72 Jahre

Aufarbeitung und Schlußfolgerungen

Re: 72 Jahre

Beitragvon Volker Zottmann » 17. Oktober 2021, 13:15

Ari@D187 hat geschrieben:
Volker Zottmann hat geschrieben:[...]Er ist heute noch rot und deshalb in seiner verklärerischen Mission unterwegs. [...]

Genau an der Stelle würde jetzt in anderen Foren Einhalt geboten.

Ari

Glaub ich Dir. Darum schreibe ich auch nicht in ganz roten Foren. Noch Fragen?

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: 72 Jahre

Beitragvon karnak » 17. Oktober 2021, 14:18

Volker Zottmann hat geschrieben:Er ist heute noch rot und deshalb in seiner verklärerischen Mission unterwegs.
Und genau an der Stelle sollte ihm ein Forum Einhalt gebieten.

Wegen " rot" als weltanschaulicher Überzeugung und nichts weiter? Auf keinen Fall, dann ist man nämlich sehr schnell wieder an der Stelle die Du hier geißelst .
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Kumpel » 17. Oktober 2021, 16:23

Wobei ich persönlich mal ernsthafte Zweifel bezüglich Beethovens ach so roter Überzeugung anmelden würde.
Sowas hat Beethoven wohl eher nie sonderlich stark interessiert. Holzschnittartige Feindbilder waren damals wohl eher seins und sind das ja eigentlich bis heute.
Das Getue mit der Verbundenheit zur DDR und den einstigen so ehrenwerten Genossen beruht lediglich darauf , sich der Verantwortung zu entziehen ein Beteiligter gewesen zu sein
am Scheitern bei dem historischen Versuch eine gerechtere Gesellschaft aufzubauen.
Kumpel
 

Re: 72 Jahre

Beitragvon Edelknabe » 17. Oktober 2021, 16:47

Ne ne Kumpel. Der "Guru Volker" hat gesprochen das jeglicher Widerspruch aus dem Forum hier zu entfernen ist. Weil, das geht doch nicht das dem Guru da Einer widerspricht, beim besten Willen nicht. Uns Karnak wurde schon ganz anders. Der hatte ja schon mit sonst was für Leuten zu tun, aber ein deutscher Guru war da wohl noch nicht dabei. Und Humor aus.

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Re: 72 Jahre

Beitragvon Olaf Sch. » 17. Oktober 2021, 16:50

Genau, so tief ins Holz geschnitzt, das selbst der Hobel der Zeit, nicht alle Spuren beseitigen konnte…
Olaf Sch.
 

Re: 72 Jahre

Beitragvon Edelknabe » 17. Oktober 2021, 16:53

Sag Akku, du verstehst doch nicht etwa etwas von Holzbearbeitung?

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Re: 72 Jahre

Beitragvon Olaf Sch. » 17. Oktober 2021, 16:56

Mein Vater war Stellmacher und Zimmermann. Nein, Null Ahnung.
Olaf Sch.
 

Re: 72 Jahre

Beitragvon augenzeuge » 17. Oktober 2021, 16:59

AkkuGK1 hat geschrieben:Mein Vater war Stellmacher und Zimmermann. Nein, Null Ahnung.


Wenn Edelknabe Ahnung hat, sollte er Fritz und Franz kennen.

AZ
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Volker Zottmann » 17. Oktober 2021, 17:36

Guru Volker?
Blöderes fällt dem Muldenmariechen wohl nicht ein?
(Und nun hoffe nicht auf Pentium, den Du hier im Thread, wenn auch vor längerer Zeit, Schluchtenjodler geschimpft hast)

Ich freu mich, wie schön der Kumpel den Beethoven analysiert hat.
Der Hauptpunkt beim Beethoven ist, dass er trotz gewisser Anonymität nicht sein "Lebenswerk-DDR" so dargestellt sehen will, wie es war. Ein bisschen Selbstverarschung darf schon dabei sein, gelle?

Wer, lieber Edelknabe aber die Isolationsprojekte der DDR heute leugnet, hat kein Interesse an wirklicher plastischer Aufarbeitung.
Beethoven gesteht sich ja auch nicht ein, in Leipzig bei entsprechenden Befehlen auch zum Dazwischengekoppen bereit gewesen zu sein. Genauso bereit, wie die Demo-Abräumer am 7. Oktober in Berlin oder bei den blutigen Auseinandersetzungen am Dresdener Hauptbanhof. Dort wurden sogar alte Frauen zusammengeschlagen.
Warum hat der Mann nicht mal den Mut zu sagen, es war falsch, dass man uns ursprünglich missbrauchen wollte und es war falsch, dass wir bedingungslos dazu bereit waren?
Wieso konnten die 2 anderen Fallschirmjäger im Video so ehrlich antworten?

