Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Die Ecke für dies und das...

Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Beitragvon pentium » 29. Oktober 2013, 15:51

Ich finde seit heute hat das Fürstenhaus endlich seinen eigenen Thread verdient.

Ich mein: Hallo???

Fürstenhaus der Wettiner streitet um 10 000 Kunstschätze

Zitat:
Erneut gibt es Streit um historische Kunstschätze in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD). Der Anwalt des Fürstenhauses der Wettiner warnte vor einem Scheitern der Verhandlungen über den Verbleib von rund 10 000 Stücken aus der Privatsammlung seiner Mandanten in den Sammlungen, etwa im Grünen Gewölbe, der Rüstkammer Schloss Moritzburg und in Bibliotheken.

Zitat:
2011 hatten sich Sachsen und das Haus Wettin bereits im Streit um wertvolle Porzellane geeinigt. Gegen die Zahlung von 4,2 Millionen Euro wurden den SKD und der Meissener Porzellan-Manufaktur 300 Stücke überlassen.

Zitat:
Sachsens FDP-Chef Holger Zastrow nannte die Forderungen "anmaßend". "Offenbar wollen die Wettiner bis in alle Ewigkeit entschädigt werden", erklärte er. Der kulturpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Karl-Heinz Gerstenberg, warf den Wettinern vor, "Sachsen auszunehmen wie eine Weihnachtsgans". Der Sammelleidenschaft der Wettiner Kurfürsten im 18. und 19. Jahrhundert verdankt Dresden seine Museen und die Barockbauten. Bei der Fürstenabfindung 1924 erhielten sie Kunstschätze und Immobilien; nach 1945 wurden sie von der Sowjetunion enteignet. Den Namen haben die Wettiner von ihrem Stammsitz, der Burg Wettin bei Naumburg.

http://www.rp-online.de/wissen/fuersten ... -1.3779090

Die Nachkommen August der Starken müssen ja völlig verarmt sein?! Mag sein das einige Kunstschätze nicht dem Freistaat gehören,
aber kann man das nicht anders lösen! Oder hat hier die Politik geschlafen?

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Re: Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Beitragvon HPA » 29. Oktober 2013, 16:14

Den Namen haben die Wettiner von ihrem Stammsitz, der Burg Wettin bei Naumburg.

Ahja bei Naumburg liegt also Wettin...naja relativ gesehen ist es richtig.


Von den Wettinern schwirrt noch so einiges in Museen un deren Depots sehr viel weiter östlich auf diesem Kontinent herum. Ist aber schon wieder ne ganz andere Geschichte.
Bild

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Re: Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Beitragvon pentium » 29. Oktober 2013, 16:34

Natürlich liegt Wettin nördlich von Halle an der Saale. Ich habe es so stehen gelassen, ist ja ein Zitat.

Zitat: HPA
"Von den Wettinern schwirrt noch so einiges in Museen un deren Depots sehr viel weiter östlich auf diesem Kontinent herum. Ist aber schon wieder ne ganz andere Geschichte."

Die andere Geschichte könnte man durchaus mit hier erwähnen.

Aus "Die Spur der Schätze" vom MDR

"Prinz Rüdiger von Sachsen, ein direkter Nachfahre von Sachsens letztem König, hat einem Reporterteam vom MDR SACHSEN seine Erinnerungen an die berühmte Sammlung der Herrscherfamilie geschildert. Schließlich führen Spuren in die Eremitage, die weltbekannte Galerie von Sankt Petersburg, in deren Depots noch viele Geheimnisse der Wettiner-Schätze gehütet werden. Schon lange wird dort auch das legendäre Taufbecken August des Starken vermutet. Nachdem es 70 Jahren als verschollen galt und russische Experten seine Existenz immer bestritten hatten, bekommen Reporter von MDR SACHSEN die Gelegenheit, das Taufbecken zu filmen.
Noch vor einem Jahr wurde eine Bitte Prinz Rüdigers von Sachsens, die Familienreliquie bei einem Besuch in der Eremitage sehen zu dürfen, abschlägig beschieden. Entsprechend groß war nun die Freude im Haus Wettin, als der Prinz und seine Söhne die Bilder aus Russland sehen konnten. Und Prinz Rüdiger fasst einen Entschluss. Er wird nun offiziell einen Antrag auf Rückgabe des Kunstwerkes an die russische Regierung richten."

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Wobei das Taufbecken wegen des Geldbedarfs der Wettiner doch lieber in ....
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Re: Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Beitragvon Edelknabe » 29. Oktober 2013, 18:26

Warum eigentlich dieser Geldbedarf der Wettiner? Eine Frage zum Thema: Von was(Einnahmen) leben diese Herrschaften eigentlich sonst, kennt sich da Einer aus? Ich meine wenn die Herrschaften Geldbedarf haben siehe die Sammlung gegenüber Sachsen zu versilbern, dann müsste ja irgendwo in einer ihrer Einahmekommoden die Schublade klemmen?

