Journalist spürt Ehefrau auf, die russischem Soldaten das Vergewaltigen erlaubte
In einem vom ukrainischen SBU mitgeschnittenen Telefonat bewilligt eine Frau ihrem Mann, Frauen in der Ukraine zu vergewaltigen. Ein Journalist fand nun beide.
Peter Althaus, 16.4.2022 - 08:45 Uhr
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AP
Russischer Soldat vor Häusertrümmern in Mariupol: Familien ermuntern die Täter zu grausamem Vorgehen.
Auch der Informationskrieg ist eine wichtige Säule in diesem brutalen Krieg Russlands gegen die Ukraine. Nicht alle Informationen stellen sich als korrekt heraus. Besonders aus Russland kommen häufig Falschmeldungen über den Verlauf dieses Krieges. Umso wichtiger ist es, wenn Journalisten daher Informationen verifizieren. Genau das war auch der Impuls, den Mark Krutov verspürte, nachdem er ein schier ungeheuerliches Telefongespräch eines russischen Soldaten mitgehört hatte.
In dem vom ukrainischen Geheimdienst SBU abgehörten Gespräch gibt eine Frau einem russischen Soldaten die Einwilligung, ukrainische Frauen zu vergewaltigen. Sie wolle es jedoch lieber nicht wissen. Und er solle doch ein Verhütungsmittel benutzen. Beide lachen während des Gesprächs.
Protokoll eines abscheulichen Gesprächs
Sie: Also, mach halt, vergewaltige ukrainische Frauen, ja? Und sag es mir nicht. Verstanden? (lacht).
Er: [Ich soll] Vergewaltigen und dir nichts sagen?
Sie: Ja, also ich weiß es nicht. Und was? (lacht).
Er: Ja, kann ich?
Sie: Ja, kannst du. Aber verhüte!
Er: Gut.
Der SBU hatte die Aufnahme am 12. April veröffentlicht. Der Geheimdienst stellt regelmäßig solche Mitschnitte ins Netz, die belegen sollen, wie brutal und gewissenlos die russischen Soldaten in der Ukraine vorgehen. Nicht immer ist es möglich, die Echtheit der Telefongespräche zu überprüfen.
Journalist verifiziert die Echtheit über soziale Netzwerke
Dieses Mal sieht der Fall aber anders aus. Mark Krutov, der die , durchführte, bekam von seinen Quellen die Telefonnummern zugespielt, die zu dem Mitschnitt gehörten. Beides waren russische Telefonnummern. Um mehr über die Personen zu erfahren, forschte er zunächst im Internet nach den Beteiligten. „Ich habe dann geschaut, ob die Telefonnummern genutzt wurden, um ein Konto bei Vkontakte zu registrieren“, sagt Krutiv. Vkontakte ist das russische Gegenstück zu Facebook. Viele Russen besitzen dort ein Konto. Tatsächlich ließen sich die beiden Telefonnummern den Profilen einer Frau und eines Mannes zuordnen.
Umzug auf die besetzte Krim
So fand er das Profil von Roman B. Der Soldat, der aus der russischen Stadt Orel stammt, lebt vermutlich seit ca. 2016 in Feodossia. Die Stadt liegt auf der von Russland besetzten ukrainischen Halbinsel Krim. Nach der Annektierung der Krim siedelte die russische Regierung dort gezielt viele Bürger an und versprach ihnen besondere Unterstützung. Das Profil von B. sei mittlerweile zwar inaktiv, so Krutov. Jedoch gebe es gleich mehrere Personen aus dem persönlichen Umfeld des Russen, die die Zuordnung bestätigen. So fand Krutov auch dessen Mutter. Irina B. postete bei VK Bilder, die sie in der Stadt Feodossia zeigen. So finden sich dort Posts aus dem Januar und Februar dieses Jahres.
