Es gab keine Straßen ohne Schäden in der DDR ? : Stimmt nicht ganz.Die meisten Straßen und Autobahnen waren tatsächlich in einem jämmerlichen Zustand. Wahrscheinlich hinderte uns wieder einmal der Klassenfeind daran, die Straßen in Ordnung zu halten. Bestimmt verkaufte uns der Westen keine passenden Steine für das Kopfsteinpflaster oder keinen Asphalt aus Steinkohle. Denn unser Braunkohlenteer wurde schon weich, sobald die Sonne darauf schien.
Ab den 70er Jahren allerdings wurde es besser. Denn die Bundesrepublik mußte für die Transitautobahnen von Berlin-West nach Bayern, Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein nicht nur bezahlen, sondern auch das Material liefern.
Schade nur, daß unsere Bauarbeiter keine Übung damit hatten. Denn aus nicht erkennbaren Gründen brachen viele Betonplatten bereits im ersten Jahr wieder, und die Sonderautobahnen näherten sich bald dem DDR-Standard an.
"Ratam - ratam - ratam - ratam."
Die Straßen zu den Sonderobjekten der Führenden Genossen allerdings waren stets in bester Verfassung!
Von einer normalen Landstraße bog plötzlich eine schmale Asphaltstraße in den Wald ab. Ein Schild "Einfahrt verboten! Forstwirtschaftlicher Betrieb" stoppte den braven Trabbilenker.
Aber wenn man zu Fuß die Straße entlangging, wurde man bald mit einer neuen Erkenntnis belohnt: Da war ein Zaun mitten durch den Wald. Auf der Straße ein Gittertor mit deutlich erkennbarer Überwachungs-Kamera. Nach wenige Minuten tauchte aus einem Gebüsch dieses "Forstwirtschaftlichen Betriebs" ein Förster? - nein, ein Soldat mit umgehängter Kalaschnikow auf. Der Soldat hatte rote Kragenspiegel. Also? - Stasi.
"Was wollen Sie hier? Gehen Sie weiter."
Ich darauf: "Gern, wenn Sie das Tor aufmachen."
"Verschwinden Sie! Hier gehts nicht weiter!"
"Das ist aber unser volkseigener Wald. Da möchte ich spazieren gehen."
"Sehn'se doch, geht nicht."
"Wenn ich Ihnen meinen DDR-Personalausweis zeige, darf ich dann?"
"Nein, hier brauchen Sie einen Sonderausweis."
"Wer von den werten Genossen hat sich denn hier wieder ein Stück Natur abgeschnitten? Der Kreissekretär, der Bezirkssekretär oder einer aus dem ZK?"
"Mensch - haun'se bloß ab!"
"Schon gut. Viel Spaß noch beim Aufpassen!"
Nun wußte ich wieder ein Stück mehr, was "Volkseigentum" bedeutete.http://www.josefbudek.de/uddr/11fra.htmlEinfach herrlich, ich mußte herzhaft lachen.
" Der Interessierte "