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Re: Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Beitragvon pentium » 29. Oktober 2013, 18:55

Ärger bei Prinzen: "Wir erkennen ihn nicht an"
Sachsens Wettiner verweigern dem neuen Familienoberhaupt die Gefolgschaft / Streit ums Erbe geht weiter

Zitat:
Moritzburg Ein Dreivierteljahr nach dem Tod des Markgrafen Maria Emanuel von Meißen ist die Nachfolge bei den Wettinern noch nicht geklärt. Prinz Alexander, der in Mexiko lebende adoptierte Erbe, streitet mit seinen sächsischen Verwandten, die ihn als Clanchef nicht anerkennen wollen.

Der Laden muss zusammengehalten werden, betont Daniel Prinz von Sachsen. "Ansonsten müssten wir hinnehmen, dass sich eine Seitenlinie bildet." Aber wer im exklusiven Chor der deutschen Fürstenhäuser mitsingen will, muss Ordnung im eigenen Haus vorweisen. Drum steht mal wieder ein Reinemachen an bei den ehemaligen Königen von Sachsen. Es geht um Geld, Kunstschätze, Immobilien und nicht zuletzt um den Platz am Tisch der deutschen Top-Adelshäuser.

quelle:
http://www.lr-online.de/nachrichten/ver ... 76,4214386

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was würde wohl August der Starke....!
Zuletzt geändert von pentium am 29. Oktober 2013, 19:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Beitragvon Spartacus » 29. Oktober 2013, 19:08

Na ja, es gibt auch viel "verarmten" Adel, der richtig buckeln muss, um das angestammte Schloß zu erhalten.
Meist müssen sie notgedrungen ein Hotel in den eigenen "180" Wänden aufmachen, um irgendwie über die
Runden zu kommen. Viele von Ihnen tun es nicht nur für ihre Kinder, sondern sehen sich auch in der Verpflichtung
das geerbte Schloß / die Burg für die Nachwelt zu erhalten.

Solche Adlige sehe ich durchaus in einem positiven Licht.

LG

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denn es gibt ja noch zum Glück, als Beruf die Politik.
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Re: Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Beitragvon Volker Zottmann » 29. Oktober 2013, 19:20

Ja das kann ich als "Zeitzeuge" bestätigen.
Selbst die weltgrößte bewohnte Burganlage, Schloss Winsor, wird für zahlende Heerscharen freigehalten. Jeder "spendet" im Schnitt da mindestens 20 Pfund. Und wieviele Busse kommen an normalen Wochentagen ?
100, oder 200 ?
Familie Winsor hat allerdings den abgebrannten Westflügel der 7 Hektar großen Burg in der 110 Hektar Schlossanlage wieder prachtvoll herrichten lassen.

(Und keinen Penny zugezahlt.... [wink] )

Gruß Volker
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Re: Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Beitragvon Volker Zottmann » 29. Oktober 2013, 20:39

Berichtigung : WINDSOR sollte es heißen
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Re: Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Beitragvon HPA » 29. Oktober 2013, 21:05

Volker Zottmann hat geschrieben:Familie Winsor hat allerdings den abgebrannten Westflügel der 7 Hektar großen Burg in der 110 Hektar Schlossanlage wieder prachtvoll herrichten lassen.

(Und keinen Penny zugezahlt.... [wink] )

Gruß Volker


Kunststück,derer von Sachsen Coburg und Gotha werden ja auch ordentlich vom UK Steuerzahler und als Landbesitzer auch aus dem EU Agrarfonds alimentiert. Aber wat solls ,die sind ne Touristenattraktion auf der Insel.
Bild

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Re: Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Beitragvon pentium » 29. Oktober 2013, 22:01

Ich habe mal die Seite des Hauses Wettin, Albertinischer Linie besucht, nicht verwechseln mit der Ernestinischen Linie. Wobei wir da ja bei Sachsen Sachsen Coburg und Gotha und schließlich bei den Windsors wären, aber zurück zur albertinischen Linie und zum letzten sächsischen Königshaus.

Wie man ja weiß wurde 1918 mit der Abdankung, die Familie in Sachsen enteignet. Der König ging ins Exil nach Schlesien auf sein
Schloss Sybillenort bei Breslau. Die Familie gründete am 10.01.1922 den Familienverein Haus Wettin Albertinischer Line e.V., um vor allem vermögensrechtlich ein Ansprechpartner für den neuen Freistaat Sachsen zu sein. Am 24.06.1924 gab es dann einen Staatsvertrag, welcher die Auseinandersetzung des Staats- und des Privatvermögens endgültig regelte. Hier war neben Kunstgütern und einigen kleinen Palais das Schloss Moritzburg mit seinen Teichen und Wäldern nun der Hauptgrundbesitz des Familienvereins.
Vorsitzender des Vereins war der König, nun ein Landedelmann, sein jüngster Sohn Ernst Heinrich übernahm die
Leitung der Verwaltung und kehrte als erster der Familie aus München nach Sachsen zurück, wo er das Schloss
Moritzburg modernisierte und dort mit seiner Familie einzog.

