Zahlen und Fakten zur Grenze und mehr....

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Beitragvon augenzeuge » 1. Februar 2011, 17:57

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Re: Zahlen und Fakten zur Grenze und mehr....

Beitragvon Dieter1945 » 1. Februar 2011, 18:30

Wenn ich diese Zahlen so lese kann ich nicht verstehen, dass es heute noch Menschen gibt, die ihrer DDR nachweinen.
Dieter1945
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Re: Zahlen und Fakten zur Grenze und mehr....

Beitragvon augenzeuge » 1. Februar 2011, 18:59

Dieter1945 hat geschrieben:Wenn ich diese Zahlen so lese kann ich nicht verstehen, dass es heute noch Menschen gibt, die ihrer DDR nachweinen.
Dieter1945


Weißt warum Dieter? Erstens, weil man während des DDR-Lebens nicht eine der Zahlen kannte. Zweitens, es gab ein privates Leben, oft in Ruhe und abgeschirmt, in welches sich sehr viele geflüchtet hatten. Und Drittens, es gab eine gewisse Unwissenheit, die auch auf der jahrelangen politischen Propaganda beruhte.

Und zuletzt muss man sagen, dass es nicht wenige gibt, die in der heutigen Gesellschaft einfach überfordert sind. Dieses permanente eigene "always available" (für den Job da zu sein) lässt vielen die menschliche Ruhe vermissen. Manche fragen sich eben, was war mir mehr wert. Das es natürlich so wie damals erlebt nicht weitergegangen wär, das wird gern in den Gedanken vernachlässigt.

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Re: Zahlen und Fakten zur Grenze und mehr....

Beitragvon Edelknabe » 1. Februar 2011, 19:49

Und das Leben zwischendrin, zwischen all dem Kram, wo bleibt das in der Aufzählung "des Schreckens"? Ich greife mal so wahllos heraus: " Zwischen 1,3 und 1,4 Millionen Minen"....wenn hätte das interessiert, zumal, es war eine miltärische Trennlinie, die zwei sehr unterschiedliche Machtblöcke trennte, da sind Minen normal...hieß ja kalter Krieg, das war wie im Krieg, wo man sich im Schützengraben gegenüberliegt und im ersten Weltkrieg erließ die deutsche Generalität sogar ein Redeverbot...mit dem Feind, analog wie bei uns, der deutsche Landser durfte also nicht mit dem Russki quatschen.
"Selbstschussanlage"...das gleiche oder selbe wie bei den Minen, da stand der Feind...schon vergessen Grenzsoldaten, es existierte ein klares Feindbild der ganzen Zeit des kalten Krieges geschuldet und keine Bange, denn wäre es zum Ernstfall gekommen, dann wäre der Feind nicht mit dem Blumenstrauß gekommen? Logisch, wir auch nicht, dafür war ja die Waffe da."Rund 3000 Hunde...auf Menschen abgerichtet?" So ein bodenloser Quatsch und logisch, das waren Schutzhunde mit Stammbaum und mit guter Ausbildung analog der Polizeihunde. Wieder logisch, das so ein Hund sein Territorium, seine Kette mit Laufseil bewachte, somit seinen Abschnitt. Ich öffne doch auch als Zeitungsbote nicht das Hoftor, wenn dahinter der Schäferhund verrückt spielt, also konnte auch der Grenzverletzer seinen Kopf anstrengen und sich ausmalen, was passiert, wenn er nicht schneller wie der Hund am und auf dem Zaun I war( ging übrigens ganz gut, man musste nur den Hund austricksen und auf seine Hütte nahe am Zaun steigen)
Weiter..."rund 3000.000 Ostdeutsche flohen von 1961-89.....( müssten so 10714 Menschen p.a gewesen sein von 17 Millionen)..ein Witz und wieder, wenn hat das interessiert, also mich nicht als Werktätigen mit guter Arbeit, gesunder Familie und warmer Wohnung, mit Datsche im Sommer zum wöchentlichen übernächtigen, mit Segelboot von nem Freund auf nem Binnensee...ich weiß Delta, ich mache mich immer über das heutige Haus, Boot, Carport, goldene Toilettenbürste usw lustig und ich muss das eben mal so schreiben, dann lach ich eben mal über" meinen DDR-Wohlstand".
Aber erstmal genug von dem ganzen Kram, das war, um nur mal bei meiner Person zu bleiben überhaupt nicht wichtig für mein, unser Familienleben, diese Aufzählung.
Und Dieter, schon vergessen? Du bist einer der drüben aufwuchs...drüben, drüben, drüben sein Glück im Beruf, in der Familie und mehr machte, nicht in der DDR, also zieh dir den Dreck rein(entschuldige...musst ich mal so offen schreiben) also den Dreck, den dein Westdeutschland verzappt hatte und wo heute noch die vielen Leichen im Keller liegen und ich nehme einmal an, da haben einige Leute heute noch schlaflose Nächte, wenn da mal einer zu bohren anfängt?
Ich hoffe, ich war nicht zu deftig in der Kritik des "Kabinett des Schreckens", diesem Rundumschlag und Haudrauf auf die DDR...übrigens der erste sozialistische Staat auf deutschem Boden, nur war eben der Sozialismus noch nicht serienreif, er steckte noch im Versuchsballon und stürzte dann leider ab.

