von Beethoven » 25. April 2022, 06:14
Ein Wort zu artilleristischen Systemen, zu denen auch Boden - Bodenraketen gezählt werden.
Solche Systeme werden 10 - 25 % der möglichen Flugstrecke der Geschosse, hinter den eigenen Linien in Stellung gebracht und feuern von dort.
Somit ist es völlig normal, dass Raketen die bis zu 500 km weit fliegen (das sind dann schon OTR) zwischen 50 bis 150 km hinter den eigenen Linien in Feuerstellungen stehen.
Z.B. ein Granatwerfer (Nato-sprech - "Mörser") der eine maximale Reichweite von 6 km besitzt, steht etwa 1,5 km hinter den eigenen Linien und feuert von dort.
Wird dieser Granatwerfer aber z.B. in einer Ortschaft eingesetzt und die Granate soll nur 3 km weit fliegen, so ist es durchaus üblich, dass sich die Feuerstellung nur 300 m hinter der Truppe befindet.
Anders ist das bei Kanonen, die ja eine Waffe des direkten Richtens ist, wie z.B. eine Panzerabwehrkanone. Diese Waffensysteme sind etwas zurück (100 - 300 m) oder seitlich, eingebettet in die vordere Linie der eigenen Truppen.
Und wiederum anders ist es bei Fliegerabwehrwaffen (egal ob Rohr- oder Raketen). Sie werden so positioniert, dass Ihre Waffen den größtmöglichen Raum decken können. Das hat zur Folge, dass diese Waffen oft auf dem freien "Acker" oder erhöht auf Hügeln oder Ähnlichem, ihre Feuerstellungen beziehen.
Auf einem Marsch werden diese Systeme so verteilt innerhalb der Marschordnung, dass sie die Marschkolonnen bestmöglich decken können. Ist die Fliegerabwehrwaffe selbst beweglich wie z.B. die "Schilka" oder der "Gepard" (kennt wohl jeder hier), kullern sie in der Marschordnung mit. Sind sie nicht selbst beweglich so gehen diese Waffen im überschlagenden Einsatz vor. Das bedeutet, dass bei drei Feuerzügen immer zwei in Feuerstellung sein sollen und ein Feuerzug in Bewegung.
Trennung
In einem Krieg wird jedes erreichbare Waffensystem, so es überhaupt angegriffen wird, angegriffen, wenn von diesem Waffensystem eine unmittelbare Gefahr für die eigenen Truppen aus geht. Bei Raketen und Artillerie die in der Lage sind, Kernmunition zu verschießen, ist es gar geboten, diese Systeme und deren Führungsstellen anzugreifen und zu vernichten.
Ich glaube nicht, dass es völkerrechtlich bedenklich ist, wenn ein Verteidiger diese Handlungen auf das Territorium des Aggressors bringt um dem Einsatz dieses Waffensystems zu verhindern. Wohlgemerkt, nur in einem Krieg und nicht in "Friedenszeiten".
Das Blöde ist ja, dass in einem Krieg viele Dinge getan werden, die erst im Nachhinein und dann noch in der Regel vom Sieger der bewaffneten Auseinandersetzung, bewertet werden.
Freundlichst
Die größten Vorteile im Leben überhaupt wie in der Gesellschaft hat ein gebildeter Soldat. J. W. v. Goethe
Das Gesetz ändert sich, die Gesinnung nicht.