Zum Ende des 2. Weltkrieges musste die Familie vor der nahenden Roten Armee fliehen und fand Unterschlupf bei den
nächsten Verwandten Hohenzollern-Sigmaringen (Ernst Heinrich) und Thurn und Taxis (Friedrich Christian). Die
Familie verlor, durch die Lage Sachsens in der SBZ, später durch die Staatsgründung der DDR nicht nur
ihr Land, sondern auch ihr gesamtes Vermögen zum zweiten mal. Der Familienverein wurde aufgrund der
Rundverfügung 216 der Landesverwaltung Sachsen am 16.10.1946 im Vereinsregister gelöscht.

quelle:
http://www.haus-wettin.de/einfuehrung/e ... cht01.html

So viel erst mal

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Re: Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Beitragvon Edelknabe » 30. Oktober 2013, 20:43

Siehe aus dem Textauszug von Pentium:

"Wie man ja weiß wurde 1918 mit der Abdankung, die Familie in Sachsen enteignet. Der König ging ins Exil nach Schlesien auf sein
Schloss Sybillenort bei Breslau"

Wie versteht man diese damalige Enteignung eigentlich? Land und Sammlung der Altvorderen weg...für immer, von Sachsen oder eben Deutschland für immer an sich genommen? Für die Dresdner Ausstellungen, ohne Aussicht auf Rückgabe somit?

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Re: Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Beitragvon pentium » 30. Oktober 2013, 21:00

Mensch, Rainer-Maria steht doch alles im Text.
Schon mal was von der Fürstenenteignung gehört?
Große Teile davon wanderten nach der Fürstenenteignung 1924-1926 in die Staatlichen Kunstsammlungen Sachsen, ein anderer Teil – darunter Gemälde, kostbare Porzellane und Silbergeschirre – wurden den Wettinern damals als Privatbesitz vertraglich zugesichert.

Davon wiederum verschwanden große Teile unter teils myteriösen Umständen gegen Ende des II. Weltkriegs. Schloss Sibyllenort in Schlesien, wo der letzte sächsische König Friedrich August III. nach seiner Abdankung (“Dann macht doch euern Dreck alleene”) bis zu seinem Tod 1932 residierte, wurde 1945 von der Wehrmacht 1945 gesprengt. In welchem Maße zuvor Kunstgegenstände von dort nach Moritzburg verbracht wurden, wo inzwischen Prinz Ernst Heinrich als Vermögensverwalter des Hauses Wettin lebte, ist nicht völlig klar. Sicher sind indes zwei weitere Geschehnisse: Ein Teil der Wettiner-Schätze – darunter Archivunterlagen – gingen beim Luftangriff auf Dresden am 13. und 14. Februar 1945 mit dem Palais an der Parkstraße 7 in Flammen auf. Ein anderer Teil – darunter das Silber der Wettiner und wertvolle Porzellane – wurden 1945 teils durch Prinz Ernst Heinrich und dessen Söhne, teils durch Vertraute im Moritzburger Forst, im Schloss Moritzburg und in der nahen Reichenberger Kirche vergraben und eingemauert.

aus “Das Silber der Wettiner”

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PS. mal sehen was ich noch finde
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Re: Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Beitragvon Edelknabe » 30. Oktober 2013, 21:26

Ich gebe es auf Pentium, das ist mir zu unlogisch. Man enteignet von Staatswegen, dann gründet die enteignete Familie einen Vermögensverein, um die enteigneten Dinge....? Nee tut mir leid, ich bin Arbeiter mit ner Arbeiterdenke Pentium und kein Rechtsverdreher, back dir deinen Wettinerkramkuchen alleine.

Eigentlich fällt mir zum Thema nur noch der sinngemäße Satz ein:

" Der Urgroßvater sammelte mit Inbrunst,der Großvater erweitert die Sammlung, der Vater erfreut sich am Gesammelten, der Sohn hat schon Gedanken ans ...zu Geld machen, die Enkel verschleudern dann die Sammlung"

"Die Enkel der Enkel wollen auch ihren "Erb"-Anteil...viel, viele Jahre später" Erinnert mich auch an andere Familien mit "damaligem" Kunstbesitz, auch Juden.

Und gut, die Enteignung, die Enteignungen passen nicht so recht in meinen Vortext.

