dein1945 hat geschrieben:Mal so nebenbei, 3 Jahre Knast nur weil man 1968 RIAS hörte, allerdings im Kollegenkreis,....
Danke für die Aufklärung! jetzt weiß ich das unsere gesamte Lehrlingsklasse, inklusive Lehrausbilder, 1968 in Wirklichkeit im Knast gesessen haben und nicht in der Berufsschule.
Dieses "ich habe von jemanden gehört der es wiederum ganz genau von jemanden weiß dem es unter dem Siegel der Verschwiegenheit erzählt wurde....", genau diese Art der Gerüchte welche im Nachgang zur Wahrheit erhoben werden begeistern mich immer wieder.
Es ist schon erstaunlich mit welcher Zähigkeit sich solche Ammenmärchen halten das diejenigen absolut unschuldig waren, sich nie aber auch nie etwas haben zuschulden kommen lassen. Immer nur bei Grün über die Strasse usw.
Noch erstaunlicher ist allerdings für mich das einige User hier in Modifizierung des pawlowchen Reflexes offensichtlich einen stasiistichen Reflex haben, denn wie ist es zu erklären das sie es irgendwann mit zwanghafter Manie schaffen ihr Thema in jegwedes Thema einzubringen ob es gerade passt oder nicht, hauptsache sie sagen "Stasi". Erzeugt das Lustgefühle?
Dunkel kann ich mich erinnern das es hier um die Frage ging und meines Erachtens gehen sollte, wo liegen eventuelle Ursachen für die Empfänglichkeit rechtsnationalem Gedankengut in vielen Gegenden von Ostdeutschland.
Es muß nicht immer offensichtlich rechtes Gedankengut sein, genauso gefährlich; fast noch gefährlicher; halte ich erzkonservatives Denken welches eine pauschale Ablehnung jeglicher anderer Meinung einschließt.
Dieses erzkonservative Denken führt meist zur Anfälligkeit von nationalem und geschickt verschleierten rechtem Gedankengut.
Das bei einer Wahl nach der Stimmenauszählung eine rechte Partei auf knapp 20% kommt sagt nicht zwingend aus das im Wahlkreis 20% der Wahlberechtigten auch Rechts denken. Wenn ich mir die Gesamtwahlbeteiligung von 51,4% in Meck-Pom betrachte machen mir die 48,6% Nichtwähler mehr sorgen.
Denn sie haben indirekt mit ihrer Verweigerung der Stimmenabgabe das Feld für das "erstarken" der rechten Partei ermöglicht.
Es ergibt schon ein anderes Bild wenn ca. 40.000 rechte Wähler, die auf jeden Fall zur Wahl gehen, nur den ca. 700.000 zur Wahl erschienenen oder knapp 1.400.000 Wählern gegenüberstehen. (Wenn ich von den Wahlberechtigten ausgehe)
Nicht zur Wahl gehen ist eine der Ursachen dafür das die Rechten so scheinbar erstarken, nicht das sie auf einmal eine Massive Fanbasis haben welche sich immer mehr vergrößert.
Wer heute nicht zur Wahl geht trägt mit dieser passiven Haltung nicht unwesentlich dazu bei das die extremen Parteien "Stimmen" für Mandate im Kreis-, Land und Bundestag gewinnen.
In diesem Zusammenhang ist es interessant mal die absolute Zahl der Stimmen für die NPD zu kennen, auch in der Entwicklung zu den letzten Landtagswahlen.
Erststimme
2011 / 39.613 (51,5% Wahlbeteiligung),die Zweitstimmen: 40.642
2006 / 57.008 (59,1% Wahlbeteiligung),die Zweitstimmen: 59.845
2002 / 2.877 (70,6% Wahlbeteiligung),die Zweitstimmen: 7.718
1998 / 1.346 (79,4% Wahlbeteiligung),die Zweitstimmen: 11.531
1994 / 512 (72,9% Wahlbeteiligung),die Zweitstimmen: 1.429
Mit diesem, auch für mich, Phänomen des explosionsartigen Anstieges der absoluten Wählerzahlen von 2002 zu 2006 kann glaube ich nicht damit erklärt werden das da gefrustete DDR Bürger die Rechten für sich entdeckten.
Um da detaillierter zu schauen welche Altersstruktur, welcher Bildungsgrad sich dahinter verbirgt sind die entsprechenden Facheinrichtungen gefragt.
Alles andere ist stochern im Nebel, um der Vermutung und der Spekulation über mögliche Ursachen willens und bringt keinen wirklich weiter.
Letztendlich bestimmt doch der Wähler oder schlimmer der Nichtwähler wohin die politische Richtung tendiert.
Nicht zur Wahl gehen und hinterher darüber meckern das die Rechten die Stimmen abfassen, das zeichnet den wirklichen Demokraten aus.
Das ist demokratisches Leben in Reinkultur.
Gruß
Nostalgiker