paket dann ein Inhaltsverzeichnis, von dem man zur Sicherheit eine Kopie zurückbehielt.

Gruss

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Re: Postraub oder: Die wahren Räuber

Beitragvon Thomas 1948 » 12. Juni 2012, 19:09

Mich interessiert warum einiges beschlagnahmt wurde und anderes nicht.
Meine Post wurde paar Jahre kontrolliert
wo mir einiges auffiel
In den 70 Jahren wurden Briefe aus Düsseldorf mit chinesichen Ansichtskarten gemaust, warum weiß ich nicht, wäre bestimmt kein Maoist geworden.
In derselben Zeit erhielt ich ca 50 Karten
aus China,Nordvietnam und Nord-Korea von einem Sammler aus Wladiwostok.
Aus Schweden bekam ich eine Orginalbroschüre von Rosa Luxemburg ,,Briefe aus dem Gefängnis,,, von der KPD, ob der Titel stimmt weiß ich nicht mehr, schon lange her, dann erhielt ich von einem Unbekannten,, Post vom Rummel,, mit vielen Ansichtskarten
Gab es bei der Stasi Leute die unter falschen Namen und Adressen mit jemand einen Briefwechsel geführt haben, mir ist einiges aufgefallen?
Thomas
Thomas 1948
 

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