Mogn Gemeinde,
ich denke, dass wir uns alle in einem einig sind. Jeder Tote an der Grenze ist einer zu viel. Diese Erkenntnis mußte aber, zumindestens bei mir, erst reifen und ich sehe mich in keinster Weise in irgendeinem Erklärungsnotstand. Gleiches denke ich auch von jedem ehemaligen Grenzsoldaten der DDR.
Da könnt Ihr noch 100 x auffordern, dies oder jenes zu erklären. Das wird auch kaum einer hier können. Keiner hier war Mitglied des NVR oder des Politbüros oder des Kollegiums im MfNV.
Im Anderen werden wir uns wohl kaum einig.
Ihr, die Ihr schon immer alles wußtet und dagegen wart, dürft (nicht müßt) mir mal erklären, warum man sich in der Absicht, die Grenze zu überqueren an Stellen, die eben nicht dafür offen waren, nähert, wohl wissend, dass man dort verwundet oder gar getötet werden kann.
Woher, liebe Herren, soll der Soldat am Kanten wissen, was sich da für einer, gerade über den Zaum schwingt?
Der Grenzsoldat, handelte entsprechend seiner Befehle und mancher ganz sicher auch aus Überzeugung, das Richtige zu tun, wenn er den Grenzverletzer, entsprechend der Schußwaffenanwendungsordnung anruft, jener aber nicht stehen bleibt sondern weiter in Richtung Westen strebt.
Was ist diesem Grenzverletzer sein Leben wird? Kann man davon ausgehen, dass der Grenzverletzer nur rüber will um im Westen ein bunteres Leben zu führen?
Der Grenzsoldat kann das nicht einschätzen. Er geht immer davon aus, dass der Grenzverletzer ein wirklicher Feind des Staates ist, dessen Fahneneid er geschworen hat.
Ich will damit, so naiv es sich hier lesen mag, nicht bestreiten, dass wohl die Masse der Grenzverletzer einfach nur aus wirtschaftlichen Erwägungen, von mir aus auch aus politischen Erwägungen, wobei ich das gerade sehr jungen Menschen abspreche, sich in Gefahr begeben haben.
Und da unsere Grenze eben keine war, wie z.B. die zwischen den USA und Mexiko, wo man in jedem Falle davon ausgehen kann, dass der Grenzverletzer wirklich nur wirtschaftliche Interessen zur Flucht treiben (und auch da gibt es genug Tote), war dies eben bei unserer Grenze, der Nahtstelle zwischen zwei Militärblöcken, eben nicht so. Bei uns ging es immer auch darum, den Feind zu stellen und nicht nur den Mann / Frau, die sich das Leben im anderen Deutschland leichter, bunter, angenehmer oder was auch immer , vorstellten.
Schaut Euch mal diesen Link an.
http://www.welt.de/politik/article99111 ... n-USA.htmlGruß
Die größten Vorteile im Leben überhaupt wie in der Gesellschaft hat ein gebildeter Soldat. J. W. v. Goethe
Das Gesetz ändert sich, die Gesinnung nicht.