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Re: Zahlen und Fakten zur Grenze und mehr....

Beitragvon ex-maja64 » 1. Februar 2011, 20:13

augenzeuge hat geschrieben:
Dieter1945 hat geschrieben:Wenn ich diese Zahlen so lese kann ich nicht verstehen, dass es heute noch Menschen gibt, die ihrer DDR nachweinen.
Dieter1945


Weißt warum Dieter? Erstens, weil man während des DDR-Lebens nicht eine der Zahlen kannte. Zweitens, es gab ein privates Leben, oft in Ruhe und abgeschirmt, in welches sich sehr viele geflüchtet hatten. Und Drittens, es gab eine gewisse Unwissenheit, die auch auf der jahrelangen politischen Propaganda beruhte.

Und zuletzt muss man sagen, dass es nicht wenige gibt, die in der heutigen Gesellschaft einfach überfordert sind. Dieses permanente eigene "always available" (für den Job da zu sein) lässt vielen die menschliche Ruhe vermissen. Manche fragen sich eben, was war mir mehr wert. Das es natürlich so wie damals erlebt nicht weitergegangen wär, das wird gern in den Gedanken vernachlässigt.

AZ



Jörg, also manchmal kann ich über die von dir aufgeworfenen Thesen nur mit den Kopf schütteln.Es ließt sich oft so, wie wenn der Großteil der DDR Bürger von der Propaganda verseuchte Hohlbirnen gewesen wären.


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Re: Zahlen und Fakten zur Grenze und mehr....

Beitragvon augenzeuge » 1. Februar 2011, 20:31

ex-maja64 hat geschrieben:
Es ließt sich oft so, wie wenn der Großteil der DDR Bürger von der Propaganda verseuchte Hohlbirnen gewesen wären.
Mario


Sorry, ich kann nicht nachvollziehen, wie du meinen Text interpretierst. Unwissende sind keine Hohlbirnen! Ich sprach aus den Erfahrungen, die ich gemacht habe. Meine Aussagen kamen von DDR Bürgern selbst, die über sich berichtet haben. Ich habe Verständnis dafür und kann vieles nachvollziehen.

Wenn du Dieter andere Gründe nennen willst, dann bin ich auch mächtig gespannt drauf.

Jörg
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Re: Zahlen und Fakten zur Grenze und mehr....

Beitragvon Thunderhorse » 1. Februar 2011, 20:41

Da ham se aber lange gebraucht um diese Zahlen zu Veröffentlichen.
Einige, gerade im Bezug auf die Grenze waren schon vor 1989 bzw. spätestens ab 1990/91 bekannt.
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Re: Zahlen und Fakten zur Grenze und mehr....

Beitragvon Danny_1000 » 1. Februar 2011, 21:31

Was soll ich zu diesen Zahlen sagen ?

GRUNDSÄTZLICH: Ich glaube nur der Statistik, die ich selber gefälscht habe, nicht aber die andere aufgeschrieben haben, selbst dann nicht, wenn sie im STERN, SPIEGEl, oder wie die Blätter alle heißen mögen, steht.

In Summe liest sich das wie die Schauergeschichte eines Systems, das schlimmer auf der Welt nicht sein könnte. Die Aufschreiber hätten vielleicht noch das mit den Nachttöpfchen im Kindergarten - du weißt schon, das von dem Kriminalitätsprofessor - und das mit den Rabenmüttern im Osten und und und ...... zu Papier bringen sollen.

Das widerspricht dem Lebensgefühl von Millionen Menschen im Osten. Die tauchen in diesen Horrorzahlen gar nicht auf.

Und wenn ich mir dann noch manche Quelle angucke, aus der die hochbezahlten Schreiberlinge des STERN da vermutlich abgepinselt haben, kehre ich ganz schnell zu dem unter GRUNDSÄTZLICH geschrieben zurück !

@AZ:
Natürlich sind da Zahlen dabei, die verifizierbar (z.B. die 136 Toten an der Mauer) und damit richtig sind. Die abzustreiten, wäre töricht und dumm.
Andere Zahlen dagegen hätten die Autoren zumindest mit großen Fragezeichen versehen müssen, da die Quellen doch sehr fragwürdig sind. Und manche Zahlen passen da überhauopt nicht hinein. Aber wie lautete doch die Überschrift des Artikels ?
"Statistik des Schreckens"

Und so liest die sich dann auch - in Summe. Aber das hatte ich ja schon geschrieben…..


Gruß
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Re: Zahlen und Fakten zur Grenze und mehr....

