Rechtspopulismus - Warum die AfD keine konservative Partei istAlles Fassade: Die AfD benutzt die Bürgerlichkeit nur als Tarnung für ihre radikalen Ziele. Dabei ist Angst ein schlichter Ratgeber. Eine Analyse. von Christian Schröder
Die AfD ist eine bürgerliche Partei – aber keine konservative. Konservative sehen sich als Bewahrer, berufen sich auf Tradition, Herkunft, Religion und wollen die Welt vor Veränderungen schützen.
Raus aus Euro, EU und Nato, so lauten die Exit-Strategien. Deutschtümelei rein. „Importierte kulturelle Strömungen“ sieht die AfD als „ernste Bedrohung für den sozialen Frieden und für den Fortbestand der Nation als kulturelle Einheit“.
Für die AfD sind Bürger mit humanitären Idealen schlicht „Gutmenschen“ mit Helfersyndrom.Gegen die Fremdbesiedelung Deutschlands helfe nur ein Mittel: Grenzen dicht. Im Sinne größerer Bürgerbeteiligung will die AfD das „selbstverständliche Recht auf freie Rede für freie Bürger wieder einsetzen“. Niemand dürfe Angst haben, seine Meinung zur Einwanderungs- und Asylpolitik zu äußern. Deutschland, so sieht es die Partei, ist zu einem Unterdrückungs- und Überwachungsstaat geworden. Dazu passt die Rede von der „Kanzlerdiktatorin“.
Hardcore-Rhetoriker wie der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke erscheinen wenig bürgerlich. Er forderte, man müsse „blonde Frauen beschützen“ und sagte ergriffen: „1000 Jahre Deutschland – ich gebe euch nicht her.“ Extrem bürgerlich wiederum, teils neoliberal wirkt das Wirtschaftsprogramm mit vielen FDP-nahen Plänen wie Bürokratie abbauen, Subventionen streichen oder Märkte deregulieren. Das Arbeitslosengeld soll privatisiert, Hartz IV durch eine „aktivierende Grundsicherung“ ersetzt werden.
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