Edelknabe hat geschrieben:Gut das es heute noch Leute gibt, die Derartigem Verlogenem auf den Holzleim gehen. Träume also besser weiter Freund Pentium, träume ruhig weiter.
"Die Trauerzüge und das Niederknien, die man heute sieht, gelten den Toten des jetzigen Verteidigungskrieges gegen Russland. Wer das mit der Verherrlichung von Verbrechen vor 1945 gleichsetzt, betreibt klassische Täter-Opfer-Umkehr, wie man sie oft aus der Kreml-Propaganda kennt." und Auszug ende
Rainer Maria
Verstehst du nicht? War mir klar. Hat aber mit träumen überhaupt nichts zu tun. Kann es sein, das Karnak recht hat...?
Aber gut hier mal etwas längeres für dich:
Die Verehrung von Stepàn Bandera in der Ukraine ist ein vielschichtiges und historisch extrem kontroverses Thema. Dass er von Teilen der ukrainischen Gesellschaft als Nationalheld gefeiert wird, während er international und bei vielen Historikern stark kritisiert wird, liegt an den **zwei völlig unterschiedlichen Perspektiven** auf sein Leben und Wirken.
1. Das ukrainische Narrativ: Symbol des Widerstands gegen Russland
Für seine Befürworter in der Ukraine ist Bandera in erster Linie ein **Symbol für den kompromisslosen Kampf um die ukrainische Unabhängigkeit**.
Kampf gegen Sowjetmacht und Fremdherrschaft: Die Ukraine blickt auf eine Geschichte zurück, die lange von russischer und fremder Unterdrückung geprägt war (darunter der *Holodomor*, die von Stalin herbeigeführte Hungersnot in den 1930er Jahren mit Millionen Toten). Bandera und die von ihm angeführte *Organisation Ukrainischer Nationalisten* (OUN-B) kämpften radikal für einen eigenen Staat.
Symbol der Standhaftigkeit: Bandera verbrachte die meiste Zeit des Zweiten Weltkriegs (1941–1944) im deutschen Konzentrationslager Sachsenhausen, weil er eigenmächtig einen unabhängigen ukrainischen Staat ausgerufen hatte, was Hitler ablehnte. Nach dem Krieg wurde er 1959 in München vom sowjetischen Geheimdienst KGB ermordet. Das macht ihn für Anhänger zum Märtyrer.
Verstärkung seit 2014: Seit der Annexion der Krim 2014 und insbesondere seit dem großflächigen russischen Angriffskrieg auf die Ukraine hat das Narrativ des „Widerstands gegen den russischen Imperialismus“ stark an Bedeutung gewonnen. Bandera dient vielen dabei schlicht als Projektionsfläche für Anti-Russland-Protest und nationalen Selbstbehauptungswillen.
2. Die historische Realität & die Kritik
Auf der anderen Seite wird Bandera von Historikern sowie in Polen, Israel und auch vielen Teilen der Ukraine selbst extrem kritisch bis ablehnend gesehen:
Kollaboration mit NS-Deutschland: Die OUN-B suchte zu Beginn des Zweiten Weltkriegs das Bündnis mit der Wehrmacht und den Nationalsozialisten, in der Hoffnung, dadurch eine unabhängige Ukraine gründen zu können.
Faschistische Ideologie & Antisemitismus: Die Ideologie der OUN war autoritär, antisemitisch und ultranationalistisch. Mitglieder der OUN sowie der bewaffnete Arm, die *Ukrainische Aufstandsarmee* (UPA), beteiligten sich an Pogromen und Verbrechen gegen die jüdische Bevölkerung.
Massenmorde an Polen (Massaker in Wolhynien):** Unter der Führung von Banderas Organisation verübte die UPA 1943/44 systematische Massenmorde an der polnischen Zivilbevölkerung in Wolhynien und Ostgalizien, bei denen schätzungsweise 50.000 bis 100.000 Polen grausam getötet wurden.
Wie ist die Situation in der Ukraine heute?
Die Verehrung Banderas ist **keineswegs unumstritten** innerhalb der Ukraine:
1. Regionale Unterschiede:** Vor allem in der **Westukraine** gibt es Straßen, Denkmäler und Märsche zu seinen Ehren. Im Süden und Osten der Ukraine wurde er historisch von der Mehrheit der Bevölkerung eher abgelehnt.
2. Selektive Erinnerung: Diejenigen, die Bandera heute feiern, tun dies meist nicht *wegen* seiner faschistischen Neigungen oder der Verbrechen der UPA, sondern **trotz** dieser Fakten. Seine Biografie wird oft stark romantisiert und auf den Anti-Sowjet-Kampf reduziert.
3. Ausnutzung durch russische Propaganda: Die russische Führung nutzt die Bandera-Verehrung gezielt aus, um das Narrativ von der „faschistischen Ukraine“ zu bedienen und ihren Angriffskrieg zu rechtfertigen – obwohl rechtsextreme Parteien in der ukrainischen Politik und im Parlament wahlergebnismäßig eine marginale Rolle spielen.
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