Beitragvon Dieter1945 » 1. Februar 2011, 21:42

augenzeuge hat geschrieben:
Dieter1945 hat geschrieben:Wenn ich diese Zahlen so lese kann ich nicht verstehen, dass es heute noch Menschen gibt, die ihrer DDR nachweinen.
Dieter1945


Weißt warum Dieter? Erstens, weil man während des DDR-Lebens nicht eine der Zahlen kannte. Zweitens, es gab ein privates Leben, oft in Ruhe und abgeschirmt, in welches sich sehr viele geflüchtet hatten. Und Drittens, es gab eine gewisse Unwissenheit, die auch auf der jahrelangen politischen Propaganda beruhte.

Und zuletzt muss man sagen, dass es nicht wenige gibt, die in der heutigen Gesellschaft einfach überfordert sind. Dieses permanente eigene "always available" (für den Job da zu sein) lässt vielen die menschliche Ruhe vermissen. Manche fragen sich eben, was war mir mehr wert. Das es natürlich so wie damals erlebt nicht weitergegangen wär, das wird gern in den Gedanken vernachlässigt.

AZ


AZ,ob alle in der DDR ein privates Leben, oft in Ruhe und abgeschirmt hatten glaube ich nicht. Dazu hier ein Zitat aus dem Stern-Artikel:
"Rund 180.000 hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigte das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) zwischen 1950 und 1989 schätzungsweise".


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Re: Zahlen und Fakten zur Grenze und mehr....

Beitragvon ex-maja64 » 1. Februar 2011, 22:09

Dieter1945 hat geschrieben:AZ,ob alle in der DDR ein privates Leben, oft in Ruhe und abgeschirmt hatten glaube ich nicht. Dazu hier ein Zitat aus dem Stern-Artikel:
"Rund 180.000 hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigte das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) zwischen 1950 und 1989 schätzungsweise".

Dieter1945



Dieter, AZ schrieb ja richtigerweise von vielen und nicht von allen.Ich sehe die damalige Gefahr auch mehr in den inoffiziellen Mitarbeitern, als in den hauptamtlichen. Es mag ja in einer Großstadt anders gewesen sein, aber bei uns auf dem Land wußte man wer hauptamtlich beim MfS beschäftigt ist.
Was die Zahl der Mitarbeiter betrifft, würde mich interessieren wie hoch die beim "Gegenpart" (Bundesamt für Verfassungsschutz und BND) im gleichen Zeitraum lag.
Amüsieren tut mich das Wort schätzungsweise am Ende.

@Jörg, wie kommst du darauf das ich Dieter irgendwelche Gründe nennen will?? [grins]


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Re: Zahlen und Fakten zur Grenze und mehr....

Beitragvon karl143 » 1. Februar 2011, 22:32

Ich habe mir wegen dem Bundesamt für Verfassungsschutz mal die Zahlen beim Wiki rausgesucht. Ich war in den 70er Jahren selber oft dort. Bevor ich ins Wiki ging, habe ich mir mal selber überlegt, wieviel Leute damals dort gearbeitet haben. Meine Schätzung lag bei ca. 2.000 . Lt. Wiki sind es jetzt ca. 2.600 Personen. Dazu kommen noch die Mitarbeiter in den Außenstellen. Wenn man jetzt noch die Kommissariate bei den Polizeien der Länder dazurechnet, welche die Aufgaben des Verfassungsschutzes bei den Ländern bearbeiten mögen vielleicht noch ca. 3.000 dazu kommen. Und der Auslandsdienst BND wird auch nicht hunderttausend Mitarbeiter gehabt haben. Was ich damit sagen will, die Zahlen der MItarbeiter zwischen der DDR und der Bundesrepublik bei diesen Diensten sind absolut nicht vergleichbar. Das wären Größenordnungen gewesen, vergleichbar mit denen der Deutschen Bundespost oder Bundesbahn. Absolut undenkbar. Wozu hätte man auch auch diese Leute gebraucht ?
karl143
 

Re: Zahlen und Fakten zur Grenze und mehr....

Beitragvon ex-maja64 » 1. Februar 2011, 22:40

karl, meine Frage bezog sich auf den Zeitraum,der in Dieters eingestellten Beitrag erwähnt wird, 1950-1989, also wie viele in fast Vierzig Jahren.


Mario
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Re: Zahlen und Fakten zur Grenze und mehr....

Beitragvon augenzeuge » 1. Februar 2011, 22:43

Dieter1945 hat geschrieben:AZ,ob alle in der DDR ein privates Leben, oft in Ruhe und abgeschirmt hatten glaube ich nicht. Dazu hier ein Zitat aus dem Stern-Artikel:
"Rund 180.000 hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigte das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) zwischen 1950 und 1989 schätzungsweise".

