Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon vs1400 » 14. April 2014, 21:48

augenzeuge hat geschrieben:
andr 88-1 hat geschrieben:
vs1400 hat geschrieben:doch hin zum gueffroy,
sein fehler war, dass er sich ungeprüft auf aussagen von damaligen agt verlassen hat.

gruß vs


Selten so ein Mist gelesen!!! "Sein Fehler"?! Lass Dir mal was neues einfallen.


AK


Ungeprüft? Wer sprach damals schon mit einem agt darüber bzw. konnte das tun? Und dann sollte er das noch verfizieren? [flash]
AZ


wimre sprach gueffroy mit grenzern.
vs1400
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon vs1400 » 14. April 2014, 21:51

augenzeuge hat geschrieben:Beim Thema Schüsse an der innerdeutschen Grenze allerdings "kriegt man keine entsprechende Antwort", sagte der SPD-Politiker Eppler am 15. April 1989 zum Abschluss des dreitägigen Treffens am Scharmützelsee in der DDR...

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q= ... 2518,d.bGQ

AZ



wie darf man diese aussage ... "... Er fügte hinzu: Leider sei an der deutsch-deutschen Grenze und der Berliner Mauer "noch nicht alles so, wie es sein sollte". ..." denn verstehen?
vs1400
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon augenzeuge » 15. April 2014, 07:22

vs1400 hat geschrieben:Er fügte hinzu: Leider sei an der deutsch-deutschen Grenze und der Berliner Mauer "noch nicht alles so, wie es sein sollte". ..." denn verstehen?


Wie es sein sollte? Wie sollte es dann an der Mauer sein? Auch Gucktürme von Ost nach West? [grins] Das wollte ein SPDler der SED vorschreiben? Dabei war das doch die Ursache allen Übels....und das wussten die auch.
AZ
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon augenzeuge » 15. April 2014, 16:19

Übrigens, hier mal ein DDR-Dokument von Generalleutnant Schwanitz an den Minister, in dem er den "Schießbefehl" beim Wort nennt..... [denken] (Thema hatten wir schon, Vom MfS verworfener Plan : Betäubung statt Schüsse an der Grenze)
Gab es das schon mal woanders?

Ich find es bezeichnend, dass man sich auf dieser Ebene des feindlichen Sprachgebrauchs bedient. Damit bestätigt er, dass es den "Schießbefehl" gab.

AZ
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Neun » 15. April 2014, 16:37

Sofort die Bundesregierung informieren, DU hast ihn entdeckt und sie müssen ihren offiziellen Internetauftritt zum Thema ändern! Du hast Dir mit deiner abenteuerlichen Auslegung sicher mindestens das Eiserne Kreuz, ähhh Bundesverdienstkreuz verdient. [laugh]
Neun
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon augenzeuge » 15. April 2014, 16:39

Hey Neun, lenk doch nicht ab, erkläre mich das doch bitte.

Außerdem staune ich, dass du hier überrascht bist..... [grins]
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon augenzeuge » 26. April 2014, 22:43

Warum die Leugner des Schießbefehls lügen
http://www.welt.de/politik/article34910 ... uegen.html

AZ
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Volker Zottmann » 26. April 2014, 23:00

Hallo Jörg (Augenzeuge)
Das sind tolle Dokumente, bzw.zusammengestellte Fakten. So geballt ist es eine Freude , das nachzulesen. Danke fürs Einstellen.

Gruß Volker
Volker Zottmann
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Nov65 » 27. April 2014, 09:56

Da hilft eben keine Rumeierei, ob es den Schießbefehl schriftlich gegeben haben soll oder nicht. Er wurde täglich befohlen und praktiziert.
Verlogen gegenüber der Weltöffentlichkeit,
scheinheilig in der Friedenspolitik,
unmenschlich gegenüber Opponierern und Republikflüchtlingen,
gemein gegenüber den jungen Grenzsoldaten,
das ist mein Fazit der DDR-Grenzsicherung.

