Weil wir gerade von umstrittener Heldenverehrung schreiben. Dieses Phänomen existiert in fast allen osteuropäischen Ländern. Es folgt immer demselben Muster: Historische Figuren werden für ihren Kampf für die Nation oder gegen einen Großfeind als Helden gefeiert – während ihre Verbrechen, ihr Antisemitismus oder ihre faschistischen Tendenzen ausgeblendet werden.
Ungarn (Miklós Horthy): Wird als Retter der Nation nach dem Ersten Weltkrieg verehrt, ging aber ein Bündnis mit Hitler ein und verantwortete die Deportation von über 400.000 Juden.
Russland (Josef Stalin): Wird als siegreicher Feldherr gegen Nazi-Deutschland und Erbauer der Weltmacht gefeiert; der millionenfache Staatsterror und die Gulags werden vom Staat verharmlost.
Polen („Verstoßene Soldaten“): Werden als antikommunistische Freiheitskämpfer gegen die Sowjetunion geehrt, obwohl einzelne Einheiten Massaker an orthodoxen Minderheiten, Juden und Ukrainern verübten.
Kroatien (Ustaša) / Rumänien (Ion Antonescu): Symbole und Anführer faschistischer Regimes werden von Nationalisten bis heute als Anti-Sowjet- oder Anti-Serbien-Helden missbraucht.
Der Kern des Problems: Es gilt das Prinzip „Der Feind meines Feindes ist mein Held. Die Geschichte wird stark vereinfacht und auf den nationalen Befreiungskampf reduziert.