Dieter1945


Ja, Dieter, richtig. Das MfS wusste auch, wer einen Kleingarten hat, wohin er mit dem Motorrad fährt und was er an Hobbys hat. (So stehts in meiner Akte....)
Allerdings wussten die Leute das bis 1990 nicht...was über ihr Leben dokumentiert war. Glaub mir, ich weiß wie es ist, mit Freunden unbeschwert zu feiern, ihnen zu vertrauen und dann zu erfahren, dass sie einer der IM's waren. Aber weißt du was ich ihnen hoch angerechnet habe? Das sie es mir noch frühzeitig gebeichtet haben. Das gabs auch...


ex-maja64 hat geschrieben:@Jörg, wie kommst du darauf das ich Dieter irgendwelche Gründe nennen will?? [grins]
Mario
[/quote]

Nun, ich dachte wenn dir meine Aussagen nicht so gefallen, hast du vielleicht Bessere.... [wink]
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Re: Zahlen und Fakten zur Grenze und mehr....

Beitragvon karl143 » 1. Februar 2011, 23:00

ex-maja64 hat geschrieben:karl, meine Frage bezog sich auf den Zeitraum,der in Dieters eingestellten Beitrag erwähnt wird, 1950-1989, also wie viele in fast Vierzig Jahren.


Mario


Mario,
da wirst du wohl schlecht genaue Zahlen finden. Du kannst aber davon ausgehen, das ein Mitarbeiter über Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte bei diesen Diensten war. Schließlich waren das überwiegend Stellen nach Beamtenrecht und entsprechend auch eingestuft. Und die Personen, welche dort die Stellen innehatten, waren Beamte auf Lebenszeit.
karl143
 

Re: Zahlen und Fakten zur Grenze und mehr....

Beitragvon Edelknabe » 2. Februar 2011, 07:41

Um es nocheinmal auf den Punkt zu bringen, auch ergänzend zu meinem Text von gestern: Ich kann einfach mit dem Wort "Schrecken" in meinen Erinnerungen an die DDR nichts anfangen, nicht so viel. Zum Wort"Schrecken", da fällt mir der Vietnamkrieg ein, den ich als junger Mensch ganz gut verfolgt habe aber, und das schrieb ich schon öfters: "War damals meine Symphatie auf Seiten der Amis, was wohl den Einwirkungen meines Vaters, seinen Kommentaren zuzuschreiben ist", denn erst später wandelte sich mein Weltbild grundlegend.
Einen wunderbaren Wintertag allen im Forum, im Muldentallandkreis hat es ganz leicht geschneit.

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Re: Zahlen und Fakten zur Grenze und mehr....

Beitragvon karl143 » 2. Februar 2011, 11:55

Wenn es hier schon um den Zustand des "Erschreckens" geht möchte ich meine Eindrücke auch schildern. Die DDR, bzw. Ost-Berlin kannte ich durch viele Besuche mit meiner Oma. Damals war ich ca. 6 - 10 Jahe alt und reiste in die damalige Ostzone mit dem Zug ein. Von der Grenze sah ich dort nicht viel. 1971 besuchte ich mit dem Schießsportverein in dem ich Mitglied war den Sportverein Fichte in Helmstedt. Der Aufenthalt in Helmstedt dauerte 1 Woche, unter anderem fand auch eine Grenzführung statt. Durch die Grenzführung gab es dann den Zuschuss an den Verein. Zu diesem Zeitpunkt war ich 18 Jahre alt. Und die Grenze erschreckte mich. So hatte ich sie mir nicht vorgestellt. Und der Führende erklärte auch mit Beispielen und Zahlen den Schrecken der Grenze. Rainer-Maria, es war sicher nicht alles schlecht in der DDR, aber es war sicher auch nicht alles gut, was es gab. Und wenn man wollte, bzw. die Eltern führten einen dahin, sah man auch, wieviel Schrecken es in diesem Staat gab. Dieses Augen verschließen erinnert mich an den Zustand hier in dem Ort, in dem ich wohne. Es gab die Eibia, eine riesige Rüstungsfirma mit Fremd- bzw. Zwangsarbeitern. Die marschierten jeden Morgen und jeden Abend durch den Ort um von ihren Unterkünften zu den Arbeitsplätzen zu kommen. Und nach dem Krieg wußte keiner von dem "Schrecken". So kommt mir das oft vor, auch wenn ich mich mit Menschen aus der ehemaligen DDR unterhalte. Erinnert mich an die drei Affen.....
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Re: Zahlen und Fakten zur Grenze und mehr....

Beitragvon augenzeuge » 2. Februar 2011, 16:11

Danny_1000 hat geschrieben:Was soll ich zu diesen Zahlen sagen ?

GRUNDSÄTZLICH: Ich glaube nur der Statistik, die ich selber gefälscht habe, nicht aber die andere aufgeschrieben haben, selbst dann nicht, wenn sie im STERN, SPIEGEl, oder wie die Blätter alle heißen mögen, steht.


Nun, Daniel, ich gebe zu, diese Zahlen mögen einseitig rüberkommen. Man hätte sie mit anderen Dingen erweitern können. Keine Frage. Andererseits, diese Grenze hatte schon Schreckenscharakter, das DDR-Leben vermittelte dieses "Schreckens"-Bild nicht.