Schade, dass Leute wie Streletz und Kessler überhaupt einen Verlag gefunden haben, der deren Buch verlegt.
Andreas
Nov65
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon vs1400 » 27. April 2014, 22:59

Nov65 hat geschrieben:Da hilft eben keine Rumeierei, ob es den Schießbefehl schriftlich gegeben haben soll oder nicht. Er wurde täglich befohlen und praktiziert.
Verlogen gegenüber der Weltöffentlichkeit,
scheinheilig in der Friedenspolitik,
unmenschlich gegenüber Opponierern und Republikflüchtlingen,
gemein gegenüber den jungen Grenzsoldaten,
das ist mein Fazit der DDR-Grenzsicherung.

Schade, dass Leute wie Streletz und Kessler überhaupt einen Verlag gefunden haben, der deren Buch verlegt.
Andreas


hm Andreas,
hat man dir demnach täglich befohlen gegen die waffengebrauchsbestimmung zu verstoßen?

so verstehe ich deine aussage.
du hast zu einer anderen zeit deinen dienst versehen, daher meine frage.

vs [hallo]
vs1400
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon augenzeuge » 28. April 2014, 07:27

vs1400 hat geschrieben:hat man dir demnach täglich befohlen gegen die waffengebrauchsbestimmung zu verstoßen?
vs [hallo]


Kannst du nicht nachvollziehen, dass die "waffengebrauchsbestimmung" zum Schießbefehl wird, wenn daraus abgeleitet wird, dass ich in letzter Konsequenz schießen muss, den Grenzverletzer töten (vernichten) muss, nur um ihn letztlich an der Verletzung der Grenze zu verhindern, auch wenn ich nicht gefährdet bin?
AZ
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Nov65 » 28. April 2014, 16:43

Torsten, egal zu welcher Zeit ein Mann seine Zeit an der Grenze runterschruppen musste: Der Befehl, den "Antifaschistischen Schutzwall" zu schützen und keine Grenzverletzung zuzulassen, auch mit der Schusswaffe, bestand fast bis zum Fall der Mauer.
Deine Frage ist keine Frage sondern für mich plumpe Provokation. Deshalb kommt von mir keine andere Antwort. Sie hätte auch von Margot Honecker stammen können: Verbohrt und dumm.
Andreas
Nov65
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Edelknabe » 28. April 2014, 18:17

Der war gut Sparta, wirklich köstlich dein:

" Ausgebildete Schützen hätten also Grenzdurchbrüche mit nicht tödlichen
Schüssen verhindern können."

Da saß also der Scharfschütze Müller am Punkt X und wartete...wartete auf den Grenzverletzer.Die Schicht verging, nichts passierte, kein GV war weit und breit zu sehen. So ging das schon Tage, Wochen...nichts, es war zum Verrücktwerden, Gefreiter Müller schrieb befehlswidrig schon Briefe an die Liebste weil es so langweilig war. Da kam der LO, die Ladeklappe fiel runter,aufsitzen nu los mach mensch ,Schichtwechsel, Scharfschütze Müller wollte gerade...aufsitzen da brüllte Postenführer Meier vom Turm (vom BT11) ...."Mensch Müller schnell...nu los, ein Grenzverletzer auf Drei Uhr."

Müller hastete zurück zum Punkt X, sieht gerade noch wie GV Schulze über den Zaun I wie an der Eskaladierwand elegant den Bogen macht, im hohen Gras des vorgelagerten Gebiet verschwindet. Müller schaut angestrengt durchs Zielfernrohr...da ein Finger mit dem V-Viktorie-Zeichen, dann der Stinkefinger, dann wieder nur Gras das sich im Winde wiegt.

Rainer-Maria hahahahuhi ich liebe die Geschichten...köstlich
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon SkinnyTrucky » 28. April 2014, 21:41

augenzeuge hat geschrieben:
vs1400 hat geschrieben:hat man dir demnach täglich befohlen gegen die waffengebrauchsbestimmung zu verstoßen?
vs [hallo]


Kannst du nicht nachvollziehen, dass die "waffengebrauchsbestimmung" zum Schießbefehl wird, wenn daraus abgeleitet wird, dass ich in letzter Konsequenz schießen muss, den Grenzverletzer töten (vernichten) muss, nur um ihn letztlich an der Verletzung der Grenze zu verhindern, auch wenn ich nicht gefährdet bin?
AZ