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: 72 Jahre

Beitragvon andr.k » 17. Oktober 2021, 18:27

Volker Zottmann hat geschrieben:
Krenz hätte noch im Sommer lieber sein Volk gemeuchelt, als die DDR aufzugeben, so wie er die rund 3.000 Toten in China auf dem Tian’anmen-Platz, dem “Platz des himmlischen Friedens” 5 Monate zuvor noch gut geheißen hatte. Das ist die durch Fernsehberichte belegte Einstellung von Krenz gewesen, die wird das denkende Volk auch nie vergessen!


Gruß Volker

Kannst Du irgendeinen Beweis für diese Aussage erbringen?
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Volker Zottmann » 17. Oktober 2021, 18:40

andr.k hat geschrieben:
Volker Zottmann hat geschrieben:
Krenz hätte noch im Sommer lieber sein Volk gemeuchelt, als die DDR aufzugeben, so wie er die rund 3.000 Toten in China auf dem Tian’anmen-Platz, dem “Platz des himmlischen Friedens” 5 Monate zuvor noch gut geheißen hatte. Das ist die durch Fernsehberichte belegte Einstellung von Krenz gewesen, die wird das denkende Volk auch nie vergessen!


Gruß Volker

Kannst Du irgendeinen Beweis für diese Aussage erbringen?


Dir Querulanten will ich eigentlich nie mehr antworten.
Hier die Ausnahme, weil das Dokument ja greifbar ist.
Ehe Du wieder dumme Sprüche ablässt, solltest Du den Beitrag in Gänze ansehen, lesen und verinnerlichen. Krenz ist der Letzte.
https://www.welt.de/geschichte/article1 ... esung.html

Weiter knapp drei Monate später reiste die nächste SED-Delegation nach Peking, diesmal unter Leitung von Honeckers Kronprinz Egon Krenz. Offizieller Anlass waren die Feiern zum 40. Jahrestag der Volksrepublik. Ganz im Gegensatz zu Schabowski unterstützte der ZK-Sekretär für Sicherheitsfragen, der faktisch für die Bekämpfung der Opposition in der DDR zuständig war, offen die „chinesische Lösung“ der Proteste.
Klassensolidarität sei für die Kommunisten in der DDR „eine Sache der Klassenehre und Klassenpflicht“, sagte Krenz. Man stehe „auf der Barrikade der sozialistischen Revolution“ in der DDR wie in China dem gleichen Gegner gegenüber. Jiang Zemin bedankte sich bei Krenz „für die Gefühle brüderlicher Verbundenheit“.

Angesichts dessen ging unter Bürgerrechtlern in der DDR die Angst um, auch in Ost-Berlin, Leipzig oder Dresden könnte das kommunistische Regime bei oppositionellen Kundgebungen zu Gewalt greifen. Das war begründet, hatte doch bereits am 13. Juni 1989 die DDR-Volksbildungsministerin Margot Honecker verlauten lassen, in einer „kämpferischen Zeit“ müsse man den Sozialismus notfalls auch „mit der Waffe in der Hand verteidigen“. Die nächste Montagsdemonstration stand am 2. Oktober 1989 in Leipzig an.


Gruß Volker
Zuletzt geändert von Volker Zottmann am 17. Oktober 2021, 18:45, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: 72 Jahre

Beitragvon augenzeuge » 17. Oktober 2021, 18:43

andr.k hat geschrieben:
Volker Zottmann hat geschrieben:
Krenz hätte noch im Sommer lieber sein Volk gemeuchelt, als die DDR aufzugeben, so wie er die rund 3.000 Toten in China auf dem Tian’anmen-Platz, dem “Platz des himmlischen Friedens” 5 Monate zuvor noch gut geheißen hatte. Das ist die durch Fernsehberichte belegte Einstellung von Krenz gewesen, die wird das denkende Volk auch nie vergessen!


Gruß Volker

Kannst Du irgendeinen Beweis für diese Aussage erbringen?