Du kannst zwar die Zahlen ablehnen, dies macht allerdings nur Sinn, wenn du Fehler beziffern kannst. Wegschauen wäre kindisch. Denn diese Zahlen wurden garantiert nach klaren Dokumenten ermittelt. Hier von einer Fälschung zu reden wird dem Problem nicht gerecht. Und das Verlegen von Minen mit der Trennlinie der Pakte zu rechtfertigen, wie es RMR macht, auch nicht. Denn diese Minen hatten nur eine Schreckenswirkung für Flüchtlinge, für Kampfesverbände waren sie sinnlos.

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Re: Zahlen und Fakten zur Grenze und mehr....

Beitragvon Edelknabe » 2. Februar 2011, 18:47

Karl und auch Jörg, die DDR verband das Unangenehme(den kalten Krieg) mit dem für sie Nützlichem (Aufbau eines sehr tiefgestaffelten Systems ihrer Grenzanlagen mit Minenfeldern und, und, und...)So" blöd "bin ich nun auch mittlerweile, um zu sehen, das dahinter System steckte, also waren die Minen für den Feind und den "inneren Feind". Man schlug somit völlig legal zwei Fliegen mit einer Klappe...war doch nicht dumm, müßt ihr doch ehrlich zugeben?
Wäre ich also nicht an dieser Grenze gewesen, und ich schrieb das schon mehrfach, dann hätte ich Null Ahnung so der normale DDR-Bürger(bis auf kleine Infos unter der Hand...Freunde, Bekannte, ehemalige Grenzbrecher)gehabt, was da vorn am Zaun I überhaupt abgeht, es hätte mich auch nicht interessiert, weil," ja weil nun nicht jeder gelernte DDR-Bürger Abends mit dem Gedanken ins Bett ging, morgens über die grüne Grenze flüchten zu müssen?"
Das ist so eine Art Paranoia heute, dem Menschen, dem schaffenden Menschen in der DDR unterstellen zu wollen, ständig mit "verbissenen Gesicht durch die Gegend gerannt zu sein", das ist eine unverschämte bodenls freche Unterstellung des heutigen System der Demokratie, das meiner Ansicht nach damit sehr gut von seinen eigenen Riesenproblemen ablenken möchte, auch von seiner eigenen Aufarbeitung der Geschichte damals "im alten Schlaraffenwestdeutschland".
Und wieder ohne Frage, das war ein Land, was eben für den gelernten DDR-Bürger sehr verlockend war, nur der Schmutz, den sah er nicht,denn die Fassade war makelos, darin war das kapitalistische System ein Meister, wieder ohne Frage, völlig ohne Neid von einem Ostgeborenen.
Der Schüler heute, er wird da so einseitig verblödet, der glaubt im Endeffekt noch, das um es mal aufs ganz Einfache zu bringen: " Also der glaubt, das der böse bluttrünstige Wolf im Osten stand und der Hase, der naive gutmütige Hase mit Stummelschwanz im Westen?"
Wenn dem so gewesen wäre, dann hätte es keinen Vietnamkrieg gegeben und noch einige andere Kriege mehr, "vom Zaun gebrochen eben vom Hasen mit dem Stummelschwanz", mit Vorsatz, in Eigennutz, mit voller Absicht, mit weißer kapitalistischer Rohstoff und Quellendenke.
War eben nicht so, es war anders aber erstmal genug, so langsam habe ich schon die Schnauze voll mich andauernd wiederholen zu müssen, damit eben der heutige Schüler nicht verblödet vor lauter System des schlauen Hasen.

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Re: Zahlen und Fakten zur Grenze und mehr....

Beitragvon Danny_1000 » 2. Februar 2011, 18:52

augenzeuge hat geschrieben:
Danny_1000 hat geschrieben:Was soll ich zu diesen Zahlen sagen ?

GRUNDSÄTZLICH: Ich glaube nur der Statistik, die ich selber gefälscht habe, nicht aber die andere aufgeschrieben haben, selbst dann nicht, wenn sie im STERN, SPIEGEl, oder wie die Blätter alle heißen mögen, steht.


Nun, Daniel, ich gebe zu, diese Zahlen mögen einseitig rüberkommen. Man hätte sie mit anderen Dingen erweitern können. Keine Frage. Andererseits, diese Grenze hatte schon Schreckenscharakter, das DDR-Leben vermittelte dieses "Schreckens"-Bild nicht.

Du kannst zwar die Zahlen ablehnen, dies macht allerdings nur Sinn, wenn du Fehler beziffern kannst. Wegschauen wäre kindisch. Denn diese Zahlen wurden garantiert nach klaren Dokumenten ermittelt. Hier von einer Fälschung zu reden wird dem Problem nicht gerecht. Und das Verlegen von Minen mit der Trennlinie der Pakte zu rechtfertigen, wie es RMR macht, auch nicht. Denn diese Minen hatten nur eine Schreckenswirkung für Flüchtlinge, für Kampfesverbände waren sie sinnlos.

