Stasi Akten öffnen oder schließen?

Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Merkur » 4. April 2018, 17:08

Beethoven hat geschrieben:Soweit keine strafrechtlichen Belange vorliegen - Stasiakten schließen.


Das sehe ich anders. Die Akten enthalten viele interessante Dinge, die für die DDR-Bürger auch heute noch von Interesse sind. Und auch warum die DDR ein solches Organ der Staatssicherheit hatte, wer in welchem Umfang von außen oder innen gegen die DDR aktiv war, mit welcher Art von Kriminalität die DDR zu tun hatte usw. All das ist für eine objektive Aufarbeitung relevant.
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Nov65 » 4. April 2018, 17:13

Bin der gleichen Meinung, @Merkur.
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon augenzeuge » 4. April 2018, 17:50

Spartacus hat geschrieben:Wären wir vielleicht aufeinander getroffen.

Sparta


Dann hätte Beethoven vermutlich früher mit dem Fliegen angefangen.... [laugh]
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon augenzeuge » 4. April 2018, 17:52

Nov65 hat geschrieben:Bin der gleichen Meinung, @Merkur.
Andreas

Dann bedauern wir drei ganz sicher jegliche Vernichtungen von Akten, denk ich mal. [hallo]
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Merkur » 4. April 2018, 18:58

augenzeuge hat geschrieben:Dann bedauern wir drei ganz sicher jegliche Vernichtungen von Akten, denk ich mal. [hallo]
AZ


Kommt auf den Inhalt an. [wink]
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Wosch » 4. April 2018, 19:17

augenzeuge hat geschrieben:
Nov65 hat geschrieben:Bin der gleichen Meinung, @Merkur.
Andreas

Dann bedauern wir drei ganz sicher jegliche Vernichtungen von Akten, denk ich mal. [hallo]
AZ




Man sollte sich der Gerechtigkeit wegen allerdings auch mit der Aufbereitung der Schnipsel-Säcke etwas beeilen, bevor die bis dahin noch "unentarnten" Stasi-Spitzel" gen Walhalla ziehen würden.
Natürlich ist die Einsicht in die Stasi-Akten gerade in der Zukunft wichtiger denn je, denn irgendwann leben auch die betroffenen Opfer nicht mehr, können somit kein Zeugnis mehr ablegen und die akribisch schriftlich aufgeführten "Schweinereien" in den Akten sollten doch der Nachwelt als Warnug erhalten bleiben, als Warnung vor der Roten Gefahr.


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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon augenzeuge » 4. April 2018, 21:18

Merkur hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:Dann bedauern wir drei ganz sicher jegliche Vernichtungen von Akten, denk ich mal. [hallo]
AZ


Kommt auf den Inhalt an. [wink]


Wenn du wirklich objektiv sein willst, dann nicht. [wink]

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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Grenzwolf62 » 4. April 2018, 21:30

Eventuell entwickeln ja auch Leute in einem reiferen Alter Interesse an Dingen von damals, manchmal verhinderte das starke Arbeitsbelastung und wenn man etwas mehr Ruhe hat kommt man ins Nachdenken.
Also die Akten zugänglich lassen bis kein ehemaliger DDR-Bürger mehr am Leben ist.
Ich habe mich nun auch entschlossen für eine bessere Welt Verzicht zu üben.
Als erstes verzichte ich auf zu viele Kommas.
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Beethoven » 5. April 2018, 06:44

Eher nicht mein Sportfreund.
Ich bin ja 74 bereits zur NVA. Da dürftest Du noch nicht dabei gewesen sein.

Angefangen habe ich als Kind mit noch nicht mal Fliegengewicht. Na ja, eigentlich eben doch weil es ja nicht Leichteres gab.
Als ich dann mit diesem Sport wegen der NVA aufhörte, kämpfte ich in Halbwelter.

Ich wäre gerne an die KJS Luckenwalde gegangen. Aber meine Eltern waren dagegen. Sie wollten mich im Auge behalten. Ich hatte
seinerzeit eine Phase, die wohl meinen Eltern nicht so passte [peinlich]

Vielleicht war das auch gut so.

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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Spartacus » 5. April 2018, 17:31

Ich bin ja 74 bereits zur NVA. Da dürftest Du noch nicht dabei gewesen sein.


