Interessierter hat geschrieben:Über Armeegeneral Karl-Heinz Hoffmann
Im Vortrag stellte Dr. Suckut heraus, dass es Andrei Antonowitsch Gretschko (1) war, der den Staatssicherheitsdienst der DDR und damit den Genossen Armeegeneral Erich Mielke (2) hinderte, den ehemaligen Rotarmisten und jetzigen Minister für Nationale Verteidigung Karl-Heinz Hoffmann (3) abzuservieren. Das bemerkenswerte daran ist, das ein einzelner Sowjet die Macht besaß, Mielke und sein Schnüffelimperium lahm zu legen.]
Wenn das für Dr. Suckut bemerkenswert ist, ist das für mich ein Zeichen, dass er entweder keine Ahnung hat oder den geneigten Lesen echt vescheißern will.
Der Oberkommandierende der Westgruppe der Truppen (mancher kennt es auch noch unter GSSD) wäre im Kriegsfalle der höchste Mann auf dem Territorium der DDR gewesen. Selbst Ulbricht und Honecker mußten sich dem jeweiligen Oberbefehlshaber unterordnen. Allein mit dieser Bemerkung disqualifiziert sich der Herr Dr. Suckut als ein Mann, der nur Propaganda betreibt. In Friedenszeiten taten die Befehlshaber der Besatzungsmacht noch so, als ob sie die guten Freunde sind. Im Kriege hätte sich alles diesem Oberbefehlshaber untergeordnet. Übrigens wäre das in der Bundesrepublik genauso gewesen. Dem höchsten US-General auf dem Territorium der BRD, hätte sich ebenfalls alles unterordnen müssen. Anders geht es gar nicht, wenn sich ein Land im Verteidigungsfall oder im Krieg befindet. Selbst ein Herr Kohl hätte da zurücktreten müssen und von seinem Bunker in der Eifel aus nur unterstützende Maßnahmen, im Interesse der NATO-Truppen auf dem Gebiet der BRD anordnen können.
Interessierter hat geschrieben:Dr. Suckut führt aus, ...
Auch damit, dass er sich für die Anforderungen seines Amts nicht ausreichend qualifiziert sah, hielt Hoffmann nicht hinter dem Berg.[/b] Sozusagen lagen die Fakten durch Hoffmann schon selbst auf dem Tisch, die seine sofortige Abberufung bedingt hätten, aber als ehemaliger Rotarmist, als linientreuer Kommunist und als Sowjetbürger mit sowjetischer Ehefrau war Hoffmann sozusagen für die Sowjets die „1. Wahl“ an der Spitze des Nationalen Verteidigungsrates (NVR), der Nationalen Verteidigungsarmee (NVA) und den Grenztruppen der DDR.
Hm, nur weil er einen "Doktortitel" hat, hat der Mann noch lange keine Ahnung vom militärischen Handwerk eines Armeegenerals. Ich will die sexuellen Befindlichkeiten des AG Hoffmann nicht schön reden aber als Militär war er anerkannt. Er hat die sowjetische Generalstabsakademie absolviert, was nur ziemlich wenige Offizier der NVA von sich behaupten können. Schon das qualifiziert AG Hoffmann als wissenden und könnenden Militär.
Ich schrieb ja, dass er mehrfach geheiratet hat. Seine letzte Frau, mit der er sehr lange, bis zu seinem Tode verheiratet war, war eine DDR-Bürgerin.
Interessierter hat geschrieben:Über die MfS-Berichte, deren Auswertungen und Perspektivplanungen zur Ausschaltung Hoffmanns erhielten die Zuhörer nur spärlichste Informationen. Immerhin kam noch zur Sprache, dass es die Kaderelite der NVA war, die die Spitze der NVA bespitzelte. Niemand geringer als Generalmajor Bernhard Max Bechler (4) (* 9. Februar 1911 in Grün; † 30. November 2002 in Kleinmachnow), geführt im MfS als GI „Wölfi“, nutzte seine privaten Zusammenkünfte mit Hoffmann und beschnüffelte die Schnapsgläser und Trophäen der weiblichen Eroberungen seines Freundes nach staatssicherheitsdienstlich Verwertbarem. Leider blieb uns Dr. Suckut schuldig, ob Bechler die Intimitäten zur Geruchsspurensicherung an die entsprechende Hauptabteilung des MfS weitergeleitet hat. Als zweiter Topschnüffler machte sich IM „Birnbaum“ an Hoffmann heran. Hinter dem zutreffenden Synonym verbarg sich, wie wir heute wissen, Generaloberst Fritz Streletz (5) (* 28. September 1926 in Friedrichsgrätz, Landkreis Oppeln)..
