Werbung in der DDR

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Beitragvon CaptnDelta » 3. August 2010, 23:50

Hi,

LO-Kutscher hat 'ne ganze Menge Werbung und Annoncen aus den 80ern in diese Gallerie 'reingestellt. Hier ein paar Beispiele:
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Wollte nur LO-Driver Danke! sagen, und Super [super] ! Bin ein "Sucker" fuer solche Sachen, bringt immer ein paar Erinnerungen zurueck.

Eine Frage: Haette vielleicht jemand eine Aufnahme der vielen geschalteten Annoncen des "VEB Antikhandels Pirna" (welches im Auftrag des MfS/KoKo fungierte). Diese Firma suchte z.B. alte Porzellanpuppen, alte Stand-Uhren und antikes Geschirr aufzukaufen, und waren Ende der 70er/Anfang der 80er oft in den lokalen Bezirkszeitungen im Sueden der DDR geschaltet.

Danke,
-Th
..Totalitarianism does not mean that such regimes in fact exercise total control over their people, it means rather that such control is in their aspiration.
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Re: DDR-Werbung der 80er

Beitragvon Berliner » 5. August 2010, 02:44

Hallo LO-Kutscher, [knuddel]

ich danke Dir aus ganzem Herzen fuer Deinen Fleiss. [rose]

Jede Person ist wichtig, und daher jeder Beitrag, jedes Foto, jeder Gedanke, jede Meinung. Darauf baut ein Forum auf. [heart]

Wir sind ein Volk ! [hallo]
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Re: DDR-Werbung der 80er

Beitragvon Berliner » 8. August 2010, 23:14

ich habe eine Frage zu dieser Werbung.

4784

Was hat es zu bedeuten ? Sowas war in der DDR nicht erlaubt, oder ? [ich auch]

Danke, [hallo]
Duane
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Re: DDR-Werbung der 80er

Beitragvon Luchs » 11. August 2010, 14:54

Berliner hat geschrieben:ich habe eine Frage zu dieser Werbung.

4784

Was hat es zu bedeuten ? Sowas war in der DDR nicht erlaubt, oder ? [ich auch]

Danke, [hallo]
Duane


Aus dem Nationalitätskennzeichen der DDR wurde häufig das erste D und das R weggestrichen, überpinselt, etc. Das hat wahrscheinlich das Neue Forum (siehe gelbes Etikett unten) so aufgegriffen und dieses BRDDR draus gemacht.

Es ist mit Sicherheit ein "Emblem" aus der Wendezeit.
Viele Grüße [hallo]
Micha
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Werbung in der DDR

Beitragvon Interessierter » 25. Juli 2012, 08:43

Wettleuchten statt Wettrüsten: Um mit dem schillernden Westen mitzuhalten, starteten DDR-Betriebe in den fünfziger Jahren eine Lichtrevolution. Bunte Leuchtreklame sollte die sozialistische Moral und den Absatz von Ost-Produkten beflügeln - leider hatte manche Werbung einen Haken.

Der Staatsratsvorsitzende war nicht amüsiert. Als Walter Ulbricht Ende der sechziger Jahre Dresden besuchte, schlenderte er auch am preußischen Schloss Albrechtsberg vorbei, das zu seinen Ehren in "Pionierpalast Walter Ulbricht" umbenannt worden war. Doch was musste der greise Staats- und Parteichef da lesen? "Pionierpalast alter Ulbricht"! Ein Buchstabe der großen Neonschrift war erloschen. Empört verlangte Ulbricht, dass der Lapsus sofort behoben werden solle.

Frank Müller war damals Chef des einzigen Dresdner Herstellers von Lichtwerbeanlagen. "Es war ein sehr regnerisches Wochenende", erinnert er sich an den grotesken Vorfall, von dem er beteuert, dass er sich genauso abgespielt habe. "Die Isolation der Leuchtschrift war schlecht, so dass der Buchstabe ausfiel. So etwas passierte fast täglich bei Lichtwerbeanlagen." Seine Firma ließ den Defekt reparieren, doch als Ulbricht am nächsten Tag an dem Elbschloss vorbeikam, schien ihn die Leuchtreklame erneut zu verspotten: Diesmal musste er "Pionierpalast Walter bricht" lesen.

"Sofort kam der Befehl von amtlicher Stelle der SED, die Neonschrift ganz abzureißen", berichtet Müller, der binnen weniger Tage die teuren Neonbuchstaben abmontierte. Gleichzeitig habe ein offizieller Erlass verlangt, Lichtanlagen müssten künftig so gestaltet werden, dass solch sinnentstellende Wortschöpfungen nicht mehr möglich seien.