Mal ne Frage dazu.
Worauf resultierten die Rufe auf den Demos: ‚Keine Gewalt’, ‚Wir sind das Volk’ und ‚Wir sind keine Rowdys’?
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Kumpel » 17. Oktober 2021, 18:45

Wenn jemand den Einsatz militärischer Einheiten gegen Demonstranten in Betracht zieht muss man wohl nicht fragen ob der nicht auch Unmengen von Toten in Kauf nimmt.
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Re: 72 Jahre

Beitragvon andr.k » 17. Oktober 2021, 18:50

Wer hier nun dumm ist, lässt sich schnell beantworten. [grins]


Schau einfach in das Buch von Hans Modrow In Verantwortung - Hans Modrow und der deutsche Umbruch 1989/90

herausgegeben von Oliver Dürkop und Michael Gehler.

Es gab weder eine offizielle noch eine inoffizielle Sympathiebekundung der DDR zu den Ereignissen auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking. Zur Reise von Krenz zum 40. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China am 1. Oktober besteht kein kausaler Zusammenhang.

Soweit ich weiß, war die Einladung an Honecker ergangen, doch der war nach den Operationen gesundheitlich noch nicht wiederhergestellt, weshalb er Krenz schickte. Die Behauptung ist unwahr, Krenz sei vornehmlich nach Peking gereist, um den blutigen Zusammenstößen Beifall zu zollen.

Er hat sich im Übrigen mit Erfolg gegen Behauptungen juristisch zur Wehr gesetzt, im Herbst mit der „chinesischen Lösung“ gedroht zu haben. Tatsache ist, dass ihm bei einer Klage gegen die Bundesministerin Christine Bergmann Recht gegeben wurde. Ihr wurde bei Strafandrohung von 500.000 DM vom Landgericht Hannover untersagt, die falsche Tatsachenbehauptung, die sie gegenüber der „Zeit“ geäußert hatte, zu wiederholen: „Schließlich hat uns Egon Krenz im Herbst 1989 mit dem Platz des Himmlischen Friedens gedroht.“


[hallo]
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Volker Zottmann » 17. Oktober 2021, 18:52

Krenz reiste als dritte Delegation, NACH den Toten auf dem Platz in Peking, dorthin.
Er erklärte im Angesicht der Umgekommenen, er stünde mit den Chinesen auf der selben Barrikade der Revolution. Die dortigen Feinde sind identisch mit denen der DDR.
Gleichzeitig forderte die Honecker,dass die Opposition gewaltsam zu bekämpfen sei.
Wenn Andr.K vergesslich ist oder tut, ist das sein Bier.

Wir sind es nicht. Und nicht zu vergessen Beethoven, der nach wie vor den Krenz hofiert.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: 72 Jahre

Beitragvon Kumpel » 17. Oktober 2021, 18:59

Das Neue Deutschland meldete jedenfalls am 5. Juni , die chinesische Volksbefreiungsarmee habe einen konterrevolutionären Aufruhr in Peking nieder geschlagen.
Was man von diesem Vokabular zu halten hatte wusste jeder DDR Bürger. Bloß ein paar ehemalige Vopos wissen das offenbar bis heute nicht. [flash]
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Re: 72 Jahre

Beitragvon andr.k » 17. Oktober 2021, 19:01

Volker Zottmann hat geschrieben:Krenz reiste als dritte Delegation, NACH den Toten auf dem Platz in Peking, dorthin.
Er erklärte im Angesicht der Umgekommenen, er stünde mit den Chinesen auf der selben Barrikade der Revolution. Die dortigen Feinde sind identisch mit denen der DDR.
Gleichzeitig forderte die Honecker,dass die Opposition gewaltsam zu bekämpfen sei.
Wenn Andr.K vergesslich ist oder tut, ist das sein Bier.

Wir sind es nicht. Und nicht zu vergessen Beethoven, der nach wie vor den Krenz hofiert.

Gruß Volker

@Volker Zottmann, bist du verwirrt oder einfach wieder unwissend? [hallo]
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Re: 72 Jahre

Beitragvon augenzeuge » 17. Oktober 2021, 19:03

Kumpel hat geschrieben:Das Neue Deutschland meldete jedenfalls am 5. Juni , die chinesische Volksbefreiungsarmee habe einen konterrevolutionären Aufruhr in Peking nieder geschlagen.
Was man von diesem Vokabular zu halten hatte wusste jeder DDR Bürger. Bloß ein paar ehemalige Vopos wissen das offenbar bis heute nicht. [flash]


So ist es. [grins]

Der Direktor des Zeitgeschichtlichen Forums in Leipzig, Jürgen Reiche, erinnert an die Reaktion von DDR-Volksbildungsministerin Margot Honecker. Sie erklärte nach der Niederschlagung der Proteste in Peking, der Sozialismus müsse mit Waffengewalt verteidigt werden.

