vs1400 hat geschrieben:Ralf, die ex-ddr bestand nicht nur aus diesen künstlern
Richtig. Sie bestand auch aus einer Handvoll SED-linientreuer Künstler wie
Willi Sitte Wikipedia hat geschrieben:Willi SitteEr war von 1974 bis 1988 Präsident des Verbandes Bildender Künstler der DDR (VBK-DDR) und seit 1976 Abgeordneter der Volkskammer.
Von 1986 bis 1989 war er
Mitglied des Zentralkomitees der SED (ZK der SED).
Wegen seines
Bekenntnisses zum Kommunismus und seiner
Parteikarriere in der SED lösten seine Werke und Ausstellungen nach der Wiedervereinigung bisweilen öffentliche Diskussionen aus.
und
Hermann KantWikipedia hat geschrieben:Hermann KantIn seinem ersten Roman Die Aula (1965) beschrieb Kant eigene Erlebnisse an der Arbeiter- und Bauernfakultät.
Während in der DDR überwiegend das
„parteiliche Bekenntnis“ der Kantschen Hauptfiguren zur
[i]„sozialistischen Entwicklung“ gelobt[/i] wurde,[3] warf Marcel Reich-Ranicki Kant vor, er sei
zu feige, die Wahrheit über die Verhältnisse in der DDR zu schreiben.[4]
An der Humboldt-Universität übernahm Kant in den 1950er Jahren die Funktion des
Parteisekretärs der Germanisten-Grundorganisation und wurde später
Mitglied der Universitäts-Parteileitung. Zwischen 1974 und 1979 war er
Mitglied der SED-Bezirksleitung Berlin, von 1981 bis 1990
SED-Abgeordneter der Volkskammer der DDR, 1986 bis 1989
Mitglied des ZK der SED. Bereits ab 1961
bespitzelte er den Schriftsteller
Günter Grass. Seit 1990 gehört er der PDS bzw. ihren Nachfolgeorganisationen an.
1969 wurde er
Vizepräsident des DDR-Schriftstellerverbands. Sein
„geschicktes Krisen-Management“[14]
bei der Biermann-Ausbürgerung im November 1976 qualifizierte ihn für den Posten des Präsidenten des Verbandes, den er von 1978 bis 1990 als Nachfolger von Anna Seghers bekleidete.
Seine
„umstrittene Position in der Nähe des SED-Politbüros“[15] zeigte sich bei Kants öffentlichem Auftreten als
Befürworter oder Exekutor staatlicher Sanktionen. So kommentierte er 1976 die Übersiedlung des Schriftstellers Reiner Kunze mit den Worten
„Kommt Zeit, vergeht Unrat“.[16] 1979
sanktionierte er den
Ausschluss von neun Schriftstellern durch den Berliner Bezirksverband, darunter Adolf Endler, Stefan Heym, Karl-Heinz Jakobs und Klaus Schlesinger.[17]
Was willst du denn nun damit sagen?
Übrigens muss ich in die Liste der Künstler, die
nicht glücklich darüber waren, vom DDR-Staat regelmäßig Aufträge zu erhalten und bezahlt zu werden, drei hinzufügen: Adolf Endler, Karl-Heinz Jakobs und Klaus Schlesinger.
vs1400 hat geschrieben:und auch sie haben, bis zu einem gewissen punkt, sich in der ex-ddr entfalten können, hatten ihre vorteile und lebten nicht schlecht damit. was sie heute so nebenbei erwähnen, wenns gut läuft.
Na klar konnten sie im
kommunistischen Verbrecherstaat "DDR" studieren und sich entfalten. Aber was nützt ihnen das, wenn sie sich anschließend mit Haut und Haaren an den
Verbrecherstaat verkaufen müssen und das tun müssen, was der
Verbrecherstaat will und nicht was sie wollen?
Mich ließ der
Verbrecherstaat auch studieren und mich entfalten. Aber was nützt mir das, wenn ich das tun muss (beim Fernsehen der DDR - ein Traumstellung), was er will und nicht was ich will?