Bunt sein, ohne den Kapitalismus zu kopieren

Der Furor des Staatsoberhaupts mag bezeichnend sein für das gespaltene Verhältnis, das die DDR zur Leuchtreklame besaß. Einerseits wollte die SED-Führung die Metropolen der DDR nicht im Dunkeln versinken lassen, andererseits wollte sie auch nicht die Neon-Leuchtgewitter aus den Städten des kapitalistischen Westens kopieren. Und so versuchte man einen ideologischen Balanceakt: Bunt sein, ohne eine grelle Warenwelt zu propagieren. Das Stadtbild aufwerten, ohne damit ungewollt die Sehnsucht nach dem Westen anzufachen. Denn viele DDR-Produkte, für die geworben wurde, waren nur nach langer Wartezeit erhältlich.

Mehr hier:
http://einestages.spiegel.de/static/top ... licht.html
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Reklame vor und nach dem Mauerfall

Beitragvon Interessierter » 28. November 2014, 17:34

Wo früher sozialistische Parolen prangten, war plötzlich Erotikwerbung plakatiert: Hans-Jörg Schönherr hat dokumentiert, wie sich in Dresden Werbeplakate veränderten. Er fotografierte dieselben Plätze 1986 und 1996.

Die Losung prangte in gigantischen Lettern hoch oben, auf dem Dach einer Konsumfleischerei in Dresden: "DAS PROGRAMM DER SED - EIN PROGRAMM DES GANZEN VOLKES!" Die Parole, eine glatte Lüge, sollte Euphorie verbreiten, Zusammenhalt und großartige Ideen suggerieren - das gähnend leere Schaufenster darunter vermochte sie nicht zu erklären.

Jahrelang war Hans-Jörg Schönherr achtlos an Plakaten wie jenem auf der Metzgerei an der Reicker Straße vorbeigegangen. Doch eines Tages, im Frühjahr 1986, blieb der Dresdner stehen, hob den Kopf - drückte auf den Auslöser. Autodidakt Schönherr hatte sein Thema gefunden. Innerhalb von drei Wochen lichtete er Dutzende dieser Plakate ab, die im gesamten Stadtgebiet hingen: auf Friedhofsmauern, unter Eisenbahnbrücken, an Kreuzungen.

Mit Sprüchen wie "Die Lehre von Marx ist allmächtig, weil sie wahr ist" oder "Je stärker der Sozialismus, desto sicherer der Frieden" trommelte das SED-Regime für die eigene Sache. "Sichtagigation" lautete im DDR-Jargon der Fachausdruck für diese Form der tumben Selbstbeweihräucherung. Ungeschminkt offenbaren seine Arbeiten die Trostlosigkeit eines auf leeren Worthülsen aufbauenden Systems.

Zehn Jahre später zog der Fotograf erneut mit seiner Kamera durch die Straßen Dresdens - und fand eine ganz andere Form der Reklame wieder. Dort, wo einst der Sozialismus seine peinliche Eigenwerbung betrieben hatte, prangten nun nackte Brüste, kopulierende Löwen sowie eislutschende Volltätowierte - und warben für Sonnenstudios, schnelle Autos und andere Errungenschaften des Kapitalismus. "Die Plakate nach der Wende muteten genauso primitiv an wie die SED-Sprüche. Und das Verrückte war: Schon wieder schaute keiner hin", sagt Schönherr.

Weiter mit dem Bericht und 14 Fotos geht es hier:
http://www.spiegel.de/einestages/reklam ... 04273.html
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Re: Reklame vor und nach dem Mauerfall

Beitragvon Volker Zottmann » 28. November 2014, 17:47

Noch vor dem 17. Juni 53 prangte in QLB ein Riesentransparent, was nach Vorlage der SED-Kreisleitung gemalt werden musste. Ich war an solchen Sprüchen damals verständlicher Weise noch völlig uninteressiert. Aber mein armer Vater "durfte" im HO-Kollektiv der Werbeabteilung solche ellenlangen Parolen mitmalen. Das geschah oft in kleinen Abschnitten und so hing zusammengeschustert zum Schluss, und das ist von "Mitwirkenden" verbürgt:

"Es lebe Josef Wissarionowitsch Stalin, größter Sohn des deutschen Volkes"
Das hing nicht lange. [wink]

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Werbung in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 8. Juni 2015, 18:59

Reklame hatte in der DDR oft ganz andere Aufgaben zu erfüllen, als den Absatz zu steigern:

