2009 - Die überraschende Rückkehr der Ost-Autos

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2009 - Die überraschende Rückkehr der Ost-Autos

Beitragvon Interessierter » 1. Juni 2017, 12:54

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Melkus RS2000

Der Trabi ist fast völlig von den Straßen verschwunden. Jetzt soll er wiederbelebt werden – allerdings nicht knatternd und mit dunklen Wolken aus dem Auspuff, sondern als Elektromobil. Auferstehung feiert auch die legendäre DDR-Sportwagenmarke Melkus. Der Ost-Flitzer ist exklusiver als so mancher Porsche.

Das ist doch … Ja, das ist wirklich ein Trabant, ein Trabant nT, um genau zu sein. Mit einem einzigen Ausstellungsstück an einem sehr kleinen Messestand erreicht Klaus Schindler auf der IAA größtmögliche Aufmerksamkeit. Vor zwei Jahren war Schindler, Chef des Modellautoherstellers Herpa, schon einmal auf der Messe gewesen und hatte seine Idee gezeigt – ein Trabi-Modell im Maßstab 1:10. Jetzt ist das Auto fertig entwickelt und sucht einen Investor.

Das Besondere: Der Trabi des Jahres 2009 stinkt nicht mehr, denn er fährt elektrisch. „Die Idee war: vom Saulus zum Paulus“, sagt Klaus Schindler. Wer ihm eine Weile zuhört, bekommt den Eindruck, als habe die Welt nur darauf gewartet, endlich wieder Trabi zu fahren. „Der Trabant ist überall bekannt, er erzeugt ein Lächeln, und er ist untrennbar verbunden mit dem Mauerfall – vielleicht weltweit mehr als in Deutschland.“

Außerhalb der deutschen Grenzen gibt es in der Tat die größeren Trabi-Klubs, und außerhalb der deutschen Grenzen könnte auch die Produktion des neuen Trabi beginnen. „Ich würde ihn gern in Deutschland halten, es sieht aber nicht danach aus“, sagt Schindler.

Der Wagen sei nun so weit, dass er nach der IAA fahrfertig gemacht werden könne, es gebe Investoren, die Interesse hätten. Namen wolle er aber noch nicht nennen. Wichtig sei nur, dass Herpa und die sächsische IndiKar GmbH, die den Prototyp gebaut hat, im Boot bleiben. „Wir wollen nicht riskieren, dass die Idee vom Markt weggekauft wird.“ Geht es nach Schindler, wird ab 2012 der Trabant Kombi als Lifestylemodell sowie als praktischer Stadtwagen für Pizzaservice und andere Dienstleistungen wiederauferstehen.

160 Kilometer betrage die Reichweite der Akkus, 130 km/h die Höchstgeschwindigkeit. Schindlers anvisierte Preisvorstellung liegt bei unter 20.000 Euro, wofür es allerdings „politische Rahmenbedingungen“ brauche, also ein stärkeres staatliches Engagement für die Elektromobilität. Ich habe auch einen Brief an Frau Merkel geschrieben – wir brauchen jetzt keine Abwrack-, sondern eine Akkuprämie.“ Das Kanzleramt habe unverbindlich geantwortet und zu dem Projekt gratuliert, immerhin.

Den Verantwortlichen einer anderen DDR-Autolegende ist das Thema Elektromobilität dagegen herzlich egal. Peter und Sepp Melkus aus Dresden, Sohn und Enkel des berühmten Rennfahrers und Konstrukteurs Heinz Melkus, zeigen den neuen Melkus RS 2000. Wie der Name andeutet, handelt es sich um einen Sportwagen.

Der Ruf der Firma rührt von den 101 gebauten RS1000 her, die bis 1979 entstanden – und von dem Pioniergeist Heinz Melkus’. Er verwandelte einen Wartburg in ein 100 PS starkes Wettbewerbsfahrzeug, und er hatte als Fahrer eine unglaublich hohe Sieg-Quote: In 80 von 200 Rennen kam Melkus auf Platz eins.

Auch das neue Auto, aufbauend auf einem Aluminium-Chassis des englischen Sportwagenherstellers Lotus, ist nach Auskunft des Chefentwicklers Peter Melkus für Rennen einsetzbar. Schon mit der Straßenversion dürfte man aber viel Spaß haben: Schließlich haben es die 270 PS des per Kompressor aufgemunterten Toyota-Vierzylinders hinter den Sitzen lediglich mit 950 Kilogramm zu tun.

Mit weiteren Fotos und dem Bericht geht es hier weiter:
https://www.welt.de/motor/iaa/article45 ... Autos.html

Nur wirklich durchsetzen konnten sie sich leider trotzdem nicht.
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Re: 2009 - Die überraschende Rückkehr der Ost-Autos

Beitragvon Interessierter » 26. September 2017, 10:48

DDR Fahrzeuge – Unterwegs auf zwei und vier Rädern

Autoliebhaber und Technikverliebte haben bekanntlich ein besonderes Faible für motorisierte Gefährten aus vergangenen Zeiten. Diese Leidenschaft macht auch vor den Automobilen der DDR nicht Halt – zurecht, wie wir finden, konnte die DDR doch einige wahre Kultkisten hervorbringen. Trabant ist dabei eine Automarke dieser Ära, die wohl jedem von uns ein Begriff ist. Doch in der DDR rollte noch so einiges mehr über die Straßen, wie zum Beispiel EMW und Wartburg. Da die Autos der DDR beinahe völlig aus dem heutigen Straßenbild verschwunden sind, haben wir die meisten schon fast vergessen. Höchste Zeit also, ihnen auf unserem Blog einmal etwas mehr Beachtung zu schenken.

