Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Alles zum Thema NVA, außer GT

Re: Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Neuer Beitragvon Beethoven » 6. Juli 2020, 13:04

zoll hat geschrieben:Beethoven wie du richtig schreibst waren auch zwei Stunden bis zum Ausrücken möglich. Mein Btl. ein Versorger, schaffte das tatsächlich auch in drei Stunden. Aber in dieser Zeit war es nicht möglich alle Wasser und Betriebsstoffe vollständig mit zu führen. Die Werkstattkompanie schaffte es im Extremfall zwar schneller, weil fast alles für die Einrichtung eines Werkstattbetriebes auf LKW verladen war und dauernd blieb.


In der NVA, werter Zoll, war die Gefechtstechnik aller Kompanien und somit auch der Bataillone, Regimenter, Division in Hallen voll aufmunitioniert und mit sämtlichen Betriebsstoffen versehen, an Kabeln hängend (für die Batterien und im Winter für die Vorheizung der Motore vor allem für die gepanzerte Technik) abfahrbereit und somit gefechtsbereit. Diese Technik verließ die Hallen nur für Parktage (da nur wenige Meter) und wenn die Einheit ( ab Bataillon) geschlossen zu Ausbildungsmaßnahmen (z.B. Übungen oder Manövern) raus fuhr.
Lediglich der dritte Zug einer jeden Kompanie / Batterie war Lehrgefechtstechnik. Die wurde für die tägliche, normale Ausbildung auch durch die anderen Züge der Kompanie / Batterie genutzt. Bei Auslösung einer höheren Stufe der Gefechtsbereitschaft mit Verlassen des Objektes, brauchte somit nur dieser dritte Zug aufmuntioniert werden und konnte los kullern. T/S wurde nach jeder Ausbildung, vor Abstellen der Technik, auf 100 % Auffüllung gebracht.

In einem Mot.-Schützen- oder Panzerregiment, hatte die Gefechts- und Lehrgefechtstechnik der Mot.-Schützen- oder Panzerbataillone, in 25 - 30 Minuten, das Objekt zu verlassen und auf den befohlenen Marschstraßen zum Konzentrierungsraum zu fahren.
Der technische Schluss des Regimentes hatte nach x + 120 das Objekt verlassen zu haben. Das bedeutet, dass x + 120 der Truppenteil, bis auf die Poststelle und eine Funkbude, leer war.

Trennung

@ VZ - ja Neiden. Sei froh, dass Ihr nur singen musstet. Bei uns wurden die Soldaten, die die Normen nicht mit 1 oder 2 schafften (kam selten vor), in der Freizeit in Form gebracht. Glaub mir, das hättest Du nicht mitmachen wollen. [grins] Allerdings murrte da Keiner.
Singen mussten wir übrigens auch. Einmal im Monat war Vorbeimarsch an der Führung mit Marschgesang. Da gab es "das Lied des Monats", welches der Polit den Jägern einzubläuen hatte. [wink]

Freundlichst
Die größten Vorteile im Leben überhaupt wie in der Gesellschaft hat ein gebildeter Soldat. J. W. v. Goethe

Das Gesetz ändert sich, die Gesinnung nicht.
Benutzeravatar
Beethoven
 
Beiträge: 4429
Bilder: 0
Registriert: 6. August 2014, 08:27

Re: Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Neuer Beitragvon zoll » 6. Juli 2020, 18:00

Beethoven hat geschrieben:
zoll hat geschrieben:Beethoven wie du richtig schreibst waren auch zwei Stunden bis zum Ausrücken möglich. Mein Btl. ein Versorger, schaffte das tatsächlich auch in drei Stunden. Aber in dieser Zeit war es nicht möglich alle Wasser und Betriebsstoffe vollständig mit zu führen. Die Werkstattkompanie schaffte es im Extremfall zwar schneller, weil fast alles für die Einrichtung eines Werkstattbetriebes auf LKW verladen war und dauernd blieb.


In der NVA, werter Zoll, war die Gefechtstechnik aller Kompanien und somit auch der Bataillone, Regimenter, Division in Hallen voll aufmunitioniert und mit sämtlichen Betriebsstoffen versehen, an Kabeln hängend (für die Batterien und im Winter für die Vorheizung der Motore vor allem für die gepanzerte Technik) abfahrbereit und somit gefechtsbereit. Diese Technik verließ die Hallen nur für Parktage (da nur wenige Meter) und wenn die Einheit ( ab Bataillon) geschlossen zu Ausbildungsmaßnahmen (z.B. Übungen oder Manövern) raus fuhr.
Lediglich der dritte Zug einer jeden Kompanie / Batterie war Lehrgefechtstechnik. Die wurde für die tägliche, normale Ausbildung auch durch die anderen Züge der Kompanie / Batterie genutzt. Bei Auslösung einer höheren Stufe der Gefechtsbereitschaft mit Verlassen des Objektes, brauchte somit nur dieser dritte Zug aufmuntioniert werden und konnte los kullern. T/S wurde nach jeder Ausbildung, vor Abstellen der Technik, auf 100 % Auffüllung gebracht.

In einem Mot.-Schützen- oder Panzerregiment, hatte die Gefechts- und Lehrgefechtstechnik der Mot.-Schützen- oder Panzerbataillone, in 25 - 30 Minuten, das Objekt zu verlassen und auf den befohlenen Marschstraßen zum Konzentrierungsraum zu fahren.
Der technische Schluss des Regimentes hatte nach x + 120 das Objekt verlassen zu haben. Das bedeutet, dass x + 120 der Truppenteil, bis auf die Poststelle und eine Funkbude, leer war.