Auch stieß Mark Krutov dort auf das Profil der Frau von B. Olga B. gab 2016 in einem Vkontakte-Post an, auf die Heimkehr ihres Mannes zu warten. Er hatte im 108. Garde-Luftlanderegiment gedient. Seine Einheit war auch an der Besetzung der Krim beteiligt, was auch den Umzug der Familie erklären würde, führen Krutov und seine Kollegin Valeria Egoshina in dem Quellenartikel aus. Auch weitere Posts der Mutter und von Olga B. bestätigen dies. Später diente er noch in einer weiteren Einheit, was durch Posts von seinen Kameraden untermauert wird. Auch weitere Einträge seiner Mutter in einem anderen sozialen Netzwerk bestätigen die Tätigkeit von B. beim russischen Militär.
Soldat liegt mit Verwundung im Lazarett in Sewastopol
Später rief er die Nummern an und sprach mit ihnen. „Ich rief sie an und sie bestätigten, dass ihre Namen mit denen auf VK übereinstimmen.“ Roman B. gab zudem an, in Sewastopol zu sein. Der Anruf war vom SBU im besetzten Cherson abgefangen worden. Die Stadt ist eine wichtige Hafenstadt und Militärbasis auf der von Russland besetzten Krim. Die Frage, ob seine Stimme die des Mitschnittes sei, verneinte er, sagt Krutov.
Etwas auskunftsfreudiger war hingegen Olga B. Sie bestätigte ihren Namen unter der Telefonnummer. Auf die Frage nach ihrem Mann gab auch sie an, dass er in Sewastopol wegen einer Verwundung in einem Lazarett behandelt werde. Kurz darauf erhielt sie eine Nachricht auf das Telefon und brach das Gespräch abrupt ab. Seitdem gehen beide nicht mehr ans Telefon.
Journalist „absolut sicher“, dass Stimmen übereinstimmen
Er habe zwar keine Voice-Match-Expertise eingeholt, sei sich aber dennoch absolut sicher, dass es sich um die selben Personen handelt. „Aus der Aufzeichnung geht hervor, dass es die gleichen Stimmen sind, die in der von der SBU abgehörten Konversation verwendet werden“, sagt Krutov. Er habe deshalb keinen Zweifel. Ihm sei wichtig, die beteiligten Personen zu identifizieren.
Zeugnisse von Plünderungen, Morden und Vergewaltigungen
Das Telefongespräch hatte weltweit Wellen geschlagen. Es ist ein besonders perfides Beispiel für die Verrohung in diesem Krieg. Es reiht sich in andere aus den von Russland besetzten Gebieten mitgeschnittenen und vom ukrainischen Geheimdienst veröffentlichten Telefonaten russischer Soldaten ein.
Darin berichten die Sprecher freimütig über Plünderungen von Häusern und darüber, was sie erbeutet hätten. Familienmitglieder geben mitunter spezielle Wünsche an, was sie haben möchten. Auch erzählen Soldaten, wie und wie viele Ukrainer sie mitunter schon erschossen hätten.
Nicht alle diese Gespräche können verifiziert werden. Dennoch decken sie sich mit Aussagen von Überlebenden aus Gebieten, aus denen sich die russische Armee wieder zurückgezogen hat. Mark Krutov will weitere Gespräche überprüfen. Vor allem wolle er Täter aufspüren, die bereits tatsächlich eine Vergewaltigung begangen haben.
»Das geschickte und entschlossene Vorgehen des ganzen Personals (der Brigade) während der militärischen Spezialoperation in der Ukraine« seien »Vorbild für die Ausführung der militärischen Pflichten, für Mut, Entschlossenheit und große Professionalität«, erklärte Putin. Die Brigade habe das »Mutterland und staatliche Interessen« verteidigt.