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All-Time-Klassiker der DDR: der Trabi

Kaum ein anderes Objekt wird so stark mit der DDR assoziiert wie der Trabant, von seinen Fans liebevoll Trabi genannt. Seinen Anfang nahm die Produktion der PKW-Baureihe 1958 im VEB Automobilwerk Zwickau. Der Trabant war der erste in Serie gebaute PKW des Arbeiter-und-Bauern-Staats und wurde als ostdeutscher Volkswagen gefeiert, das perfekte Pendant zum westdeutschen VW Käfer. Der Trabant war in seiner Erstausführung – dem Trabant P50 – vorne mit einem Zweitaktmotor ausgestattet und bot Platz für vier Personen sowie Gepäck. Einige weitere Modelle folgten, unter anderem mit Liegesitzen und Faltschiebedach zum Campen sowie ein Trabant, der aufgrund eines leistungsgesteigerten Motors und 5-Gang-Getriebes für den Motorsport geeignet war.

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Trabant P50 Limousine. Quelle: Editions Atlas

Ein neuer Trabi kostete etwa 14.000 Mark und konnte von jedem DDR-Bürger ab 18 Jahren beantragt werden. Dazu musste sich der Kaufinteressent in die Warteliste des IFA-Autohandels eintragen und auf die Auslieferung warten – in der Regel beachtliche zwölf bis 17 Jahre. Kein Wunder also, dass die Menschen der DDR mit ihrem Trabant durch eine regelrechte Hassliebe verbunden waren. Neben „Trabi“ etablierten sich auch Begriffe wie „Rennpappe“, „Duroplast Bomber“ und „Sachsenporsche“. Seine Historie endete 2002, als der letzte Trabant vom Band rollte. Bis dahin erreichte er eine Stückzahl von 3,1 Millionen Fahrzeugen. Bis heute begeistert der charismatische Kleinwagen einen riesigen Freundeskreis aus aller Welt.

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Trabant 601 Limousine. Quelle: Editions Atlas

Weiter mit Wartburg, EMW und Zweirädern geht es hier:
http://www.centralberlin.de/blog/ddr-fahrzeuge/?lang=de
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Re: 2009 - Die überraschende Rückkehr der Ost-Autos

Beitragvon zoll » 26. September 2017, 11:21

Die Autos die im Westen nach 1949 bis in die 1950er Jahre über unsere Srassen fuhren waren auch nicht besser als der Trabbi.
Ich nenne mal Lloyd, genannt Leukoplastbomber, BMW Isetta, genannt Knutschkugel, oder der Janus, Fahrer und ein Beifahrer guckten nach vorn, die anderen Mitfahrer nach hinten.
Nicht zu vergessen der kleine Goggo. Zwar war der in Hinblick auf die Schalttechnik sensationell - eine elektrische Vorwahl des benötigten Gangs war möglich.
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Re: 2009 - Die überraschende Rückkehr der Ost-Autos

Beitragvon Volker Zottmann » 26. September 2017, 13:28

Die erste selbsttragende Pontonkarosse hatte nun mal noch vor dem Golf der Trabant.
Damals war der Zweitakter eine ganze Zeit in seinem Design modern. Nur hat sich dann nichts mehr dran geändert. Stillstand war DDR-Autobau-Programm. Von Berlin verordnet! Die Ingenieure waren garantiert ebenso intelligent wie die im Westen. Ihre Hände waren aber gefesselt, ihr Tatendrag somit ausgebremst.

Gruß Volker
http://baupionier.zottmann.org/
http://Mein-DDR-Leben.de/

Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
(Volker Zottmann)
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Re: 2009 - Die überraschende Rückkehr der Ost-Autos

Beitragvon Spartacus » 26. September 2017, 17:35

Volker Zottmann hat geschrieben:Die erste selbsttragende Pontonkarosse hatte nun mal noch vor dem Golf der Trabant.
Damals war der Zweitakter eine ganze Zeit in seinem Design modern. Nur hat sich dann nichts mehr dran geändert. Stillstand war DDR-Autobau-Programm. Von Berlin verordnet! Die Ingenieure waren garantiert ebenso intelligent wie die im Westen. Ihre Hände waren aber gefesselt, ihr Tatendrag somit ausgebremst.

Gruß Volker


Ja so war das Volker.

Schließlich haben sie im Osten das Autobauen von der Pike auf gelernt und konnten das mit dem 311er Wartburg und dem Horch 240 auch noch beweisen. Dann aber ging es den Berg runter.
Wenn die Bonzen damals das Potential des Autobaus erkannt und richtig massiv investiert hätten, dann wäre sicherlich vieles ganz anders gelaufen. Man denke mal an den Wartburg 355, der wieder auf der Höhe seiner Zeit war und sogar ein bisschen voraus.

LG

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