Ein kleiner Ort in Nordwestmecklenburg schafft es regelmäßig in die großen Medien der Republik. Das von nur 38 Menschen bewohnte Jamel gilt als „Nazi-Dorf“, seit sich in den 90er-Jahren zahlreiche Rechtsextreme hier bewusst niederließen. Mit völkischer Propaganda, Rechtsrockkonzerten und unter Bedrohung Andersdenkender schufen sie ein Klima der Angst. Und doch beugten sich nicht alle Einwohner der rechten Hegemonie: Birgit und Horst Lohmeyer, 2004 aus Hamburg-St.Pauli aufs Land gezogen, wehren sich seit Jahren gegen die Anfeindungen, die ihnen von Beginn an entgegenschlugen.
Wie es das Künstler-Ehepaar alltäglich inmitten der neonazistischen Nachbarschaft aushält und wie es mit einem prominent besetzten Musikfestival bundesweit Aufmerksamkeit für die Lage schuf, zeigt nun der eindrückliche Dokumentarfilm „Jamel - Lauter Widerstand“.
„Sieg Heil“-Rufe als Normalität
Sie hatten das ruhige Landleben gesucht - und stießen auf eine ihnen teils feindlich gesinnte Bürgerschaft. „Dorfgemeinschaft Jamel, frei - sozial - national“ - so prangte es im Dorf lange als Motto an prominenter Stelle; Wegweiser zeigten nach Braunau am Inn und Königsberg. NS-Propaganda überall, „Sieg Heil“-Rufe als Normalität.
Bald nach ihrem Umzug, der sie vor 20 Jahren ohne Wissen der lokalen Situation in den von Neonazis beherrschten Ort führte, wurde den Lohmeyers einiges klar: Mit Jamel hätten sie „tief in die Scheiße“ gegriffen, berichtet das Ehepaar in der Doku von Filmemacher Martin Groß, der die beiden seit 2015 mit der Kamera begleitet hat. Bleiben wollten sie dennoch. Und sie sagen: „Wir haben von Anfang an begriffen, dass uns die Öffentlichkeit nur schützen kann.“
https://www.focus.de/unterhaltung/kino- ... d88b7.html
AZ









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