Trennung

@ VZ - ja Neiden. Sei froh, dass Ihr nur singen musstet. Bei uns wurden die Soldaten, die die Normen nicht mit 1 oder 2 schafften (kam selten vor), in der Freizeit in Form gebracht. Glaub mir, das hättest Du nicht mitmachen wollen. [grins] Allerdings murrte da Keiner.
Singen mussten wir übrigens auch. Einmal im Monat war Vorbeimarsch an der Führung mit Marschgesang. Da gab es "das Lied des Monats", welches der Polit den Jägern einzubläuen hatte. [wink]

Freundlichst

Wenn ich diese dauernde Gefechtsbereitschaft berücksichtige, dann war die westl. Aussage nicht falsch, die behauptet von den Sowjets geht eine permanente Gefahr aus.
Ergänzend muss ich aber auch sagen, dass die Raketenstellungen in der Eifel auch 24/7 bereit waren. Patt!
zoll
 

Re: Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Neuer Beitragvon HPA » 6. Juli 2020, 18:25

Ergänzend muss ich aber auch sagen, dass die Raketenstellungen in der Eifel auch 24/7 bereit waren. Patt!


Nicht nur in der Eifel. Diese Strategie der nuklearen Abschreckung hat sich ja auch schlussendlich auch als erfolgreich erwiesen.
HPA
 

Re: Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Neuer Beitragvon Beethoven » 7. Juli 2020, 06:42

zoll hat geschrieben:Wenn ich diese dauernde Gefechtsbereitschaft berücksichtige, dann war die westl. Aussage nicht falsch, die behauptet von den Sowjets geht eine permanente Gefahr aus.


Das kann ich nicht abstreiten.

Die ständige (hohe) Gefechtsbereitschaft in der NVA, wurde uns von den Sowjets auf die Nase gedrückt und es war immer ein Kampf und Krampf, diese hohe GB von 85 % zu halten.
Geschuldet war dies der Paranoia, die die Sowjets hatten, als der große Krieg begann und die Rote Armee, so zu sagen, im "Tiefschlaf" lag. Das sollte nicht noch einmal passieren.

Du kannst Dir nicht vorstellen, was für Verrenkungen wir manches mal machen mussten, um die 85 % zu erreichen. Ausnahmen gab es nur zu Ostern und den Weihnachtsfeiertagen, einschließlich Jahreswechsel.

Freundlichst
Die größten Vorteile im Leben überhaupt wie in der Gesellschaft hat ein gebildeter Soldat. J. W. v. Goethe

Das Gesetz ändert sich, die Gesinnung nicht.
Benutzeravatar
Beethoven
 
Beiträge: 4429
Bilder: 0
Registriert: 6. August 2014, 08:27

Re: Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Neuer Beitragvon zoll » 7. Juli 2020, 10:44

Beethoven hat geschrieben:
zoll hat geschrieben:Wenn ich diese dauernde Gefechtsbereitschaft berücksichtige, dann war die westl. Aussage nicht falsch, die behauptet von den Sowjets geht eine permanente Gefahr aus.


Das kann ich nicht abstreiten.

Die ständige (hohe) Gefechtsbereitschaft in der NVA, wurde uns von den Sowjets auf die Nase gedrückt und es war immer ein Kampf und Krampf, diese hohe GB von 85 % zu halten.
Geschuldet war dies der Paranoia, die die Sowjets hatten, als der große Krieg begann und die Rote Armee, so zu sagen, im "Tiefschlaf" lag. Das sollte nicht noch einmal passieren.

Du kannst Dir nicht vorstellen, was für Verrenkungen wir manches mal machen mussten, um die 85 % zu erreichen. Ausnahmen gab es nur zu Ostern und den Weihnachtsfeiertagen, einschließlich Jahreswechsel.

Freundlichst

Das kann ich nachvollziehen. Allerdings muss man dabei beachten, dass die Führung beim Vollzug solcher Maßnahmen sehr kreativ war. Oder liege ich falsch?
Ein Aspekt ist hier aber auch zu bedenken - der Kostenfaktor. Solche hohe Bereitschaft hat an Mensch und Maschine sehr hohe Anforderungen gestellt.

Wäre es bei der BW so gewesen, hätten wir als Instandsetzer nur unter größten Zeitverzögerungen unsere Arbeit erledigen können. Angenommen ein Kpz wäre voll ausgerüstet gewesen, alle Einsatzgeräte abmontieren, Munition entladen. Unsere InstGr fuhren in der Regel zu den gemeldeten Fahrzeugen um mit der Inst zu beginnen. Wartezeiten für diese Abrüstung waren nicht einkalkuliert. Die Fahrzeuge waren in der Regel immer noch Einsatz bereit.
zoll
 

Re: Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Neuer Beitragvon Beethoven » 8. Juli 2020, 07:47

zoll hat geschrieben:Das kann ich nachvollziehen. Allerdings muss man dabei beachten, dass die Führung beim Vollzug solcher Maßnahmen sehr kreativ war. Oder liege ich falsch?
Ein Aspekt ist hier aber auch zu bedenken - der Kostenfaktor. Solche hohe Bereitschaft hat an Mensch und Maschine sehr hohe Anforderungen gestellt.