Ab einer gewissen Stufe in der militärischen Hierarchie war es unabdingbar, dass man mit dem MfS (hier mit der Verwaltung 2000) eng zusammen arbeitete. Ich denke der MAD wird da nicht anders arbeiten, sonst könnte man sich das Geld für diesen Geheimdienst sparen. So wird auch der Generaloberst Streletz durch die Verwaltung 2000 abgeschöpft worden sein. In jedem Truppenteil der NVA gab es mindestens einen hauptamtlichen Mitarbeiter der Verwaltung 2000, der ganz konkrete Aufgaben in Fragen der Sicherheit zu erfüllen hatte. Er trug übrigens immer die Uniform des jeweiligen Truppenteils.
Der Vorteil ist für den sich "Interessierter" Nennenden, dass die Archive der NVA offen sind. Sollte gleiches bei der Bundeswehr geschehen, wird man wohl auch auf so manches Dokument des MAD treffen, der seine höheren Dienstposten genau im Auge behält, diese vor Spionage schützt und natürlich auch den Lebenswandel beschaut, ob der "Gegner" da Ansatzpunkte für Erpressung oder sonst was findet und ausnutzen kann.
Interessierter hat geschrieben:Erst durch die letzte Frage eines Gastes erfuhren die Besucher, das Hoffmann als Minister für Nationale Verteidigung und Mitglied des Nationalen Verteidigungsrates selbstredend auch für die Schüsse an den Demarkationslinien zwischen dem freien Westen und den sowjetisch besetzten Zonen, zumindest für die Zeit von[b] 1961 bis 1971 verantwortlich war. In dieser Zeit sind ca. 128 Menschen bei dem Versuch, das „KZ“-DDR gegen den Willen der „KZ“-Wächter zu verlassen, auf der Grundlage von Hoffmanns Schießbefehl (Befehl 101), Bestimmungen (z. B. Schusswaffengebrauchsbestimmung), Anordnungen, Dienstvorschriften (z.B. DV 30/9 - 1963, DV 30/10 - 1964, DV 30/11 - 1965, DV 30/10 - 1967, DV 30/13 - 1969) und der Vergatterung erschossen oder durch Minen, Selbstschussanlagen oder Verzögerung bzw. Unterlassung von medizinischen Hilfsmaßnahmen, zu Tode gebracht worden.
Folgen wir der damaligen Ansicht des Berliner Senats, ist Armeegeneral Heinz Hoffmann ein mehrfacher Mörder, ohne selbst gemordet zu haben. Mit anderen Worten: ein Massenmörder!.
Sicher, AG Hoffmann hat in allen militärischen Belangen der Grenzsicherung zwischen zwei feindlichen Staaten ein Wörtchen mitzureden.
Das dort medizinische Hilfe verweigert wurde, liegt ganz sicher nicht an AG Hoffmann. Aber ich will das hier nicht klein reden. Es war die Zeit des kalten Krieges und beide Seiten lagen sich mit Waffen gegenüber. Und wer die Republik über die grüne Grenze verlassen wollte, begab sich in Gefahr. Wie oft wir darüber hier noch diskutieren wollen steht in den Sternen. Um jeden ist es Schade und es ist bedauerlich. Alle wissen das, alle die damit zu tun hatten wurden abgeurteilt und es gab keinen "Schießbefehl" sondern eine Schußwaffenanwendungsordnung und den besonderen militärischen Zustand der Vergatterung. Wie oft denn nun noch, lieber sich "Interessierter" Nennender? Du nennst es "Schießbefehl" es war aber die benannte "Schußwaffenanwendungsordnung" wie sie jeder Staat hat, der eine Grenze militärisch sichert. Das der einzelne Grenzer davon keine Ahnung hat und heute dies als "Schießbefehl" bezeichnet, will ich der jeweiligen Unkenntnis zuschreiben. Die westliche Propaganda hat diese Worthülse geschaffen und es ist so schön gruselig, wenn man "Schießbefehl" sagen kann. Es ändert aber nichts an der Tatsache, dass Menschen zu Tode gekommen sind. Nur, es entsprach halt den damaligen Gesetzen der DDR, auch wenn man das heute kaum noch verstehen kann.
Die ganzen Beiträge hier sind, wie auch sonst nicht anders, auf zwei Dinge zu reduzieren. Auf das Grenzregime und die böse Staatssicherheit. Im Grunde genommen hat AG Hoffmann das getan, was ihm viele neiden. Er hat sein Leben gelebt und zu einer Sache gestanden, die bereits im Faschismus viel Mut erforderte. Sein Verhältnis zu Frauen ist das wie es jeder richtige Mann hatte. Wir alle wollen oder wollten, jedenfalls vermute ich das, so viele Damen in Bett bekomme wie möglich. Nur sind die Art und Weisen, wie wir das bewerkstelligen eben nicht die, die ein AG Hoffmann angewandt hat. Kein Ruhmesblatt für ihn.
Gruß
Die größten Vorteile im Leben überhaupt wie in der Gesellschaft hat ein gebildeter Soldat. J. W. v. Goethe
Das Gesetz ändert sich, die Gesinnung nicht.