"Zucker sparen? Grundverkehrt! Der Körper braucht ihn. Zucker nährt!" Die Volksgesundheit musste der Planwirtschaft weichen. Auch der Mangel an Fleisch wurde indirekt thematisiert, indem besser verfügbare Alternativen gepriesen wurden: "Jedermann auf jedem Tisch – mehrmals in der Woche Fisch!" Auch für andere gut erhältliche Produkte sollte der Absatz angekurbelt werden. So wurde für Eier ebenso geworben ("Nimm ein Ei mehr!") wie für heimisches Obst ("Apfelmus schmeckt immer gut!") oder Gemüse ("Weißkohl ist ja sooo gesund!").

http://www.spiegel.de/einestages/werbun ... 36757.html

AZ
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Re: Werbung in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 8. Juni 2015, 19:13

"Iss ein Ei mehr!" war auch mal Werbung um Menschen ohne Wurst satt zu bekommen. [laugh]
Mal gab es Butter, mal Margarine... Je nach Angebot wurde beworben was da war.
Und wenn sie alle war, musste Eberhard Cohrs ran.:
"Wenn die Bonner Ultras denken wir haben keeene Butter, dann sind se im Irrtum! Butter ham wer, nur keen Papier um se einzuwickeln!"

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Re: Werbung in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 8. Juni 2015, 19:16

-ttt- war mal über Jahre ne Dauerwerbesendung. Tausend-Tele-Tipps

da aber Dinge im Fernsehen angeboten wurden, die es in etlichen Kreisen und Bezirken nicht regelmäßig gab, wurde statt mehr zu produzieren, die -ttt-Sendung abgesetzt.

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Re: Werbung in der DDR

Beitragvon pentium » 8. Juni 2015, 19:19

Volker Zottmann hat geschrieben:-ttt- war mal über Jahre ne Dauerwerbesendung. Tausend-Tele-Tipps

da aber Dinge im Fernsehen angeboten wurden, die es in etlichen Kreisen und Bezirken nicht regelmäßig gab, wurde statt mehr zu produzieren, die -ttt-Sendung abgesetzt.

Gruß Volker




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Re: Werbung in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 8. Juni 2015, 19:22

Volker Zottmann hat geschrieben:-ttt- war mal über Jahre ne Dauerwerbesendung. Tausend-Tele-Tipps

da aber Dinge im Fernsehen angeboten wurden, die es in etlichen Kreisen und Bezirken nicht regelmäßig gab, wurde statt mehr zu produzieren, die -ttt-Sendung abgesetzt.

Gruß Volker


Genauso wird es gewesen sein, da haben die Genossen; zu denen übrigens auch du gehörtest; einfach die Werbesendung abgesetzt! Unglaublich ...... [shocked]


Thoth
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Re: Werbung in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 8. Juni 2015, 19:23

Der dicke Fischkoch ist mir noch in Erinnerung.
Nur die Fische die dieser Mann zubereitete waren kaum zu bekommen. (Insiderwissen, Schwiegermutter hatte mal den hiesigen Fischhandel)

Ist auch kein Wunder, denn in den Fischtransportern fuhr ja die Stasi die Häftlinge nach Hohenschönhausen... [laugh]

Nein es gab auch gute Fisch-Versorgungszeiten, an die sich Ältere noch erinnern werden. So Mitte der 60er Jahre. Da gab es sogar Werbeheftchen in der Verkaufsstelle, um nachkochen zu können. Da hatten wir unter Ulbricht den Westen fast überholt ohne einzuholen.

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Re: Werbung in der DDR

Beitragvon karnak » 8. Juni 2015, 19:29

Von dem Ärger auf den Mangel, den man mit dieser Sendung wohl nicht noch schüren wollte, ist eigentlich Werbung in einem ökonomischen System,dass EIGENTLICH nur die Bedürfnisse der Menschen erfüllen will, aber kein Interesse daran hat Bedürfnisse auf fast oder völlig sinnlose Artikel zu schüren, anders gesagt, ständiges Wachstum von Absatz und Umsatz und damit Profit zu einem Heiligtum erkoren hat, ohne das die Welt angeblich dem Untergang geweiht ist, völlig sinnlos.
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Re: Werbung in der DDR

Beitragvon karnak » 8. Juni 2015, 19:30

Volker Zottmann hat geschrieben:
Ist auch kein Wunder, denn in den Fischtransportern fuhr ja die Stasi die Häftlinge nach Hohenschönhausen... [laugh]


[grin] Bitte nicht, dass kommt gleich nach der Ostzone.
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Re: Werbung in der DDR