Wer von den Soldaten hat denn echt dran geglaubt das dort echte Grenzverletzer zu erwarten sind....???? Da's' doch eine Mär....westliche Geheimdienste wählten doch so gut wie nie den direkten Weg über den Zaun, das Gros der *Grenzverletzer* bestand doch eh nur aus Verzweifelten, die als letzte Konsequenz diesen mitunter tödlichen Weg wählten....und mir brauch keiner kommen, das er damals anders dachte....die Logik, die ich grad anbrachte, durfte man doch von jeden gelernten DDR-Bürger damals erwarten....gerade die Soldaten dort an der Grenze hatten genug Zeit sich dadrüber Gedanken zu machen, waren sie doch tagtäglich eh aus der Natur ihrer Tätigkeit dazu verdammt sich dazu einen Kopp zu machen....und sie sahen ständig wierum die Grenze aufgebaut war, wie das Grenzregime angelegt war....

....nein, ich weiger mich diese Gruppe von Menschen als dumm zu bezeichnen und nicht fähig richtige Schlüsse zu ziehen....bei aller Propaganda und Rot-Licht vom Feinsten bis zum Lächerlichsten....wir DDR-Bürger wussten doch Bescheid....

....keiner konnte doch echt annehmen, das ein jener Welcher, der der DDR professionell wat Schlechtes wollte den risikoreichen Weg über den Todesstreifen wagte....

....jaja, Ost-West-Grenzverletzer....alles Verbrecher....jaja, und darum baute man den Gefängniszaun präventiv und auch als letztes Mittel ganz an den Rand des Landes....aber den Feind im Westen liess man grosszügig hinein.... [sick]


groetjes

Mara
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon vs1400 » 28. April 2014, 22:15

augenzeuge hat geschrieben:
vs1400 hat geschrieben:hat man dir demnach täglich befohlen gegen die waffengebrauchsbestimmung zu verstoßen?
vs [hallo]


Kannst du nicht nachvollziehen, dass die "waffengebrauchsbestimmung" zum Schießbefehl wird, wenn daraus abgeleitet wird, dass ich in letzter Konsequenz schießen muss, den Grenzverletzer töten (vernichten) muss, nur um ihn letztlich an der Verletzung der Grenze zu verhindern, auch wenn ich nicht gefährdet bin?
AZ


@AZ,
aus heutiger sicht kein problem, da hat man uns verarscht und im dunklen stehen lassen.

daher schildere ich sehr oft und erwähne es auch, woran du dich öfters mokiertest, die damalige sichtweise.
ich sehe absolut keinen grund mich täglich oder ständig erklären zu müssen,
nur weil ich, eben durch diese zeit, nicht mehr alles glaube.

bei sämtlichen vergatterungen wurde von mir immer auch der ausspruch vernommen, die letzte möglichkeit und dass war einerseits ein problem und andererseits ein "freifahrtschein".

dein nicht gefährdet spricht für sich ...

vs
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon vs1400 » 28. April 2014, 22:28

Nov65 hat geschrieben:Torsten, egal zu welcher Zeit ein Mann seine Zeit an der Grenze runterschruppen musste: Der Befehl, den "Antifaschistischen Schutzwall" zu schützen und keine Grenzverletzung zuzulassen, auch mit der Schusswaffe, bestand fast bis zum Fall der Mauer.
Deine Frage ist keine Frage sondern für mich plumpe Provokation. Deshalb kommt von mir keine andere Antwort. Sie hätte auch von Margot Honecker stammen können: Verbohrt und dumm.
Andreas


@"Nov65",
wir waren damals deiner meinung nach wirklich männer?

der von mir markierte REST spricht für sich ...

vs
vs1400
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon augenzeuge » 29. April 2014, 07:04

vs1400 hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:
vs1400 hat geschrieben:hat man dir demnach täglich befohlen gegen die waffengebrauchsbestimmung zu verstoßen?
vs [hallo]


Kannst du nicht nachvollziehen, dass die "waffengebrauchsbestimmung" zum Schießbefehl wird, wenn daraus abgeleitet wird, dass ich in letzter Konsequenz schießen muss, den Grenzverletzer töten (vernichten) muss, nur um ihn letztlich an der Verletzung der Grenze zu verhindern, auch wenn ich nicht gefährdet bin?
AZ