Wäre es bei der BW so gewesen, hätten wir als Instandsetzer nur unter größten Zeitverzögerungen unsere Arbeit erledigen können. Angenommen ein Kpz wäre voll ausgerüstet gewesen, alle Einsatzgeräte abmontieren, Munition entladen. Unsere InstGr fuhren in der Regel zu den gemeldeten Fahrzeugen um mit der Inst zu beginnen. Wartezeiten für diese Abrüstung waren nicht einkalkuliert. Die Fahrzeuge waren in der Regel immer noch Einsatz bereit.


Du liegst eher, so meine Erfahrung, falsch, werter Zoll.
Was weiter oben getrieben wurde, entzieht sich natürlich meiner Kenntnis. Aber auf Ebene des Truppenteils wurde wirklich versucht, die Vorgaben einzuhalten.

Sollte dies aus objektiven Gründen nicht möglich sein, so gab es die so genannten "Meldehöhen" (wie übrigens auch bei anderen schweren Verstößen aller Art)

Theoretisches Beispiel: In der Flugabwehrbatterie fiel ein Waffensystem aus (aus welchem Grunde auch immer) und kann nicht mit eigenen Mitteln instand gesetzt werden, muss also zu einer anderen Inst-Werkstatt gebracht werden und fällt somit einige Tage aus. Schon war die Einsatzbereitschaft dieser Batterie bei nur 75 %.

Meldehöhe 4 - an die Division. Die Herren dort mussten sich nun kümmern, wie sie das in den Griff bekommen. Z.B. ein System aus dem FlaRak-Regiment bereit stellen, welches bei Auslösung einer höheren Stufe der Gefechtsbereitschaft, zeitweilig, dem Regiment unterstellt wird, wäre vielleicht ein probates Mittel.

Ein Wort zu den Meldehöhen:
Diese Meldung wurde natürlich den entsprechenden Stellen zugeleitet. Also unser Waffensystem an den Stellvertreter des jeweiligen Kommandeurs oder Befehlshabers für T 7 B (Technik und Bewaffnung). Gab es z.B. einen Toten oder schwer Verletzten, wurde dass an den Chef des Stabes geleitet, der dann den Oberoffizier Innerer Dienst einschaltete, der dann z.B. die Militärstaatsanwaltschaft informierte usw. usf.

Meldehöhe 3 - Meldung an den Militärbezirk
Meldehöhe 2 - Meldung an das Kdo LaSK
Meldehöhe 1 - Meldung an den Hauptstab der NVA (hieß im Sprachgebrauch - "Meldehöhe Minister")

Die jeweilige Meldehöhe entschied darüber, welches Organ den Mangel kennen musste und befahl sodann, wie der Mangel zu beseitigen sei. Natürlich war immer der Truppenteil / Verband in erster Linie dafür verantwortlich aber wenn z.B. der Chef T / B befahl, dass das Panzerreparaturwerk Neunbrandenburg, sich des Waffensystems sofort anzunehmen hatte, dann geschah dies auch so und das Waffensystem war so bald wie möglich wieder in der Truppe und somit war die GB wieder gewährleistet.

Freundlichst
Die größten Vorteile im Leben überhaupt wie in der Gesellschaft hat ein gebildeter Soldat. J. W. v. Goethe

Das Gesetz ändert sich, die Gesinnung nicht.
Benutzeravatar
Beethoven
 
Beiträge: 4429
Bilder: 0
Registriert: 6. August 2014, 08:27

Re: Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Neuer Beitragvon zoll » 8. Juli 2020, 18:32

Das hört sich sehr konsequent an und ..... allein mir fehlt der Glaube. Warum sage ich das?
Beim Militär ist auf allen Ebenen viel Lametta vereint. Dort werden Verantwortlichkeiten hin und her geschoben, selbst wenn es um gravierende Dinge wie die Gefechtsbereitschaften geht. Das war so bei der BW und wird auch nicht bei der NVA anders gewesen sein.
Zum anderen war die Versorgungslage mit Konsumartikeln nie voll befriedigend. Die Wirtschaft hatte doch mit allen Unzulänglichkeiten der Planwirtschaft zu kämpfen. Wie soll es dann bei der Bevorratung von Material für Instandhaltung der NVA besser gewesen sein.
Ein gravierendes Beispiel aus meiner damaligen Praxis. Ein M 113 war ausgefallen, weil aus unerklärlichen Gründen der Verteilerfinger des Zündverteiler defekt war. Als Ersatz bekamen wir einen großen, runden Seekontainer. Erstaunen war riesig. Für so ein kleines Teil diese Verpackung. Die Lösung des Rätsels, Inhalt ein nagelneuer, kompletter Motor für das Fahrzeug. Ja, so ging Materialhaltung und Verschwendung, weil dieser kleine Finger einfach nicht zu bekommen war. Fehlplanungen gab es nicht nur im Osten.
zoll
 

Re: Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Neuer Beitragvon Beethoven » 9. Juli 2020, 07:40

Nun werter Zoll, ich war nie bei den "Rückwärtigen" und kann deshalb auch nicht einschätzen, wie die Versorgungslage bei T/B aussah. Aber mir ist auch bekannt, dass der T/B meines Bataillons so manches mal stöhnte und sich die Haare raufte. Aber er und die T/B´s der Kompanien (Berufsunteroffiziere) fanden immer (fast immer) eine Lösung des Problems um die Technik EB (einsatzbereit) zu halten oder zu machen. "Pleppi" so der Spitzname des Bataillons-T/B sah aus wie ein, heute würde man "Nerd" sagen. Aber er hatte "goldene Hände" und war ein findiger Bursche, ein studierter Kfz-Ingenieur.