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Re: Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Beitragvon pentium » 30. Oktober 2013, 21:39

Du verstehst es nicht Rainer-Maria,
man hat nicht alles enteignet. Einiges blieb Privatbesitz. "Am 24.06.1924 gab es dann einen Staatsvertrag, welcher die Auseinandersetzung des Staats- und des Privatvermögens endgültig regelte. Hier war neben Kunstgütern und einigen kleinen Palais das Schloss Moritzburg mit seinen Teichen und Wäldern nun der Hauptgrundbesitz des Familienvereins."
Hast du es jetzt begriffen, Rainer-Maria? Außerdem geht es um die Zeit nach 1945, also um den Teil der Kunstschätze, welche nach 45 enteignet wurden.

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Re: Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Beitragvon Edelknabe » 30. Oktober 2013, 21:50

Ich sage es doch Pentium, ich bin nicht der .....Hellste Exbauarbeiter..."neben unserem Volker".
"Denn hast du einen dummen Sohn, schicke Ihn zur Bauunion, ist er noch viel dümmer, die Reichsbahn nimmt ihn immer"...so hieß das doch zu unserer Zeit? Ja also nach 1945, da denke ich einmal so in meiner einfachen Denke käme es heute drauf an, ob die Wettiner mit die Nazis vor 1945 irgendwie gekungelt haben?

Was sagst du? Denn mitgemacht gleich mitgehangen oder so?

Rainer-Maria immer mitgemacht, immer...bis zum bitteren Ende
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Re: Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Beitragvon pentium » 30. Oktober 2013, 22:12

Ja natürlich, Edelknabe. Darum hat auch dann die Trophäentruppe der Sowjetarmee den halben Moritzburger Forst umgergraben auf der Suche nach Kunstschätzen und die Fischteiche abgelassen. Aber das ist eigentlich ein anderes Thema, mein Freund.
Hier geht es doch eigentlich um eine Moral jenseits der Gesetze. Eigentum verpflichtet, sein Gebrauch soll zugleich dem Wohl der Allgemeinheit dienen. Das Haus Wettin A.L. benimmt sich jedoch mit seinen Rückforderungen wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen. Es vergisst, dass seine Ahnen die Kunstschätze mit dem Schweiß und Blut ihrer sächsischen Untertanen bezahlt haben. Deshalb können wir heute sagen: Diese Sammlung ist mit großem moralischem Recht unser aller kulturelles Erbe!
Also auch deines Rainer-Maria. Oder waren deine Vorfahren keine treuen Untertanen des sächsischen Königshauses, oder der Kurfürsten, Herzöge vielleicht sogar der Markgrafen.

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Re: Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Beitragvon Volker Zottmann » 30. Oktober 2013, 22:31

Edelknabe hat geschrieben:Ich sage es doch Pentium, ich bin nicht der .....Hellste Exbauarbeiter..."neben unserem Volker".
"Denn hast du einen dummen Sohn, schicke Ihn zur Bauunion, ist er noch viel dümmer, die Reichsbahn nimmt ihn immer"...so hieß das doch zu unserer Zeit? Ja also nach 1945, da denke ich einmal so in meiner einfachen Denke käme es heute drauf an, ob die Wettiner mit die Nazis vor 1945 irgendwie gekungelt haben?

Was sagst du? Denn mitgemacht gleich mitgehangen oder so?

Rainer-Maria immer mitgemacht, immer...bis zum bitteren Ende

Mit gefangen, mit gehangen? Ne nee Reinerle! …. Mit Deiner Bauarbeiterdenke, die auch mich mehr als amüsiert, bei Dir reichen die eigenen Verstrickungen in Deiner "Denke", die haben Dich in "Deinem" Paradies genug gefangen… [flash]

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Re: Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Beitragvon Edelknabe » 30. Oktober 2013, 23:24

Meine Vorfahren Pentium...treue Untertanen? Mein einer Großvater war"Totengräber, Diener,Gemüsemann, Zeitungsfritze so wie sein Urenkel, die andere Richtung Handwerker,Kaufleute, Reichsbahner wohl bis nach Auschwitz an die Rampe". Mehr weiß ich leider nicht.Und ach ja Pentium, du hast da recht sozialistische Gedanken mit "moralisches Erbe des kleinen Mannes, der Frau" denn wer hatte denn die ganzen Schlösser und Burgen gebaut wenn ich das mal hinzufügen darf, doch bestimmt nicht uns August der Sammler mit Familie selber?

Und Volker alter Baurülps, du musst dich hier nicht schlauer machen als du in Wirklichkeit bist.Denn schon der mit dem Sack, der im Mittelalter zum Papst gelaufen ist,der muss aus deiner Familie gestammt haben und ne, wie kann man denn...sich so zum Affen machen?