AZ


Deinem ersten Absatz würde ich nicht widersprechen.

Einzelne Zahlen lehne ich auch nicht ab. Viele kann ich gar nicht nachprüfen und halte einzelne Quellen für zweifelhaft.

Beim ersten Lesen dieser “Statistik““ musste ich unweigerlich an den alten Karl Eduard und seinen Schwarzen Kanal denken: Schnipsel irgendwo her klauen, zusammen kleben, so wie er es für seine Argumente brauchte und schon war es fertig, das Schreckensbild der alten Bundesrepublik.

Mit seriösem Journalismus hat der Artikel von 2009 für mich nichts zu tun. Reine Propaganda – eben heute nur umgekehrt.

Gruß
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Re: Zahlen und Fakten zur Grenze und mehr....

Beitragvon Thunderhorse » 2. Februar 2011, 23:06

Danny_1000 hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:
Danny_1000 hat geschrieben:Was soll ich zu diesen Zahlen sagen ?

GRUNDSÄTZLICH: Ich glaube nur der Statistik, die ich selber gefälscht habe, nicht aber die andere aufgeschrieben haben, selbst dann nicht, wenn sie im STERN, SPIEGEl, oder wie die Blätter alle heißen mögen, steht.


Nun, Daniel, ich gebe zu, diese Zahlen mögen einseitig rüberkommen. Man hätte sie mit anderen Dingen erweitern können. Keine Frage. Andererseits, diese Grenze hatte schon Schreckenscharakter, das DDR-Leben vermittelte dieses "Schreckens"-Bild nicht.

Du kannst zwar die Zahlen ablehnen, dies macht allerdings nur Sinn, wenn du Fehler beziffern kannst. Wegschauen wäre kindisch. Denn diese Zahlen wurden garantiert nach klaren Dokumenten ermittelt. Hier von einer Fälschung zu reden wird dem Problem nicht gerecht. Und das Verlegen von Minen mit der Trennlinie der Pakte zu rechtfertigen, wie es RMR macht, auch nicht. Denn diese Minen hatten nur eine Schreckenswirkung für Flüchtlinge, für Kampfesverbände waren sie sinnlos.

AZ


Deinem ersten Absatz würde ich nicht widersprechen.

Einzelne Zahlen lehne ich auch nicht ab. Viele kann ich gar nicht nachprüfen und halte einzelne Quellen für zweifelhaft.

Beim ersten Lesen dieser “Statistik““ musste ich unweigerlich an den alten Karl Eduard und seinen Schwarzen Kanal denken: Schnipsel irgendwo her klauen, zusammen kleben, so wie er es für seine Argumente brauchte und schon war es fertig, das Schreckensbild der alten Bundesrepublik.

Mit seriösem Journalismus hat der Artikel von 2009 für mich nichts zu tun. Reine Propaganda – eben heute nur umgekehrt.

Gruß
Daniel



Welche Zahlenangaben und Quellen hälste den für Zweifelhaft?
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Re: Zahlen und Fakten zur Grenze und mehr....

Beitragvon ex-maja64 » 3. Februar 2011, 22:43

Thunderhorse hat geschrieben:Welche Zahlenangaben und Quellen hälste den für Zweifelhaft?



Also mir stößt das hier ins Auge: Rund 3.000 Hunde waren bis in die 80er Jahre an der Grenze im Einsatz. Sie waren auf Menschen abgerichtet.

Frage mich erstmal welche wurden da darunter gezählt, die Hunde der Hundeführer (jeweils einer pro Zug) und der GAKs ?? Oder auch noch die an den diversen Hundelaufanlagen?
Ehrlich gesagt ist mir diese Zahl fast etwas niedrig angesetzt, wenn ich da mal von meinem eigenen Abschnitt ausgehe und versuche das hochzurechnen.
Auf den zweiten Satz gehe ich mal bewußt nicht ein, da für mich ehrlich gesagt Schwachsinn.


Mario Bild
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Re: Zahlen und Fakten zur Grenze und mehr....

Beitragvon Zicke » 4. Februar 2011, 19:16

Rund 3.000 Hunde waren bis in die 80er Jahre an der Grenze im Einsatz. Sie waren auf Menschen abgerichtet

bei uns waren es ca 20 Hunde(Laufanlage 15 - Diensthunde 5) und auf Menschen abgerichtet? [shocked]
höchstens auf Postenbrote [laugh]
Zicke
 

Re: Zahlen und Fakten zur Grenze und mehr....

Beitragvon ex-maja64 » 4. Februar 2011, 20:08

Zicke hat geschrieben:bei uns waren es ca 20 Hunde(Laufanlage 15 - Diensthunde 5) und auf Menschen abgerichtet?
höchstens auf Postenbrote [laugh]



So sehe ich es auch Jörg. [crazy]
Wir haben sie erlebt diese Hunde, manch einer redet von ihnen wieder besseren Wissens [muede] .