@AZ,
aus heutiger sicht kein problem, da hat man uns verarscht und im dunklen stehen lassen.

dein nicht gefährdet spricht für sich ...

vs


Was denkst du, was bei dir alles für sich spricht.... [flash]

Und nein, ich bin der Meinung, es war auch früher unbedingt zu erkennen, wenn jeder vom Schießbefehl wusste und so argumentierte, sogar Schwanitz, dann spricht es für sich, wenn es Unteroffiziere damals nicht erkannt haben...wollen.
AZ
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Nov65 » 29. April 2014, 10:31

Torsten, Weiber waren wir wohl nicht.
Ab wann ist Mann ein Mann? Da ich bereits ein Kind gezeugt hatte, muss ich, physisch gesehen, wohl schon ein Mann gewesen sein.
Wenn du aber unseren damaligen Reife-und Erkenntniszustand meinst, kontere ich, dass dies wohl nichts mit dem Alter eines Mannes zu tun hat, denn auch in unserem Userkreis, reif nach Jahren gemessen, sehe ich da manchmal Erkenntnisprobleme.
Gruß, Andreas
Nov65
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon vs1400 » 29. April 2014, 22:30

augenzeuge hat geschrieben:
vs1400 hat geschrieben:
augenzeuge hat geschrieben:
@AZ,
aus heutiger sicht kein problem, da hat man uns verarscht und im dunklen stehen lassen.

dein nicht gefährdet spricht für sich ...

vs


Was denkst du, was bei dir alles für sich spricht.... [flash]

Und nein, ich bin der Meinung, es war auch früher unbedingt zu erkennen, wenn jeder vom Schießbefehl wusste und so argumentierte, sogar Schwanitz, dann spricht es für sich, wenn es Unteroffiziere damals nicht erkannt haben...wollen.
AZ


@AZ,
... du machst mich sehr neugierig.
lass es doch bitte einfach mal regelkonform raus.

für dich war nicht zu erkennen, was auf dich zu kam und welchem du kaum gewachsen warst?

vs
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon augenzeuge » 30. April 2014, 16:45

vs1400 hat geschrieben: für dich war nicht zu erkennen, was auf dich zu kam und welchem du kaum gewachsen warst?


Wie auch? Im Gegensatz zu dir ist man diesbezüglich nicht täglich unterwiesen wurden....was du alles vergleichen willst, ist schon fast witzig, wenn es nicht traurig wäre...Geh bitte davon aus, dass ich sehr schnell daraus gelernt habe. (dem ich anfangs nicht gewachsen war)

Deshalb ist es mir ein Rätsel, wie man jahrelang an der Grenze dienen konnte, ohne zu erkennen, was mit dem "Schießbefehl" wirklich los ist.
Einem Wehrpflichtigen mag ich das noch anfangs abnehmen, einem 3 Jahre dienenden Unteroffizier nicht mehr.
AZ
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon vs1400 » 30. April 2014, 21:38

augenzeuge hat geschrieben:
vs1400 hat geschrieben: für dich war nicht zu erkennen, was auf dich zu kam und welchem du kaum gewachsen warst?


Wie auch? Im Gegensatz zu dir ist man diesbezüglich nicht täglich unterwiesen wurden....was du alles vergleichen willst, ist schon fast witzig, wenn es nicht traurig wäre...Geh bitte davon aus, dass ich sehr schnell daraus gelernt habe. (dem ich anfangs nicht gewachsen war)

Deshalb ist es mir ein Rätsel, wie man jahrelang an der Grenze dienen konnte, ohne zu erkennen, was mit dem "Schießbefehl" wirklich los ist.
Einem Wehrpflichtigen mag ich das noch anfangs abnehmen, einem 3 Jahre dienenden Unteroffizier nicht mehr.
AZ


@AZ,
dann warst du ja praktisch nen "einzelkämpfer" ... wow ... .

vs
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Interessierter » 3. Mai 2014, 10:46