pentium hat geschrieben:Polizei leitet Strafverfahren wegen "Z"-Symbol auf Auto ein..
https://www.sueddeutsche.de/politik/kon ... -99-713485
karnak hat geschrieben:Es geht nicht darum zu bestreiten,dass es solche Typen gibt, es geht darum ähnlich der Methode der AfD bei den Straftaten einzelner Asylbewerber einen Zusammenhang zu einer ganzen Volksgruppe zu konstruieren. Es ist die Methode eines Joseph Goebbels zum Thema der " mongolischen Horden" und was von denen zu erwarten ist.
Kumpel hat geschrieben:Wobei es nicht einmal stimmt, was da in westlichen Medien über die Ukraine ignoriert worden sein soll.

karnak hat geschrieben:Mich würde schon mal interessieren was von diesen angekündigten schweren Waffen von weiß ich woher bei den Ukrainern eigentlich schon angekommen ist.
steffen52 hat geschrieben:pentium hat geschrieben:Polizei leitet Strafverfahren wegen "Z"-Symbol auf Auto ein..
https://www.sueddeutsche.de/politik/kon ... -99-713485
Was machen den nun die armen Zwickauer( Sachsen)? Bekommen die nun alle neue Nummernschilder oder wie.....![]()
Gruß steffen52
Transitfahrer hat geschrieben:Aber die Wehrmacht ist in deinen Augen sicherlich eine komplette Kriegsverbrecherarmee gewesen, oder doch nicht?
![Mannoman [flash]](./images/smilies/flash.gif)
Spartacus hat geschrieben:Das CAESAR-Artilleriesystem von Nexter.
Sparta

augenzeuge hat geschrieben:Spartacus hat geschrieben:Das CAESAR-Artilleriesystem von Nexter.
Sparta
Wieviel dB (A) hat das Ding bei Abschuss?
AZ
augenzeuge hat geschrieben:Spartacus hat geschrieben:Das CAESAR-Artilleriesystem von Nexter.
Sparta
Wieviel dB (A) hat das Ding bei Abschuss?
AZ
Transitfahrer hat geschrieben:Aber die Wehrmacht ist in deinen Augen sicherlich eine komplette Kriegsverbrecherarmee gewesen, oder doch nicht?
Dr. 213 hat geschrieben:
Bei genauer Betrachtung gerät aber damit in Vergessenheit, daß Russland bei der Vernichtung des Faschismus einen hohen Preis bezahlt hat.
Es werden Forderungen laut, man möge die Kriegsdenkmäler wie in Treptow etwa abreißen und einebnen.
Dafür bin nich auf keinen Fall. Das soll alles schön als Mahnung sichtbar stehen bleiben.
Und das schreibe ich als nun nicht unbedingt großer Freund Russlands und der Stalinistisch/ Kommunistischen Ideologie sowieso.
Herzlichst
Dr. 213
Dr. 213 hat geschrieben:[...]
Auf meiner Frankreich- Rundreise, das muss so um 1992 gewesen sein, haben mich die Gedenkstätten in der Normandie sehr berührt.
Das empfand ich fast schon als ein bischen unangemessen dort zu sein. Ich war ja durch mein Auto sofort als Deutscher zu erkennen.
[...]

Beethoven hat geschrieben:[...]
Rein personell, so denke ich, kann Russland nicht siegen. Aber ich schrieb es schon in vorigen Beiträgen.
Hat die Ukraine technisch die Möglichkeit die Angriffe abzuwehren, ob nun am Boden, in der Luft oder auf See, dann haben sie jede Chance, den Aggressor zu besiegen, so lange dort keine Kernwaffen eingesetzt werden.
Du musst immer beachten, dass auf dem Gefechtsfeld, welches Panzergängig ist, der Angreifer eine Überlegenheit von 3 : 1 und im urbanen Gebiet eine Überlegenheit von 10 : 1 besitzen muss, um siegreich sein zu können. Und die vielen anderen Faktoren schrieb ich auch schon in einem anderen Beitrag.
[...]
Nicht Genaues weiß man nicht aber ich traue den Ukrainern zu, dass diese die Russen abwehren können.
Freundlichst


Ari@D187 hat geschrieben:
Was auch auf Seiten der Ukraine ist (sein dürfte), ist der Faktor Zeit. Über die Jahre können die ukrainischen Soldaten bzw., falls die Ukraine tatsächlich komplett besetzt werden sollte, Partisanen den Russen ganz schön das Leben schwer machen im Besatzungsgebiet.
Ari
Verratnix hat geschrieben:Meine Vermutung ist das als nächstes Moldawien "dran" ist. Das Land ist klein und lt den "Ansagen" aus Moskau werden die russischstämmigen Bewohner dort ebenfalls unterdrückt. Moskaus Truppe ist dort schon im Land und abgeschnitten. Das will man "zurück drehen".
Die Ukraine wäre dann komplett von den Seehäfen abgeschnitten.
Ob dann das Baltikum dran ist, man wird sehen.
Verratnix hat geschrieben:Übrigens steht heute das gleiche bei ntv und Moldawien hat den Botschafter einbestellt.
Meine Meinung hatte ich gestern spontan nachdem ich die Ausführungen aus dem Kreml gehört hatte.
Seit Beginn des Krieges gibt es immer mal wieder kl Meldungen zu den Truppen und deren Nachschub aus Moldawien. Geht nur über eine Luftbrücke und ich nehme an das man das ändern will.
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