Mario Bild, der Araber, z.Z. wieder in seinem Feldlager in der Zschampertaue [angst] [flash]
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Re: Zahlen und Fakten zur Grenze und mehr....

Beitragvon augenzeuge » 4. Februar 2011, 22:20

Diese Aussage mit dem Abrichten ist Schwachsinn. Und die Zahl auch. Es waren übrigens 6000 Hunde! Stern ...das war schwach.... [muede]

Dazu mal folgende Aussage des Tierschutzbundes, der sich um diese Hunde später gekümert hat:

Vor dem Mauerfall mussten die Wachhunde acht Stunden am Grenzzaun patrouillieren. Bereits in den 1960er Jahren begannen die DDR-Grenztruppen zur Bewachung unübersichtlicher Abschnitte Hunde einzusetzen. Die Hunde hatten eine Gebrauchshundeprüfung abgelegt, waren aber nicht auf Menschen abgerichtet. Schäferhunde, Dobermänner und Riesenschnauzer, die „nur" abschrecken sollten.

Um die Ungefährlichkeit der Hunde zu beweisen und eine Vermittlung nach dem Mauerfall zu ermöglichen, bot der damalige Bundesgeschäftsführer und heutige Präsident des Deutschen Tierschutzbundes Wolfgang Apel an, sich mit den Tieren im Zwinger einschließen zu lassen. Apel dazu: „Wir haben damals leidenschaftlich für diese tollen Tiere gekämpft und eine Menge bürokratischer Hürden genommen. Wir wussten, dass die Grenzhunde bedenkenlos in verantwortungsvolle Hände vermittelbar sind."

Zuvor hatten sich der Deutsche Tierschutzbund und die DDR-Behörden in zähen Verhandlungen auf eine kostenfreie Vermittlung der Tiere einigen können. Der Verband und die ihm angeschlossenen Tierschutzvereine initiierten daraufhin eine bundesweite Pressekampagne. Tausende Tierfreunde meldeten sich.

„Im April 1990 fuhren die letzten Transporte über die offene innerdeutsche Grenze. Damit waren alle Mauerhunde gerettet und eine unserer außergewöhnlichsten Tierrettungsaktionen beendet. Der Einsatz der Tierschutzvereine war außerordentlich", so Apel abschließend.
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Re: Zahlen und Fakten zur Grenze und mehr....

Beitragvon Thunderhorse » 4. Februar 2011, 23:09

augenzeuge hat geschrieben:Diese Aussage mit dem Abrichten ist Schwachsinn. Und die Zahl auch. Es waren übrigens 6000 Hunde! Stern ...das war schwach.... [muede]

Dazu mal folgende Aussage des Tierschutzbundes, der sich um diese Hunde später gekümert hat:

Vor dem Mauerfall mussten die Wachhunde acht Stunden am Grenzzaun patrouillieren. Bereits in den 1960er Jahren begannen die DDR-Grenztruppen zur Bewachung unübersichtlicher Abschnitte Hunde einzusetzen. Die Hunde hatten eine Gebrauchshundeprüfung abgelegt, waren aber nicht auf Menschen abgerichtet. Schäferhunde, Dobermänner und Riesenschnauzer, die „nur" abschrecken sollten.

Um die Ungefährlichkeit der Hunde zu beweisen und eine Vermittlung nach dem Mauerfall zu ermöglichen, bot der damalige Bundesgeschäftsführer und heutige Präsident des Deutschen Tierschutzbundes Wolfgang Apel an, sich mit den Tieren im Zwinger einschließen zu lassen. Apel dazu: „Wir haben damals leidenschaftlich für diese tollen Tiere gekämpft und eine Menge bürokratischer Hürden genommen. Wir wussten, dass die Grenzhunde bedenkenlos in verantwortungsvolle Hände vermittelbar sind."

Zuvor hatten sich der Deutsche Tierschutzbund und die DDR-Behörden in zähen Verhandlungen auf eine kostenfreie Vermittlung der Tiere einigen können. Der Verband und die ihm angeschlossenen Tierschutzvereine initiierten daraufhin eine bundesweite Pressekampagne. Tausende Tierfreunde meldeten sich.

„Im April 1990 fuhren die letzten Transporte über die offene innerdeutsche Grenze. Damit waren alle Mauerhunde gerettet und eine unserer außergewöhnlichsten Tierrettungsaktionen beendet. Der Einsatz der Tierschutzvereine war außerordentlich", so Apel abschließend.
AZ



Stimmt Augenzeuge, die bisher genannten Zahlen sind alle nicht korrekt.

