Atomforschung in Rossendorf offiziell Geschichte

Aufarbeitung und Schlußfolgerungen

Atomforschung in Rossendorf offiziell Geschichte

Beitragvon Interessierter » 20. September 2019, 10:25

Letzter DDR-Reaktor abgemeldet

Seit Donnerstag sind auch die letzten Spuren des DDR-Kernforschungsreaktors Geschichte. Denn das Areal in Rossendorf, auf dem am 14. Dezember 1957 der erste Atom-Meiler in Betrieb ging, wurde jetzt per offizieller Urkunde „aus dem Atomgesetz entlassen“.

Das heißt: Dort wo einst radioaktive Isotope und Strom mit einer Leistung von bis zu 10 Megawatt produziert wurden, blieb eine grüne Wiese übrig.

Bis dahin vergingen allerdings über 25 Jahre. Bereits 1991 war der Forschungsreaktor abgeschaltet worden. 1993 hatte die Staatsregierung beschlossen, die Anlage endgültig stillzulegen und planmäßig zurückzubauen.

Organisiert und umgesetzt wurde die nukleare Altlastensanierung seither vom eigens gegründeten „Verein für Kernverfahrenstechnik und Analytik" (VKTA). „Neben dem eigentlichen Reaktor mussten auch Gebäude und das etwa sechs Kilometer lange Kanalsystem der Anlage saniert werden“, so VKTA-Sprecher Gregor Beger (43).

In die Schlagzeilen geriet Rossendorf dann noch einmal 2005, als die 951 abgebrannten aus Rossendorf Brennelemente auf Weisung des damaligen Bundesumweltministers Norbert Röttgen (54, CDU) nicht wie geplant ins Endlager ins russische Mayak, sondern per Castor-Transport ins Zwischenlager Ahaus (NRW) verbracht wurden.


„Dort lagern sie übrigens noch heute“, so Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (62). Allerdings sei man derzeit mit dem Bund im Gespräch, um dort eine für Sachsen günstigere Lösung zu finden. Ein Grund dürfte sein, dass die Zwischenlagerung den Freistaat seither jährlich 100 000 Euro kostet.

Die Sanierung in Rossendorf selbst sei allerdings eine Erfolgsgeschichte. „Heute arbeiten hier wieder rund 1 500 Menschen und damit so viele, wie 1989.“ Bekannt ist etwa das Helmholtz-Zentrum, das auf den Gebieten Energie, Gesundheit und Materie forscht.

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