1. SECAM statt PAL einführen.
(falsche Wirtschaftspolitik gutheißen)
2. Gegen die westliche Neutronenbombe protestieren, statt gegen alle (incl. der sowjetischen SS-20 Raketen).
(falsche Außenpolitik gutheißen)
3. Schießbefehl an der Mauer und schlechte Behandlung von Regime-Kritikern - Rudolf Bahro, Wolf Biermann, Jürgen Fuchs, Reiner Kunze gutheißen.
(Unfreiheit gutheißen)
4. Richtig finden, dass man seinen Job verliert, wenn man gegen alle (incl. der sowjetischen SS-20 Raketen) protestiert.(Beschränkung der Bürgerrechte gutheißen)
5. Richtig finden, dass man für dreieinhalb Jahre ins KZ gesteckt wird, weil man von seinem Berufsverbot berichtet hat..., also sein verfassungsmäßiges politisches Grundrecht auf Meinungsfreiheit wahrgenommen hat, indem man Kontakte zu Personen außerhalb des Gebietes der DDR aufgenommen hat, ohne im Sinne des 6. Strafrechtsänderungsgesetzes Spionage- oder Agententätigkeit ausgeübt zu haben.
(Verbrechen gutheißen)
6. Zusammenfassung
(Verzicht auf Lebensqualität, Freiheit, Wohlstand, Lebensperspektive, Glück gutheißen)
vs1400 hat geschrieben:ich kann dir nur sagen Ralf,
selbst freischaffende künstler nahmen gern nen auftrag ihres alten arbeitgebers an.
weil es ne planbare einkunft war und man seine freiheit (freischaffend) damit finanzieren konnte.
Willst du sagen, dass im
kommunistischen Verbrecherstaat "DDR" alles in Ordnung war, wenn eine Handvoll SED-linientreuer Künstler ihre Existenz und ihr Einkommen sicherten, indem sie dafür sorgen, dass ihre Kollegen keine Aufträge mehr erhalten, weil sie nicht spuren?
vs1400 hat geschrieben:wir sollten durchaus die generationen beachten Ralf.
Ja das mache ich doch, indem ich sage, dass die Generation der von den Kommunisten in der Ausbildung geförderten Arbeiterkinder genau die ist, die den Kommunismus zum Teufel gejagt hat.
vs1400 hat geschrieben:recht hast du natürlich mir meinem " ... jeder ...", würde es demnach eher durch viele ersetzten wollen, obwohl es schon ne art wortklauberei ist.
Man könnte auch sagen, du machst Wortklauberei, indem du alle Künstler über einen Kamm scherst und nicht bemerkst, dass die überwiegende Zahl der Künstler eben
nicht glücklich war, vom DDR-Staat regelmäßig Aufträge zu erhalten und bezahlt zu werden.
Ich nannte noch nicht einmal die vielen unzufriedenen unbekannten Künstler. In der Stasi-U-Haft in Berlin-Hohenschönhausen machte ich Bekanntschaft mit einem westdeutschen Versicherungsvertreter, Bauernhofbesitzer und Kunstliebhaber. Er wollte in seinem Ort in der Rhön ein Museum für ostdeutsche bildende Künstler errichten. Er fuhr in den Osten (die Grenze war ja nicht weit), lud von ostdeutschen Künstlern Bilder in seinen Mercedes Benz-Kofferraum mit doppeltem Boden ein. Die Stasi schnappte ihn natürlich an der Grenze und er landete in meiner Zelle. Er nahm eine Hypothek auf sein Bauernhof auf, kaufte sich selber frei (40.000 DM) und schenkten einem anderen Zelleninsassen (wir waren zu dritt) seinen West-Rasierapparat als Andenken.
Das wäre alles nicht passiert, wenn die Künstler so glücklich über die regelmäßigen DDR-Staatsaufträge gewesen wären, wie du es hier (
falsch) schilderst.
Verfasser K.