Zum Ende des Jahres 1988 gab es bei der GT (GK Mitte, Nord, Süd, Grenze zur CSSR und Polen, etc.) 5244 Hunde (Fährten-, Wach- und Schutzhunde) Der STAN betrug 4831 Hunde. Insofern waren zum Ende 1988 mehr Hunde im Bestand wie vorgesehen.
Diese Zahl (5244) ist in 1989 auch nicht auf die genannten 6000 angestiegen.
Dass die Hunde nur 8 Stunden im Dienst waren mag für die Schutzhunde zugetroffen haben nicht jedoch für die Wachhunde in der Laufanlagen.
Hier irrt der Tierschutzbund. Und bei deren Tätigkeit zu jener Zeit gabs auch die eine oder andere Stilblüte, wimre.

TH
Zuletzt geändert von Thunderhorse am 4. Februar 2011, 23:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Zahlen und Fakten zur Grenze und mehr....

Beitragvon ex-maja64 » 4. Februar 2011, 23:09

Was man nicht alles dazu lernen tut [shocked] . Die Hunde hatten also eine 8 Stunden Dienst wie wir [frown] . Am Grenzzaun, denke mal damit ist der GZI gemeint, also da patroulliere die bei mir nicht.
ex-maja64
 

Re: Zahlen und Fakten zur Grenze und mehr....

Beitragvon augenzeuge » 4. Februar 2011, 23:28

Hier den Link:
http://www.tierschutzbund.de/4178.html

Das Wort Grenzzaun, Mario, solltest du bei einem Laien nicht überbewerten.
AZ
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Re: Zahlen und Fakten zur Grenze und mehr....

Beitragvon Thunderhorse » 4. Februar 2011, 23:43

augenzeuge hat geschrieben:Hier den Link:
http://www.tierschutzbund.de/4178.html

Das Wort Grenzzaun, Mario, solltest du bei einem Laien nicht überbewerten.
AZ


Die Zahl 6000 hatte die damals (1990) schon publiziert. In 2010 kam sogar mal die Zahl 6500 in einem Beitrag ins Spiel.
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Re: Zahlen und Fakten zur Grenze und mehr....

Beitragvon S51 » 5. Februar 2011, 00:59

Alle Hunde, die wir seinerzeit in Schierke hatten, waren ganz offiziell mit Papieren bei verschiedenen Züchtern eingekauft. Kein Hund durfte ohne Schutzhundeprüfung mit auf Streife. Dabei gab es natürlich auch eine entsprechende Ausbildung auf den Scheintäter jedoch auch die ganz normale Unterordnung.
8-Stunden Dienst halte ich für praxisfremd. Zwar hat es im Hinterland Zeiten gegeben, wo der GAK seinen Hund nach 7 Stunden in den Zwinger brachte, um dann theoretisch die restlichen 5 Stunden wieder in den Busch zu gehen. Da es dann etwa mit der Nachbereitung aber schon mal länger dauern konnte, hat man diese Praxis relativ schnell wieder sein lassen.
Die Hunde an den Trassen hatten schon mitunter eine Macke. Ihre bevorzugten Opfer aber hießen Bockwurst, Wiener (nicht die aus dem Ort...) und Wurstbemmen. Richtig bissige Hunde habe ich erst viele Jahre später in Berlin erlebt. Nach der Wende. Das soll nicht heißen, dass es solche Tiere am Kanten nicht gab, doch war es nicht die Regel.
Mit der Anzahl habe ich auch Probleme. aber mehr so "gefühlt" als sachlich begründbar. Denn aus der zeitlichen Entfernung kommt einem die scheinbare Zahl oft viel höher vor als es dann tatsächlich waren.
S51
 

Re: Zahlen und Fakten zur Grenze und mehr....

Beitragvon Mike59 » 6. Februar 2011, 17:54

Offensichtlich haben wir mit der armen Kreatur Hund doch mitgefühl.

Der Diensthund bei der GT sollte 7h im Dienst verbleiben, da er nach dieser Zeit abbaut und seiner Aufgaben nicht mehr gerecht wird. Bei Drogen Hunden ist die Zeitspanne noch geringer. Der Diensthundeführer hatte 8h Dienst, davon 7h Grenzdienst +1h Zwingerdienst (Theorie)
Trassenhunde hatten 24h,7 Tage die Woche Dienst. War der Verantwortliche für Diensthunde wirklich ein Verantwortlicher, dann wurden die Hunde periodisch an den Laufanlagen ausgewechselt.
Ausser der Schutzhunde war kein anderes Tier auf Menschen abgerichtet. Das Schutzhunde u.u. an der Laufanlage landeten steht ausser Frage.
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Zitat S51:
Ihre bevorzugten Opfer aber hießen Bockwurst, Wiener (nicht die aus dem Ort...) und Wurstbemmen.
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Kann ich nur bestätigen und könnten noch viele andere Sorten Flugwurst aufzählen.

Was ich nicht verstehe @S51 ist die Aktion mit 7h Dienst und dann Hund in Zwinger zurück und noch mal 5h Grenzdienst. 12h Grenzdienste waren doch nicht die Normalität. Bei euch war ganz offensichtlich die DV 001/010/Harz maßgebend. Aber bitte nicht immer die Extreme zitieren. Das Normale hat schon gereicht.
Mike59
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