Auch die Volkskammer, das DDR-Parlament, solidarisierte sich mit den chinesischen Machthabern. Die Volksmacht habe sich gezwungen gesehen, „Ordnung und Sicherheit unter Einsatz bewaffneter Kräfte wieder herzustellen”, wurde damals verlesen. Als eine der wenigen Regierungen in der Welt hieß die DDR-Führung die blutige Niederschlagung der Demokratiebewegung gut − und folgte dem Pekinger Sprachgebrauch, dass eine „konterrevolutionäre Rebellion” zerschlagen worden sei.



Das Volk hatte es verstanden. Da hilft auch das Buch von Modrow nicht.
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Re: 72 Jahre

Beitragvon Volker Zottmann » 17. Oktober 2021, 19:09

Andr.K, statt unterschwellig zu hetzen und Wink-Smilys zu setzen, solltest Du mal meinen Link chronologisch lesen.
Erschreckend ist, was die Bundesrepublik Deutschland heute für Staatsdiener beschäftigt.

Gruß Vker
Volker Zottmann
 

Re: 72 Jahre

Beitragvon andr.k » 17. Oktober 2021, 19:35

Volker Zottmann hat geschrieben:Andr.K, statt unterschwellig zu hetzen und Wink-Smilys zu setzen, solltest Du mal meinen Link chronologisch lesen.
Erschreckend ist, was die Bundesrepublik Deutschland heute für Staatsdiener beschäftigt.

Gruß Vker


Lass deine blöde Anmache. Beschäftige dich lieber genauer mit dem Thema. [wink]
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Re: 72 Jahre

Beitragvon andr.k » 17. Oktober 2021, 19:37

augenzeuge hat geschrieben:Da hilft auch das Buch von Modrow nicht.


Möchtest Du sagen, dass Buch entspricht nicht der Wahrheit?
Man lebt ruhiger, wenn man nicht alles sagt, was man weiß, nicht alles glaubt, was man hört und über den Rest einfach nur lächelt.

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Re: 72 Jahre

Beitragvon andr.k » 17. Oktober 2021, 19:39

Weiter geht's:

Michael Gehler: In der Forschung fragt man sich, ob die Reformen und Übergänge 1989/90 in Mittel- und Ost-Europa vor dem Hintergrund der chinesischen Erfahrung so relativ friedlich und gewaltfrei abgelaufen sind. Die Bevölkerungen waren einerseits verängstigt, es könnte eine chinesische Lösung geben, die Führungen andererseits signalisierten ihrerseits, mehr oder weniger Gorbatschows Kurs der Reformen mitzutragen. Sie erwähnten, Panzer in Leipzig, das war ein Szenario, dass man sich nicht mehr wünschen wollte. Wie lange hatten der chinesische Hintergrund und die Vorgänge im Juni 1989 nachgewirkt bzw. einen Verstärkereffekt entwickelt, das auf beiden Seiten – Bevölkerung und Regierungsvertreter – nicht noch einmal erleben zu wollen?

Hans Modrow: In Leipzig rollten keine Panzer. Der Gedanke, den Honecker kurzzeitig hatte, wurde nie realisiert. Er selber zog ihn zurück, soviel ich weiß. Ich war bei diesen Besprechungen nicht dabei und bis Anfang November 1989 in Dresden 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung. China war, wenn Sie nach der Wirkung auf die DDR-Bevölkerung und die Führung fragen, weiter weg als Prag 1968 oder Polen 1981, als dort das Kriegsrecht verhängt wurde. Eine imaginäre Furcht, es könnte Blut fließen wie in Beijing, bestand nicht.

Oliver Dürkop: Krenz reiste ins Saarland und gab einem Journalisten ein 20-minütiges Interview. Dabei kam es aus seiner Sicht zu einer falschen Wiedergabe seiner Äußerung, er habe angeblich begrüßt, dass die Ordnung in China wiederhergestellt wurde. War mit dieser Aussage das politische Schicksal von Egon Krenz verbunden?

Hans Modrow: Nein. Überhaupt nicht.

Oliver Dürkop: Die – eventuell absichtsvoll missverstandene – Aussage von Krenz zum Vorgehen der chinesischen Staatsführung wurde als eine Rechtfertigung der chinesischen Politik interpretiert, was seiner Reputation schadete. Sollte damit Krenz zum „Panzerkommunist“ gemacht werden? Warum, und von wem?