Beitragvon steffen52-1 » 8. Juni 2015, 19:45

Da gab es ja auch noch das Konsument-Versandhaus in K.-M.Stadt! Wurde aber auch recht schnell wieder zugesperrt, den wenn man den Katalog in den Händen hielt und etwas bestellen wollte, war es meist schon vergriffen! Den bestellt wurde ja auch nur Dinge, die im Konsum, HO oder Kaufhaus, Mangelware gewesen sind! Auch die Fernseköche des DDR-Fernsehen kochten nur das vor, was es auch in den Läden gab! [mad]
Grüsse steffen52-1
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Re: Werbung in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 8. Juni 2015, 21:46

Nein Steffen,
ich erinnere mich noch an die Empörung der Zuschauer.... Irgendwo, sicher in der Wochenpost (hatte ich als Abo) stand ein Artikel, dass der Koch, Fischkoch oder der Drummer, Kapern nutzten, die es doch nirgends wo zu kaufen gab.
Hier hat man allen Ernstes Knospen der Sumpfdotterblumen gesammelt und entsprechend als Kapernersatz verwendet. Die Blumen findet man heute noch an mäandrigen Stellen der Harzer Bachläufe. (Um 1975)

Ergo, die verwendeten oft Zutaten, die nicht erhältlich waren.

Wenn man bedenkt, dass wir uns den Kunsthonig sogar selbst gemacht haben, nur um mal Honig zu essen.... Heute unvorstellbar.

Gruß Volker
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Re: Werbung in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 8. Juni 2015, 22:02

Die für DDR-Verhältnisse schönste und gleichzeitig provokanteste Werbung war der Genexkatalog.
All die kaum zu habenden Begehrlichkeiten, ob Auto, Waschmaschine oder Einfamilienhaus konnten bestellt werden, sofern man Geld oder Schenker im Schlepp hatte. Welch erbärmliches Armutszeugnis für den Staat!
War es nicht ehrverletzend, den fleißigen Bürgern ihre produzierten Waren ohne Wartezeit gegen Devisen anzubieten?
Auch damit wurden langfristig die Sargnägel der DDR gespitzt.

Gruß Volker
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Re: Werbung in der DDR

Beitragvon augenzeuge » 9. Juni 2015, 07:27

Volker Zottmann hat geschrieben:War es nicht ehrverletzend, den fleißigen Bürgern ihre produzierten Waren ohne Wartezeit gegen Devisen anzubieten?
Auch damit wurden langfristig die Sargnägel der DDR gespitzt.
Gruß Volker


Ganz sicher. Oh, ich erinnere mich noch an heftige diesbezügliche Diskussionen mit dem Parteisekretär des Betriebes... [flash]
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Re: Werbung in der DDR

Beitragvon Edelknabe » 9. Juni 2015, 07:53

Auch wieder so ein Fred wo man fragen könnte....um was geht es denn nun eigentlich? Was wollt Ihr den eigentlich, Aufarbeitung oder Verächtlichmachung?

Also geht es nun um das Madigmachen der längst verblichenen DDR oder könnt ihr mal einigermaßen vernünftig texten. Lese ich den Volker war sinngemäß alles Scheiße, alles ausverkauft, alles verdorben, dazu noch ungenießbar, verschmutzt, einfach nicht Wert überhaupt gekauft zu werden und noch lauter solchen ...entschuldigt Leute solchen Mist.

Ich frag mich doch echt, warum der damals junge Kerl in der DDR nicht verhungert ist? Und nun hin zum Thema, und wenn es geht etwas sachlich bitte.Danke

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Re: Werbung in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 9. Juni 2015, 08:04

Edelknabe, konnte er nicht; verhungern; zu seinem Glück ergatterte er ab und an einen abgeschabten Schweineknochen ........

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Re: Werbung in der DDR

Beitragvon pentium » 9. Juni 2015, 08:09

Edelknabe hat geschrieben:Auch wieder so ein Fred wo man fragen könnte....um was geht es denn nun eigentlich? Was wollt Ihr den eigentlich, Aufarbeitung oder Verächtlichmachung?

Also geht es nun um das Madigmachen der längst verblichenen DDR oder könnt ihr mal einigermaßen vernünftig texten. Lese ich den Volker war sinngemäß alles Scheiße, alles ausverkauft, alles verdorben, dazu noch ungenießbar, verschmutzt, einfach nicht Wert überhaupt gekauft zu werden und noch lauter solchen ...entschuldigt Leute solchen Mist.