Wie gut die Männer waren möchte ich mal an einem Beispiel erläutern.
Das Marineinfanteriebataillon der NVA (Seelandebataillon - das gesamte Regiment wurde kurz vor der Wende an die Marine abgegeben und die Männer trugen nun Marineuniform) hatte In Vorbereitung einer zweiseitigen Übung zur Seeanlandung in Karlshagen (bei Peenemünde) die Seebeladung zu trainieren.

Die SPW´s schwammen also zum Landungsschiff (ca. 300 - 400 m von Strand entfernt) und fuhren über eine Rampe in den Schiffskörper.
Ein SPW kippte, wegen falschem Anschwimmen, von der Rampe und lag mit dem Kopf nach unten in 5 - 6 m Wassertiefe. Zum Glück konnten sich der Fahrer und der Kommandant retten, so dass es keinen Personenausfall oder gar Tote gab. (übrigens - Meldehöhe 3).
Die Pionierkompanie stellte den SPW unter Wasser auf die Räder und schäkelte ihn an ein Bergungsfahrzeug an und der SPW wurde an den Strand geschleppt. Nun schlug die Stunde von "Pleppi" und den anderen Technikern der Kompanien. Sie schafften es, den SPW (der ja bekanntlich zwei Motore hatte) innerhalb einer Woche wieder zum Laufen zu bringen und auch sonst einsatzfähig zu machen, so das dieser an der Übung der Seeanlandung teilnehmen konnte. [bravo]


Was ab Divisionsebene in Punkto "Gefechtsbereitschaft" gemeldet oder gemauschelt wurde, weiß ich nicht.

In meiner letzten Dienststellung gab es kaum Ausfälle in T/B, weil wir keine schwere Gefechtstechnik hatten, sondern nur Kfz-Technik.

Freundlichst
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Die größten Vorteile im Leben überhaupt wie in der Gesellschaft hat ein gebildeter Soldat. J. W. v. Goethe

Das Gesetz ändert sich, die Gesinnung nicht.
Benutzeravatar
Beethoven
 
Beiträge: 4429
Bilder: 0
Registriert: 6. August 2014, 08:27

Re: Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Neuer Beitragvon ratata » 9. Juli 2020, 10:26

Nur mal von mir ein paar Sätze hier zu . 1982 durfte ich an an einer MOB dran teilnehmen . Allgemeinen Mobilmachung fand im Raum lenin dann irgendwo bei Brück statt .
Als Werkstattmeister für LKW Instandsetzung war ich in der Instandsetzungskompanie meines damaligen Kreises eingeteilt . In Dahme wurden wir von den Busses des damaligen Kraftverkehrs abgesetzt , In der Kaserne durften wir unsere Zivilsachen lassen und bekamen eine Dienstuniform mit entsprechender Ausrüstung . Am selben Tag wurde auch Fahrzeuge von Betrieben zur MOB einbezogen . Die durchliefen einer kurzen Kontrolle im Objekt und denen wurde ein NVA Nummernschild verpasst .
Nach der ganzen Einkleidung wurden wir nachts auf ein NVA Übungsgelände gebracht . Baracken waren dort , alles war sauber . Wir der I-Kompanie waren die ersten auf dem Gelände . So gegen Mittag trafen dann unser Werkstattwagen aus Grimme ( War ein riesengroßes Lager der Rückwertigen Dienste . ) Das staunten wir alle nicht schlecht , was uns da an Technik übergeben wurde . Da träumte die Volkswirtschaft von . Einen Tag lang waren wir nur beschäftigt , die Werkzeuge von Ölpapier zu reinigen , die Dieselmotoren der Notstrom Aggregate liefen aber nicht , woran es lag , die Förderpumpen oder Handpumpe waren eingerostet . Diesel lässt polierte Metallflächen rosten . Spät in der Nacht waren alles Einsatzbereit . Am nächsten Morgen kamen schon die ersten LKW zur Reparatur , nach einer Einschätzung wurde das repariert , was in unseren Möglichkeiten , ging ja nur mit dem , was im Wartungssatz der Urals , W50 Werkstattwagen vorhanden war. Was nicht an Fahrzeugen zu reparieren ging , wurde zur Seite genommen . Was an LKW,s damals aus der gesamten DDR eingezogen wurde , das sah ich , als ich draußen im Gelände zu defekten Fahrzeugen befohlen wurde . Da sah ich Gabelstapler , waren aus der tschechischen Produktion , die hatte ich noch nie gesehen . Die Gabelstapler waren dafür gedacht , die LKW,s wurden im Geländer mit Munitionskisten beladen . Munition alles Kaliber , zum Ende der ganzen MOB , wurden die Munition irgendwo in der nähe von Rheinsberg , in ein großes Muni -Depot gebracht .
Die Rückwertigen Dienste , die hatten mehr als die Volkswirtschaft . Selbst die Lager der Zivilverteidigung waren voll ,bis zum geht nicht mehr .

In der Nachbarschaft wo wir Stationiert waren , war auch ein Übungsgelände der Fallschirmjäger , die haben wir ab und zu mal gesehen .