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Re: Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Beitragvon Volker Zottmann » 30. Oktober 2013, 23:34

Edelknabe hat geschrieben:Meine Vorfahren Pentium...treue Untertanen? Mein einer Großvater war"Totengräber, Diener,Gemüsemann, Zeitungsfritze so wie sein Urenkel, die andere Richtung Handwerker,Kaufleute, Reichsbahner wohl bis nach Auschwitz an die Rampe". Mehr weiß ich leider nicht.Und ach ja Pentium, du hast da recht sozialistische Gedanken mit "moralisches Erbe des kleinen Mannes, der Frau" denn wer hatte denn die ganzen Schlösser und Burgen gebaut wenn ich das mal hinzufügen darf, doch bestimmt nicht uns August der Sammler mit Familie selber?

Und Volker alter Baurülps, du musst dich hier nicht schlauer machen als du in Wirklichkeit bist.Denn schon der mit dem Sack, der im Mittelalter zum Papst gelaufen ist,der muss aus deiner Familie gestammt haben und ne, wie kann man denn...sich so zum Affen machen?

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Immer wieder Deine Irrtümer:
Der Vorfahr von mir hatte in seinem Sack seine Vorräte, denn der Edelmann Ritter von Brunkau ist an Rom vorbeigehuscht, auf dem Weg nach Mesopotamien. [laugh]
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Re: Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Beitragvon pentium » 1. November 2013, 18:40

Um mal von Säcken und edlen Rittern auf dem Wege ins Morgenland (Warum muss ich jetzt an den Ritter Runkel denken) wieder zum Thema zu kommen, hier mal ein Beitrag zum Schatz von Moritzburg. Ist von 2011!

Zitat:
Wettiner-Schatz: Vor 15 Jahren geborgen - in alle Welt verklopft

Moritzburg, Herbst 1944: Die Ostfront rückt immer näher. Auf Schloss Moritzburg bereitet Prinz Ernst Heinrich von Sachsen mit seinen Söhnen Gero und Dedo die Flucht vor. Die wertvollsten Stücke ihres Besitzes verpacken sie in 40 Holzkisten - Porzellan und Tafelsilber Augusts des Starken. Gero und Dedo heben hinterm Schloss zwei große Gruben aus und lassen die Kisten darin verschwinden. Einzig der königliche Forstmeister Gotthardt Mandel ist in die Aktion eingeweiht.

http://www.sz-online.de/nachrichten/wet ... 09597.html

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Re: Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Beitragvon augenzeuge » 1. November 2013, 19:51

pentium hat geschrieben:Um mal von Säcken und edlen Rittern auf dem Wege ins Morgenland (Warum muss ich jetzt an den Ritter Runkel denken) wieder zum Thema zu kommen, hier mal ein Beitrag zum Schatz von Moritzburg. Ist von 2011!


Diese 3 Wörter sinds...... [super]

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Re: Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Beitragvon pentium » 7. Dezember 2013, 21:54

Für die Verhandlungen um Rückgabeansprüche mit den Erben der Wettiner sind beim Freistaat seit 2008 fast eine halbe Million Euro Anwaltskosten aufgelaufen. Den Großteil verschlingt die Rechtsberatung. Schätzungen, Wertgutachten und Abgleiche machen nur geringe Summen aus, wie aus einer Antwort des Finanzministeriums auf eine Landtagsanfrage hervorgeht.

quelle:
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Re: Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Beitragvon pentium » 16. Januar 2014, 09:29

Adel fordert enteignete Kunst aus Museen zurück!

Zitat:
[Viele Museen in Sachsen und Thürungen sind in Sorge: Voraussichtlich noch in diesem Jahr werden diverse Adelshäuser an die Tür klopfen und ihr Eigentum zurückfordern. Im November läuft ein Gesetz aus, das sie verpflichtet, alle Kulturgüter zurückzugeben, die während der sowjetischen Besatzungszeit enteignet wurden.]

Zitat:
[„Zu neunzig Prozent müssen sich die Museen in Sachsen keine Sorgen machen, dass ihre Depots leer geräumt werden. Es sind zwar noch nicht alle Fälle geklärt, doch die Betroffenen reden miteinander", sagt Katja Mieth, Direktorin der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen. Es geht um hunderte Rückforderungen von Adelshäusern, die bis 1949 von der sowjetischen Besatzungsmacht enteignet wurden. Das Ausgleichsleistungsgesetz des Bundes gestattete den ostdeutschen Museen 1994 die Nutzung von Kulturgütern für 20 Jahre – diese Übergangsfrist läuft im November aus.
Vor allem das Adelshaus der Wettiner erhebt in Sachsen erhebliche Ansprüche, in kleinerem Ausmaß jedoch auch der übrige sächsische Landadel, so Mieth: „Jede Familie hat irgendwo in Sachsen einen Restitutionsfall." Darunter Namen wie Brühl, Schönburg-Glauchau, von Miltitz.]