Der früheste Beleg für den politischen Willen der SED-Führung, auf DDR-Flüchtlinge schießen zu lassen, findet sich im Protokoll der Politbüro-Sitzung vom 22. August 1961. Nach dem Mauerbau hatte West-Berlins Regierender Bürgermeister Willy Brandt an die DDR-Grenzsoldaten appelliert "Schießt nicht auf die eigenen Landsleute!" SED-Generalsekretär Walter Ulbricht stellte dazu laut Protokoll fest: "Manche sagen, Deutsche können doch nicht auf Deutsche schießen. Auf die Deutschen, die den deutschen Imperialismus vertreten, werden wir schießen. Wer provoziert, auf den wird geschossen!"

Bald darauf erging der "Befehl über die Gewährleistung der Sicherheit an der Westgrenze der DDR vom 14. September 1961". Er legte fest: "Auf Deserteure ist das Feuer sofort zu eröffnen, d. h. ohne Anruf und Warnschuss. Auf Flüchtlinge, die sich der Festnahme durch Flucht in die Bundesrepublik zu entziehen versuchen, dürfen nach einem Warnschuss gezielte Schüsse abgegeben werden."

. Unter Vorsitz von Erich Honecker trafen sich daher am 20. September 1961 erneut die Mitglieder des Zentralen Stabes, der die Abriegelung West-Berlins vorbereitet hatte. Ihr Beschluss vermerkte unter Punkt 8: "Gegen Verräter und Grenzverletzer ist die Schusswaffe anzuwenden. Es sind solche Maßnahmen zu treffen, dass Verbrecher in der 100-Meter-Sperrzone gestellt werden können. Beobachtungs- und Schussfeld ist in der Sperrzone zu schaffen."

Am 6.10.1961 befahlm DDR - Verteidigungsminister Hoffmann: "Die Anwendung der Schusswaffe darf nur in Richtung Staatsgebiet der DDR oder parallel zur Staatsgrenze erfolgen" – also nicht in Richtung Bundesrepublik oder West-Berlin.

" Eindeutig, aber nur mündlich, befahl in den 60er-Jahren – der genaue Zeitpunkt ist unbekannt – der damalige Stadtkommandant von Ost-Berlin, General Helmuth Poppe seinen Offizieren: "Kein Grenzverletzer darf lebend West-Berlin erreichen."

1974 bekräftigte Erich Honecker den seit 1961 geltenden Schießbefehl: "Nach wie vor muss bei Grenzdurchbruchsversuchen von der Schusswaffe rücksichtslos Gebrauch gemacht werden, und es sind die Genossen, die die Schusswaffe erfolgreich angewandt haben, zu belobigen."

Im April 1989 hob Erich Honecker insgeheim die Order zum Schießen auf: "Lieber einen Menschen abhauen lassen, als in der jetzigen politischen Situation die Schusswaffe anzuwenden."

Wie geflüchtete Grenzer berichten, wurden diese Weisungen in den Grenzregimentern umgesetzt. Fast 2800 Mitglieder der "bewaffneten Organe" nutzten bis 1989 ihren Dienst zur Flucht. Es gibt Dutzende derartiger Aussagen. Im Juni 1963 berichtete beispielsweise ein geflohener Grenzsoldat, bei der "Vergatterung", der mündlichen Befehlsausgabe vor Dienstbeginn, sei stets der Satz gefallen: "Wer nicht schießt, ist ein Verräter."

Fazit:
Den "einen" Schießbefehl, der vom Bau der Mauer am 13. August 1961 bis zu ihrem Sturz am 9. November 1989 Todesschüsse an Flüchtlingen angeordnet hätte, gab es nie; man wird kein solches Schriftstück finden können. Vielmehr belegen Dutzende Dokumente der SED, der NVA und der Grenztruppen, dass die DDR bewusst und vorsätzlich an ihren Grenzen zum Westen töten ließ. Außerdem gibt es Hunderte entsprechende Aussagen von Grenzsoldaten – ebenso jenen, die vor 1989 geflüchtet sind, wie solchen, die erst nach der friedlichen Revolution berichten konnten.

http://www.welt.de/politik/article11056 ... aeter.html
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Interessierter » 5. Mai 2014, 18:37