MfG ratata
Benutzeravatar
ratata
 
Beiträge: 2660
Bilder: 17
Registriert: 20. Oktober 2012, 19:05
Wohnort: DEUTSCHLAND/ A 2

Re: Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Neuer Beitragvon zoll » 9. Juli 2020, 10:40

Wenn schon der technisch versierte Soldat staunt was für das Militär alles aufgeboten wurde, so musste dem wieder in den Zivilstand versetzten Mann ob der Realität doch gewisse Zweifel beherrschen.
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Solche Nerds wie sie Beethoven schildert sind aber nicht immer und überall gegenwärtig. Glück gehabt.
zoll
 

Re: Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Neuer Beitragvon ratata » 9. Juli 2020, 10:48

zoll hat geschrieben:Wenn schon der technisch versierte Soldat staunt was für das Militär alles aufgeboten wurde, so musste dem wieder in den Zivilstand versetzten Mann ob der Realität doch gewisse Zweifel beherrschen.
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Solche Nerds wie sie Beethoven schildert sind aber nicht immer und überall gegenwärtig. Glück gehabt.


@Zoll , das kannste aber glauben , wie viel Tausend mal bin ich unterwegs gewesen , sogar im größten Betrieb Im Schwer Maschinenbau in Magdeburg , da hatte ich Beziehungen zur Werkzeug Ausgabe . Heute würde ich sagen . Rares für Bares , Von den Chefs der Abteilungen hatte ich keinen Kontakt , die hatten größere Objekte . Mfg ratata
Benutzeravatar
ratata
 
Beiträge: 2660
Bilder: 17
Registriert: 20. Oktober 2012, 19:05
Wohnort: DEUTSCHLAND/ A 2

Re: Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Neuer Beitragvon Beethoven » 9. Juli 2020, 15:31

Regielager "Grimme" - dann warst Du in der Mob-Verwendung in der 19. MSD (Stab lag in Burg bei Magdeburg) verplant.

Weist Du noch die Bezeichnung Deines Truppenteiles?

Ja, in den Mob-Lagern stand Technik für den Krieg bereit, die aber und aber Millionen wert war.
Das ist abr in allen Ländern so, die stehende Heere mit Mobilmachungseinheiten haben. Ob dies nun die Schweiz, USA, die BRD ist oder die DDR war.

Freundlichst
Die größten Vorteile im Leben überhaupt wie in der Gesellschaft hat ein gebildeter Soldat. J. W. v. Goethe

Das Gesetz ändert sich, die Gesinnung nicht.
Benutzeravatar
Beethoven
 
Beiträge: 4429
Bilder: 0
Registriert: 6. August 2014, 08:27

Re: Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Neuer Beitragvon Olaf Sch. » 10. Juli 2020, 07:41

aber die DDR konnte sich das gar nicht finanziell leisten!
Olaf Sch.
 

Re: Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Neuer Beitragvon ratata » 10. Juli 2020, 08:59

Beethoven hat geschrieben:Regielager "Grimme" - dann warst Du in der Mob-Verwendung in der 19. MSD (Stab lag in Burg bei Magdeburg) verplant.

Weist Du noch die Bezeichnung Deines Truppenteiles?

Ja, in den Mob-Lagern stand Technik für den Krieg bereit, die aber und aber Millionen wert war.
Das ist abr in allen Ländern so, die stehende Heere mit Mobilmachungseinheiten haben. Ob dies nun die Schweiz, USA, die BRD ist oder die DDR war.

Freundlichst


Hallo , Beethoven ,habe mal im Wehrpass reingeschaut 17.11.84 -27.11.84 Depot 84 , 2980 Stempel NVA .
Mehr steht doch nicht drin , weißt doch ,noch nicht mal die Ehefrau durfte den MOB -Schein sehen.
Am 1.Tag war ich gleich UVD und am späten Nachmittag kam ein Citroen vorgefahren , da bekamen wir ganz hohen Besuch von einen General -großer Blonder Typ - dem habe ich ordnungsgemäß Begrüßt , er hat sich die Zimmer angeschaut , Wir das Fußvolk waren nur die einzigen die er zu Gesicht bekam , die Offiziere sind aus den Fenstern gesprungen . Aber hinterher genau wissen wollen , wer wie was . Da ich ein vorbildlicher Soldat war , wurde ich als Feldwebel entlassen . [wink]
Vielleicht kannst du mehr finden . Wo wir in den Baracken untergebracht wurden ? Bei dieser MOB war auch ein tödlicher Unfall , ein Kradmelder ist auf einen LKW Anhänger aufgefahren . Bei uns auf dem Fuhrpark , stand der Anhänger mit dem Motorrad . Mfg ratata
Benutzeravatar
ratata
 
Beiträge: 2660
Bilder: 17
Registriert: 20. Oktober 2012, 19:05
Wohnort: DEUTSCHLAND/ A 2

Re: Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Neuer Beitragvon ratata » 10. Juli 2020, 13:28

Etwas für die erfahren Kartenleser zu den Angriffsplänen der NVA. http://www.vorharz.net/media/historie/s ... autsch.pdf .Zur Planung realer Angriffsund Verteidigungsoperationen
im Warschauer Pakt

Dargestellt am Beispiel der operativen Planung der 5. Armee der Nationalen
Volksarmee der DDR im Kalten Krieg (1983 bis 1986). mfg ratata
Benutzeravatar
ratata
 
Beiträge: 2660
Bilder: 17
Registriert: 20. Oktober 2012, 19:05
Wohnort: DEUTSCHLAND/ A 2

Re: Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Neuer Beitragvon Beethoven » 10. Juli 2020, 15:42

Na wenn Ihr in Lehnin wart, dann im Truppenlagen 1 oder 2.
TL 1 war das Größere. Pappbaracken in denen ich mit meiner Kompanie 1,5 Jahre gelegen habe, als der Umzug von Prora nach Lehnin sich hinzog.
Ordentlicher Donnerbalken, Waschraum mit Schnee im Winter und all solcher Nettigkeiten. War eigentlich nur für kurzzeitig trainierende Truppen gedacht.
TL 2 war nahe der Kommandantur des Truppenübungsplatzes und beim AZ 40.

