Die SED ließ fast jeden Einwanderer in die DDR

Aufarbeitung und Schlußfolgerungen

Die SED ließ fast jeden Einwanderer in die DDR

Beitragvon zonenhasser » 7. November 2018, 14:59

Die SED ließ fast jeden Einwanderer in die DDR


Ein unscheinbares „Merkblatt“ von 1962 gewährt Einblicke in die Migrationspolitik im Kalten Krieg. Offensichtlich sollte es potenziellen Übersiedlern die Sorge vor bürokratischen Hürden nehmen. Tatsächlich handelte es sich geradezu um eine Einladung.

Veröffentlicht am 29.10.2018 | Lesedauer: 4 Minuten
Von Brigitte Fischer, Sven Felix Kellerhoff

Dann geh doch nach drüben!“ Diesen Ratschlag bekamen im Kalten Krieg jene oft zu hören, die in Westdeutschland oder West-Berlin Verständnis für die DDR äußerten oder auch nur grundsätzlich die Ordnung der Bundesrepublik in Zweifel zogen. Die wenigsten von ihnen jedoch gingen tatsächlich „nach drüben“, nämlich auf die andere Seite des Eisernen Vorhanges.

Zwischen 1949 und 1989 verlegten insgesamt wohl etwas mehr als eine halbe Million Menschen ihren ständigen Wohnsitz von West nach Ost, die weitaus meisten allerdings bis zum Bau der Berliner Mauer; von 1962 bis 1989 waren es nur noch etwa 70.000. Zum Vergleich: In den gut vier Jahrzehnten der DDR gingen etwa 3,8 Millionen Menschen von Ost nach West, nach 1962 nahmen immerhin 480.000 die Gefahren einer Flucht auf sich oder konnten fast immer nach erheblichen Schikanen mittels eines Ausreiseantrages in die Bundesrepublik wechseln.

Dennoch waren die Zuwandererzahlen in die DDR so hoch, dass die SED Richtlinien erließ. Laut Druckvermerk entstand das „Merkblatt für westdeutsche Bürger zur Übersiedlung in die DDR“ 1962. Es wurde wahrscheinlich vom Ministerium des Innern der DDR herausgegeben und massenhaft in der Bundesrepublik verteilt – derlei fiel in Ostdeutschland in den Aufgabenbereich „Westarbeit“.

Zuständig war dafür die Nationale Front des demokratischen Deutschland (NF), die 1973 in Nationale Front der DDR umbenannt wurde. Es handelte sich um einen Zusammenschluss von Parteien und Massenorganisationen, nicht um eine eigenständige Massenorganisation. Seit ihrer Gründung 1950 bis zum Mauerbau 1961 präsentierte sich die NF als gesamtdeutsche Bewegung und nahm zu wichtigen nationalen und internationalen Ereignissen Stellung.
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weiter hier: https://www.welt.de/geschichte/geschich ... e-DDR.html
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Re: Die SED ließ fast jeden Einwanderer in die DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 7. November 2018, 15:07

Die DDR scheute sich aber auch nicht, fast Erwachsene Jugendliche nach Wechsel zu reinen Besuchszwecken nicht wieder ausreisen zu lassen. Einer ist mir bekannt, musste im Osten bleiben, obwohl er nur seinen Vater besuchen wollte.... Der junge Mann heiratete dann und verkrümelte er sich illegal per Eisenbahn mit der jungen Familie. Nach 1990 zog es ihn erst wieder nach QLB. Er ist inzwischen verstorben, sein Konterfei ist aber als einer von einer Gruppen-Bronzeplastik heute an der Sparkasse QLB zu sehen. Dort ist Heinrich I. `s Krönung dargestellt.

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Re: Die SED ließ fast jeden Einwanderer in die DDR

Beitragvon zonenhasser » 7. November 2018, 15:18

@VZ. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass die Bundesregierung nicht erreicht haben soll, einen Bundesbürger, der widerrechtlich in der DDR festgehalten wurde, gegen den kein Strafverfahren vorlag, zurückzuholen.

Und dann noch als Modell [denken] Bild
https://www.bildguss.de/bildguss-archiv/2006-2010.php
Zuletzt geändert von zonenhasser am 7. November 2018, 15:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die SED ließ fast jeden Einwanderer in die DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 7. November 2018, 15:23

War aber so. Mutter und er in Niedersachsen und Vater im Osten. Daraus leiteten die dessen Sorgerecht ab. Als 16/17-Jähriger war er, aber auch der Vater machtlos. Er war dann ein Kollege meines Vaters und ich habe zu dessen Tochter heute Kontakt.
Ich versichere Dir, keine wilden Behauptungen einzustellen!

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Re: Die SED ließ fast jeden Einwanderer in die DDR

Beitragvon zonenhasser » 7. November 2018, 15:27

Vater machtlos? Also wollte auch er, dass der Sohn zu seiner Mutter im Westen zurückkehrt. [denken] Wenn der Vater gegenüber den DDR-Behörden auf sein Erziehungsrecht gepocht hätte, hätte ich es noch verstanden.
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Re: Die SED ließ fast jeden Einwanderer in die DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 7. November 2018, 15:39

zonenhasser hat geschrieben:Vater machtlos? Also wollte auch er, dass der Sohn zu seiner Mutter im Westen zurückkehrt. [denken] Wenn der Vater gegenüber den DDR-Behörden auf sein Erziehungsrecht gepocht hätte, hätte ich es noch verstanden.

Das jetzt aufzuklamüsern führte zu weit. Da hat kein Vater gepocht, denn sein Sohn lebte von ihm getrennt in Soest.
Per PN könnte ich weitermachen, doch die Aussagen sind so verbindlich genug.
@zonenhasser, es gab noch ganz andere seltsamste Verhaltensweisen der Stasi-und der Meldebehörden in anderen Fällen, die eben in keinerlei Schema passen.

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Re: Die SED ließ fast jeden Einwanderer in die DDR

Beitragvon zonenhasser » 7. November 2018, 15:54

Volker Zottmann hat geschrieben:@zonenhasser, es gab noch ganz andere seltsamste Verhaltensweisen der Stasi-und der Meldebehörden in anderen Fällen, die eben in keinerlei Schema passen.
Seit ich weiß, dass die DDR RAF-Terroristen beherbergte, denke ich, dass es damals nichts gab, was es nicht gab.
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Re: Die SED ließ fast jeden Einwanderer in die DDR

Beitragvon Volker Zottmann » 7. November 2018, 16:33

zonenhasser hat geschrieben:@VZ. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass die Bundesregierung nicht erreicht haben soll, einen Bundesbürger, der widerrechtlich in der DDR festgehalten wurde, gegen den kein Strafverfahren vorlag, zurückzuholen.

Und dann noch als Modell [denken] Bild
https://www.bildguss.de/bildguss-archiv/2006-2010.php

Der Herr, der die Krone darreicht, ist der genannte Herr U.
Einen Fehler hab ich aber doch versehentlich eingebaut, Der Sohn (Herr U.) kam nicht aus Niedersachsen, der wohnte in NRW.

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