Michael Gehler: Es gibt eine Tragik oder wenn Sie so wollen eine Gemeinheit der Geschichte, dass das Endprodukt im Mittelpunkt steht. Das ist ein großer Fehler, der oft begangen wird – auch von Historikern –, dass sie die Geschichte vom Endpunkt betrachten, vom Ergebnis ausschreiben und nicht von dem Ausgangspunkt bzw. nicht von den einzelnen Phasen aus sehen. Mit Krenz wird im Rückblick immer diese „chinesische Lösung“ assoziiert, d. h. er habe diese Vorgänge, die am Platz des himmlischen Friedens geschehen sind, praktisch gutgeheißen und damit den Eindruck erweckt, dass er damit konform gehen würde. Ist das begründet und gerechtfertigt?

Hans Modrow: Nein, das ist ungerecht. Niemand sollte diesen Vorwurf erheben. Egon Krenz hat niemals eine gewaltsame Lösung präferiert.

Michael Gehler: Mit Krenz wird aber dieses Geschehnis immer wieder assoziiert – offensichtlich in unzutreffender Weise, wie Sie meinen?

Hans Modrow: Das ist einfach unzutreffend. Aus der Tatsache, dass Krenz Ehrengast beim 40. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China war, ist keine Zustimmung zu den Vorgängen auf dem Platz des Himmlischen Friedens abzuleiten. Wie schon gesagt: Die Einladung war an Honecker gerichtet, der war gesundheitlich angeschlagen, Ministerpräsident Stoph reiste auch nicht, also nahm Krenz diesen Auftrag an. Er ist ein ranghoher, politischer Vertreter hinter Honecker.




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Re: 72 Jahre

Beitragvon Olaf Sch. » 17. Oktober 2021, 20:41

Modrow war am Anfang vom Ende kein Friedensengel, erst als in Leipzig die Massen unterwegs waren, änderte er seine Richtung. Was er schreibt oder nicht, ist nicht relevant.

Leider haben wir keine Bene Gesserit Wahrsagerin zur Hand...
Olaf Sch.
 

Re: 72 Jahre

Beitragvon HPA » 17. Oktober 2021, 20:46

Die Ausbildung war also mit gesellschaftlichen Ausbildungszielen befrachtet, deshalb wohl auch die Verlängerung von drei auf vier Jahre ab 1983.

Flugzeugführer immer vier Jahre und wahrscheinlich weniger Politik.


Von wegen. Bei letzteren auch 40 % Rotlicht

[flash]

Deswegen wird das dreijährige auch nicht als (Fach)hochschulstudium anerkannt und das vierjährige nur in bestimmten Fachrichtungen.

Völlig zu Recht.

Ein militärischer Einsatz beginnt mit dem Verlassen der Kaserne und Verlegen zum Einsatzort.

Nicht umsonst wird der AVZ bei der BW bereits am ersten Tag mit dem Flug ins Einsatzland gezahlt.
Zuletzt geändert von HPA am 17. Oktober 2021, 20:56, insgesamt 1-mal geändert.
HPA
 

Re: 72 Jahre

Beitragvon augenzeuge » 17. Oktober 2021, 20:54

andr.k hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Da hilft auch das Buch von Modrow nicht.


Möchtest Du sagen, dass Buch entspricht nicht der Wahrheit?


Das sagen u. a. die, die militärisch vor Ort eingesetzt werden sollten. Siehe Aussagen Fallschirmjäger.
Ein Modrow war bei den Entscheidungen gar nicht anwesend.
Also höre endlich auf, den Dackel für die alten Männer zu spielen,die ein ganzes Land zerstört und für ihre kranken Ideale das Volk 49 Jahre büßen ließen.

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Re: 72 Jahre

Beitragvon andr.k » 17. Oktober 2021, 21:09

augenzeuge hat geschrieben:
andr.k hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Da hilft auch das Buch von Modrow nicht.


Möchtest Du sagen, dass Buch entspricht nicht der Wahrheit?


Das sagen u. a. die, die militärisch vor Ort eingesetzt werden sollten. Siehe Aussagen Fallschirmjäger.
Ein Modrow war bei den Entscheidungen gar nicht anwesend.
Also höre endlich auf, den Dackel für die alten Männer zu spielen,die ein ganzes Land zerstört und für ihre kranken Ideale das Volk 49 Jahre büßen ließen.