Die Auszüge, die Du eingestellt hast, könnten aus der Broschüre von Oberst Lautsch sein. Sind in einschlägigen Kreisen bekannt. Da ich seine Werk zweimal gelesen habe, tue ich mir das nicht nochmals an.

Freundlichst
Die größten Vorteile im Leben überhaupt wie in der Gesellschaft hat ein gebildeter Soldat. J. W. v. Goethe

Das Gesetz ändert sich, die Gesinnung nicht.
Benutzeravatar
Beethoven
 
Beiträge: 4429
Bilder: 0
Registriert: 6. August 2014, 08:27

Re: Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Neuer Beitragvon ratata » 10. Juli 2020, 16:02

Danke erstmal , Ob Lager 1 oder 2 , mir ist nur in Erinnerung als wir ankamen standen wir erstmal vor einen Schlagbaum , Kein Mensch weit und breit . nach dem Schlagbaum war linksseitig ein Küchenobjekt mit kleinen Speiseraum für Dienstgradhöhere , dann gerade aus weiter fing die erste Baracke an mit einer kleinen Treppe , daneben links ginge es dann weiter nach den Baracken der Waschraum .dahinter die überdachten Donnerbalken mit 2-4 seriöse Toiletten mit Brettertür . Alles war frisch gekalkt . in den Sammelgruben . Wer musste denn die Latrinen sauber machen .??? Wenn der Spuk vorbei war.?
Sind eben alles Erinnerungen . Darum frage ich ,weil ich heute nicht weis ,wo waren wir damals zur MOB . Eine Karte hatten wir nicht , nur unser Versorger mit alk. Getränken , der sagte mal Lehnin .
Nur dazu . D [rose] anke ratata
Benutzeravatar
ratata
 
Beiträge: 2660
Bilder: 17
Registriert: 20. Oktober 2012, 19:05
Wohnort: DEUTSCHLAND/ A 2

Re: Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Neuer Beitragvon Beethoven » 11. Juli 2020, 04:28

ratata hat geschrieben:Danke erstmal , Ob Lager 1 oder 2 , mir ist nur in Erinnerung als wir ankamen standen wir erstmal vor einen Schlagbaum , Kein Mensch weit und breit . nach dem Schlagbaum war linksseitig ein Küchenobjekt mit kleinen Speiseraum für Dienstgradhöhere , dann gerade aus weiter fing die erste Baracke an mit einer kleinen Treppe , daneben links ginge es dann weiter nach den Baracken der Waschraum .dahinter die überdachten Donnerbalken mit 2-4 seriöse Toiletten mit Brettertür . Alles war frisch gekalkt . in den Sammelgruben . Wer musste denn die Latrinen sauber machen .??? Wenn der Spuk vorbei war.?
Sind eben alles Erinnerungen . Darum frage ich ,weil ich heute nicht weis ,wo waren wir damals zur MOB . Eine Karte hatten wir nicht , nur unser Versorger mit alk. Getränken , der sagte mal Lehnin .
Nur dazu . D [rose] anke ratata


Dann warst Du im TL 2, das war das Bessere. Da konnte nicht viel mehr als zwei Kompanien ohne Technik untergebracht werden. Denn Toiletten mit Porzelanschüsseln, gab es im TL 1 nicht.

Freundlichst
Die größten Vorteile im Leben überhaupt wie in der Gesellschaft hat ein gebildeter Soldat. J. W. v. Goethe

Das Gesetz ändert sich, die Gesinnung nicht.
Benutzeravatar
Beethoven
 
Beiträge: 4429
Bilder: 0
Registriert: 6. August 2014, 08:27

Re: Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Neuer Beitragvon zoll » 11. Juli 2020, 09:53

Toiletten nur mit Donnerbalken? Ich war 1962 auf dem französischen Übungsplatz Sissonne in einer Kaserne für rückkehrende Algerienkämpfer. Die hygienischen Verhältnisse waren zwar nicht die modernsten, Strohsäcke statt Matratzen und Stehklos statt Porzellanschüssel. Aber Donnerbalken, nee, da hätten die Legionäre den 3. Weltkrieg angefangen.
zoll
 

Re: Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 11. Juli 2020, 10:04

So sah es 1970/71 aus:
Und siehst Du Zoll, wie wir uns freuen?
So glücklich, dass es überhaupt ein Lokus gab, in der schönsten NVA der besten DDR. [laugh]
Dort wurden täglich so um die 450 Sitzungen abgehalten...

Gruß Volker
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Volker Zottmann
 

Re: Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Neuer Beitragvon Beethoven » 12. Juli 2020, 08:50

Das Foto von Dir muss ich mal hinterfragen.

