Der Kanzler, der ein Nazi war

Der Kanzler, der ein Nazi war

Neuer Beitragvon augenzeuge » 27. Mai 2024, 15:46

Kurt Georg Kiesinger war von 1966 bis 1969 dritter Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.

Er war von 1933 bis 1945 NSDAP-Mitglied. Von 1940 an arbeitete er im Reichsaußenministerium und stieg dort drei Jahre später zum stellvertretenden Abteilungsleiter der Rundfunkabteilung auf.

1966-1969 wurde er dritter und einziger deutscher Bundeskanzler mit Nazivergangenheit. 1968 verpasst ihm die Nazi-Jägerin Beate Klarsfeld auf dem CDU-Parteitag im November 1968 in Berlin eine Ohrfeige und ruft: "Kiesinger, Nazi, abtreten!"

Für Klarsfeld ist auch rückblickend klar: Der "Verbindungsmann zwischen dem Auswärtigen Amt und dem Propagandaministerium" habe "seine ganze Intelligenz in den Dienst der Nationalsozialisten gestellt und wusste genau, was geschah - militärisch und in den Vernichtungslagern".

27.5.2024: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die hartnäckigen Verfolger von Naziverbrechern, Beate und Serge Klarsfeld, mit hohen französischen Auszeichnungen geehrt.



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Re: Der Kanzler, der ein Nazi war

Neuer Beitragvon Spartacus » 27. Mai 2024, 18:05

Er war von 1933 bis 1945 NSDAP-Mitglied.


Wer war das damals eigentlich nicht?

Da gleich jeden als Nazi zu bezeichnen, passt genau so wenig, wie jeden SEDler als Kommunisten abzustempeln. [smile]

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Re: Der Kanzler, der ein Nazi war

Neuer Beitragvon augenzeuge » 27. Mai 2024, 18:09

Spartacus hat geschrieben:
Er war von 1933 bis 1945 NSDAP-Mitglied.


Wer war das damals eigentlich nicht?

Da gleich jeden als Nazi zu bezeichnen, passt genau so wenig, wie jeden SEDler als Kommunisten abzustempeln. [smile]

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Wenn man sich mit dem Tun und dem Verhalten bis 45, als auch seiner Stellung beschäftigt, bin ich der Meinung, dass er eine eindeutige Nazivergangenheit hatte.

Es darf jeder davon halten, was er will:
Zu seinen Beweggründen für den Beitritt äußerte Kiesinger sich später verschiedentlich. In seinen Memoiren behauptet er, er habe Exzesse verhüten wollen, und sei in die NSDAP eingetreten, um ihre Ideologie zu verändern. Er behauptete dort auch, dass sein Motiv am Anfang gewesen sei, der antisemitischen „Rassenpropaganda entgegenzuwirken“. Sein Biograph Gassert erachtet das als unglaubwürdig.


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Re: Der Kanzler, der ein Nazi war

Neuer Beitragvon Icke46 » 27. Mai 2024, 18:19

Spartacus hat geschrieben:
Er war von 1933 bis 1945 NSDAP-Mitglied.


Wer war das damals eigentlich nicht?

Da gleich jeden als Nazi zu bezeichnen, passt genau so wenig, wie jeden SEDler als Kommunisten abzustempeln. [smile]

Sparta


Das trifft es nicht so ganz, es kommt schon darauf an, an welcher Stelle man Nazi war. Dass nicht alle von den x Millionen NsDAP-Mitgliedern Hardcore-Nazis waren, ist klar, bei manchen war es wohl sogar so, dass sie mit 18 quasi automatisch in die Partei aufgenommen wurden.

Bei Leuten wie Kiesinger oder auch Globke ist das weniger harmlos, so hoch, wie die im NS-Staat angebunden waren.
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Re: Der Kanzler, der ein Nazi war

Neuer Beitragvon Ari@D187 » 27. Mai 2024, 19:16

Naja gut, aber man sieht ja in dem Beitrag gut die Entnazifizierungsmaschine, die auch Kiesinger bearbeitete. Raus kam sicherlich ein strammer Antifaschist, bevor die kommende Antifa überhaupt wußte was das ist. [flash]

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Re: Der Kanzler, der ein Nazi war

Neuer Beitragvon Icke46 » 27. Mai 2024, 19:26

Ich möchte ja nicht unken, aber manchmal beschleicht mich der Verdacht, dass Goebbels, hätte er sich 45 nicht umgebracht, einer der Gründungsintendanten des Fernsehens geworden wäre.
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