Die Zivilisation endet bei 30 Grad – Willkommen im deutschen Hitzeschutz-Mittelalter!
Sehen wir uns doch mal an, wie echter Fortschritt aussieht: Da drüben in den USA fackeln die nicht lange. Wenn es draußen ungemütliche 50 Grad hat, drücken die Amerikaner aufs Knöpfchen und kühlen ein ganzes Fußballstadion mal eben flockig auf geschmeidige 20 Grad herunter. Einfach, weil sie es können. Weil es komfortabel ist. Und vor allem: ganz ohne psychologische Betreuung oder anschließende Beichte beim Klimagott. Das ist die „Home of the Smart“ – man nutzt die Technik, die man erfunden hat.
Und was machen wir im besten, moralisch saubersten Deutschland aller Zeiten?
Wir stehen schwitzend im Altbau, wedeln uns mit der neuesten Ausgabe des Gebäudeenergiegesetzes Luft zu und schauen voller Verachtung über den Atlantik. Ja, die Amerikaner, diese kulturlosen Kulturbanausen mit ihren Eismaschinen und klimatisierten Supermärkten! Da leiden wir doch lieber stilecht und CO₂-neutral.
Bei uns wird die Klimaanlage quasi zum Staatsfeind Nummer Eins erklärt. Stattdessen setzt unsere Bundesregierung auf hochkomplexe, staatlich zertifizierte Überlebensstrategien:
Die „Bullerbü“-Offensive: Wenn der Asphalt schmilzt, pflanzen wir einfach einen Alibi-Baum. Der spendet dann im Jahr 2045 vielleicht sogar schon Schatten – man muss eben Prioritäten setzen!
Die staatliche Oase: Wir richten „Cooling Points“ ein. Das müssen Sie sich mal vorstellen: Wenn Ihnen im Büro das Gehirn verdampft, dürfen Sie behördlich angeordnet zu einer ausgewiesenen Kühlzone pilgern, um dort gemeinschaftlich und vorschriftsmäßig abzukühlen. Das ist kein Hitzeschutz, das ist betreutes Schwitzen!
Hören wir endlich auf mit dieser Lust am kollektiven Leiden! Wir Freie Demokraten wollen die Hitze mit Erfindergeist bekämpfen. Koppeln wir Klimaanlagen clever mit Solarstrom – dann kühlen wir genau dann, wenn die Sonne ohnehin brennt. Das wäre echter Fortschritt, ganz ohne schlechtes Gewissen.
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