Ihr lebtet doch in massiv erbauten Kasernen? Jedenfalls kann man das sehen, wenn man mal "Bilder - NVA Kaserne Neiden" eingibt.
https://www.bing.com/images/search?q=NV ... 117&ch=747

In dieser Kasernenart gab es komplette Sanitäreinrichtungen.

Ich war in vielen Kasernen der NVA. In alten und in welchen, die erst zu Zeiten der DDR erbaut worden sind. Alle hatten Tailetten und Waschräume.
Donnerbalken kenne ich nur aus Feldlagern. Die waren meistens noch nicht mal überdacht sondern nur mit Tarnnetzen abgehängt.

Freundlichst
Die größten Vorteile im Leben überhaupt wie in der Gesellschaft hat ein gebildeter Soldat. J. W. v. Goethe

Das Gesetz ändert sich, die Gesinnung nicht.
Benutzeravatar
Beethoven
 
Beiträge: 4429
Bilder: 0
Registriert: 6. August 2014, 08:27

Re: Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 12. Juli 2020, 09:26

Beethoven hat geschrieben:Das Foto von Dir muss ich mal hinterfragen.

Ihr lebtet doch in massiv erbauten Kasernen? Jedenfalls kann man das sehen, wenn man mal "Bilder - NVA Kaserne Neiden" eingibt.
https://www.bing.com/images/search?q=NV ... 117&ch=747

In dieser Kasernenart gab es komplette Sanitäreinrichtungen.

Ich war in vielen Kasernen der NVA. In alten und in welchen, die erst zu Zeiten der DDR erbaut worden sind. Alle hatten Tailetten und Waschräume.
Donnerbalken kenne ich nur aus Feldlagern. Die waren meistens noch nicht mal überdacht sondern nur mit Tarnnetzen abgehängt.

Freundlichst


Beethoven, Du hast doch schon oft bewiesen, nicht zu wissen, worüber Du schreibst.

Unter dem Bild ist meine Homepage "Baupionier...".
Lesen würde helfen!
Ich habe noch nie in einer massiven Kaserne geschlafen oder gelebt.
Wenn ich schreibe, dass dieses hier unsere 12-Zylinder-Scheißhaus-Abteilung war, kannst Du das schon glauben.
Der erste Durchgang in Neiden, der genau vor uns von Züllsdorf noch täglich hingefahren wurde, baute Baracken, Essenszelte und begann mit der Montage der ersten 2 Blöcke.
Wir haben in den nächsten 18 Monaten die ersten 2 Blöcke teilweise fertiggestellt, Garagen gebaut, einen weiteren 4 Geschosser montiert, und ein Braunkohleheizhaus gebaut.
An den Blöcken stand ein weiterer 10-Zylinder für dringende Bedürfnisse.

Was Du jetzt noch per Lufbild sehen kannst, ist eine erdebene Solarparkanlage, genau dort, wo Heizhaus und Baracken und Zelte standen.
Die insgesamt 3 Blöcke sind heute noch vorhanden und ausgeweidete Ruinen. Da drinnen und außenrum führt heute eine Motocross-Strecke. Die brettern also durch das Kasernengebäude. Brauchst nur eingeben: Torgau, Am Österreicher.

Das gesamte Gelände ist teilweise heute noch mit Weltkriegsmunition verseucht. Denn hier wurden nach 1945 Blindgänger hochgejagt. Im Boden findet man in etwa 30cm bis 1m Tiefe oft noch Phosphor.

Ich finde es jedenfalls bemerkenswert, dass Du total unwissend hier den Allmächtigen geben willst.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Neuer Beitragvon Edelknabe » 12. Juli 2020, 09:57

Muss ich mal Volker in Schutz nehmen. Als wir Ende der 70er Jahre von Glöwen nach Haar/Neuhaus an der Elbe zur Grundausbildung gebracht wurden,da stand im Gelände eine zweistöckige sehr lange Holzbaracke inclusive Küchenteil(einfach aber wohn,schlafbar mit breitem Treppenhaus), ich denke mal das war der Urtyp der Grenzereinrichtungen aus die Fuffziger Jahre. Dann gab es im hinteren Geländeteil eine Sturmbahn und ein Stückchen hin ne kleine Baracke mit Plumpsklo.Noch ein Bunker für den Tränengaskram und wohl noch paar LKW-Garagen, das war es dann.

Rainer Maria
Benutzeravatar
Edelknabe
Grenztruppen
Grenztruppen
 
Beiträge: 19906
Bilder: 57
Registriert: 2. Mai 2010, 09:07

Re: Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Neuer Beitragvon ratata » 12. Juli 2020, 10:04

"Dann warst Du im TL 2, das war das Bessere. Da konnte nicht viel mehr als zwei Kompanien ohne Technik untergebracht werden. Denn Toiletten mit Porzelanschüsseln, gab es im TL 1 nicht." schreibt Merkur .