AZ

Habe ich über Modrows Entscheidungen geschrieben? Es ging um die Aussage von @VZ, was Krenz angeblich gesagt haben soll. Diese Aussage war schlicht und einfach erlogen. Punkt! Und, Du kannst gerne in deiner Funktion als Moderator deine Mitläufer als Dackel bezeichnen, vom geschichtlichen Niveau würde das Passen. Viel Vergnügen noch bei eurer "Geschichtsaufarbeitung".

[flash]
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Re: 72 Jahre

Beitragvon HPA » 17. Oktober 2021, 21:15

augenzeuge hat geschrieben:
Kumpel hat geschrieben:Im Grunde genommen war bereits die militärischen Planungsspiele als Reaktion auf die Demonstrationen ein Verbrechen und zeigten deutlich wie weit weg die Führungsriege der DDR von der Bevölkerung war.


Im Video wird Beethoven ja einige Mitstreiter wiedererkennen. Aber sie sagen auch klare Worte, welche ich bei ihm etwas vermisse. [wink]
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Den Beteilgten an diesem Einsatz hat man auch noch Erzählungen aus der dunkelroten Märchenstube aufgetischt wer da in Leipzig so alles demonstriert.

[flash]
Zuletzt geändert von HPA am 17. Oktober 2021, 21:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: 72 Jahre

Beitragvon augenzeuge » 17. Oktober 2021, 21:20

Es ging um die Aussage von @VZ, was Krenz angeblich gesagt haben soll. Diese Aussage war schlicht und einfach erlogen.


Was willst du hier vermitteln, dass Krenz der Heilsbringer war?

Krenz hat nach dem Massaker in China den Herrschern sei ne Aufwartung gemacht, als ob das nicht schon schlimm genug wäre, hat er sich noch hinter diese Gewalt gestellt.
Er hat diese chinesischen Oppositionellen als Verbrecher und Rowdys beschimpft. Dabei hatten sie die gleichen Ziele wie jene zu Hause.
Die Oppositionellen zu Hause haben diese Worte sehr gut verstanden. Der Wink mit dem Zaunpfahl sozusagen.

Und als die Demos begannen, riefen die Demonstranten daher, "...keine Gewalt, wir sind keine Rowdys." Diese Rufe haben ihren Ursprung in Krenz's Worten in China.

Das ist die Wahrheit mein Lieber. Auch wenn es dir nicht passt, hier im Forum setzt sich die Wahrheit durch. [hallo]

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Re: 72 Jahre

Beitragvon HPA » 17. Oktober 2021, 21:26

Reporter:"Seit heute Vormittag hält sich eine Partei- und Staatsdelegation der DDR unter der Leitung von Egon Krenz in der Volksrepublik China auf. Ihr zu Ehren fand am Abend ein festlicher Empfang statt, auf dem das Mitglied des ständigen Ausschusses des Politbüros des ZK der KP Chinas, Qiao Shi, das Wort ergriff.“

Qiao Shi (chinesisch): „Kaum sind Sie in Peking angekommen, da haben wir schon außerordentliche effektive und nützliche Gespräche geführt. Unser Meinungsaustausch über die freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern, über die internationale Lage und über die gesellschaftliche Entwicklung in China und in der DDR hat gezeigt, dass wir in vieler Hinsicht eine gemeinsame Sprache gefunden haben. Besonders möchte ich den Genossen aus der DDR für ihre solidarische Haltung bei der Niederschlagung des konterrevolutionären Aufruhrs danken. Auch darin kamen die guten Beziehungen zwischen unseren Parteien und Völkern zum Ausdruck.“
HPA
 

Re: 72 Jahre

Beitragvon augenzeuge » 17. Oktober 2021, 21:29

Erinnerung von Bürgerrechtler Werner Schulz über die Reaktionen auf das Tian'anmen-Massaker in der DDR
der Staatsapparat und die Staatssicherheit, also das Schild und Schwert der Partei, waren zu allem entschlossen, und Egon Krenz machte das ja auch deutlich, auch übrigens die Haltung von Hans Modrow, der heute Ehrenvorsitzender der Linken ist – wofür weiß man offenbar nur in dieser Partei –, denn es hat ja dann auch am Dresdener Bahnhof brutale Übergriffe gegeben. Die signalisierten der DDR-Opposition: Wenn ihr das ausdehnt, wenn ihr solche Unruhen hier organisiert, dann sind wir auch bereit, durchzugreifen und notfalls auch mit der Waffe in der Hand die chinesische Lösung ...

https://www.deutschlandfunk.de/die-sed- ... e_id=67208

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