Klar doch, war ich schon, war da ja auch schon 14 Jahre alt und habe auch mit 9 oder so, angefangen. 74 war ich schon Jugend - Bezirksmeister. [hallo]

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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Huf » 5. April 2018, 18:55

Ich meine, dass die Stasi-Akten nicht geschlossen werden sollten. Dabei geht es vielleicht um eine späte individuelle Aufarbeitung einzelner Menschen, vielmehr um die in Vergessenheit geratene Perversion des Umgangs mit gesammelten, erzwungenen Daten Einzelner zur Unterdrückung jeglicher Freiheitsbestrebungen in der damaligen DDR.

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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon augenzeuge » 13. März 2019, 17:05

Die Jahn-Behörde steht vor einer großen Reform: Für die vor der Vernichtung geretteten Stasi-Unterlagen, -Fotos und -Filme soll künftig das Bundesarchiv verantwortlich sein.

In dem Archiv befinden sich 111 Kilometer Stasi-Akten sowie 1,8 Millionen Fotos und Tausende Filmdokumente. 2018 hatten laut Jahn noch rund 45.000 Menschen Antrag auf persönliche Akteneinsicht gestellt. 2017 seien es noch mehr als 48.000 Menschen gewesen.


Jahn und Hollmann versicherten, das Recht auf Aktenzugang bleibe auch 30 Jahre nach dem Mauerfall unverändert und erfolge weiterhin auf Basis des Stasi-Unterlagengesetzes. "Den Opfern gerecht werden und gleichzeitig eine Brücke zur nächsten Generation schlagen - das ist und bleibt die Mission des Stasi-Unterlagenarchivs", sagte Jahn.


http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 57650.html

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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Volker Zottmann » 13. März 2019, 17:20

Gewiss kann man sein, dass, wenn heute die Stasiakten geschlossen oder vernichtet würden, spätestens übermorgen Nostalgiker leugnen, dass es je solche Akten gab.
Schon allein als Beweis dieser paranoiden Sammelwut und der Unterdrückung der eigenen Bevölkerung, muss die Behörde Bestand behalten. Denn die Stasi war kein normaler Geheimdienst, wie ihn viele Länder betreiben. Er diente besonders der inländischen Unterdrückung aller eingesperrten "Leibeigenen".

Gruß Volker
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon augenzeuge » 13. März 2019, 17:25

Es wurde zuviel schon mitgeteilt. Wer das leugnet, wird nicht mehr ernst genommen.

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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Nostalgiker » 13. März 2019, 18:00

Volker Zottmann hat geschrieben:Gewiss kann man sein, dass, wenn heute die Stasiakten geschlossen oder vernichtet würden, spätestens übermorgen Nostalgiker leugnen, dass es je solche Akten gab.
Schon allein als Beweis dieser paranoiden Sammelwut und der Unterdrückung der eigenen Bevölkerung, muss die Behörde Bestand behalten. Denn die Stasi war kein normaler Geheimdienst, wie ihn viele Länder betreiben. Er diente besonders der inländischen Unterdrückung aller eingesperrten "Leibeigenen".

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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Merkur » 13. März 2019, 19:50

augenzeuge hat geschrieben:Es wurde zuviel schon mitgeteilt.
AZ


Naja, einiges aber auch bewusst ausgespart. Aber das kann ja noch werden. Ich bin da guter Hoffnung. [wink]
Zuletzt geändert von Merkur am 13. März 2019, 20:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Volker Zottmann » 13. März 2019, 19:57

Nostalgiker hat geschrieben:
Volker Zottmann hat geschrieben:Gewiss kann man sein, dass, wenn heute die Stasiakten geschlossen oder vernichtet würden, spätestens übermorgen Nostalgiker leugnen, dass es je solche Akten gab.
Schon allein als Beweis dieser paranoiden Sammelwut und der Unterdrückung der eigenen Bevölkerung, muss die Behörde Bestand behalten. Denn die Stasi war kein normaler Geheimdienst, wie ihn viele Länder betreiben. Er diente besonders der inländischen Unterdrückung aller eingesperrten "Leibeigenen".

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Einen Knall hat nur, wer nicht lesen kann und sich anderer Leute Jacken anzieht.
Heißt es auch, falls Du Dich mal bei möglicher 3. Anmeldung "Stalin" nennen solltest, dass wir nichts mehr über Stalin schreiben dürfen?
Dir ist hoffentlich der Unterschied zwischen Singular und Plural geläufig? Oder für Dich Einzahl oder Mehrzahl? Dann wende das Wissen gefälligst beim versteheden Lesen an!


