So verdrängt ein Berliner Bezirk seine Stasi-Geschichte

Aufarbeitung und Schlußfolgerungen

So verdrängt ein Berliner Bezirk seine Stasi-Geschichte

Beitragvon Interessierter » 17. April 2018, 12:33

In Berlin-Lichtenberg soll der Roedeliusplatz neu gestaltet werden. Hier lagen ein Folterkeller des NKWD und die Keimzelle der DDR-Staatssicherheit. Im Siegerentwurf spielt das aber keine Rolle.

Ein lobenswerter Ansatz – eigentlich. Allerdings ist jedenfalls bisher offenbar nicht vorgesehen, bei der Neugestaltung auf die besondere historische Dimension gerade dieses Platzes einzugehen. Denn er grenzt nicht nur direkt an das Areal des einstigen Ministeriums für Staatssicherheit der DDR.

Die gesamte Westseite des Platzes bildet ein Gebäude, das einst und heute wieder vom Finanzamt genutzt wird. Von 1947 bis 1990 allerdings befand sich hier erst die Keimzelle der Stasi, dann war es jahrzehntelang Teil der MfS-Zentrale und damit Sperrgebiet. Vom Roedeliusplatz konnte man nicht Richtung Westen (im geografischen Sinne) fahren.

Damit nicht genug: An der Südseite liegt das Amtsgericht Lichtenberg, zu dem einst ein Amtsgerichtsgefängnis gehörte, das heute längst zur Justizvollzugsanstalt für Frauen an der Magdalenenstraße umgebaut worden ist. Allerdings amtierte hier 1945 bis 1950 das sowjetische Militärtribunal der Garnison Berlin, das zentrale Instrument der sowjetischen Machtdurchsetzung in der SBZ und der frühen DDR. Mit dem angeschlossenen Gefängnis war die Immobilie als Sitz für eine Repressionseinrichtung ideal.

Und noch etwas: An der Nordostecke des Platzes, im Haus Schottstraße 2, befand sich einer der ersten Haftkeller des sowjetischen Geheimdienstes NKWD in Berlin. In dem ehemaligen Gemeindehaus lag seit August 1945 die Kommandantur der Roten Armee im Bezirk – und entsprechend auch die stalinistische Geheimpolizei.

https://www.welt.de/geschichte/article1 ... ichte.html
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