Mal sehen was da noch so kommt?

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Re: Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Beitragvon pentium » 30. Januar 2014, 14:14

Klage von Wettiner-Erben abgewiesen
Im Erbschaftsstreit des Hauses Wettin haben die Verwandten der 2002 gestorbenen Virginia Prinzessin von Sachsen eine Niederlage erlitten. Das Landgericht Dresden folgt in seinem Urteil einem Testament.

Zitat:
[Dresden. Im Erbschaftsstreit des Hauses Wettin haben die Verwandten der 2002 gestorbenen Virginia Prinzessin von Sachsen eine Niederlage erlitten. Das Landgericht Dresden wies am Mittwoch die Klage der Nichte und des Neffen Virginias ab, die damit ihren Erbanspruch gegen die Nachfahren der einstigen sächsischen Herrscher durchsetzen wollten. Binnen vier Wochen kann Berufung gegen die Entscheidung eingelegt werden. Angesichts der erwarteten Rückgabe von weiteren nach dem Zweiten Weltkrieg enteigneten Kunstschätzen der Wettiner und Ausgleichszahlungen geht es um viel.]

http://www.sz-online.de/sachsen/klage-v ... 62670.html

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Re: Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Beitragvon pentium » 29. April 2014, 08:39

Erbfolgestreit bei den Wettinern
Die albertinische Linie des Adelshauses droht zu erlöschen. Das könnte sich auch auf den Streit um Kunstgüter auswirken.

Zitat:
Dresden. Die Herausgeber des Handbuches der europäischen Fürstenhäuser stecken in der Klemme. Sie können derzeit niemanden benennen, der an der Spitze des einstigen sächsischen Königshauses steht. Ohne Nachfolger droht nun die albertinische Linie der Wettiner zu erlöschen.
Alexander von Sachsen, der vom 2012 verstorbenen Markgrafen Emanuel adoptiert und zum künftigen Hauschef bestimmt worden war, taucht im kürzlich erschienenen XX. Fürstenhandbuch nicht auf. Das Verzeichnis, kurz „Gotha“ genannt, gibt regelmäßig familiäre Neuigkeiten im europäischen Hochadel bekannt und steht unter der Aufsicht des Deutschen Adelsrechtsausschusses. Dessen Präsident Henning von Kopp-Colomb erklärt, Adoptierte würden grundsätzlich nicht in den „Gotha“ aufgenommen. Als vorläufiger Chef der albertinischen Linie des Hauses Sachsen steht dort vielmehr Albert von Sachsen. Doch der verstarb im Herbst 2012.

So gibt es nur noch einen, in direkter männlicher Blutslinie vom letzten Sachsenkönig abstammenden Nachkommen: der in Moritzburg lebende Rüdiger von Sachsen. Er steht im Gotha, aber unter Vorbehalt. Seine „fürstenrechtliche Zugehörigkeit“ zum königlichen Haus bedürfe „noch weiterer Prüfung“, heißt es. Ein Ende der Prüfungen sei noch nicht absehbar. Eine Einigung innerhalb der Adelsfamilie könnte die ungeklärte Situation schneller beenden, so Präsident von Kopp-Colomb. Seinem Gremium stehe es nicht zu, vormaligen Königshäusern Vorschriften zu machen. „Wir prüfen nur, ob die Entscheidungen dem Fürstenrecht entsprechen.“

Eine einvernehmliche Lösung ist jedoch nicht in Sicht. Alexander von Sachsen beruft sich auf die Rechtmäßigkeit seiner Adoption. Albert von Sachsen, der letzte Königsenkel, benannte in einer Erklärung Rüdiger zu seinem Nachfolger.

Kommt es nicht zu einer fürstenrechtlich anerkannten Einigung, droht die albertinische Linie der Wettiner nach 530 Jahren zu erlöschen. 1485 hatten die Brüder Ernst und Albert das Wettiner Reich unter sich aufgeteilt und die albertinische und die ernestinische Linie begründet.

Chef der Ernestiner ist heute der 67-jährige Michael von Sachsen-Weimar. Für ihn seien die „Albertiner im nachfolgeberechtigten Stamm erloschen“, sagt er. Ansprüche auf den Chefposten der Albertiner erhebt er jedoch nicht. Den könne allerdings auch kein Nichtadeliger einnehmen.

Hätte der Ernestiner-Chef auch bei den Wettinern in Sachsen das Sagen, würde die Staatsregierung wohl aufatmen. Denn er hatte sich 2003 mit dem Land Thüringen gütlich über den Kunstbesitz der Familie geeinigt – gegen eine vergleichsweise geringe Summe.