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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Dr. 213 » 13. März 2019, 20:20

Für die Geschwärzten ist es sicher nochmal eine Zeit des Zitterns, wer weiß schon, ob dann im Bundesarchiv weiterhin
so schön kuschelig die Hand über die ehemalige Täter und ihre Verbrechen gehalten wird.
Weil, dann ist vielleicht keine Person mehr vorgeschaltet, die nach gutdünken Aktenmaterial für Interessierte "präpariert"

Und die Biologie braucht ja noch etwas Zeit, bis sich Täter und Opfer hier auf diesem komischen Planeten nicht mehr begegnen können.

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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Nostalgiker » 13. März 2019, 20:24

Stänkere mal schön weiter Volker Zottmann, ich warte nur auf dein weinerliches Gegreine in dem Sinne; der pöse Nostalgiker ist ganz gemein zu mir, Admins entfernt den typen endlich, sperrt in die Geschlossene damit endlich ungestört meine Gehässigkeiten und meinen Blödsinn hier schreiben kann.

PS.: um die Pluralform eindeutig zu machen wäre die Benutzung eines Personalpronoms hilfreich gewesen; Grammatikfetischist!
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Volker Zottmann » 13. März 2019, 20:32

Mal ne Frage an die Doktoren, die Ärzte: Gibts denn gar kein Mittel? [laugh]
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Bahndamm 68 » 13. März 2019, 20:38

Ach Gott, wann hatten wir doch wohl die Nazi-Zeit, fast vergessen?
Insbesondere die Siegermächte machen ihre Archive aus der dunklen Vergangenheit von Deutschland auf. Es gibt viele Dinge, die uns nicht bekannt sind und heute erst gezeigt werden. Ja man spricht mit Zeitzeugen, die schon über 80 Jahre alt sind und das ist auch gut so.

Wissen und kennen wir eigentlich alles, was sich 40 Jahre in DDR abgespielt hat. Ich glaube nicht. Die Aufarbeitung der Vergangenheit muss weiter gehen und dazu gehören nun mal die Stasi-Akten.
Wer heute für die Schließung dieser Akten ist, der hat bisher auch keine Einsicht in diese Vergangenheitsbewältigung vorgenommen. Viele davon werden erstaunt sein, wie Menschen andere Menschen beschnüffelt haben, gequält, gemordet haben, ja sie haben Menschen zur ihrer Geldquelle gemacht. Soll darüber nicht mehr gesprochen werden? Dies wäre ein Leugnen, eine Unterdrückung der dunklen deutschen Geschichte.

Es ist Beweismaterial der Geschichte.

Wenn die Stasi-Akten wieder geschlossen oder sogar vernichtet werden sollen, dann braucht der Vatikan auch seine Archive nicht öffnen. Gibt es da einen Unterschied, ich meine nicht.

So lange die Kennedy-Akten nicht vollständig veröffentlich sind, wird es immer und immer wieder Spekulationen geben.
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Die Wahrheit muss an das Tageslicht für die eine Seite, wie auch für die andere Seite.
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kann die Gegenwart nicht begreifen
und die Zukunft nicht gestalten.
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon steffen52 » 13. März 2019, 20:46

Dr. 213 hat geschrieben:Für die Geschwärzten ist es sicher nochmal eine Zeit des Zitterns, wer weiß schon, ob dann im Bundesarchiv weiterhin
so schön kuschelig die Hand über die ehemalige Täter und ihre Verbrechen gehalten wird.
Weil, dann ist vielleicht keine Person mehr vorgeschaltet, die nach gutdünken Aktenmaterial für Interessierte "präpariert"

Und die Biologie braucht ja noch etwas Zeit, bis sich Täter und Opfer hier auf diesem komischen Planeten nicht mehr begegnen können.

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Mit den schwärzen ist es schon eine Weile vorbei,Doc! Als ich meine Stasiakte erhalten habe, da waren die (netten) Zuträger(IMs) alle noch geschwärzt.
Vor gut 2 Jahren konnte ich einen Antrag stellen um die Klarnamen zu erfahren und die erhielt ich auch per Post. [hallo]
Gruß steffen52
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon augenzeuge » 13. März 2019, 21:59

Kann man pauschal die geschwärzten Namen erfahren, oder muss man detailliert die Seiten dazu nennen? Und was kostet das? Oder teilt man die vermuteten Namen mit...?
AZ
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Nostalgiker » 13. März 2019, 22:12

Volker Zottmann hat geschrieben:Mal ne Frage an die Doktoren, die Ärzte: Gibts denn gar kein Mittel? [laugh]


Es gibt hier einen Diplom-Mediziner und einen Hochstapler aber keinen der den akademischen Titel 'Doktor' führen darf .............
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Grenzwolf62 » 14. März 2019, 06:56

