Noch keine lesbische Frau entschädigt

Aufarbeitung und Schlußfolgerungen

Noch keine lesbische Frau entschädigt

Beitragvon Interessierter » 27. September 2019, 07:44

In der DDR wurden auch Frauen wegen gleichgeschlechtlichen Sex verurteilt. Entschädigt wurde noch keine - obwohl das seit zwei Jahren möglich ist.

Wenn es um die frühere Verfolgung Homosexueller in Deutschland geht, sind damit meistens Männer gemeint. Schließlich stellte der berüchtigte Paragraf 175 erst im Kaiserreich, dann unter den Nazis und später in der Bundesrepublik und in der DDR sexuellen Handlungen unter Männern unter Strafe. Während in der Bundesrepublik noch lange die unter den Nazis verschärfte Version galt, schwächte die DDR ihn indes bald ab - und schaffte ihn schon 1968 ganz ab.

Was wenige wissen: Die DDR ersetzte den Paragrafen 175 durch einen neuen Paragrafen 151. Dieser stellte gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen mit Jugendlichen unter Strafe - und zwar sowohl für Männer als auch für Frauen. Für homosexuelle Handlungen sah er ein höheres Schutzalter als für heterosexuelle vor. Nach Schätzungen der Magnus-Hirschfeld-Stiftung wurden bis zur Abschaffung des Paragrafen 151 im Jahr 1988 rund 4.300 Personen verurteilt und mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft - darunter viele Frauen.

https://www.tagesspiegel.de/gesellschaf ... 59038.html
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Re: Noch keine lesbische Frau entschädigt

Beitragvon Nostalgiker » 27. September 2019, 08:47

In der DDR herrschte laut Gesetz Gleichberechtigung.
Warum sollten also nur Männer für sexuelle Handlungen mit männliche Jugendlichen gesetzlich belangt werden und Frauen mit weiblichen Jugendlichen nicht?

Übrigens wurde der genannte Paragraf 151 im Dezember 1988 ersatzlos aus dem Strafgesetzbuch der DDR gestrichen.
Der Paragraf 175 war seit 1957 nicht mehr rechtswirksam und wurde 1968 gestrichen.
Ein Blick ins Internet hätte den Recherchierern Klarheit verschafft.

Das sogenannte Schutzalter für "einvernehmlichen Sex" mit Jugendlichen wurde in der DDR auf 16 Jahre abgesenkt ......

Die alte BRD war in dieser Beziehung natürlich viel Fortschrittlicher. Da wurde im Parlament auch schon mal Straffreiheit für "einvernehmlichen Sex" mit Kindern gefordert, der Paragraf 175 wurde erst 1994! aus dem Strafgesetzbuch der BRD gestrichen. Welche eine Mutige Tat.

Dafür gibt es jetzt den Paragrafen 182 des Strafgesetzbuches, der sogenannte "Petting Paragraf".

1994 wurden noch 44 Urteile in der BRD auf Grundlage des Paragrafen 175 und 175a gefällt, seit 1990 insgesamt 379 Urteile!

Die deutlich über 30.000 zwischen 1957 und 1989 wegen des Paragrafen in der alten BRD verurteilten Männer wird es freuen das dies in einem freiheitlichen "Rechts"staat geschah und nicht in einem diktatorischen Unrechtsstaat.
Zu bedenken ist das die Verurteilten erwachsene Menschen waren die Sex mit erwachsenen Menschen des gleichen Geschlechts hatten.

Die Rechtslage zu diesem Thema sagt erstmal nicht über die gesellschaftliche Akzeptanz durch die Bevölkerung in beiden Staaten aus.

Aber im bewußten Artikel wird mal wieder fleißig an der Mär vom "Unrechtsstaat" weitergestrickt .........
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin
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Re: Noch keine lesbische Frau entschädigt

Beitragvon Volker Zottmann » 27. September 2019, 11:56

Du kennst Dich aber aus, immer schon?

Volker
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Die Weite Deines Horizonts ist Frage Deiner Sicht.
Der Große sieht ihn breiter, der Kleine leider nicht.
(Volker Zottmann)
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Re: Noch keine lesbische Frau entschädigt

Beitragvon andr.k » 27. September 2019, 12:22

Volker Zottmann hat geschrieben:Du kennst Dich aber aus, immer schon?