Quelle:
http://www.sz-online.de/sachsen/erbfolg ... 26511.html

Wer würde heute Sachsen regieren, wenn es noch eine Monarchie gäbe? Die SZ hatte den Gedanken bereits im Oktober 2012 zu Ende gesponnen.
http://www.sz-online.de/includes/dokumente/Wettin.pdf

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Re: Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Beitragvon pentium » 16. Juli 2014, 18:12

Rückforderungen Sachsen einigt sich im Kunststreit mit den Wettinern

Sachsen und das Haus Wettin haben sich nach Angaben der Landesregierung abschließend zu Restitutions- und sonstigen Ansprüchen gütlich geeinigt. Das Kunstministerium kündigte am Mittwoch an, über Einzelheiten zu früheren Objekten des Fürstenhauses Albertinischer Linie werde die Öffentlichkeit am Donnerstag informiert.

MDR Sachsenspiegel

Aus die Einzelheiten darf man gespannt sein!

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Re: Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Beitragvon pentium » 17. Juli 2014, 10:59

Eine Kutsche für ein Königshaus
Die 4,8-Millionen-Tranche ist höchstwahrscheinlich die letzte für die Wettiner aus Sachsen. Sie erhalten auch etwas, was sie wohl nie zurück haben wollten.

Zitat:
Dresden. Vor 200 Jahren konnte der gemeine Adel mit Kutschen wohl noch einiges anfangen. Inzwischen sind die Teile nicht mehr ganz so praktisch. Und so dürfte es auch den Nachkommen des letzten sächsischen Königs Friedrich August III. nicht wirklich um die Rückgabe eines von zwei erhalten gebliebenen Gefährten des Hofes gegangen sein, als sie 2007 die Verhandlungen mit dem Freistaat über ihre Restitutionsansprüche aufnahmen.
...
Nun aber wird Sachsen ihnen nicht nur bis zum Monatsende 4,825 Millionen Euro überweisen, sondern auch noch eine der beiden Kutschen abgeben, die bislang noch auf Schloss Augustusburg stehen. Denn der Vertrag, der heute in Dresden unterzeichnet werden soll, enthält eben nicht nur die Verpflichtung des Freistaates auf eine Barzahlung, sondern auch auf die Herausgabe von einer Kutsche, einer Pistole und ein paar Möbeln. Die elf Gegenstände, die Finanzminister Georg Unland (CDU) in seinem Schreiben an den Haushaltsausschuss "verzichtbare Positionen aus den Depots der Staatlichen Kunstsammlungen" nennt, sollen gemeinsam 375.402 Euro wert sein. Dazu sollen auch rund 1300 Bücher aus der Sächsischen Landesbibliothek und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden im Wert von 776.112 Euro an die Wettiner zurückgehen - die Unland als "Dubletten" bezeichnet, weil Sachsen davon mehrere Exemplare besitze.
...
Haushaltsausschusschef Sebastian Scheel (Linke) zeigt sich zumindest erleichtert, dass das "unwürdige Gezerre um sächsisches Kulturgut ein Ende hat", nennt es aber auch einen "Irrsinn", dass die Wettiner durch eine "Rechtslücke im Einigungsvertrag" Restitutionsansprüche besessen hätten. Die Haltung des Landtags kann Ex-Herrschern und Regierung aber eh ziemlich egal sein: Weil der Zahlbetrag unter fünf Millionen Euro liegt, bedarf es keiner Zustimmung des Parlaments...]

Quelle: Freie Presse

Übrigens: Von den männlichen Enkeln des letzten Königs ist keiner mehr am Leben: Nutznießer des endenden Vermögensstreits sind deren Witwen.

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Re: Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Beitragvon pentium » 25. September 2014, 18:18

Neues aus dem Hause Wettin.
Was für ein Schock!

Der deutsche Adelsrechtsausschuss erklärt die Königslinie der albertinischen Wettiner, die bis 1918 Sachsen regierte, für erloschen. Einen Haus-Chef gebe es nicht mehr, Königliche Hoheit dürfe sich niemand nennen.