Frage mich, nach fast 30 Jahren, wer noch keine Einsicht beantragt hat.
Ich bin schon seit knapp 20 Jahren wissend wer mich damals bearbeitet hat.
Für Spätzünder würde ich aber die Akten offen halten.
Ich habe mich nun auch entschlossen für eine bessere Welt Verzicht zu üben.
Als erstes verzichte ich auf zu viele Kommas.
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Bahndamm 68 » 14. März 2019, 11:48

augenzeuge hat geschrieben:Kann man pauschal die geschwärzten Namen erfahren, oder muss man detailliert die Seiten dazu nennen? Und was kostet das? Oder teilt man die vermuteten Namen mit...?
AZ

Ich konnte in meinen Akten lesen, dass ich 5 IM’s hatte. Ich erstellte einen formlosen Antrag für die Namensnennung. Innerhalb von knapp 3 Monaten hatte ich den ersten Namen. Er war bereits im Himmel. Die weiteren Namen kamen kurze Zeit später, jedoch der 5.Name bleibt ein Geheimnis. 1,5 Jahre später erinnerte ich erneut daran. Er oder sie bleibt das große Geheimnis bis zum heutigen Tag. Ich habe es aufgegeben, irgendwann muss auch einmal Schluss sein damit - für mich.
Info:
Bei der Behörde gibt es zwei Vertriebswege. Der eine ist für die Medien, der andere für die Privatbereich. Beide mit unterschiedlichen Schwärzungen und Laufzeiten (Medien 4-6Wochen).
Über vermutete Namen könnte ich mir stellen, erreicht man nix, nur Fakten zählen.
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Edelknabe » 14. März 2019, 12:15

Bei mir schlummern die Alle noch Grenzwolf...in der Akte. Wenn es denn eine gibt und ich will das auch garnicht wissen.Irgendwo schrieb ich mal sinngemäß "Streichholz dran und gut isses, wäre es dann".Wenn man sich das mal vorstellt, der beste Freund hatte immer schön Berichte gefertigt, also nee und dann der Ärger durch deine blöde Neugierde, nicht auszudenken da lass ich das Ding besser zu. Damit mir der Freund, besser formuliert die Freundschaft erhalten bleibt.

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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Grenzwolf62 » 14. März 2019, 12:40

Bei mir war es okay, die zwei Hobby-Horcher im privaten Umfeld wurden von den Horch und Gucks erpresst zur Mitarbeit und haben auch nur belangloses Zeug berichtet.
Da kann man verzeihen.
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Als erstes verzichte ich auf zu viele Kommas.
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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Spartacus » 14. März 2019, 18:38

Edelknabe hat geschrieben:Bei mir schlummern die Alle noch Grenzwolf...in der Akte. Wenn es denn eine gibt und ich will das auch garnicht wissen.Irgendwo schrieb ich mal sinngemäß "Streichholz dran und gut isses, wäre es dann".Wenn man sich das mal vorstellt, der beste Freund hatte immer schön Berichte gefertigt, also nee und dann der Ärger durch deine blöde Neugierde, nicht auszudenken da lass ich das Ding besser zu. Damit mir der Freund, besser formuliert die Freundschaft erhalten bleibt.

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Was denn für eine Akte Rainer?

Deine besteht, wenn überhaupt eine da ist, aus nur einem Blatt und auf dem steht: Treuer DDR Bürger, kbV. [flash]

jedoch der 5.Name bleibt ein Geheimnis. 1,5 Jahre später erinnerte ich erneut daran.


War bei mir auch so, nur war es nicht der fünfte, sondern der Dritte. Hierzu schrieb mir die BSTU aber, dass der Name bereits von der Stasi geschwärzt worden war und
sie somit nichts über den Mann wissen.

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Re: Stasi Akten öffnen oder schließen?

Beitragvon Edelknabe » 14. März 2019, 19:24

Glaube der Peter wars, der Turtle der alte Seemann. Der schrieb in seiner Zeit in den Foren immer von Vergebung. Du musst somit vergeben können, und zwar Denen, die dir mal egal in welcher Form früher übel mitgespielt haben. Ich fand das sehr gut und treffend. Zumal, meiner alten Mutter(89) habe ich auch vergeben, und zwar all das was sie uns als Kinder buchstäblich auf den Wanst gehauen hatte, oder eben um die Ohren.

Rainer-Maria....der noch meint, nur damit, mit Vergebung schläfst du besser. Statt den alten Kram ständig aufzuwühlen.
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