Ich frag mich doch echt, warum der damals junge Kerl in der DDR nicht verhungert ist? Und nun hin zum Thema, und wenn es geht etwas sachlich bitte.Danke

Rainer-Maria


Außerdem hatten wir nach meinem Bauchgefühl das Thema "Genex" hier schon einmal im Forum! Manchmal habe ich den Eindruck, das Forum wird zu einer Musikbox, kaum steckt man eine Münze hinein, werdem immer wieder die selben Platten gespielt! Und was bitte hat der Genex-Katalog mit Werbung zu tun, zumal man in der DDR sowieso nur die DDR-Ausgabe sehen konnte?
Wie gesagt, Genex sollte hier nicht das Thema sein!

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Re: Werbung in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 9. Juni 2015, 08:12

Es gab in der DDR nicht nur Fernsehwerbung, es gab auch so wie Heute Plakatwerbung. Allerdings waren diese Werbeplakate meist an Litfaßsäulen.
In meiner POS Zeit hatte ich einen Mitschüler dessen Vater als, heute würde man Grafikdesigner sagen, arbeite und viele solche Plakate gestaltete. Er arbeitete übrigens als Freischaffender oder auch Selbstständiger.

GENEX-Kataloge gab es auch für DDR Mark, ehm es gab also Kataloge von dieser Firma in der Waren für DDR Geld angeboten wurden.
Kaufen konnten darüber zum Beispiel die Trassenbauer, Hochseefischer, Seeleute, diplomatisches Personal und andere Bürger welche im Ausland arbeiteten und lebten.


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Re: Werbung in der DDR

Beitragvon karnak » 9. Juni 2015, 08:55

Ich meine aber die haben dort mit ihren Forumschecks bezahlt, die man ihnen zugestanden hat um sie weniger in Versuchung zu bringen, oder im Fall der Trasse die unangenehmen Seiten dort etwas attraktiver zu machen.
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Re: Werbung in der DDR

Beitragvon Nostalgiker » 9. Juni 2015, 09:00

An der Trasse gab es Forumschecks? Das glaube ich jetzt nicht.
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin

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Re: Werbung in der DDR

Beitragvon pentium » 9. Juni 2015, 09:07

karnak hat geschrieben:Ich meine aber die haben dort mit ihren Forumschecks bezahlt, die man ihnen zugestanden hat um sie weniger in Versuchung zu bringen, oder im Fall der Trasse die unangenehmen Seiten dort etwas attraktiver zu machen.


Ja, jetzt sind wir beim Forumscheck und betreten den Intershop! Es geht zwar um Werbung in der DDR, ist aber eigentlich egal. Nein, die Leute an der Trasse konnten ein Teil ihres Lohnes auf ein Genex-Konto einzahlen, man erhielt aber keine D-Mark und dann mit oder besser über das Konto eben Waren aus der Ost-Fariante des Genex-Kataloges bestellen!

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Re: Werbung in der DDR

Beitragvon Interessierter » 9. Juni 2015, 09:44

Vielleicht sollte man die beiden Threads zusammenlegen?

viewtopic.php?f=17&t=7176
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Re: Werbung in der DDR

Beitragvon pentium » 9. Juni 2015, 10:03

Interessierter hat geschrieben:Vielleicht sollte man die beiden Threads zusammenlegen?

viewtopic.php?f=17&t=7176


Der Link klappt nicht @Interessierter, teile mir bitte mal die Überschrift des Threads mit..

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Re: Werbung in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 9. Juni 2015, 10:17

pentium hat geschrieben:
Edelknabe hat geschrieben:Auch wieder so ein Fred wo man fragen könnte....um was geht es denn nun eigentlich? Was wollt Ihr den eigentlich, Aufarbeitung oder

Außerdem hatten wir nach meinem Bauchgefühl das Thema "Genex" hier schon einmal im Forum! Manchmal habe ich den Eindruck, das Forum wird zu einer Musikbox, kaum steckt man eine Münze hinein, werdem immer wieder die selben Platten gespielt! Und was bitte hat der Genex-Katalog mit Werbung zu tun, zumal man in der DDR sowieso nur die DDR-Ausgabe sehen konnte?
Wie gesagt, Genex sollte hier nicht das Thema sein!

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pentium


....natürlich hatten wir GENEX schon anderen Ortes!
Es geht hier um DDR-Werbung. Und ob Du das magst oder nicht Pentium, auch die Genexwerbung war Bestandteil der DDR, gehört sehr wohl hierher.

Gruß Volker
http://baupionier.zottmann.org/
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Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
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Re: Werbung in der DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 9. Juni 2015, 10:20

karnak hat geschrieben:Ich meine aber die haben dort mit ihren Forumschecks bezahlt, die man ihnen zugestanden hat um sie weniger in Versuchung zu bringen, oder im Fall der Trasse die unangenehmen Seiten dort etwas attraktiver zu machen.


Genau so! Und Genex für Ostmark ist Quatsch!

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