Zitat:
In der Hitliste der Fehltritte dürfte Sachsens Königshaus vorn liegen – zuletzt in den Zeitungen wegen Erbfolgestreits, der Herausgabe von Kunstschätzen und Volksbeschimpfung. Weshalb so manchem Sachsen diese Meldung des Deutschen Adelsrechtsausschusses gelegen kommt: Das Sächsische Königshaus ist erloschen.
...
Gut, die Familie lebt weiter, ihre Angehörigen dürfen aber nicht mehr den Titel „Königliche Hoheit“ führen. Die Nachfolge ist nicht erst seit dem Tod des Markgrafen Maria Emanuel, eines Enkels des letzten Sachsen-Königs, im Jahr 2012 auch in der Familie umstritten. Der Markgraf hatte, weil kinderlos, Prinz Alexander von Gessaphe, den Sohn seiner Schwester, adoptiert und zum offiziellen Nachfolger der Wettiner gekürt. Das aber widersprach den Prinzipien des Hauses und des Adels.
...
In der neuen Auflage des „Genealogischen Handbuchs“, das es seit 250 Jahren gibt und von Kennern „Der Gotha“ genannt wird, erscheint Prinz Alexander, der sich seit dem Tod seines Adoptivvaters „Markgraf von Meißen“ nennt, nicht. In Adelskreisen heißt das: Es gibt ihn nicht. Der Präsident des Deutschen Adelsrechtsausschusses, Henning von Kopp-Colomb, gibt sich kompromisslos: „Adoptierte werden grundsätzlich nicht in genealogische Handbücher aufgenommen.“
...
Damit aber sind die Wettiner keinesfalls erledigt. Denn es gibt den Erbvertrag aus der Leipziger Teilung von 1485. Damals teilte das Fürstenhaus sich und seine Ländereien auf in eine albertinische Linie, die fortan Sachsen regierte, und eine ernestinische Linie, die unter anderem in Thüringen ihren Sitz nahm. Bedingung: Stirbt eine Linie aus, übernimmt die andere. So scheint nach 530 Jahren nun die Stunde der Ernestiner in Sachsen gekommen. Die Zeitung „Bild“ kürte sogleich deren Oberhaupt Prinz Michael von Sachsen-Weimar-Eisenach zum neuen Chef des Hauses Wettin.

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft ... 84537.html

Hintergrund:
Die Wettiner sind ein über 1000 Jahre altes deutsches Ur-Adelsgeschlecht, das seinen Namen von der Stammburg Wettin (bei Halle) ableitet.
Neben den Welfen sind sie die älteste Familie, die urkundlich einwandfrei Ahnen bis um 908 nachweisen kann. Sie sind untrennbar mit der Landesgeschichte von Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Bayern verknüpft.
Aus ihr gingen Könige von Sachsen, Polen, Belgien, Portugal, Bulgarien und Großbritannien hervor...]

Fazit:
Die Teilung des sächsisch-thüringischen Landes, die die Brüder Herzog Albrecht und Kurfürst Ernst 1485 vollzogen haben, ist nun beendet.

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Re: Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Beitragvon Volker Zottmann » 25. September 2014, 18:35

Das ist hochinteressant Pentium.
Gerade auch das Gezerre um alte, verloschene Titel...
Ich kenne selbst Personen, die gern verloren geglaubten Adel (keinen Besitz) wiedererlangen möchten. Einigen ist das auch schon in der Neuzeit gelungen.
Meine Vorfahren mütterlicher Linie können nicht ganz mit den Wettinern mithalten, aber zu Adelsehren kamen die auch schon 923 durch Heinrich I.. Also erst 15 Jahre später.... Wurden aber keine Könige. Immer nur Freiherren, Reichsfreiherren....
Wenn @Huf südlich über die Elbe schaut, kann er "unsere" Ländereien erblicken.
Ritter Henning Freiherr von Brunkau war der erste... Und bereits im 30-jährigen Krieg war aller Besitz wieder futsch und geschleift. Der Stammbaum aber bleibt! Heute verwaltet, in der direkten Linie in Familienkreisen in und bei Hamburg.
2023 besteht die Familie lückenlos nachgewiesen 1100 Jahre.

Gruß Volker und Entschuldigung fürs OT [wink]
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Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
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Re: Der Wettiner Beobachtungs- Thread

Beitragvon pentium » 31. August 2015, 15:26

Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach sagt „Ja“

Prinz Georg-Constantin von Sachsen-Weimar-Eisenach und die Britin Olivia Rachelle Page haben am Samstag in Weimar geheiratet.

Oberbürgermeister Stefan Wolf (SPD) hielt die Rede für das Brautpaar - auf Englisch, wie ein Stadtsprecher sagte. Die Britin und der Prinz lebten in London. Die Braut spreche daher kein Deutsch. Die Eltern des Paares sowie rund 30 Gäste waren zur Trauung angereist. Das Brautpaar war dezent gekleidet, er im grauen Anzug mit Weste, sie im weißen Kleid mit Ornamenten. Die Zeremonie habe allerdings 15 Minuten später begonnen als geplant, sagte der Stadtsprecher weiter. Die Braut habe eine ausgeprägte Flugangst. Daher fuhr sie mit der Bahn nach Deutschland, die sich prompt verspätete.

Die kirchliche Hochzeit feiert das Paar im kommenden Jahr in England. Der Prinz ist das künftige Oberhaupt des Gesamthauses Wettin.

http://www.focus.de/regional/thueringen ... 11190.html

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