Volker

Nun, die richtige Lektüre bringt Dich immer zum Ziel. Wie heißt es doch gleich: Lesen bildet! [hallo]
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Re: Noch keine lesbische Frau entschädigt

Beitragvon Nostalgiker » 27. September 2019, 12:53

So ist es andr.k.
Wer allerdings auf Klatsch und Tratsch schwört, der als einzig wahre "Zeitzeugen" zwielichtige Geschichtenerzähler favorisiert mag so was glauben .....

Ach Volker Zottmann, du und deine kleinbürgerliche Homophobie.
Wenn ich davon bereits vor Potsdam gewußt hätte dann wäre es mir ein Vergnügen gewesen wenn du geschriehen hättest wie weiland Robert Plant "...squeeze (my lemon) till the juice runs down my leg" ....., ich hätte es mit Verachtung getan aber als höflicher Mensch wäre ich deiner Aufforderung/Bitte nachgekommen ....
Du würdest Heute noch sehr breitbeinig humpeln ......
Ich nehme zur Kenntnis, das ich einer Generation angehöre, deren Hoffnungen zusammengebrochen sind.
Aber damit sind diese Hoffnungen nicht erledigt. Stefan Hermlin
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Re: Noch keine lesbische Frau entschädigt

Beitragvon zoll » 28. September 2019, 10:25

Nostalgiker hat geschrieben:In der DDR herrschte laut Gesetz Gleichberechtigung.
Warum sollten also nur Männer für sexuelle Handlungen mit männliche Jugendlichen gesetzlich belangt werden und Frauen mit weiblichen Jugendlichen nicht?

Übrigens wurde der genannte Paragraf 151 im Dezember 1988 ersatzlos aus dem Strafgesetzbuch der DDR gestrichen.
Der Paragraf 175 war seit 1957 nicht mehr rechtswirksam und wurde 1968 gestrichen.
Ein Blick ins Internet hätte den Recherchierern Klarheit verschafft.

Das sogenannte Schutzalter für "einvernehmlichen Sex" mit Jugendlichen wurde in der DDR auf 16 Jahre abgesenkt ......

Die alte BRD war in dieser Beziehung natürlich viel Fortschrittlicher. Da wurde im Parlament auch schon mal Straffreiheit für "einvernehmlichen Sex" mit Kindern gefordert, der Paragraf 175 wurde erst 1994! aus dem Strafgesetzbuch der BRD gestrichen. Welche eine Mutige Tat.

Dafür gibt es jetzt den Paragrafen 182 des Strafgesetzbuches, der sogenannte "Petting Paragraf".

1994 wurden noch 44 Urteile in der BRD auf Grundlage des Paragrafen 175 und 175a gefällt, seit 1990 insgesamt 379 Urteile!

Die deutlich über 30.000 zwischen 1957 und 1989 wegen des Paragrafen in der alten BRD verurteilten Männer wird es freuen das dies in einem freiheitlichen "Rechts"staat geschah und nicht in einem diktatorischen Unrechtsstaat.
Zu bedenken ist das die Verurteilten erwachsene Menschen waren die Sex mit erwachsenen Menschen des gleichen Geschlechts hatten.

Die Rechtslage zu diesem Thema sagt erstmal nicht über die gesellschaftliche Akzeptanz durch die Bevölkerung in beiden Staaten aus.

Aber im bewußten Artikel wird mal wieder fleißig an der Mär vom "Unrechtsstaat" weitergestrickt .........


Du darfst den Einfluss der Kirchen, insbesondere den der Katholischen, nicht vergessen.
In der DDR war dieser Einfluss sicher auf ganz wenige, nur die Kirchen und nicht Glaubensdinge betreffend, beschränkt.
Das war und ist in der BRD ganz anders. Hier hatten und haben Kirchenvertreter über die Parteien, vornehmlich die CDU/CSU, erheblichen öffentlichen Eingriffsmöglichkeiten. Über den öffentlich/rechtlichen Rundfunk, die Zeitungen, und ihre eigenen Publikationen ganz besonders.
Der Einfluss der in vielen nichtöffentlichen Treffen zwischen den Vertretern von Industrie, Handwerk, Parteien und Bischöfen wahrgenommen wird kann man nur spekulieren.
Dieses ist aber nur in einem Rechtsstaat möglich, also gab es diese vielfältigen Zugriffe in der DDR nicht, und deshalb konnte dieses Land mit einer anderen Wertvorstellung auch anders und schneller handeln.
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