Zum Thema passend hier ein Video mit einem 15minütigen sehr aufschlußreichen Interview:

http://vimeo.com/64132881

" Der Interessierte "
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon augenzeuge » 5. Mai 2014, 18:45

Interessierter hat geschrieben:Zum Thema passend hier ein Video mit einem 15minütigen sehr aufschlußreichen Interview:

http://vimeo.com/64132881

" Der Interessierte "


Tja, was soll man da noch sagen.....traurige Fakten und Wahrheiten. Bei ca. 4 min: "Ex-AGT und heutiger ND-Redakteur:" Lizenz zum Töten"..... [angst]
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Hellersdorfer » 7. Juni 2014, 11:19

Was blieb den Pfeiffen denn damals anderes übrig als dieser feige Schießbefehl?
Gäbe es nur den Befehl zur Festnahme, hätte man ja alle fünf Meter nen Grenzposten hinstellen müßen.
Da das aber nicht möglich war und man zurecht Angst haben mußte, dass einen das eigene Volk wegrennt, blieb nur eines übrig...
Nichts ist unendlich, so sieh das doch ein.

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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Interessierter » 7. Juni 2014, 13:14

Hallo Hellersdorfer,
so einfach wie Du es Dir machst, spielt das Leben aber nicht. Es gab doch die Alternative, dass dieser Staat einfach einmal dabeigegangen wäre und die Ursachen und Gründe zu beseitigen, derentwegen die Bürger in diesem Staat nicht mehr leben wollten.

" Der Interessierte "
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon augenzeuge » 7. Juni 2014, 13:15

Hellersdorfer hat geschrieben: Gäbe es nur den Befehl zur Festnahme, hätte man ja alle fünf Meter nen Grenzposten hinstellen müßen.


Oh, so schlimm siehst du das? [angst]
AZ
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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Hellersdorfer » 11. Juni 2014, 17:28

Interessierter hat geschrieben:Hallo Hellersdorfer,
so einfach wie Du es Dir machst, spielt das Leben aber nicht. Es gab doch die Alternative, dass dieser Staat einfach einmal dabeigegangen wäre und die Ursachen und Gründe zu beseitigen, derentwegen die Bürger in diesem Staat nicht mehr leben wollten.

" Der Interessierte "


Das ist durchaus bekannt. Warum hat der "Staat" es aber nicht getan? Der Staat hat gewußt, dass er "was " falsch macht, er blieb nur in der Hoffnung das eigene Volk für blöd verkaufen zu können.
Nichts ist unendlich, so sieh das doch ein.

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Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Sirius » 11. Juni 2014, 17:38

Hellersdorfer hat geschrieben:
Interessierter hat geschrieben:Hallo Hellersdorfer,
so einfach wie Du es Dir machst, spielt das Leben aber nicht. Es gab doch die Alternative, dass dieser Staat einfach einmal dabeigegangen wäre und die Ursachen und Gründe zu beseitigen, derentwegen die Bürger in diesem Staat nicht mehr leben wollten.

" Der Interessierte "


Das ist durchaus bekannt. Warum hat der "Staat" es aber nicht getan? Der Staat hat gewußt, dass er "was " falsch macht, er blieb nur in der Hoffnung das eigene Volk für blöd verkaufen zu können.


Die Hauptrichtung, das politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche System u.s.w. wurde doch von Moskau aus festgelegt, die Befehlsempfänger oder Erfüllungsgehilfen in Ost-Berlin hatten doch kaum Spielraum.
Sirius
 

Re: Aussagen von Ex-DDR-Grenzern zur Anwendung des Schiessbefehls

Neuer Beitragvon Hellersdorfer » 11. Juni 2014, 17:43

Sirius hat geschrieben:
Die Hauptrichtung, das politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche System u.s.w. wurde doch von Moskau aus festgelegt, die Befehlsempfänger oder Erfüllungsgehilfen in Ost-Berlin hatten doch kaum Spielraum.


Ja ,bis zur Perestroika, danach waren die Betonköpfe nur noch auf ihre eigene Sicherheit aus. <----Ist meine Meinung.
Nichts ist unendlich, so sieh das doch ein.

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