Nur mal zur Ergänzung , TL1 war es , es gab keine Porzelanschüssel , nur ein endlose Langereihe ,offene Latrine , ganz in der Ecke waren 2-3 durch Bretter abgetrennte Sitzmöglichkeiten .
Schrecklich , noch nicht mal dort hatte man seine Ruhe . Ein Witzbold rief ,rück mal ein Stück .
Auf den Schießplatz Berge / Gardelegen , da dachte man , es sind Futterraufen für Wildtiere , so richtige Donnerbalken . [peinlich] [peinlich]
1969 Jahr
Dann noch mal auf GLÖWEN zurück zu kommen , da war die Kanalisation zu klein , die Toiletten waren ständig verstopft , der Spieß hat sich wöchentlich zum Morgenappel hingestellt, die Befehlsausgabe lautete , so viel und so groß darf das Papier zum A... abwischen sein , 2 x Briefkuvert ,
Dazu den Witz , Wie groß darf Toilettenpapier sein . .......................So groß wie eine Briefmarke . In der Mitte der Marke ein loch rein kneifen , Finger durch , Hin---abwischen , mit den 4 Ecken der Marke , die Fingernägel säubern . Ein anderes Thema mal . MfG ratata [flash]
Benutzeravatar
ratata
 
Beiträge: 2660
Bilder: 17
Registriert: 20. Oktober 2012, 19:05
Wohnort: DEUTSCHLAND/ A 2

Re: Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Neuer Beitragvon zoll » 12. Juli 2020, 11:28

Offiziere haben sicher nicht auf den Donnerbalken neben Volker gesessen?
zoll
 

Re: Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 12. Juli 2020, 11:36

zoll hat geschrieben:Offiziere haben sicher nicht auf den Donnerbalken neben Volker gesessen?


Nein, Zoll. Lies doch bitte den ganzen Abklatsch https://baupionier.zottmann.org/page/3 meiner Armeezeit.
In der Stabsbaracke gab es ein einziges Porzellanklo. (Wie das mit dem Abwasser damals war, weiß ich nicht.) Vielleicht gab es sogar eine kleine Klärgrube. Auf jedem Fall haben diese Herrschaften nie unser Klo benutzt. Deshalb war auch dort unter der Terrpappenhaut eine Pouva-Start-Rollfilm-Kamera deponiert. Dadurch entstanden die wenigen verbotenen Bilder.
Für einen solchen Schnappschuss wären wir wegen "Spionage" nach Schwedt gekommen. Das steht fest.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Neuer Beitragvon Beethoven » 13. Juli 2020, 08:12

Volker, Du drängst hier mehrfach Deine Erlebnisse als Soldat auf. Ich habe diese damals, als ich mir anmeldete gelesen und das reicht mir.

Deine Einlassung, dass Du Anfang der 70-er Jahren die Kasernenanlage erst erbaut hast wird stimmen, wenn Du es behauptest. Nur dann ist für mich schleierhaft, warum Du den "Donnerbalken" so kritisierst? Wo nicht ist kann nichts sein. Hättest Du lieber im Wald oder auf dem Feld Dein Geschäft erledigt? Da kannst Du doch froh sein, dass ihr diese Bretterbude hattet.

Trennung

OaZ - Im TL 1 gab es ein massives Gebäude, mit dem Rücken zum Ex-Platz stehend, gegenüber den Pappbaracken (dazwischen die Betonstraße) mit dem 12-Zylinderblock. Und ja, hier saß der Offizier neben dem Soldaten, wenn er seine Notdurft verrichtete.

Freundlichst
Die größten Vorteile im Leben überhaupt wie in der Gesellschaft hat ein gebildeter Soldat. J. W. v. Goethe

Das Gesetz ändert sich, die Gesinnung nicht.
Benutzeravatar
Beethoven
 
Beiträge: 4429
Bilder: 0
Registriert: 6. August 2014, 08:27

Re: Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 13. Juli 2020, 08:53

In meinen Schilderungen damals habe ich den Balken gar nicht kritisiert. Nur das Bild, welches für sich spricht, dazugetan.
Du schnallst es einfach nicht Beethoven:
Auf dem Zeltplatz, auf den WBK-Baustellen, überall waren damals noch Donnerbalken, meist als kleine Herzhäuschen in Gebrauch.
Unser Baustellen-Zylinder am Neubau war ladenneu errichtet und es gab nie Grund sich darüber auszulassen.
Das hier abgebildete Lokus hinter unseren Baracken ist aber einfach widerlich und unhygienisch!
Es war bei aller Bauerei nicht möglich, einmal während unserer 18 Monate das Holzklo sauber zu verkleiden. Es stand auf Stahlrahmen und wurde aller 3 Monate auf ein neues Loch verrückt. Wenn Du den Anblick als normal empfindest, unterscheiden den Ex-Soldaten und den Ex-Offizier doch Welten.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Neuer Beitragvon Edelknabe » 13. Juli 2020, 17:28

Entschuldigt aber Plumpsklo war zu damaliger Zeit auch ganz normal.Es war halt noch nicht die Zeit vom heute. Was sollte daran nun widerlich oder gar unhygienisch sein? Man kann es aber auch irgendwie übertreiben. Selbst ich gehe in der Nacht heute noch in Wald und Flur scheißen, als Zeitungszusteller, sollte ich mich gar dafür noch schämen? Und nee, das Toilettenpapier wird im nächsten Gulli entsorgt, soviel Sauberkeit muss sein.

Rainer Maria
Benutzeravatar
Edelknabe
Grenztruppen
Grenztruppen
 
Beiträge: 19906
Bilder: 57
Registriert: 2. Mai 2010, 09:07

Re: Anspruch und Wirklichkeit der NVA

Neuer Beitragvon Kumpel » 13. Juli 2020, 18:24

Minenleger bleibt Minenleger.
Kumpel
 

VorherigeNächste

Zurück zu Die NVA

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 5 Gäste

cron